Mr. 285 Der fUfctutt A«t«lger erscheint täglich, Brit Ausnahme de- Montag». Die Gießener M»«tkie«vtLtter Verden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Mittwoch den 4. December Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 189» BiertclsShriger -vonnementspretsr 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, LxpeditioO und Druckerei: Schntstrntze Sir.!• Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. ' Gratisbeilage: Gießener KamitienKkätter gegengez.: Bronsart v. Schellen- Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de, folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Eorrefpondmr-Bureiu. die aus dieser Summe entfallenden Zinsen in erster Linie für die Unterstützung hilfsbedürftiger KrtegSveteranen und deren Hinterbliebenen verwendet werden sollen. Larewburg, 2. December. Det G r o ß h e r z o g und die Großherzogin find, aus Freiburg kommend, heute Nachmittag hier eingetroffen und in das restaurirte Palais ein- Schwurgericht. W. Gießen, den 3. December 1895. Um 9V2 Uhr Vormittags wurde heute von Herrn Landgerichtsrath vr. Schäfer die erste Sitzung des Schwürge richt s für das 4. Quartal eröffnet. Als Beisitzer fun» giren die Herren Landgerichtsräthe Scriba und Seeger. Es wurde nach Bildung der Geschworenenbank in die Verhandlung gegen den 44 Jahre alten verheirateten Dachdecker Adam Schleich aus Rüddingshausen wegen Meineid etn- getreten. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Zimmermann. Die Verthetdigung führt Herr Justizrath Rechtsanwalt Baist. 17 Zeugen siud zu vernehmen. Der Angeklagte, welcher bereits zweimal wegen Jagdvergehens und Urkundenfälschung vorbestraft ist, bestreitet, das ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen zu haben. Die Anklage behauptet, Schleich habe am 20. August und 17. September d. I. vor dem Schöffengericht Homberg de- schworen, der damals angeklagte Hahn III. von Rüddtngs- hausen, den er Wege» groben Unfug beim Gensdarmen zur Anzeige gebracht, habe am 4. März d. I. Abends auf der Straße übermäßig laut geschrieeu, geschimpft und seinen Namen gerufen. Diese Bekundung soll nicht der Wahrheit entsprechen. Der Angeklagte gesteht zu, mit dem von ihm angezeigt gewesenen Hahn HI. in Feindschaft zu leben, er verwickelt sich mehrfach in Widersprüche und wird vom Vorsitzenden in ernster und eindringlicher Weise ermahnt, doch in seinem eigenen Interesse die Wahrheit zu sagen, der Angeklagte bleibt aber dabei, das Richtige beschworen zu haben. Aus dem vom Vorsitzenden gegebenen Referat geht hervor, daß Johannes Hahn III. von der Anklage wegen groben Unfugs freigesprochen und zwar weil die beschworene Aussage des heutigen Angeklagten vom Schöffengericht Homberg für unwahr gehalten wurde. Es gemacht haben. Wilhelm I. R. darf. München, 2. December. Der Prinz-Regent hat mittelst Handschreiben vom 30. November dem Präsidium des bayerischen Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossen-Bundes aus eigenen Mitteln die Summe von 50000 Mark überreichen laffen mit der Bestimmung, daß Deutscher Reichstag. WB. Berlin, 3. December, 12 Uhr Mittags. Die vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe verlesene Thronrede erinnert an die große Zeit, in welcher vor «unmehr einem Bierteljahrhundert das Reich begründet wurden die Thronrede fordert den Reichstag auf, gemeinsam mit den verbündeten Regierungen auf dem vor 25 Jahren gelegten Grunde weiter zu bauen zum Schutze des Reiches, für die Gutwickelung der nationalen Rechtspflege und für die Wohlfahrt des deutschen Volkes. Die Thronrede verkündigt weiter bie Vorlage des Entwurfs des bürgerlichen Gesetz- Luchs, des Gesetzentwurfs zur Ergänzung des GerichtS- »erfafsungsgesetzes und der Strafproceßordnung, ferner eine Reihe von Vorlagen zur Wohlfahrt der ErwerbSftände, für das Handwerk, deffen Gedeihen zu fördern die verbündeten Regierungen als eine der vornehmsten Aufgaben ansehen, ist die Errichtung von Handwerkerkammern in Aussicht genommen- ferner werden augekündigt ein Börsengesetz nebst Vorlagen über kaufmännisches Depotwesen, ein Gesetz zur Be- lämpfung deS unlauteren Wettbewerbes, ein Gesetz Aber Butterersatzmittel- die Reform der Zuckersteuer «erde Seitens der Regierungen erwogen. Die Thronrede weist hin auf die ohne Benachtheiligung berechtigter Jntereffen Lurchgeführte Sonntagsruhe und kündigt an, daß auch -ie laufende Etat-periode einen günstigen Abschluß verheiße- immerhin blieben der Gesetzgebung noch ernste Auf. gaben, dem Finanzwesen ein höheres Maß von gegenseitiger Unabhängigkeit zu fichern. Die Thronrede weist hin auf die gute« friedlichen Beziehungen zu allen Mächten, sie hebt den Erfolg der Bemühungen Deutschlands