n! « eme8 Harz. in ick6”? Reuden 7 ■ >ÄhlT "* ’T“5*1»' öS* ' 7-^uv-ücr a Lr^~~-~L2^ono^ *** 721| **«*. 61. Gravuren etc.) nn M **9i Bahnhofsfr, 29 B,eichen w I8U ärztlicher Seite aufc Beete Weine Preise. F eine, deflgl teilet en Cognac [ommende Ingelheimer Rothwen eimer "Weisswein) oi ine. JwMity [eil i UW>M U. 23 wart) in’s Haus. WM-isO •S8*1 fJÄ-»' cker, G^che«' ÄS5** liefert und stellt au| 5arl Stohr L ^6ä?Uyw^' XMXXa*<ä mei Achen: . PU Flasche 18 U ^0 , SBg." Rr. 206 Erstes Blatt. Dienstag den 3. September Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener AamikienSrälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 189» kierteljähriger Abonntmeuts^reisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöget» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstrahc Ar, 7. Fernsprecher 51. Asnts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. Hratisöeitage: Gießener Aamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux de» In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Zteutfte Nuchrichten. Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin, 1. September. Heute Vormittag hat in feierlicher Weise die Einweihung d er Kaiser-Wtlhelm- G edächtnißkirch e im Beisein des KaiserpaareS, der Großherzogin von Baden, zahlreicher Fürstlichkeiten und einer glänzenden militärischen Suite stattgefunden. Der Kurfürstendamm, woselbst die Kirche errichtet ist, war mit Guirlanden, Fahnen und Blumen prächtig geschmückt. Schon lange vor Beginn der Feier hatte die Ehrencompagnie mir ihren Fahnen, die Amerikaner und eine große Anzahl deutscher Veteranen, co. tausend Schulkinder, alle festlich geschmückt, sowie ein äußerst zahlreiches Publikum auf dem Festplatze Aufstellung genommen. Um 10 Uhr brach das Kaiserpaar auf, die Glocken der Kaiser Wilhelm-Gedächtnißkirche, sowie sämmtlicher evangelischen Kirchen Berlins, CharlottenburgS, Schönebergs und Wilmersdorfs begannen in diesem Augenblicke zu läuten. Gleich darauf erfolgte die Ankunft der Großherzogin von Baden. Nach dem Abreiten der Fahnencompagnie durch den Kaiser und unter dem Spiel der Milttärmusik begab sich das Katserpaar die Kirchstufen hinan, daselbst vom HauSminister v. Wedell unter Ueberretchung deS Schlüssels zur Kirche begrüßt. In seiner Ansprache gedachte der Minister des Kaisers Wilhelm I. und der 25jährigen Wiederkehr der Schlacht bet Sedan, besonders betonte der Minister, daß Arm und Reich dazu beigetragen haben, die Kirche zu erbauen. Hierauf übergab der UnterstaatSsecretär Dr. Fischer zum Andenken an die Kirchenwethe der Kaiserin als Protectorin des Baues einen vergoldeten Schlüssel. Es erfolgte dann unter dem üblichen Ceremoniell die Erschließung und Oeffnung der Kirchenthüre und das Betreten der Vorhalle der Kirche durch das Katserpaar. Gleichzeitig begaben sich durch die anderen Portale die Ehrengäste und die Geistlichkeit in das Gotteshaus. Während des Einzuges spielte die Musik: „Die Himmel rühmen deS Ewigen Ehre" und das „Halleluja" auS dem „Messias" von Händel. Es folgten zwei Gesänge deS kgl. DomchorS und der Gemeinde, dann hielt der Gene- ralsuperintendent Faber eine Ansprache und den Weiheact. Er hob die große Frömmigkeit Kaiser Wilhelms I. und dessen Fürsorge für den niedrigsten seiner Diener hervor. Hierauf wurden wieder Lieder gesungen und Oberpfarrer Müller bestieg die Kanzel, um die Festrede zu halten. Dieselbe harte zum Thema den 26. Psalm: „Der Herr hat Großes an unS gethan, deß sind wir fröhlich". Hofpredtger Faber sprach das Vaterunser, worauf die Feier unter Glockengeläute ihr Ende nahm. DaS Kaiserpaar und die sämmtlichen Fürstlichkeiten verließen die Kirche, während die Gemeinde die „Wacht am Rhein" sang. Berlin, 1. September. Die Eröffnung des „Berliner Theaters" unter der neuen Direction Prasch (früher Hoftheaterintendant in Mannheim) verlief gestern Abend in großartiger Weise. Zur Aufführung gelangte Kleists „Pen- thenlea". Nach den Actschlüssen erfolgten 18 Hervorrufe, nach Schluß des Stückes wurde Intendant Prasch 7 mal stürmisch gerufen. Frankfurt a. M, 1. September. Die Stadt ist prächtig geschmückt, besonders die Straßen, durch die sich der Festzug bewegt. An dem Festzug beteiligten sich fast sämmtliche Vereine unserer Stadl mit sieben Musikkapellen, an der Spitze die Veteranen- und Kriegervereine. Mehrere prächtig aus- grftattete Prunkwagen erregten gerechte Bewunderung. Im zoologischen Garten vereinigten sich fast 18000 Personen zur Festfeier, welche einen glänzenden Verlauf nahm. Oberbürgermeister Adickes hielt eine Ansprache. Den Schluß bildeten Feuerwerk, Tanz u. s. w. Auch in anderen Etablissements finden patriotische Feiern statt. München, 1. September. Anläßlich des Sedanfestes prangt unsere Stadt in vielem Flaggen- und Guirlandenschmuck. Graz, 1. September. Don der Platte werden heute zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan Freudenfeuer abgebrannt. Morgen finden hier und in ganz Steiermark Festlichkeiten statt. Prag, 1. September. Ein Forsthaus im Belchower Walde wurde von Räubern überfallen und gänzlich auSgeraubt. Die allein anwesende Magd hatten die Räuber geknebelt und mißhandelt. Luzern, 1. September. Nach einer aus Zermatt hier eiugelaufenen Meldung wurde eine Engländerin Namens Sampson auf dem Ziualer Horn durch ein abgerolltes Felsenstück getödtet. Eine andere Dame und die begleitenden Führer konnten sich rechtzeitig retten. Pari-, 1. September. Wie aus Biarritz gemeldet wird, befand sich König Alexander von Serbien gestern früh in Lebensgefahr. Als der König mit einem Schwimmlehrer im Meere badete, wurden die beiden von einer Welle mit fortgerissen. König Alexander konnte mit größter Anstrengung gerettet werden, während der Schwimm lehrer ertrank. Gieße», den 2. September 1895. ** Feier de8 SedautageS. Die Erinnerung an die große Waffenthat der deutschen Heere bei Sedan im Jahre 1870 war bisher alljährlich in bescheidenem Maßstabe begangen worden/ die 25 jährige Wiederkehr dieses ruhmvollen Tages sollte aber allen patriotisch . gesinnten Einwohnern Gießens Gelegenheit geben, einmal in etwas feierlicherer Weise des Tages zu gedenken und des Kampfes, der einen der übermüthigften Feinde des deutschen Vaterlandes mit Wucht zu Boden warf. AuS der Mitte der Bürgerschaft heraus wurde die Anregung zu einer würdigen Sedanfeter gegeben und mit der Ausführung der erforderlichen Arbeiten diejenigen betraut, die am hervorragendsten an der Verwirklichung des Wunsches nach einem geeinten deutschen Vaterlande Theil genommen: unsere Krieger. Die Feier wurde eingeleitet am Samstag Abend durch einen von der Capelle Gröninger und Spielleuten des Regiments Kaiser Wilhelm ausgeführten Zapfenstreich. In langem Zuge, mit Fackeln und Lampions, zogen die Krieger vom Kanzleiberg über den Brandplatz, Wallthorstraße, Markt, SelterSweg, Wilhelmftraße nach der „Schönen Aussicht". Hier auf der Höhe loderten ihnen bereits die Flammen eines mächtigen, weithin sichtbaren