”3813 - Hellmold, SMt«in|ite6e. - Reparatur ,n empfehlende ■räder "" «»»„. Äfc E-° X(!Ä »01. ti'*t" 6®*nte» 2453 '! MW< fee ii-'laiiMung l für olle Schulen: liidjer alle sonstigen el. Nurwalsi in WM mpfiehlt 3571 )roß, Mtltr rf), Neuenweg 14. MWM «mttiendlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigklcgt. Gießener Anzeig er Generat-Mnzeiger. vierteljähriger ASonnementspreiLl 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post oezoge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, ürp-'bitiox und Dructerei: Kchulkrahe?Tr.7. Fernsprecher öl. Amts- und Anzeigeblutt füv den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienblätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche^ Ttzeil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Zu Lind heim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und die Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, am 1. Mai 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die über die Gemeinde Orten berg, Kreis Büdingen, »erhängte Gemarkungssperre ist aufgehoben, dagegen über die beiden noch verseuchten Gehöfte „Gehöftsperre" verhängt. Gießen, den 1. Mai 1895. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. In der Gemeinde Leun, Kreis Wetzlar, ist der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh und der Rothlauf unter den Schweinen amtlich festgestellt worden. Gießen, den 1. Mai 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend [bie Anstellung eines Wasenmeisters für die Ge- ' 4 meinde Beuern. . Heinrich Lepper von Beuern wurde zum Wasen« meister der Gemeinde Beuern ernannt und in dieser Eigenschaft verpflichtet. Gießen, den 30. April 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 1. Mai 1895. Die Sitzung wird um 9 Uhr eröffnet. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Weiterberathung des Antrags des Abg. M etz> Darmstadt, die Umsturzvorlage im Reichstag betr. Abg. Schroeder spricht sich ebenfalls gegen die jetzige Faffung der Vorlage aud.; Die gestern ausgestellte Behauptung, als sei die nationalliberale Partei schuld an der Umsturzvorlage, weise er zurück. Der Sündenbock sei in der zweiten Lesung zu suchen. Die von der ultramontanen Partei abgegebene Erklärung widerspreche dem Standpunkt, den die Partei in dieser Sache seither eingenommen habe. Abg. Bär erklärt, daß er und seine Gesinnungsgenossen für den Antrag Metz, eventuell für den Antrag der Social- demokraten stimmen werden. Abg. Friedrich als Berichterstatter bemängelt den Standpunkt der ultramontanen Partei hinsichtlich der Hereinziehung religiöser Dinge in die Vorlage, freut sich jedoch, daß die hessische Fraction ihre Selbstständigkeit in dieser Frage bewahrt habe und daß Abg. Schmitt dem § 112, der die Verführung deS Militärs betrifft, zuftimmt. Die Herren ^ocialdemokraten seien am meisten von der Sachlichkeit abgegangen und hätten Dinge in die Debatte gebracht, welche sie sonst in Volksversammlungen und vor jenen jungen Leuten, die diese Versammlungen besuchen, vortragen. Herr Abg. Ullrich habe sich sogar zu einer Anstandsverletzung des Hauses hin« reißen lassen. Er empfiehlt dem Haus seinen Antrag. Präsident Weber bedauert, daß er den von dem Abg. Ullrich gemachten unparlamentarischen Ausdruck wegen Unruhe nicht gehört habe. Er ermahnt den Abgeordneten, sich für die Folge parlamentarischer und der Würde des Hauses entsprechend auszudrücken. ES erfolgt nunmehr die Abstimmung. Der Antrag der Socialdemokraten: den Bundesrath zu ersuchen, gegen diese und alle derartige Vorlagen Stellung zu nehmen, wird gegen 16 Stimmen abgelehnr. Der Antrag Friedrich: die Regierung zu ersuchen, mir allen Kräften im Bundesrath gegen Annahme dieser Vorlage zu wirken, wird mit großer Mehrheit angenommen. Nunmehr erfolgt die Berathung der Regierungsvorlage, den Gesetz-Entwurf, die Abänderung des Gesetzes, die religiösen Orden und ordenähnlichen Congrega- tionen betr., sowie über die Rückäußerung Erster Kammer i bezüglich deS Antrags Schmitt und Genossen, die Aufhebung 1 deS Ordensgesetzes betr. Die Zweite Kammer hat in der Sitzung vom 25. Januar • d. I. mir allen gegen vier Stimmen die Zustimmung zur; Revision des Ordensgesetzes gegeben. Maßgebend war für; die Abstimmung Zweiter Kammer das Vorgehen anderer - deutscher Staaten, insbesondere Preußens, die bereits 1887 \ erfolgte Revision der hessischen Gesetze über die Anstellung : von Geistlichen, insbesondere aber der Wunsch, den religiösen ■ Frieden zu fördern. Die Erste Kammer hat der Revision i deS Ordensgesetzes ohne Beschränkung auf den Inhalt derselben ; zugestimmt. Hierzu erklärt Staatsminister Finger, daß dieses der dritte Gesetzentwurf sei, den die Revision der Ausnahme- Gesetze gebracht habe. Der vorliegende Entwurf sei in aller Ruhe und Sachlichkeit erwogen, ob und wie weit der Staat in dieser Frage gehen könne und er möchte auch wünschen, daß dieses auch in Bezug auf dieses Gesetz von anderer Sette geschehen sei. Leider seien aber Ansichten vorhanden, und Aeußerungen gefallen, bte er nicht ungerügt lassen wolle. Daß der Entwurf das Richtige getroffen habe, sei auch in dem klerikalen „Mainzer Journal" und dem nattonalliberalen „Frankfurter Journal" s. Z. anerkannt worden. Nun lese er aber im „Frankfurter Journal" einen Artikel: „Ein