tBT L Zeller. Nn^le8“ 5onntaj. '««fit Habet cht. Zkbruar 1895. ^MgDamm- Möhl klung, hegend bringen wir lM Platze, Löber- ' Arbeiten gegrunbet Ufte Itl: tujenbauten, Canali- immbajftns, Boden- jeher Spannweite. jammenMung unb )aU3iolirungen: ElchenriemewParquet enKemenfbieleti • P. zur Ausführung ipelUn Wanben unb Seroolbe. Einfchiebe» 1 Verblendungen eferung und Verlegen «wannen. BallustreS ich eigenem erprobten mfyrräume. de p. p. Publikum ix Slusfübrung unserer und That behilflich L kiv. Schule. i, MkOm :n Schnitt wird unter ch und practisch gelehtt. . Januar. :6 Zufchneiden erlernen. iller Art.s t wieder. .31/2 Uhr. gSvoll Bernhardt, ser Neuen Naue. ungsvattk runa^n^d' mm« h1* 1 3«i oberstraß^ iit 0,g*Ntfö . 1895. K» SUbkNevU 3,giente 24# « 70 80 ” M 33.M 1011 amt** *^.1*0* $- Nr. 5 Zweites Blatt. Sonntag den 6. Januar 1895 Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Jiamitienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Ken'erat-Mnzeiger. Vierteljähriger -Vonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutgraße Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt fuv den Areis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. - chratisöeikage: Gießener Kamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Theil. Gießen, den 3. Januar 1895. Betr.: Zu« und Wegzüge. Das Großherzoqliche Kreisamt Gießen an das Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der alsbaldigen Einsendung der Register über die im verflossenen Jahre vorgekommenen Zu- und Wegzüge entgegen. ___________________v. Gagern.___________________ Nro. 46 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 31. December 1894, enthält: (Nro. 2205) Bekanntmachung, betreffend die Befreiung vorübergehender Dienstleistungen von der Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Gießen, den 4. Januar 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___v. Gagern.__________________ Gießen, den 3. Januar 1895. Betr.: Das Neichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße« an Grotzh. Polizeiamt Gietzeu und die Grotzh. Bürgermeistereien derLaudgemeiudeudesKreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. Februar 1886 (Anzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsendung der vorschriftsmäßigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahre 1892 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmilteln und Gebrauchsgegen- ftänden bis zum 20. Januar l. I. entgegen. Sie wollen in der Tabelle auch angeben, bei welcher Stelle (z. B. dem chemischen Untersuchungsamte für die Provinz Oberhessen) die betreffenden Untersuchungen ftattgefunden haben. __________________v. Gagern._________________ Gießen, den 4. Janur 1895. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße« au die evang. Kirchen- und Stiftungsvorstände des Kreises. Wir erinnern die rückständigen von Ihnen an alsbaldige Erledigung unseres Amtsblatts vom 5. December v. Js. o. Gagern. Bekanntmachung. Es ist wiederholt vorgekommen, daß die bestehenden Reichs-Telegraphenanlagen wegen Mangel an der nöthigen Vorsicht bei der Fällung von Bäumen, bei der Ausästung j von Baumpflanzungen, durch unvorsichtiges Anfahren, sowie ,in Folge Zertrümmerung der in den Telegraphenlinien befindlichen Porzellan-Isolatoren durch Steinwürfe rc. derart beschädigt worden sind, daß Störungen und Unterbrechungen des Telegraphenbetriebes eintreten. Da die Beschädigung, bezw. Gefährdung der zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlagen gemäß der §§ 317 und 318 des Strafgesetzbuchs für das deutsche Reich strasbar ist, werden in Nachstehendem die bezeichneten Paragraphen zur Nachachtung und Warnung hiermit in Erinnerung gebracht. § 317. Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage dadurch verhindert oder gefährdet, daß er Theile oder Zubehörungen derselben beschädigt oder Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängniß von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft. § 318. Wer fahrlässigerweise durch eine der vorbezeichneten Handlungen den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu neunhundert Mark bestraft. Gleiche Strafe trifft die zur Beaufsichtigung und Bedienung der Telegraphenanlagen und Zubehörungen angestellten Personen, wenn sie durch Vernachlässigung der ihnen obliegenden Pflichten den Betrieb verhindern oder gesährden. § 318a. Die Vorschriften in den §§ 317 und 318 finden gleichmäßig Anwendung auf die Verhinderung des Betriebs der zu öffentlichen Zwecken dienenden Rohrpostanlagen. Unter Telegraphenanlagen im Sinne der §§ 317 und 318 sind Fernsprechanlagen mitbegriffen. Gießen, den 4. Januar 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen: von Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Wiederbesetzung der Stelle eines Feuervisitators des I. Bezirks. Durch den Tod des Zimmermeisters P i tz dahier ist die Stelle eines -Feuervisitators in dem I. Bezirke, bestehend aus den Gemeinden: Aibach, Allendorf a. Lahn, Dorf-Gill, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Lang Göns, Leihgestern, Steinbach, Watzenborn-Steinberg, in Erledigung gekommen. Bewerbungen um diese Stelle sind bis zum 20. d. M. unter Anschluß von Zeugnissen über etwaige bestandene Prüfungen und seitherige Beschäftigung bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Gießen, den 4. Januar 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 4. Januar 1895. Betr.: Die Zurückstellung der mit Berechtiglmg zum einjährig freiwMgen Dienst versehenen Militärpflichtigen. Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Commission Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Sie wollen alsbald in Ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen lassen, daß — bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen — die im laufenden Jahre militärpflichtig werdenden und mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen, sofern sie nicht bereits zum actioen Dienst eingetreten sind, sich alsbald, längstens aber bi» zum Ende Januar 1895, bei mir schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen haben. Dr. Melior. Bekanntmachung, betreffend das Ersatz-Geschäft für 1895. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden alle im Jahre 1875 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine d finitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirthscvafisbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabr karbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit auige- fordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bet der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, bezw. ihres Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, .daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilvahme an der Feuilleton. Wochenbriese ans der Residenz. (Originalbericht des „Gießener Anzeiger".) Z. Tarmstedt, 4. Januar. Neujahr. — Eine Novität. — Vom Hofe. Erst seit Neujahr steckt die Residenz im eigentlichen Winterkleide. Eine weiße Schneedecke schmückt alle Straßen und Plätze und am Neujahrstage selbst bescheerte uns der Himmel sogar einen kleinen Schneesturm und zwar gerade in den Besuchsstunden zwischen 11 und 1 Uhr, sodaß gar mancher stolze Cylinder sich gleich zu Beginn des neuen Jahres den Tod geholt haben mag. Im Allgemeinen verlief die Sylvester na cht und der Neujahrstag ruhig, das dumme Neujahrsschteßen hatte gegen früher entschieden abgenommen. Daß diese alberne Gewohnheit diesmal ein Menschenleben gekostet hat, dürfte zu ihrer baldigen gänzlichen Beseitigung betgetragen haben. Am 1. Januar fand im Neuen Palais große Gratulations- roar statt, im Hotel „Zur Traube" wurde das übliche große Feftdiner abgehalten, an dem sich Angehörige aller Kreise betheiligten. Am Vorabend halte die Vereinigte Gesellschaft in den Räumen ihres Casinos den üblichen Neujahrsball veranstaltet und dieser fand natürlich auch außerordentlich zahlreiche Betheiligung. Im Hoftheater war Abends Festvorstellung bei festlich beleuchtetem Hause. Herr Beigeordneter Köhler begrüßte das Großherzogliche Paar, das in Begleitung des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Rumänien