Freudenfeuers entgegen, und die Zustimmung zu diesem Flammenzeichen schien auch die Umgegend Gießens geben zu wollen, denn auf den die Lahn umgebenden Höhen trugen ebenfalls Freudenfeuer die Kunde hierher, daß dort auch Sedan gefeiert wurde. Nachdem der von einer ungeheuren Zuschauermenge begleitete Zug sich um das Feuer gruppirt, brachte der Präsident des KriegervereinS, Herr Mayer, indem er die Flammen des Freudenfeuers verglich mit den Flammen der Begeisterung vor 25 Jahren und den Wunsch aussprach, daß diese immer so hoch schlagen möchten, ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, welches von den nach Hunderten zählenden Umstehenden mit den Gesängen deS „Heil dir im Siegerkranz" und „Die Wacht am Rhein" beantwortet wurde. Nach dem von der Musik vorgetragenen „Gebet" sand eine gesellige Bereinigung auf der „Schönen Aussicht" statt, während noch lange das Freudenfeuer in die Nacht hineinleuchtete. — Der gestrige Sonntag wurde durch eine Reveille eingeleitet / in den Kirchen der verschiedenen Confessionen wurden Feftgottesdienste gehalten, dem Danke gegen Gott für das, was er in den großen Kriegsjahren 1870/71 gethan, aber ganz besonders Ausdruck verliehen durch einen um 4 Uhr Nachmittags abgehaltenen Feldgottes- dienst. Nach einem Umzug des Veteranen-, Krieger- und Marine-Vereins, denen sich auch der Männerturnverein angeschlossen, versammelten sich die Gemeinden auf dem Brandplatze, wo aa der Gendarmerie-Kaserne die Kanzel ausgestellt war, vor welcher die Krieger mit ihren Fahnen Aufstellung Nahmen. Nach dem von der Gemeinde gesungenen Kirchenliede: „Lobet den Herrn, den mächtigen König der Ehren" hielt Herr Pfarrer Dr. Naumann die Festpredigt. Derselben waren zu Grunde gelegt die Psalmenworte: „Der Herr hat Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich." Mit weithin vernehmbarer Stimme beleuchtete Herr Pfarrer Dr. Naumann die Ereignisse vor 25 Jahren, nach denen um dieselbe Stunde, zwischen 4 bis 5 Uhr Nachmittags, das Schicksal des Franzosenkaisers und seines Heeres durch das die Festung Sedan umklammernde deutsche Heer entschieden worden war. Angesichts der Kaserne, von wo aus unsere tapferen Truppen vor 25 Jahren in den Kampf zogen, sollten wir Gott danken für das, was er uns Großes gethan. Unser Heer sei ein gottgesegnetes Heer gewesen, ein durch Tapferkeit, Todesverachtung, Frömmigkeit und Gottvertrauen ausgezeichnetes Heer/ vor Allem sei aber derjenigen zu gedenken, die vor 25 Jahren im Kampfe für das Vaterland gefallen, aber auch mit Freuden diejenigen zu begrüßen, die von den Kämpfern noch unter uns weilen, hoch in Ehren zu halten unsere Veteranen. An Allem, toaS damals Großes geschehen, sollen wir uns die Freude nicht verderben lassen, weder durch un- patriotisches Handeln und Trachten nach Untergrabung des Errungenen und Bestehenden, noch durch Verhöhnung dessen, waS uns lieb und werth, noch durch Parteizwist, Hervordrängen von Standes- und Sonderinteressen. Die Schlange der Zwietracht sei allenthalben hervorgekrochen und da sei es noth- wendig, dem Volke zuzurufen: Deutsches Volk, laß dir die Freude nicht verderben. Der Preis, um den das deutsche Volk gekämpft, war der Opfer werth, wir haben ein einiges, deutsches Vaterland, an dem wir festhalten wollen. Herr Pfarrer Dr. Naumann schloß seine tiefen Eindruck hervorrufeuden Worte mit der wiederholten Aufforderung, dessen fröhlich zu sein, was der Herr Großes an uns gethan, Gott zu loben und zu preisen mit dem Liede „Nun danket Alle Gott". Nachdem die mächtigen Strophen dieses LiedeS verklungen, wurde das Vaterunser gesprochen, hierauf zum Gedächtniß der Gefallenen die Fahnen gesenkt und von der Musik daS „Gebet" vorgetragen. Mit dem Spruch deS Segens schloß der Feldgottesdienst. — Die Vereine zogen nun nach „SteinS Garten", woselbst gegen 8 Uhr daS Banket stattfand. Dasselbe war Überaus zahlreich aus allen Schichten der Einwohnerschaft besucht. Herr Mayer, Präsident deS Kriegervereins, bewillkommnete die Erschienenen und ertheilte Herrn Professor Schwartz das Wort zu nachstehender Festrede: Sie haben mir die ehrenvolle Aufgabe ertheilt, an der 25jährigen Jubelfeier des größten deutschen Steges vor Ihnen zu sp.echen. Ich verstehe diesen Auftrag dahin, daß Sie nicht eine wissenschaftliche historische Erörterung, nicht die Entwicklung einer originellen These erwartet haben, sondern nur wünschen, daß das, was heute in uns Allen lebt und webt, in einfachen deutschen Worten zum Ausdruck kommt. Es ist ja der Segen eines solchen Festes, daß der Einzelne aufgehen darf und aufgehen soll in der Gesammlheit seines Volkes. Man spricht wohl von Festesmüdigkeit und nicht immer ohne Grund: dieses Fest mußte sein, weil es Alle angeht, und hier darf Keiner müde sein. Sie steht wieder vor uns, die gewaltige Zeit, wo von der Memel bis zum äußersten Vorposten tn Frankreich jeder Deutsche sich der einen großen Gottesfügung hingab. Wenn je ein Krieg ein gerechter und ein heiliger war, so war es dieser. Ihn bat nicht die Emser Depesche gemacht, gemacht haben ihn Ludwig XIV. und der erste Napoleon, gemacht die Franzosen des Kaiserreichs, die Tage, ja Wochen lang vor dem letzten Eonfltct uns gehöhnt und gedroht, und den Säbel vor die Nase gehalten hatten. Die Zetten waren damals noch anders, und die junge Generation vergißt das leicht; heutzutage wagt das Keiner mehr, was einst das jahrhundertelange traditionelle Recht der Fremden und des überrheinischen Nachbarn vor Allem, unS gegenüber war, uns ungestraft zu beleidigen. Das mußte einmal aushören; es war die einfachste Pflicht der Selbstachtung, der ManneS- ehrc, auf die letzte Beleidigung, nachdem wir so viele ertragen, eine scharfe Antwort zu geben. Was hatten wir danach zu fragen, ob sich Frankreich nun beleidigt fühlte, als wir das Hausrecht wahrten? Nie hat Bismarck die Nation besser verstanden, als indem er die berühmte Antwort auf Benedettis Zumuthungen in die Welt schickte. Er stieß nur den Zapfen aus, und der Zorn des Volkes brauste dahin wie glühendes Erz; möchte die Gluth dieses Zornes nie erlöschen undJeden verzehren, der es wagt, an den heiligsten Erinnerungen der Nation sich mit frivoler Lüge zu vergreifen. Es gibt Zeiten, in denen der Tritt des Völkerschicksals ein eherner wird, — in unheimlicher Regelmäßigkeit sich steigernd bis zu einem großen Tag, in dem Vergangenes wird, was eben noch hoch stand und ein Neues übermächtig die Zukunft an sich reist So auch diesmal. Anderthalb Monate erst waren vergangen seit der Kriegserklärung, schon längst wußten wir, daß der Krieg «nden würde mit einem unerhörten Sieg des Rechts über den Frevel; aber so furchtbar dachte sich Keiner die Vergeltung. Die Trümmer einrs glänzenden Heeres in wilder Flucht in die kleine Festung getrieben, daS Feuer deS Feindes rastlos, unerbittlich wie eine Nemesis, alle ©eenen der Verzweiflung und der Schande, wie sie die Niederlage mit sich bringt, auf einen Raum zusammengedrängt um den unglückseligen Mann, der dem Wahnsinn seines Volkes nicht hatte Halt gebieten können, er selbst endlich, wehrlos oder gebrochen vor dem Sieger: ja so mußte es kommen, endlich einmal kommen, wenn die lange Reihe schmachvoller Tage von der Mordbrennerei in der Pfalz und dem Raube Straßburgs dis zum Rheinbund und der Schlacht bet Jena ausgetilgt werden sollte. Das was uns als Schuljungen noch vor 1870 die Zornrölhe ins Gesicht, die Hoffnung auf die Vergeltung in die Herzen trieb, jetzt ist es, oft nur zu sehr, vergessen. Aber damals war das noch lebendig, da sagte man und soll es sich auch heute sagen: es ist doch eine Wahrheit in der Weltgeschichte, fie ist kein Spiel des Zufalls und nicht umsonst haben wir gehofft und gewartet bis der alte Kaiser Barbarossa aufstand von dem langen Schlaf und uns erlöste von dem Hohn, und was noch schlimmer für einen Mann und für ein Volk von Geist, von dem Mitleid der Fremden; man lernte es wieder, uns zu fürchten, und das ist gut und soll so bleiben. 