mit Rußland und Frankreich zur Verhütung weiterer Verwickelungen in Ostasien hervor und erwähnt die Vorgänge in der Türkei. Getreu den bestehenden Bündnissen und den bewährten Grundsätzen der deutschen Politik, werde das Reich allezeit bereit sein, mit den durch ihre Interessen in erster Reihe berufenen Mächten zusammen« zuwirken, um der Sache des Friedens zu dienen- die Ein« müthigkeit und die Achtung der mit den Mächten geschloffenen Verträge werde den Sultan bet der Herstellung der Ruhe unterstützen und begründen die Hoffnung auf Erfolg. Alle «nnoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Berlin, 2. December. Aus Anlaß des heutigen hundert- iährigeu Bestehens der Peptniöre hat derKaifer folgende EabtnetSordre erlassen: Aus Anlaß der 100jährigen Stiftungsfeier des Medicintsch-chirurgifchen Friedrich-W,lhelm- JustttutS bestimme Ich, daß die jetzt bestehenden militärärzt- lichm BlldungSanstalten — das Mediciuisch« chirurgische Fnedrich-Wilhelms'Jnstitut und die Medtcinisch-chirurgische Akademie für das Militär — in Uebereinstimmung mit ihrer Entwickelung zu einer Anstalt vereinigt werden, welche den Ramm „Kaiser-Wtlhelm-Akademie für daS militärärztliche Bildungswesen" zu führen hat. Indem Ich Mir die Genehmigung der wetteren Organisation Vorbehalte, erkenne Ich gern an, in wie hohem Maße die mtlitärärztlichen Btldungs- saftalteu in ihrem nunmehr 100jährigen Bestehen um die Ausbildung der Militär- und Marine Aerzte und somit auch um die Interessen in der Armee und der Marine sich verdient Neues Palais, 28. November 1895. mir einem Rosenkränze umschlungenen Hände waren auS- etnandergeschlagen und fest zusammengeballt. Auch die Lage der Beine war vollständig verändert, so daß zweifellos feststeht, daß Dinter als Scheintodter begraben worden ist. Wien, 2. December. Die „N. Fr. Pr." meldet aus Konstantinopel: Bezüglich des Ferman für die zweiten StationSschiffe sind in den letzten Tagen unerwartete Schwierigkeiten aufgetaucht. Während am porigen Dienstag der Minister des Aeußeren die Ertheiiung des Ferman als unmittelbar bevorstehend bezeichnete, auch der ehemalige Großvezir Said Pascha nur OpportunitätSgründe gegen die Bewilligung geltend wachte, wird jetzt Plötzlich an maßgebender Stelle geäußert, dem Sultan stehe es . frei, den Ferman zu erthetlen oder nicht, die Pforte habe sich in diesem Sinne an die Cabinete gewendet. Indessen seien die letzteren über die Art deS Vorgehens der Pforte, die nur darauf hin- zielt, die Frage zu verschleppen, sehr verstimmt, die Botschafter würden aber ihre Forderungen aufrecht erhalten. Es sei zu hoffen, daß die Pforte die Nutzlosigkeit ihres Vorgehens bald einsehe, um so mehr, als ja auch im Jahre 1875/76 zweite StationSschiffe der fremden Mächte nach Konstantinopel gekommen wären. Paris, 2. December. Gestern wurden auf dem Platze der Vereinigten Staaten die beiden Statuen Washingtons und der Generals Lafahette enthüllt. Der Feier wohnte eine große Volksmenge bet. Mehrere patriotische Reden wurden gehalten. WB. Breslau, 3. December. In seiner Ansprache bei dem Diner deS Leib - Küra ssier-R egimentS wies I der Kaiser auf den Zusammenhang und die Kameradschaft hin, welche bet den diesjährigen Regimentsfeiern nicht nur die Offiz,ercorps, sondern auch die Mannschaften bewiesen. Hierauf beruhe die ganze Armee. Viele Tausende treuer Soldaten, theils mittellos, theilS in hohem Alter, besuchten die Felder, wo sie stritten und bluteten, suchten Anschluß an die alten Regimenter. Wir können den heutigen Tag nicht besser feiern, als zu geloben, was der großer Kaiser und seine Führer vollbracht, zu erhalten und zu vertheidigen. Jemehr man sich hinter Schlagworte und Parteirücksichten zurückzieht, desto sicherer baue ich auf meme Armee und hoffe, daß sie nach außen wie nach innen meinem Wmke gewärtig - ich greife dabei zurück auf die Worte meines Groß- Vaters, die er im Jahre 1848 zum Offiziercorps in Cob- lenz sprach: „Das sind Herren, auf die ich mich verlasse." „Das Leib-Kürasster-Regtment dreimal Hurrah!" WB. Berlin, 3. December. Minister v. Köller, welcher vom Kaffer Urlaub erbeten und erhalten hat, wohnte der heutigen Eröffnung des Reichstags bet- weitergehende bezügliche Blättermeldungen find unbestätigt. gezogen. Aus diesem Anlasse spendeten dieselben 5000 Frcö. I den Armen der Stadt. Rom, 2. December. Die „Agenzia Stefani" meldet aus Konstantinopel unter dem 1. December: Der amerikanische Admiral suchte von Smyrna aus um die Erlaubntß nach, an Bord eines Panzerschiffs nach Konstantinopel zu kommen, wo er vom Sultan eine Audienz erbitten wolle. Die Erlaubniß wurde verweigert. Rom, 2. December. In dem heute Morgen abgehaltenen öffentlichen C o