Ühr, vet. lnser« Üebe eck Siebenen; eck, * in Mainz. RestamEm g fl Hein. Mein? ugust: cthie |g Licherstraße (LE ^er Vorstand zu statin. ltSwW. . »(. 510ms« . 16170141 e • , 1152981 bernahme bt§ Ätitfi - Unvnfalldarta saüiger Strft&ru^ a Gienen. LereesÄ.% i feilen w anderer m bestens empÄ: hbach. [ für die leere Fhseb zurückvergütet Wagci ittigft« ?*• Stück «“1 b°g» eD enthalten Ä _ »eesiafi, .wasser tarttplafe 21 Jf WM» H »"T sw«« ;8IÄ» Dito»™ '*unb« ‘ht i 1896- 8 T Stlbtrr®“ ,S rf® ? &d^fle”gi * 'D61' ,hlgoi I». M. 179 Der -Kjetrer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener D«mtlte«dtätter werden dem Anzeiger vbchentlich dreimal beigelegt. Freitag den 2. August 18SS Gießener Anzeig er Kmerat-Anzeiger. Viertelsahriger Äßonncmcntsptti< r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. 1 Hraü-5cic«ii-i A-mili-EM-r. | Amtlicher Theil. Bekanntmachung, die Leistung von Beihülsen Seitens des Staats zur Linderung des landwirthschaftlichen Nothstandes, hier: die Erhebung der Beträge für die durch die Nothstandscommission vermittelten landwirthschaftlichen Bedarfsgegenstände betr. Vom 13. Juli 1895. Nachdem die Stände des Großherzogthums die Groß- hrrzogliche Regierung ermächtigt haben, eine allgemeine Befristung der der Staatskasse für im Jahre 1893 erfolgte Lieferung oben bezeichneter Bedarfsgegenstände geschuldeten Beträge zinsfrei bis zum 1. December 1895 zu gewähren und Seine Königliche Hoheit der Großherzog die Allerhöchste Genehmigung hierzu ertheilt haben, so wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Eine etwa weiter über den 1. December 1895 nach- gesuchte Stundung kann nur gegen Zahlung der landesüblichen Zinsen bewilligt werden. Darmstadt, am 13. Juli 1895. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz. I. V.: v. Knorr. Großh. Ministerium der Finanzen. I. V.: Schäffer. Dr. Weber. Polizei Verordnung, bitreffend den Schutz der städtischen Wasserwerks-Anlagen zu Grünberg. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 25. Juli 1895 zu Nr. M. I. 21139, wird unter Zustimmung des Kreisausschusses des KreiseS Ließen und nach Vernehmung der Localpolizeibehörde und bei Gemeindevertretung zu Grünberg auf Grund der Art. 78 unb 48 V 2 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, „die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und der Provinzen betreffend" nachstehende Polizeiverordnung erlaffen: § 1. Alle Beschädigungen der städtischen Wasserleitung und bei dazu gehörigen Sammel- und sonstigen Anlagen und Zu- behörungen, sämmtliche Rohrleitungen, sowie der darüber befindlichen Erddeckeu und Anpflanzungen, ferner die Zerstörungen und Beschädigungen der Brunnendeckel, Hydranten, Schieber, sowie von Theilen dieser Systeme und sonstigen Vorrichtungen, die Zerstörung, Entfernung oder Beschädigung drr zur Bezeichnung der Tracen der Rohrstränge eingesetzten Steine oder sonstigen Merkzeichen, sowie endlich den Betrieb der Wafferleitung störende Handlungen an den Wasserwerken, wie das unbefugte Oeffnen und Schließen der Lufthähne und Schieber find verboten. § 2. Jede statutwidrige Benutzung der städtifchen Waffer- leitung, ebenso die Ueberschreitung der für die Wasserentnahme im § 48 des OrtsftatutS vom 1. August 1895, betreffend die Entnahme von Waffer aus der städtischen Wasserleitung enthaltenen Gebrauchsbestimmungen, ist verboten. § 3. Soll in einem Grundstück ein Closet oder Pisioir an die städtische Wafferleitung angeschlossen werden, so ist hierzu eine ausdrückliche Genehmigung Seitens der Polizeibehörde erforderlich. § 4. Die für die Benutzung der städtischen Wasserleitung vor- geschrtebenen Anmeldungen — § 1 bis § 5 des Statuts — müssen vollständig sein und die genauen Angaben der that- sächltchen Verhältnisse enthalten. § 5. Die Herstellung oder Veränderung von Privatleitungen hat unter genauer Beobachtung der Genehmigungsbedingungen und dieserhalb bestehenden statutarischen Vorschriften zu erfolgen. Ebenso