Darmstadt. 'M; •* OtRL ^'Uch-anstal. ^Butzbach. S20rn,i< itS* Nr. 232 Donnerstag den 3 October 189* Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger Stbaction, ExpkbitiüL und Druckerei: K4»rstraße?rr.7. Fcrnsprechcr 51. Die Virßener MsmilieuvtLIIer werden dem Anzeiger wSchrntlich dreimal beigelegt. vierteljähriger s AöonncmcntspretF« 2 Mart 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Der chlehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Aints- und Zlnzeigeblntt fnv den Kreis Gieren. Hratisöeikage: Hießener Kamikienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für btw folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Lheil. Gießen, den 1. October 1895. Betrf: Die Ausführung der allgemeinen Bauordnung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Nach § 101 Absatz 4 der Ausführungsverordnung vom 1. Februar 1882 ist uns durch Sie von der erfolgten Rauhbaurevision genehmigungspflichtiger Bauten und der Feuerungsanlagen Anzeige zu erstatten und dabei zu bemerken, ob die Ausführung vorschriftsmäßig erfolgt ist, oder ob und welche Anstände sich bei der Revision ergeben haben und binnen welcher Frist der Bauherr diese Anstände beseitigen will. Da bezüglich einer großen Anzahl von Bauwesen, deren Revision nach Mittheilung der Bezirksbauaufseher bereits erfolgt ist, Ihre nach Vorstehendem zu erstattenden Berichte noch nicht eingelaufen sind, erinnern wir Sie an alsbaldige Vorlage derselben. Zur Vermeidung von Verwechselungen ist hierbei jedesmal das Datum des Baubescheids anzuziehen. v. Gagern. Bekanntmachung. Betr.: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Dem Vorstand des Gewerbehallevereins in Darmstadt ist auf sein Nachsuchen durch Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 21. September d. I. die Erlaubniß ertheilt worden, zu Weihnachten l. I. eine Verloosung von Jndustriegegenständen veranstalten zu dürfen, und zwar unter der Bedingung, daß nicht mehr als 20 000 Loose, zu 1 Mk. das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Procent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet. Gießen, den 1. October 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. o. Gagern. UM "»MKS Pension- ' mit Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 1. October. Dem gestern im Reichstagsgebäude eröffneten Longreß für internationale Erdmessung wohnten u. A. bei: Cultusminister Dr. Bosse, Geheimer LegationSrath Dr. Kayser, Wirkt. Geheimer Legalionsrath Dr. Hamann, Contreadmiral v. Senden-Bibran, General v. d. Goltz, Geheimerath Neumayer und der Decan der philosophischen Facultät, Profeffor Hertwig. Frankreich ist vertreten durch den Akademiker Faye und Professor Tisserano, Preußen durch die Profefforen Förster, Helwart, Albrecht, Loew, Westphal und Generallieutenant Oberhofer als Chef der Landesaufnahme. Die übrigen großen Bundesstaaten haben gleichfalls Vertreter gesandt. Cultusminister Dr. Bosse begrüßte die Versammlung mit einer Erläuterung über die Entwickelung der internationalen Erdmeffung. Redner schloß mit der Hoffnung, daß die in dieser Weise angebahnte Vereinigung der Völker zum gemeinsamen Culturfortschritt sich auch als ein starkes Band deS internationalen Friedens erweisen möge. Dr. Bosse gedachte ferner des verstorbenen Mitgliedes General Bayer und deS hochverdienten langjährigen Präsidenten der Conferenz, General Ibanez, und betonte, der Kreis der Staaten, welcher sich der Convention angeschloffen und diese mehr und mehr erweiterten, werde an Organisation zunehmen und an innerer Ausgestaltung gewinnen. Faye gedachte hierauf ebenfalls mit warmen Worten des Generals Bayer, der den Plan gefaßt, die civilifirten Nationen zu einem gemeinsamen Werke zu vereinigen. Durch ihn sei die Geodäsie der gesammten Wiffenschaft dienstbar gemacht worden. Förster übernahm daS Präsidium und entwickelte den Plan der Geschäfte der Conferenz. Berlin, 1. October. Auch die officiöse „Berliner Sorrespondenz" erklärt nunmehr die Nachricht, daß der Minister für Medicioalangelegenheiten die Arzneitaxe um 25 pCt. zu ermäßigen beabsichtige, als auf Erfindung beruhend. Berlin, 1. October. Adolf Menzel wird anläßlich seines am 8. December dss. Js. stattfiudenden 80. Geburtstages zum Ehrenbürger von Berlin ernannt werden. ES gibt deren zur Zeit nur drei: BiSmarck, Rudolf Virchow mb Robert Koch. Rendsburg, 1. October. Staatsminister Bötticher traf, von Brunsbüttel kommend, heute Nachmittag hier ein und wird heute Abend die Reise nach Kiel fortsetzen. München, 1. October. Dem Vernehmen nach wird der Reichskanzler Fürst Hohenlohe heute Abend auf der Rückreise von Alt-Auffee in seinem hiesigen Palais erwartet. Paris, 1. October. Das „Echo