-ir 284 Der tüfcewet **|daet erscheint täglich, eit Aulnahmk bei vloutag». Die Likßenrr M«»ikte«vtS1ter Werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelegt. Erstes Blatt. Dienstag den 8. Derember ------------- Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. 1S9& vierteljähriger Avonnemeatrpret» r 2 Mart 20 Pfg. mit vringerloh». Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. «edaction, Trpeditio« und Druckerei: Schntstrnße Fernsprecher 51. Amts, imd Anzeigeblatt für den Ureis Gietzeir. chratisöeikage: Gießener Jamitienßkätter. machung. Die 8 Tagen bis zu 3 Monaten bestraft. Hamburg, 30. November. Fürst Bismarck empfing gestern Mittag in FrtedrichSruh trotz heftiger GefichtS- fchmerzen die aus sechs Mitgliedern bestehende Deputation der Akademie der Künste und nahm aus den Händen des , -r-—- -- - -- - ' ■- ,YcfthT,n PrSfldentrn, Proftsior« t>. Ende, die dem Fürsten anläßlich | das deutsche Gewehr eine neue wichtige Umänderung ersahien können. t 4 Paris, 30. November. Der Gemeinderath lehnte den Antrag zu einer Vertretung beim Begräbniß Alexander DumaS ab. Maßgebend für diesen Beschluß war DumaS seiuer Zeit gegen die Commune Helden gerichtete Publikation. PartS, 30. November. Ein hiesiges Blatt meldet, daß 0 lass Hamburg, 30. November. Bei dem Versuche, ein Dampf- boot zu betreten, fiel in der Außen-Alster der Amtsrichter Dr. Schultze in» Wasser und ertrank. Arrslaird. Wien, 30. November. Graf Taaffe, der ehemalige österreichische Minifterpräfident, ist am 29. November auf seinem Schlosse Ellischau tu Böhmen im Alter von 62 Jahren nach längerem Leiden verschieden. An seinen Namen knüpft sich eine der unheilvollsten Epochen in der inneren Geschichte Oesterreichs, jene der berüchtigten „Versöhnungsaera , an deren Nachwirkungen der Kaiserstaat wohl noch lange zu tragen haben wird. Unter dem Taaffe'schen Regime sind dem Demschthum in Oesterreich die schwersten Wunden zu- gefügt worden, führten die Polen, Czechen und Slovenen das große Wort, wurde schließlich eine Nationalität gegen die andere auSgesptelt, und es ist sehr fraglich, ob sich die tiefen Spuren dieser langjährigen, unheilvollen Politik ic wieder auSttlgen lassen werden. — Der Verstorbene trat 1852 in den Staatsdienst zunächst als Statthaltcreise^retar in Ungarn, dann wurde er Statthalterrath in Prag, Landeschef von Salzburg und endlich Statthalter von Deftet* reich. Am 7. März 1867 übernahm Graf Taaffe das Ministerium des Innern an Stelle Belaredis im Cabinet Beust und dann im Ministerium Auersperg das Portefeuille des LandesvertheidigungSministers. AlS Fürst Auersperg im September 1868 zurücktrat, erhielt Taaffe den Vorsitz im Cabinet, welchen er bis 15. Januar 1870 führte. Drei Monate später trat er, wiederum als Minister des Junercn, in das Cabinet Potockt ein, wurde am 7. Februar 1871 Statthalter von Tyrol und 1879 abermals Minister des Inneren in dem neugebildeten Cabinet Stremayr, bis er am 12. August 1879 die Ministerprästdentschaft übernahm. Erst am 1.2. November 1893 demissionirte Graf Taaffe mit feinem ganzen Cabinet in Folge der Wahlresormfrage, seitdem führte er bis zu seinem Tode ein Leben in Zurückgezogenheit. Wien, 30. November. G r a f T a a f f e vermachte seinem einzigen Sohne Heinrich die beiden Güter Silberberg und Kolinetz mit der Verpflichtung, daß Graf Heinrich seinen drei Schwestern je 250000 Gulden auSzahle. Laibach, 30. November. Die große Ortschaft PretnS- b a ch bet RudolfSwerth im Krain ist durch einen verheerenden Brand vollständig eiugeäschert. Sämmtliche Wohn- und WirthschaftSgebäude mit allen Vorräthen wurden ein Raub der Flammen. Budapest, 30. November. Infolge der eiogetretenen kalten Witterung beeilen sich die Getreideschiffe, welche auf der unteren Donau liegen, Budapest zu erreichen. 60 Schiffe passtrten gestern MahacS und noch etwa 80 sind j unterwegs. In Rumänien liegen 50 Schiffe, welche wegen ! des niedrigen Wafferstandes das eiserne Thor nicht passiren Berlin, 30. November. Die vom Colonialrath durchberathene Land frage hat die Genehmigung Seiner Majestät des Kaisers erhalten. Die betreffende kaiserliche Verordnung über die Schaffung, Besitzergreifung und Ver- äußerung von Kronland und über den Erwerb und die Veränderung von Grundstücken in Deutsch-Ostafrika besteht aus 14 Paragraphen. Vorbehaltl'ch aller EtgcnthumSrechte und sonstigen Ansprüchen wird darin alles Land innerhalb Deutsch OftafrikaS als herrenloses Land erklärt. Das Eigen» thum daran steht dem Reiche zu. Bei der Besitznahme von | Kronland werden den angrenzenden Eingeborenen die den Unterhalt der Leute sichernden Flächen Vorbehalten. Die Ermittelung und Feststellung deS Kronlavdes erfolgt durch Landescommissionen, die auch die Entscheidung über etwaige Privatansprüche darauf treffen. Die Ueberlaffung von Kron» land erfolgt durch den Gouverneur entweder durch Ueber- tragung zu Etgeuthum oder Verpachtung- ausgenommen davon bleiben die unterirdischen Bodenschätze. Eine obrigkeitliche Genehmigung ist nicht erforderlich, wenn Grundstücke, die sich im Besitze eines Nichteingeborenen befinden, erworben oder gepachtet werden sollen. Die Ueberlaffung von städtischen