ist auf die ordnungsmäßige Jnstandstellung der Anlage und besonders die völlige Dichtigkeit der Leitung und Apparate zu achten und ist den diesbezüglichen Anordnungen der Wasserwerksverwaltung unweigerlich Folge zu leisten. § 6. Die Inbetriebsetzung einer neu hergestellren oder ver- änderten Privatleitung darf vor der Abnahme durch Beamte des Wafferwerkes nicht stattfinden. § 7. Es ist verboten, die Anschlüffe an die städtische Wafferleitung, sowie die Aufstellung und Wtederabnahme von Wassermessern oder die Abnahme der amtlichen Berschluß- plomben selbst und ohne die Genehmigung der Wasserwerk- Verwaltung zu bewirken. § 8. Den Beamten der Wafferwerksverwaltung ist auf Verlangen der Zutritt zu allen, bei der Wasserversorgung in Betracht kommenden Räume Seitens des Inhabers der Letzteren zu gestatten. § 9. Es ist verboten, an den im Eigenthum der Stadt stehenden Leitungsröhren, den Absperrhähnen, Verschließklappen oder dergleichen der Privatleitungen Arbeiten oder Veränderungen irgend welcher Art ohne Genehmigung der Wasser- Werksverwaltung vorzunehmen. § io. Bei eintretender Feuersgefahr ist die Entnahme von Waffer aus den Privatleitungen und öffentlichen Brunnen, soweit die Entnahme nicht zu Löschzwecken geschieht, verboten. § 11. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden, sofern nicht eine höhere gesetzliche Strafe einzutreten hat, mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. geahndet. Gießen, den 1. August 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen: i. V.: vr. Melior. Deutsches Reich. Darmstadt, 31. Juli. Wegen des Ablebens Ihrer Hoheit der verwittweten Prinzessin Marie von Anhalt, geborenen Prinzessin von Heffen, ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 3. August einschließlich angeordnet worden.____ Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 31. Juli. Der Präfident des kaiserlichen Canal- amtS, Löwe, veröffentlicht in der „Kreuzzeitung" eine Be- richtigung, wonach das Schiff „Kaiserin Augusta Victoria^ den Nord-Ostsee-Canal überhaupt noch nicht pasfirt hat und das Schiff „Kaiseradler" am 15. Juni nicht im Canal selbst, sondern außerhalb des Profils im Audorfersee festsaß. Löwe bemerkte alsdann ergänzend, es sei sicher darauf zu rechnen, daß auch bei den wenigen Stellen, wo z. Z. noch Baggerungen erfolgen, um die sonst vorhandene planmäßige Tiefe von 9 Metern herzuftellen, diese bis Ende August vollendet sein werde, so daß auch große Panzer erster Klaffe den Canal anstandslos befahren können. Berlin, 31. Juli. Die Berliner Gemeindewähler- l ist en sind während der 14 Tage, die sie ausgelegen haben, von rund 7400 Personen, die fast ausschließlich dem Arbeiterstande angehören, eingesehen worden. Potsdam, 31. Juli. Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich sind heute früh 7 Uhr 49 Min. in Begleitung des Obersten Deines auf der Wildparkftation, bezw. im Neuen Palais eingetroffen. Paris, 31. Juli. Die Polizei entdeckte ein Dynamit- Complott, das gegen eine Frau PeterS in ASnieres gerichtet war. Der Anarchist Perier wollte das HauS der Frau Peters durch Sprengmittel zerstören, weil diese vor Gericht gegen seinen Bruder Zeugniß abgelegt hatte, der vor vier Monaten wegen Ermordung eines dritten Bruders des Perier zu Zwangsarbeit verurtheilt worden war. Die Poli- tfeuilleton. Freirndestreur. Eine Erzählung von K. Wagemann. (5. Fortsetzung.) Elisens Augen wurden seucht. Um ihretwillen also -hotte er alles gethan und gelitten! Er sagte vielmals mit herzlichen Worten seinen Dank für die ihm zugewandte liebe- tolle Fürsorge. Als er aber nun seinen Namen nannte, da wurde hastig die Thür des Nebenzimmers aufgeriffen, erregt trat der Vater ein. „Habe ich recht gehört? Wie ist Ihr Name?" „Carl Etchner heiße ich." „Und hieß Ihr Vater mit seinem Vornamen Arnold? Warner Tischler?" „Jawohl- aber —" „Und 1870 bei Metz am linken Arm verwundet?" „Ganz recht- aber —" „Gott sei gelobt und gepriesen, daß