de Paris" veröffentlicht die Briefe, welche Pasteur 1871 anläßlich der Rücksendung deS DoctordiplomS an die medtcinische Facultät der Bonner Univerfität richtete. Depeschen de« Burean .Herold". Berlin, 1. October. Die Ankunft deS Reichskanzler- in Berlin dürfte der „Post" zufolge kaum vor Ende dieser Woche zu erwarten sein. Berlin, 1. October. Der BundeSrath wird, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, in der nächsten Woche seine Plenarsitzungen wieder aufnehmen. Die Meldung der „Kreuz- zettung", wonach die erste Sitzung schon im Laufe dieser Woche stattfinden soll, dürfte sich, wie die „Post" auS zuver- lässiger Quelle erfährt, nicht bestätigen. Berlin, 1. October. Die von einigen Blättern gebrachte Meldung, der Kaiser werde bereits morgen mit der K a i s e r t n in Eberswalde zusammentreffen und beide Majestäten sich von dort nach dem Jagdschloß HubertuSstock begeben, ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge dahin richtig zu stellen, daß endgültige Bestimmungen über die Abreise des Kaisers von Rominten noch nicht getroffen find, diese auch kaum vor Freitag erfolgen dürfte. Berlin, 1. October. Sicherem Vernehmen nach wird der Viehtransport von Dänemark durch den Kaiser- Wilhelm-Canal in allernächster Zett freigegeben werden. Berlin, 1. October. Die „Kreuzzeitung" erklärt an einer Stelle ihres Leitartikels der heutigen Abendausgabe, daß die Nachricht, der Hofprediger a. D. Stöcker sei als conservativerCandidatim ReichStagswahlkreise Herford an Stelle des Freiherrn v. Hammerstein aufgestellt, lediglich auf Vermuthung beruhe, da ihres WiffenS in der Candidaten- frage noch nichts festgestellt sei. Beulheu i. Oberschl., 1. October. Der Raubmörder S o b c z y ck wurde heute zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Karlsruhe, 1. October. Die Kaiserin Friedrich trifft in der ersten Hälfte des October zu kurzem Aufenthalt auf Einladung des Großherzogs in Baden-Baden ein. Paris, 1. October. König Leopold hat während seines Aufenthalts in Paris der Wittwe CarnotS einen Besuch abgestattet. Dieselbe war abwesend und befand sich auf Schloß Presle. Frau Carnot war sehr gerührt über diesen Beweis der Freundschaft. König Leopold ist gestern Abend 11 Uhr 20 Min. wieder in Brüffel eingetroffen. Paris, 1. October. Zwei hohe Offiziere der russischen Armee haben die Nord-Departements Frankreichs besucht. General Bogolubow hat daS Lager von Maubeuge und dessen Garnison besichtigt, Oberst Obolebef, General- stabschef der Abtheilung von Kiew, hat die Garnison von Lille besichtigt. Armee und Bevölkerung haben den beiden Offizieren einen herzlichen Empfang bereitet. Madrid, 1. October. Die in den letzten Tagen herrschenden Stürme haben große Verheerungen an» gerichtet. Der Eisenbahn- und Telegraphen-Verkehr ist vollständig gehemmt. Petersburg, 1. October. Der Czar empfing gestern den Flügel-Adjutanten des deutschen Kaisers, Oberst v. Moltke, um von demselben ein Handschreiben Kaiser Wilhelms entgegenzunehmen. Konstantinopel, 1. October. Gestern hat Hierselbst Seitens der Armenier eine Demonstration stattgefunden, welche in einen blutigen Kampf zwischen Armeniern, Moha- medanern und GenSdarmerie ausartete. Ueber zwanzig Armenier und mehrere Gensdarmen wurden getödtet- auch ein Gendarmeriecapitän befindet fich unter den Tobten. Zahlreiche Verwundungen kamen vor. Die Zahl der vorgenommenen Verhaftungen beträgt mehrere Hundert. Unter der Bevölkerung herrscht große Aufregung, sodaß neue Rencontres zwischen Armeniern und Mohamedanern zu erwarten find. Newyork, 1. October. Nach Meldungen auS Bogota verhinderten die daselbst wohnenden Franzosen die deutsche Colonie, daS Sedanfeft durch einen Umzug festlich zu begehen. Es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre es zu einem blutigen Zusammenstoß gekommen. Rio be Janeiro, 1. October. Das deutsche Packetboot „Uruguay" ist in der Nähe von Calo Rio gescheitert. Der Krieg von 187VP1, geschildert durch Ausschnitte aus ZettungS-Nummern jener Zett. (Nachdruck verboten.) 3. October. Die in TourS refidirende französische Regierung will wirklich Ernst machen mit dem öfter angekündigten Massen- Aufgebot. Außer den Freiwilligen sollen alle Männer vom 21. bis 40. Jahre in die Mobilgarde treten und auch die gedienten Soldaten vom 25. bis 35. Jahre fich dieser anschließen, bis der Kriegsminister sie in die Linie eingereiht. Der alte, 73jährtge ThierS ist am Ende feiner Bitt- fahrt angekommen. Von den Herren Favre und Genossen hatte er den Auftrag erhalten, die Herzen der Neutralen zu bewegen, damit diese um Barmherzigkeit willen zu Gunsten des gedemüthigten Frankreichs vermitteln und vor allem verhüten sollen, daß Frankreich nicht um eine oder zwei Provinzen verkleinert werde! In dieser seiner Bettelfahrt liegt fürwahr ebenso große poetische Gerechtigkeit, wie in der Fahrt Napoleons nach WtlhelmShöhe. ThierS bringt nicht- heim, als Körbe, trotzdem er den Frieden gegen 2500 Millionen Kriegsentschädigung, gegen die Schleifung von Straßburg und Metz und gegen die Abtretung der halben Flotte und nöthigen- falls einer Colonie erkaufen wollte. Schwurgericht. W. Gießen, den 1. October 1895. In der Sache gegen die Familie Ring von Friedberg wurde bis heute Nachmittag 4 Uhr verhandelt. Der Ehemann Joseph Ring wurde wegen räuberischer Erpressung auS § 255 des R.