Nr 153 ErAes Blatt. Mittwoch ben 3. Juli Der -iebever £ttjtigVvHUy C^UUllUVUVlUllU. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. Bekamttmachsng, betreffend die Rothlaufseuche in der Gemeinde Oberbiel. Unter den Schweinen in der Gemeinde Oberbiel, Kreis Wetzlar, ist die Rothlaufseuche amtlich festgestellt worden. Gießen, den 1. Juli 1895. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Indem wir die nachstehende Polizei-Verordnung des Herrn Regierungspräsidenten zu Coblenz vom 10. Mai d. I. veröffentlichen, machen wir die im Kreise Wetzlar practicirenden diesseitigen Aerzte auf die ihnen nach § 1 dieser Verordnung obliegende Anzeigepflicht besonders aufmerksam. Gießen, den 1. Juli 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Auf Grund des § 137 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 (Ges. S. S. 195 ff.) und gemäß 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizei- Verwaltung vom 11. März 1850 (G. S. S. 265) wird unter Zustimmung des Bezirks-Ausschusses für den Umfang des Regierungsbezirks Coblenz Folgendes verordnet: $ 1. Alle diejenigen, welche sich mit Ausübung der Heilkunde gewerbsmäßig beschäftigen, haben jeden in ihrer Praxis vorkommenden Fall von: Diphtherie, Croup oder Bräune, typhoidem Fieber, gastrischem Fieber, Nervenfieber oder Schleimfieber sowie von: Tollwuth, Rotz, Milzbrand und Trichinose bei Menschen der Ortspolizeibehörde (Bürgermeisteramt, in Coblenz der Polizeidirection) unverzüglich und spätestens innerhalb 24 Stunden anzuzeigen. § 2. Auf ergangene Bekanntmachung des zuständigen Landrathsamtes oder der hiesigen Polizei-Direction sind ebenso anzuzeigen alle Fälle von: Scharlachfieber, Masern, contagiöser Augenentzündung, Ruhr. $3. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden, sofern nicht nach § 327 R.-Str.-G.-B. strengere Bestrafung eintritt, mit Geldstrafe von 5 bis 30 Mark für jeden Uebertretungsfall, im Unvermögensfalle mit verhältnißmäßiger Haft bestraft. $ 4. Die Polizeiverordnung vom 18. September 1889 (Amtsblatt Nr. 40 S. 210 f.) wird hierdurch aufgehoben. Loblenz, den 10. Mai 1895. Der Regierungs-Präsident. Indem ich die vorstehende Polizei-Verordnung hierdurch zm öffentlichen Kenntniß bringe, bemerke ich zugleich, daß außer den in ihr angeführten Krankheiten noch anzuzeigen sind: a. Nach 9, 25, 36 und 44 des Regulativs, betreffend die sanitätspolizeilichen Vorschriften bei ansteckenden Krankheiten, vom 8. August 1835 (G. S. S. 240) alle Fälle von asiatischer Cholera, Typhus, d. h. Unterleibstyphus, Flecktyphus oder Rückfalltyphus (Recurrens) und von Pocken, ferner: b. Nach einer Bekanntmachung vom 1. August 1892 alle der asiatischen Cholera verdächtigen Fälle (heftige Brech- durchfälle bei Kindern bis zum Alter von 2 Jahren). c. Nach § 1 der Polizei-Verordnung des OberPräsidenten der Rheinprovinz vom 22. November 1889 jeder zur Kenntniß gelangende Fall von Kopfgenickkrampf (Genickstarre, Gehirn-, Rückenmarks-Entzündung, Meningitis cerebrospinalis). d. Nach § 1 der Polizei-Verotdnung des Ober-Präsidenten der Rheinprovinz vom 2. April 1891 alle in der be- treffenden Praxis vorkommenden Fälle von Kindbettfieber. Die zuständigen Polizeibehörden werden den Aerzten des Bezirks für Erstattung der Anzeigen Meldeformulare oder Meldekarten zugehen laffen, um deren möglichst vollständige Ausfüllung ich im öffentlichen Jntereffe ersuche. Loblenz, den 10. Mai 1895. Der Regierungs-Präsident. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Amtszimmer des Grotzherzogl. Kreisgesuudheits- amtes Gießen sich von heute an Moltkestratze 5 befindet. Dr. Haberkorn, Grotzherzogl. Kreisarzt. Deutsches Reich. Berlin, 30. Juni. Heute Morgen um 2 Uhr wurde auf dem Packetpostamt an der Oranienburgerstraße eine Höllenmaschine entdeckt, die aus Fürstenwalde au den Polizeioberst Krause abgesandt und — offenbar in Erinnerung an die bekannte Thomasuhr — mit „Absender Thomas" gezeichnet war. Aus der Kiste sickerte Benzin, wodurch man aufmerksam wurde. Man hörte nun das Geräusch eines Uhrwerks und lüftete den Boden der Kiste. Jetzt sah man sieben mit Benzin gefüllte Flaschen, die untereinander durch fünf Schnüre verbunden waren. Die Schnüre standen mit einem scharf geladenen Revolver in Zusammenhang, der sich beim Oeffnen des Deckels entladen haben würde, da ein Schnur vom Deckel nach dem Drücker des Revolvers ging. Die Uhr enthielt einen Wecker, der auf Vsll Uhr gestellt war, so daß die Maschine, auch wenn sie nicht geöffnet wurde, heute Vormittag bald nach der Ablieferung explodirt sein würde. Das Polizeirevier wurde alsbald benachrichtigt, und sandte Beamte, die die Maschine unschädlich machten und mit Beschlag belegten. Neueste Nttchrschten» Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 1. Juli. Der ehemalige Hofprediger Con- fistorialrath Schrader ist heute gestorben. Berlin, l.Juli. Die Abendblätter melden bezüglich des AttentarsversuchS gegen den Polizetoberst Krause, daß das Packet am Samstag Abend in Fürstenwalde von einer unbekannten, etwa 20jährigen Persönlichkeit von mittlerer Größe mit blondem Schnurrbart aüfgegeben wurde. Dom Thäter fehlt bisher jede Spur. Da vorläufig die Voraussetzung zu der Annahme eines politischen Attentats nicht vorhanden ist, hat die politische Polizei die Untersuchung an die Criminalpolizei abgegeben. Berlin, 1. Juli. Die