ich Sie hier ftde! Frau, Elise, seht doch, der Vater dieses Herrn ist tn Jahre 1870 mein Lebensretter gewesen. Ihr wißt, in jtner schrecklichen Nacht." Welch Erstaunen malte sich da auf allen Gesichtern. Der Barer war ganz außer sich vor Freude. Er bestellte tine Flasche vom besten Wein und ein Abendeffen, wie es Carl kaum gesehen, geschweige denn genossen hatte. Mehr- mls versuchte er Einwendungen zu machen- Herr Wohlmann — so dürfen wir ihn jetzt nennen — hörte nicht darauf. Endlich nahm dieser Platz auf einem Stuhle neben Carl, und lun kam dieser zu Worte: „Herr Wohlmann, Sie sprechen ja von meinem Vater als von einem Verstorbenen." „Ihr Vater lebt noch, wollen Sie sagen? Er ist aber Loch vor Metz am Typhus gestorben!" „Wissen Sie das denn so genau?" yBon zwei Kameraden weiß ich es, die ihn sogar begraben haben." „Tausend, mein Vater hat mir noch nie ein Wort davon gesagt, daß er von den Todten auferstanden sei. — Es gab vielleicht mehrere des Namens." Allein nähere Erkundigungen stellten unzweifelhaft fest, daß Carls Vater wirklich der Lebensretter WohlmannS war, wie dem Leser ja bereits bekannt ist. „Das Räthsel muß uns Ihr Vater selber lösen, ich vermag eS nicht. Wohnen Sie denn nicht mehr in Altenhagen an der Alme?" „Nein, kurz nach dem großen Kriege zogen wir nach Oberbergen im Sölling. In Altenhagen war das Geschäft nicht mehr zu halten." „Ah, nun begreife ich, weßhalb verschiedene Postsendungen an Ihre Mutter mit dem Vermerk mir zurückgesandt wurden: „Adreffat nicht aufzufinden." Eine Wittwe Etchner konnte man in Altenhagen dann allerdings nicht finden." Wie viel gab es nun zu fragen und zu erzählen! Längst war der Zug mit den Oberbergern aus Thale abgedampft, da saß Carl noch oben auf der Roßtrappe. So fröhlich, so glücklich mögen selten Menschen sein, als die vier es waren. Aber was mochten die Oberberger von seinem Fehlen denken? Die Schatten des Abends senkten fich schon ins Bodethal nieder, da verließen die Glücklichen endlich die Roßtrappe und schlugen den kürzesten Weg nach dem Bahnhofe an. Wohlmann nahm seine Frau in den Arm und ließ Elise und Carl miteinander nachfolgen- er hatte in ihren Augen etwas gelesen, wozu sein Vaterherz freudig Ja und Amen sagte, und seine Frau war ganz derselben Meinung. Selbstverständlich blieben die beiden jungen Leute oft eine Strecke zurück. Carls Fuß schmerzte ja noch sehr und war dick angeschwollen. „Elise," sagte nach einer Pause Carl unterwegs, „unsere Väter find so treue Freunde gewesen, haben Freude und Schmerz miteinander getheilt, wollen wir das nicht auch?^ Sie schmiegte sich zärtlich an ihn, aber das Uebermaß ihrer Gefühle verschloß ihr den Mund. Als er ihr aber den ersten Kuß aus die Lippen drückte, da umschlang sie ihn zitternd vor Erregung und weinte an seiner Brust. Wiederholt fragte er: „Elise, warum weinst Du denn jetzt?" , _ . Endlich schluchzte sie: „Ach, wie viel Dank sind wir Euch schuldig! Was hat Dein Vater um meinen Vater, was hast Du um mich leiden müssen! Aber wie habe ich mich nach Dir gesehnt, diese zwei Jahre lang! Gott sei Dank, daß ich Dich nun endlich gefunden habe. Wie lange sie noch in den süßen Glücksgefühlen der ersten Liebe dastanden, das merkten sie nicht. Nahende Schritte schreckten sie endlich aus ihren Glücksträumen auf und wie gejagt flohen sie den steilen Berg herab. „Langsam, langsam," rief ihnen der Vater launig zu, der sich mit der Mutter einstweilen auf dem Rasen niedergelassen hatte, „wir kommen noch früh genug zum Zuge! Sorgen Sie nur, daß Ihr Fuß nicht wieder Schaden nimmt Nun stand Carl vor ihm und brachte seine Bitte um die Hand der Tochter an, was man ja wohl nicht immer so geschickt und wohlgesetzt vollbringt, als man es sich vorher ausgedacht hat. Aber wo daS Herz spricht, da findet fich doch zuletzt das richtige Wort. (Schluß folgt.) zei entdeckte die für das Attentat bereu» angefertigle Bombe, die in einem Steinbruche versteckt war. Perier wurde