k8> Zithern, | en« Flöten 'M» ▲ 1 Fabrlkprelien ▼ Leihanstalt ♦ in * cM,\ Giissin. ▼ id franco. 128- ▼ ♦♦♦♦♦♦♦♦ penglermeister 3 rkstätte ne insbesondere Mttfc fr«n|. -ä‘ü; iü latioix Ur ^°l'den dualitättn, n ^artiger Ausvch, in'wunberüoQ* - UU wach, damenconfectiov. i 1141 Memchtt, e 58.____________ & Thiele Loberstraße 3 Ährung von: tu jtiikl Akt- )t u. s. ro. (U jebtT SvM«rck. menstellungu.SMd»-. nb Trottoire. itbielen «b ®M«f* r Ausführung von Jun» als auch für M» «i/fertige nt Deckenputz str M für iämmMe Sch fowie auch ^eueMer. und Verblend»««' S.?5SS Ä*. i M I« 1*" ° IfiSTF Giessen-A Dienstag den 5. März Erstes Blatt. 1S95 Nr. 54 Gießener Anzeiger Kemrat-Mnzeiger. 3iebaction, Grptbiuoi. und Druckerri: SchutstraßkIr.7. Ferujp rechc r 51. vierleljäbriger AßonncmcnUprri»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AamllieaStLller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigrlegt. Der Hießen er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags. Zlints- und Zlnzeigeblutt für den Avers Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erfcheinendcu Nummer dis Dorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Iamilienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" eukge- Verrtscher Reichstag. 50. Sitzung. SamStag, den 2. Mär, 1895. Extra-Ordtnarium deS Marine-Etats. 2 400 000 Mk. zur Hr stellar, g von Torpedobooten werden trotz der Bitte deS Saatesecr.täis Hollmann auf Antrag der Com- «tifsion gestrichen. Sodann werden nach dem Vorschlag der Commission 1 640000 Mk. für Reparaturen von zwri Schiffen der , SaLsenklasse genehmigt, ebenso 400000 Mk. zur Berg'oßerung der Rotlcnfaaer genehmigt Bei dem auß-rordentlilben Etat wird für ein großes Trockendock auf der Kieler Werft eine Million gesord.rt, als zweite Rate r«sp. erste Baurate. Die Commission empfiehlt die Streichung. Nachdem der Slaaissecrelär Hollmann und der Abg. ' Iebsen thr Bedauern hierüber auSgedrückt, erkennt das Haus demgemäß. Zu Titel 8 liegt der gestern schon bet der Berathung über die vier Kteujer erwähnte Antrag Müller-Fulda vor, den "uschutz aus Anleihen zu den Ausgaben tm Ordtnai tum von 2 145 000 Mk. auf 3 335 000 Mk., also um 1 200 000 (der Betrag für einen K euzer, erste Rute) zu erhöhen. Der eme Kreuzer soll also auf Anleihe übernommen werden.^ Abg. Hammacher (ntl.) erklärt, daß diese Anleihen zum Ab- irenbe führen würden. j Abg. Rickert (frf. Vg.) bemerkt dem gegenüber, daß wir uns diesmal in einer außergewöhnlichen Lage befänden. Der Abg. Hammacher und Schatziecretär PosadowSky widersprechen dem. Abg. Rickert hebt hervor, daß in diesem Jahre 22 Millionen riehr an außerordentlichen Ausgaben auf daS Ordtnarium genommen ( worden seien. . Abg Richter (frf. Volksp.) führt aus, daß unsere Ausgaben ; «och nie so niedrig waren, wie tn diesem Jahre. Graf PosadowSky, Abg. Hammacher vertreten nochmals j ihren Standpunkt. Abg. von Leipziger pflichtet ihm bei. Der Antrag Müller-Fulda wird hieraus angenommeu. Es folgt Militäretat. Zum Besoidungstitel Kriegsminister liegt vor der Antrag fruer u. Gen., die Regierung zu ersuchen, dem Reichstage einen , Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Erziehung der Jugend > zur Wehrhaftigkeit und die Umwandlung der jetzigen Heeres-Organt- \ scrlion ungebahnt wird. Abg. Liebknecht (Soc.)