n si st o r i u m bekleidete der P a p ft die Cardinäle Sancha y Hervas, Gottt und Manara mit dem CardiualShut. DaS heilige Collegium, das diplomatische Corps, viele Prä« laten und Angehörige deS römischen Adels, sowie zahlreiche Fremde wohnten der Feier bet. Der Papst, der auf der Sedta getragen wurde, erfuhr bet seinem Erscheinen und beim Verlassen der Versammlung eine lebhafte Begrüßung, die er I durch Erthetlen feines SegenS erwiderte. Das Aussehen des Papstes war zufriedenstellend. In dem darauf folgenden Confistortum präconifirte der Papst zahlreiche Bischöfe, darunter den Erzbischof Vandewotering von Utrecht. Darnach empfing der Papst die neuen Cardinäle in Privataudienz. Petersburg, 2. December. Dem Vernehmen nach find aus Abbas Tuman sehr ungünstige Nachrichten über das Befinden des Großfürsten-Thronfolgers hier eingetroffen. Die Kaiferin-Wittwe dürfte morgen nach Abbas Tuman abretsen. Depeschen des Bure»« „fctuVb". Berlin, 2. December. Heute Mittag fand in der Aula I der hiesigen Universität anläßlich deS 100jährigen Bestehens der mtlitärärztlichen BlldungSanstalten eine im- posante Feier statt, welcher Prinz Friedrich Leopold von Preußen in Vertretung deS Kaisers beiwohnte. Kurz nach 12 Uhr begann der Festact mit einer Festrede des Generalstabsarztes der Armee, Prosessor v. Coler. Hierauf verlas der Redner ein Glückwunsch Telegramm des Kaisers. Cultus Minister Dr. Bosse brachte die Glückwünsche des Ministeriums dar, der vormalige Rector der Universität, Professor Wagner, diejenigen der Hochschule. Berlin, 2. December. Die erste Plenarsitzung des Reichstages findet morgen Nachmittag 2 Uhr statt. Am nächsten Tage erfolgt die Wahl deS Präsidenten. Berlin, 2. December. Der BundeSrath hat heute das Gesetz, bett, die Handwerkerkammern, angenommen. Berlin, 2. December. Freiherr von Reischach, der 1 Hofmarschall der Kaiserin Friedrich, welcher in der Kotze'schen Angelegenheit kürzlich seine vtermonatliche Festungshaft angetreten hat, ist, wie die „Post" meldet, begnadigt worden und hat Glatz am Freitag verlassen. Bet dieser Gelegenheit, schreibt die „Post" weiter, sei erwähnt, daß jetzt auch das Ehrengericht in dieser Angelegenheit seinen Spruch gefällt hat. DaS Urtheil liegt gegenwärtig im Militärcabinet zur Bestätigung durch den Kaiser. Das Ehrengericht hat, wie demselben Blatte zufolge verlautet, hinsichtlich des Herrn von Schrader auf Freisprechung, gegen Herrn von Kotze dagegen auf Entfernung auS dem Offiziersstande einstimmig erkannt. Berlin, 2. December. Der „Nationalzeitung" wird aus Rom telegraphirt: Der Abtheilungschef im Ministerium deS Innern, Lepera, wurde heute Morgen, als er die Treppe im Ministerium hinanstieg, durch einen Dolchstich im Rücken verwundet. Die Wunde scheint jedoch nicht tödtlich zu sein. Der Attentäter emfloh. Berlin, 2. December. Dem „Berl. Tageblatt" wird aus Antwerpen telegraphirt: In dem Nonnenkloster St. Antoine brach in der vergangenen Nacht Feuer auS, welches einen großen Theil der Klostergebäude zerstörte. Fast alle Kostbarkeiten und Reliquien wurden vernichtete Die Nonneu retteten sich halb angekleidet durch die Fenster in den Garten. Menschenleben find nicht zu beklagen. Breklau, 2. December. Anläßlich der Anwesenheit des Kaisers find die Hauptstraßen festlich geschmückt. Der Kaiser wird sich heute Abend im Stadttheater Eleonore Düse als Magda in Sudermanns „Heimath" ansehen. Nachts wird die Alarmtrung der Garnison erwartet. Demmin, 2. December. Bei dem Versuche, seine beim Eislauf etngebrochene 15jährige Tochter zu retten, ertrank der Conrector DombrowSky. Die Tochter ertrank gleichfalls. Balschweiler, 2. December. Am letzten Samstag wurde der Feueroerstcherungsagent Jacob Dinter lebendig begraben. Der Todtengräber hatte das Grab zur Hälfte zugeschaufelt, als er ein Poltern im Sarge vernahm, der sodann gewaltsam geöffnet wurde. Inzwischen war der Scheintodte wirklich gestorben. Die vorher gefalteten und wird zur Zeugenvernehmung geschritten. Der erste Zeuge Johanne- Hahn III. mußte gleich wegen Ungebühr (er war etwas angetrunken) und bevor er vereidigt wurde, zur Verbüßung einer eintägigen Hastftrafe abgeführt werden. — Die zweite Zeugin Wittwe Nau II. von RüddingS- hausen bezeugt, daß, wie sie schon in Homberg vor den Schöffen bekundet, Johannes Hahn III. gerade au dem Tage, an welchem er den groben Unfug verübt haben soll, schwer betrunken und steif gefroren ihr tnS HauS gebracht wurde- nachdem er sich einigermaßen erholt, hat sie den» selben in dessen Wohnung geleitet, sie hat ihn theilweise geführt, er hat nicht gelärmt und geschimpft, sondern sei ruhig und ohne lauter zu sprechen, als man dies gewöhnlich thue, an des Angeklagten