j Wort in letzter Stunde", In dem ihm vorgeworsen werde, daß ; er mit seinen Zugeständnissen an die Katholiken immer weiter ' gekommen und immer mehr abschüssiger geworden sei. Er habe dies aber nur gethaa, weil es einige vornehme Kreise am Darmstädter Hof gewünscht hätten. Diese Unterschiebungen müsse er aber mit Entschiedenheit zurückwetsen, da er auch nicht einen Versuch derartiger Beeinflussungen wahr genommen habe. Diese Anschuldigung sei rein aus der Luft gegriffen und hänge zusammen mit dem Zetern, das man auf der ganzen Linie wahrgenommen habe. Der vorliegende Entwurf sei ganz allein von ihm gemacht, und dann in das Staatsministerium zur Berathung gebracht worden. Hier habe der Entwurf die volle Zustimmung seiner Herrn Col« legen erhalten. Ferner werde ihm noch vorgehalten, daß er seinen am 25. Januar d. I. abgegebenen Erklärungen untreu geworden sei. Wer im Hause seine Worte von damals noch im Gedächtniß habe, der müsse sich sagen, daß in dem Entwurf alles das enthalten sei, waS zur Erhaltung des ftrdj« liehen Friedens und zur Sicherung des Ansehens von Staat und Kirche erforderlich sei. Nachdem der Staatsminister die einzelnen Artikel des Gesetzes beleuchtet hat, empfiehlt er dem Haus, bei der jetzigen Vorlage zu bleiben. Abg. Dr. Schmitt kann sich mit dem Art. 2 der Vorlage in keiner Weise einverstanden erklären, und beantragt, demselben eine andere Faffung hinsichtlich der Zulaffung derjenigen Orden, die sich ausschließlich der Seeliorge widmen und neue Niederlassungen gründen wollen, zu geben. (Die Regierungs-Vorlage bestimmt, daß in bestehenden Niederlassungen neue Mitglieder nicht mehr ausgenommen werden dürfen.) Eine ähnliche Bestimmung bestehe in keinem Staate von Deutschland und in keinem civilisirten Staate der Weit, der nicht den Krieg gegen die Katholiken auf seine Fahne geschrieben habe. Preußen habe diese Bestimmung längst aufgehoben und nur in Hessen wolle man bte Katholiken in einer Ausnahmestellung belassen. Dadurch müßten sich die hessischen Katholiken schämen. Er frage, wodurch haben diese eine solche Behandlung verdient, die jedem Katholiken die i Schamröthe ins Gesicht treiben müffe. Er empfiehlt dem i Hause, seinem Anträge zuzustimmen, bezüglich deffen er nament- - liche Abstimmung beantragt. Staatsminister Finger erklärt, es sei noch übersehen; worden, daß auch noch in Mainz der Orden der Schul- ; brüder bestehe, gegen den die Regierung von ihrer Seite - wenig einzuwenden habe, obwohl sie auf der anderen Seite { ein Bedürfniß zum Bestehen desselben nicht anerkenne. Das, ■ was dieser Orden leiste, könne auch von weiblichen Orden ; geleistet werden. Würde der Antrag Schmitt angenommen, so würden auch die Schulbrüder darunter fallen. Dieses könne die Regierung nicht wünschen. Wenn überhaupt dieser ' Sache näher getreten werden solle, so müffe dies doch in erster Linie der Regierung entsprechen. Abg. Metz-Darmstadt gibt Erklärungen, wie der AuS- ; schuß seine Stellung zur ganzen Frage genommen habe und wobei auch männliche Orden, welche der Krankenpflege obliegen, zugelassen werden sollen. Dabei wurde aber übersehen, daß am 1. October 1874 solche noch nicht bestanden haben, wie sie jetzt bestehen. Abg. Graf Oriola erklärt, daß ei kein Gegner des OrdenSgcsetzeS sei. Er glaubt, daß eS die Pflicht eine» jeden Mitgliedes deS Hauses sei, dem der Frieden in der evangelischen und katholischen Kirche am Herzen liege, für die Regierungsvorlage zu stimmen. Abg. Osann meint, daß gerade der Antrag Schmidt dazu betgetragen habe, in evangelischen Kreisen bte größten Bedenken zu erregen. Er bespricht die in neuerer Zeit aufgetretenen Bestrebungen von clericaler Seite. Er set auch für Erhaltung des religiösen Friedens. Es seien aber auch in dieser Frage eine ganze Reche von Momenten ins Auge zu fassen, die Vorsicht empfehlen dürften und eS könne nicht bestritten werden, daß eine ganze Reihe von evangelischen Kreisen in dem Glauben lebe, daß diese Vorlage ein Unglück für unser Land sei und daß es besser sei, sie abzulehnen. Er ist für Annahme der Regierungsvorlage in etwas beschränktem Sinn und will diese Beschränkungen nur auf Artikel 2 des Gesetzes angewendet wissen- insbesondere soll eine Beschränkung bezüglich des sogen. Aussterbe - Etats eintreten. Auch mit dem Antrag Schmidt kann er sich nicht einverstanden erklären. . Abg. Schröder erläutert in eingehender Weise da» Zustandekommen und Die Gründe zu den Ausnahmegesetzen. Der Erlaß jenes Gesetzes sei eine dringende Pflicht der Nolhwehr und der Selbsterhaltung gewesen. Den Auslassungen in der Preffe stehe er fern. Dem Antrag Schmidt und seinem Eventualantrag kann er nicht zustimmen und bittet bezüglich Artikel 2 der Ausschußminderheit beizutreten. Die Annahme der Vorlage sei der erste Stein, der ausgebrochen werde. WaS noch später kommen werde, bleibe abzuwarten. Abg. Lautz erklärt sich gegen jede Aendcrung in der Ordensgesetzfrage, da zur Zeit die Dinge so liegen, daß man auch noch Zugeständnisse in dieser Richtung machen dürfe. Er verweist auf die Schmähungen von Gustav Adolf und von Bismarck durch das Centrum. Ein Antrag des Abg. Haas u. Gen.: „Den am 1. October 1874 im Großherzogthum Hessen vorhandenen Niederlassungen ober religiösen Congregationen, die sich aus- schließlich mit der Seelsorge und mit der Krankenpflege beschäftigen, inSbesonWpe der Frauen-Orden „Zum guten Hirten" und „Zur inneren Anbetung" kann mit Genehmigung des Ministeriums des Innern und der Justiz die Aufnahme neuer Mitglieder bis zu der 1874 vorhandenen Zahl gestattet werden", wird mit großer Mehrheit angenommen. Ebenso die Artikel 3 und 4. Bei der Abstimmung über daS ganze Gesetz wird dasselbe gegen 2 Stimmen angenommen. Morgen früh Fortsetzung der Berathungen. Deutscher Reichstag. 