- bemerkt zur Begründung dieses An- ; tiages, daß nur auf diesem Wege unser Volk zu einem wirklichen Volk in Waffen, einem Volksheere werde. Abg. Baumbach (Rp.) erklärt, nur eine regelmäßige Armee mit fester Disciplin könne dauernde Erfolge erzielen. ! Abg. Rickert tritt dem Anträge Auer entgegen, weil eS sich ziffermäßig nachweisen ließe, daß daS Milizheer mehr Kosten verursachen würde. Abg. Podbtelskt (cons.) wünscht Klarheit in dieser Sache, um den loc aiisttschen Massen zu zeigen, wie werthlos der Vorschlag ihrer Führer sei. Weiterberathung Montag 1 Uhr. » Deutsches Reich. Berlin, 2. März. Heute Abend empfängt daS Kaiserpaar den türkischen General Schakir Pascha in Audienz, welcher dem Kaiser ein Geschenk des Sultans, einen Ehrensäbel, und den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert den Okmanieorden in Brillanten überbringt. Schmalkalden, 2. März. Dos nationalliberale „Tageblatt" fordert die Wähler auf, in der Stichwahl Mann für Mann für J Skraut (den Antisemiten) einzutrelen. Frkf. Ztg. Stuttgart, 2. März. Die Kammer der Abgeord- n e t e n berieth heute den Gesetzentwurf betreffend die periodische Wahl der Stadtvorsiände durch die BÜrgercollegien. Die Redner aller Parteien, Geß, Konrad Haußmann, Sachs, Rembald, Groeber u. A. sprachen sich gegen die oorgeschlagene Entziehung deS Wahlrechts der Gemeindebürger aus. Der Minister des Innern, Pteschek, wies auf die Gefahr hin, daß die Socialtsten die Herrschaft in den Stadtrathshäusern erobern könnten und versprach, der gegenwärtigen Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend die Abschaffung der Lebens- länglichkeit sämmtlicher Oitsvorsteher vorzulegen, sobald die Reform des Notariats- und Pfandwesens durchgesührt sei. Abg. Groeber empfiehlt zur Bekämpfung der Socialdemokraten wie der Umsturzbestrebungen überhaupt die Zulassung der Männerklöster in Württemberg. Entsprechend einem Antrag deS Abg. Konrad Hausmann wurde der A-urag einer besonders zu wählenden Commission überwiesen. Regensburg, 2. März. Die verschiedenen Gruppen und Kreisverbände der bayrischen Banernb mb Bewegung bereinigten sich in der heutigen, von 68 Delegirten besuchten Versammlung zu einem bayrischen Bauernbunde unter dem Vorsitze deS Baron Thüngen. Angenommen wurde der Antrag Kanitz, ferner die Beseitigung der Bodenzinsen, die Errichtung einer Staats Hypothekenbank, die Herabsetzung der Zinslasten und die Ablösung der bäuerlichen Hypothekenschulden. Arrrland. Wie», 2. März. Aus Anlaß des Ablebens ihres Gemahls ist der Fü > st in Metternich ein Telegramm Sr. Majestät deS Kaisers Wilhelm zugegangen, welches besagt, Se. Majestät spreche der Fürstin sein von Herzen kommendes, tiefempfundenes Beileid aus zu dem unerwarteten Schlage, der sie betroffen habe und wünsche, daß der Himmel der Fürstin Kraft verleihe, den Schmerz zu ertragen. Auch zahlreiche andere deutsche Fürstlichkeiten sandien Beileidstelegramme. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 3. März. Die „Post" schreibt: Gegenüber den neuerdings an der Börse mit großer Bist mmiheit ausl>eienden Gerüchten von einer unmittelbar bevorstehenden Conver- tirung der vierprocentigen Retchsanleihen und preußischen ConsolS können wir auf Grund von unS gewordener Mittheilungen versichern, daß eine solche unmittelbar nicht bevorstcht. Die Gerüchte, daß sich der Bundesrath bereits mit der Convertirung beschäft'gt habe, sowie daß eine Convertirung in dreiprocentige Papiere schon jetzt erfolgen soll, den Inhabern aber bis 1898 noch 4 Procent Zinsen gezahlt werden iollen, beruhen auf freier Erfindung. Weder ist bisher eine Entscheidung über die Convertirung überhaupt