HauS vorbei über die Straße gegangen. Hahn IL hat, in seiner Wohnung augekomwen, begonnen, sich zu entkleiden, um sich ins Bett zu legen, worauf ihn die Zeugin verlassen hat. — Frau Dietz II., welche ganz in der Nähe war, als Frau Nau den Hahn führte, hat diesen nicht lauter sprechen hören, als man gewöhnlich spricht. — KaSpar Rieb von RüddingShausen bat am fraglichen Abend Frau Nau mit Johannes Hahn nach dessen HauS gehen sehen, er war stark angetrunken. JohS. Hahn hat auch später keinen Lärm auf der Straße verübt, denn sonst hätte der Zeuge, welcher Nachbar ist, dieses hören müssen. Zwar habe ihm der heutige Angeklagte damals gesagt, Hahn mache Radau, aber er habe sofort erklärt, Hahn sei zwar betrunken, aber habe sich durchaus ruhig ver- kalten. — Die Rieb scheEhefrau bekundete dasselbe, wie ihr Ehemann, Lärm hat Hahn nicht gemacht. — Der Hilfs- g-richtSschreiber Fleischhauer bekundete, nachdem er über die Verhandlungen vor dem Schöffengericht in Homberg auS- gesagt, daß der Angeklagte ihm bekannt sei als ein Mann, der öfter Anzeigen bei Gericht erhebt. (Forts, folgt.) Gieße», ben 3. December 1986. ühreuzeiche« für Feuerwehren. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit dcS Großherzogs vom 16. October d. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Klein-Steinheim Georg Braun, Martin Adam und Philipp Seibel. ** ZarSkoje Selo, der gegenwärtige Aufenthaltsort unseres Großherzoglichen Paares und Residenz des russischen Kaiserpaares, ist seit seiner Thronbesteigung der LieblingSaufenthalt de» jungen Zaren Nicolaus II. ge- wesen. Sein Vater, Alexander III., setzte dagegen selten den Fuß in diesen schönen Palast, er zog die größere Zurück- gezogenheit von Gatschina vor. Zarskoje Sclo liegt in einer heitern, belebten Umgebung. Der Park ist prachtvoll bewaldet und bietet Ueberraschungen aller Art: Mtniaturseen, Brücken, Mustermeiereien und Jagdschlösser, wie sie die Kaiserin Katharina II. liebte und anlegen ließ. DaS Dorf in der Nähe des Schlosses besteht aus Villen, die von Mitgliedern der Petersburger Adelsgesellschaft bewohnt werden, und dient außerdem den Cavallerie-Regimentern der Garde als Garnisonort. Hier liegen die Garde-Husaren, welche mit ihren rothen Mützen und Uniformen einen recht guten Eindruck machen, sodann die gelben Kürassiere und ein Theil der blauen Kürassiere in Gemeinschaft mit der historisch berühmten Streltsyschen Schützen-Brigade. Die bunten Uniformen dieser verschiedenen Waffengattungen geben der Stadt ein heiteres Aussehen. Von der Eisenbahnstation aus führt ein steiler Aufstieg nach dem kaiserlichen Schloß. Oben auf dem Hügel breitet sich der Park aus, an dessen Eingang sich prächtige Thore befinden. Er besteht aus zwei Theilen, von denen der kleinere, sog. Alexandrowsky Park, das obenerwähnte Palais enthält. ES ist ein prachtvolles Schloß, das sich Katharina II. im Rococostil bauen ließ, mit zwei gewaltigen Flügeln, die sich in den Park hinein erstrecken. Gewaltige Summen wurden auf die Ausschmückung verwendet, deren Pracht mit den schönsten Palästen der Welt wetteifern kann. Die Prioatzimmer Katharinas II., welche das jetzige Herrscherpaar bewohnt, sind mit verschwenderischem Luxus auSgestattet. Die Wände deS Schlafzimmers bestehen aus weißem Porzellan, da» mit Säulen aus violettfarbigem Glas abwechselt-der Parkettfußboden hat Perlmuttereinlagen. Ein anderes Zimmer der Zarin hat Achatwände. Die zahl- reichen Zimmerrethen find ebenso prunkvoll, und von jedem aus genießt man einen schönen Ausblick über die Waldumgebung. Außerdem befinden fich zahllose Gallerten und Kunstschätze im Schloß. ** Lovcertveretn. Uns wird geschrieben: „Es nimmt uns Wunder, daß Ihr Recensent in seiner Besprechung deS letzten ConcertS zweimal den Namen „Franz" Drehschock an- führt, während allgemein bekannt ist, daß der Vorname deS berühmten Virtuosen „Felix" lautet. Auch können wir nicht umhin zu betonen, daß die maßgebende mufikaltsche Kritik de» In- und Auslandes bei jeder Gelegenheit den wunderbaren Anschlag de» geschätzten Künstlers rühmend hervorhebt und ihn himmelhoch über die modernen Klavierpauker stellt, die ihre lückenhafte Technik und ihr seelenloses Spiel unter einem wahren Höllenspectakel zu verbergen suchen. UnS be- dünkt übrigens, daß Herr Drrhschock bei der LiSzt'schen Rhapsodie eine Kraft deS Anschlags bekundet hat, die Niemand, der hören wollte, entgangen sein kann. DaS Recht der Kritik ist unbestritten, aber in der Kleinstadt, der große Kunstgenüsse leider so kärglich zugemrssen find, in der zu guter Stunde einmal ein Künstler wie Felix Drehschock erscheint, sollte man doch Bedenken tragen, sich in der Be- urtheilung eine» solchen Mannes mit