81. Sitzung. Mittwoch, de« 1. Mai 1895. Auf der Tagesordnung steht der Antrag Auer, bett. Vereins und Versammlung«- bezw. Coalitionsrecht, welcher unter Aufhebung aller entgegenstehenden Landesgesetze ein einheitliches Versammlungs- und Veretnsrecht ohne Unterschied des Geschlechtes schasien will. Abg Grillenberger (Soc.) erklärt, seine Partei wolle nicht nut ein freies, sondern ein einheitliches Recht schasien Gegenwärtig beständen 26 verschiedene Veretnsrechte in Deutschland. Diesem Zustand müsse ein Ende gemacht werden, auch auf Elsaß - Lothringen müsse diese gesetzliche Regelung ausgedehnt werden Die Arbeiter hätten Überall unter dem Mißbrauche der Vereinsgesetze zu leiden. Sächs. Gesandter Graf Hohenthal bezeichnet bas sächsische Vereinsgesetz als ein Landesgesetz, welches nicht hierher gehöre und nimmt den sächsischen Minister des Innern gegen den Vorwurf des Vorredners, als ob derselbe eine ausmahrnegesetzliche Handhabung detz sächsischen Vereinsgesetzes gegenüber den Socialisten angeordnet habe, in Schutz. Bayer. Beoollmächt. v. Heeremann tritt ebenfalls den Ausführungen Grillenbergers über die partelliche Behandlung socialistischer und namentlich gewerkschaftlicher Verei. e in Bayern entgegen. Abg. Bachem (Centt.) billigt das Verlangen nach einem einheitlichen Vereinsgesetz, zumal auch seine Partei unter bm bestehenden Verhältnissen der Vereinsaesetze gelitten und in Elsaß - Lothringer-, noch zu leiden habe. Redner empfiehlt, da et den vorliegenden Gesetzentwurf für nicht geeignet hält, den Weg der Resolution, um von der Regierung das einheitliche Gesetz für das Reich zu erbitten. Abg. Beckh (fr. Vg.) billigt den Grundgedanken, ist jedoch gegen die Ausdehnung auf Frauen und Minderjährige. Abg. Marauardsen (ntl.) stellt sich auf den Standpunkt des Abg. Bachem. Abg. Grillenberger (Soc.) wendet sich gegen die Abgg. Marquardsen und Bachem. Abg. Hilpert (bayer. Bauernd.) ist gegen die Theilnahme der Frauen an den Veciammlungen. Rach wetteren Ausführungen des Abgg. Bueb (Soc.) und v. Hodenberg iWelfe) schließt die Debatte. Morgen 1 Uhr: Dritte Lesung der Zolltarifnovelle, erste Lesung des Eommunal-Weinsteuergesetzes, Petitionen. Deutsche» Reich. Berlin, 30. April. Die Kaiserin ist mir den kaiserlichen Kindern heute Nachmitlag vom hiesigen Schlosse nach dem Neuen Palais bei Potsdam übergesiedelt. Berlin, 30. April. Die „Post" bezeichnet die Meldung venezianischer Blätter, wonach die deutsche Regierung, wahrscheinlich im Hinblick aus mögliche Lomplicationen in Ost- asien, in Wien und Rom sür die unverzügliche Erneuerung d-s Dreibundes auf weitere sechs Jahre intervenirthaben soll, als jeder Begründung entbehrend. Köln, 30. April. Der Belgrader Correspondent der „Köln. Ztg." entwirft ein überaus trostloses Bild der gegenwärtigen serbischen Zustände und versichert, fast daS gesammte Volk rüste sich gegenwärtig zum Kampf gegen die Krone. Der Thron werde von wenigen Fortschrittlern gestützt, deren Führer mit der Prätendentensamilie Karageorgiewitsch in alltäglicher Beziehung stehe. Ein serbischer Staatsmann habe dem Könige die Berufung der Radicalen angerathen, worauf der König geantwortet habe, er sehe daS wohl ein. er möchte den Radicalen auch gern die Regierung geben, aber er sei überzeugt, daß sie ihn dann davonjagen. Der Correspondent der „Köln. Ztg." hebt hervor, die Radicalen führten heute wieder den bekannten unterirdischen Kampf, welcher den König Milan bereits in die Flucht geschlagen habe. Häufte Uad?cidpten* WolffS telegraphische« Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 1. Mai. In parlamentarischen Kreisen verlautet, die polnische ReichstagSfracrion habe gestern beschlossen, gegen die CommisfionSbeschlüsse bezüglich der Umsturzvorlage zu stimmen. Berlin, 1. Mat. Don der Feier deS 1. Mai war h er nichts zu merken. Arbeitseinstellungen gegen den Willen der Arbeitgeber haben nicht stattgefunden. Die zwanzig für den Bormittag einberufenen Versammlungen waren zum Theil sehr schwach besucht. Nur Bebel und einige andere Führer hatten stärkeren Zulauf. ES ist alles in Rahe abgegangen. Dresden, 1. Mai. Obwohl Umzüge und gruppenweises Lpazierengeheit behördlich verboten waren, fand die Maifeier massenhafte Betheiligung. Der Verlauf der Feier war ruhig, Verhaftungen fanden nicht statt. Budapest, 1. Mai. Im Wäldchen bei Neu pest versammelten sich zahlreiche Arbeiter. AIS die Polizei sie auf- sorderte, auSetnanderzugehen, schleuderten die Arbeiter Steine. Die Polizei machte von ihren Seitenwaffen Gebrauch. Einige Personen wurden verletzt. Die Menge wurde zerstreut und eS wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Lowestoft, 1. Mai. In der heutigen Fortsetzung der Verhandlung deS Leichenschaugerichts wegen des Unterganges der „Elbe" recapitulirte der Letchenbeschauer