gefallen, noch viel weniger aber über ihre Art. Andererseits darf aber alS Thatsache anerkannt werden, daß die Regierung mit den Vorarbeiten zur Entscheidung der ConvertirungS« frage beschäftigt ist. Ob diese in der nächsten Zeit soweit gefördert werden, daß noch vor Schluß dieser S ssion dem Reichstage und dem Abgeordnetenhause bezügliche Gesetzentwürfe zugehen werden, ist heute noch nicht zu übersehm. Breslau, 3. März. Wie aus Petersburg gemeldet wird, haben heute im philologischen Institut Unruhen stattgefunden, welche das Einschreiten der bewaffneten Macht nothwendig machten. — Eine gestern stottgehabte Versammlung von 1600 Studenten verlangte die Demission deS RecrorS. Der Rector ermahnte die Studenten zur Ruhe, um einen Zusammenstoß mit dem Militär zu vermeiden. Von privater Seite verlautet, die Opfer des Zusammenstoßes am 9./21. Februar waren 36 Verwundete und 4 Todte. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 3. März. Der Besuch, den der Kaiser dem italienischen Botschafter Grafen Lanza am Freitag abstattete, dauerte eine volle Stunde. In diplomatischen Kreisen legt man diesem Besuche politische Bedeutung bei. Hamburg. 3. März. Die „Hamb. Nachr." besprechen den Artikel der „Zukunft" Über den Standpunkt des Fürsten Bismarck gegenüber der Rede des Freiherrn v. Stumm und heben dabei hervor, die „Zukunft" sei nicht die einzige Zeitschrift, welche tn die socialdemokratische Richtung hinübergeglitten fei; man brauche nur an die „Grenzboten" Feuilleton. c. b. Etwas vom Winter in Japan und einer Schlittenrcise. Der erste Winter, den ich tief im Innern von Japan «erbrachte, hatte mir keine große Luft gemacht, einen solchen in demselben Ort in zweiter Auflage zu erleben; ich erinnere mich noch, als ich bei der Rückkehr von einem Gange in ein benachbartes Dorf Leute beschäftigt fand, um mein Haus herum, in einem Abstand von etwa einem Meter von den Wänden starke Pfähle einzurammen, diese untereinander zu verbinden und bann von Brenstückeu, Schwarten, BambuS und ähnlichem Material ein Dach von der HauSwand nach vcm Pfahlgerüst hcrzustellen, ich erinnere mich noch — sage tch — rote verwundert ich war, als mir der Koch auf meine Frage, warum das geschähe, die Antwort gab, das sei des Schnees wegen. Mir schien dies kaum glaublich, denn ich wohnte damals etwa unter dem 39. Grad nördlicher Breite und n cht sehr hoch über der Meereöfläche, also einer Breite, welche etwa der von Lissabon oder Cagliari entspricht, wo man sehr wenig von Schnee und Eis weiß. — Ich sollte aber ersahren, wie nothwendig cs war, das Haus durch eine solche Vorrichtung zu schützen, in deren dichtem Geflecht von DambuS ober Schilf jedem Fenster im Haus entsprechend u.nb diesem Fenster gegenüber eine viereckige Oeffnung gelaffen war. Der Beginn deS japanischen Winters unterscheidet sich nicht von dem Anfang des Winters in Europa. Er sängt mit kleinem Schneegeplänkel an, daS sich in immer kürzeren Zwischenräumen wiederholt und endlich in einen Tage lang dauernden ununterbrochenen Schneefall übergeht. So war eS im Winter 1879/80. Ich saß mit meinem Landsmann, i*r am Shlvesterabend zu mir gekommen war, um das neue Hahr anzutreten, bis nach Mitternacht behaglich im Zimmer uuid ahnten wir Beide nicht, daß während der 4 bis 5 Stunden, i die wir uns durch Domino, Sechsundsechzig, Patience- und j Heimathserinnerungen vertrieben, ein knietiefer Schnee gefallen war. Dabei blieb eS aber nicht, denn es schneite ohne erhebliche Unterbrechung einige