der gesammten Kritik in Widerspruch zu setzen. Dresdener Sefammtvorftelung. Auf den hochinteressanten Gastspiel-Abend „Slein-Eyolf" von Ibsen sei heute nochmals ganz besonder» hingewiesen. DaS fesselnde Stück, welches bereits in kürzester Zeit den Weg über alle deutschen Bühnen gemacht, wird insbesondere auch in Gießen ganz außerordentlich interesfiren. Der Billetverkauf beginnt mit heute. * * Der Verband deutscher KriegS-Beteranen zu Leipzig hat Herrn Commercienrath S. Heichelheim hier wegen seiner hochherzigen Gabe von 20,000 Mark an die Veteranen der Stadt Gießen zu seinem Ehrenmitgliede ernannt. Commercienrath Heichelheim hat die Ehrenmitgliedschaft angenommen. * * Patent Anmeldungen. Stockschirm: Wilhelm Balser in Gießen, 31. 8. 95. Zinklaugerei mit Chlorcalcium: Dr. E. Höpfner in Gießen, 13. 2. 95. Verfahren zur Zinklaugcrei (Zus. z. Anmeldung H. 15,739): Derselbe, 9. 4. 95. Sich selbstthätig schließendes Dachfenster: August Zöckler in Gießen, 15. 2. 95. * * Gebrauchsmuster-Eintragung. Abfüllhahn für Bierfässer mit aus einem gebogenen Rohr und einer demselben als Führung dienenden Verschraubung bestehender Abseihvorrichtung: Ehr. Zimmer in Gießen 26. 10. 95. Brausekopf mit Porzellan- oder GlaSfieb: H. Schaffstädt in Gießen 16. 10. 95. * • Verlängerung der Schutzfrist. Irischer Ofen mit Aufsatz: Eisenwerk Hirzenhain, H. R. BuderuS in Hirzenhain, 28. 11. 92. — 5. 11. 95. • • Bittgesuch deutscher Kriegs-Veteranen. Der Verband deutscher KriegS-Veteranen, Sitz Leipzig, hat beschlossen, ei« Bittgesuch an Se. Majestät den Kaiser und eine Eingabe an den Reichstag abzusenden dahingehend, das Jnvalidengesetz vom Jahre 1871 mit seinen Nachträgen dem Vorschläge deS Referenten der PetitionScommission für die Militärpetitionen in der verflossenen ReichStagSsession Graf Oriola gemäß, abzuändern unter Berücksichtigung folgender Punkte: 1. Jeder hülfSbedürftige, ganz oder größtentheiiS erwerbsunfähige Veteran, welcher in der deutschen Armee, oder in einem jetzt zum deutschen Reiche gehörenden Staate, einen Feldzug mitgemacht hat, erhält je nach dem Grade seiner Erwerbsunfähigkeit, seines Alters und seiner Bedürftigkeit eine Beihülfe bis zum Betrage von 120 Mark pro anno, gleichviel ob die Erwerbsunfähigkeit im ursächlichen Zusammenhänge mit einem Feldzuge steht oder nicht. 2. Witwen von Veteranen, wenn auch erst nach dem Feldzuge die Ehe geschlossen wurde, erhalten, wenn die HülsSbedürstigkeit erwiesen, 72 Mark pro Jahr. 3. Diejenigen Invaliden, welche trotz Ctvil- versorgungSschein Anstellung nicht gefunden oder die innegehabte Stellung aufgegeben haben, können denselben gegen die im §. 11. der GesetzeS-Novelle vom 4. April 1874 (bezw. vom 22. Mai 1893, Art. 7) festgesetzte AnstellungS- entschädigung von 6 Mark monatlich zurückgeben. 4. Die Militärpension soll nicht allein den Communalbeamten, sondern auch den im Staatsdienst Angestellten, unbeschadet ihres Gehaltes oder eventuell neu erworbene Pension, belassen werden. 5. Veteranen, welche länger als 2 Jahre im Staats- oder Civildtenft diätarisch beschäftigt wurden, erhalten ein Recht aus definitive Anstellung gleich den Supernumeraren. 6. Veteranen, welche heute noch gesund sind, sollen, sofern sie das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten, sich gut geführt haben und für die betreffende Stellung qualificirt sind, berechtigt sein, gleich den Mtlitäranwärtern im Civil- oder Staatsdienst angestellt zu werden. In einer Denkschrift will der Verband nachweisen, daß die vorstehenden Wünsche voll berechtigt sind und das j-tzige PcnsionSgesetz Härten und Widersprüche enthalte, daß ferner die durch Novelle vom 22. März 1895 gesetzlich bew lligten Bethüifen von 120 Mark an 15000 völl:g erwerbsunfähige Veteranen bei weitem nicht auöreiche, um alle Noth zu struern und schnelle Hülfe eintreten müsse, wenn nicht Tausende von Veteranen zu Grunde gehen sollen. Ferner hält die Denkschrift die Einführung einer Wehrsteuer für geeignet, die Mittel zu schaffen, welche durch die vorgenannten berechtigten Forderungen nolhwendig werden. Der Verband bespricht dies in seinem Organe „Der Veteran" eingehend und fordert alle Veteranen von 1848 bis 1870/71 auf, fich durch Eintragung in die Stammrolle dieser Petition anzuschließen. Viele ReichStagSabgeordnete haben ihre Mitwirkung an dem Zustandekommen eines re° vidirten MilitärpensionSgesetzeS im Reichstage in Aussicht gestellt, sodaß die Erfüllung der idealen Aufgaben deS Verbandes Erfolg haben können, welches den Veteranen wohl zu gönnen ist. * * Lebensmittel-Preise Ende Oktober 1895. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten: DchsenssM- per Pfund 1 Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweinefl. per Pfund Hammelfleisch per Pfund . • * Me. Hasan, 1. December. 