25 Jahre sind nun verflossen seitdem uns die Thore einer sonnenhellen Zukunst aufflogen. Der gute alte Kaiser ist eingegangen zur ewigen Ruhe, mit einem besseren Gut beladen als den reichen Ruhm- und Siegrsklänzen, mit der unauslöschlichen Sehnsucht seines Volkes, d°S er geeinigt hat; eingegangen zur Ruhe ist „Unser Fritz", der bei Weißenburg und Wörth die Mainlinie zei störte, eingegangen find fast alle die Genossen des Kaisers, Moltke, Roon, Goeben, Prinz Friedrich Karl usw.; nur der eine lebt noch, der Größeste von Allen, nach dem einst das Jahrhundert heißen wird, an dem wir hängen und dessen Worten wir lauschen wie der leibhaften Verkörperung unserer stolzesten Tage. Ein echter Festtag soll das was gut und hoch im Menschen ist, hinaustrelben aus dem dumpfen Einerlei des Tages und es leibhaft vor ihn stellen, deß er daran glaubt; so wollen wir auch heute das Große jener Zeit wieder vor uns stellen, damit wir den Glauben sesthalten an unser Volk und an unsere Zukunft. Wir sind eins geworden durch die Siege, nachdem es lange so geschienen hatte, als sollte der Kaiser Tiberius recht behalten, als er sagte, man solle die Deutschen nur sich selbst überlassen, sie würden sich untereinander zerfleischen Ich will nicht reden von der Welt- stellung deS Deutschen Reichs, von den Jahren, in denen das Schicksal Europas in der WUHelrnstraße in Berlin gemacht wurde. Ein solches Rühmen liebt der Deutsche nicht und es steht ihm schlecht. Aber reden will ich und muß ich von dem sittlichen Werth eines großen Vaterlandes für jeden Einzelnen, auch für den Geringsten. Wir Deutsche sind von Natur Pessimisten und Weltverbesserer. Wir spmnen unß nun einmal gern in da? Kleine, daß Nächne ein und umfassen unsere Gren;vfähle mit zärtlicher Liebe, der Gießener, der Grünberger, der Friedberger, der Butzbacher u. s w. ist zuerst Gießener und Grünberger und Friedberger und Butzbacher, dann ist er Qberhesse, dann G.oßherzoglich Darmftädtischer Hrffe, dann Hesse überhaupt, bann Mitteldeutscher und endlich fällt es ihm auch einmal ei,, daß er doch auch D utscher ist. Und das Gleiche gilt vom ganzen Reich. Das hat auch sein Gutes; es gibt unserer Baterland-liebe bte behagliche Wärme, die starke Betonung KeS Hrimathltchen, e8 erlaubt ihr nicht, sich in chauvinistischen Abttracttonen zu berauschen, es schastl eine sich ergänzende und erziehende Mannigfaltigkeit: aber lasten rott eS deS Guten nicht zu viel werden. Wenn wir eS unS g flatten können, in unseren zahllosen kleinen Kreisen und Verbänden und engeren Vaterländern, welcher Art sie auch sein mögen, zu wirken und zu schaffen, unS zu vergnügen und unS zu streiten, so sollen wir doch nie vergessen, daß wir daS nur können, weil ein mächtiges einiges Reich dies bunte Wimmeln deckt und schirmt. Wehe, wenn eS anders rotrb; vergessen wir nicht, daß wir, jeder Einzelne, ebensogut das Reich zu schühm haben wie da« Reich unS, und daß wir eS nur schützen können, wenn wir einig find. Zuerst find wir Deutsche-, da« Andere kommt hinterher. Wir Deutschen find Welioerbesterer und meinen, wenn uns etwas ärgert, so rnüste gleich von Grund auS Alles anders gemacht werden. Da könnte bet Glaube und die Liebe zum gtoßen Vater- lande Vieles zum Guten teuren, rote 1870 bte Wogen der nationalen Bewegung so unendliche Mengen unfruchtbarer Negation hinweg- geschwemmt haben. Sagen wir unS doch einmal, daß der Einzelne gar nicht das Recht hat, seinen Verstand ober waS meisten« nur der Fall ist, ben Verstand seiner Partei über da« Ganze zu stellen; merken wir unS daS Sprüchlein: Ob Recht, ob Unrecht, es ist mein Vaterland. Es ist mindesten« ebensoviel wetth, da« Vaterland zu erhalten, als eS mit fragwürdigem Erfolge zu verbessern: daS Ganze ist eS, das dem Einzelnen c st ein Recht zu leben gibt und für daS jeder Alles einzusetzen hat, ohne zu fragen. wte'S gelohnt wird. Der große Krieg und seine Siege haben das alte Verhältniß zwischen dem Volk und seinen Fürsten, daS der Rheinbund und die Metternich'iche Zeit arg getrübt hatten, wieder zu Ehren gebracht. Uns Germanen verkörpert stch nun einmal der Staatsgedanke im König und im Herzog, wir haben stetS, auch in den traurigsten Zeiten, daran festgehalten, daß diese Macht etwas Gegebenes und Göttliches ist, mit deren Zerstörung daS Volk fich selbst rerstört. Und daS traf sich so schön in diesem Krieg, daß die Herrschenden getragen und gehoben wurden von dem Willen und dem Schwung der Nation und daß sie alle die Kräfte, die ihnen anvertraut wurden, so geleitet haben, daß nichts verloren ging. lieber schlechte Führung zu klagen bei den märchenhaften Siegen, daS fiel Niemanb ein, und daß die Feder des Diplomaten etwas verdorben hätte, waS das Schwert gut gemacht halte, die Furcht kam bet Bismarck nicht auf. Vor Allem aber ber alte Kaiser, bas war ein Kaiser seines Volkes unb seine« VolksheereS, der es wahrhaftig ernst nahm mit bem Wort Friedrich« des Großen, daß er der erste Beamte seines Staates sei. Längst vergessen sind die Klagen, baß die deutschen Fürsten die Feinde ber deutschen Einheit sei n; als die besten Stützen haben sie sich von 1870 an allezeit bewährt und nicht« trennt den Deutschen mehr von seinen Thronen. Der Kaiser unb seine Bundesgenossen haben das deutsche Volk zum Sieg geführt, das war die Lösung der deutschen Frage, zu der Jeder, der die Waffen trug, sein Thetl beisteuerte. „Es ist Keiner zu gut, um für’« Vaterland zu sterben/' schrieb Th. Körner 1813; bas Haden Alle gedacht, die vor 25 Jahren hinauszogen. Ehre ihnen Allen, denen, die fielen und die zu ückkehrten. daß sie ihre Pflicht «baten, Ehre den Wtttwen und Waisen, die ihr Bestes hergegeben baden, ein sreudiger Glückwunsch denen, die heute in Glück und Frieden auf die heißen Tage damals zurückblicken können, wir ernten iägUch unb stünblich daS, was sie gesäet haben. Lohnen wir es ihnen, sehen wir in unserem Heere unser kostbare« Gut, erhalten wir den kriegerischen, den militärischen Geist