Samstag den 3. August 189* Erstes Blatt Mr. 180 vierteljähriger jj Akonnemeutsprei»: W 2 Mark 20 Psg. mit Amts- und Anzeigeblutt för den Kreis Gieszen Gratisbeilage: Hießener Kamitienökätter. ‘ August i. Am 2. August, Vor-I Paris. In der Schlacht bei 0 Uhr ist das kleine! Saarbrücken blieben auf unserer 6« Berlin. schäft in it M GchästsMM M aberg, Depeschen des Bureau ^Herold^. Neueste Nuchet^teu. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. zsvoll äaci 'eg 58. urigen. Berlin, 1. August. Aus London meldet die „Voff. n Ztg."' Nach einer Berliner Drahtmeldung des „Daily Tele- / graph" hat der Berliner Botschafter, Malet, um seine Entlassung gebeten. Er tritt im October von seinem klung 'N Kunden V Specerei »«nahm- von Anzeigen zu der Nachmittag- für de« folgmden Tag erscheinenden Nummer bi» Darm. 10 Uhr. Bringerlohn. Durck die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Trpeditio« und Druckerei: * Schntstraße Ar.L. Fernsprecher 51. Seite 11 Tobte, worunter ein Offizier. Die Division Frosiard kämpste gegen drei preutztsche Divisionen. Saarbrücken ist thell- weise niedergebrannt. Die Mitral- leusen brachten eine außerordentliche Wirkung hervor. Eine feindliche Abthetlung wurde durch Mittailleusen mit Verlust der Hälfte ihrer Leute gesprengt, einer anderen feindlichen Abthetlung erging es ebenso; Bazaine hatte ein Gefecht mit Plänklern, von denen mehrere getödtet wurden. Die Höhen von Saarbrücken sind jetzt tm Besitze der Franzosen, welche die Eisenbahn (am rechten ^aarufer) bis nach Trier beherrschen. Es wird ve' sichert, Vatz zwischen Saarlouis und Saarbrücken 250,000 Preußm stehen. Berlin, 1. August. Die Kaiserin begibt sich mit den beiden ältesten Prinzen am Samstag nach Stettin und von dort auf dem „Kaiseradler" nach Saßnitz. Der Kaiser sahn zu derselben Zeit mittelst SonderzugeS über Hamburg nach Brunsbüttel, geht dort an Bord der „Hohenzollern", nimmt kurzen Aufenthalt auf Helgoland und fährt dann nach England. Die kaiserliche Yacht „Hohenzollern" geht dieser "age von Kiel durch den Canal nach Brunsbüttel. Rom, 1. August. Das italienische Geschwader ttt auf der Rückreise von Kiel über England heute Nachmittag Deutsches Reich. Berlin, 1. August. Nur wenige Tage hat Kaiser Söilhelm nach der Rückkehr von der schwedischen Reise in seinem Sommerheim bei Potsdam gerastet, denn zur Stunde bkstndet sich der hohe Herr bereits wieder aus dem angekün- d!gteu Ausfluge nach England. Unterwegs gedachte der Kaiser der Insel Helgoland, wo er bekanntlich schon des Oefteren weilte, erneut einen Besuch abzustatten. Kronprinz Wilhelm und Prinz Eitel Friedrich sind von ihrem Aufenthalt in Süddeutschland wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen. Die Kaiserin hat auf die geplante Sommer- viLegialur auf der Insel Rügen, wie verlautet, verzichtet, imb gedenkt auch bis auf Weiteres noch im Neuen Palais in residiren. — Bollständige sommerliche Stille herrscht in der inneren Politik, auf keinem Gebiete ist ein besonders bemerkenswerther Vorgang zu verzeichnen. Höchstens wäre die soeben in der Reichshauptstadt stattgefundene In - vungsconferenz zu erwähnen, welche in mehrtägigen Verhandlungen die ihr unterbreiteten Regterungsvorschläge wegen Organisation des Handwerks, Errichtung von Hand- werkerkammern, Regelung