-Str.-G. in einem Fall, wegen des Versuch- der räuberischen Erpressung, wegen Erpressung aus § 253 des R. - Str. - G., sowie wegen Kuppelei aus §180 des R.-Str.-G. zu einer GesammtzuchthauSstrafe von 6 Jahren verurtheilt. Die Ehefrau Ring erhielt wegen räuberischer Erpressung auS § 255 des R. - Str. -G, wegen des Versuch- zu diesem Verbrechen, wegen Erpressung aus § 253 deS R.-Str.-G-, sowie wegen falscher Anschuldigung, § 164 des R.-Str.-G., 3 Jahre 9 Monate Zuchthaus. Der Sohn Wilhelm Ring wurde der Beihülfe der räuberischen und einjachen Erpressung auS §§ 255, 253, 49 deS R.-Str.-G. für schuldig erklärt und in eine Gefängnißstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurtheilt. Gegen die Eheleute wurde der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren ausgesprochen und ferner wegen der Gemeiugefährlichkeit ihrer Handlungsweise auf Polizeiaufsicht erkannt. — Dem Ioseph Meyer von Friedberg, gegen welcheu die Rtng'sche Ehefrau die falsche Anzeige wegen Verbrechens aus § 177 des R.-Str.-G. (Nothzucht) erstattet hatte, wurde die Publtcationsbefugniß desjenigen Thetls der UrtheilS zugesprochen, welcher diese Materie üetrifft. Aus den UrtheilSgründen, welche der Vorsitzende, Land- gerichtsrath Jung, verkündete, ging hervor, daß das angeklagte Ehepaar bet Begehung der Strafthaten einen hohen Grad sittlicher Verkommenheit an den Tag gelegt, daß man durch den Erpressungsversuch vorübergehend daS Glück einer Familie zerstört hat- daß besonders der Angeklagte Joseph Ring ein brutales und gewaltthätiges Verhalten an den Tag gelegtund daß erhebliche Vermögensschädtgungen, in einem Falle bis zu 4000 Mk., vorgekommen seien. Für den Ehemann ist noch besonders erschwerend, daß er die Ehre seiner eigenen Frau zum Opfer gebracht. Die Angeklagten erkannten die Rechtskraft deS UrtheilS sofort an. Gießen, den 2. October 1895. Heute Vormittag wurde verhandelt gegen den Schmied Julius Krämer von Auma, 20Jahre alt, wegen Diebstahl und Bettelns vorbestraft, und dessen Bruder, den Schuhmacher Wilhelm Krämer von Stedten, 22 Jahre alt, wegen Bettelns vorbestraft. ES handelt sich um daS Verbrechen der Nothzucht, welches am Morgen des 17. Juni d. I. von dem einen der Angeklagten unter Beihilfe des andern an einer Fabrikarbeiterin auf der Straße zwischen Gießen und Lollar versucht worden ist. — Die Anklage vertritt StaatSanwalt Zim m e r m a n n, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt W ei d i g. Die Angeklagten find im Allgemeinen geständig, weshalb nach Vernehmung von drei Zeugen auf wettere Beweisaufnahme verzichtet wurde. Die Geschworenen (Obmann Trapp-Friedberg) bejahten die an sie gerichteten Schuldfragen und verneinten das Vorliegen mildernder Umstände. Die Anklagebehörde beantragte gegen Julius Krämer 2 Jahr, gegen Wilhelm Krämer 1 Jahr 6 Monat Zuchthaus und gegen beide Angeklagte Verlust der bürgerlichen Ehren- rechte auf die Dauer von 5 Jahren, hinweisend, daß hier eine harte Strafe eintreten müsse, um die Sicherheit unserer Staatsstraßen für die Folge zu gewährleisten. Die Der- rheidigung bittet um eine wesentlich niedrigere Bestrafung der beiden Angeklagten. Der Gerichtshof erkennt gegen Julius Krämer auf 2 Jahre, gegen Wilhelm Krämer auf 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus und gegen beide auf Verlust der bürger» ltchen Ehrenrechte dem Anträge der Staatsanwaltschaft gemäß. Je 6 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft werden beiden Angeklagten von der Strafe in Abrechnung gebracht. üeakf tm$ prwtmfceCtes» Gießen, den 2. October 1895. •• Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, dem ordentlichen Professor in der theologischen Facultät der Landes Universität Dr. Heinrich Adolf Kästlin den Character als „Geheimer Kirchenrath" zu ertheilen. ** Kirchliche Dtevftuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, der durch die DecanatSsynode deS DecanatS Schotten für die Zeit bis zum Herbst 1898 vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Reinhard Mtckel zu Gonterskirchen zum