lebendig, dienen wir Alle bem Ganzen, so wie fie damals DaS ist im Frieden oft schwerer als im Krieg, aber auch nöthig; wenn daS Reich stehen bieiben, wenn daS Blut nicht umsonst vergossen sein soll, so hat ein Jeder mitzuschaffen in stiller, bescheidener Pflichterfüllung, aber auch mit dem Muth ber Hoffnung und deS Glaubens an daS Vaterland, ber lieber untergeht als verzweifelt. Möchten diese FesteStage eins bewirken, daß der stumpfe unb dumpfe, faule Pessimismus aufhört, daß wir die Köpfe wieder so hoch tragen wie damals unb banach hanbeln: bann ist ber Jubel nicht umsonst gewesen. Meine Prebigt von beS Deutschen Reiche« Herrlichkeit ist zu Ende. Da« Reich, baS unsere Brüber unS erftritten, für daS wir Alle Alles hergaben unb bem wir treu bleiben bis zum letzten Stünblein, Seine Majestät ber Kaiser unb Seine Königliche Hoheit ber Grohherzog, bie Kriegsherren unserer Heere unb unserer Veteranen, sie leben hoch! hoch! hoch! Dem jubelnd aufgenommenen Hoch folgte ber Gesang deS „Heil dir im Siegerkranz". Herr Pfarrer Dr. Naumann nahm hierauf bas Wort zu einer heiter stimmenden Ansprache, bte er mit ben Worten einleitete: „Wir fitzen so fröhlich beisammen unb haben einander so lieb." Vor 25 Jahren allerdings habe man nicht so fröhlich beisammen geseffen wie heute, aber schon damals habe eß Leute gegeben, die Bier getrunken hätten unb dabei glaubten, daheim Alles bester machen zu können wie unsere Truppen da draußen, aber bie ba draußen verdienten trotzdem unseren Dank. Redner schilderte die großen Thaten unserer Armee, bie großen Strapazen unb Entbehrungen, die sie durchmachen mußte, die Führung und daS Zusammenziehen so großer Heere zu entscheidenden Thaten, angesichts deren man fast glauben sollte, daß eS unser Moltke beinahe so gut verstanden habe, wie unsere Biertrinker daheim- er gedachte der harten Kämpfe zur Winterszeit unb betonte, wie der Wahlspruch der Belagerer von Belfort gewesen sei „Hier kommt Niemand durch". Diesen Wahlspruch hätten unsere Truppen in Feindesland stets hoch gehalten, als aber der Wiebereinmarsch in bie Heimath erfolgte, bieSseitS ber Grenze unsere Truppen allerorten ein so herzliches Willkommen bereitet und namentlich in ber Pfalz dafür gesorgt wurde, daß die heimkehrenden Krieger keinen Durst litten, da sei eS auS gewesen mit diesem Wahlspruch, denn in der Pfalz sei Keiner durchgekommen, und wenn er fich noch so tapfer gewehrt, erst muhte kräftig getrunken werden. Uederall sei den Kriegern ein Empfang ohne gleichen bereitet worden, und man könnte eß eigentlich alß ein Unrecht bezeichnen, daß keiner von ihnen aufgefreffen worden sei. E« werfe sich die Frage auf: Hat Gießen seine Veteranen geehrt? Mit einem lauten Ja könne Niemand antworten, wohl aber mit einem leisen Nein. Wir haben bie Veteranen noch unter unß, deshalb wollen wir heute geloben, unsere Veteranen zu ehren. Zur Feier beß SedantageS unb zur Ehrung der Veteranen sei eine Sammlung unter ber Einwohnerschaft inß Werk gesetzt worden, in ben letzten acht Tagen seien 1230 Mk. eingegangen, bie heute Abend den Veteranen übergeben werden würden, damit sie nach Abzug ber Fest kosten in die UvterstützungSkasten der beiden hiesigen Krieger- vereine fließen- er sage Namen» der Veteranen allen Dank, bie ihr Scherflein dazu beigetragen. Aber damit sei der den Veteranen schuldige Dank noch nicht abgeftattet, sie sollen weiter geehrt werden, fie sollen ein Kriegerdenkmal haben, baß Gießen bisher noch entbehrt. Wir wollen sammeln unb zwar mit ber Sammlung sofort, heute Abenb, beginnen, (Bravo! Herr Pfarrer Dr. Naumann: Jede« Bravo kostet 3 Mark!) und in wenigen Jahren bieten wir unseren Veteranen ein Rriegerbenfmal; der treue Gott segne den Anfang dazu und führe eß zu gutem Ende. Brausend erscholl hierauf daß auf die Veteranen außgebrachte Hoch durch den Garten. Auf Bitte beß Herrn Psarrerß unter- nahmen sofort zwei Dutzend junge Damen von Tisch zu Tisch eine Tellersammlung; die Erwartung, daß die jungen Damen offenere Hände finden, als bie Herren, bestätigte sich, denn halb konnte Herr Pfarrer Dr. Naumann mittheilen, daß 300 Mk. 65 Pfg. eingegangen unb Herrn Kirch zur Aufbewahrung übergeben worden seien. Wie unß mitgetheilt wurde, wird demnächst ein Gomit6 zusammentreten, um Schritte zu thun, baß Gießen bald ein würdiges Kriegerdenkmal erhält. Herr Provinzialdirector Frhr. v. Gagern bankte hierauf Namens der Veteranen unb Krieger für bie erhebenden Worte beß Herrn Pfarrer Dr. Naumann - es sei ein freudiges Gefühl für die Veteranen, anerkannt zu sehen, was fie in Frankreich geleistet, daß sie gerechtfertigt die Eewar- tungen, bie man auf sie setzte. Aber nicht nur baß Gefühl ber Freude komme zum Außdruck, sondern daß deßPflichtbewußt- seinß, baß seine Pflege finde in unserem Heere- er habe bie Uederzeugung, daß diese» Pflichtbewußtsein nicht außfterben werde, Deutschland sei stolz auf fein Heer. Deshalb fordere er bie Versammlung auf, mit ihm einzustimmen in ein Hoch auf baß active Heer. Die folgende Ansprache hielt ber Präfibent beß Krieger» Vereins, Herr Mayer. Ergebachte derer, die in christlicher Liebe und patriotischer Empfindung fich vor 25 Jahren bem Samariterbienste weihten - viele berfelben, besonders Frauen, weilten noch unter uns, fie hätten mit Opfer- unb TodeS- muth bie Verwundeten gepflegt unb erquickt, Verbandzeug geliefert, Charpie gezupft. Er forderte bie Anwesenden auf zu einem Hoch auf bie Samariter beß Krieges von 1870/71. — Der übrige Theil beß AbenbS verlief in schönster Weise. Ein von Herrn Buchbinder Bourgeois abgebranntes Feuerwerk fand verbienten Beifall, eS schloß ab mit bem unter Donnerschlägen erscheinenben eisernen Kreuz. Auch bie Leistungen ber Capelle Gröninger fanben verbienten Beifall - ein Mitglied derselben, Virtuos auf bem Holz- unb Strohinstrument, mußte sich sogar zu einer Zugabe herbei- lasten. — Der Gesammteindruck bes Festes war ein der Bedeutung beß Tages würdiger. Der Flaggenschmuck, welcher bie Hauser ber Stabt ziert, beweist, baß baß diesjährige Sedanfest in allen Kreisen freudig mitgefeiert wurde. ♦ * Laubesgewerbevereiu. Für bie am 5. September in AlSfelb stattfindendeHauptversammlung beß hessischen LandeS- gewerbevereins ist folgenbe Tageßordnung aufgestellt: 1. Begrüßungen - 2. Geschäftliche Mittheilungen unb Bericht beß Handwerkerfchulaußschustes - 3. Antrag des Ortßgewerbe- oerelnß Worms auf Abänderung ber Paragraphen 123 unb 124 ber Gewerbeordnung, Berichterstatter: Fabrikant Jochem- Worms- 4. Vortrag beß Reallchrers Kahl-Wimpfen über den „Befähigungßnachweiß im Handwerk"- 5. Außschußwahl von 16 Mitgliedern unb zwar 11 auß Oberhesten, 4 auß Starkenburg unb 1 auß Rheinhessen- 6. Bestimmung beS Ortes ber nächsten Hauptversammlung. Die Sitzung beginnt Vormittags um */8ll Uhr in ber „Concordia." ** Militärdieustuachrichleu. Dr. Bötticher, Assistenzarzt 1. Kl. in ber etatsmaßigen Stelle bei bem Corps Gen.-Arzt beß Garbecorpß, zum Stabs- unb Bats.