des Lehrlingswesens usw. berathen vad schließlich gutgeheißen hat. Indessen lauten die An- fia^en über den Inhalt dieser Vorlagen noch zu dürftig, als daß man letztere schon desinttiv beurtheilen könnte, namentlich vach in ihrer Wirkung auf das Handwerk. Ferner sind nächstens wieder einige Nachwahlen zum Reichstage za vollziehen, u. A. die Ersatzwahl in Dortmund, doch machen die betreffenden Vorbereitungen noch wenig Geräusch. AvS dem BundeSrath ist mitzutheilen, daß derselbe nicht dm 1. December, sondern den 2. December zur Vornahme der diesjährigen Volkszählung bestimmt hat- die Blcittermeldungen, denen zufolge der Bundesrath beschlossen haben sollte, an dem 1. December als Termin sür den gekannten statistischen Act festzuhalten, obwohl dieses Datum diesmal auf einen Sonntag fällt, waren demnach irrig. — Die ursprünglich so viel Aufsehen erregende Angelegenheit der dem Berliner Polizeiobersten Krause razesandten Höllenmaschine verläuft allmählich im Sande. Die bisherigen Untersuchungen in der Affaire haben weder über den eigentlichen Character des versuchten Attentates poch über die Person des Thäters die gewünschten Anhalts- f>ankte ergeben. ir v , — Wie die „Neuesten Nachrichten" erfahren, ist das befinden des Fürsten Bismarck zur Zeit ein ausgezeichnetes. Der Fürst bewegt "sich viel zu Fuß und zu Wagen im Freien und erfreut sich einer heiteren Stimmung. Di« großen Gedenktage des Vaterlandes bieten ihm vielfach Anknüpfungspunkte der Unterhaltung, die sich auf den engsten .Familienkreis beschränkt. Besuche sind schon seit einiger Zeit picht mehr angenommen worden, um dem Fürsten nach den großen Empfängen, die die Geburtstagszeit ihm auferlegte, die Möglichkeit des AusruhenS zu gewähren. Dies dürfte poch für einige Wochen beibehalten werden, um dadurch auch die Durchführung kurgemäßer diätetischer Vorschriften zu erleichtern. Berlin, 1. August. Der Präsident deS Reichsversiche- rungsamts,Oediker, arbeitet, wie die „Post" hört, an trieb mit neu« o. __ WSS Bad! WW isheizSfen-l 1 franco. Carl, ■ssr» Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte aus ZettungS-Nummern jener Zeit (Nachdruck verboten.) 3. August. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Der Atetzeuer -«zeiger erscheint täglich, teil Ausnahme deS Montag-. Die Gießener PiamitienVlätter Verden dem Anzeiger vichentlich dreimal beigelegt. Posten zurück. Der Kaiser, welchem dies gemeldet wurde, drückte sein lebhaftes Bedauern darüber auS. ■ Berlin, 1. August. Der fünfundzwanzigsten Wiederkehr des Tages, an dem weiland Königin Augusta nach dem Abschiede von ihrem zur Armee ab* reisenden Gemahl zu Fuß in das Augustahospital ging und dort in der Capelle einen Bittgottesdienst veranstalten ließ, wurde gestern Abend durch eine kirchliche Feier an derselben Stelle gedacht. _ w . Berlin, 1. August. DaS Kaiser-Franz-Regiment ist heute zu einer zehntägigen Schießübung nach Döberitz ausgerückt,- auch das erste Bataillon, das wegen der Erkrankungen am Typhus die Kaserne geräumt hatte, ist mit- marschirt. Seit der Ausquartierung dieses Bataillons sind bei ihm TyPhuSerkrankungen nicht mehr vorgekommen. Im Garnisonlazareth in Tempelhof befinden sich die erkrankten Mannschaften bereits in der Wiedergenesung. Die Zahl der Revierkranken des Bataillons ist auf vier zurückgegangen. Frankfurt a. M., 1- August. Die „Franks. Ztg.