Berliner Frauengruppe des Vereins zur Förderung des DeutschthumS in den Ostmarken veröffentlicht einen Aufruf an die deutschen Frauen und Jungfrauen, bei der Beschaffung von Fahnen für die Feier des 25. Gedenktages des Sieges von Sedan in der Provinz Posen behilflich zu sein, damit die Feier nicht nur der großen Vergangenheit geweiht sei, sondern auch ein Mittel zur Stärkung des nationalen Empfindens bilde. Berlin, 1. Juli. Der französische Deputirte F o u g e i r a l, Vicepräfident der französischen Bimetallisten-Liga, und Herr Edmond Phvry, Generalsecretär der französischen Bimetallisten-Liga, find in Berlin eingetroffen und hatten heute im Abgeordnetenhause eine Conferenz mit dem Vorstande des deutschen Bimetallisten-BundeS, an welcher u. A. Graf Mirbach, v. Kardorff, Dr. Arendt theilnahmen. Zweck der Conferenz ist, die Verständigung über ein gemeinsames ActionSprogramm herzustellen. Die französischen Delegirten hatten vorher in London Besprechungen mit der englischen Bimetallisten-Liga. Kiel, l.Juli. Der Kaiser traf heute Abend 6^ Uhr nochmals in dem Schlöffe zum Besuche der Kaiserin ein, um daselbst bis zur Abendtafel zu verweilen. — Heute Nachmittag 4 Uhr fand mit großer Feierlichkeit die Beerdigung dreier Opfer der am Freitag erfolgten Explosion statt. ES sind dies der See-Cadett Bahlen und die Torpedomatrosen Buhmann und Elster. Die Leiche des letzteren ist gestern bei FriedrichSort aufgefunden worden. Paris, 1. Juli. Der Unterrichtsminister P o i n c a r e conferirte mit der Budgetcommission über ein Denkmal zur Erinnerung an den Krieg von 1870, dessen Errichtung die Regierung beantragt. Der Minister wünscht, daß die Grundsteinlegung dieses Jahr stattfinde wegen der 25. Jahreswende deS Krieges. Drei Anträge liegen vor, wonach daS Denkmal im Pantheon oder Tuileriengarten oder im Walde von Vincennes errichtet werden soll. Die Budget Commission wünscht indeß die Errichtung auf der Invaliden' ' ESplanade. Kovstautiuopel, 1. Juli. Der Sultan empfing heute ; den deutschen Botschafter v. Saurma-Jeltsch, der sein ' Beglaubigungsschreiben überreichte. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 1. Juli. Nach Meldungen aus Kiel wird der Kaiser seine Reise nach Schweden erst dann antreten, sobald es feststeht, daß die Kaiserin von Kiel abreisen kann. Trier, 1. Juli. In dem Dorfe Oberkail in der Eifel wurden durch eine Feuersbrunst 31 Wohnhäuser und 47 Wirthschaftsgebäude eingeäschert. Mehrere Personen find verletzt- eine Anzahl Vieh ist verbrannt. Budapest, 1. Juli. Die Getreidefirma I. NeumayerS Sohn ist mit 200000 Gulden Passiven fallit. Lemberg, 1. Juli. In den Bezirken Przemhsl, Rzeszow, Jaroslaw und Glogow herrscht die Schweineseuche in großem Umfange. Rom, 1. Juli. Heute wird in Livorno auf dem Campo Santo die Büste des Journalisten Bandt enthüllt werden, welcher von Anarchisten erdolcht wurde, weil er da- Verbrechen CaserioS energisch gerügt hatte. Rom, 1. Juli. Wie verlautet, wird der König am nächsten Donnerstag ein Amnestiedecret unterzeichnen. Paris, 1. Juli. Aus Toulon wird mitgetheilt, daß heute die großen Seemanöver beginnen, welche bis Ende Juli dauern werden. Paris, 1. Juli. Nach hier circulirenden Gerüchten soll die chinesische Anleihe bereits abgeschlossen sein, nachdem sie von den vier Mächten garantirt worden ist. Paris, 1. Juli. Nach Mittheilung der „Estafette" ist im Sommer 1893 während der Anwesenheit des Minister- Gier S in Paris eine Militärconventionzwischen Frankreich und Rußland abgeschlossen und unterzeichnet wordeu. Pari», 1. Juli. Mehrere Abgeordnete werden verlangen, daß der Antrag des Abgeordneten Barthieson, betreffend den Dau eines CanalS zwischen dem atlantischen Ocean und dem Mittelmeer, sofort in der Kammer zur Berathung kommt. Eine große Anzahl Handelskammern und Syndicate haben sich für Üen Bau des Canals ausgesprochen. Der Canal soll 624 Kilometer lang, 63 Meter breit und Si/2 Meter tief sein. Paris, 1. Juli. Der Präsident der Republik eröffnete gestern den internationalen Congreß der Strafgesetzgebung. Zahlreiche Delegirte aller Länder waren anwesend, unter Anderen der berühmte Gelehrte Professor Lambroso. Paris, 1. Juli. Die Regierung hat beschlossen, alle Geistlichen, welche gegen das Ordenssteuergesetz protestiren, exemplarisch zu bestrafen. Paris, 1. Juli. Das „Journal" will erfahren haben, daß König Humber.t C r i S p i in den Fürsten st and erhoben und ihm ein Kronlehen zu geben beabsichtige. Sofia, 1. Juli. An der ganzen bulgarischen Grenze finden jetzt Zusammenziehungen von Truppen statt. Bei Mustapha sollen bereits 30000 Mann coucentrirt sein. Zwei türkische Soldaten wurden auf bulgarischem Gebiet festgenommen. Gieße», den 2. Juli 1895. *♦ Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 8. Mai dem Maurer Anton Schulmeier zu Ilbenstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste", am 27. Juni dem Schullehrer Conrad Stein zu Ober-Breidenbach das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Groß- müthigen zu verleihen. *♦ Von der Universität. Unserem gestrigen Berichte über das Jahresfest der Universität fügen wir hier noch an die Preis auf gab en, die für 1895/96 gestellt werden. Dieselben lauten: Theolo gische Facultät: „Erklärung von Psalm 22." — Juristische Facultät: „DasBudgetrecht der hessischen Landstände in seiner historischen