verhaftet, zwei Helfershelfer de» Perier find flüchtig. Marseille, 31. Juli. Ein weiterer Transport von 900 für die Expedition bestimmten Land« und Seefoldaten, sowie von Proviant- und Kriegsmaterial wird morgen nach MadagaScar abgehen. London, 31. Juli. Wie das Bureau Reuter erfahrt, habe die englische Regierung den Anspruch auf die Insel Trinidad nicht ausgegeben, sei jedoch bereit, diese Frag? mit der brasilianischen Regierung in freundlichem Sinne zu erörtern. Die Insel werde lediglich für Legung eines Tele- graphencabels beansprucht. Warschau, 31. Juli. Graf Schuwalow hat sich gestern nach Militsch zur Jubiläumsfeier des Ulanen- regtmenrs „Kaiser Alexander HI. von Rußland" (West- preußisches Nr. 1) begeben. Depeschen de» Bureau .Herold*. Berlin, 31. Juli. Die Kaiserin-Mutter, verwitwete Herzogin Adelheid von Schleswig-Holstein, wird, wie dem „Berliner Tageblatt" gemeldet wird, Anfang August die Reise nach Potsdam antreten, um eine Zett lang bei der Kaiserin Aufenthalt zu nehmen. Diese Meldung spricht dafür, daß die Kaiserin den Besuch in Saßnitz auf Rügen vorläufig aufgeschoben, wenn nicht vollständig aufgegeden har. Berlin, 31. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß Justizmtnister Schönstedt eine Wiedervorlegung des Entwurfes zur Abänderung der Strafproceßord- nung für unbedingt nothwendig erachtet. Berlin, 31. Juli. Kaiser Wilhelm hat der „Voss. Ztg." zufolge dem König Oscar von Schweden auf drahr- b t)tm Wege mit den herzlichsten Worten seine Freude über die Natur-SehenSwürdigkeiteu und Schönheiten des Landes vud den außerordentlich guten Empfang, den ihm die Bevölkerung allenthalben bereitete, ausgesprochen. Berlin, 31. Juli. Nach der „Militärisch-Politischen Eorrespondenz" bezeichnet man eS in Marinekreisen für sehr wahrscheinlich, daß in den nächsten Reichsetat eine Forderung für den Ersatzbau „König Wilhelm" eingestellt werden wird. Berlin, 31. Juli. In der gestrigen Sitzung der vertraulichen Conferenz der Vertreter deutscher JnnungSverbände und Jnnungsausschüsse wurde d e Berathung über die Regierungsvorlage, betreffend die Organisation deS Handwerks, beendigt. Die Regierungsvorlage bafirt auf dem Prtncip der Zwangsinnung und die Eonferenz har sich diesem Princip angeschloffen unter Befürwortung einer Erweiterung deffelben. Nach der Regierungsvorlage sollen alle diejenigen Handwerker der Innung zwangS- weise beitreten, welche Gesellen und Lehrlinge beschäftigen. Die Conferenz hat diese Bestimmung dahin erweitert, daß auch der Großbetrieb, bei welchem handwerksmäßig ausgebildete Gesellen beschäftigt sind, Beiträge zu den Unkosten der Innung leisten soll. Geheimrath Wilhelmt erklärte, daß die Regierung mit dieser Erweiterung einverstanden sei. Die Forderung de» Befähigungsnachweises wurde zunächst noch fallen gelassen, nachdem der Regierungsvertreter erklärt hatte, daß die Re« gierung sich unter keinen Umständen auf den Befähigungsnachweis einlaffe. Stuttgart, 31. Juli. Im Gasthaus zum Hirsch fand gestern Abend eine öffentliche Anarchistenversammlung statt, die von etwa 200 Personen besucht war. Als Referent trat der von München und Mannheim her bekannte Buchbinder Wolf auf, der sich in mehr als einstündtger Rede gegen den von der Socialdemokratie gepflegten Parlamentarismus wandte. Der Referent empfahl Bekämpfung der Regierungsgewalten und des Capttals mit Umgehung deS Parlamentarismus durch starke wirthschaftliche Organisationen. In sachlicher Beziehung trat dem Referenten der Redacteur Hildenbrand entgegen,- im Uebrigen bewegte sich die DtScusfion bis gegen Mitternacht auf persönlichem Gebiete, wobei es mitunter sehr lebhaft zuging. Leuedig, 31. Juli. Durch daS gestrige Erdbeben wurde in den Provinzen Ferrara, Rovigo, ToScana, Vicenza und Venedig bedeutender Schaden angerichtet. In vielen Ortschaften wurden Häuser beschädigt. Brüffel, 31. Juli. Gestern Abend hielten Delegtrte der belgischen Arbeiterpartei eine Versammlung im