Wochen dermaßen, daß i wir eine Schneehöhe von mehreren Metern beobachteten. ' Was nun thun? Spiele, Lesen, Krähenschießen, Lauern auf : Füchse, die in der Nähe des Hauses Nachts vorbeischlichen, j das Alles genügt nicht, den heißen Wunsch zurückzudrängen, i den Verkehr mit Menschen mongolischer aegen die Gesellschaft ! kaukasischer Raffe, insbesondere deutscher Zunge, einzutauschen i und der Einsamkeit des langen Winters zu entgehen. Ja, der Winter in Nordjapcm ist lange dauernd, noch im April ist nicht aller Schnee fort, der selten anders abgeht, als durch die Sonne geschmolzen. Weihnachten und Neujahr, die möglichst glanzvoll begangen werden, füllen in Japan auch nicht mehr Zeit auS, wie in Europa und wecken sehnsüchtiges Verlangen nach den Lieben tu der Heimath. Man freut sich zwar, wenn man mit Schaufeln und Stangen bewaffnet aus dem metertiefen j Schnee eine, zum Weihnachtsbaum paffende kleine Kryptomerie i geholt hat, man schmückt sie mit einer Art Triumphgefühl ' mit Lichtern und buntem Papier, das man vorsorglich schon ; im Sommer aus Yokohama hat kommen taffen, man legt i die Geschenke für den lieben Landsmann und die japanischen ‘ Diener auf den Ti-ch und hat erst recht sein Vergnügen an j dem Jubel deS kleinen, schlitzäugigen Burschen des SohneS i deS Kochs, welcher mit den Armen fuchtelnd und jubelndem : Geschrei um den brennenden Baum herumtrippelt. Erinnert ' doch des Kindes Jubel an so manches im frohen Familien- * kreise verlebte Wcihnachtsfeft! Aberdas sind nur so einzelne Oasen in der Wüste der Langenweile eines japanischen Winters, deffen Unbehaglichkeiten man zu entgehen trachtet und alS ersten Schritt hierzu den Wunsch um Urlaub schon • zeitig genug ausspricht. I Ich dachte nun dem zweiten Winter im Norden durch meine Abreise im Anfang December zu entrinnen, allein die Erlaubmß des Ministeriums, nach Tokio reisen zu dürfen, traf erst kurz vor Weihnachten ein, mit dieser Erlauben aber auch ein solch' unaufhörlicher und nachdrücklicher Schneefall, daß an eine Abreise nicht eher zu denken war, als bis nach mehrtägiger Unterbrechung des Schneiens doch einigermaßen Bahn getreten und damit die Möglichkeit gegeben war, fort zu kommen. Das Bahntreten darf nicht etwa mit dem Bahntreten in Europa verglichen werden, wo der sehr rege Verkehr von Fußgängern und Fuhrwerken sehr rasch einen breiten, glatten, rasches Fortkommen ermöglichenden Weg schafft. In Japan besteht, ausgenommen in der Nähe von größeren (Stätten, bi? „Bahn" in einem ganz schmalen Fußpfad, der nicht erlaubt, daß zwei Menschen nebeneinander hergehen. Manchmal besteht eine solche Bahn nur in einer langen Reihe von Fußstapfen, in welche viele im Gänsemarsch gehende Japaner getreten haben und welche ben Gehenden nöthigen, bie Kniee hoch zu ziehen, um Über den zwischen den tiefen Fußftapfen stehengebliehenen Schnee steigen zu können. Eine derartige Bahn wartete ich- ab und beschäftigte mich zunächst mit meinen Reisevorbereitungen. Natürlich konnte ich an kein anderes Fuhrwerk denken, , wie an einen Schlitten, denn in einem Schnee von 2 dis 3 und stellenweise noch mehr Metern Tiefe ist selbst der Schlitten zu- weilen nicht zu gebrauchen und muß man sich auf ba« Durchwaten mit den höchsteigenen Beinen verlaffen. Aber im Schlitten lustig über die Schnecfläche zu sausen tn einer Lust, welche die Augen glänzend, die Wangen roth und Her; und Lunge gesund macht, daS muß doch ein vergnügliches Reisen fein. Gewiß, verehrter Leser, wenn es io wäre, wie Du meinst, eS ist aber doch ein wenig anders! Der Schlitten in Japan besteht aus 2, etwa 15 Cent!