Entwickelung von Erlaß der Verfassung bis zur Gegenwart." — M e dt- cinische Facultät: a) Akademischer Preis: „ES find die Don M. Heidenhain und Cöhn im Epithel von Amphibien und Säugethieren, von Bonnet im Epithel des menschlichen Magens und verschiedener Drüsen entdeckten Schlußleisten bezüglich ihres Vorkommens, womöglich mit Berücksichtigung ihrer functionellen Bedeutung beim Menschen, einer systematischen Untersuchung zu unterziehen"; b) für den Balser-Preis: „Die Frage, ob der Kopf deS Neugeborenen in einem ganz bestimmten Verhältniß steht zu dem der Mutter, soll durch eine größere Reihe vergleichender Messungen unter genauer Berücksichtigung des bereits vorliegenden Materials neu geprüft werden." — Philosophische Facultät: a) Mathe- malische Aufgabe: „Jnvavianten des Systems von drei billineoren ternaeren Formen"; b) Cbemt'che Ausgabe: „Chemische und thermochemische Untersuchung von Masut"; c) Philosophische Aufgabe: „Kritische Darstellung des Problems der Materie bei Kant"- ä) Linguistische Aufgabe: „Die sorgfältige Sammlung und Erwägung der Familien- und VerwandtschaftSwörter in einer oder mehreren altindo- germanischen Sprachen"; e) Romanische Aufgabe (wieder- holt): „Das französische Verbum nach den Zeugnissen von Grammatikern des 16. und 17. Jahrhunderts." — Die BewerbungSschrtflen find vor dem 1. Mai 1896 einzusenden und an die betreffende Facultät oder den Decan derselben AU adresfiren. Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten. Versammlung Donnerstag den 4. Juli 1895, Nach - mitags 4 Uhr: 1. Gesuch des Georg Adam Reich von Reuchelheim in Bayern um Verleihung der hessischen Staatsangehörigkeit. 2. DeSgl. deS Lorenzo Della Berta aus Calazza in Italien, dermalen in Gießen, um Aufnahme in den hessischen Staatsverband. 3. Gesuch des Fritz Schreiner um Erlaubniß zur Herstellung einer Bretterhütte am Eder- weg. 4. Desgl. des R. Hecker für eine Gartenhütte auf dem Hamm. 5. DeSgl. des RechtSanwaltS Grünewald. 6. Gesuch des Ehr. Rebe um Erlaubniß zur Erbauung einer Feldscheuer in der Schwarzlach. 7. Den Fluthgraben in den Eichgärten- hier Rohrlegung in denselben. 8. Piffoiranlage in der Restauration Vogt. 9. Gesuch deS R. Oberländer um Erlaubniß zum Wirth^chaftsbetrieb im Hause Liebig- siraße 71. 10. Verlängerung der Verkaufszeit an Sonntagen sür Cigarren-Specialgeschäfte. 11. Gesuche um pachtweise Ueberlassung von städtischen Plätzen zum Obstverkauf. 12. Gesuch t'cs I. F. Sorger um Erlaubniß zur Herstellung einer Wirthschaftshalle. 13. Die Senckenbergstraße; hier Rechnung des Weißbindermeisters Pb. Schäfer und Maurermeisters W. Steinbach. 14. Ausbau der Bismarckstraße; hier Rechnung des Joh. Nickel für Chaussirung. *♦ 50er-Feier. Wie schon seit einigen Jahren hier üblich, feierten am Samstag und Sonntag die im Jahre 1 84 5 geborenen Altersgenossen ihren 50. Geburtstag. \ Am Samstag Abend versammelten sich dieselben zu einem j gemeinschafllichen Nachtessen im Cafe Leib und wurde j die Stimmung bald eine sehr annimirte, so daß der Nachhauseweg von einigen Freunden erst in früher Morgen- j stunde ohne Laternenschein angetreten wurde. Sonntags versammelten sich die Tbeilnehmer vollzählg mit ihren Frauen auf dem Ludwigsplatz zu einer gemeinsamen Fahrt nach dem Sch fsinberg, wo auch dieser Tag für so Manchen, der aus weiter Ferne zu seinen ehemaligen Schulfreunden noch in letzter Stunde herbeigeeilt kam, noch recht lange tn freudiger Erinnerung bleiben wird. * * Zwei Turuerfestmärsche zum 22. Mittelrheinfest. Es wird uns geschrieben, daß zu unserem Turnfest zwei Turnermärsche componirt worden sind und zwar „Gut Heil" von Herrn Musikdirector Krauß e, welcher in seiner rauschenden Klangwirkung bei der Vorfeier am Sonntag auf Verlangen mehrfach hintereinander von der Capelle unseres Regiments gespielt werden mußte. Den zweiten Feftmarsch „Turn er- grüß" hat Herr stud. jur. Beringer in zarteren Tönen erfaßt. Auch dieses Tonstück wurde am Sonntag wiederholt zu Gehör gebracht und allgemein mit Beifall ausgenommen. Die Bertnger'sche Composition ist vom Festausschuß osficiell angenommen und zur Begleitung eines in den Festliedern enthaltenen Turnerliedes bestimmt worden und macht dem noch jugendlichen Componisten alle Ehre. ** Mittelrheiaifches Turnfest. Die tn unserem gestrigen Festbericht erwähnten Ringer-Gruppen (nicht Reigen- gruppen, wie durch ein Versehen des Setzers gedruckt war) sind nach uns von Fachmännern gewordenen Mitheilungen nicht so einfach darzustellen, wie vielleicht vielfach angenommen wird. Diese Gruppen, richtiger Schulringübungen genannt, haben viel Mühe verursacht, und ist es das erste Mal, daß sie auf einem Turnfest in Gießen zur Vorführung gelangen. Die Hebungen, unter Leitung des Herrn Frech einftubirt, wurden durch reichen Beifall ausgezeichnet. * * 22. Mitielrheinifches Turnfest. Morgen Mittwoch Abend */z9 Hhr findet Gesammtprobe der vereinigten Gesangvereine in Cafe Leib statt. * * Die Souutagsruhe während des Turnfestes betr. Am Sonntag den 7. Juli dauert die Verkaufszeit im Handelsgewerbe (Ladengeschäft) von 11 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Abends. * * Ungerufene Turufestgäste. Eine Anzahl noch nicht der Schule entwachsener Jungen wußten sich gestern durch die Rückwand einer Wirthschaftshalle auf dem Festplatze Zugang in dieselbe zu verschaffen und plünderten die