- berichtet aus Winterthur: Bei dem heutigen Schützenfest» Banket hielt der Bundespräsidrnt eine sehr gut aufgenommene Rede, in der er die gesammte Schweizer Politik beleuchtete und besonders die friedliche Weltlage hervorhob, ferner die Nothwendigkett des Handelsvertrags mit Frankreich betonte. Frankfurt a. M., 1. August. Die „Franks. Ztg." meldet auS Basel: Die Direction der Central-Eisenbahn hat den Eisenbahnarbeitern 17pCt. Lohnerhöhung zugebilligt, welches Entgegenkommen die Arbeiter acceptirten. Köln, 1. August. Heute srüh hat sich im D om während der 6 Uhr-Messe ein sremder, etwa 25 bis 30 Jahre alter, out gekleideter Mann durch einen Revolverschuß in die Schläfe getödtet. In seinem Besitz wurde ein Pfennig gefunden. Der Todte wurde sofort nach der Morgue geschafft und die Kirche von den Gläubigen behufs der alsbald vorgenommenen erneuten Weihung geleert. . .. Posen, 1. August. Durch kriegsgerichtliches Urtheil wurden zwei Unteroffiziere des in Gnesen garnisonirenden 49. Infanterieregiments wegen Mißhandlung von Soldaten zu je 2roK -.tflna W lürdnü'u-l ilMtM'cli irar®*'JS ifit >u oerw KTibill brf Ib.r M-n «vH«"! (i Son« 8#r» vormi £it MmlttaflS Wh vrrcuSgemel Lonnitt Wb! *tr Zowmrs donnitt Bnchir Somit Warnt Di, Amküi nitf.it Bäch! Htiitri werd Sam§tc Borafrnb Eege MdieÄml Madfmitta 8ureau iiitrrtn 6toi neue Marke herzustellen und den einzelnen Staaten in dem Verhältniß der Bevölkerungsziffer entsprechenden Beträgen zuzuweisen hätte. • König Humbert im Leihamt. König Humbert hat in vergangener Woche 6cm römischen Leihamte einen Besuch abgestattet, um sich auch da einen Begriff von dem Elende zu machen, daS in der italienischen Capitale herrscht. Bei« Verlaffen des Leihamtes spendete er 40,000 Lire zur Auslösung der mit dem kleinsten Betrage — mit einer Lire belehnten Pfandobjecte, deren eS 35,751 im Leihamte gab. * Theorie und Praxis. Profeffor Schnattermann schließt sich in der Sommerfrische einem Bäuerlein an, baß ein Stück Vieh vor sich her treibt. — „Ist baß Euer einziges Rindvieh ?" erkundigt er sich. — „Joa, Euer Gnaden!" — Der Professor ergeht sich nun in einer längeren theoretischen Auseinandersetzung Über die Behandlung deS Rindviehs zur Erzielung einer rationellen Milchwirthschaft, die daß Bäuerlen andächtig anhört. — „Ich hoffe, lieber Mann," schließt er seinen Vortrag, daß Ihr diese Grundsätze auch bei Eurer Kuh anwendet!" — „Nee, Euer Gnaden!" — „So — warum denn nicht?" — „Weilß a Ochse iß!" * Aus der Schule. Lehrer: Welches Thier begnügt sich mit der geringsten Nahrung? Karlchen: Die Motte! Lehrer: Falsch, Karlchen, die Motte ist im Gegentheil eia sehr gefräßiges Thier. Karlchen: Sie frißt doch aber nur Löcher! * Unterschätzt. Wirth (zum Touristen, der einen Berg ohne Führer besteigen will): SanS'S vorsichtig, stürzen s nti 'runter, der Berg ist 2000 Meter hoch! — Tourist: Ach was, unter 3000 Merer stürze ich überhaupt nicht ab! J'J_____ ________ 1 _J___! ■ । '■ titcratur mnö Kanft - Novelle« - Bibliothek der Jllastrirte« Zeit««». Siebzehnter Band. Preis 2 Mk., tn Orrgtnal-Lemenbano 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leivztg. Mit der Zeil de« RetsenS kommt auch die Saison für dieRetselectüre,' elß