Grundstücken über ein Hcctar Fläche ist nur mit Genehmigung dcs Gouverneurs zulässig. Berlin, 30. November. Im Beisein deS Handelsministers und deS FtnanzminifterS fand am Donnerstag in der preußiichen Central-GenossenschaftLkaffe mit Vertretern des Handwerks eine Besprechung Über die genossens chaft- ltche Organisation des Handwerks statt, um prae- tffche Grundlagen für eine Förderung des Handwerker- GenoffenschaftswesenS zu gewinnen. Als zweckmäßig erschien eS zunächst, mit der Bildung von Credtt-Genoffenschaften vorzugehen. Der Handelsminister machte bekannt, daß ihm Mittel zur Unterstützung der GenoffenschastSbewegung unter den Handwerkern zur Verfügung gestellt seien und ersuchte um einiges Mitarbeiten daran. Berlin, 30. November. Der „RetchSanzeiger" veröffent» licht folgende Bekanntmachung des Berliner Poli- , zetpräsidenten von Wtndheim vom 29. November: | Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nachstehende Vereine: 1) bis 6) die sechs soctaldemokratischen Wahlvereine für die seckS Berliner Reichstagswahlkreise, 7) die Preßcommission, 8) die AgitationScommiffion, 9) die Localcommiision, 10) der Verein „öffentlicher Vertrauens- männer" (7 bis 10 der Berliner Mitglieder der soctal- demokraüscheu Partei Deutschlands), 11) der Parteivorstand der soctaldemokratischen Partei Deutschlands auf Grund deS § 8 der Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden M'ßbrauchs deS 93er» sammluugS* und BcreinSrechtS vom 11 März 1850 vorläufig geschlossen sind. Jede fernere Betheiligung an diesen Vereinen ober an etwaigen Neubildungen, welche sachlich als Fortsetzungen derselben erscheinen, wird nach § 16 I c. mit Geldstrafe von 15 bis 150 Mk. ober Gefängntßstrafe von Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Monate beantragt. . . et1 — Die Verurtheilung des Abgeordneten Liebknecht wegen der Majestätsbeletdtgung, \ das Gericht in seiner bekannten Breslauer Rede Stunden hat, erregt in Folge der jetzt stattgefundenen Veröffentlichung des Wortlautes deS Urtheils erneut lebhafte Erörterungen in der TageSpresse. Da indessen Herr Liebknecht d e Eut- schetdung deS Reichsgerichts angerufen hat, so erscheinen all die Besprechungen diese- neuesten „Falles Liebknecht zunächst als ziemlich überflüssig. Unierd-sien macht eine neue Maze- stätSbeleidigungS-Affaire von sich reden. Dr. Förster, Herausgeber und Redaeteur der „Ethischen Kultur , ist vom Berliner Landgericht wegen Majeftätsbeleidignng, begangen in einem Artikel der genannten Zeitschrift vom 15. September d. I., zu 3 Monaten Festung verurtheilt worden. Der Staatsanwalt hatte sogar 9 Monate Gesangniß seiner Ernennung zum Ehrenmitgiiede der Akademie gewid mete, von Prosesior Geselschap künstlerisch auSge ühr.e Adr sie entgegen. Pros-sior v. Ende gedachte bei der U-berreichung der unsterblichen Verdienste de- Fürsten um das deutsche Vaterland und Prosessor Geselschap gab zu der Adresse einig Erklärungen, nach denen der den Drachen besiegende Ritter Georg den Kamps und Sieg de» Fürsten gegen die inneren und äußeren Feinde, da» RelchStagSgebäude, die Emigung Deutschland» zu einem Reiche dargestellt. Der Fürst dankte ftdänn in längerer Rede sür die ihm erwiesene hohe Ehre leien i die er um so dankbarer empfinde, al» er wahrend seines amt welche Ilten Wirkens sehr wenig sür die Kunst habe thun können. Aber er liebe und verehre die Kunst. In Bezug au , die Muflk, die er nicht habe pflegen können, habe ihm die selige Fürstin, die gerade vor einem Jahre von ihm geschieden sei, das an sich selbst Vermißte ersetzt, da fie die Kunst der Mastk mit großer Liebe gepflegt habe. Rach wiederholtem Danke bat der Fürst die Herren, die Unterhaltung beim Frühstücke sortzusetzen. Die Tasel verlief in angeregtester Unterhaltung. Beim Abschied richtete der Fürst an jede« Mtiglied der Deputation herzliche Worte des DarckeS. Einige derselben begaben fich von Friedrichsruh nach Hamburg, die anderen kehrten direet nach Berlin zurück. ßambnrg, 30. November. Infolge des niedrigen WasserftandeS fitzen aus der Unterelbe mehrere Segel» unter Vorsitz deS L-ndgerichts.Direetor« Brau,eweiter wegen Beleidigung durch die Presse zu einem Monat Gesangniß verurtheilt. Landger.chtS.Dtree.ar Brausewe.ter kennzeichnete in der Urtheilsbegründuiig den „Vorwärts al» ein Blatt, welche» sich »weck» Agitation zu Besch,mpsungen und Verleumdungen von Beamten hinreißen lasie, um da» Volk aus- _ .mir. I -ureizen und mit Rücksicht aus da« Gebahreu dieser Zeitung Das Großherzogüche Kretsamt Gießen sei gegen den Angeklagten nicht auf eine Geldstrafe, sondern n» di« Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises. | aus Gesängniß zu erkennen. Der Staatsanwalt hatte drei Wir sehen Ihrem Berichte binnen 14 Tagen darüber entgegen, wie viele Scheine Sie im Jahre 1896 für zum Stbeden zu bringende Stuten bedürfen. v. Gagern. Amtlicher Theil. Gieren, den 30 November 1895. Betr.. Das Landgestüt; insbesondere die Bedeckung der Stuten durch Landgestütsbefchäler pro 1896. Gießen, den 2. December 1895. Betr.: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwalteru im Falle einer Mobil- Manahvon Anzeigen zu der Nachmittags für be* fetgenbm Tag erscheinenden Nummer bi» Barm. 10 Uhr. Sroßh. Kreis-Schulcommisfion Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig find, darauf aufmerksam macken, daß Gesuche um Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzuretchen sind. I Später einlaufende Gesuche können nicht berückstchtigt werden. In den Gesuchen ist anzugeben: 1) Ctvilstellung, 2) Vor und Zunamen, 3) Militärcharge und Truppengattung, 4) Genaue Angabe deS TruppeotheilS, Regiment, Compagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist und Datum des letzteren, 5) Bezirk des LandwehrbataillonS. Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher ! bei uns reclamirt haben, bedarf es keiner Meldung. Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allein» stehende Lehrer zur Reclamation berechtigt sind, wollen Sie sofort benachrichtigen. v. Gagern. Gießen, den 30. November 1895. Betr.: Erhebungen über die Einfuhr von Rindvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße« MM die «rosth. Bürgermeistere4e« M «rette» Auf Ersuchen des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen beauftragen wir Sie, möglichst genaue Erhebungen darüber anzuftellen, wieviel Rindvieh (Gebrauchsvieh) alljährlich von außerhalb des Großherzogthums Hessen in Ihrer resp. Gemeinde eingeführt wird, um auf Grund dieser Erhebungen einen Anhalt zu gewinnen, welchen Auf- «and jede Provinz für die Ergänzung der Viehbestände alljährlich zu machen hat. , t Bis zum 15. Januar 1896 sehen wir daher Ihren Be» richten darüber entgegen, wieviel Rindvieh im Jahr 1895 von außerhalb des Großherzogthums in Ihren Gemeinden eingeführt worden ist. Vom Jahr 1896 an wollen Sie sodann eine Liste über das eingesührte fremde Vieh führen und auf Grund derselben uns Ende jeden Jahres Mittheilung Aber die Zahl des eingeführten Viehes machen. v. Gagern. Deutsche» Reich. Darmstadt, 30. November. Nach der „Darmstädter Zeitung" wurde heute das Großherzogliche Paar beim Eintreffen auf der Grenzstation Wtrballen von dem General Fürst BariatinSky und dem Oberst Reuter, welche den Ehrendienst hatten, empfangen. Die Ankunft in Zarskoje Selo erfolgte nach gut zurückgel gter Reise heute Vormittag. Zum Empfange waren anwesend: der Zar, die Großfürsten Sergius und Wladimir mit Gemahlinnen sowie Großfürst Paul- das Großherzogspaar hat bei dem Czarenpaar im Palais Alexan» drowsky Wohnung genommen. Berlin, 30. November. In Bestätigung unserer gestrigen Meldung, betreffend die Schließung der socialisttschen Wahl- vereine u. s. w. können wir heute mittheilen, daß der diesbezügliche Beschluß auf Schließung seitens der Polizei heute Mittag 12 Uhr dem Vorsitzenden des Partei Vorstandes der socialisttschen Partei Deutschlands, sowie den Vorsitzenden der sechs Berliner Reichstags Wahlvereine, der Local-, Preß- und Agitations-Ausschüsse zugestellt wurde. Berlin, 30. November. Der frühere Redaeteur des Vorwärts, Josef Dierl, wurde heute von der Strafkammer werde. Der Oberst Kalkreuth bom 63. preußischen Infanterie-Regiment habe eine erhebliche Verbesserung erfunden. Die Armeecommtsfion habe für daS neue Modell eia sehr günstiges Gutachten abgegeben. Petersburg, 30. November. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen trafen heute Nachmittag in ZarSkoje-Sselo ein. Sie waren auf der Station Alexan- drowskaja bom Kaiser NicolauS, zahlreichen Großfürsten und Großfürstinnen, dem deutschen Botschafter Fürsten Radoliu und sämmtlichen BotschaftSmitgliedern empfangen worden. Konstantinopel, 30. Nooember. In Antag bet Aleppo sanden ernste Unruhen statt. Konstantinopel, 30. Nobember. Der englische Botschafter Currie wurde gestern in 1 ^/-stündiger Audienz bom Sultan empfangen. Derselbe machte letzteren nochmals darauf aufmerksam, daß die Nichtbewilligung der Durchfahrt der zweiten StationSschiffe durch die Dardanellen zu ernsten Maßnahmen Seitens der Großmächte Anlaß bieten dürfte. In diplomatischen Kreisen erwartet man, daß der Sultan infolge dieser Unterredung den Ferman unterschreiben wird. Häufte Ua^ri^tem Depesche« des Burin, .Herold*. Berlin, 1. December. Der „Vorwärts" will aus sehr guter Quelle erfahren haben, daß die Stellung des Ministers v. Köller trotz aller Dementis sehr erschüttert sei. Berlin, 1. December. Der „Vorwärts" beröffentlicht heute an der Spitze des Blattes einen Aufruf des nunmehr aufgelösten Vorstandes der socialdemokratischen Partei Deutschlands an die Parteigenossen, worin die Maßnahmen der Polizei und daS diesbezügliche Schreiben des Poltzeipräfidenten bon Berlin an den ReichßtagSabgeord- neten Singer zur Kenntniß gebracht und ferner mitgetheilt wird, daß die Leitung der Partei bis auf Weiteres auf die focialdemokratische RetchStagSfraction, als die erwählte Vertretung der Partei, übergeht. Berlin, 1. December. Zu der Meldung der „Magdeb. Ztg.", daß die socialdemokratische Parteikasse nach Zürich berbracht worden sei, erklärt der „Vorwärts", dieselbe sei längst in Sicherheit. Berlin, 1. December. AuS Konstantinopel wird dem „Loe.