-Arzt des 2. BatS. 1. Großh. Hess. Infanterie (Leibgarde-)RegtS Nr. 115, Dr. Friedrich, Assistenzart 2. Kl. der Res. vom Landw.-Bezirk I Darmstadt zum Assistenzarzt 1. Kl., Weißheimer, Unterarzt der Res. vom Landw.-Bezirk Worms, Koch, Unterarzt der Landw. 1. Aufgebots vom Landw. Bezirk Gießen, zu Assistenzärzten 2. Klasse befördert. Dr. Boeckh, StabS- und Bats.-Arzt vom 2. Bat. 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leib- garbe )RegtS. Nr. 115 zum 2. Bat. beß Königin Augusta- Garde-Gren.-Regts. Nr. 4 versetzt. * * Sittlichkeitsvergehen. Vergangenen Samßtag Abenb würbe ein hier in Stellung befinblicher Bäckergehilfe von Friedberg wegen Uebertretung beß § 183 verhaftet. • ** Man lasse die Huube zu Hanfe. Bei ber gestern Abend in so erhebender Weise in Steins Garten abgehaltenen Feierlichkeit waren leider auch wieder verschiedene Mißstände wahrzunehmen, die in Zukunft abzustellen Sache des Publikums selbst sein dürfte, wenn nicht immer bie Polizei bei ber- artigen Gelegenheiten eingreifen soll. Die Rebe beß Herrn Professors Dr. Schwarz wurde nämlich durch plötzlich ein- fallendes Hundegekläff gestört. Ist es denn wirklich verschiedenen Leuten nicht möglich, ohne Begleitung ihres Köters eine Feierlichkeit ober ein Vergnügung-local zu besuchen? Der Anstand erfordert eß neben dem bestehenden Verbot. * * Beim Abbrennen de8 Feuerwerk» in Steinß Garten drang ein großer Theil beß Publikums über bie einzäunenben Drähte hinweg in bie Anlagen unb auf bie Grasplätze, dabei die aufgestellten Pflanzen in keiner Weise schonend. Diese Rücksichtslosigkeit erregte bei bem übrigen Publikum Unwillen. • • lief erschütternd wirkt der Bericht der Verwaltung ber UnterstnhnngSkasse der Hesfiischen Laude» Zrreuaupalleu über das Rechnungsjahr 1894/95. Geheimer Medizinalrath Dr. Ludwig in Heppenheim hat fich als Leiter der float- lichen Irrenanstalt ein roarmeß Herz bewahrt - er ist den Kranken nicht nur Arzt, sondern auch Freund. Er verbreitet fich sehr eingehend über die Verbesserung ber Jrrenpflege - so bespricht er bie Uebersüllung ber Irrenanstalten: „Auch hat man von der Uebersüllung einer Irrenanstalt überhaupt keine rechte Vorstellung, empfindet daher auch nicht da« Be- biirsniß, darüber klar zu werden. Nur um so hartnäckiger müssen wir daher bei jeder Gelegenheit erklären, daß die Uebersüllung einer Irrenanstalt, wenn sie einmal einen gewissen Grad erreicht hat, nicht- andere- ist, al- eine Tag und Nacht fortgesetzte thatsächliche Mißhandlung der geisteskranken Pfleglinge der Anstalt an Leid unb Seele, ein that- sächlicher Betrug an den Hoffnungen und dem vertrauen der Kranken und ihrer Angehörigen, eine Vernichtung der Arbeit»- freubigfeit und deS Pflichteifer» der Aerzte, deren Bemühungen fruchtlos bleiben müssen, und endlich noch ein unfehlbares Mittel, um ben willigen und eifrigen Wärter zu ent» muthigen und zur Dienstkündigung zu bewegen, die Rohheiten unb die Nachlässigkeiten de» schlechten Wärter» aber zu beschönigen." Sehr beredt fordert Dr. Ludwig, bem Wesen der Geisteskranken mit mehr Liebe nachzuspüren und ihnen nicht hartherzig zu begegnen. „Wäre die» ander»", so meint Dr. Ludwig, „so würde man doch in weiten Kreisen beß Volke» das Bedürfniß empfinden, sich über da» Wrseu, unb namentlich über bie Ursachen ber Geisteskrankheiten zu unterrichten und in Folge dessen unc- um nicht durch eigenen Schaden klug zu werden — der Mensch legt ja bekanntlich sonst großen Werth auf seinen eigenen Nutzen — würde man vernünftiger leben, man würde beispielsweise bem Mißbrauch geistiger Getränke entsagen, statt seine Kräfte im Taumel sogenannter Feste zu vergeuden, würbe man ben Stunden zweckmäßiger Erholung und erquickenden Schlaf» ihr Recht und ihre Macht einräumen unb mit einem Wort eine Lebensweise aufgeben, welche die Gesundheit zerrüttet und nur zu oft mit dem Tod in der Irrenanstalt endet. Nervöse Eltern, geisteskranke Kinder, blödsinnige Enkel!" Der Bericht schließt: „Während wir unseren heutigen Bericht nun schließen, ist der laute Schrei allgemeiner Entrüstung über schwere körperliche Mißhandlungen, welchen in einer auswärtigen, nicht unter ärztlicher Leitung stehenden Irrenanstalt eine Anzahl von Geisteskranken seit Jahren und bis in die neueste Zeit hilflos ausgesetzt war, noch nicht verhallt. Wem es mit dieser Entrüstung Ernst ist, wird unb muß felbstverstänblich nicht nur bann sich erregt zeigen, wenn in einer Anstalt eine gewisse Anzahl von Geisteskranken etwa geprügelt worden ist, er wird vielmehr für bie Zukunft, und bei jeber ihm gebotenen Gelegenheit bte Abstellung ihm bekannt geworbener Mißhandlungen Geisteskranker auch bann energisch fordern, wenn diese Miß,a iblungen die größte Mehrzahl der Pfleglinge einer Irrenanstalt ober gar nahezu alle Geisteskranke eines Landes getroffen haben, ober gar fortwährend treffen. Daß aber von solchen thatsächlichen Massenmißhandlungen ber Geisteskranken noch immer unb auch in unserem engeren Vaterland mit Recht gesprochen werden kann, glauben wir nachgewiesen zu haben, unb deshalb sind wir auch überzeugt, daß bie traurigen Vorfälle in jener auswärtigen Anstalt verbunden mit dem Inhalt diese» Berichte» unserem Verein zahlreiche Freunde zusühren werden, bie Hanb in Hanb mit und in Wort unb Schrift, in Rath unb That dafür eintreten, daß nicht allein der einzelne Geisteskranke jederzeit geschützt ist, sondern daß an maßgebender Stelle, wie überall, auch da» Gesammtwohl der Geisteskranken und die allgemeine aufrichtige Theilnohme an dem Geschick der Letzteren sachgemäß gefördert werden durch eine genügende Erweiterung der staatlichen Irrenanstalten, durch die Errichtung von Provinzial Cur-Anstalten und Äe- nesungShäusern, durch die Einführung der Jrrenheilkunde in die Prüfung der practischen Aerzte, durch die Erhöhung und Ermäßigung an die Irrenanstalten zu entrichtender Pflegegelder je nach ben im Einzelfall mafegebenben Verhältnissen der Zahlungspflichtigen, und überhaupt durch die eingehende Berücksichtigung aller durch die Natur ber Sache gestellten Beengungen, von deren ausgehender und begleitender Erfüllung bie nothwendige Veränderung ber Stellung abhängt, welche bie Gesellschaft gegenüber ihren Geisteskranken leider jetzt noch in der Regel einnimmt." ** Zu Amerika verstorbene Hessen. New-Aork City, NH. Elisabetha Rausch, geb. Löhr, 56 Jahre alt, auS Seligenstadt; Heinrich Walther, 54 Jahre alt, au8 Worm» a. Rh.