eine hübsche, frische und anregende möchten wir den obengenannten Band unserm Leier« krei« empfehlen. ES tst kein sehr schwere« Geschütz, wa« hier aufgefahren wird; gerade darum eignen sich die 21 Novellen in so hohe« Grade zur willkommenen Unterhaltung. Nicht daß der ernste Ton "'ch W, st ti kchnischen i Bersch •». AuM WS . T'e Aus fw btr »nfl , vergeben e;, Gebote Bureau Gießen Rirl - -Ä ’ie‘ 811«^ Ö8en »schelvt | ln. M 8tg. ‘ e ^chausptkiis '9eü Rr bttlchl«: i unb £ Sh* Ql6 husche ®ten en' würbe » ! lauem Mt unb bon [ ten; Nachdem ft brichreikuna vorl» 6t «Mm', 3 Dn den Leuten, b Anerbieten -t verkaufen - B.i dvi Fahrrad c fW ist, ist jr, ->en ßriegsminiftn auf Dienstreisen da Ank der e6 nicht nur bt\m ZnivÄri um rech ' QtHtt eine klein er officielle Kege! tagen zwei hen« ?-/ die Kugel q lösten sich die ft hrnn L., unb i nk. Dem Leuten einem Partner ß ,u machen, wird e 0 Rark gescheh waren ihm ein ihre Gaben i tyt \txwn; i. düch betniff »ar, )O Mark, bm brau rend bei Rest tw beabsichtigt bei sia bei Dedatö zusslx ne in Vorschlag j iäre, die Versealu weisenden den 8iir Mrke fott närii aßtüon25 Eentiv Gültigkeit Hai» a Bern tw. "v werden, •n Staaten in - grechenden Bett^ inig Hmbert Hai/ ihamle einen Be>- M von dem Elea! Ne herrscht. [0,000 Lire zur Av _ mit einer Lire h im Leihamte gab. Tchnattermann schl» lein an. daS ck«° Euer einziges m ler Gnaden!" - » länger« *■** a des MdmehS - L die das Bäueri! Jäte auch dn X'.; - •* /'Jj Ijitt b.M ft-«*?*; 8 ** * * **ftS ’Ä'ij It tfÄ*» Ää ÄfetfS ilichl w Den Geschichten völlig fehlte; aber im Ganzen ist doch das Colorit •etil Helles, sonniges. Der Band möge darum viele dankbare Leser .fuben. Der Preis ist billig, das Buch gut ausgestattet und auch in broschirtem Zustande nicht einem raschen Zerfall ausgesetzt Möge etz müßige Stunden behaglicher Fertensttmmung in angenehmer Weife .auSfüllen. ______________ — Bon der Verlagshandlung Stephan Geibel in Altenburg gingen uns die Lieferungen 7 bis 11 der billigen Jubelausgabe von Zeitz, KriegSeriuuerunge« eines Aeldzugs Freiwilligen, zu. Musketier Zeitz, den wir bet Sedan verlassen hatten, führt uns nach Croiffy, wo er König Wilhelm mit Bismarck imb Molike zu sehen bekommt. Dann geht'S von Ferriöres nach Lriäans (Schlacht von Orleans) unb von dort nach CHLleaudun. Die Beschreibung des Gefechts von Cbäteaudun, an der Zeih hervorragenden Anthetl nimmt, was auch in der Geschichte des 32. Regiments rühmend heroorgehoben wird, gehört zu den Glanzpunkten bei Buches und hält uns in athemloser Spannung. Sehr heiter werkt die „Photograpdengeschtchte" und die „Marktscene" in Chartres. laS sind geradezu Cabinettstücke humoristischer Darstellungskunst. veberhaupt macht die Abwechselung von prächtigem Humor und tiefem Ernst das Zettz'sche Werk zu einem der anziehendsten unb interessantesten Bücher, die wir kennen. Für Alle, die „mit dabet aaren", muß es ein köstlicher Genuß sein, in diese Erinnerungen ' sich zu vertiefen, für die Jugend aber, die Söhne der Mitkämpfer, enthält das Buch die beredteste Mahnung, es den Vätern einst vichzuthun, wenn das Vaterland es fordert. Den Alten wie b n Jungen sei das prächtige Buch, das bis Weihnachten fertig vor- liegen soll (in 29 Lieferungen A 20 Pfennige) wiederholt aufs wärmste empfohlen. Universität- - Nachrichten. Berlin, 1. August. Professor Adolf Wagner ist zum Rector der Berliner Universität für das Studienjahr 1895/96 gewählt worden. Breslau, 1. August. Domprobst Dr. Kayser, ordentlicher Honorarprofessor der katholischen Facultät an der hiesigen Universität, tfi gestern infolge eines Schlaganfalles gestorben. Airchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 4. August. 