- weter breiten Ku'en, welche etwa 60 Zentimeter von einander abstehen; über diese Kufen, nicht höher wie 20 Zentimeter über der Schneefläche, wird ein Brett mit Strohseilen befestigt, auf dasselbe kommt eine Matte, so dünn daß eine Milderung der Härte be5 Brettes ausgeschloffen ist und auf diesen Sitz ober daS Lager ober wie man es sonst nennen zu erinnern, um die schiefe Ebene zu kennzeichnen, auf welche beide Blätter gerathen seien. Hamburg, 3. März. Wie die „Hamburger Nachrichten" melden, ist Fürst Bismarck oifiziell zur Theilaahme au den Sitzungen des SraatSrathS Ungeladen worden. Derselbe habe jedoch auS Rücksicht aus seine Gesundheit abgelehnt. Paris, 3. März. Der ehemalige Kriegsminister General Dabazail erklärt in einem Schreiben an den „GauloiS", die friedl'chen Absichten, welche der Deutsche Kaiser seit seiner Thronbesteigung bekundet habe, macke es Frankreich zur Pflicht, an den EinwrihangSfeierltchkeiten deS NorL-Ostsee- CanalS tdeilzunebmen. totales tmb Gieße», den 4. März 1*95. •• Bon der Universität. Anläßlich des achtzigsten Geburtstage» unseres Altreichskanzlers entsenden bekanntlich alle deutschen Universitäten Vertreter nach Fried- richßruh; die Lndoviciana hat ihren derzeitigen Rector, Herrn Prof. Dr. Gaffky, hierzu auSersehen. (!) UuiverfitätS'Nachricht. Der Privatdocent W. Wetz, seither an der Universität Straßburg, hat sich für den Lehrstuhl der englischen Philologie an unserer Universität habilttirt. ** Wie wir einer von der Großherzoglichen Hosbibliothek- Dtreclion am 28. Februar d. I. erlassenen Bekanntmachung entnehmen, sind für die Beuuhuug der Bibliothek außerhalb Darmstadts neue Bestimmungen erlassen worden. Dieselben treten bereits mit dem 1. März d. I. in Kraft. Die Versendung der Bücher erfolgt hiernach innerhalb deS Groß- herzogthumsSeitenS derBibliothekoerwaltung fortan aufStaatS- kosten. DerpackungSgebühren werden nicht mehr berechnet. Der auswärtige Benutzer hat nur die einfachen Portokosten für die Rücksendung zu tragen, da das Postbestellgeld hierbei in Wegfall kommt. Durch die neuen Bestimmungen werden die Kosten der Benutzung der Bibliothek innerhalb unseres Landes auf etwa ein Drittel des seitherigen Betrags ermäßigt. Den zahlreichen auswärtigen Benutzern, welche durch die Neuerung den Darmstädter Entleihern nunmehr annähernd gleichgestellt werden, ist hiermit eine ganz wesentliche Erleichterung und Vereinfachung des Geschäftsverkehrs mit der Bibliothek geboten worden, waS von ihnen gewiß mit großer Freude begrüßt werden dürfte. So viel uns bekannt ist, liegt hier der erste Versuch vor, der von einer anderen deutschen Bibliothekeverwaltung bis jetzt noch nicht gemacht worden ist, die Bestimmungen über die auswärtige Benutzung in einer den Anforderungen der Neuzeit genügenden Weise zu gestalten. •*h. Omnibus Abounement Fahrkarten. Der rührige Vorstand der hiesigen Omnibusgesellschaft wird mit dem heutigen Tage, um den Wünschen der Einwohnerschaft Rechnung zu tragen, eine Neuerung einführen, welche gewiß allseitig mit Freuden begrüßt und von welcher hofsenttich recht viel Gebrauch gemacht wird. ES sind dies AbonnementSfahrkarten, gültig für 12 Fahrten, beliebig verwendbar, also ohne eine bestimmte Gültigkeitsdauer und ohne daß dieselben nur persönlich gültig, zum Preis von Mk. 1.10. Dieselben sind mit 12 nummerirten Quadraten versehen und müsien beim