-Anz." telegraphirt: DaS türkische Dampfschiff „S ch er e f f R e s s an", bon Hereklea kommend, mit 158 Passagieren und 2500 Kisten KriegSmunition an Bord, ist spurlos verschwunden. Man befürchtet den Untergang des Schiffes. Berlin, 1. December. Eine Zuschrift eines in Persien ansäsfigen Deutschen an die „Vossische Zeitung" lenkt die Aufmerksamkeit des deutschen Handels auf dieses Land, welches bisher fast gänzlich der Ausbeutung Rußlands und Englands überlasten sei. Insbesondere könnte der deutschen Zuckertndustrie ein lohnendes Absatzgebiet eröffnet werden. Prag, 1. December. Auf der Elbe muhte wegen des starken Eisganges die Schifffahrt eingestellt werden. WB. Leipzig, 2. December. OberretchSanwalt Teffendorf ist gestern früh 9 Uhr gestorben. WB. BreSlau, 2. December. Amtlich. Gestern Nacht stieß bet dem Bahnhofe Mochbern ein Kohlenzug mit einem Rangirzuge zusammen. Vom Zugpersonale wurden hier schwer, sechs leicht berlefct; die Maschine erheblich, 16 Güterwagen theilS schwer, theil» leicht beschädigt. Der Verkehr ist nicht gestört. WB London, 2. December. „Daily NewS" melden über Odessa: Vor einigen Tagen feuerten türkische Truppen auf einen englischen Dampfer, als derselbe kurz nach Sonnenuntergang in die Dardanellen einsuhr. Der Eapitän ließ den Dampfer sogleich zurückfahren. Der Eingang zu den Dardanellen ist stark mit Torpedos belegt, waS die Schiffe zu äußerster Vorsicht zwingt. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte auS ZeitungS-Nummern jener Zeit- (Nachdruck verboten.) 3. December. Seit die Vereinigung der drei Corps deS Prinzen Friedrich Carl mit der Armee des GrohherzogS bon Mecklenburg erfolgt ist, drängt daS deutsche Heer in langer Linie die französische Loire-Armee bon Paris ab. Die Franzosen stehen in dichten Massen zwischen Orleans und Artenay und haben Orleans zu einem berschanzten Lager umgeschaffen, daS mit grobem Geschütz gespickt ist. An diesem Platze wird die Entscheidung fallen. Die Gefechte bis jetzt waren nur starke Fühlungen und RecognoScierungs-Gefechte. Ob Trochu ausfällt, wenn er die Kanonen donnern hört? Gustav Freytag sagt in den „Grenzboten" jetzt dürfe man eS wohl aussprechen, daß bis bor Kurzem die Möglichkeit borhanden war, Paris zu entsetzen, und daß die deutschen GeneralstabS« offiziere die letzten Wochen in einer gewissen Nerbenspannung durchlebt haben. ES waren 300,000 Mann Truppen in Paris gegen wenig mehr als 200,000 Mann Deutsche in dem BelagerungSheer. Die Kämpfe am 30. Nobember und 2. December. Am Morgen des 30. Nobember befanden sich die Sachsen in Schlachtordnung, die Forts unterhielten ein gewaltiges Feuer. Schon gegen i/,8 Uhr Morgens sah man französische Truppen, Infanterie, Caballerie, bon der Ab dachung bei Fort Nogent heranmarschir,n, während andere, die während der Nacht die Marne überschritten hatten auf Champigny bordraugeu. Sobald man dieselben bemerkte, wurden Anstalten zum Empfange getroffen. Inzwischen env wickelten sich immer neue Masten bon der Richtung des Forts her, bis drei Corps in der Stärke bon 50,000 Mann, soweit sich die Sache aus der Ferne Überschlagen ließ, unter den Werken sichtbar waren. AiS dieselben auf daS Plateau hinabftiegen, erhoben Fort Sharenton, Rogent, RoSny und die mächtigen Batterien, welche kürzlich bor Fort Abron gebaut wurden, eine fürchterliche Kanonade gegen die Vorposten der Württemberger und Sachsen, besonders auch au die Dörfer Champignh, Villiers und Noisy le-Grand. Der letztgenannte Punkt bildete den äußersten Vorposten der Sachsen gegen Südosten. Zuerst hatten die Vorposten allein den ganzen Stoß deS Angriffs auszuhalten, allein, ehe eS Mittag geworden, waren 3 Regimenter Sachsen, daS 104., 106. und 107., und eine Brigade Württemberger auf dem Platze. Die Sachsen zählten im Ganzen 11,000 und die Württemberger 7000 Mann. Der Vormarsch der Franzosen hatte noch nicht lange gedauert, als es klar wurde, daß eS zunächst auf die obengenannten Dörfer abgesehen sei, und die deutschen Truppen brachen herbor auf das Plateau, um den beabsichtigten Angriff zurückzuschlagen. Nun erfolgte aber bon Nogent und von Mont Abron ein mörderisches Kreuzfeuer. Hoch in die Luft fuhren die Granaten, welche eS buchstäblich aus den Forts und den Batterien hrrborhagelte. Wie glühende Cometen schaffen fie durch die Atmosphäre und fielen in Schauern unter die deutschen Truppen, Tod und Verderben berbreitend. Die Sachsen fochten wacker. Auf Schritt und Tritt stürzten die Offiziere nieder und die Compagnien wurden furchtbar decimirt. Auch die Württemberger thaten sich herbor, und an Offizieren waren bei ihnen die Verluste noch größer. Schließlich wurde bon den Deutschen der Rückzug angetreten und die Dörfer Champigny, VillierS und Brie fielen den Franzosen in die Hände, die bei dem Angriff bedeutenden Muth erwiesen. Schließlich brachte Oberst Abcndroth einen glücklichen Umschwung der Dinge zu Wege. Er stellte sich persönlich an die Spitze einer sächfischen Abtheilung und feuerte die Leute an, ihm in das Dorf Villiers zu folgen. Mit lautem Hurrah folgten die Truppen und stürzten sich auf die Franzosen. Ein fürchterlicher Kampf entspann sich. Jetzt erst kam eS zu einem Jnfanteriegefecht in nächster Nähe, denn auf dem Plateau hatten sich die Franzosen darauf beschränkt, auS größerer Entfernung die Tragweite ihres