8. nach Trinitatis. I« 6et Stadtkirche. Vormittags 9*/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche. Pfarrer Schlosser. Die Vorbereitung zur Kinderkirche findet Samstag den 3. August, Nachmittags 3 Uhr, in der Stadtknabenschule statt. Nächstkünftigen Sonntag, den 11. August, Christenlehre für die Marcusgemeinde im Frühgottesdienst. _ Ä« det AohauueSkirche. Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmtrten aus her Johannesgemeinde- Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und heil. Abendmahl für die Lucasgemeinde. Vormittag« 11V» Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinbe: Pfarrer Dingeldey. Am künftigen Sonntag, den 11. August, wird im Hauptgottes- •bkrft Beichte und heil- Abendmahl für die Johannesgemeinde gefeiert werden. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 3. August. Vorabend 7«- Uhr, Morgens 8-° Uhr, Nachmittags 4»o Uhr, LabbathauSgang 9°° Uhr. Gottesdienst der israelittschm Religionsgesellschasi- Freitag Abend 730 Uhr, Samstag Vormittag 8°° Uhr, Predigt, Nachmittag 4«> Uhr, Sabbathausgang 900 Uhr- Wochengottesdienst Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr. Verkehr, Land- und VoU-wirrhjchaft. «- Groß« Felda, 1- August. Der gestern hier abgehaltene „Jacobimarkt" ward ungünstig beeinflußt durch das jetzt herrschende unbeständige Wetter. Alleldtngs hielt dasselbe bis zum Mittag Stand, sodaß der Viehmarkt mit Schweinen stark befahren ward. Das Angebot übertraf die Nachfrage, der Handel ging gut bei mäßigen Preisen. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel kleiner Sorte 24 bis 26 Mk. und 26 bis 30 Mk, größere galten 35 bis 45 und 40 bis 45 Mk. Einlegeschweine kosteten per Paar 60 bis 70 und 70 bis 75 Mk. Fette Schweine sind im Preise wieder etwas angezogen, sod»ß das Pfund Lebendgewicht von 32 auf 34 und 35 Pfg. gestiegen ist. Ein um 1 Uhr Nachmittags niedergehendes Gewitter schädigte dem Krämermarkte sehr. Der Regen goß in Strömen nieder und der Wind warf den Kurzwaarenhändlern die Maaren ins Wasser, aus dem sie selbige nicht eilends genug wieder aufzufischen vermochten. Nachdem der Markt nach dem Gewitter wieder seine Fortsetzung fand, machte ihm ein abermaliger heftiger Gewitterregen gegen 5 Uhr ein verfrühtes Ende. Witterungsbericht vom L August. lieber dem westlichen Mtttelmeerbecken liegt heute eine flache Depression, welche durch eine über die Po-Ebene und die Ostalpen verlaufende Furche relativ niederen Druckes mit einem zweiten flachen Minimum in Verbindung steht. Dasselbe umfaßt die Flußgebiete der Elbe und Oder und zieht sich über Böhmen und Niederösterreich nach den unteren Donauländern. Auch im Westen der brttischen Inseln ist das Barometer erheblich gesunken und scheint von der Nordsee neuerdings tiefer Druck vorzudrtngen. Die übrigen Theile Europas bedeckt zw/»r hoher Druck, doch ist seine Verthetlung sehr unregelmäßig. Dementsprechend herrscht thetlwetse trübes Wetter; im südlichen Deutschland fanden mehrfach Gewitter statt, welche im Gebirge erhebliche Niederschläge brachten. »orausstchtliche Witterung» Bet fortdauernder Neigung zu Gewttterbildung allgemein warmes, jedoch wolkiges Wetter. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 2. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«. Wasser 17<>, Luft 18° im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. Zur Säuglingsernährung. Erst den letzten Jahrzehnten ist es vorbehalten gewesen, in der Säuglingsernährung wesentliche Verbesserungen einzuführen. Es war eben die hohe Sterblichkeitsziffer der Säuglinge, namentlich in den großen Städten, welche hierzu drängte, zumal die Fähigkeit der Mütter, ihre Kinder selbst zu nähren, immer seltener wurde. Die Wege, welche eingeschlagen wurden, den Säuglingen eine andere Ernährung zu verschaffen, waren verschiedene. Man suchte durch Herstellung von Kindermehlen, condensirter Milch u. s. w. die natürliche Ernährung zu ersetzen. Diese Verfahren krankten daran, daß den Präpaiaten, welche meistens aus Kuhmilch hergestellt waren, zu viel dem Säuglingsmagen nicht zuträgliche Zusätze (Stärke, Zucker u s w.) gemacht wurden. Und so kam es, daß auf dem internationalen Aerztecongreß in Kopenhagen im Jahre 1886 der Werth der Kindernährmittel in der Weise festgesetzt wurde, daß in erste Linie Muttermilch bezw. Ammenmilch, in zweite Linie Kuhmilch und erst in dritte Linie die verschiedenen Kindermehle rc. gesetzt wurden; auch wurde noch besonders heroorgehoben, daß letztere nicht als ein Ersatz der Muttermilch, sondern als Ersatz einer nicht zu beschaffenden Kuhmilch zu betrachten seien. In bet neuesten Zeit ist man aus diesem Wege noch einen Schritt weiter gegangen, um das Uebergerotdjt der Kuhmilch gegenüber den anderen Ersatzmitteln noch zu verstärken. Man bat >s auf diese Weise erreicht, daß es durch ein eigenes Versahren ermöglicht wurde, den dem Säuglingsmagen nachtheiligen Käs-stoffgehalt der Kuhmilch sehr herabzusetzen und damit die Milch wesentlich in der Zusammensetzung der Muttermilch naher zu bringen. Die mit diesem Verfahren angestellten practitchen Versuche haben in überraschender Weise die Thecrie bestätigt, unb die Säuglingsernährung ist hiermit in eine nein? Aera «ingetietcn, unb es ist ein entschiedenes Verdienst des Proseffors Gärtner in Wien, diese Wege eingeschlagen zu haben. In der practiicfcen Ausnutzung jedoch stellen sich noch wesentliche technische Hindernisse entgegen. So wird diese so herrliche Fettmilch nur in Liter-Flaschen fterilifirt geliefert; es muß also zum Abfüllen einer jedm Portion der Verschluß {entfernt werden: und da die« öfters erforderlich, ist die Sterilität der Milch illusorisch. Ferner muß jeder Portion der Milchzucker beigegeben werden, wodurch wiederum eine Verdünnung der Milch erfolgt. Alle diefe Nachtheile zu beseitigen, ist einem neuen Verfahren b?r Firma Dr. Wackenroder & Eomp. in Cassel gelungen. Dieselbe liefert Särwlingsmilch fterilifirt tn verschlossenen Portionsfläschchen, welche 150, 20J und 250 Gr. enthalten. Dabei ist der Milch bereits das erforderliche Quantum Milchzucker während der Zubereitung zugesetzt. Außerdem aber hat die Milch noch den Vorlheil, daß sie nicht eine Mischmilch aus verschiedenen Ställen ist, sondern aus dem gut überwachten unb eingerichteten Stalle des Herrn Rüdiger in Ochshaufen geliefert wird. Diese Milch bietet bei Trockenfütterung nach ärztlicher Vorschrift die weitgehendsten Garantien für ein gesundes Präparat, zumal sämmtliche zur SSuglingsmilchproduction verwendeten Thiere durch Tuberculinimpsung als tuberculofefre» dargethan sind. (Siehe Inserat.) 