VolkShause ab, in welcher die Frage über den nächsten Gemetnderath gelöst wurde. Mehrere Hundert Deputirte waren erschienen. Die Abgeordneten Van der Velde und DeSmert hielten Reden, in welchen sie mit großer Energie Wahlbündntffe mit den Radtcalen befürworteten, um dem Vordringen des KatholiciSmuS ein Halt zu setzen. Die Versammlung wählte sofort Delegirte, welche mit den Radicalen verhandeln werden. Paris, 31. Juli. Der serbische Gesandte Garaschanin erklärte über die Lage im Orient, man könnte die Abdankung deS Fürsten Ferdinand als bevorstehend ansehen. Sein Nachfolger sei Persona grata in Petersburg. T)« Gesandte erklärte ferner, daß die Befürchtungen betreffend die Lage in Macedonien aufgebauscht seien. Paris, 31. Juli. Die Blätter heben den großartigen Sieg der Franzosen in Marokko, die officielle Anerkennung de» französischen Consul» in Fez Seitens deö Sultans hervor. Sie bemerken, daß bis jetzt kein europäisches Consulat in Fez bestehe und diese französische Errungenschaft für die Europäer sehr werthvoll sei. London, 31. Juli. Die Königin wird anläßlich der Anwesenheit des deutschen Kaisers drei große Festeffen im prachtvollen indischen Saale des Schlaffes Arborni geben. «ießen, den 1. August 1896. " Zum Beste» bei „Rothe» Kreuzes". Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog hat für die Sonderausstellung des „Rothen Kreuzes." auf der Industrie« und Gew erbe- | Ausstellung zu Straßburg einen silbernen Pokal ge- spendet. — Am letzten Sonntag wurde die Ausstellung von rund 26,000 Personen besucht. *♦ Sitzung der Großh. Handelskammer vom 25. Zolt i. j. Anwesend die Herren Koch, Gail, Heichelheim, Homberger, Klmgspor, Kraatz, Wortmann. Wegen Einführung von Saison-Billet» G ießeu — Nord ern ey und übrige Nordseebader mit ähnlicher Fahreis-Ermäßigung, wte die m Frankfurt a. M. und Cassel aufliegenden BilletS, richtet die Kammer eine Eingabe an die Königl. Eisenbahn • Directwn Frankfurt a. M. — Die Beschlußfassung über verschledeue emge- laufene Eingaben wegen deS Winter-FahrplanS wird bis zum Emgang der betreffenden Fahrplanentwürfe vec- schoben. — Die Petition des hiesigen Kaufmännischen Vereins um staatliche Subventionierung soll unterstützt werden. — An den Bestrebungen um Canal ist ruug der Oberweser wird die Kammer sich auch fernerhin beteiligen als Mitglied der freien Vereinigung der Weser- schifffahrts - Interessenten. — Nach einer Mittheilung der Deutschen Botschaft in Paris hat der Pariser CassationShof in Abweichung von der früheren Rechtsprechung entschieden, daß deutsche Actiengesellschaften in Frankreich proceßfähig seien auf Grund der Meistbegünstigungsclausel im Art. 11 deS Frankfurter Friedens, die sich nicht nur auf physische Personen beziehe. — Die Kammer ist von Großh. Ministerium deS Innern und der Justiz aufgefordert, ihre Ansicht bezügl. Abänderung des Aichwesens zu äußern. — Auf Grund eines Referats des Herrn Kraatz spricht sich die Kammer für Einführung der periodischen Nachaichung aus, dergestalt, daß an Stelle der bisherigen zeitweisen Revisionen in bestimmten Zwischenräumen sämm t- liche Maße neu geaicht werden und nur die mit dem Stempel der jeweilig letzten Aichung versehenen Maße gültig sind, daß die Kosten der Aichung möglichst auf die Selbstkosten herabgesetzt und die Strafen gegen die gutgläubigen Besitzer eingeschränkt werden. Strafkammer. Der Prozeß Schultheis an hiesiger Strafkammer nahm gestern am Spätnachmittag einen unerwarteten Verlauf. Es handelte sich am Schluß der Vormittagsfitzung darum, ob die einzige Belastungszeugin, das Dienstmädchen Schad, zu vereidigen sei oder nicht. Der erste Staatsanwalt, Herr Dr. Güngerich, bejahte die Frage. ES sei im vorliegenden Fall ein Verdacht der Thetlnehmerschaft am zur Aburtheilung stehenden Verbrechen undenkbar. Die Bertheidigung begründete die entgegengesetzte Ansicht in längerer Auseinandersetzung. Um 3% Uhr Nachmittags, wo die Verhandlung fortgesetzt werden