die gemachten Zeugenaussagen. Die Jury gab nach Inständiger Berathung ihr Verbiet dahin ab, daß nach ihrer Meinung dem Steuermanne der „Crathie" sund dem Manne auf dem AuSguck eine große Nachlässigkeit deßhalb vorzuwerfen sei, weil sie nicht ordentlich Wache gehalten hätten. In Anbetracht deS Fehlens jeder Zeugenaussagen von Seiten der aus der „Elbe" befindlich gewesenen Personen war die Jury der Ansicht, daß kein geeigneter Beweis vorhanden sei, daß wegen der Eolltfion die „Crathie" ein Tadel treffe. In der Frage der Hilfeleistung nach dem Zusammenstoß sprach die Jury die „Crathie" von jedem Borwurf frei. WB. Berlin, 2. Mai. Der „Kölnischen Zeitung" zufolge hatte der Colonialdirector Kayser vor einigen Wochen wegen einer empfindlichen Krankheit die Arsenikbebandlung begonnen, die Anzeichen, welche Unterbrechungen der Kur erfordert hätten, aber nicht beachtet. Am 27. April trat Blutvergiftung ein; der gestern auSgesührte operative Eingriff war anscheinend erfolgreich, doch erfordert die Wiederherstellung KayserS jedenfalls einige Zeit. Depeschen des Bureau .Herold". Berlin, 1. Mai. Im Abgeordnetenhause wurde heute der Antrag Lueckoff u. Gen., betreffend Förderung de» einheimischcn Flachsbaues, durch die Regierung einstimmig angenommen, lieber den Antrag Bachem (Ctr.), betreffend confessionelle Begrädnißstätten, wurde dem Commissionöbeschluß gemäß zur Tagesordnung übergegangen. Schließlich fand der Antrag Nadbyl, die Regierung wolle behufs besonderer Beauf- stchtigung der BersicherungSgesellschasten technisch vorgebildete Beamte bei den AusfichtSbehörden einstellen, Annahme. — Morgen kleine Vorlagen. Berlin, 1. Mai. Die „Post" bestätigt, daß die Reichspartei sich gestern Abend über die Umsturzvorlage schlüssig gemacht hat und gegen die CommissionSvorschläge mit Ausnahme der militärischen Paragraphen stimmen wird. Nach den „Berl. Reuest. Nachr." wurde dieser Beschluß einstimmig gefaßt. Berlin, 1. Mat. Heute Mittag 12 Uhr ist Hierselbst die große Berliner Kunstausstellung von 1895 durch den CultuSminister Dr. Bosse eröffnet worden. Der Feier wohnten Vertreter der Stadt, hohe Militärs und zahlreiche Künstler bei. Berlin, 1. Mai. Anläßlich der Maifeier wird heute in sehr vielen Betrieben, Fabriken usw. gefeiert. Eine Anzahl Fabriken hat ihren Arbeitern den Tag freigegeben. Im Laufe deS Tages werden in allen Stadttheilen große Versammlungen stattfinden, denen Seitens deS Ausschusses der Berliner Gewerkschast» Commisfion eine Resolution zur Annahme unterbreitet werden wird, in welcher die gesetzliche Einführung deS Achtstundentages, Beschränkung der Kinder- iTbett, Schutz der weiblichen Arbeiter usw. gefordert, in welcher ferner gegen die Umsturzvorlag- prorestirt und die Solidarität mit den Arbeitern anderer Länder ausgesprochen wird. Die Führer der socialistischen Partei «erden in den Versammlungen die Referate übernehmen. Am Nachmittag werden die Arbeiter in der näheren Umgebung Berlins Volksfeste abhalten. Bis zur Stunde macht sich die Maifeier kaum bemerkbar. Da» Wetter ist herrlich. Berlin, 1. Mai. Die Commission zur Berathung de» Antrages Kanitz hielt heute wieder eine Sitzung ab und debattirre hauptsächlich über die zu dem Antrag eingebrachten Resolutionen. Abg. Dr. Lieber (Ctr.) sprach für Ablehnung der Resolution des Grasen Schwerin, Abg. Lotze (d. Refp.) befürwortete dieselbe und betonte, Gegner derselben wären nur die Börseuleute. Hierauf wurde die Fortsetzung der DiScusfion auf Dienstag den 7. d. M. vertagt. Berlin, 1. Mai. Der Anarchist Schlosser Diese wurde durch Polizeibeamte am letzten Samstag früh, als er sich noch im Bett befand, verhaftet. Diese soll in einer am 18. März stattgefundenen Anarchistenversammlung strafbare Aeußerungen gethan haben. Berlin, 1. Mai. Bon anarchistischer Seite war auf heute Vormittag 10 Uhr eine Versammlung von S o - cialisten und Anarchisten nach der „Königsbank" ein- berufen worden, die von etwa 400 Personen, darunter gegen 30 Frauen, besucht war. Mechaniker Wiesenthal empfahl, sich den gewerkschaftlichen Organisationen anzuschließen. DaS daS Umsturzgesetz anbelange, so werde sich „fein Genosse" dadurch abhalten laffen, für den Anarchismus einzutreten. Tischler Winkler ist gegen die heutigen Gewerkvereine, in denen die Gelder nur dazu benutzt würden, fette Posten für die Beamten zu schaffen. Rur durch Strtke» und Aussperrungen könne daS Volk aufgerüttelt werden. Leipzig, 1. Mai. Die Leipziger Actien-Wollkämmerei ist in der vergangenen Nacht vollständig niedergebrannt. Hamburg, 1. Mai. Hier ist die Maifeier absolut ruhig verlaufen. Größere Arbeitseinstellungen haben nicht stattgefunden. In den Vororten wurden Vormittags sechs Versammlungen abgehalten, Nachmittags in Altona und Hamburg Commerse. Für heute Abend find 21 Versammlungen angesetzt. München, 1. Mai. Das Schwurgericht verurtheilte gestern den Schriftsteller Dr. Oscar Banizza, welcher wegen 93 Verbrechen wider die Religion angrklagt war, zu einem Jahre Gefängniß. Budapest, 1. Mai. In der vergangenen Nacht gegen 121/» Uhr zogen mehrere hundert Arbeiter unter Absingung von Liedern durch die belebtesten Straßen der Hauptstadt. Die Polizei stellte den Demonstranten ein großes Aufgebot von Polizeiwachtmannschaften entgegen. Zwischen den Arbeitern und der