6215 Rahe für 3 Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flöhen usw. durch „Dalrna". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen usw. eines Zimmers, der Küche oder Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschädlich. Glas 30 u. 50 Pfg., dazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfg. In allen Apotheken auf Lager. In Gießen in der Hirschapotheke. 5664 h DIE BESTE SÄUGLINGS NAHRUNG I- pROF. GÄRTNERS A, istzaliaben W “KSt £ Selterawe" 6ig9 Bekanntmachung. Wegen Herstellung der Stockwerktreppe im Bürgermeistereigebäude fiild die Amtszimmer der Bürgermeisterei von Samstag den 10, d. M., Nachmittags, bis Montag den 12. d. M., Abends, geschloffen. Das Büreau des Standesamtes befindet sich während dieser Zeit im unteren Stock im Seitenflügel neben dem Ortsgericht. Gießen, den 1. August 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi, Beigeordneter.6553 Arbeitsvergebung. Der Abbruch und Wiederaufbau zweier Schornsteine von Sockel- böhe an, sowie die Aufstellung des dazu nöthigen Gerüstes, sollen im -öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Sämmtliches Material zum Aufbau der Schornsteine wird seitens -ttseres Werkes geliefert. Zeichnungen und Bedingungen liegen auf unferm technischen Bureau zur Einsicht auf. Verschlossene Angebote mit diesbezüglicher Aufschrift sind bis spätestens 9. August, Abends 6 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 2. August 1895. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. -S45 _______________Otto Bergen.______________________ Arbeitsvergebung. Die Ausführung des Kalk- und Cementverputzes (zusammen 188 qm), sowie der Anstrich der Anbauten unseres Kühler- und Saugerhauses sollen vergeben werden. Angebote sind bis 9. d. M., Abends 6 Uhr, auf unserem technischen Büreau, woselbst Näheres zu erfahren ist, einzureichen. Gießen, den 2. August 1895. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. ;. ______________Otto Bergen.__________________6544 Farben und Lacke, sowie Materialwaaren aller Art. Trockene Farben für Oel- ■ und Wasserfarben für alle Zwecke. Streichfertige Oel-und Lack- Farben für Fussböden etc. Alle Sorten Beiz-Farben, Broncen, Möbelwachs, Anilin-Farben , Stoff-Farben, -Farbstoffe. Copal-, Bernstein-,Damar-, Asphalt - Lacke in verschiedenen Qualitäten. Besten Fussbodenlack. Spirituslacke, Weingeistfirnisse, Brunoline, Mat- tirung etc. Politur. Parquetwachs, Stahlspähne u. Stahlspahnhalfer empfiehlt Adler-Drogerie Seltersweg 39. 6307 Otto Schaaf. Fortsetzung der Versteigerung Kepp in Lang-Göns am Montag den 5., Dienstag den 6. und Mittwoch den 7. August 1895, stets von Sl/2 Uhr Morgens an: Es kommen noch zur Versteigerung: a) Montag r Labenregale, Oelmeffer, große und kleine Dreimal-, Laden-, Balken- und Küchenwaagen, 4 Faß Essigsprit, Möbel, kleine Etsenwaaren, namentlich: große Partieen Sensen. Fenster- und Thürbeschläge, Kreuzbänder, Sargbeschläge und -Verzierungen, Mutterschrauben, Sägeblätter, Gabeln, Schippen, 2 480 Grabenstraße 12. Frankfurter Börse vow 1. August 1895. [6527 Ein guter, 4% WormS unk. b. 1901 fielt 3V,°/oHambrgr.Hyp.Bk.uukch.l9O5 102.00 1 3«/,o/oPreuß Hyp.A.Bk.unk.b.1900 101.