- Henry Gebhard, 73 Jahre alt, aus Gießen- Katharina Reitz, geb. Best, 46 Jahre alt, auß Urberach - Friedrich Müller, 65 Jahre alt, auß Flonheim. Aberdeen, South Dakota: I. A. Schneider auß Wormß. Brooklyn, N. U.: Michael Reinig, 40 Jahre alt, au» Ober-Mumbach- Theodor Schloerd, 57 Jahre alt, au» Schotten. Buffalo County, Wi».: I. P. Stein, 78 Jahre alt, auß Rimbach. Burlington, Iowa: Johanne« Becker, 67 Jahre alt, auß Kesselbach. Chillicothe, O.: Frau Johanna Kuhn, 84 Jahre alt, auß Lampertheim. Deß Moine», Iowa: Alexander Reinhard, 74 Jahre alt, aus Pfeddersheim. Detroit, Mich.: Heinrich I. Ruppel, 53 Jahre alt, auß Obbornhofen. East Haven, Gönn.: Heinrich Levy, 74 Jahre alt, au» Darmstadt. Fort Wayne, Jnd.: Johanne» Essinger, au» Reichenbach. Franklin, Wis.: Margaretha Gessert, geb. Mayer, 63 Jahre alt, au» Nierstein. Hamilton, Ontario Can.: Katharina Alternativ, geb. Roth, 73 Jahre, au» Eifa. HillSboro, O.: Georg Wcyrich, 68 Jahre alt, au» Ost' dosen. Cong J»land City, N. U : Philipp Beutel, 69 Jahre alt, au» Dalheim. Manchester, Mass.: Philipp Reischer, 69 Jahre alt, au» Worm» a. Rh. Paderborn, Jll.: Frau Barbara Knap», 84 Jahre alt, au» Fahrenbach i. O. Racine, WiS.: Frau Katharina Lutz, 91 Jahre alt, auß Freienseen. Union Di Ile, N. U.: Elisabeido Sprude, geb. Beutel, 56 Jahre alt, auß Dalheim. Whee> ling, B. Wa.: Maria Elisabetha, Ehefrau von GonrM Eisenach, 62 Jahre alt, au» Darmstadt. Woolwich, Gat Eckhardt Nie», 76 Jahre alt, au» dem Kreise Al-sti*. Noungstown, O.: Johann Georg Krichbaum, 65 Jahre alt, au» Niedernhausen. W.B. Lang Göv», 2. September. Gestern wurde dahier da» Sedan fest gefeiert. Die Gesangvereine, Feuerwehr, fämmt» liche Schulen und Behörden unsere» Orte» veranstalteten einen Festzug mit dem Posaunenchor und der Freiwilligen Feuerwehrcapelle an der Spitze. Ein einfacher Sandsteinobelisk, gestiftet von der Gemeinde, mit ben Namen derer, die im Kriege geblieben und der Inschrift „Den Tobten zur Ehr, 6- 105.50 4o/o Domm Hop.A.Bk.unk.b.1904 103 00 101.30 4°/o Franks. Üanhro. feiet). Bk. Darmft. Bk^Actte» »rief Vries 7322 »WMNiWWMMMWWWWWWWWWiWU 'srssssassFMMMEg 102 20 10100 4. 5. 104.50 100.25 104.55 104.70 105.80 iVs’/o Oesterr. Silberrente 4°/? Ung. Gold-Rente 3°/c Portugiesen 6°/ Mexic«ner 4% Monopol-Griechen von Thermometer r min. + 10$ R., max. 4- 191 R. Hygrometer: Gewttterbildung. Geld 8i.SO 169.15 4.15 Seldsorte« Geld 85.80 103.55 27.15 93.10 1887 35.60 tlt ettbeourf et —| Oesterr. Ercdit-Actien 101.60 3Vr0/oH«mbrgr.Hyp.Bk.unk^).19O5 102.C0 101.20 3«/,v/oPreuß.Hyp.Ä.B?.unk.b.l900 101.50 Giessen, New-Orleans, Bad Kreuznach und Saarburg i. Lothr. Fran». Banknoten Oesterr. dto. Americ. 20 Franien-Sl. Engl. Sovereignt Doll«, in Gold Eingesandt. Gieße«, 2. September 1895. Herr Pfarrer Dr. Naumann wird gebeten, die herrlichen zu Herzen gehenden Predigten am 16. August und 1. September im Druck erfchetnen zu lassen 1| Mehrere Verehrer. Dermifdytes» * Frankfurt a. M., 31. August. Bei Canalarbeiten in ler Nähe deS OpernhnuseS fand ein Arbeiter durch aus- strömende Gase seinen Tod. Drei andere wurden bewußtlos nach dem BürgerhoSpital gebracht. Technische Fortschritte. — «LgespLhne • FüllSfe«. Diejenigen Gewerbetreibende, welche Sägespähne massenhaft erzeugen oder spottbillig haben können, seien auf einen neuen, sehr leistungsfähigen für Sägespähnehetzung eingerichteten Füllofen aufmerksam gemacht. Dieser SLgetpahne: Füllosen des Eisenwerks H. L. Lattermann u. Söhne in Morgen- röthe i. S. wird in Martins „Leipziger Drechsler - Zeitung" wie folgt beschrieben und empfohlen. Der Ofen hat einen trichterförmigen Treppenrost mit Luftzuführung von allen Setten, um einerseits das Durchfallen unverbrannter Säge-, Hobel-und Bohr- spähne zu verhindern, andererseits ihre vollständige Verbrennung zu ermöglichen. Das Brennmaterial wird von oben durch eine Fallthüre in den mittleren Theil de« Hohlraumes des OsenS ein- geschüttet, der in verticaler Rtchtrmg tn drei Theile geschieden ist. Die beiden anderen Theile bilden die Zugschächte, durch welche der Rauch von der oberen Deckplatte deS OsenS auS durch ein Knieroor in den Kamin geführt wird. Zur Heizung eines Locales von 80 bis 100 Ebm. Inhalt ist täglich eine ein- biS dreimalige tfuUmifl mit ebenso viel Litern Sägemehl nothwendtg. Die Regultrung des Feuers ist einfach und leicht zu handhaben, um entwedn schnell eine intensive Hitze zu erzeugen, oder um das Feuer schwach weiter glühen zu lassen, ohne daß es ganz ausgeht. .3en Lebenden zur Lehr^, wurde hierbei eiageweiht. Die Weiherede hielt Herr Pfarrer Walz. Von dem Denkmal aus bewegte sich der Zug nach dem Festplatz. Unter Spielen und Gesängen verging der Tag. Abends fand ein Freudenfeuer statt. H. Aus dem Horlofsthale, 1. September. Der diesjährige SedanStag wird vom herrlichsten Sommerwetter begünstigt. Zur Vorfeier sah man gestern Abend auf den umliegenden Bergen Freudenfeuer ausflammen- heute früh hörte man in den Nachbarorten Glockengeläute und Böller- schüsie. In den meisten Dörfern thun sich Kriegervereine, Gesangvereine, Turnvereine zusammen, um den Tag gemeinschaftlich zu begehen. Festzüge nach den Kriegerdenkmälern, Bekränzung und Schmückung derselben, Ansprachen und Gesänge verbunden mit Lampionzügen am Abend, Austheilung von Backwerk an die Schuljugend: das haben fast sämmtliche Vereine auf ihr Programm gesetzt. -e. Neu-Ulrichstein, 1. September. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro August 1895. Ende August 1895 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 39 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 10- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kaffel 2, Regierungsbezirk Wiesbaden 4 , Provinz Rheinlande 8, Provinz Sachsen 2, Provinz Berlin 1 , Provinz Schlesien 1, Provinz Pommern 1 - Königreich Sachsen 3, Thüringen 5; freie Stadt Hamburg 1- Ausland: Oesterreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 17, Bäcker 2, Buchbinder 1, Graveure 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kesselschmiede 1, Korbmacher 1, Landwirthe 1, Maurer 1, Metzger 1, Sattler 1, Schlosser 1, Schneider 4, Schriftsetzer 1, Schuhmacher 2, Tuchscheerer 1. Gearbeitet wurde an 1112 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 1261 Tagen. Im Monat August 1895 wurden entlasten 13 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 11, wegen Arbeitsscheue 2. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2861, dagegen abgegangen im Ganzen 2822 Mann, bleibt Bestand am 31. August 1895: 39 Mann. A Mainz, 1. September. Anläßlich der Ereigniste der Jahre 1870/71 sind seit gestern Abend sämmtliche öffentliche Gebäude, darunter auch der Dom und mehrere andere Kirchen, sowie die meisten Privathäuser festlich beflaggt. In den atholischen Kirchen fand am gestrigen Abend großes Feft- oeläute statt und tn der Synagoge wurde am Morgen für die israelitischen Soldaten der hiesigen Garnison ein feier- icher Gottesdienst abgehalten, bei welchem Rabbiner Dr. Saatfeld in der Festpredigt tn ergreifenden Worten einen Rückblick auf die Vorgänge der Jahre 1870/71 warf. Am heutigen Morgen fand in allen Kirchen Festgottesdienst statt, welchem auch die Spitzen der Behörden anwohnten. Der heute Abend n der „Stadthalle" stattfindende Fest-Commers, zu welchem sämmtliche hier wohnende Veteranen der Feldzüge 1870/71 Einladungen zu reservirten Plätzen erhalten habcn, verspricht nach den zur Ausgabe gelangten Karten eine riesige Bethei- tigung zu erhalten. Bei dem Commerse wird Provtnzial- dtrector