Polizei kam eS zu erregten Auseinandersetzungen, welche damit endigten, daß zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. Budapest, 1. Mai. Die hiesigen Lederfabrikarbeiter, etwa 2000, haben den AuSstand erklärt. Sie verlangen Lohnerhöhung und statt Wochenlohn Stückarbeitslohn. Die Fabrikbesitzer nehmen eine ablehnende Haltung ein. Pari», 1. Mai. Der Ausstand der Zündholzarbeiter wird voraussichtlich heute beendigt werden. Die Arbeiter haben beschloffen, die Arbeit heute wieder aufzunehmen und die Feier des 1. Mai zu vertagen. London, 1. Mai. Die „Times" meldet aus Kobe, daß Japan gegenüber Rußland eine entschloffene Haltung angenommen habe und daß die französischen Kriegsschiffe den Befehl erhalten haben, sich für alle Eventualitäten bereit zu halten. Washington, 1. Mai. Senator Morgan erklärte, daß, wenn England den Corintohafen nicht räumen werde, der amerikanische Congreß Maßregeln treffen würde, die Engländer durch die Gewalt der Bajonette zu vertreiben. toctiUs unO prwhnMU». •tetra, den 2. Mai 1895 * Empfang. Seine König!. Hoheit der Großherzog empfingen am l.Mai u. A. den Oberförster Schlotterer von Romrod, den Bürgermeister Jutz und den Gemeinde- rath Flach von Butzbach, den Profeffor Weiffenbach von Friedberg. • • Bett. Umsturzvorlage. Auf Einladung des Oberbürgermeisters hatten sich die Mitglieder der städtischen Der- tretung gestern Abend zu einer Besprechung vereinigt zweck» Erörterung der Frage, ob und in welcher Form auch die Mitglieder unserer Stadtverordneten-Dersammlung der für den 5. d. M. in Berlin geplanten Kundgeb ung deutscher Gemeindevertreter gegen die sogen. Umsturz- Dor läge sich anschließen sollen. DaS Ergebniß der Besprechung, in welcher sich eine erfreuliche Uebereinstimmung aller Erschienenen kundgab, ist die Absendung der nachstehenden Zustimmungs-Erklärung nach Berlin: „Die unterzeichneten Mitglieder der Vertretung der Stadtgemeinde Gießen schließtn sich dem Proteste an, welchen die Mitglieder deutscher Städtevertretungen erheben gegen die in Kürze im Reichstage zur Berathung gelangende Umsturzvorlage, gegen die drohende Einschränkung der freien Meinungsäußerung und der freien Bethättgung im öffenlichen Leben, gegen die schwere Gefährdung unserer ganzen Kulturentwicklung." Folgen die Unterschriften deS Oberbürgermeisters, der beiden Beigeordneten und sämmtlicher Stadtverordneten. * • Musikalische». Am Sonntag, den 19. Mai veranstaltet Fräulein Minna Körner im großen Saale des Gesellschafts- verein» mit den vorgeschrittenen Schülern ihrer Musikschule ein Concert. Der Reinertrag desselben soll zur Hälfte dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege, zur anderen Hälfte dem Denkmalssond Han» von Bülow», deS genialen Pianisten zuffießen. Fräulein Minna Körner, eine Schülerin Bülow» und de» Frankfutter ConfervatoriumS, zählt zu den geachtetsien und gesuchtesten Musiklehrerinnen Gießen»^ neben ihrer Lehr- thätigkeit, der sie sich mit größter Hingebung weiht, arbeitet sie unermüdlich an der eignen Vervollkommnung weiter und darf sie zweifello» als eine unserer begabtesten jüngeren Pianistinnen bezeichnet werden. Ihre gediegene Geschmacksrichtung läßt aus ein sehr interessante» Programm mit voller Bestimmtheit rechnen, und da die Künstlerin, trotz ihrer klassischen Bildung jeder Einseitigkeit abhold ist, so werden wir neben unseren Altmeistern auch die bedeutenden Vertreter der modernen Richtung berücksichtigt finden. — Sverrsitze k 2 Mk. können schon jetzt in der Musikalien-Handlung deS Herrn Ernst Challier vorgemerkt werden. • * Arena Kühlmorgeu eröffnete gestern Abend ihre Vorstellungen. Die Direciion hat e» verstanden, auch die»mal durch Engagement tüchtiger Künstler verschiedener Speciali- täten der Abwechselung eine Fülle zu bieten. Die Künstler- Gesellschaft , welche bereit» im Vorjahre wohlverdienten Beifall sand, hat eine Anzahl neuer, hier noch nicht gesehener Sachen in ihr Programm ausgenommen. DaS gestrige Programm wurde durch beste Leistungen erledigt und fand großen Beifall feiten» der zahlreich erschienenen Zuschauer. • •-g- Zu» 1. Mai hatte die hiesige socialdemokratische Partei aus gestern Abend eine Volksversammlung '.n RöhrleS Bierhalle einberufen. DaS Referat „lieber die Bedeutung deS 1. Mai" hatte Herr Stadtverordneter Carl Orbig übernommen. Derselbe verbreitete sich in nabezu 1^/,stündiger Rede über die Entstehung, die bisherigen Errungenschaften und die Ziele zur Erreichung der Achtstunden- Parole. Eine hierauf bezügliche Resolution fand einstimmige Annahme. Alsdann wurde die Deriammlung geschloffen und von den Anwesenden die Arbeitermarseillaife gesungen. Die Versammlung war gut besucht. • * Daö Siebener Uaiverfitätstafcheuduch für da» Sommer femefter 1895 ist mit gewohnter Pünktlichkeit erfchienen. Die Her- auSgeber, die Herren Fr e e» u. Taschv hier, haben auch bet Herausgabe der neuesten (6.)Auflage auf möglichste Vervollständi gung Mühe und Arbeit verwendet, fo daß mit der Zeit ohne Zweifel ein Büchlein geschaffen wird, welches alle» Dissen»- worthe für den academifchcn Bürger genau aufzeichnet. DaS Merkchen kann von den Studirenden gratis in der Universitätsbuchhandlung SelterSweg 53 in Empfang genommen werden. • • 25 jährige tSrinnernngBfeier an 1870, zugleich Ser bandSfest der