« 1 t lfln, ' 101.60 5608 frr. Baerwirih und frrau. Jicbartion: L. Cchryda. ®rud und Verlag der Brühl'scheu Unwersiräts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in S.eßen. 3>ie heutige Plummer umfaßt 6 Seite«. Bergstraße: Bleichstraße: Dammstraße: Ede straße: Frarkiurterstr.: Alicestraßc: Bahnhofstraße: empfehlen. Ouerfurt- 85LS 10396 27 40 9155 37.10 10L00 100 JO 3o/o Oesterr. StaatSbahn v. 1886 30/c 3t«I. ftattlfl«. Etsmb. 3Vi°/o Frankfurter Hyp. Bk. 92.10 4% Eisend. Rentenb. ObL 54.85 50/0 BudcruS ObL 4Ve°/o Oesterr. StlberraUe 40/0 Ung. Gold-Rente 3°/0 Portugiesen 60/.: Mexicaner 40/0 Monopol-Griechen von 1887 8f/i°/o Deutsche ReichSanl. 3°/0 PreuH. EonsolS 8«/t0/c Gr. Hessische ObL 4o/c Stadt Darmstadt v. 1891. 104.50 100..' 5 104.3! 104.60 105.80 Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Mandler nebst Kindern. Vermischte Anzeigen. Santt'schcr Kksanzvtttin. Sonntag, den 4. Angustr Montag, den 5. Auguft, von 3 Uhr Nachmittag an: Nachfeier. 65uui Ein unmövlirtes W Zimmer 'M gesucht. Zu melden in der Exped. d- Bl 6474 Lücht Schreinergehilse gesucht- Earl »übler, Dammstraße 82. M, . . WV|U |. M ein gü, DaostSpsi Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen Berluft sagen innigsten Dank 0 Aov^- Aushilfskellner \ sucht E. Sliasny, Bahnhosstr. 11. örri1 $ox & MlMbel. *rW «J rfinM g« Lütt ;gtit bürjtn Zllwidt de-rast. H. Sie bangen et Hjtn befi t tagen in fällig befun DiksrZel »d^t länger । chlvfh. Arg bann, wenn 1 drr Lchtinr । Händler, wtli Unchellung hm en Litz ,«riehen fein. Tie ®e\ Smibfreetben l eoh iilSgesteL M rhit Mmd nur Mnnäramtt Weit 7 %qi Die G IDitum der! portirenben 5 OhsHlech, A jiufubr* 1 Die über htii.'cheme wc fugt Heilt Ter Schein ^itntnbtn Th MchA Um 6 Uhr beginnt der Tanz im Freien. Grosse Fackel-Polonaise. Italienische Nacht. — Bengalische Beleuchtung. V* an jedem Tage a Person 2 » Pfg., Kinder unter 10 Iihren «GjIXX bJTl V V tn Begleitung Erwachsener sind frei. 6542 Active Mitglieder haben gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte freien Zutritt. Der Ueberschuß deS Festes wird zum Besten hessischer Waisenkinder verwendet. 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Bei meinem Scheiden aus Gießen diene einem verehrt n Publikum *ur gefälligen Kenntniß, daß mir von einer löblichen Polizeibehörde die Thcaier-Concesston für die Stadt Gießen verliehen wurde. — Bei dieser Gelegenheit gebe ich die Versicherung, daß es mein eifrigstes Bestreben sein wird, durch Engagement tüchtiger Kräfte und Erwerbung der neuesten Novitäten auf theatralischem Gebiete nur gute Vorstellungen zu liefern und mir so daS Vertrauen eines verehrten Publikums dauernd zu erhalten. — Die WiMersaison wird eröffnet am 20. Letober 1895. Bitte mich bis dahin im freundlichen Andenken zu bebalten 6552 Hochachtungsvollst Flora Baars-Tresper. Liederkranz. Sonntag, den 4. er., Parthie an den Ludwig-sbrunnen. Heute Samstag Abend, präcis 9 Uhr Singstunde., Der Vorstand. Ll