in der Halle befindlichen Vorräthe. Dreißig Stück Handkäse und eine Quantität Schinken fielen den jugendlichen Gourmands zum Opfer. * * Straßeuverbreileruug. Man ist jetzt bei dem Umbau deS von Herrn Hutfabrikanten Schuchard, SelterSweg 44, erworbenen Hauses beschäftigt und wird damit wieder eine Straßenverbreiterung erreicht. Unsere städtische Baubehörde hat den AuSbruch von Läden im Vorderhause nur bewilligt, wenn dessen Straßenfront um ca. 35 bis 40 Ctm. zurück- gelegt wird. Wotzl oder übel hat sich der Besitzer deS Hanfes dazu bequemen müssen. • * Durchgehende Pferde. In der Nordanlage gingen gestern Nachmittag zwei Pferde mit Wagen durch und beschädigten zwei Lindenbäume. * * Oeffeutliche Anerkennung einer edlen That. Der Groß her zog hat dem Maschinisten Karl Philipp Bern- Hardt zu Mainz in Anerkennung des von demselben bei der Rettung eines Knaben vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens eine Geldprämie verliehen. * * Schuldienst Nachrichten. Am 13. Mai wurde btm Schullehrer Karl Schneider zu Dudenhofen eine Lehrer- ■ stelle an der Gemeindeschule zu Dietzenbach, Kr. Offenbach, ! — am 21. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Carl Schwartz aus Offstein eine Lehrerftelle an der Gemeinde- fchule zu Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld, — an demselben I mit prachtvollen Blumen und Kranzspenden in den Händen, ' wohl an 50 bis 60 Frauen und Mädchen. Besouders fiel j ein mächtiges Blumenarrangement, weiches zwei Arbeiter trugen und welches feint Arbeiter dem Todten widmeten, Tage wurde der Lehrer an der Präparandenanftalt zu Linden- i fels Peter Joseph JanS zum Vorsteher dieser Anstalt, mit ; Wirkung vom 1. Juni an, — am 6. Juni wurde dem > Schullehrer Wilhelm Pabft zu Ober Saulheim die Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Haffterbach, Kr. Erbach, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Georg Koch- Hafen von Haifterbach eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Ober-Saulheim, Kr. Oppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Carl Jüngst zu Eichen- rod die Lehrerstelle an der Gemetndeschule daselbst, — am 6. Juni wurde dem Schullehrer Johannes Schneider zu Pfaffen'Beerfurth eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfisfligheim, Kr. Worms, — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Johann Deeken zu Offstein eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Julius H o f zu Echzell eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Arheilgen, Kr. Darmstadt, übertragen. ** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangel. Lebrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneinde- schule zu Wimpfen i. Th., Kr. Heppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Pfaffen-Beerfurth, Kr. Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nordheim, Kr. Bensheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein Rohrheim, Kr. Groß Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Heppenheim a. d. B. mit einem Anfangs- gehalte von 1000 Mk. jährlich. Dem Kreisrath und dem kathol. Pfarrer, sowie dem Gememderath zu Heppenheim steht das Präfentationsrecht zu derselben zu. An der Volksschule zu Darmstadt sechs Lehrerstellen, von welchen fünf mit evangel. Lehrern zu besetzen sind und eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzen ist, mit einem Anfangsgehalte von je 1350 Mk. '* Kriegerkameradschast Hassia." Nach Erfüllung der satzungSmäßigen Pflichten sind in den Landesverband der Kriegerkameradschaft „Hassia" aufgenommen worden: der Kriegerverein Altenschlirf mit 26 Mitgliedern, Bezirk Herbstein, der Kriegerverein Mosbach mit 35 Mitgliedern, Bezirk G^oß-Umstadt, der Kriegerverein Sickenhofen mit 29 Mitgliedern, Bezirk Groß-Umstadt. ** Directe Steuern. Die Gesammtsumme der für das Geschäftsjahr 1895/96 ausgeschlagenen Gewerb-, Grund-, Capitalrenten- und Einkommensteuer für das Großherzogthum Hessen beträgt Mark 9 429 997. Hiervon entfallen auf die Provinz Starkenburg Mark 3 536 346 = 37,5 Procent, auf Oberheffen Mark 2 016 643 — 21,4 Procent und aufRhein- heffen Mark 3 877 008 ----- 41,1 Procent. Auf die Bevölkerung^ zahl gerechnet beziffert sich der Steuer-Ausschlag per Kops in Starkenburg auf 8,42 Mk., in Oberhessen auf 7,58 und in Rheinhessen auf 12,56 Mark. h. Lollar, 2. Juli. Heute fand hier die Bestattung des am 28. v. M. hier verstorbenen Herrn Georg Buderus statt. Gegen 2 Uhr Nachmittags hatte sich im BuderuS'schen Park zu Lollar eine ansehnliche Trauergemeinde versammelt und immer noch strömten die Leidtragenden herbei, um dem leider zu früh dahin Gegangenen die letzte Ehre zu erweisen. Zwar rauchten die mächtigen Schlote des Werkes wie an gewöhnlichen Arbeitstagen, aber man merkte doch an der Ruhe und Stille im Betrieb, daß tiefe Trauer in die Herzen Derer eingezogen war, die sonst bei der Arbeit fröhlich schafften. Hat doch der unerbittliche Tod Manchem dieser Leute den Berather, den Wohlthäter und den Freund ge- raubt. — Die Fahnen auf der Main-Weser Hütte sowohl, als auch auf dem fchloßartigen Wohngebäude des Verewigten flatterten zum Zeichen der Trauer auf Halbmast. Mit der Eisenbahn kamen gegen l/23 Uhr von Gießen, zu besten Bewohnern der Entschlafene vielerlei Beziehungen hatte, wohl an 300 Leidtragende in Lollar an. Nachdem im Wohnhaufe in Anwesenheit der