sollte, war der Sitzungssaal mit Zuhörern aus der Stadt und aus der Nauheimer Gegend überfüllt. Der Gerichtshof blieb bis gegen 5 Uhr in dem Berathungszimmer versammelt. Als die Richter darauf im Saale Platz genommen, war die Spannung des Publikums aufs Höchste gestiegen, denn allgemein glaubte man, daß mit der erwarteten Nichtver-idtgung der Belaftungszeugin die Sache entschieden werden würde. Nachdem der Vorsitzende, Herr Landgerichtsrath Dr. MöbiuS, den Beschluß verkündet hatte, daß die Schad wegen des immer noch bestehenden Verdachts, einen Meineid geleistet zu haben, nicht zu vereidigen sei, stellte die Anklagebehörde den Antrag, der Gerichtshof solle sich für incompetent erklären und die Sache mit ober ohne die Schad (das Letztere überlasse er dem Entscheid des Gerichtshofes) an das nächste Geschworenengericht überweisen. Vertheidiger, Herr Rechtsanwalt Jöckel, motivirt seine Meinung, daß man eventuell seine Clientin freisprechen möge, es sei nichts erwiesen, was dieselbe etwa belasten könne, denn die einzige Zeugin, die Schad, verdiene keinen Glauben. Herr Rechtsanwalt Grünewald steht auf dem Standpunkte, daß aus rechtlichen Gründen nach Lage der Sache nur auf Ueberweisung an das Geschworenengericht erkannt werden könne, welches zweifellos die Angeklagte freisprechen werde- aus diesem Grunde und weil die Angeklagte eine leidende Person fei, die bei ihrer Körperconstitution der freien Bewegung benöthige, weil eine Beeinflussung der Zeugen nicht mehr bestehe und Fluchtverdacht wohl ausgeschloffen fei, beantrage er deren Haftentlassung, eventuell gegen CautionShinterlegung. Der Gerichtshof verkündet gegen 6 Uhr den Beschluß, daß, da der begründete Verdacht vorltege, daß die Zeugin Schad vor dem Schöffengericht Nauheim einen Meineid geleistet und eö sich daher nicht um eine versuchte Verleitung, sondern um eine Anstiftung zu diesem Verbrechen handelt, so sei die Sache an das nächste Schwurgericht zu verweisen. Die Angeklagte ist gegen CautionSleistung von 30000 Mark auS der Haft zu entlassen. •* Eapitalrenlensteuer. Das am 29. v. MtS. zur Ausgabe gelangte Regierungsblatt Nr. 22 bringt daS aus 39 Artikeln bestehende Capitalrentenfteuergesetz. Die Besteuerung nach diesem bei der Veranlagung für 1896/97 erstmalig zur Anwendung kommenden Gesetz tritt vom 1. April 1896 an in Wirkung. Der Capitalrentensteuer unterliegt der Reinertrag auS Capitalvermögen, soweit solches nicht in Grundstücken, Gebäuden und gewerblichen Anstalten angelegt ist oder im eigenen landwirthschaftlichen oder dec Gewerb- steuer unterworfenen eigenen gewerblichen Betriebe Verwendung findet. Der Capitalrentensteuer sind unterworfen: 1. Die Zinsen oder Renten auS Anlehen des Deutschen Reiches, sowie aus Schuldbriefen deutscher und nicht deutscher Staaten, Gemeinden ober anderer öffentlicher Verbände. 2. Die Zinsen, Renten und Dividenden aus Actien oder GeschäftSantheilen von Unternehmen jeder Art- ferner die Zinsen auS Schuldbriefen von Eisenbahn-, Bank-, Bergwerksund anderen industriellen ober Handelsunternehmungen, insbesondere auch der Actiengesellschaften. 3. Die Erträge sonstiger verzinslicher Capitalforderungen, insbesondere auS Darlehen, Kaufschillingen, Ablösungsbeträgen, Sparkaffeguthaben, Dienst- und anderen Cautionen, Hinterlegungsgelbern, sowie die Erträge auS verzinslich geworbenen ZinS- und anderen Ausständen. 