in der rechten Hostoge erschienen war, mit fröhlichem Neujahrsgruß und donnerndem Hoch, in das das Publikum herzlich einstimmtc. Zur Aufführung kam „Bajazzo" und „Leben in der Hochsaison", das neue Ballet von Meister Siems, das am Sonntag vorher seine ^Premiere erlebt hatte. Mit dieser Novität hat die Leitung der Hofbühne einen glücklichen Griff gethan, denn der Erfolg war großartig. Herr Siems, der berühmte Arrangeur der Pantomimen bei Renz in Berlin, hat damit eine glänzende Probe seines Könnens abgelegt. Die Novität schildert das Leben und Treiben in einem großen internationalen Seebade. Da gibt es denn Ueberraschungen in Hülle und Fülle: Eine urkomische Gigerlquadrille, allerhand Tänze und Grupptrungen der Töchter der Kurgäste, den Aufmarsch einer „echt" amerikanischen Familie, deren „Babys" sich als flotte Tänzer und Tänzerinnen en miniature entpuppten, Radfahrer, Ruderclubs, eine ganze Feriencolonie von kleinen Schulmädchen rc. Auch allerhand exotische Gäste sind zu bewundern- den Höhepunkt des Ganzen aber bildet der Einmarsch von etwa 60 Matrosen, die mit einem großen Kriegsschiffe gelandet sind. Von den Tänzen und Gruppi- rungen erwähnen wir außer der reizenden Gigerlquadrille noch eine große Fächergruppirung, den Tanz der Amerikaner, ein großes Solo der Prima Ballerina und eine Künstlerinnenquadrille. Die grandiose Schlußqruppe vereinigte etwa 150 Personen auf der Bühne. Kein Wunder wenn das Publikum den Autor fünfmal stürmisch heroorrief und ihn mit Lorbeerkränzen belohnte. Der Hauptzweck, einen Kaffenmagneten für die künftigen Wochen zu bekommen, ist, wie es scheint, glänzend erreicht, denn bis jetzt war der Zudrang zu der Novität ein ganz außerordentlicher, sodaß diebedeutenden Kosten für die Neuausstattung wohl schon gedeckt sein werden. Am nächsten Sonntag findet die nächste Wiederholung statt, vor der Aubers reizende Spieloper „Des Teufels Antheil" gegeben werden soll. Die nächste Woche soll dann die Premiere von Fuldas „Kameraden" bringen- auch Hummels „Mara", eine einactige Oper, wird demnächst zur elften Aufführung gelangen. Auch in den Co ncert säl en wirds nun wieder lebendig. Am Montag in acht Tagen hält die Hofmusik ihr vierte- Concert und auch die größeren Gesangvereine planen Veranstaltungen verschiedener Art. Das Hofconcert am Montag den 7. Januar bringt verschiedene Orchesterstücke und Gesangsvorträge von Solisten der Hofoper und die Aufführung eines einactigen Lustspielchens durch das Schau'pielpersonal der Hofbühne. Als Jnstrumentalsolist soll ein Violinvirtuose auS London auftreten. In dieser Woche fand zu Ehren des für kurze Zeit zum Besuch anwesenden kronprinzlich rumänischen Paares eine große Galatafel und im Anschluß daran ein kleiner The dansant in den Räumen des Alten Palais am Lutsenplatze statt, wo auch das Hofconcert abgehalten werden soll. Der Posten eines russischenGesandtenam hessische« Hofe ist nunmehr auch wieder besetzt, nachdem er lange Jahre verwaist war. Graf Osten-Sacken ist dazu ausersehe« und har sich auch bereits in der letzten Woche gemeinschaftlich mit dem österreichisch-ungarischen und dem spanischen Gesandten bet Hofe vorgestellt. Das Großherzogliche Paar nimmt nach wie vor am gesellschaftlichen Leben der Residenz lebhaften Antheil und zeigt sich sehr häufig im Theater und in Concerten. An Bällen unb Privatgesellschaften verschiedenster Art ist augenblicklich kein Mangel, wir scheinen in dieser Beziehung schon mitten im „Leben in der Hochsaison", d. h. der winterlichen, drinzustehen. Loosung auSgeschloffe» u*b ihrer etwaige» Ansprüche aus Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit vorübergehend abwesend sind, find deren Elter», Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherr» z» diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 4. Januar 1895. Der Civilvorfitzende der Großherzoglichen Ersatz Kommission Gieße«. Dr. Mellor. Zur Fortsetzung der Reichstagssesfion. Am nächsten DienStag nimmt der Reichstag feine durch die Parlamentarische WeihnachtSpause unterbrochene Thättgkeit