Kriegerkameradfchaft „Haffia". Aus Darmstadt wird uns geschrieben: In einzelnen Gemeinden unseres GroßherzogthumS waren feiten» der dortigen Krieger- und Militärvereine schon vor längerer Zeit Vorbereitungen getroffen worden behufs Begehung von Erinnerungsfesten an die große Zeit von 1870. ES ist wohl anzunehmen, daß diese Projekte aufgetaucht sind zu einer Zeit, al» über die für das ganze Großherzogthum in der Residenzstadt abzuhaltende gemeinsame ErinnerungSfeier an die glorreidicn Siege vor einem Vierteljahrhundert noch nicht» beschloffen war. Jetzt darf wohl bestimmt erwartet werden, daß alle derartigen Festivitäten wenigsten» für diejenigen Tage, in welchen sich die Hauptfestlichkeiten in Darmstadt abspielen werden, im Jntereffe einer einheitlichen, für daS ganze Land berechneten patriotischen Feier völlig auSgeschloffen lein werden. Dir lenken namentlich die Ausmerksamkoit der Vorstände der in Betracht kommenden Vereine, im weiteren auch der Gemeindebehörden aus diesen Punkt, der für die gemeinschaftliche Feier, bei welcher sich insbesondere möglichst alle Feldzugskameraden, aber auch ein großer Theil der „Hassia"- Stameraben überhaupt zusammensiuden sollen, von großer Wichtigkeit ist. — Hieran anknüpsend fei noch bemerkt, daß alle Bemühungen aufgeboten werden, um für die auswärtigen Festtheilnehmer eine bedeutende Herabsetzung der Eisen- bahnfahrpreife zu erzielen, und daß die hierzu bereits geschehenen Schritte den besten Erfolg versprechen. ♦* Ta» goldene Kreuz für sünsundzwanzigiährige treue Dienste wurde von Ihrer Königlichen Hoheit der Groyherzogin in zweiter Serie (Oberheffen) verliehen an; 1) Dorothen ?lrbeiger au» Bruchenbrücken, wohnhaft in Bruchenbrücken, 2) Margarethe Becker au» Alten-Bustck, wohnhaft in Gießen, 3) Maria Bingel au» Enzheim, wohnhaft in Heegheim, 4) Caroline Büttner au» Altenschlirf, wohnhaft in Alsfeld, 5) Christine Büttne r au» Groß Eichen, wohnhaft in Laubach, 6) Marianne Damm au» Ockstadt, wohnhaft in Ockstadt, 7) Katharina Diez au» Kölzenhain, wohnhaft in Grünberg, 8) Katharina Dort au» Daudringen, wohnhaft in Gießen, 9) Marianne Dotzelrod au» Ruhlkirchen, wohnhaft in Angenrod, 10) Anna Elise Engel au» Stockheim, wohnhaft in Stockheim, 11) Katharina Eisenträger aus Lichenrod, wohnhaft in Stockhausen, 12) Magdalene Fegbeutel aus Ockstadt, wohnhaft in Ockstadt, 13) Marianne Fink au- Alsfeld, wohnhaft in Gießen, 14) Katharina Fischer au» Kaulstoß, wohnhaft in Kaulstoß, 15) Elisabeth Groß au» Lardenbach, wohnhaft in Klem- Linden, 16) Margarethe Groß au» Viertheim, wohnhaft in Nieder-Eschbach, 17) Katharina Hannstetn au» Bindheim, wohnhaft in Heegheim, 18) Wilhelmine Helbel au» Ortenberg, wohnhaft in Ortenberg, 19) Anna Maria Heurich oj» Neuhof, wohnhaft in Vilbel, 20) Barbara Hornung au» Schlotzau, wohnhaft in Petterweil, 21) Katharina Koch au» Zeilbach, wohnhaft in Friedberg, 22) Katharina Kraufch au» Birklar, wohnhaft in Gießen, 23) Magdalena Kuhl in Kefenrod, wohnhaft in Kefenrod, 24) Katharina Lauer au» Haarhaufen, wohnhaft in Haarhausen, 25) Anna Maria Leister au» Herbstein, wohnhaft in Herbstein, 26) Karoline Lotz qu< Dieseck, wohnhaft in Gießen, 27) Maria Lan» au» Ilbeshausen, wohnhaft in Sichenhausen, 28) Christiane Luch au» Großen - Linden, wohnhaft in Großen - Linden, 29) Margarethe Merz au» Beit»hain, wohnhaft in Schotten, 30) Lotte Mörschel au» Obbornhofen, wohnhaft in Steinfurth, 31) Elife Raab au» Inheiden, wohnhaft in Inheiden, . 32) Caroline Schäfer au» Rodheini, wahnhaft in Rodheim, *«t iS« fr- |0»«b« Ä1" ?*** I >A*S ttn8„ L fwbener $PeciQli Di- SS£ 7r noch vichr flt, "ft** Ai ytatt erledigt erschienenen ’8' i'^amwlunj iu .R ferat Mer bit iadtverordneter 6Qr[ "** stch in ««hem I» die biihnigrn Er- chnng der Achchunden. ntion fanb einslimnige *6 geschlossen und 'uaise gesungen. Die lbnch sur da? Sittotr eit erschienen. Die Hei- ! hier, haben auch bei möglichste LerdoüMbi- öah mit der Zrü ohne welches alles Wissen!» !nau auszeichnet. Dar iratis in der Univerfi- 1 Ewpsang genommen n 1870, zugleich Set- >asfia". AuS Darmneri Gemeinbrn unseres dortigen Krieger- und Zeit Vorbereitungen n Erinnerungsfesten an vohl anMnehmen, daß itr fitit, all über die irr Wtfibtnjliabt ab t an die giorreiwen noch nicht» beichiMn xttt werden, niir it diejenigen Tage, in n Darmstadt abspirien en, für das ganze Land lig ausgeschlossen sein Aufmerksamkeit der Vor- reine, im weiteren auch i(t, der für die gemein, besondere möglichstaue ster Theil der „Hassta - en sollen, non 9* h sei noch bemerkt, datz a, um für die auSwar- Herabsetzung der Eisen- die hierzu W6 8e versprechen, iundzmanzigjahrigt « pr« Ää*- "ÄS 51« -Ä ton« 6if(«- 11) «Ä k- , @ie6tn, •6, »' S*« i« «!