Stellvertreter des DecanS des DecanatS Schotten die Bestätigung zu errheilen. **b. Concertvereiu. Am Montag den 30. September fand die diesjährige Generalversammlung des Concert« Vereins statt. Der verhältnißmäßig zahlreiche Besuch derselben war wohl dem Umstand zuzuschretben, daß auf der Tagesordnung das Ersuchen der evangelischen Gemeindevertretung um Verlegung der Loncerte auf Wochentage stand. Die eingehende Debatte hierüber, an der sich fast sämmtliche erschienenen Mitglieder deS Vereins beteiligten, ergab eine erfreuliche Uebereinsttmmung der Ansichten des Vorstandes und der übrigen VereinSmitglieder. In einer längeren Ausführung faßte der Vorsitzende, Herr Geh. Hof' rath Oncken, alle Gründe zusammen, die wider die Verlegung sprachen, ja auch nur den Versuch einer solchen ganz unmöglich erscheinen lasten. Er wies darauf hin, daß der Aufschwung, den der Verein in den letzten Jahrzehnten genommen, genau von dem Zeitpunkt baitre, wo die Concerte auf den Sonntag Nachmittag verlegt wurden, daß eine Zurückverlegung auf die Abendstunden der Wochentage unfehlbar eine völlige Zerrüttung deS Vereins zur Folge haben würde. Innerhalb der Bürgerschaft Gießens sei die Thetlnahme an den Concerten außerordentlich gewachsen, und zahlreichen Nachbarorten sei der Besuch derselben erst durch die Ver- ' gung auf den Sonntag Nachmittag möglich geworden. Der Verein zähle jetzt 61 auswärtige Mitglieder, die ihm eine JahreSeinnahme von 700 Mk. zubrächten - es sei eine Forderung sowohl der Billigkeit als des eigensten Jnterestes deS Vereins, hierauf Rücksicht zu nehmen. Es sei endlich auch nicht einzusehen, wie durch die fünf Concerte des Vereins das religiöse und kirchliche Leben der Gemeinde irgendwie geschädigt werden könne. Die Generalversammlung schloß sich durchaus diesen Ausführungen an und beschloß einstimmig, daS Ersuchen der Gemeindevertretung abzulehnen. Rascher wurden die übrigen Punkte der Tagesordnung erledigt. Der Rechenschaftsbericht wurde gebilligt, ebenso die durch die Finanzen des Vereins erforderte Erhöhung des Zuschlags für AbonnementSsperrsitze um 1 Mk. (also etwa 17 Pfg. pro Concert)- endlich wurde der seitherige Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. ** Die von der hiesigen Naturalverpflegstation unterstützten Durchreisenden haben bekanntlich für ihre Verpflegung Morgens zwei Stunden zu arbeiten. Gestern Morgen wollte nun ein hiesiger Einwohner drei von diesen Leuten, die sich auch freiwillig meldeten, mit KartoffelauSmachen beschäftigen und wurde diesen deshalb die Arbeit auf der Verpflegftation ertasten- kaum aber auf dem Acker angekommen, ließen sie die Geräthe liegen und schoben ab. — Ein Schretnergeselle, der sich hatte unterstützen lasten und dem von einem Meister Arbeit angeboten wurde, erklärte, er habe erst in Caffel gearbeitet und arbeite jetzt nicht schon wieder. Ein zweiter Schretnergeselle, dem Arbeit angeboten wurde, lehnte solche ebenfalls ab. — Von einem hiesigen Tapezier wurde ctn Gehülfe gesucht, es fand sich auch ein solcher auf der Herberge, aber die Arbeit lehnte er ab- kurz darauf erschien er aber bei demselben Meister und hielt um ein Geschenk an. *• Zur Kartoffelernte. Da bereit« allenthalben die Kartoffeln ausgemacht werden, so dürfte die Thatsache nicht unberücksichtigt bleiben, daß Kartoffeln, wenn sie bet heißer Witterung in den Keller kommen, leicht faulen. In Rheinhesten und in anderen Gegenden schüttelt man die Kartoffeln auf einen Haufen, übergießt sie kräftig mit frischem Master und läßt sie über Nacht im Freien liegen. Erst am anderen Morgen dringt man sie nach erfolgter gehöriger Abkühlung in den Keller. Grünberg, 30. September. Heute wurden hier vier Zigeunerinnen gefänglich eingebracht, die in dem nahen Lauter dem diesem Völkchen wohl nicht mit Unrecht nachgesagt werdenden Handwerk, daS doch im Gesetz mit strenger Strafe bedroht wird, obgelegen hatten. In einem Hause zu Lauter, besten Hausfrau krank zu Bette liegt, hielten fünf Zigeunerinnen Einkehr; daß sie eine kranke Frau antrasen, welche sich in keinerlei Weste widersetzen konnte, kam ihnen gerade gelegen, und so durchstöberten sie alle Kisten und Kasten und nahmen, wie uns mitgetheilt wird, alles was ihnen gefiel. In einem an der Wand hängenden Kleide erwischten sie ein Portemonnaie. Sie versuchten sogar, der kranken Frau daS Betttuch unterm Leibe hervorzuziehen. Nach verrichteter Heldenthat flohen sie in der Richtung nach Ruppertenrod, wo sie indrsten erwischt und durch drei Gendarmen dem hiesigen Amtsgericht zugesührt wurden. — Ist denn dieser Landp'age gar nicht zu ' steuern? Wäre etwa eine Entziehung der Reiselegirimation nicht möglich? Gr. Anz. Bad Nauheim, 30. September. Bei