wieder auf, welcher Fortsetzung der Reichstagssesfion man gewiß mit berechtigter Spannung entgegenblicken darf. Denn der wettere Verlauf der Arbeiten des Parlaments wird wohl bald genug zeigen, ob wir in Deutschland wirklich einer abermaligen ernsten politischen Krisis entgegentreiben oder ob die deßhalb vielfach gehegten Befürchtungen unbegründet sind. Gleich die erste größere Arbeit des Reichstags im neuen Jahre, die Generaldebatte über die sogenannte Umsturz Dor« läge, dürste über die fernere Gestaltung der Lage eine erstmalige Aufklärung bringe». Wohl ist die so bedeutsame Frage der Bekämpfung der Umsturzbestrebungeu bereits bei der allgemeinen Berathung des Etats gestreift worden, doch haben die betreffenden Verhandlungen kein genügendes Licht auf die Aussichten der politisch wichtigsten Vorlage der ganzen Session zu werfen vermocht. (5m solcher Aufschluß steht aber zweifellos von der ersten Lesung der Umsturz Vorlage zu erwarten, sie wird vermuthlich erkennen lassen, ob und inwieweit auf eine Verständigung zwischen der Regierung und der Volksvertretung tu diesem schwerwiegenden Problem gezählt werden kann. Noch ehe die Umsturz-Vorlage. aus dem Schooße der Commission wieder an das Plenum zurückgelangt, wird der Reichstag voraussichtlich Gelegenheit haben, sich mit der anderen „brennenden Frage" seiner gegenwärtigen Sitzungsperiode zu beschäftigen, mit der Tabaksteuer-Vorlage. Es muß schon jetzt, als gewiß gelten, daß seitens eines TheileS der RetchStagSparteien energisch Stellung gegen diesen finanziell und wirthschaitlich, wie in socialpolitischer Beziehung bedeutungsvollen Gesetzentwurf genommen werden wird, mögen auch die Beweggründe dieser Opposition verschiedenartiger Natur sein. Auch diejenigen Parteien, welche als der Tabakfabrikatsteuer im Interesse der nothwendigen Stärkung der Reichs- finanzen im Allgemeinen geneigt gelten, hegen wenigstens gegen diesen oder jenen Punkt des ProjecteS ernste Bedenken, so daß die Vertreter der Reichsregierung und der preußischen Regierung bet der Vertheidigung der Tabaksteuer-Vorlage einen sehr schweren Stand haben werden. Eine nicht unbedenkliche Verschärfung würde aber die ganze Frage der Tabaksabrtkatsteuer erfahren, wenn eß wahr sein sollte, waS in verschiedenen Blättern behauptet wird, daß nämlich die Regierungen von Bayern, Baden und Hessen mit dem Entwürfe bei TabakfabrikatsteuergesetzeS, wir er aogeublicklich den BuudeSrathSauSschüsseu zur Borberathung unterliegt, keines- wegS voll einverstanden sind. Vielmehr sollen sich in ver schtedeneu Puukteu deS Entwurfs Differenzen zwischen den geaannteu süddeutschen Regierungen und der Centralregieruug ergeben haben, eS bedarf aber wohl keiner besonderen Versicherung, daß diese Meinungsverschiedenheiten, falls sie in der That bestehen, den parlamentarischen Boden für die Be- rathung der Tabaksteuer-Vorlage nicht günstiger gestalten werden. Eng verknüpft mit dem Schicksal deS Tabakfteuer- gesetzeS ist diejenige der ebenfalls wieAr im Reichstage eingebrachten Vorlage, betreffend die Reform der ReichSfinanzen, das etwaige Scheitern der ersteren müßte auch jenes der letzteren Vorlage unbedingt nach sich ziehen. Weniger Schwierigkeiten stehen den ferneren größeren Vorlagen der Session, den neuen Justizgesetzentwürfen, wie den Vorlagen über die Börsenreform, über die Bekämpfung deS unlauteren Wettbewerbs u. s. w., entgegen. Es sind also in dieser Beziehung von vornherein positive Früchte von der Thärigkeit des Reichstags zu erhoffen, sofern er eben zur vollständigen Erledigung aller der betreffenden Vorlagen kommt. Freilich gilt hierbei als eine wesentliche Voraussetzung, daß sich daß Haus in dem nachweihnachtlichen SesfionS- abschnitte endlich besser besetzt zeigt, als in den Sitzungen vor Weihnachten, sonst stünde zu befürchten, daß daS alte Ucbel der Beschlußunsähigkeit des deutschen Bundesparlamentes aufS Empfindlichste dessen Arbeiten hemmen und schädigen würde. totales unb ^provinzielles. B. Berstadt, 3. Januar. Nachdem die letzten Zuckerrüben, welche vorher sorgfältig in