'Gestern Nachmittag wurde die hiesige Feuerwehr alarmirt, weil die Güterhalle des Westbahnhofes brannte. Zum Glück war das Feuer von Arbeitern bereits im Entstehen gelöscht. Beim Ablassen bei Wassers im Gasometer war daS ausströmende GaS explodirt und hatte gezündet. * Berlin, 2. December. In dem nahegelegenen Teltow wurde der penfionirte Eisenbahnbeamte Schulze heute früh in seiner, in der Potsdamer Straße belegenen Wohnung von zwei noch unbekannten Männern überfallen und seiner Baarschast beraubt. Dieselben ermordeten den Unglücklichen durch mehrere Dolchstiche und bemächtigten fich einer Summe von 1500 Mark. Dieses Geld stammt von einer Erbschaft, die Schulze kurz vorher erhoben hatte. Den Mördern ist man auf der Spur. * Krefeld, 2. December. In Bärl, Kreis MörS, erschoß ein Gutsbesitzer seinen Bruder und ertränkte fich im Rhein. Motive unbekannt. * Verdun, 28. November. In dem benachbarten ConflanS meldete fich der aus Preußen gebürtige Sergeant Barth vom 130. Regiment, der seine Metzer Garnison fahnenflüchtig verlassen und in voller Uniform die Grenze überschritten hatte, bei der Gendarmerie mit dem Wunsche, tn die Fremdenlegion ausgenommen zu werden. Da die französische Militärverwaltung sich kein Gewissen daraus macht, solche eidesvergessenen Ueberläufer in ihre Dienste zu nehmen, wurde Barth hierher befördert, von wo aus seine Verwendung im Colonial- Heere veranlaßt wird. • Odessa, 1. December. Wegen Zahlungsunfähigkeit find 103 Studenten der hiesigen Universität von der Thetlnahme an den Vorlesungen ausgeschlossen worden. * „Eulen". Wir wollen heute ausnahmsweise nicht von den Zeitungsenten sprechen, sondern die wirklichen lebenden, welche zur jetzigen Jahreszeit gleichfalls in größter Zahl ihre Wanderung, nicht durch die Zeitungsspalten, sondern durch die Luft antreten, ins Bereich einer kurzen Betrachtung ziehen. Wer je einen Markt in einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg besucht hat, wird erstaunt gewesen sein über die Menge u. a. auch der Enten, welche in Waggouladungen da angefahren werden. SS ist vielen ein Räthsel, wo diese Vögel geschossen oder gefangen werden können. Denn daß ein Entenjäger manchmal stundenlang an einem Weiher auf einen „Enteneinfall" warten muß und daher allzu reiche Beute nie machen kann, ist allgemein bekannt. Wer je im Spätjahr an der See gewesen und die durchziehenden Dogel- schaaren beobachtet hat, wird leicht finden, daß der Hauptplatz für den Fang der geflügelten Geschöpfe dort sein muß, aber nur wer aus den Nordseeinseln Sylt, Föhr oder Amrum Erkundigungen eingezogen hat, wird etwa- Nähere» Über die Art und Weise de» Fanges haben bringen können. Einem interessanten Beitrag über die hiermit zusammenhängenden „Vogelkojen auf unseren Nordseetnseln" von Dr. L. Stadl; begegnen wir in dem neuesten Hefte der illustrirten Familien- zeitschrift „Universum" (Dresden). Obgleich die Erträge der Vogelkojen bedeutend zurückgegangen find, werden jährlich aus den drei genannten Inseln immer noch ungefähr 60000 Enten gefangen. Wenn man auch sonst den Massenmord von Wild verabscheuen muß, in diesem Falle darf und muß man milder urtheilen, denn der Mensch hat die Berechtigung, au» de« ungezählten Schauren der Wildenten Dortheil zu ziehen und nur durch Anwendung der Vogelkojen ist eS möglich, ein günstiges Resultat zu erzielen. * Die größten Walder der Erde. Die Pariser „Revue horticole" schreibt: Auf der letzten Versammlung der Gesellschaft für Förderung der Wissenschaften machten mehrere Mitglieder interessante Mittheilungen über die größten Wälder der Erde. Die ausgedehnteste Waldung Nordamerikas erstreckt sich über die Provinzen Quebec und Ontario nördlich vom Lorenzostrom; sie verlängert sich im Norden bis zum Hudson und zur Halbinsel Labrador und erreicht 2750 Kilometer Länge und 1600 Kilometer Breite. In Südamerika finden fich gleich große Waldungen im Amazonenthal von Hoch-Peru und im Nordwesten von Bra- filien- ihre Dimensionen sind ca. 3300 auf 200 Kilometer. Die Forscher von Eentral-Afrika berichten von einem ungeheuren Walde, der sich vom Kongvthal biß zu den Quellen des Nil und des Zambesi auSdehnen soll. Seine Länge konnte bisher nicht geschätzt werden, aber feine Breite von Norden nach Süden gemessen beträgt 4800 Kilometer. Schließlich besitzt Südfibirien einen immensen Waldstrich, der von dem Flusse Ob im Westen bis zum Thal bei In- digirka im Osten reicht nab bie User beS Olonek, Lena und Toma mit einer Länge von 4800 unb einer Breite von 2700 Kilometer einschließt. Diese ungeheuren Gebiete find fast nur mit Nabelhölzern, mit