ChaffepotgewehreS zur Geltung zu bringen. Nach hartnäckigem Widerstande wurden die Franzosen mit Hinterlassung bieler Gefangener aus dem Dorfe hinausgeworfen. DaS Gefecht zog sich nun hinaus bis auf daS freie Feld. Gegen 4 Uhr zogen sich die Franzosen mit Ausnahme der in Brie und Champigny stehenden Truppen zurück. Am Morgen deS 1. December zogen sich in Noisy wieder starke deutsche Truppenmaffen zusammen, zu denen daS 2. Armeecorps Verstärkungen gestellt hatte. Man erwartete einen neuen Angriff bon Brie und Champigny her, allein der Tag verging in Ruhe, und in den Nachmittagsstunden entließ man die Maffe der Truppen wieder in die Quartiere. Am 2. December sollten die beiden noch in den Händen der Franzosen befindlichen Dörfer wiedergenommen werden. Doch waren die mit dem Angriff Bedrohten zeitig bei der Hand. Kurz nach 7 Uhr Morgens rückten einige Regimenter Sachsen gegen Brie, und obschon an diesem Punkte die Franzosen durch die nahen Flußübergänge und die Eisenbahn sehr begünstigt waren, so war doch der Angriff der Sachsen so ungestüm, daß kein Widerstand fruchtete und das Dorf mit etwa 300 Gefangenen unter wildem Hurrah genommen wurde. Ungefähr um dieselbe Zeit eröffneten die WürttembergerdaS Gefecht gegen Champigny mit Schützenfeuer. Die Franzosen blieben zwar auch die Antwort nicht schuldig, jedoch, nachdem daS Treffen für einige Z-it gestanden hatte, gelang endlich der Angriff,- die Franzosen wichen und die Württemberger bemächtigten sich wieder des Dorfes. Sobald die Sachsen sich n Brie festgesetzt hatten, sandten sie während einer ein- kündigen Ruhepause ihre Gefangenen zu den Reserven. Ehe ie indeffen damit fertig waren, wurde Brie der Gegenstand, auf den sich ein ganz entsetzliches Feuer der FortS richtete. Unter einem Hagel von Geschaffen war an Schutz von Noisy »iS zu dem einen Ende von Champigny nicht zu denken, Häuser stürzten in Trümmer, Bäume wurden zersplittert und nach allen Richtungen fielen Tobte und Verwundete. Inter diesem furchtbaren Kugelregen suchten sich einige säch- ische Abtheilungeu den über die Marne führenden Brücken jU nähern, während dichte Colonnen der Franzosen unter »em Schutze der Forts hervorkamen. In Brie wurde schließlich ein längeres Derweilen unmöglich und nach fürchterlichen Verlusten räumten die Sachsen das Dorf. Einige weitere Versuche, zu den Brücken zu gelangen, erwiesen sich als vergeblich. Die Leute fielen wie das Wild bei einer Treib- agd. Weder Artillerie noch Cavallerie konnte auf dem für die Franzosen sehr günstigen Gelände inS Gefecht gebracht werden. Die Infanterie hatte die ganze Last des Kampfes zu tragen, und sie hat ihre Pflicht in bewundernSwerther Weise gethan und fügte dem Feinde große Verluste zu. Gegen 3 Uhr hörte der Kampf auf. Franzosen und Deutsche , ogen sich zurück, die Forts verstummten und die Sache »lieb tm Ganzen wie sie gewesen, indem die Franzosen Champigny zum Theil in ihrer Gewalt behielten. (Times.) wn6 Wietze«, bat 2. December 1S9S ••Pr. Coucertvereiu. Der gute Erfolg des ersten Con- certes hatte auch dem gestrigen zweiten Orchester-Concert des ConcertvereinS einen guten Besuch gesichert, so daß der Saal deS Gesellschaftsvereins wieder nahezu ausberkauft war. An größeren Orchesterwerken wurden diesmal Beet- jovenS achte Symphonie und WcberS OberonQuberture auf- geführt, welche durch die berstärkte Regimentscapelle unter »er Leitung des Herrn Musikdirektors Krauße, der beide Werke mit großer Sorgfalt einstadirt hatte, eine vortreffliche Wiedergabe erfuhren. DaS Orchester folgte den Winken eines Führers überall aufs Pünktlichste, so daß nicht nur die namentlich in der Symphonie zum Theil nicht leichten Einsätze genau gebracht wurden, sondern auch die Nüancirung »eS DortrageS fast durchgängig befriedigen tonnte. Als Solisten ließen sich diesmal die Eoncertfängerin Fräulein b. Rieffen auf Dresden und der Pianist Herr Franz Dreh schock au8 Berlin hören. Fräulein b. Nieffen besitzt eine wohllautende, gut geschulte Altstimme, die tn der Höhe die erforderliche Ausdehnung hat und der eS in der Tiefe an Kraft nicht gebricht. Die fliie der Andromache au6 Bruchs Achilleus bot ihr herrliche Gelegenheit, diese Vorzüge zu zeigen. WaS die Textaussprache, die recht deutlich war, anbelangt, so schien eS uns, als ob sie in dem Bestreben die verschiedenen dramatischen Accente recht nachdrücklich zur Geltung zu bringen, sich leicht zu einer zu scharfen Aufsprache namentlich der Zischlaute hinreißen liefe, wodurch der Vortrag leicht affectirt erschien. Außer der Arie bon Bruch trug Fräulein b. Nieffen noch Lieder bon BrahmS, b. Fielitz und Lassen bor, die einen wahren Beifallssturm entfesselten, so daß fie sich noch zu einer Zugabe(?)bequemen mußte. Die Clavier- begleitung zu den Liedern führte Herr Trautmann aus Frankfurt a. M. in gewohnter, musterhafter Weise auS. Der zweite Solist des Concerts, Herr Franz Dreyfchock, ist ein bezüglicher Pianist, der eine herborragende Stellung unter feinen Fachgenossen mit Recht beanspruchen kann. Wenn er uns auch in seinen gestrigen Vorträgen weniger Kraft des Anschlages zu entfalten schien, so ist seine glänzende Technik doch den gröfeten Schwierigkeiten gewachsen und seine Bor tragSweise weiß allen Anforderungen des Componisten, deffen Werk er interpretirt, gerecht zu werden. Die dankbarste Aufgabe für ihn war gestern daS F-moll • (Soncert bon Chopin. Namentlich waren eS die zarte Cantilene deS zweiten und die unendlich fein und zart gespielten Figuren und Passagen des dritten Satzes, in denen feine Kunst herrliche Triumphe feierte und die ihm reichen, wohl- berbienten Beifall einbrachten. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß das Orchester unter Leitung des Herrn Krauße ausgezeichnet begleitete und auf diese Weise wesentlich zum guten Gelingen deS Ganzen beitrug. Außer zwei kleinen Stücken eigener Composition spielte Herr Dreyschock noch die „spanische Rhapsodie" bon LiSzt. Ob er mit der Wahl dieses Stückes dem Geschmack aller Concertbesucher gerecht geworden ist, wollen wir hier nicht näher erörtern; jedenfalls bot sich ihm auch hier schöne Gelegenheit, seine brillante Technik zu zeigen. WaS indess n fehlte, war Kraft und Wucht des Anschlags, sodaß die verschiedenen kortv-Stelle« nicht genügend zur Geltung kamen. Daß Herr Dreyschock, entgegen der Gewohnheit mancher Künstler, am Schluß das Tempo nicht beschleunigte, konnte dem Vortrag deS Ganzen nur nützen. Auch für die Soloftücke wurde Herr Dreyschock durch reichen Applaus ausgezeichnet, und wir irren wohl nicht, wenn wir es lediglich seiner körperlichen Abspannung zuschreiben, daß er dem Wunsche deS Publikums nach einer Zugabe nicht mehr nachkam. ** Theater-Bereiu. Die Lustspiel-Nobität „Der Militär st aat," welche am Donnerstag den 5. Dccember hier zur Aufführung kommt und zwar mit ersten Kräften deS Wiesbadener Residenz Theaters, ist im gewissen Sinne ein Jubiläumsstück, — daS hundertste Bühnenwerk deS beliebten Verfassers von „Der Beilchenfresser", „Krieg im Frieden" und so vieler anderen erfolgreichen Lustspiele Gustav bo« MoserS. — Der Autor hat sich in diesem jüngsten Werke wieder dem von ihm stets mit besonderem Glücke gepflegten Genre deS militärischen Lustspiels zugewandt, und im dritten Acte heitere ManöverEpssoden geschaffen, die überall, wo »as liebenswürdiglustige Stück bis jetzt gegeben wurde (Berlin, Hamburg, Leipzig ic.) den größten Heiterkeitserfolg errungen. Die Nobität wird bon Director Brandt inscenirt werden. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß der Anfang ausnahmsweise auf 6 Uhr angesetzt ist. • • Neues Theater. Unser theaterliebendeS Publikum onnte sich gestern Abend an LessingS „Minna bon Barn- ) e l m" erfreuen, ein Stück, dessen Vorzüge in der Tiefe der Empfindung, der einfachen Art der Handlung und reiner Sprachschönheit bestehen und es den unsterblichen Werken Lessings zuweist. D c Wiedergabe seitens des Dresdener Personals und der geschätzten Gäste gestaltete sich zu einem Genuß, der in dem reichen Beifall deS Hauses seinen Widerhall fand. • • Kriegerdenkmal. Aus verschiedene an unS ergangene Anfragen theilen wir unseren Lesern mit, daß die Sammel- ist en für Errichtung eines Kriegerdenkmals allerdings in Imlauf gesetzt worden sind. Der Ausschuß war sich wohl bewußt, daß vor den Weihnachtsfeiertagen, Jahreswechsel rc. ein recht ungeeigneter Zeitpunkt hierfür ist, eS sind ober ganz besondere hier nicht wiederzugebende Gründe, welche eine Beschleunigung der Sammlungen rathsam erscheinen iefeen. Der Ausschuß hat in d eser Erwägung auch be» chlossen, nur um Zeichnungen von freiwilligen Beiträgen z« litten, dieselben aber erst Ende Januar künftigen JahreS erheben zu lassen. * * Jubiläum. Herr Benjamin Atzbach, welcher am 25. November d. I. seinen 71. Lebensjahr zurück gelegt hat, »egeht morgen (3. December) sein 25 jährige» ArbeitSjubi- äum in der Burk'schen Mühle. Derselbe ist als Schreiner tbätig. Wie verlautet, bringt der Bauer'sche Gesangverein, welchem Herrn Atzbach bereit» 23 Jahre angehört, dem Jubilar ein Ständchen. R. Reichelsheim, 1. December. Der Milch träns- Port nach und von der Molkerei ist neu versteigen worden; die Concurrenz war so stark, daß der vorjährige Betrag von 2 Mk. 40 Pf. pro Tag auf 1 Mk. 17 Pf. berabgeboten wurde. Ob der neue Accordant bei diesem Satze auf seine Rechnung kommt, muh die Zukunft lehren. A Mainz, 1. December. Die von verschiedenen Seite» angeregte Frage bezüglich der Veranstaltung einer »OOjährlgen Geburtstagsfeier Gutenbergs hier in Mainz beschäftigte gestern Abend den hiesigen Jour- naltftcn- und Schriftstellerverein. AIS diese Frage seiner Zett auftauchte und von einem Mitglied eben genannten Vereins »em hiesigen Oberbürgermeister unterbreitet wurde, gab etzterer seine volle Sympatie für eine solche Feier zu erkennen 10073 9985 zu haben bei Die Arbeitsstube Jacken und Kosen von 50 Mfg. an. 10072 99 99 99 E3 a1 Troße Ausgabe: vierteljährlich 90 Pf. Kleine Au-gabe vterieljährlich 60 Pf. Vorn, Gerichts Vollzieher. ■<«=. Bestellungen auf die „Arbeitsstubc" nehmen alle Buchhandlungen und sowie der Verlag der ArdeitSstube (E- Twietmeyer) in Leipzig gg Gegen EtnseLgvon 20 Psg. in Briefmarken 2 Probehefte franco. noch eine richtig functionirende Schelle hatte. Daraufhin verurtheilte ihn daS Hanauer Schöffengericht zu 80 Mk. Strafe und Zahlung