Rothe den Toast auf den Kaiser und den Groß- aerzog, Oberbürgermeister Dr. Gaßner den Toast auf die Armee, Geh. Commerzienrath St. C. Michel ein Hoch -auf das deutsche Vaterland ausbringen und der frühere Stadtverordnete Bern hart der im Kriege Gefallenen Siebenten. *A Rüdesheim, 1. September. Trotz der zahlreichen localen Erinnerungsfeiern in ganz Deutschland war die heutige Sedanfeier am Nationaldenkmal außerordentlich zahlreich besucht. AuS allen Gauen Deutschlands war man zusammengeströmt. Vor dem Denkmal hielt Bürgermeister Alberti von Rüdesheim die Festrede. Nach einem Rückblick auf die Krtegsjahre und deren Folgen gedachte der Redner der tapferen Truppen und deren Führer, sowie der Gefallenen und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus, in das die tausendköpfige Menge begeistert einstimmte. Am Abend fand eine bengalische Befeuchtung deS Denkmals sowie Freudenfeuer auf den Berges- Höhen statt, welche der Rheinstrecke zwischen Rüdesheim und Bingen einen reizenden Anblick gaben. ♦ Berlin, 29. August. Aus verschmähter' Liebe hat gestern Abend tn der zehnten Stunde der 23jährige Schloffer- geselle Schwarz seine Geliebte, die 17jährige Johanna Brunn, durch einen Revoloerschuß in die Brust getödtet und sich dann selbst durch einen zweiten Schuß entleibt. Schwarz unterhielt mit dem hübschen Mädchen seit etwa dreiviertel Jahren ein LiebeSverhältniß. Das Paar entzweite sich und die Brunn wandte sich einem Schlächtergesellen zu. Schwarz erfuhr hiervon und versuchte durch eine Unterredung am gestrigen Abend die Brunn, die bei dem Hof- schlächtermeister F. Nietsch als Verkäuferin beschäftigt, umzustimmen. Vor dem Laden deS Schlächtermeisters kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Schwarz einen Revolver hervorzog und dann die oben geschilderte That vollzog. ♦ Münster, Wests., 31. August. Die Bergleute Schädel und Strteler, die wegen deS gemeinsam an der Frau Strieler begangenen Mordes zum Tode verurtheilt worden waren, sind heute früh durch Reindel enthauptet worden.I ♦ Der hinkende Bote. Der Bonner Männergesangverein hatte bekanntlich auf Einladung semes ProtectorS, deS Prinzen Heinrich von Preußen bet Gelegenheit der Kieler Festlichkeiten eine Sängerfahrt zu den Gestaden der Nord- und Ostsee unternommen. Ob der errungenen Triumphe waren die fröhlichen Rheinländer stets in bester Stimmung und das Ergebniß war, daß man während einer Dampferfahrt von Bremerhaven aus die dem Bachus zu Ehren geleerten Flaschen dem Neptun opferte. Eine dieser Flaschen wurde mit besonderer Sorgfalt behandelt, mit verschiedenen Besuchskarten der Sänger versehen und verkorkt. Auf einzelnen Karten versprach man dem glücklichen Finder verschiedene Belohnungen, z. B. ein „Kinderbett", ein „Kinderkleidchen", eine „Mille Holzpinnen für Schuster" u. bergt Für ben „Hähnchens" - Wirth hatte sich ein guter Freunb den Scherz erlaubt, ohne beffen Wissen auf bie betreffende Karte „100 Liter Spatenbräu" als Belohnung für die Auffindung der Flasche zu setzen. Ein Zufall wollte es nun, daß ein alter Bonner Musensohn, A. Cl., aus Nordstrand in Schleswig, der auf der Rheinischen Hochschule von 1887 bis 1889 studirte, an der Küste seiner heimathlichen Insel die Flasche fand. Er war über ihren Inhalt nicht wenig erfreut und alle Bilder der geschwundenen, „alten Burschenherrlichkeit" traten ihm plötzlich mit Macht vor die Seele, darunter auch vor Allem das „Hähnchen" und der Genuß des dort gespendeten Spatenbräus. FlugS wurde dem Hähnchen - Wirth von der Auffindung der Flasche Kenntniß gegeben, um Ueberfenbung des köstlichen Gebräus gebeten und dabei auch so viel eingehendes Verständniß für die rechte Behandlung deS Stoffes an ben Tag gelegt, daß das „Hähnchen" sich veranlaßt fühlte, die gewünschten 100 Liter in dem nicht minder gewünschten „richtigen Gebinde" alsbald abzusenden. Auch die übrigen Betheiligten haben von dem Auffinden der Flasche Kenntniß erhalten und sind höflichst an die Erfüllung der verschiedenen Versprechen gemahnt worden. ♦ Wahrend die anderen Fette Feinde des Waffers find, ist das Lanolin im Stande, große Mengen Waffer in sich aufzunehmen. Seinem Wassergehalt insbesondere verdankt es feine vorzüglichen Eigenschaften, die eS für die Hautpflege geradezu unentbehrlich gemacht haben. Wie kein anderes Fett ist eS befähigt, in die Haut einzudringen, und seitdem Professor Liebreich nachgewiesen hat, daß das Lanolin dem natürlichen Hautfett analog ist, hat dieser Körper seinen SiegeSzug durch die ganze Welt angetreten. In allen denjenigen Fällen, wo der Haut das natürliche Fett verloren gegangen ist, wie bei HautauSschlägen und Hautunreinheiten, stellt das Lanolin gewissermassen einen Ersatz der Natur selbst bar, unb als Schönheitsmittel für Erwachsene unb Kinder wird es von allen Aerzten heute auf daS angelegentlichste empfohlen. Man verwendet das Lanolin am besten in Form von: „Lanolin-Toilette-Cream-Lanolin," eine angenehm parfümirte Composition, welche in Tuben und Dosen in fast allen Apotheken und Drogerien zu billigen Preisen käuflich ist. Beim Einkauf des „Lanolin-Toilette-Cream- Lanolin" achte man wohl darauf, daß alle Packungen zur Garantie der Echtheit die Schutzmarke: „Pfeilring" tragen. DimStag ben 3. September: Rlenzt. Mittwoch den 4. September: Obersteiger'.. Donnerstag den 5. September: Die verkaufte Braut. Freitag den 6. Septemder: Tannbäuser. SamStag den 7. Sep'ember: Der Trompeter von Säkktngen. Sonntag den 8. September: Der Troubadour. Montag den September: Napoleon, ober: Die hundert Tage. Lpielpla« der vereinigten frankfurter Ltadttheatn Vpernba«». Witterungsbericht vom 1. September. Den Norden des ErdthetiS bedeckt ein ausgedehntes DepressionS- aebiet, besten Einfluß sich bis zur deutschen Küste erstreckt Dagegen stehen Central- und Süd-Europa noch unter der H "schast hohen Druckes, welcher jedoch an Intensität verloren hat. Im Bereiche des barometrischen Maximums herrscht allenthalben heitere Witterung und zeigen die Temperaturen in ganz Süddeutschland eine beträchtliche Zunahme. »ora«sfi»ttich- Witterung t Zunächst noch meist heiteres und warmes Wetter. Verwandten, Freunden und Bekannten machen hiermit die schmerzliche Mittheilung von dem in Frankfurt a. M. erfolgten plötzlichen Hinscheiden unserer lieben Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marg. Brummer geb. Horn. Die trauernden Hinterbliebenen. «S»aufpteU»a«A. A Dienstag den 3 September: Der Menonit. Mittwoch den September: Frauenkawvf. In Cioil. Donnerstag den September: CharleyS Tante. Freitag den 6 September: Fedora. Samstag den 7. September: Der Hüttenbesitzer. Sonntag den 8. September: Pastor Brose. Montag den 9. September: FortunioL Lied. Die Nürnberger Puppe. Buhe für Ä Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen ulw. durch „Dalma". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen uiw. eines Zimmers, ber Küche ober Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschäblich. Glas 30 u. 50 Pig., bazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfa. In allen Apotheken auf Lager. In Gießen in ber Hirfchapothe»«. 