Familie Buderus und derjenigen Per- fnnen, welche dem Verblichenen im Leben näher gestanden haben, ein Trauergottesdienst stattgefunden, wurde der Sarg mit der Hülle des Geschiedenen auf den Leichenwagen gehoben und der Turn- und Gesangverein Lollar, dessen Ehrenmitglied Herr Buderus war, sang von der Veranda des Hauses einen Scheidegruß. „Süß und ruhig tn der Erde ist der Schlummer", so tönte feierlich der Sang durch den friedlichen Park. Hierauf fetzte sich der lange Trauerzug in Bewegung, indem er an der Main-Weser Hütte vorüber seinen Weg zum Friedhof nahm. Der Turn- und Gesangverein bildete die Spitze, es folgten der Männergefangverein, die Liedertafel, der Gesangverein Germania, der Krieger- und Turnverein, sämmtlich mit ihren Fahnen, wobei besonders das Panier der Krieger, welches die Jahreszahl 1742 trägt, durch fein ehrwürdiges Alter auffiel. Hieran schloffen sich in langem Zuge die Arbeiter und Beamten der Hütten Wetzlar, Gießen und Lollar, bann kamen Arbeiter und Beamte der Werke Hirzenhain und Burg-SolmS, die ersteren führten die alte Fahne ihrer Gewerkschaft im Zuge mit. Hieran reihten sich Bergleute der Grube „Morgenstern" bei Waldgirmes und der Grube „Amanda" bei Nauborn in ihren düsteren Trachten, sie führten die Fahne der Wetzlarer Knappschaft bet sich. Wehmüthig blickten diese Männer, die gewohnt sind, dem Tode täglich ins Antlitz zu schauen, vor sich nieder und bei Manchem rollte eine Thrüne über das von der Arbeit gefurchte Gesicht. In langer Reihe, paarweise gehend, bewegten sich vor dem Leichenwagen, vor dem daS Kisten mit den Orden deS Entschlafenen getragen wurde. auf, ebenso ein aus Rosen hei gerichtetes Kiffen, der mit mächtiger seidener Schleife in den CorpSfärben gezierte Kranz des CorpS „Teutoma", sowie sonstige mit werthvollen Schleifen gezierte Kranzspenden. Der nun folgende Leichenwagen war mit Blumen und Kränzen herrlich becorirt, tbm folgten die Mitglieder der Familie VuderuS, die Söhne und Brüder deS Verstorbenen in tiefer Trauer. Ihnen schloß sich an ein zahlreiches Trauergefolge, worin die Notabilltäten und die Bürgerschaft Gießens stark vertreten waren. Auch Offiziere von Gießen und Marburg, Vertreter der Corps „Teutionia" und „Hassia", sowie BerufSgenosten des Verstorbenen auS dem Siegerland erwiesen dem eiben die letzte Ehre. Eine lange Reihe von Equipagen, bei en letzte mit Kränzen und Palmen > Arrangements gefüllt mar, schloß ben Zug. Nachdem der einfache und schmucklose Metallsarg in die Gruft hinabgelasten war, ergriff Herr Pfarrer Heinze von Kirchberg daS Wort. Mit bewegten, warm empfundenen Worten tröstete derselbe die Hinterbliebenen über den harten Verlust, der sie nach Gottes unersorschlichem Rathschluß getroffen, indem ihnen der Gatte, der Vater und der Bruder durch den Sjob entrissen sei, genommen, um einzuziehen ba, wo der ewige Friede wohnt. Der Herr Pfarrer entwarf hierauf in großen Zügen ein Lebensbild des Verewigten, wie er in dem kleinen, von waldbekrönten Bergen umgebenen Hirzenhain geboren und feine Jugend verlebte und hier die Liebe zu der Natur in sich aufgenommen. Biele in der Trauerver- fammlung wüßten eS, wie Georg Buderus den Wald kannte und liebte, wie er sich über jede unscheinbare Blume, über jeden schönen Baum freute, wie er das Leben jedes GethiereS beobachtet hatte im Walde vorn kleinsten bis zum größten. Mit dem Jahre 1861 übernahm Herr Buderus die Main- Weser Hütte, die unter feiner Leitung zu dem geworden, waS sie heute ist, ein mächtiges Werk, der Neuzeit entsprechend eingerichtet. Das Alte mußte fallen und wie an dem Werke sich Vieles geändert und tjemrgerufcn durch das rastlose Schaffen seines Besitzers sich ermtiie t bat, so verdanken auch Lollar und dessen Bewohner bat, was btr Ort geworben diesem leider so früh abberufenen Mannc, dessen Name fortleben wird, wenn sich die Grust längst über ihm geschlossen. Er war ein Hüttenmann vom Scheitel bis zur Sohle und er war es, Der daS Netz wob, welches alle Werke feiner Brüder mit einander verband, und in seiner Hand liefen alle diese weit verzweigten Fäden zusammen. Der Verstorbene liebte es nicht, öffentlich hervorzutreten, er trug sein Christenthum nicht öffentlich zur Schau, sondern liebte es, mit den Werken der Nächstenliebe, die er ausübte, sein Christenthum praktisch zu betätigen, seine Linke wußte nicht, was die Rechte that. Seinen zahlreichen Arbeitern, von denen viele in seinem Dienst ergraut sind, war er allezeit ein Vater, ein Wohlthäter und Freund, und mancher von ihnen dankt ihm Wohlthaten, vielen ist er in Noth und Be drängniß beigefprungen. Seinen Freunden war er ein wahrer Freund, feinen Brüdern ein guter Bruder, feiner engeren Familie aber war er der treueste, liebende Gatte und Vater. Seine Thätigkeit wurde auch von seinem LandeS- herrn anerkannt, wofür die ihm verliehenen Ehrenzeichen Zeugniß ablegen. Unser Großherzog berief den bedeutenden Mann in die erste Kammer der Stände, aber in feiner Bescheidenheit glaubte BuderuS die Gnade des auch von ihm hochverehrten Landesherrn ablehnen zu müffen, weil er sich seiner Hütte nicht entziehen wollte, weil er mit seiner Familie zusammen hier in seiner Umgebung sich glücklich fühlte. Der Verstorbene hat den Namen BuderuS berühmt und geachtet gemacht in ganz Deutschland als der Besten einer. Möge ihm der ewige Friede werden. Nach dem