Fichten, Tannen unb Lärchen bedeckt. Tausende von Quadratkilometern find hier noch niemals von irgend einem Forscher ergründet worden. Die Bäume haben 50 Meter Höhe und stehen so dicht, daß el schwierig ist, zwischen ihnen hindurchzukommen. Cikfatnr tuet Kwnft - ÄatillbittorifdXr für H» WtliMtte* Mim. 1896 1. Jahrgang. Kalendarium 8 zkmift: 'Big. ? au|) " floit RqU unb ft* *> Milbft °b Fremden. i Mlitül. eidedder« irbt Bach Soloniel' voll btt in. nicht von Itbtnbtn, litt Zahl | i sondern litiadjlung ck Berlin sein über ilabungen wo bltfi tnn dai t\tyt arch | W ttW Der it im bin Vogel« der Haupt- : sein mH, der Amrum 'i Über die n. Einem ihangenden L. Staitz Familien eträge der itzrlich aus MSnten W Mb man miibu g, and bl« ziehen nnb lögllch, em er m itr ®:‘ un Mh'N! um *»* k Kilt 0°' ,t fi« t» tr«bor °"d !ltt 8«ii‘' buu«en J® u °°» «’•’ , SU«®«”1 tim® Jeint ----- I-kii- w“ ffia*14' h°l bi« 3»' t 8tM int $«»- s pb--"° «litf auch -5 ®i. ljrk.fc ei I*1,61 Stöbt ZchillWMs. Freibank. [10110 Heute und morgen: Schweinefleisch nicht labenrein, pr. Pfd. SV Pfg. Kulmbacher Bier. Kulmbacher Export - Bierbrauerei Vormals Karl Petz, Actiengesellschaft, empfiehlt ihre renommirten Hellen und dunklen Biere in Gebinden und Flaschen. Niederlage bei H. Kempf, 10097 26 Ludwigftratze LS. 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Walter, Hch. Arnold II., A. L G. Wallenfels. MmiMMchlW Mittwoch den Ll.December, Vormittags 11 Uhr, werden im Frankfurter Hof zu Homberg a. d. Ohm die nachverzeichneten Domanial- Fischereien auf weitere 12 Jahre öffentlich verpachtet: Fischerei-Bezirk I, enthaltend den Schächerbach (Forellenbach) und den Mühlgraben der Pletschmühle. Fischerei-Bezirk II, enthaltend den Ohmfluß innerhalb der Gemarkungen Homberg und Ober-Ofleiden sowie der Mühlgräben bei der obersten Mühle, Herrnmühle, Pletschmühle und Hainmühle. Personen, deren Fähigkeit, nach den bestehenden Bestimmungen zur Hungen, 2. December 1895. Großherzogl. Amtsgericht. Eine Palme, Corlpha australis, prachtvolle Kübelpflanze, 2,60 m Durchmesser, wegen Platzmangel preiswerth zu verkaufen. Auskunft wird Löberstratze 21 ertheilt. iooss Heute Mittwoch: Morgen» MM. I Abend» fletsch, gesalzen, pr. Pid. 72 A. Kalbfleisch »r. Sfb. 60-64 Au Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 btt 0 00 JL, Weißkraut pr. Stück 8—16 A« Zwiebeln pr. 6ent»« ,* 3,00—4,00, Milch pr. Liter 16—20 4 - Pommersch, Hypoiheten - «eiien - vank. Wie«^ dem Inseratentheile unserer heutigen Zeitung erfichtltch, werbe» vn am 2. Januar f. fälligen Pfandbrief- Coupons bereits vom 15. December er. ab eingelöst. ____________________ Bekanntmachung. Im Jahre 1896 werden Bekanntmachungen aus unserem Handelsregister in der „Darmstädter Zeitung" sowie in dem Kreisblatte desjenigen Kreises, in welchem die Firma ihren Sitz bezw. ihre Zweigniederlassung hat und die Bekanntmachungen aus unserem Genossenschafts-Register für kleinereGenoffenschaften im „Deutschen Reichsanzeiger" sowie in dem KreiS- blatte desjenigen Kreises, in welchem die Genossenschaft ihren Sitz hat, für andere Genoffenfchaften außerdem noch in «der „Darmstädter Zeitung" W Generalversammlung TM Die Tagesordnung ist: 1) Bekanntgebung des Revistonsberichts, 2) Wahl eines Directors, 3) Wahl von drei Auffichtsraths-Mitgliedern. Heuchelheim, den 2. December 1895. Der Aufsichtsrath: H. Volkmann II., Vorsitzender. Gratulationskarten mit Namendruck und ähnliche Familien-Druck- sachen werden in bekannter, feinster Ausführung schnell und preiswerth angefertigt in J. Weinerts Bach- und Knnstdruckerel Wage« bis zu 12 (Str. mit abgedrehten Eisen-Achsen, gut beschlagen 25 35 60 8 cc Salzgurken, Essiggurken, Sauerkraut empfiehlt in bekannter Güte 9482 Heinrich Wallach. Matter mit erläuterndem Text. Schmal - Folio. Preis 1 Mk. SerUfl von Emil Roth in Gießen. An Kalendern der wtx» schiebens!en Art, welche thcils btr Unterhaltung, theils der Vermehrung des oolkSthümlrchen Wissens aus den verschiedenen Lebenr- gebieten dienen, mangelt es uns in keiner Weise, vielmehr wird dem Läufer öfter die Wahl recht schwer. Aber eines Kal-ndeis, der zu dem Zweck erscheinen will, die heimischen uralten Kunst« denkmäler in ihrer Schönheit und ihren hochausgebildeten Kunstformen bildlich darzustellen und eine belehrende Beschreibung damit zu verbinden, hatten wir unS in Hessen did i tzt nicht zu erfreuen. Bei der nach allen Seiten des menschlichen Wissens fortschreitenden Ausbildung tritt aber an J-den, der nicht hinter seiner Zeit zurückbleiben will, die Forderung heran, sich auch auf dem Gebiet der Kunst umzusehen und sich zunächst über die älteren Kunstdenkmäler des engeren Vaterlandes, wie z. B. die EinhardScapelle