4. Die Zinsen, welche infolge deS Besitzes von Lotterie-AnlehenSloosen, verzinslichen wie unverzinslichen, bezogen werden, ferner solche, welche in unverzinslichen KaufschiklingSzielen, diScontirten Wechseln, Schatz, scheinen und in anderen unverzinslichen Capitalforderungen einbegriffen find. Dividenden und Zinsen von Aktien der im Großherzogthum gewerbsteuerpflichtigen industriellen und Handelsunternehmungen bleiben bei der Capitalrentensteuer außer Betracht. *♦ Jugendlicher Durchgänger. Im Marburger Arbeit». Hause war vorgestern ein 13 Jahre alter Junge untergebracht, der seinen Eltern auS Gießen durch gebrannt und auf dem Wege nach Berlin begriffen, zu Jesberg völlig mittellos aufgegriffen und zurückrranSportirt wurde. Wie verlautet» ist eS derselbe Junge, der kürzlich schon einmal seinen Elter, entlief und einige Tage darauf in Frankfurt ermittelt wurden *• Diebstahl. Gestern Abend wurden einem hiesigen Wirth von einem Unbekannten 48 Mark auS der Tageskasse gestohlen. ** Erinnerung an! dem Kriege 1870/71. Einer der jüngsten Ritter des eisernen Kreuzes dürfte wohl l. „D. T. A." ein Rheinhesse gewesen fein, eS war dies der zu Nierstein geborene Karl August Frommann. Kaum 181/» Jahre alt, rückte er mit dem Großh. Hess. Artillerie-CorpS schon als Unteroffizier und Geschützführer mit ins Feld und er» warb sich am 16. August 1870 bei Vionville den Orden des eisernen Kreuzes. Die Nachricht an seine Eltern lautete: „Heute Abend nach beendigter Schlacht wurde mir vor versammeltem Regiment der Orden deS eisernen Kreuzes ver» liehen, ich nehme nicht 3000 Thaler dafür." Leider war es ihm nicht vergönnt, die hohe Auszeichnung lange zu tragen; er starb den Tod fürs Vaterland am 24. October 1870 und liegt in der Nähe von Metz begraben. Aus dem Jahre 1870. Im Anschluß an den CorpS- befehl vom 31. Juli in Betreff deS Vormarsches der Großh. Hessischen Division wurde am 1. August vom Divisionskommandeur die Dislocatton für den 2. August an die Truppentheile außgegeben. Am 2. August Vormittags traten die Truppen der Großh. Hessischen Division von ihren Can- tonnementSquartieren den Vorbeimarsch in der Richtung nach Stetten an, wo daS Stabsquartier blieb, und setzten denselben am 3. und 4. August fort. Am 3. August wurde bad Stabsquartier nach Grünstadt, am 4. August nach Münchweiler verlegt. D. T. ** Die Ernte ist in Deutschland in vollem Zuge und man glaubt, daß der Ertrag dem vorjährigen nahe komme» werde. In Gerste liefert die Hallesche Gegend lehr schöne Qualitäten, während in Bayern aus einzelnen Districte» über den Ausfall der Gerste geklagt wird. In Oesterreich« Ungarn ist die Ernte weiter vorgeschritten, wie bei uns- in der transleithanischen Reichshälfte ist sie nahezu beendigt. In Pest wird für Weizen da» gleiche Erträgniß wie im Vorjahre angenommen, allein die Qualitäten fallen sehr ver« schieden aus und stehen hinter denjenigen de» Vorjahres sowohl an Gewicht wie in Farbe zurück - in Folge deffe» erzielt die vorjährige Waare heute schon einen um 30 bis 50 Kreuzer höheren Werth, als das neue Product. Auch bezüglich des Roggens, welcher wohl schwer im Hectoliter« gewichte ist, zeigt man sich von der Farbe nicht ganz befriedigt. Die Gerste soll in Ungarn minder gut geraden sein, dagegen lauten die Nachrichten auS Oesterreich und speciell aus Mähren befriedigend. Hafer liefert eine sehr gute Ernte, Mais steht schön, hat jedoch zuletzt unter der Hitze gelitten. Rußland hat, wie immer, sehr verschiedene Ergebnisse in be» einzelnen Gouvernements zu verzeichnen, der Süden liefert eine Mittelernte in Roggen und Weizen. In Frankreich ist die Ernte im Ganzen befriedigend, wenn auch daS Ergebuiß geringer ist, als im Vorjahre. AuS Amerika verlautet, daß nun auch der Sommerweizen ein geringeres Erträgniß liefert, als erwartet wurde. Daraufhin find die Weizenpreise in Newyork gestiegen. Die Verschiffungen au» Argentinien und Ostindien haben abgenommen, auch der russische Weizen export hat nachgelassen. -g- Von der Bahnstrecke Hungen—Friedberg, 31. Juli. Die Bewohner einer Gegend, durch welche eine neue Bahnlinie geführt werden soll, werden oft ungeduldig, wenn der Bau nicht so schnell vorwärts geht, rote eS ge» wünscht wird. Daß derartige unliebsame Verzögerungen häufig durch die Einwohner selbst herbeigeführt werden, davon haben wir leider jetzt eine kleine Probe zu koste». Auf unserer Strecke handelt eS sich z. B. um einen kleine» Obstbaum, dessen Werth zu 6 Mk. geschätzt wurde. Die Commission offerirte 10 Mk., der Eigentümer aber verlangt 