Gruben eingemietet waren, zur Fabrik geschafft und das diesjährige Resultat in unserer Gegend überblickt werden kann, dürfte Nachstehendes für weitere Kreise von Interesse sein. Die Kaufrübenpro- ducenten in unserer Gegend sind dieses Jahr besser daran, als die Actionäre. Dies hat zunächst seinen Grund in dem bedeutenden Zuckerreichthum unserer Rüben, wie auch derjenigen der umliegenden Dörfer. Wir haben 14 bis 15 Zuckerprocente, welche uns selbstverständlich von der Stockheimer Fabrik vergütet wurden, so daß der Gentner bis zu 1 Mk. 10 Pfg. und etwas besser bezahlt wurde. An den Lasten der Fabrik haben die Kaufrübenproducenten nicht theilzu« nehmen, das ist Sache der Actionäre. Letztere haben wohl nicht mehr als 65 bis 70 Psg. pro Gentner zu erwarten; in früheren Jahren hatten sie dafür 10 bis 17 °/0 Dividenden einzunehmen, welche einstweilen wegfallen. Recht zufrieden find die Leute diesen Herbst mit Ablieferung der Rüben in TraiS-Horloff gewesen. In früheren Jahren war dies übel geordnet. Die Leute mußten nicht selten viele Stunden, selbst bis gegen Mitternacht an der Bahn halten, bis sie abladen konnten. Das hot sehr verstimmt. Dieses Jahr war alles genau geregelt; Jeder hatte schriftlich die Weisung, an welchem Tage und zu welcher Stunde er liefern mußte, und da wickelte sich alles glatt ab. Wenn wir einmal einen Bahnhof hier haben, brauchen wir unsere Gespanne fast gar nicht mehr zu bemühen, die Lieferung ist dann noch viel leichter und einfacher. Welche hübschen Erträge bei u»i erzielt wurden, gibt folgendes Beispiel: ehr Rachbar hatte einen alten Morgen (320 Klftr., der Normal- morgen enthält 400 Klftr.) mit Zuckerrüben bestellt; er erhielt 192 Mk. für die Rüben und außerdem noch für 11 Mk. Rübenscbnitzel. Hätte er den Acker mit Körnerfrüchten bestellt gehabt, wäre der Mann kaum auf die Kosten gekommen. Infolge der flotten Abnahme unserer Rüben in TraiS-Horloff und der guten Resultate hat sich die Aversion gegen die Stockheimer Fabrik bedeutend gemindert. Wenn es die Herren dort verstehen, den hiesigen Producenten, sowie der Umgegend entgegen zu kommen, ist eS nicht unwahrscheinlich, daß man den Bau einer Fabrik am hiesigen Orte ganz unterläßt und sich Stockheim anschließt, denn da» Risico spielt auch eine Rolle. L. Lampertheim a. Rh.. 3. Januar. (Einer, der seine Todesanzeige selber schrieb). Kürzlich starb dahier, in hohem Alter, der Oberlehrer Hiemenz. ES war einer von Denjenigen, der sich vor dem Sterben nicht fürchtete, denn er hat seine Todesanzeige selber entworfen und Tag und Stunde seines Ablebens hinein gesetzt. Daß traf er so genau, daß er sich nur um 2 Stunden irrte, d^nn er hatte in die Anzeige geschrieben: Heute Nacht um 2 Uhr verschied Oberlehrer Hiemenz rc., während daS Abscheiden um 12 Uhr erfolgte. — Daß sich die Leute ihre Grabschrift selber schreiben, oder ihren Leichentext selber wählen, kommt öfters vor. Aber daß Jemand seine eigene Todesanzeige abfaßt und beinahe auf die Stunde genau vorhersagt, wann er sterben wird, dürfte doch zu den Seltenheiten gehören. Verkehr, Land- und VoU-wirlhfehaft. — Eine angenehme Ueberraschung bereitet am Jahresschluß die Annoncen - Expedition Rudolf Mosse ihren zadlreichen GescdäfiSsreunden durch Uebersendung ibres aroßen ZeitnngS» eatalogg und Jnserttonskalendeis pro 1895. Im Jnn.rn wie tm Aeußern, im Format wie in der Ausstattung hat dieser bewährte Rathgeder für das insertrende Publikum eine vollkommene Umge- staliung erfahren. Practtsche und Schönheitsgründe baden dazu geführt, dem Eatalog rin Großquartformat zu geben und ihn als Pultmappe, Schreibunterlage und Notizkalender zu gestalten. Diese originelle Idee ist tn technisch vollkommener Weise mit künstlerischem Ge'chmack durchgeführt. Eine Reihe von vorzüglichen Illustrationen, die dem Eatalog beigegeben find, und welche daß Eenlralbureau, die Druckerei von Rudolf Mosse und die verschiedenen Heimstätten der Zweignikderlassungen barfhöen, geben eine lebhafte Anschauung von dem Umfang deS Gesammtunternebmens. Eine große Anzahl origineller neuer Entwürfe