der GerichtSkosten, ferner zur Zahlung von 120 Mk. Schmerzensgeld und Erstattung der Kurkosten an Hmpfehtenswertyes Jestgefchenk für Krauen und Mädchen: Jahrgang 1895 elegant gebunden SH. 4.50. auSgrgangeu seien. Mainz, 1. December. Der „Neueste Mainzer Anz. schreibt: Eine der fünf Kanonen, welche sich in Schloß Chambord befanden, welches von nur zwei Compagnien deS 118. Regt», in so hervorragend tapferer Weise erobert wurde, ist vom Prinzen Heinrich von Hessen, welcher daS Geschütz vom Kaiser als Geschenk erhalten haltendem Regiment überwiesen worden. Das Geschütz wird bei der Parade des Regiments am 9. December, der 25. Wiederkehr deS TageS vom Chambord, mi-.paradiren. Kragen und Wanchetten. KlWlatz I. Kaan jr. KnWktz DermiföteS' ♦ Zur Waruuug für Radfahrer diene folgender Fall. Ein junger Kaufmann von Hanau überfuhr im Sommer dieses Jahres mit seinem Rade ein bei seiner Großmutter weilendes siebenjähriges Mädchen auS Frankfurt a. M., wobei daS Kind einen zweifachen Beinbruch erlitt. Es wurde dem Fahrer, der behauptete, das Kind sei plötzlich quer Über die Straße gelaufen, so daß er nicht mehr habe bremsen können, durch verschiedene Zeugen bewiesen, daß er mst größter D.R.P. Zu beziehen Apothef^P s T Luhn’s Salmiak-Terpentin- Kernseife gekrönt mit golb. Medaille. Allein echt, Marke: Aug. Luhn L Co., Barmen I Ankauf alter Bücher ond Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner BOcher erbittet die J. Ricker’eche Buchhandlung Glessen. den Dater des KtndeS. Kg. Aus Kurhefseo, 1. December. Um die schnellere und billigere Heranschaffung von Baumaterialien zum Wieder- aufbau der am 10. Juli fast gänzlich ntedergebrannten Ortschaft Brorrerode zu ermögl-chcn, wird beabsichtigt, sich an die Kgl. Eisenbahn-Brigade zu wenden, damit dieselbe eine Abtheilung nach Wernshausen entsendet, um eine Feldbahn nach Brotterode möglichst beschleunigt herzustellen. Dieselbe würde eveutl. bereits im Februar 189b fertiggestellt und befahren werden können. ♦ Schlochau, 30. November. Der Gerber Uskoras- tiS ermordete seine Wirthschafterin, verstümmelte die Leiche und warf sie auf die Straße. Der Mörder ist ver- ^lCt* tzirschberg, 30. November. Der Fabrikbesitzer Fischer auS Landeshut, der wegen Sittlichkeitsverbrechen in Untersuchungshaft genommen, gegen Sicherstellung von 60 000 Mk. aber auf freien Fuß gesetzt worden war, stürzte I heute im Gerichtsgebäude, als die Hauptverhandlung stattfinden sollte, am Treppenaufgang tobt zu Boden. Nach Aussage der Aerzte ist die Todesursache Herzschlag. * Die Chemnitzer Schuldrrwaltnug sichert der „Soz. Praxis" zufolge bet Verpachtung der Eisbahn deS Schloß- tetches ihren Schulkindern für einige Nachmittage unentgeltlichen Zutritt und läßt an diesen Nachmittagen den Schul- unterricht ausfallen. Zur Beförderung des Eislaufes hat der Schulausschuß durch Bekanntmachung in dem dortigen Tageblatt aufgefordert, entbehrliche Schlittschuhe den Schulen zur Vertheilung an bedürftige Schulkinder zu übergeben. Infolgedessen konnten 80 Kindern Schlittschuhe gewährt werden. — Zur Nachahmung empfohlen! * Nach der Wahl. Am Herrentisch im „Löwen fitzt nach schwerer Wahlschlacht der neue Bürgermeister und in seiner Nähe ein wohlhabender Parteigegner, der sich m Sticheleien auf den Wahlausgang gefällt. Der dadurch aufgebrachte Dorspascha will den Spötter zurechtweisen: „Kaspar, I jetz' is es genug mit det'm Uze! Ich bin emol jetz der — Probe-Local — Bahnhofstrasse Nr. 1. Chocolade per Tasse 10 Pfg Milch - Chocolade „ » ” Geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr. Atelier für Portraitsmalerei. 8386 PortraitS in Oel und Kreide in künstl. Ausführung nach Karlsruher Schule. Auch Unterricht. Otto Fritz, Kunstmaler. Atelier haus Goethestratze 46. Original Houbens Gasöfen mit neuem Muscbelreflektor. Höchster Nutzeffekt! 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Höcdst intereffant waren die Aufschlüsse, die der Vorfitzende, LandgerichtSdirector Dr. Bockenheimer, ein eifriger, unermüdlicher Forscher über die Ehrungen gab, die Gutenberg seit der Erfindung der Buchdruckerkunst hier in Mainz erfahren hat. Obwohl diese Ehrungen von Jahr- hundert zu Jahrhundert einen fortlaufenden Character trugen, dachten Manche dafür, daß Mainz mit einer Feier seinem großen Sohne gegenüber noch eine Ehrenschuld abzutragen habe und zwar schon um deswillen, weil die bis jetzt geschehenen Ehrungen zum größten Theil von Nichtmainzern van Houten’s Cacao. Bester — im Gebrauch billigsten C. Röhr & Co. Giessen Specialgeschäft für Kinderbetten u. Erstlings- £ wasche. S IlluBtr. Catal. grat. u. fco Verlag von Emil Roth in Gieße». Karte »°m Gr-Mr-Mmn Hessen. Mit Berücksichtigung der angrenzenden Länder neu bearb. von Max Frommann. 25. vermehrte Auflage. In Karton X 2.80; aufgezogen X 4.50. Anerkannt beste, auf8 genaueste nachgetragene Karte des Großherzogthums. 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Als ihm dann von letzterer kürzlich ein Strafmandant präsentirt wurde, gerieth er in Zorn und rief: „DaS kann dem Staat doch gleich sein, ob ich meine Gerste freffe oder saufe!"