Schlußgebet des Pfarrers gruppirten sich die vereinigten Sänger LollarS, wohl 100 an der Zahl, sowie sämmtliche Fahnen deS Zuges, um die Grabstätte, und in cm die letzteren sich senkten, klang die ernste Weise: „Wie sie so sanft ruhen" über den kleinen Friedhof, welcher Über die Hälfte von der leidtragenden Versammlung gefüllt war. Hierauf widmete Herr Bürgermeister Geißler dem Entschlafenen Namens der Gemeinde Lollar Worte des Dankes und der Liebe, worauf zum Schluß der Trauerfeier die Kränze und Blumengewinde niebergelegt wurden. — Möge dem nun in kühler Erde Gebetteten die Erde leicht werden. Mainz, 1. Juli. Der hier verstorbene Arzt Dr. Klober jat der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" 22,000 Mk. vermacht. Dermif^üf« • Frankfurt a. M., 28. Juni. Der Loosehändler Wilhelm Mayer von hier vertrieb im Anfang d. I. Loose der ersten Trierer Dombau-Lotterie. Am 14. Februar wurde der Haupttreffer dieser Lotterie gezogen und siel auf Nr. 68.907; Mayer hatte ein BiertelloS von dieser Nummer m Besitz. Dieses Viertellos hatte er in seinem Schaufenster liegen, und zwar auch noch am Nachmittag deS ZiehungS- tageS. Hm Hhr gelangte ein hiesiges Blatt zur Ausgabe, in dem die Haupttreffer bekannt gegeben waren, und ! urz vor 4 Hhr erschien im Laden von Mayer ein Mann Namens Kinsky aus Niederrad, der ein Viertel des LoofeS Nr. 68,907 zu kaufen wünschte. Die Verkäuferin gab ihm ein anderes LooS mit ähnlicher Nummer, doch verlangte der Käufer ausdrücklich Nummer 68,907 und bedeutete die Verkäuferin, daß dieses Loos ja im Schaufenster aufgelegt sei. Er erhielt hierauf die verlangte Nummer. Kurz daraus erschien der Geschäftsinhaber, der inzwischen Kenntniß von der Ziehung deS Hauptgewinnes erhalten hatte, und erfuhr zu seinem Schrecken, daß das Loos verkauft fei. Mayer behauptete, KinSky müsse auS der Zeitung, vielleicht auch durch die Veröffentlichung eines andern Looseverkäufer« Kenntniß von der erfolgten Ziehung deS LooseS gehabt haben, ließ den Gewinn mit Beschlag belegen und versuchte ben- tii - Eine °>ter SäS M Frankfurt« ^ Ministerium W halbmonaiW - itr Union W einen bcafitenW W °°n L. M bei Gladstone aus I und die von B« tlogriipblt M Mali zwei gioßere atomar slimmungsvolle litn an kleineren AuM SpecialliSi, die ®lr I gegriffen, die uo§ ui die dorltge vornehme vvrstellungm Wilder! PoriM nach Orltzlr der eleganten illustra gezollt stiidet auch in Criflinalp$otogtapf)lt $» T füftri W 1 .J »url M«6,8- ?e M*" 4 Loost ofrWi . $111 L-- ,1 # London, - S.ih- 9*“| Ito« Director deS W M ums Leben g schaffen. Aich. Marie Christ boren am 6. Febril, Melchior Dein stanAharine Elisa von TcGdorn, fy fahr 60 Wen land begeben und schollen. Ihr el wurde curaiorisch trägt dermalen ung Auf Antrag des "Dm IV. und der L Dein II. und Anna von Watzenborn, । Christine Derr oder Testan fordert, sich im g vttStag den 19. Vormittags g u|r _ gehörig **91, Mmi S“8 6li dm m tobt M ?gen den ausoelr vor/ Afl UW vermeid » ««fgeforbert 1 tJ!n bieii Fwit 7* den 19. c 5527 j r 'i»6 tn m... pACKET( ____wiliuwuilllll MMMMMUUWU M MUUUMW v» v v> o> <* O" v | c u> u- L Kränze u. s. w 5756 0 rothe Falzziegel ä JL 75.— nach Vorschrift des Geh. Hofrath Prof. Dr. Harless in Bonn, miethen. «ün-bnrg 7. 5692] Ein möblirtes Zimmer zu ver- miethen. Kirchstratze 2 5738 zu vermtethev. Asterweg 6. 0 0 J. Wertheimer Friedberg (Hessen). 0 0 pr. 1000 Stück frei Bahnhof Gießen. Zum Turnfest empfehle Guirlanden, 5613] Ein Stall zu vermietben- Neustadt 45. xxxxxxxxxx 5741 Zitherlehrer Adolf Arnold Giessen, Dammstr. 24. Kunstgerechter Unterricht nach anerk. bester Methode. im Casino der Villa Borghese zu Rom" von S. Macchiati, dem Gemälde „Morgenandacht" von Th. Gruft und der höchst originellen Dur- und Moll-Skizze „Die deutsche Steuerkaskade" von Fritz Haß seine volle Bestätigung. . .?itt ««erwarteter AuSbruch M Vesuv zeitigt oft recht komische ©eenen, besonders wenn eine große Anzahl Italien touristen sich am Siegel versammelt haben, in der Hoffnung, ein imposantes Naturschausptel zu genießen. Das Schaufptel des plötzlichen Ausbruches ist auch großartig — aber auS der Ferne! — Diejenigen, welche sich mühsam htnaufgewagt haben, fliehen prustend und hustend vor dem Aschenregen und dem Schwefelgestank und wirbeln mit den flüchtigen Füßen den trockenen Aschenstaub des Bodens hoch aus. In Heft 25 der Zeitschrift »Für Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57) finden wir auf einem großen doppelseitigen Fardmdruckbilde eine solche Situation drastisch gezeichnet, und die Gruppen der fliehenden oder sich verkriechenden Personen reizen unwillkürlich zum Lachen, da die Sache ja an und für sich gar nicht so gefährlich ist. Die anderen Bilder dieser Nummer sind Proben der modernen Jllustrationskunft. Besonders sticht der vielfarbige Aquarell-Facsimiledruck des G. Schöbel- schen Gemäldes „Vor dem Feste", sowie die ebenfalls in Buntdruck ausgeführte Reproductton des Gemäldes „Neugierige Modelle" von A. Weczerztck hervor. Isind eine Specialität, welche seit 50 Jahren in der ganzen Welt Millionen Menschen bei katarrhalischen Hals- and Brust - Beschwerden, bei Hasten, Heiserkeit etc. Linderung und Hülfe gebracht haben. Sie können bei Erkältungen, Hasten und Heiserkeit nicht warm genug empfohlen werden, indem sie diese lästigen Unpässlichkeiten rasch lindern und einer