5664 Foulard-Seide 95 Pf. bis 5.85 p. Mk. — japanesische, chinesische rc. in ben neuesten Dessins u. 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M 4«; u,i* «i-b. b® Äre*;«1"""«' -611111 doch in J ? °nders» ,nb'6' n der @t|(i». Weser, ■ffl? 661 nHl b5tiltn Mensch le„ .7.^ «Benin Me bfihjiefÄu/ f tofirbe °°°> ta (ÄH ’"8euben, * '» .. s.,un*ercn heutigen $t. b btetmjr flt bit 3u|un|| «Mtit btt MM?,, j; im .Äii.atMmjn W( Jirenanftalt oder gar nahezu ® getroffen iairo, oder g« 7 Don solchen MWM isteskranken noch immer unf teilanb mit Recht gefipxote gewiesen zu haben, und b M bit traurigen Dorsäldr iiinbtn mit dem Inhalt blfe iche Freunde zusühren toertt: Wort und Schrift, in M nicht allein der einjtlci t ift, fonbtrn baß an mafr auch bai bn t aufrld)tige LMua-uv an näß gefördert werben durch : staatlichen Irrenachalteu, ntzül lLue-MMen und A- cMuntz der ^rrenWunde : Äerzle, durch die Erhöhung rreuanstaiten zu entrichtender 1 Eiuzelsall waßgebckrn Ver- (gen, und überhaupt M bie ler durch die Natur der wie ;eren ausgehender und iigt Veränderung der Stel-v haft gegenüber ihren ®ei; r Regel einnimutt." M.New-AorkCitY,N 6 Jahre alt, ausSeligech. lt, auS WormS a. Rh./ Sieben; M* «-«' i- Mtbridi WO»,b5* HbJU; muffel» 6»ulte', „ 'aus Sümbai. ®“tlÄ ” * 84 3««s. 3*"‘. Äe **' 1« n„6t( alt, a!l Rierftein- «>0 . au«e8 d. Bl ftor. bit 6rwt Leitens d j'ahnbau von stsie Seitens Seaäßheit bei antrag aus « xt na..B — — vMi.uim,. Näheres bei Engel Gerichtsvollzieher. 16900 MArri A in 19 „nh Ä m.- ■ empfiehlt seiner Kundschaft auf'S Angelegentlichste (65641 MAGGI -u " und zu 8 Pfmnig Gustav Walter, NSnsburs 13.| Es gibt bei der jetzigen Jahreszeit wohl keinen schöneren Ausflug als nach der nicht zu weit entfernten und schön gelegenen ♦ Textors Terrasse. ♦ Dort findet man ein vorzügliches Glas (Export Bier — aus der Brauerei Textor (Inh. G. Bichler) — direct vom Faß, warme und lalte Speisen in reicher Auswahl. — Dienstag und Freitag frische Waffeln. — Dorfelder Billard zur gefl. Benutzung. Bei größeren Gesellschaften können Anmeldungen Markt- iraße Nr. 22 abgegeben werden. 723fr C. 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Reichs'Anl. 105.90 105.50 104.50 100.10 105.- 104.45 100.25 105.60 5 4 4 37, 5 > 4 5 1 1 Rum. am. Rte. Ruff.Obl. v.80 Schwed. Obl. . do....... Serb.Gld.-Rte. do. Tab.-Rte. Spanische Rte. Türk.Zoll Obl. bo.cono.Lit.C. do. Lit.D. 100.— 102.30 102.20 100.15 102.— 102.20 4 4 <7. Lissabon. . . . Rom II—VIII Buenos - Aires 72.40 88.— 72.40 88.20 4 3 4 Prag-Dux 1891 Raab-Oedw.91 Rudolfb. Gold 102 20 92.40 104.15 102.25 81.80 103.85 4 1 37, 1 5 4 Pr.H.-Act. alte Pr.H.-Act.neue do....... 101.50 104.30 101.20 101.30 104.30 101.20 do.Eüdb.(Lb). Oest.Rdw. Lä.l Gotthardbahn. Schwz. Central Schwz.Rordost Itl. Mittelmeer Pr. Henri (Lxb.) peniisl. fufe in Droctnue. 967, 250«/, 185.80 146.50 142.80 94.50 80 70 96'/. 252»/. 186.30 149.20 145.70 94.90 79.— 4 7» »7, 8 4 do....... do....... PreußConsolS do....... do....... Bad. St.-Obl. ».1886. . . 104.45 100.15 105.20 104.45 100.20 105.80 101.35 71.70 71.70 65.10 101.80 26.10 101.60 72.- 72.— 65.70 101.70 28.20 37, 37, 37, 37» v. 1888 . . . Ltttbeohrl.Aal. do. S.Braunf. do. Solmö-Lich do.Jsnb.-Birst. Grfl. S.-Laub. 78.90 100.50 102.— 95.40 101.70 78.80 100.50 102.— 96.— 101.70 3 3 4 5 4 4 5 Jtal. gar.E.B. Stoorn cf er. . . Sicil. v. 1891 ToScanische. . Rust. Südwest Rjäsan - UralSk Anatolische B. 55.20 58.20 87.60 94.15 103.— 103.35 95.20 55.30 58.30 87.90 94.40 102.45 103.35 95 Goth.unk. 1903 piorrse ®bl. Buderus E.W. Eisenb. Rtenbk. Kanll-Attiei. DtscheReichsbk. 105.40 101.- 102.10 160.95 10J.— 102.20 161.— 4 Bapr. St. Dbl. 106.40 106.45 4 Ung. Gld. Rte. 103.80 103.55 «ke>»,. Primi. 4' Portug. v. 86 . 88.70 69 Frankstr. Bank 180.- 180.20 4 Bad. Th. 100 . 145.30 146.— »7. do. Eisb.-Obl. 105.30 105.40 4 do.Aron.-Rte. 99.85 99.95 Deutsch«. 4‘ , do. v. 1889 . . 39.— Berl.Hdlsges.. 163.20 166 — 4 Bayer. Th. 100 155.70 156.50 ®7. Brein.St.'Anl. *7» do.E.B.Gold 105.50 59.— 53.35 106.90 4 Heff. Ludw. v. 3 Salon.-Mon. . 61.75 61.60 Darmst. Bank. 160.70 163.40 5 37, 3 4 Donau-Reg. . 118.80 •7, 4 ». 1893 . . . Hamb.St.Rte. v. 1893 . . . Hess. Vt.-Obl. 104.30 103.70 106.15 104.20 103.60 105.25 <7, 5* 0 v. 1889 . . . Arg. hm. Anl. do. aufe. d.1888 Chines,scheAnl. 105.85 59.10 53.50 106.90 4 4 Ri/ " 1868/69 , . bo.o.1874 . . do. v. 1875/78 102.10 102.35 102.25 102*- 102.20 102.70 4 Pfandbriefe. D. Grndschuld- bank V-VI 105.10 105.— Deutsche Bank Disct.- Comm. Dresdner Bank Mittcld. Cr.Bk. 199.50 ,227.90 169.40 114 70 209.20 228.30 172.40 Cöln-Minden. Th. 100 Madrid .... Mein. Th. 100 142.50 141*65 142.40 141.85 87, do.. . , . . . UuslLndische. Griech.E. B. v. 1890 104.50 104.55 4 6 Egyptischeunif. Mexic. v. 1890 do. Eisenb. . 104.95 92.— 78.40 105.65 93.10 79.70 J 1 47, Homburger I. . 4 37, 4 do. I—II do....... 100.80 101.30 104.80 101.— 101.30 104.75 Oest.Crd.-Anst. 388% 343» , 5 3 27, 3 Oesterr.v 1860 Lldenb. Th. 40 Raab-Graz 100 133.40 131.20 97.70 133.20 5 4 Pfälzer Rordb. 105.95 105.95 Fkf.Hyp-Bk.M Zidiitrik.Artini 87.* 6 3Ü5 32.20 3 do. Silber. , 25.55 26.05 «utzländtsch«. 87, do....... 101.60 101.60 Rordd. Lloyd . HöchsterFarbw. 107.80 111.20 Türk. frs. 400 44.— .145 do. Mon.-Anl. Jtal. Rte. St. 1000—4000 37.— 90.- 4 Elisab.-B. stsr. 103.25 103.50 4 do. Hyp.-Cred. 102.20 102.10 424.— 424.80 4 5 89.80 53.60 Blhtr «bl. Franks. 0.1893 102.85 102.95 4 Kaschau Oderb. v. 1891 . . . Lombardische . 102’70 103.— 102.85 4 37, do. 1905 uni. S 27 ... S 28 ... 105.20 101.20 105.20 101.20 Bochumer Guß Dortm. Union. Gelsenk. Brgw. 163.50 72.40 180.50 168.10 72.50 183.50 fliinii»!. per etütf m Mk. Ansbacher fl. 7 Augsburg. , 7 Brschw.Thlr 20 Finnländ. , 10 Freiburg, s». 15 MaUönder 10 Meinmgerfi. 7 Pappenh. „ 7 Venediger L. 30 48.40 27.05 10».— 48.50 8 do....... 53,60 Darmst. 88 94 102.45 3 lombardische . 73.10 73.45 47, Ldw.Cred. Bk. 103.30 103.25 Harpen. Brgw. 169.— 172 30 108.10 4 47. Deft.Ololb Rte. O«st.Silb..Rte. 103.75 85.85 103.60 85.80 3' , 3',, Gießen .... Mainz..... 102.50 101.— 102.50 101.95 5 4 Oest. Staatsb. do....... 118.95 104.85 118.70 104.80 4 4 Hamburg. Hyp. do.unk. 5.1900 101.05 104 05 101.10 104.10 Ver. Königs- u. Laura . . . 144.- 145.70 60.20 29.50 5 8'/, 4__ Oesterr.Localb. verfiaatl. . Port. St. Anl. do....... 84.35 41.95 27.20 84.80 42.- 27.15 1 37, < Ostend. 0.1892 Wieüb. , 1887 Wormü.... WormS . 104.50 102.80 105.80 101.75 104.50 102.80 105.80 3 3 3 3 bo.L-VIII.gm. do. IX. Em. . do. v. 1885 . . do. Era.-Re- . 95.20 93.— 92.35 93.25 95.20 93.20 91.— 93.25 »7, 4 1 87, do....... Mein. Hpp. alte do. neu 1 do...... 100.25 100.60 104.70 102.40 102.— 100.65 104.55 102.10 ttfeib^^riin. Hest.LudwigSb. Csac. Agram . Lest. StaatSb. 120.51 224.- 344 — 120.90 224» 4 342% 13.90 26.20 24.50 14.25 24.15 26.50