zu Steinbach b'ei Michelstadt i.. D._u. a., welche die Hobe Kunstgeschicklichkeit und den feinen Sinn für Schönheit unserer Vorfahren oerratben, zu unterrichten. Nur der kann die Kunst in der Gegenwart, in all ihren h«rlichen BlÜthen verstehen, welcher einen oerständnißvollen Einblick m bie Kunstwerke früherer Jahrhunderte gewonnen hat. „Was schert mich»die Kunst, spricht ober denkt mancher Leier dieser Zeilen. Freilich, „es schilt die Kunst, wer sie nicht hat"! „Kunst ist gefrorene Musik , das will heißen: gleich wie die Musik in verschiedener Weise je nach ihrem Character auf das menfchliche Gemüth wirkt, so gewahrt auch der Anblick eines in kunstreicher Formvollendung erzeugten Gegenstandes dem Beschauer Gefühle der Lust, oder er führt ihn ru sinnigen Betrachtungen. Ein in diesem Sinne wirkendes geistiges Bildungsmittel zur Weckung und Belebung des in jeder Menschen brust schlummernden Sinnes für Schönheit und Kunst will der rm Ver- O Visitenkarten in allen Preislagen, Neujahrs- Henneberg-Seide - nur ächt, wenn birect ab meiner Fabrik bezogen - Aw«", wech und farbig, von 60 Pf. bisMk.18 65 per jDlcter-qM. fleftrdft Jjmrtrt gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual und 2000 ve'sch.Fard^ 2C.), perle- and eteeerfrei Ina Hans. Muster umgehend. 197 Seiden-Fabriken 6. Henneberg (k- k. Ho».), Zürich. Haaruhrketterr passend zuWeihnachtsgeschenken, fertigt billigst an HL Tichy 141 Seltersweg 43. Was ist das schönste Weihnachts« das alle Groh und Klein, Arm und Reich, erneut (tClUjClUp und das alle sich wün'chen? Die Gefundhe! t! 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JL ?ü%et(cr nr St 7 A. 2 St. 00—0 A. Enteneier pr. St. 00 A, Gänse- der pr. St. 00—00^, Käse pr. ©t. 4-8 A, Käsematte pr. ©t. 3 Ai Erbsen pr. Liter 18 A. Linsen pr. Liter 28 A. Taubm pr. Paar JL 0,70 bis 0,80, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr-Stück X 0,75-1,00, Enten pr. Stück JL 1,60-2,CO, Gänse pr. Pfund JL 0 44—0,56, Ochsenfletsch pr. Pfd. 72-76 A. Kuh- und Rtndfletfch pr. Pfd. 66—68 A, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 68 A> Schweine- Strebel-Tinte 1 J.Rickersche Buchhandlung, Giessen. 5.50 8.50 11— 14.— 16.50 27.- Mk., gestrichen. Alug- und Kecköauer, tzinsahöauer, Kesangskasten. 75 Pachtung zugelaffen zu werden, nicht bekannt ist, haben darüber ein Zeugniß der Großh. Bürgermeisterei spätestens bei dem Beginn der Verpachtung beizubringen. Homberg, bot 30. November 1895. Srotzh Obersörsteret Homberg. Heß. 10085 Wegen vorgerückter Saison verkaufen wir einen grossen Posten Cheviots, Kammgarne und Buckskins zu äusserst billigem Preise. Sommer-Cheviots und Reste unter Preis. 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Für die vielen Beweise herzlicher Thesinahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Sohnes Ernst, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer- Walz am Grabe unseres Lieblings sagen roir hiermit unseren herzlichsten Dank. Die tlefbetrübten Eltern. C. Reibe und Frau. Langgö ns, den 2. December 1895. 10082 Hafermehl beete Kindernahreei. Haferllocken, Hiifergrütme, Hnierbl*calt*, Suppeneinlage«!, Suppentaleln ErbMwnrNt. Dörrgemüee Julienne 1. Platz Mk. 1.-, 2. Platz 50 Pfg. Grosse Auswahl in Christbaum-Decorationen, Lametta, Lichtern, 10112 Lichthaltern in verschiedenen Sorten' Gesangbüchern mit ff. Einbänden. Deutsch, u. Oesterreich. Alpeuvereiv. Sektion Gießen. Donnerstag den 5. December: Neunte Himpt-zikrslriunllullg im vereinslocal »Restaurant Kaiserhos". Vortrag: Hochtouren in den Dolomiten. 10098 vorftandSwahl. 10089] Dio am 2. Januar 1896 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. December er. ab an unserer lasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen oingolöst. Pommersche Hypotheken -Actien - Bank. Gcbr. Coucert Zither zu laufen gesucht. Offerten unter Z. Z. an hie Expedition b. Bl. 10103 Suppenwürze ist frifö) eingetioffen be 656t W. Schoniber, Srenenbüne 10. —----Die leeren Original-Ftüfchch n von 65 Pfg we'den iu 45 Pfg. und diese igen ä Mk. 1.1 > zu 7<) Pfg mit Mugar's Sl ppevwürze n'chgeiüllt. Emil Koch metrnarn praDkfurt 3. M. retephon 1099. Reichhaltiges Lager in: füstkrs, Sprift^iminrrkninrn, Ampkl«, fatrrnra in feder Stylart und Preislage. Gasöfen, engl. Kamine nach besonderen »ntmürse« m't seldfithMige» Wärmeregler (System Siemen*). Vatentgliihlichtbrenner 4 4 50 complet. Schmiedeeiserne Röhren Fittings, engl. Fayencewaaren en groa & en dötall. Uebernahme vEändiger Elnrichtungen von AnftallationHarbeiteir, «loset- anlagr«, «armwaffereinctchtnngen. Dampslettnngen in LtaatSgrbäuden, Krankenhäusern, Villen re rc. 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