Verschlimmerung vorbeugen. Vorräthig in allen Orten. Witterungsbericht vom 1. Juli. Das Minimum über Rußland ist ostwärts abgezogen. Auch die Depression, welche gestern im Nordwesten lag, hat sich der Hauptsache nach in nordöstlicher Richtung entfernt, doch sind über der Ostsee und Jütland noch kleinere Unregelmäßigkeiten zurückgeblieben. Dagegen ist bas Minimum, dessen Herannahen sich gestern bereits im Südwesten Irlands ankündigte, weiter ostwärts hereingerückt und beeinflußt bereits Irland, sowie die Westküste Englands. Central- und Südeuropa stehen noch unter der Herrschaft hohen Druckes, jedoch nimmt derselbe an Intensität wieder ab. Kleine Thetldepresstonen, welche im Maximalgebtete mehrfach auftraten, gaben auch gestern wieder zu localen Gewittere»scheinungen Veranlassung; indessen war heute Morgen über Süddeutschland der Himmel wieder heiter und ist die Witterung andauernd sehr warm. BoranSstchtliche Witterung: Zunächst noch warmes Wetter mit wechselnder Bewölkung und Neigung zur Gewitterbildung. Später zunehmende Trübung. Loose der Alsfelder Fotlerie ä 1 Mark, 11 Stück 10 M. empfiehlt dir Generalagentur für Gießen und Umgegend A. Gretscher, Neustadt 55. 4636 Niriversitäts - Nachrichten. Halle, 1. Juli. DerProfessor derPhyftk, Geheimrath Knoblauch, Präsident der Leopoldtntschen Academie der Naturforscher, ist gestorben. Breslau, 1. Juli. Professor Dr. Wlassak, Docent für römisches Recht an der hiesigen Universität, hat einen Ruf nach Straßbura erhalten. Eingesandt. Gieße«, 1. Juli 1895. Von 4 Uhr ab konnte man gestern die liebliche« Weise« eineA CaronstelS auf dem Festplatz vernehmen, verschönt von den Schlägen, durch welche schneidige Jünglinge ihre Kräfte zu messen bestrebt waren. Daß solche Genüsse bei einem Volksfeste nicht fehlen dürfen ist leider eine bekannte Thatsache; aber daß die Anwohner des JuxplatzeS auch noch dazu verurthetlt sind, dies jämmerliche Getute bis nach Mitternacht anhören zu müssen, ist doch zu viel verlangt. Das war gestern erst die Vorfeier! Welche Genüsse stehen aber noch während der Hauptfesttage bevor! Noch einige Caroussels und dgl. sollen zu erwarten sein! Da dürfte man denn doch gegen die leider in der Nähe des Juxplatzes wohnenden Familien so viel Rücksicht walten lassen und etwa von 11 Uhr ab oben erwähnten Scandal untersagen. Der Dank Vieler ist der zuständigen Behörde gewiß. 6. Gießen, 2. Juli 1895. Die Anwohner von Oswalds Garten und dem unteren Thetle der Neustadt wüßten es jedenfalls den Herren Besitzern der umliegenden Fabriken Dank, wenn sie ihr Heizpersonal dahin instruiren wollten, da» Signal der Dampfpfeife zum Beginn der Arbeit früh 7 Uhr etwas abzukürzen, da eS in der seitherigen Uebung doch gar zu ohrenzerretßend und nervenerschütternd wirkt und man ordentlich aufalhmet, wenn es endlich zu Ende ist. Wir sind überzeugt, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um die erbetene Abhilfe zu schaffen. x Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 2. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag». Wasser 19°, Luft 19° im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. Literatur und Kanft — Eine interessante Erinnerung an Karl Vogt erweckt die Facfimtlereproduction einer auf die reactionären Bestrebungen in Süddcutschland bezüglichen Interpellation, die dieser als Mitglied des Frankfurter Parlaments am 18. Juli 1848 an das Retchs- mtnistertum richtete, im eben erschienenen 21. Heft der illustrtrten Halbmonatsschrift: ,öom FelS zum SDUet* (Stuttgart, Verlag der Union Deutsche Verlagsgesellschaft). Ebendaselbst finden wir einen beachtenswerthen Aussatz „Hebet die erste Hilfe bet Unglücksfällen" von L. Freiherrn von Lesser, die Schilderung eines Besuchs bet Gladstone auf dessen Landgut Hawarden von C. Frank Dewey und die von zahlreichen Bildern und Skizzen begleitete Künstler- biograpbte des Malers Franz Amltng. Für die Unterhaltung sorgen zwei größere Romane von Marie Bernhard und C. Busse, sowie eine stimmungsvolle litauische Geschichte von Ernst Wichert. Aus dem an kleineren Aufsätzen so reichen Sammler sei hier nur als eine Specialität, die wir sonst nirgends finden, jene Artikelserie heraus- gegriffen, die uns unter dem Titel „Aus der Berliner Gesellschaft" die dortige vornehme Welt unter sich, bet ihren Festen und Ltebhaber- vorstellungen schildert und von einer Reihe überaus anziehender Porträts nach Origtnalaufnahmen begleitet ist. Das Lob, das wir der eleganten illustrativen Ausstattung dieser Zeitschrift schon öfter gezollt, findet auch in den Kunstblättern des vorliegenden Heftes, der Ortgtnalphotographte „Im Holzschlag" von H. Traut, der „Soiree Aufgebot: Marie Christine Dern, geboren am 6. Februar 1819, Tochter bes Melchior Dern und besten Ehefrau Katharine Elisabeth, geb. Archin, öon Watzenborn, hat sich vor ungefähr 60 Jahren angeblich nach England begeben und ist seitdem verschollen. Ihr elterliches Erbtheil wurde curatorisch verwaltet und beträgt dermalen ungefähr 520 Mk. Auf Antrag des Curators Jacob Dern IV. und der Verwandten Jacob Dern II. und Anna Elisabeth Burk, von Watzenborn, werden Marie Christine Dern oder deren Leibes- oder Testamentserben aufgefordert, sich im Termin — Donnerstag den 19. September l. Zs., Vormittags 9 Uhr — in Selbstperson oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte zur Empfangnahme des Vermögens bei dem unterzeichneten Gericht (Sitzungssaal Nr. 18) einzufinden, als sonst Marie Christine Dern für tobt erklärt und ihr Vermögen den aufgetretenen Erbinter- essenten, vorerst gegen Sicherheitsleistung, ausgeliefert werden würde. Alle Diejenigen, die Erbansprüche 3« haben vermeinen, werden ebenfalls aufgefordert, spätestens im obigen Termin diese Ansprüche geltend zu machen und zu begründen, nls sonst sie bei der Theilung nicht berücksichtigt werden könnten. Gießen, den 19. Juni 1895. Großherzogliches Amtsgericht. 