Einsteigen dem Schaffner zum markiren Übergeben werden. Abgesehen von der Preisermäßigung ist es für daS Publikum eine Bequemlichkeit, nicht jedesmal erst den Nickelzehner flüssig machen zu müffen. Außer bei den Schaffnern sind Abonnementskarten auch bei den Herren: Ernst Balser, MäuSburg, Friseur G. Gerhardt, Lindenplatz und Conditor H. Hettler, Südanlage, zu haben. ’• Ein oberhesfischer Feuerwehrtag fand gestern hier in der Brauerei Weidtg start. Es schloß sich daran eine Besichtigung des ThurmhauseS am Brand, sowie ein gemeinschaftliches Mittagessen. Vertreten waren die Wehren von Butzbach, Klein-Linden, Rodheim v. d. H, Affenhetm, Fried- berg, Reichelsheim , Münzenberg, Ober Roßbach, Vilbel, Södel, Nieder Weisel, Gießen (Gießener Freiwillige, Frei- willige Gail'sche), Ortenberg, Heuchelheim, Annerod, Grün- berg, Hungen, Lang-Göns, Lollar, Großen-Lmden, Alsfeld, Groß-Felda, Homberg. Kirtorf, Büdingen, Nidda, Schotten. Eine Schlägerei sand in der SamStag Nacht gegen 3 Uhr auf der Grünbergerstraße zwischen mehreren Studenten statt. ES dauerte lange, ebe der Lärm sich legte. ** Feierabeadstuuden in den Landgemeinden. Im Januar d. I. wurde der Vorsitzende der Gastwirthevereine deS Groß» herzogthumS Heffen bet dem Großh. Ministerium um Ver- will, hockt sich der Japaner in der nur ihm möglichen Weise, oder legt sich der Europäer, so gut er kann und läßt sich in langsamem Tempo von so viel Menschen voran schleppen, i als für Fortbewegung seines Gewichts erforderlich sind. Ein Herunterrollen von dcm aller Schutzlehnen entbehrenden Brett ist nicht leichr zu befürchten, da bet der geringen Höhe über der Schneebahn der Schlikten schon sehr schief stehen muß, ehe man in den Schnee kugelt. Die beschriebene Art von Schlitten ist die gewöhnliche und dient im Winter zum Fortschaffen von allen möglichen Lebenöbedürsniffen, als Holzkohle, Reisig. Fischen usw. Etwas mehr Bequemlichkeit und etwa« mehr Sicherheit hat man im sogenannten hako-sori, d. h. im Kastenschlitten- daS einsache Brett ist hier durch einen Kasten ersetzt, in welchem ein Japaner und sein Weib ganz bequem und angenehm sitzen kann, während ein Europäer trotz aller Bemühungen, sosern er nicht gelernter Kautschukmann oder Schlangenmensch ist, keinen richtigen Sitz findet, sich den seltsamsten Verrenkungen unterzieht und nach längerem Verweilen in einem solchen Vehikel das Gefühl hat, a.S ob ein Halblahmer ihm feine schlechten Beine gegen die eigenen, gesunden vertauscht hätte. (Fortsetzung folgt.) läugerung der Feierabendstunde in den Land- gemeinden de« GroßherzogthumS vorstellig. DaS Mini fterium hat nunmehr dem Gesuchfteller eröffnet, daß eS sich nicht veranlaßt sehen könne, von der bestehenden Der- fügurg abzugehen. Der Vorstand der Gastwirthevereine des GroßherzogthumS beabsichtigt nun wegen der Verlängerung der Feierabendstunde in den Landgemeinden bei den Ständekammern vorft llig zu werden. W.»» PseudoLorch in Haft. Der Gauner, welcher, wie wir s. Zt. meldeten, unter der Vorspiegelung eines vollständigen Märchens die Wohlthätigkeit einiger unserer Mitbürger miß brauchte, ist am SamStag in Caffel dingfest gemacht worden und wird aus Requisit on unserer Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen nach hier geschafft werden. Gehaltsreguliruug der Volksschullehrer. Nach einer Mittheilung des „Schulboten von HMki vtz-oS' 1 ?il s V.» im«, btt w er Mt ItUH1 irttn fl »L u tiintW Mjäfr Oder 9 ter St ;.ul@ klagt l Die k Ur. S eaal ( stahebt enb De 10. Ko »Sjthkig m Sotzd t i ui® ir btt I wt|l i il nm C Skdrosh bcB st Dienst unb bi gqeri ' kiästig bca btt fit auf 25 Mio trübe u abseits tto fit I di geschli chensti Wdefl tm 8 8 Urberge hielt ® auszupl Mitts «rbai t ftaM-, 1i u IU. I» II xü II titl Ve .