<«■ * Ä<|>» • । «" i »u« »*ie' int H-"tl °^ aul Zarbara aui 21) KathaM« ^tflU|4 22) K^alena 241 ’*««« ’S chauieo, 7 26)^to1 «iHW* SK 33) Katharina Schäfer auS Rülfenrod, wohnhaft in Rülfenrod, 34) Veronika Schäfer aus Steinfurth, wohnhaft tn Friedberg, 35) Helene Schieferstein aus Ober- Beffingen, wohnhaft in Lrch, 36) Anna Katharina Schuch aus Immichenhain, wohnhaft in Alsfeld, 37) Katharina Sen kl er aus Lauterbach, wohnhaft in Gießen, 38) Margarethe Seyfarth aus Alsfeld, wohnhaft in Alsfeld, 39) Elife Stichler aus Wallenrod, wohnhaft in Meiches, 40) Anna Christine Traud auS Afsenheim, wohnhaft in Afsenheim, 41) Maria Wagner auS Büdingen, wohnhaft in Büdingen, 42) Katharina Walter aus Wallenrod, wohnhaft tn Lauterbach, 43) Sophie Walter auS Daubringen, wohnhaft in Gießen, 44) Elife Weppler auS UellerShaufen, wohnhaft in Uetzhaufen, 45) Maria Wirth aus Mufchenheim, wohnhaft in Langsdorf, 46) Charlotte Zei tlma nn aus Rüdenhaufen, wohnhaft in Büdingen. ___________ O Wetlfaafen, 1. Mai. Gestern Abend kurz nach 9 Uhr gewahrten Vorübergehende in der Scheune des hiesigen LandwirthS Ludwig Feuerfunken emporsteigen. Kaum hinzugetreten, brachen die Feuergarben durchs Dach und die Scheune stand in Flammen. In höchster Gefahr befand sich das dicht anschließende Wohnhaus, in dem schon ein Bett, sowie Dachsparren angebrannt waren. Allein der hiesigen, sowie der sofort herbeigeeilten Feuerwehr von Kirschgarten und Ruppertenrod gelang eS, daS Wohnhaus zu retten und das Feuer auf seinen Heerd zu beschränken. Ein Glück war es, daß völlige Windstille herrschte, sonst hätte der Brand wettere Ausdehnung sicherlich genommen. Der Abgebrannte ist versichert. Ueber die Entstehungsursache des Brandes verlautet nichts. -e. Neu Ulrichstein, 1. Mai. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro April 1895. Ende April 1895 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 70 Mann. Dieselben vertheilen sich aus das Groß- herzogthum Hessen 9; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 12, Regierungsbezirk Wiesbaden 3, Provinz Rheinlande 10, Provinz Westfalen 6, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Berlin 3, Provinz Posen 1, Provinz Schlesien 5; Königreich Bayern 6, Königreich Sachsen 1, Königreich Württemberg 1; Thüringen 7; Freie Stadt Hamburg 1 , Retchslaude 1; Ausland: Oesterreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 29, Bäcker 3, Buchbinder 1, Büchsenmacher 1, Färber 1, Former 2, Graveure 1, Kaufleute 5, Landwtrthe 2, Molkerei-Gehilfe 1, Schaufelmacher 1, Schlosser 8, Schmiede 1, Schneider 2, Schreiber 1, Schuhmacher 3, Spengler 1, Töpfer 1, Tuchmacher 1, Tuch« scheerer 1, Tüncher 1, Weber 1, Weißgerber 1, Zimmerleute 1. Gearbeitet wurde an 1704 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 2046 Tagen. Im Monat April 1895 wurden entlassen 20 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 19, wegen Verstoß gegen die Hausordnung 1. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2805, dagegen abgegangen im Ganzen 2735 Mann, bleibt Bestand am 30. April: 70 Mann. Darmstadt, 30. April. DaS50jährigeJubiläum des Herrn Prälaten D. Habicht. Die am Samstag, den 27. April, begonnene Jubiläumsfeier fand heute ihren würdigen Abschluß. Unter feierlichem Glockengeläute gingen die zahlreich von auswärts erschienenen Geistlichen nebst den hiesigen Theilnehmern und Teilnehmerinnen aus allen Schichten der Bevölkerung zu dem auf 10 Uhr anberaumten Festgottesdienst in der geräumigen Stadtkirche, die sich ansehnlich füllte. Nach dem Verhallen des mit herrlichem Orgelspiel des Stadtorganisten, Herrn Stumpf, eingeleiteten LiedeS: „Wach auf, du Geist der ersten Zeugen" trat der Jubilar, geleitet von den beiden Oberconsiftorial- rärhen Dr. Köstlin und Walz, sowie der im Ornat erschienenen Decanatsgeistlichkeit, ta die reichgeschmückte Kirche ein. Den Altardienst versah Herr Stadtpfarrer Waas. Rach dem Abfingen des LiedeS: „Ach Gott, verlaß mich nicht" hielt der Jubilar bewegt, aber mit voller, sicherer Stimme über Psalm 103, 1 — 4 die Festpredigt, die auS dem Herzen kam und zu Herzen ging. Nach dem „Vater unser", dem „Frieden GotteS" und einem kurzen Gesang folgten verschiedene Ansprachen an den Jubilar. Die erste, tiefergreifende hielt Herr Oberconsistorialrath Dr. Kö stlin im Namen deS OberconfistoriumS, die zweite Herr Decan Röm Held im Namen der Geistlichen und Evangelischen Darmstadts, die dritte Herr Decan Pull mann von Grünberg, der mit dem Jubilar auch durch die Bande der Freundschaft verbunden ist, die vierte Herr Pfarrer Hildebrandt von Echzell, die fünfte der Pfarrverwalter von Lardenbach, die letzte der Vicar von RüffelSheim. In den vier letztgenannten Orten steht der Jubilar von seiner amtlichen Thätigkeit her noch im besten Andenken. Auf alle Ansprachen antwortete der Prälat tief bewegt in einem Schlußwort. Mit dem Segen und dem Singen des LiedeS: „Ach fei mit deiner Gnade" endigte die erhebende Feier, die den Theilnehmern gewiß unvergeßlich sein wird. Nachmittags 2 Uhr versammelten sich ungefähr 200 Personen zum Festmahl in dem herrlich geschmückten großen Saale des Städtischen Saalbaus. DaS Tischgebet sprach Herr Prälat D. Habicht. Herr Staatsminister Finger Exc. toastete auf den deutschen Kaiser und den Großherzog von Hesien, Herr Oberconsistorialpräsident Dr. Goldman« E;c. auf den um die hessische Landeskirche hochverdienten Jubilar, Herr OberlandesgerichtSrath Rohde auf den Jubilar als Mitglied der Landessynode, Herr Professor D. Stade von Gießen auf den D. theol. Victor Habicht, Herr Stadtpfarrer Guyot auf die Familie des Jubilars. Der Herr Prälat dankte herzlich für alle erfahrene Ehre und Liebe. Herr OberlandesgerichtSrath Hetnzerling feierte den Jubilar als den ersten Grenadier des Hessischen Gustav - Adolf • Vereins , Herr Pfarrer Hepding von Großen-Linden als den treuen