der kürzlich statt- gehabten Versteigerung des Ober-Mörlener Gutes des Freiherrn Victor o. Nordeck zur Rabenau aus Gießen hatten Freifrau v. Fechenbach- Laudenbach aus Dieburg und Freiherr Friedrich v. Nordeck zur Rabenau aus Groß - Stetnheim das Höchstgebot mit 167 500 Mk. emgelegt. In der heute stattgehabten Sitzung der Jatereffenten wurde, eine achttägige Widerrufsfrist Vorbehalten, den erwähnten Letztbierenden der gerichtliche Zuschlag erthestt. DaS zum Gute gehörige, herrlich gelegene, trotz seinem Alter noch im trefflichen baulichen Zustande befindliche Schloß hatten s. Zt. Vertreter der Provinzial- regierung in Gießen zum Zwecke der Herrichtung eines ProvinzialfiechenhauseS besichtigt, der Plan wurde jedoch aufgegeben, da die Kosten deS Um-, bezw. Anbaues sich als zu hoch erwiesen hätten. Darmst. Ztg. § Grebenhain, 29. September. Im Auftrage des deutschen Ingenieur- und Architecren-Vereins find hier zwei Zeichner thätig, um zwei Gebäude aufzunehmeu behufs Ausgabe eines Werkes (Aufnahme alter Bauernhöfe). ES ist daS HauS deS Bürgermeisters Schmalbach zu Crainfeld, welches im Jahre 1641 in allrmanischem Baustile erbaut worden ist- daS Gebäude gehörte früher einem qewisten Frhrn. Ellenberger, welcher einen Edelhof hier besessen hat. DaS Holz an diesem Gebäude ist schwächer, die Schnitzerei dagegen schöner, alS daS zweite Gebäude, welche- sich in Ilbeshausen befindet. ES ist eine Mühle des Heinrich U sing er I., die „Hanse-Mühle", auch im DolkSmunde der Sage nach die sog. „TeufelSmühle" genannt. Diese Mühle ist in fränkischem Baustil erbaut, daS Holz ist stärker, jedoch weniger verziert. Diese beiden Gebäude find schon mehrere Male ausgenommen worden, theilS photographisch, theilS durch Zeichner. §§ Crainfeld, 30. September. Unserem Ort stehen zwei schöne Festtage bevor, nämlich am Sonntag den 13. October die Einweihung unserer Gemeindewasserleitung. Ein Fest Ausschuß ist bereits gebildet, welcher die nöthigen Vorbereitungen treffen wird. Obwohl ja Anfangs Mißtrauen gegen daS Unternehmen laut wurde, wegen den hohen Kosten, so ist man doch jetzt froh, eine Wafferleitung zu besitzen, denn bei der gegenwärtigen trockenen Witterung müßte daS Wasser in Fäffern etwa eine halbe Stunde weit hergeholt werden. Die Gesammtkosten der Wasserleitung stellen sich auf 22- bis 23,000 Mk. Wie wir hören, beabsichtigen noch mehrere höher gelegene Orte Wafferleitung anzulegen, nämlich Herbstein, Hartmannshain, Herchenhain u. s. w. — Als zweite Festlichkeit ist die Einweihung der neu reparirten Kirche und der neuen Orgel zu bezeichnen. Letztere ist aus der bekannten Orgelbauanstalt von Förster in Ltch. Laubach, 30. September. Heute wurde der in der Pacht des Herrn Hofapothekers Roßbach befindliche „obere Ziegelhütlner" Teich gefischt. DaS Ergebntß war ein überraschend günstiges, indem etwa 60 Centner Karpfen und Schleihen gehoben wurden, wovon jedoch der wett größere Theil als Setzbrut dem Tetchwaffer wieder zurückgegeben werden mußte, dem kleineren Theile machte eine fröhliche Gesellschaft im Schützenhofe sein Ende. Darmstadt, 1. October. Der Kaiser-SchießpreiS für Feldartillerie ist außer drei anderen Batterien auch der 4. Batterie unseres Großherzogl. Feld Artillerie CorpS zuerkannt worden. Ihr alS praktischer Schießmeister in der Armee rühmlichst bekannter Chef, Hauptmann Lang, erhält vom Kaiser einen silbernen Ehrenschild alS persönliches Geschenk, das Regiment eine Bronzebüste deS Kaiser- in sein Cafino und die Unteroffiziere und Mannschaften tragen ein bereits angelegtes außerordentliches schmucke- Abzeichen am rechten Oberarm. Dasselbe besteht in einem auS vergoldetem Zinnguß hergestellten Embleme und stellt zwei gekreuzte Geschützrohre dar, die von Eichenlaub umrahmt sind, worüber die Kaiserkrone thront - darunter ist zu lesen: SchießpreiS 1895. N. H. V. Lampenheim, 29. September. Dor einiger Zeit wurden hier durch einen herumziehenden Händler Blumenzwiebeln feilgeboten. Wie sich nunmehr herausstellt, find die Käufer einem frechen Betrüge zum Opfer gefallen- die für 30 und 40 Pfennig erworbenen Zwiebeln trieben nämlich statt der erwarteten Hyazinthen und Tulpen — Herbstzeitlosen. , A Mainz, 1. October. Zu 12 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren verurtheilte heute Abend daS hiesige Schwurgericht den erst 19 Jahre alten Taglöhner Ernst Krieg auS Kreuznach wegen vorsätzlichen TodtschlagS. Ohne daß irgend ein Wortwechsel vorhergegangen, hat Krieg auS Rache einem verheiratheten Collegen, mit dem er in OberhtlberSheim Wein mit einer Fuhre holte, bei Gensingen eine Sielscheite über den Kopf geschlagen und zwar derart, baß der Schädel de- Geschlagenen vollständig zertrümmert wurde und der Tod deS Getroffenen sofort eintrat. Nach der rohen That bekümmerte sich Krieg nicht' im Geringsten um sein Opfer, ließ die Leiche ruhig liegen und begab sich in ein nahes WirthS- HauS, wo er, ohne die geringste Aufregung zu zeigen, Bier trank und Cigarren rauchte. — Die rheinhessischen Notare, 30 an der Zahl, hielten heute hier ihre jährliche Generalversammlung ab. vermischtes. * Ms. Marburg. 