__ Airchttche Anzeigen der evang Gemeinde. Montag, den 2. December, Abend« 8 Uhr, ^ibelstnnde im Eonfirmandensaal der Johanneskirche: 1. Brief an die Cortnther, Eapitel 3. Pfarrer Dingeldcy. Verkehr, Land, «nd volkrwirthschafr. ra Gründer-, 30. November. Frachtpreise. WAm X 15,14, Korn X 14,50, Gerste X 12,84, Hafer X 1M8,X14,34, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00, Samen X 00,00. Tuch- n. ßnckskili-Rejlk, zu Anzügen, Hosen rc. paffend, billig zu verkaufen bei W. 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December 1895. 10(57 Ijuckhardt, Steinstrasse 15 III. DieMbereiu. chemische Waschanstalt von Braubach & Fischer 3X5T 4 Neuenweg 4 Tgög. bringt ihr Etablissement zur Herbst- und Winter-Saison in empfehlende Erinnerung. E Theater-Verein. Donnerstag, den 5. December im Festsaal (Wallthorstr ässe) Gastspiel des Residenz - Theaters in Wiesbaden Der Militärstaat. Lustspiel in 4 Acten von Gustav von Moser und Thilo von Trotha. Anfang 6 Uhr ausnahmsweise. Billets in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf.), sowie an der AbendkaN*e: Erstes Parquet Mk. 3,50; Zweites Parquet und Balcon erste Reihe Mk. 2,25. Studentenkarte# 9964 Mk. 1,—. Gallerie Mk. 1.—. Freisinnig*er Verein für Örn 1. Hessischen Reichstags-Wahlkreis Monats-V er Sammlung Dienstag den 3. December, Abends V29 Uhr, in der Restauration Feidel (Bavaria). Tagesordnung: Bortcag des Herrn Banknrector F. Thorwart aus Frankfurt a. Main über „Goldwährung oder Doppelwährung." Hieran anschließend allgemeine Drscussion. Gäste sind willkommen. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 10023 Der Vorstand. Coursbericht von JL Kurz «3k Oo., Giessen, Kahllhssstrajt 63 Frankfurter Börse vom 30. November 1895. B*/i% Deutsche NeichSaat 103.85 4'/»»/, Oefterr. Stlderrenlr 84 20 3% Preatz LonsolS 99 2u 40/« llng. Gold«Nen1e 102.06 Wb. Hefftfche Obi 4°/g Stadt £>rrmft/,«/oPreuß Hyp.A.i«.unt^. 1906 101 6 4°/o Pomm Hyp.A.Bk^mt.d.1904 105 50 4o/o Franks. Landw. Lrev. Bk. 108 (Äi Darmst. Bt^Acttcn Abeudeourser 163.9i | Oefterr. Eredtl-Aclien 9O9.‘/e 20 Frank*» St. rnftl. Sovereigil« Dollars in Gold S«IM or t «n Prief « Linie D Marburgerstraße—Wieseck und zurück. Coursbericht von Cvonrad Dietz, Bankgeschäft, Gießen, Schulstraße 10. J .b4cn»n: A. Echeoda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Nnwerinatö-Buch» und Sle^udrackern «Pietsch A kcheyda) in 1 Course vom 2./12 25./11. Evrrrse vom 2./12.25./11. Course »om 2 /12. 25 /11. *■7 .5 Course vom Zi»s. Tours« vom 2./12.25./1L Tours« vom 2./12 |25./U. 2./12. 25./11. 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St.-Dbl 102.50 102.50 105 — 102 50 102.50 104.71 5 47» 57» v. 1889 . . . Arg. inn. Anl. do. äub-v.1888 ChinesischeAnl. 104.85 57.30 47.80 105.— 104'80 56.20 47.50 104.20 ! V 1 1868 69 . . bo.0.1874 . . do. v. 1875/78 do....... 101.80 101.- 101.70 101.50 4 4 Ifiablritfr. D. Grndschuld- bank V-Vl do. I—II 105.10 101.10 105.10 100.90 Deutsche Bank Disct.- Comm. Dresdner Bank Mitteld. Er.Bk. 198.50 209.30 161.90 110.10 198.6' 209.10 163.— 108.80 Th. 100 Madrid .... «em. Th. 100 Desterr. v.1860 140.— 140.— 127.60 114.35 140.60 127.05 81., do.. . . 103.95 103 95 4 Egypttscheunis. Mcxic. v. 1890 do. Eisenb. . do. Silber. . 103.60 108 2 47, 4 1 4 Homburger I. . Pfälzer Rordb. «»»ländisch«. Elisab.-B. stsr. »aschau Dderb. 101.— 103.20 Dest.Crd. Anst. 310.'/« 311.— 6 4 *weian>iid)t. ©riech. E. B v do. Man -Anl. 6 5 3 90.10 83 20 25.50 83.20 25.81 103.— 3 7i 4 37, t 4 do....... Fks.Hyp-Bk.M do....... do. Hyp.-Cred. 101.75 104.— 101.20 101.80 101.80 104.- 101.20 101.80 Nordd. Lloyd . HüchsterFarbw. Bochumer Guß 103.30 438.10 158.— 102.50 437.- 155.30 3 27, 3 Dlbenb. Th. 40 Raab-Graz 100 Türk. stS. 400 Siiniael. fufi per €<üt In Mk. Ansbacherfl. 7 Augsburg. , 7 Brschw.Thlr20 Finnlünd. , 10 Freiburg, ss.15 MallSnder „ 10 132 80 95.50 34 — 132.70 96 - 33.75 5 Ital. Rte. St Atidte Mi. o.1891 . . . —— —- 102.05 E 27 ... 105.20 105.20 Dortm. Union. 52.50 54.80 46 — —--- 1000—400o 86 05 84.60 3 7* Franks, v. 1893 101.95 1019. 4 Lombardische . 101.70 3,z, 6 28 ... 101.- 103.05 101.— 103.05 Gelsenk. Brgw. 177.— 172.80 26.40 105.10 26 50 8 do..... 51.90 50.95 3* Darmst. 88,94 101.25 3 Lombardische . 70.60 7O.4o Ldw.Cred.-Bk. Harpen. Brgw. 172.90 169 40 106 20 vest. Gold Ate. 4 102.40 102.25 3 7» Kießen .... 101.70 101.66 5 Oefi. Staatsb. 116. 0 117.20 4 Hamburg. Hyp. 100.50 100.50 8er. Königs- u. 151.20 —— - D-st.Silb. Rte. 84.30 84.11" 8' , Main;..... 108 w 101.15 1 do. . . . 103.80 92.10 104.- 92 35 do.unk. b. 1900 do....... 103 50 101.70 103.60 100.30 Laura . . . 149.50 29.— 13.50 28.20 13.50 3 Desterr.Localb. 81.50 81.5:. 4 Offenb. v. 1892 103.50 108.60 3 do.I.-VIII.Em. 87, 4V, vsrstaatl. . 3 7» Wieob. „ 1887 102.60 102.50 3 do. IX. Em. . 90.25 90.50 4 Mein. Hyp alte 100.25 100.30 Heff.LudwigLb. 117.60 117.30 Meininger fl. 7 23.85 24.15 Port. St. Anl. 40.40 40.35 4 Wormü .... 105.50 105.50 3 do v. 1885 . . 88.90 88.55 4 do. neue 104.— 104.30 Csac. Agram . 220 — 220 — Pappenh. , 7 26.20 26.40 .3 do....... 25 90 25.95 3‘, WormS .... —.— —*- 3 do. Erg.-Re- . 90.60 90.90 do...... 101.50 101.5a Pest. Staatsb. 805.i/e 300.50 Venediger L^30^ 24.30 84.65 Die OeiKummer 6 Sektes.