5527 Langermann. Rn he’tu r ^Pfennige erhält man vor Fliegen, Schnaken, Flohen usw. durch „Dalma". Für 2 Pfennige davon tobtet alle Fliegen usw. eines Zimmers, der Küche ober Stallung in 3 Minuten unter Garantie. Für Menschen und Hausthiere unschädlich. Glas 30 u. 50 Pfg., dazu gehöriger Patentbeutel 15 Pfg. In allen Avo- theken auf Lager.^Jn Gießen in der Hirfchapotheke. 5664 leiben auf dem Proceßwege für sich in Anspruch zu nehmen. Der Haupttreffer auf Nr. 68,907 betrug 40,000 Mk., das Maher'sche Viertel mithin 10,000 Mk. Die Untersuchung bewegte sich zunächst nach der strafrechtlichen Seite, doch konnte dem Kinsky keine betrügerische Absicht nachgewiesen werden,- es wurde vielmehr festgestellt, daß der Mann, der schon Tags zuvor in demselben Geschäfte Loose gekauft, auf die Nummer 68,907 Mitspieler gesucht hatte. Die strafrechtliche Untersuchung gegen Kinsky wurde eingestellt. Der von Mayer auf Herausgabe des Looses angestrengte Civtl- proceß wurde heute von der Civilkammer des Landgerichts zu Ungunsten des Klägers entschieden unter der Begründung, daß ein Händler, der nach erfolgter Ziehung noch Loose absetze, auch das Rifico zu tragen habe, etwa bereits gezogene Loose zu verkaufen. • Frankfurt a. M., 1. Juli. Bei der gestern hier stattgefundenen internationalen Ruder-Regatta auf dem Main starteten bet dem Viererrennen um den Kaiser- preis der Mainzer Ruderverein, sowie der Frankfurter Ruderveretn „Germania". Ersterer wurde Sieger. Der Wiener Club war nicht erschienen. * Loudon, 29. Juni. Gestern ist ein Arbeiter der Geschoßfabrtk zu Woolwich in einen mit glühendem Stahl gefüllten Behälter gefallen. Nachdem die Formalitäten betreffs des Unglücksfalles vollzogen waren, ließ der Director des Arsenals die ganze Stahlmasse mit der Asche des umS Leben gekommenen Arbeiters nach dem Kirchhofe schaffen. blaue do. mit Silberglauz ä JL 86.— und vtL 90.50 impräguirte schwarze do. a JU 90.— und JL 92.— | 5755] Ein Logis zu vermiethen. I Metzger Hofmann, Wallihorsiraße 13. Spar- und Leihkasse Hießen. Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkaffe-Vereins Gießen _ werden zu einer außerordentlichen Generalversammlung, welche Donnerstag, den 11. Juli I. I., Nachmittags 4 Uhr, im Saale des alten Rathhauses aus dem Markte dahier stattfinden soll, ergebenst eingeladen. 5754 Tagesordnung: 1. Oberrevision der Rechnung für 1893, 2. Wahl des Directors. Gießen, den 1. Juli 1895. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Vereins. I. V.i Wiener. Hermann Richter, liebst. 64IL Vertreter der SiegerSdorfer Werke, SiegerSdorf i« Schles., der Ober' dollendorfer Werke- der Firma r ServaiS & «o., Witterschlick, der Bonner Berdlendsteinwerke, der Firmen r F. p. Müller in Gisenberg, Schlüter * Co., Brüggen rc., liefert Terrakotten, Berblendfteine und Falzziegel l'" 18 »iffen ."Wrbt,, i,r «ih ,fle mit foJ. “«MmJfcF* "räch h„n ■ (hen: Tu6> die iutr. nnb ttititn nZ°b’l,täten !,W mit «•ÄS“»' üb,r Itkn " b's ium rttm. Buderus die Main- : bcm Worden, was Neuzeit entsprechend ° wie an dem Werke » durch das Mose at- fo verdanken auch ■ d»r Ott geworden, uk, dessen Name fortüber ihm geschloffen, öls zur Sohle und s alle Werke seiner > seiner Hand liefen vmev. Der Verftor- ürrtev, er trug fein iu, sondern liebte es, die er auiiibti, sein ine Linke wußte nicht, ucheo Arbeitern, von sind, war er allezeit d, und mancher von er in Noth und Bekunden war er ein guter Bruder, feiner uestc, liebende (Satte ch von feinem LaudeS- littynen Ehrenzeichen berief den bedeutenden )e, aber in seiner Bele deS auch von ihm n müssen, weil er sich er mit seiner Familie glücklich fühlte. Der berühmt und geachtet Besten einer. Möge dem Schlußgebet des Sanger LollarS, wohl ahnen der Auger, um sich fevkten, klang dte )tnti über den kleinen Don der leidtragenden widmete Herr Bürgn' Namens der Gemeinde >e, woraus zu« eogewmde niedngelegt t tzrde Gebetteten dte -beneSrrt0r^l-b-- SchchbrüchtStt -iss Bä* 8*«: 5 Blatt i»t « ’ ,hen waten, u : , ,in SJatta •’ M it» 8l‘tLil,«» in t«, bot »v unb b'b'*eliit bararf »ennt«» »wischt -a erfuhr litt« w “!I ““ „ adt*814 „, .(iabt tüt* .... 0 DOOOOOOOOOOOO I Verkehr, £. B. 50Jährigen 6» 4%, 60Jährigen 9%, 70Jährigen 138/s° e Rente. WidkMudkrchtigung. vermsgeu 89 MiUiiun jflarlt. Prospecte und nähere Auskunft bei Herrn Heinrich Hochreuther in «ietzen, 54961______________________________Löberstraße 2. Fahrpreis 10 Pfg. Bo« und «ach dem Bahnhof. Fahrpreis 10 Pfg. 6 Uhr Morgen». Omnibus-Verbindung 10 Uhr Abends» von «nd nach de« «chiffenberger Wald Sonn» und Feiertags Nachm. 3 Uhr alle 20 Min. 1 Werktags Nachm. 3 und 3« Uhr J 8 Ab Wald 7 Uhr j 20 W RkdacN»»: A. Echeyd». — Druck und Verlag der Brübl'schrn UniverfitätS-Vuch- und ©tcinbrudtrri (Pietsch & Scheyda) in Gießen. Are heutige 'Duunner umfaßt 6 Seiten^