1. October. In dem benachbarten Dorfe Bürgeln ist vor einigen Tagen der Milzbrand auSgebrochen. Eine Kuh des AckerSmannS Theis ist bereits verendet. Die erforderlichen Polizetmaßregeln find sofort ergriffen. * Marburg, 30. September. Der Gesangverein Lieder- tafel brachte heute Abend, wie die „Oberh. Ztg." meldet, im Museum bei Gelegenheit der Jahresversammlung deS hesfischen DolkSschullehrervereinS u. A. auch zum Vortrag baß von dem verstorbenen LandgerichtSrath Bork gedichtete, von dem Mufikdirector Ö. Krauße in Gießen componine und dem Lahnthalsängerbund gewidmete: I m Hinterland. Trüben im Hinterland bin ich so gern. Nach Lahn und Ederstrand zieht mich - von Fern WaldeSgrün, WaldeSdust, Fr,sch freie Berge-lufl Weckt dort die Wanderlust, Schwellt mir die Brust. Schau ich von steiler Höh bann über- Land, Grüßen mich Äopf an Kopf Freunde bekannte Hast,prachi und Halenroth, Schwanett, noch keiner tobt, Fest wie vor tauienb Jahr'n, Treu immerdar! Fern auS dem Süden winkt Felbberg mir zu Nördlich au- WaldeSgrün Chrtstenberg Du! Naffau und Heffenland Reichen sich hier die Hand, Der Provinz ..Bindestrich- Jst'S Hinterland. Hab ich genug gekneipt Lust und Natur, Folg ich zum WirthShauS bann gerne der Spur Deutschen Land s Herrlichkeit Sei dort ein Glaß geweiht- Dir gehört allerwärtS Heimath mein Herz. • Ms. Bau der Rhon, 1. October. Bei einem Brandt in dem armen Rböndorfe Oberelsbach find von tei 250 Häusern deS MarktfllckenS 180 total eingeäschert, ferner etwa 250 WirthschaftSgebäude mit allen Donäthen. Gereuet wurde die Kirche, das Gemeindehaus, die Schule, ein Gastbof. Man nimmt Brandstiftung an. Der Jammer und die Noch der sehr armen B völkerung find groß. • Frankfurt a M., 1. Oktober. Die 18. Hauptversammlung deS Allgemeinen deutschen Frauen- verein- ist heute zusammengetreten- sie ist au-25 Städte, beschickt. Oberbürgermeister AdickeS begrüßte sie Namen- der Stadt. Auguste Schmidt au- Leipzig berichtete über die bisherige Thätigkeit. Hierauf fanden geschäftliche Berathunge, statt. * Frankfurt a. M., 1. October. Der gestern Morgen 10 Uhr eröffnete diesjährige Obst markt ist bester beschickt, als man bei der im Allgemeinen geringen Obsternte erwarten konnte. Bis heute Mittag 1 Uhr logen 326 Anmeldungen vor. Am meisten find Aepfel vertreten, die etwa 3/s ^S AngeboteS ouSmochen. DaS andere Drittel bilden Birnen, Zwetschen rc. Außerdem sind am Markte Obstproducte, Verpackungsmaterial, Maschinen rc. Die Preise find sowohl für Tafel- a'S WirthschaftSobst erheblich höher, al- in den Vorjahren, namentlich ist der Preisunterschied gegen 1893 ein namhafter. Die Nachfrage ist gut, und e- wurden heute Vormittag große Mengen der verschiedensten Ovstsortea, u. A. 12 Waggons Kelterobst verkauft. An Kelterobst waren heute Vormittag angeboten 47 Waggon- Aepfel und siebe, Waggon- Birnen. Für den morgigen zweiten Markttag stehen noch weitere größere Anmeldungen in Aussicht. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten der/ ÜooS und I. M. Schulhof. Bremen, 30.September. (Per tran-atlantischen Telegravy.j Der Schnelldampfer Weimar, Capt. E. Steenken, vom Norddeutsche» Lloyd In Bremen, ist heute 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten t» Newyork angekommen. Citeratar und A«nst. — Otto HübtterS geographisch-statistische labttUn für 1895. 44 Jahrgang. ») Buch-AuSg-bt in Taschenformat cariotmnt 1.20 Mk. b) Wandtafel Ausgabe 60 Pfg. HerauSgegeben von Uni» versttäls-Profesfor Dr. Fr. von Jurafchek, Regierungsrath in der k. u. k. österreichischen statistischen Central Eommrssion in Wien. — Der Inhalt derselben ist, wie stets, so auch für den neuen Jahrgang nach den nrueft«n und zuverläisigstcn Forschungen ergänU und berichtigt und umfaßt: Name, RegierungSform, Staats Oberhaupt, Flächeninhalt, Bevölkerung, Dolksdichttgkeit. Ein- und «u-wanderung. ÜHationaliläten, Reiigionsbekenntniste, Staat- Einnahmen, AuSgadcn und Schulden, Staattv-plergeld, Banknotenumlauf, Stehende-Heer, Kriegsflotte, Handelest • u, Ein- und Ausfuhr, Haupierzeugniffe, Münzen und deren We td to Reichsmark, Gewichte, Längen- und Flächenmaße, Hohlmaße für Weine und Getreide, Länge der Eisendahn- unb Telegraph-nlinten, Einwohnerzahl der Hauptsiädle und der wichtigrten Orte aller S aaten bet Erbe. Für sämmtliche Staate» Europa- Vergleiche über bie Volksbewegung unb Volksbildung, die Elementar-Schulen, Boden- unb Jnduftrieprobucte, HauSihiere, per 1000 Einwohner versendeten Briefe, Zeitungen, Telegramme usw. WSchkutlich« llederstcht der lobeäfafle in Siebe» 39. Woche Vom 22. September bi« 28. September 1896. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Marrn Miliä,). Sierblichkeitüziffcr: 27,85, nach Abzug von 6 Ortsfremden 13,92's. Kinder E? ft erben en: Zusammen: Erwachsene: toi vow 1. Lebensjahr: 2.—16. Jahr: Unterleibstyphus 11 — — Herzleiden 1 (1) 1 (1) — — Bösartiger Neubild. 1 (1) 1 (1) — Lungenbluischlag 1 (l) 1 (1) — Aneurysma 1 (1) 1 U) — Verunglückung 1 (1) 1 (l) — — Atrophie 1 — 1 Angeborene LebenS- schwäche 1 — 1 — Syphilis 1 — 1 DiphlheritiS 1 (1) — 1 (1) Diarrhöe ______2________—________—________2 Summa: 12 (6) 6 (5) 4 (1) Anm. Die m Klammern gefetzten Zistern gev«» an, wie rHdi bet Todesfälle to der bettest enden Krankheit auf von auSwätt» nd Gießen gebrachte Kranke kommen.____ UircklickeAnzeigen-er evang.«Scn,ern»e In der Iodanne-kircha. Donnerstag den 3. Oclober, vormittag- 9 Uhr: Gotte-dfeaft »ur Eröffnung der DeeanatSfynode. Pfarrer Sommerl ad voa Watzenborn.________________ — Ball-Seidenstoffe v. 60 Pfg. bi« 18.65 p. Met. - sowie schwarze, weiße und farbige Leide von 60 Ps. dl« Mk. 18 65 p. Met. glatt, gestraft, karriett gemustert, Damaste rc. lca. 240 oersch. O-ual. unb 2000 verfch. Fmbw DefsinS rc). porte und •teeerfrel Ina Hui Muster umgehend. 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I. gekündigten Triebviertel, sowie weiter ein Acker in der Schwarzlach, einer am Hamm und ein Acker am Wismarerweg sollen Montag de« 7. October d. I., von Vormittags 8 Uhr an, anderweit verpachtet werden, mit Zusammenkunft am Nassauer Hof. Be' merkt wird, daß des Vormittags die links der Grünbergerstraße gelegenen Trieboiertel und von Nachmittags 3 Uhr ab die rechts der ©rünberger straffe gelegenen Triebviertel, sowie die bezeichneten drei Aecker zum Ausgebot kommen. Gießen, den 1. October 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 8176 Gnautb. Bekanntmachung. Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Donnerstag den 3. bis einschließlich Donnerstag den 10. Oktober b. Zs., auf dem Bürgermeisterei-Büreau zu Jedermanns Ein« ficht offen. Innerhalb jener Offenlegungsfrist ist gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache zu erheben. Gießen, den 1. October 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 8182 Alice«Schule. Der Unterricht im Wintersemester beginnt Montag den 14. October. Die Aufnahme der Schülerinnen erfolgt Morgens 10 Uhr. Vom 15. October bis 15. December findet wieder ein Cursus für Weihnachtsarbeiten statt. Nähere Auskunft und vorherige Anmeldung bei 8153 Frl. L. Moeser, Gartenstraße 30. Alice - Kochschule. | Montag den 7. Oetober nimmt die Schule ihren Anfang. Anmeldungen werden in der Schule (Oswaldsplatz) entgegengenommen. Anfgkbolsvtrfthren. Auf Antrag des Jacob Dem, der Maria Christina Arch, der Anna Elisabetha geb. Dem, Ehefrau des Johannes Burk, und der Elisabetha geb. Arch, Wcktwe des Eberhard Da masky, sämmtlich von Watzenborn, werden die Erben der durch Aus- schlußurtheü des unterzeichneten Gerichts vom 19. September 1895 für tobt erklärten Maria Christine Dern, geboren am 6. Februar 1819 zu Watzenborn, Tochter des Melchior Dem und deffen Ehefrau Katharina Eliiabetha, geb. Archin, aufgefordert, ihre Ansprüche auf deren etwa 500 Mk. betragenden Nachlaß spätestens in dem Aufgebotstermine Donnerstag, den 5. December 1895, Vorm. 10 Uhr, geltend zu machen und durch Nach, weis ihrer Erbeneigenschaft näher zu begründen, widrigenfalls der Nachlaß den sich meldenden und sich legi- timuenben Erben verabfolgt werden wird und sie bei deffen Regelung keine Berücksichtigung finden können. Gießen, den 20. September 1895. Großherzogliches Amtsgericht. 8156 Zimmermann.______ Aufgebot. Johannes Ebel, geboren am 1. Juni 1805 zu Großen-Lindeu, ist seit vielen Jahren verschollen. Sein Kurator Konrad Ebel I. von Lang-Göns hat beantragt, ihn für tobt zu erklären. Johannes Ebel wird daher o^fgefordert, sich spätestens im Termine Montag, den S. December 1895, Vorm. 11 Uhr, zu melben, widrigenfalls er für tobt erklärt und sein Nachlaß den gesetzlichen Erben ausgeliefert werden wird. Gießen, den 26. September 1895. Grobherzogliches Amtsgericht. 8157 Dornseiff. Verdingung von Pflasterarbeit. Die Umpflasterung der Korn- Llumengasse (150 qm) soll Donnerstag, den IO. d. M., Vormittags W/a Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen «ährend der Dienstftunden bei uns offen. Angebote auf vo. gedrucktem, bei uns erhältlichem Formular sind bis zum genannten Termine einzu- r-eichen. Zufchlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 1. October 1895. Das Stadtbauamt. 