Oberhirlen der Provinz Oberheffen, Herr Provinzialdirector v. G a gern auS Gießen als den Förderer des Friedens zwischen den staatlichen und kirchlichen Organen. Namens der Familie Habicht dankte Herr D. Habicht und brachte ein Hoch auf alle Mitarbeiter seines BaterS aus. Herr Pfarrer Heflwig von Büdesheim trug sodann ein von ihm verfaßtes Gedicht auf den Jubilar vor, Herr Professor Trümpert ein von Herrn Pfarrer Elard Briegleb, einem Jugendfreunde des Herrn Prälaten, gedichtetes Lied. Damit endigte die Jubiläumsfeier unseres hochverehrten Prälaten, von der wir mit dem herzlichen Wunsch weggegangen find, daß Gott auch fernerhin den geliebten Mann in seinen gnädigen Schutz nehme und ihm einen schönen, friedlichen Lebensabend schenken möge. „D. Tgl. Anz." Mainz, 1. Mai. Nach übereinstimmender Mittheilung mehrerer Blätter hat der frühere Reichs- und LandtagS- abgeordnete Herr Nicola Racke feinen Austritt aus dem Verein der Centrumspartei erklärt. Als Grund wird angegeben, daß Herr Racke mit der Haltung der Centrums- fraclion im Hessischen Landtag in der Frage der Ordensgesetzgebung und der Feuerbestattung nicht einverstanden sei. — Von dem kommenden Sonntag ab tritt auch bei der Hessischen LudwigSbahn die Sonntagsruhe ein und fallen fast sämmtliche Güterzüge auS. Von Morgens 4 bis Abends 8 Uhr ruht daS Gütergeschäft und mit ihm das Rangiren vollständig und hat das Rangir- und GUterhallenpersonal an jedem Sonntag bis Abends 8 Uhr frei. Nach einer Anordnung der Direction werden die im Taglohnverhältniß stehenden Bediensteten, welche in Folge der Einführung der Sonntagsruhe an Sonn- und Festtagen dienstfrei werden, bis auf Weiteres auch für diese Tage Lohn erhalten. Verkehr, Land- «nd Vottswirthschaft. Lttnvur-, 1. Mat. Fruchtmarkt. Roth er Westen X 13.20, weißer Weizen X 13.00, Korn X 10.15, Gerste X 7.60, Hafer X 5 85. »rawffiiti a. 1. Mai. Der gestrige Hauptmarkt im städtischen Dtehhof war, wie der vorwöchenlliche, recht gut befahren; eS standen »um Verkauf: 496 Ochsen, 15 Bullen, 648,'Rinder, Kühe und Stiere, 237 Kälber, 187 Hämmel, 939 Schweine, außerdem 5 Schaflämmer und 2 Ziegenlämmer. AuS Oesterreich waren 42 Ochsen, 4 Büffel und 2 Kühe vorhanden. Die Preise waren für Ochsen eine Kleinigkeit billiger, ebenso für Bullen, Kühe und Rinder zweiter Qualität. Es stellten sich: Ochsen erster Qualität 64 biS 66 Mk., zweiter Qual. 56 bis Gl Mk., Bullen erster Qual. 55 bis 57 Mk., zweiter Qual. 51 biS 53 Mk., Kühe, Rinder und Stiere erster Qual. 55 biS 57 Mk., zweiter Dual. 46 bis 48 Mk. für 100 Pfund Schlachtgewicht. Kälber erster Qual. 65 bis 70 Pfg., zweiter Qual. 55 bis 60 Pfg., Hämmel erster Qual. 62 bis 64 Pfg., zweiter »Qual. 58 bis 60Pfg.; Schweine erster Qual. 50 bis 51 Pfg., zweiter Qual. 48bis 49 Pfg. für daS Pfund Schlachtgewicht. — Am gestrigen Schweinemarkt im städtischen Vtehhof standen 285 Fettschwetne zum Verkauf. am 2. Mai Mittag« 12 Uhr (Wetterhäuschen tn der Südanlage) Barometerstand. Thermometer: min. 4- 7’ R., max. 4- 12° R. Hygrometer: Trocken. Inti In Bf. Di, nndhrt, Sb* M bw gibt kn» Stent Witternngsbericht vom 1 Mai. Das barometrische Maximum über Nordost-Europa besteht fort und gleichzeitig hat sich ein fecundärer Kern über dem Alpengebiete und Süddeutschland ausgebildet. In Deutschland ist allgemein Aufklaren eingetreten. Die Temperaturen waren nach einer ziemlich kühlen Nacht im Allgemeinen wenig verändert. Während des Tage« trat in Süddeutfchland ein Steigen der Temperatur ein. Im Nordwesten der britischen Inseln zieht eine ziemlich tirse Depression vorüber, der an dem Canal ein TheUmtnima vorgelagert ist. Voraussichtliche Witterung r Vorwiegend heiteres, während des TageS etwas wärmeres Wetter. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 2. Mai, zwischen Hund 12 Uhr Mittags. Wasser 11», Luft 9Vzu im Schatten. Rübsamen'sche Bade- und Schwimmanstalt. ooooooooocxxaoooooooooooaöoooon S Buxkin, Kammgarn u. Cheviots, doppelbreit 5 Q ä Mk. 1.35 pr. Mtr. . nadelfertig, in solider Qualität, versenden in einzelnen O Q Metern portofrei in’s Haus O O Tuchversandtgeschäft Oettinger&Co., Frankfurt a M. Q U —Muster umgehend franco. ' - ine Q oocxsöDoaooooocxDoaoDODQaooaooQö A Hrelscher, Hießen W Neustadt 55 -w empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste. 1119 — Die Fortschritte der Industrie auf allen Gebieten sind derartige, daß mit jedem Tage untere Ansprüche an Neuerungen, vor- thetlhaste Ausführung und billige Preise größere werden. Das Versandhaus Louis Lehrfeld in Pforzheim hat es zur rechten Zeit verstanden, dieser Zettströmung Rechnung zu tragen, indem dasselbe durch seine ständige Verbindung mit den großen Fabriken von Piorzhetm und dem Schwarzwald bemüht war, diesen Vorthetl seinen nach Tausenden zählenden auswärtigen Kunden zu gute kommm zu lassen. Nicht Wunder darf es einem nehmen, wenn man saft auf jedem Platze Lehrfeld'iche Preiscourante und besten Artikel — Taschenuhren, Regntateure, Gold« und «ilbersachen - massenhaft antrifft — warum? weil dieses Haus eine großartige und letstungsfäytge Bezugsquelle für derartige Artikel ist. 1740 SS übertrifft tn Geschmack und Geruch der Holländ. Rauchtabak von B. Becker tn Seesen a. H. alle ähnl. Fabrikate. Ein 10 Pfd. 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