Ä WM Um» x fioill I 138 1142 Ärtj •*% P> ? uns- nf, bltle ° « «Ht f««« -> «t S',nft Tlädtche» h ?Qttn w •* n.w«« S' * SSf- 4 '""ÄS ^brvar. % M Mrfa es Klieve 8 ?Ut‘ reis enbu U *“ ta"4“' Mt« 1 Ujt ’ Itranit in btt R-d, »diti tllai u "“ «»* i«i bQB Nicht noch mch .VLf” tih)a6 «"der en Thteren und Vögeln ^nicht uoiüber ist, be« ^°ikche: Eine Reh. uch in das hiesige Dors nbt Willert, der daS tn el°en Winkel zwischen 'N/ die durch daS Hunde- 1 und in den Faselstall 'aus auf die Mattigkeit normalen Berhäitmsien en. Man gab der Reh« Futter und freute sich, >r ausgenommen wurde, irr h. aus Staden, hat >en. - Die im hiesigen >er welche der „Giestenrr finden sich noch am Leben Fall bei Drillingen ist. nar. Die Holzmacher, irbeit bald beendet, haben eder ihre Arbeit begonnen, illigen Feierns und der e Winter ihnen aufgelegt, r sich be/'chciöene Verdienst r gegangen unb anbere, waren, muß aufgewendet MW'tM W rnan st obtx muizte dre Arbeit ,r verspäteten holzarbeitei ungen weit hinausgeschoben. n schon solche gehabt, |» nnen werden. Durch den {gerungen ist eine Sich- ^geschlossen, weil eben, j- ehr die Holzvorräthe aus- arbeiten, so mußten au» icrbleiben. Das Anfahrt» s jetzt nicht möglich und Schneewehen, die aus de» |t nigM l-l«. tnfaW W h-"tk feltin B“4 «lbdm i«ff im« * Sm, io m/ »« fM"t' ' sefOritii"! 111 J »6 na» ®*“ "‘'S ,st°°de- Hl« 41 fidnt B i« “R“ tWgul»»*""“”. >te f*“ ‘“SS 9» b»'1 erti-S t 91,41,4,1 s«%ä^ *s* >te° ^ftudiereui 1 nbte®rtfi; deS hiesigen Varietätentheaters Wallenda, Herr Techow, schwebte letzter Tage mit verschiedenen Artisten des genannten Theaters in großer Lebensgefahr. Herr Techow, der mit verschiedenen Mitgliedern deS Theaters Wallenda den ganzen Winter ttzber in Paris weilt, gab nämlich vergangene Woche in dem dortigen Etablissement „Casino de Paris" mit seinen dressirten Katzen Vorstellung. Nach der Vorstellung am vergangenen Dienstag hatte sich Herr Techow kaum zu Bett gelegt, alS er mit dem Nus aus dem Schlaf ge chrecki wurde: „DaS ganze „Casino de Paris" steht in Flammen." Nur halb angek.eidet, stürzte Herr Techow hinaus und nach dem Raum, in welchem seine Katzen aufbewahrt waren. Ungeachtet der von allen Seiten hervorschlagenden Flammen durcheilte er mit großer Lebensgefahr die weitverzweigten Räum- und gelangte so zu seinen Thieren, deren Rettung wenige Minuten spater nicht möglich gewesen wäre. Außer den Katzen hat Herr Techow wie auch die Übrigen Artisten nur das nackte Leben gerettet. Verhandlungen des Schwurgerichts. W. Gießen, 4. März. Unter den gesetzlichen Formalitäten eröffnete heute der indgerichtSrath Herr Dr. Best als Vorsitzender die erste öi Sjährtge Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen. Nachdem die AuSloosung der Geschworenen beendet, tritt der Gerichtshof in die Verhandlung gegen Andreas SM ii 6 er aus Gießen wegen Mordversuchs und Raub ein. Die An- klage vertritt Erster Staatsanwalt Herr Dr. Güngerich. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Herr Dr. Schwarz. Der Angeklagte, welcher gefesselt in den Saal geführt wurde, ist am 17. Januar 1857 geboren, fünfzehnmal vorbestraft, darunter fünfmal wegen Diebstahls und zweimal wegen Sittlichkeitsdelicte. Der Thatbesland der Anklage ist folgender: Am IO. November vor. Js. traf der Angeklagte mit dem 89jährigen Taglöhner Carl Bender von Altenschlirf in Butzbach zusammen und trieben beide sich von da ab bis zum 13 November, dem Tage der That, gemeinsam in der dortigen Gegend herum, überall, wo sie unter« wegS in Wirthschaften einkehrten, bezahlte Bender für seinen Genossen auch die Zeche. Er hatte in der Wctterau gedroschen und besaß einige Geldmittel. Bender kaufte dem Klüber auch einen Rock ab, wobei der Letztere beobachtete, baß sein Wandergenoffe größere Geldstücke bei sich führe. Dienstag den 13. November, früh 8 Uhr, brachen Bender und der Angeklagte von Oberwiddersheim auf und trafen gegen 10 Uhr in Rainrod ein, dort stärkten sie sich ziemlich k.äftig auf Kosten des Bender mit Branntwein, nahmen auch fcon diesem Getränk eine Flasche voll mit auf den Weg, den sie auf der Straße nach Schotten zu einschlugen. Ungefähr 25 Minuten von Schotten entfernt, äußerte Bender, er sei müde und wolle ein wenig ruhen und begaben sich Beide abseits in den neben der Straße hinlaufenden Fichtenwald, wo sie sich niederlegten. Hier ist der alte Bender arglos bald eingeschlafen. Auch der Angck agte will erst ausgeschlafen haben, tiie er seine ruchlose und feige oerbr cherische Handlung an seinem schlafenden Genoffen zur AuSsührung brachte. Er gibt zu, dem Wehrlosen einen ledernen Peitschenriemen fest um den HalS gelegt und scharf angezogen zu haben, so daß er die Ueberzeugung gehabt hat, sein Opfer erwürgt zu haben. Er hielt Bender für tobt und machte sich nun daran, denselben ouSzuplündern bis auf den nackten Körper, denn er nahm Alles, was der BedanernSwerthe hatte, an Geld will Klüber nur 4 Mk. gefunden haben, steckte die Garderobe in besten Reisetasche unb entfernte sich eiligst vom Orte bcr grausigen That, nachdem er vorher noch dem vermeintlichen Tobten zwei fürchterliche Verletzungen mit bem Mester am Unter« leibe bnbrachte. Das Scheusal bat baS Verbrechen am Hellen Tage Mittags zwischen 12 und 1 Uhr aus- peführt. Gegen i/43 Uhr passirte der Lanbbriefträger Lippert von Schotten dienstlich die Straße nach Schotten und ging, um ein Bcdürfniß zu verrichten, 20 bis 30 Schritte abseits in den Wald, wo er den nackten, schändlich zugerichteten Bender anscheinend leblos vorfand. Zwei von Lippert hinzugerufene Fuhrleute bemerkten noch schwache Lebenszeichen im Körper und boten ihre ganze Kraft auf, um den Strangulirten von b'em Riemen zu befielen, worauf derselbe schwach röchelte. Nach Anzeige beim Großh. KreiSamt und Bürgermeisterei Schotten wurde dort das Nöthige angeordnet. Es ist wie ein Wunder zu betrachten, daß Bender in seinem Alter bei der Schwere der Verletzungen am selben Abend noch vernehmungsfähig wurde und überhaupt mit dem Leben davon gekommen ist. Heute ist er als Zeuge erschienen, außerdem sind noch 3 Zeugen geladen. Als medicinischer Sachverständiger ist Kreisarzt Dr. Drescher- Schotten zur Stelle. Die Zeugenvernehmung förderte zu Tage, daß Klüber und Bender am 13. November zwar stark getrunken, aber nicht angetrunken gewesen. Ferner, daß der Angeklagte baS Enbe bes Peltschenr. a. Die Bersietgerung unter I findet .ganz bestimmt statt. 1S39 Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Auf Anstcheu der Firma Peter Rath iV Comp. t Koblenz und tn Gemäßheit des Art. 343 des Handelsgesetzbuchs versteigere ich im Lager deS Spevi« teure Linker zu Gießen Donnerstag den 7. Wär) l. 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