8175 Schm andt. Arbeitsvergebung. Samstag den 5. October, Vormittags 9 Uhr, sollen auf unterzeichneter Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Accord gegeben werden: veranschlagt zu Mk. 1) Eine hölzerne Brunnen- Pumpe zu liefern . . 60.— 2) Liefern und Legen einer Brunneneinfassung von Lungsteinen .... 26.— 3) Liefern und Einpaffen eines Deckels von Eichenbohlen ......8.64 4) Liefern, Zerschlagen und Eindecken von 30 cbm Unterhaltungssteinen. . 150.— 5) Liefern II. Sorte Schichtsteine und Pflaftemng von ©offen .... 200.— Bersrod, am 1. October 1895. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. ___________Bücher._______8154 Arbeitsvergebung. Samstag den 5. October, Vormittags 10 Uhr, sollen auf unter zeichneter Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen für die Gemeinde Winnerod öffentlich in Accord gegeben werden: veranschlagt zu Mk. 1) Chaussirungs- u. Pflasterarbeiten ...... 482.— 2) Kleinschlaglieferung . . 750.— 3) Desgleichen .... 100.— Bersrod, am 1. October 1895. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Bocher. 8155 Bekanntmachung. Von unterfertigter Anstalt wird ein oerbeiratbeter Schnldiever gesucht. Militäranwärter ober solche, die ähnliche Stellen innegehc bt Haber, bevorzugt. Eintritt am 15. Oktober eoent. 1. November. Gewährt wird freie Wohnung nebst Heizung und Beleuchtung, veranschlagt zu 250 vN. und 500 JL in Baar. Nebeneinnahmen bis 170 v* und mehr, je nach Verwendungsfähigkeit zugesichert. Das Nähere zu erfahren durch die Direktion- Friedberg, den 1. Oktober 1895. Grotzh. Obstvanschnle und landw. Winterschule Friedberg. _______Dr. von Peter. 8163 Wirihschast oder Photograph. 6095] In her Licherstraße steht ein Anwesen, Wohnhaus, in welchem Wirth- schäft betrieben wurde, Hinterbaus, Haus- gartchen rc., zu ausnahmsweise günstigen Bedingungen zum Verkauf. Auskunft ertbeilt A. Baxbanm, Sensal, Marburg Topfkuchen z backt man mit Dr. Oetker’s Backpulver ä 10 Pfg. Depot s Gehr. Adami. । GelkgkicheitskNf. Von einer Fabrik, welche durch Erb, schäft in andere Hände übergegangen ist, haben wir einen Posten Ketttuch-Reinleinen, Sktttuch-halbleinen nnd Gerstenkorn-Handtücher zu ganz außergewöhnlich niedrigen Preisen übernommen. Die Waare ist vollständig tadellos und durchaus fehlerfrei. Wir bitten unsere werthen Kunden, sich von der außergewöhnlichen PreiSwürdig- keit dieser Leinen recht bald zu überzeugen, da bei solchen Ausnahme, Preisen auch der größte Posten Maare sehr schnell verkauft wird- 7887 C. 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Programme durch die Direetion 699122 {Architekt P. Httrlf« Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Elisabeth© Kimmel, geb. Deibel, heute Nachmittag */,4 Uhr nach kurzem, aber schweren Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Der tieftrauernde Gatte L« Kimmel, Schutzmann. Giessen, den 1. October 1895. , 8181 Die Beerdigung findet Donnerstag, Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Marburgerstrasse 34, aus statt. 8184 Vermischte Anzeigen. Die glückliche Geburt eines gesunden Knaben zeigen hocherfreut an zu nehmen. Um stille Theilnahme bittet Namens der trauernden Hinterbliebenen: H. Wehrheim, Lehrer. Giessen, den 2. October 1895. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. October, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Aster weg 53, aus statt. S. Voehl und Frau. Gießen, den 1. October 1895. (8177 Todes - Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass es dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben Gatten, Vater, Schwiegervater und Grossvater Herrn Jacob Häfner, Lehrer in Rodheim v. d. H., während eines Besuches dahier gestern Abend 11 Uhr nach längerem Leiden zu sich 5892J Zwei tndnanberg. möbl. Zimmer tm mittleren Stock zu vermtethen- 8. Tktrt I. Wwe., Neuenweg 39 8086] Möblirtes Zimmer zu vermiethen ____?tzrankf«rtu:ücaon: L. Sck ryd». — Druck und Brrlog der Brühl'schen UnivrrptälS Buch« und Turnverein. GESR: 1846 Die regelmäßigen Turnstunde» finden wieder mit folgender Emtheilung Abends von 8—IO Uhr statt. Dienstag: Riegenturneu. Mittwoch: Kürturnen u. Fechten. Donnerstag: Turnen der Damen» riege. Freitag: Riegenturneu. Lamstag: Turnen der Männer» riege. Wir bitten um pünttlichen Besuch der UebungSstunden. 8122 Der Vorstand. Verein Geselligkeit. Lamstag den 5. October, Abends 8 Uhr, im Saale des ,.Caf£ Leib“ IHrK" Feier des 9. Stiftungsfestes, verbunden mit ofrat lJ langt eMtx Big htabgt »Mhn 'lufchor ''naaziell ^»achsen l" *-ffl Sortf, 1 f- to SS toi dttthki