für die Ausstattung von Inferatm werden dem Publikum zur Verfügung gtstrllt und geben Zcugntß von dem unabläisigen Eifer der Firma, den ibr übertrag mn Anzeigen zu gutem Erfolge zu verhelfen. Auch dem Normal-Zeilenmesser, durch welchen die Annoncen-Exped-tion Rudolf Mosse eine vernünftige Basis für die verschiedenartige Berechnungsweise der Zeitungen schuf, begegnen wir erfreulicherweise wieder. Der Eatalog selbst, der durch die Vergrößerung des Format« wesentlich an Ueberfichtiichkeit gewonnen hat, zeigt wieder dieselben practilchen Einrichtungen, die wir seit Jahren an ihm schätzen, dieselbe Klarheit der Eintheilung, dieselbe Zuverläfsigkeit in der Bearbeitung des coloffalen Materials. — Die rechte Bbtheilung der Mappe ist ganz dem praktischen Bureau-Gebrauch gewidmet. Sie enthält auf gutem Pap er einen Schreidkalender für alle Tage deS Jahres und bietet hinreichenden Raum für alle g schriftlichen Notiz>n. Wir zweifeln nicht, daß der Zeitungscatalog allen Empfängern Freude machen wird. JedenrallS legt er wiederum ein Zeugniß dafür ob, daß die Annoncen-Expedition Rudolf Mosse auf dem Gebiete des Annoncenwesens an der Spitze marschirt. Bekanntmachung. In der am 20. December 1894 abgehaltenen General - Versammlung des Vorschuß- und Credit-Vereins zu Langsdorf, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, ist an Stelle des ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds Christian Köhler IV., Christian Krämer II. von Langsdorf gewählt worden. Eintrag im Genossenschafts-Register ist erfolgt. Lich, den 81. December 1894. Großh. Amtsgericht. Süffert. 324 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 7. Januar 1S95, Vormittags 9V2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in denDistrictenWaldshute, Waidmannslust und Oberhag versteigert werden: 15 Kiefernstämme mit 10,03 km, 496 Fichtenderbstangen mit 37,29 km, darunter Spalier- u. Weiß« binderstangen, 170 Fichtenreisstangen, 201 rm Eichen-Scheitholz, 8 „ Nadel'Scheitholz, 135 „ Eichen-Knüppelholz, 43 „ Nadel Knüppelholz, 157 „ Eichen Stockholz, 28 „ Nadel-Stockholz, 5420 Wellen Eichen-Neistg, 3450 „ Nadel-Reisig lDurch- sorstungsholz), Das Stamm- und Stangenholz kommt zuerst zum Ausgebot. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße, 6. Schneise. Gießen, den 2. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 207 k-diitcXi frieor. gross* Sattler Giessen neuer Wea Nr. 14. Wasserdichte *a g e n- decken. Holzversteigerung im Fürst!. Solms-Brsunskls- schen Distrikt Thiergarten bei Hungen. Mittwoch den 9. Jan. er., von Morgens 9l/2 Uhr ab, soll nachoerzeichnetes Nutz- und Brennholz versteigert werden: 18 Eichenstämme — 22,23 km, 5 Buchenstämme — 5,16 km, 15 Lindenstämme — 4,35 km, 6 Elsbeerenstämme — 0,76 km, 300 rm Buchen-Scheitholz, 230 „ „ -Prügelholz, 700 „ „ -Reiser, 120 „ „ -Stöcke. Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde auf dem Grenzweg zwischen dem Hungener und Fürst- lichen Wald. Hungen, 1. Januar 1895. Fürstliches Rentamt. Wiegmeyer. 208 Verdingung. Die Entleerung der Latrinen und Müllgruben in den hiesigen Kasernen und dem Garnison-Lazareth soll vom 1. April 1895 ab neu vergaben werden, wozu Termin auf Montag den 14. Januar 1895, Vormittags 10 Uhr, im Ge fchäflüzimmer der Garnifonoerwaltung (Kaserne I) anberaumt ist. Bietungslustige werden eingeladen, daselbst die Bedingungen einzusehen. 296 Garnisonverwaltung zu Gießen. Veraltete Krampfader- Fußglschwüre, lanolfibrige Flechten vnb Gcschleck'sleid'n heilt schmerzlos brieflich unter schriftlicher Garantie billigst '-"jährige Praxis. Apotheker A. Jekel, BreSla«, Neudorfstraße 8. IW FrischMossklle Hasen empfiehlt Hch- Klotz, 169_____________SstäuSburg 17. Schellfisch und Weißfisch 164_______________im -Rebstock - Kreppei täglich frisch bei 318 F. Noll, Hofbäcker, _______Mäusburg._____ Kreppei feinst gefüllt und ungefüllt empfiehlt täglich frisch die Eondilorei Ludw. Döll, 322__Marktstr. 82. Oscar Hopfners Institut 38. Ostanlage 38. empfiehlt zur gefl. 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