100 Mk. Weiter handelt eS sich um ein Stückchen Land, dessen Werth 50 Mk. beträgt. Um vorwärts zu kommen, ist die Commission bereit, 100 Mk. zu geben, der Eigen-« thümer verlangt 500 Mk. WaS soll man mit solcher? widersinnigen Forderungen anfangen! Werden sie bewilligt, so können sie Veranlassung geben, eine ganze Gegend unzufrieden zu machen, denn Jedermann will alSdann den dickste» Bracken haben. Werden sie abgelehnt, so muß daS Expropriations-Verfahren eintreten, was mindestens ein Vierteljahr in Anspruch nimmt. Dieses Vierteljahr ist dann für den Bahnbau verloren, denn eß darf gesetzlich mit dem Bau nicht eher begonnen werden, als biß daß ganze Gelände erworben ist. Da viele Leute dieß nicht wissen, schimpfen sie aus Verwaltungs- und Baubehörden wegen Verzögerung be» Bahndaueß, während der Verzögerer ganz anderswo gesucht werden muß. Eß kommt bei einem Unternehmen, ba> Millionen kostet, am Ende auch nicht auf 500 oder 600 Mk. "ehr oder weniger an, doch jeder Bürger sollte sein Theil dazu beitragen, daß eine gemeinnützige Sache so rasch al» möglich gefördert wird. Zu spitz sticht nicht und zu scharf- schneidet nicht. — Hierbei fällt dem Einsender folgende lehrreiche Geschichte ein. Vor etwa 50 Jahren sollte eine Bah» in Norddeutschland gebaut werden- die Trace führte an einem kleinen Bauernhöfe vorüber, dessen Besitzer gänzlich verschuldet war. Eine gichtbrüchige Scheuer und einige wackelige Hühner«, Schwein« und Kuhställe im damaligen loen hem beltguu Sa Nttab »td einem sehr | pi; iw 2Bfn: teMngungen i“1“ Ld-S°' Ad di-r1 tx. tmtbot "Ä tat n M ^auwefenj n. 8n b-9. Abe°l Aiuth bet lange Mt Sla-üt-ttu hin ter 58 rir !Ntrtr KMbe-e rotziger Bt vouB Tu jum I brücke im $ Iberg-Lande-g i.öihigen Ar fallen im & icrten und l ftb> unb M ßimeMei Zltinhauer-Ar i. Sanb- ot k ÄlluM । 1 WmEck I Lieferung di Mauerjiei Porllandc Schwank LMand Ältinfölag Ingtbote ft ik-wslag, j Vormii m Arnttzirnnu «M Plan, vinWgm zm «flWbtti. Whfte diehm, ar Drr Mofa, at li 8ül6 Li Xie Liesti Krden, ] einem unb '^-Wonsiv geböte in & «Aft Ä”; 'bärig, ’s*** A'>'ä M J* m» 'M ®w . *ws mS* * 10 Feld und ft, onb’öe den Oü" Alkern laut«! Irt=mir6otl„: ?e" Kreuzes blll ir' Leider ny 0 zu trage? '• October W Mrthe von 1000 Thalern (3000 Mk.) sollte der Bauer abtreten, wogegen ihm diese Gebäulichkeiten funkelnagelneu auf die andere Seite seines Hofes gestellt werden würden. Der Pfiffikus lehnte ab und verlangte die horrente Summe von 30 000 Thalern (90 000 Mk.). Um zum Ziele zu gelangen', zeigte sich die Ballgesellschaft schließlich geneigt, die bedeutende Summe mit einer kleinen Einschränkung zu zahlen. Sobald dies der Bauer merkte, hielt er fein Wort nicht mehr und verlangte einige Tage später 60 000 Thaler (180 000 Mk.). Darauf sahen sich die Ingenieure das Terrain noch einmal an, -verlegten den Bahnkörper um 50 bis 60 Meter von dem Anwesen des Bauers weg und brauchten dazu nicht einmal 5 bie erftgebotenen 30 000 Thaler. Der Bauer hatte das Nachsehen. Seine Bekannten und sogen. Freunde ärgerten vnd verspotteten ihn so wegen feiner bodenlosen Dummheit, daß er schließlich hinging und sich an seinem gichtbrüchigen kjauwesen aufhing. n. Gettenau, 30. Juli. Gestern wurde hier der im ; 69. Lebensjahre stehende Bürgermeister a. D. Heinrich Muth beerdigt. Derselbe stand unserem Gemeindewesen lauge Jahre als Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter vor. Bor der letzten Wahl erklärte er, in Mckficht auf sein Alter kein Gemeindeamt mehr bekleiden za wollen. § Freiensteinau, 30. Juli. Heute Nachmittag verschied hier der 58 Jahre alte Arzt Dr. Heinrich Lehr. Schon vor längerer Zeit hatte er einen Schlaganfall erlitten. Der verstorbene war ein allgemein beliebter, geachteter und wohlthätiger Mann. Oppenheim, 31.Juli. Die Weinbauschule ist heute durch Vertierer der Regierung in Anwesenheit der rheinhessischen Kreisbeamten, der Vertreter der Handelskammer und der Landwirthschaftsbehörden eröffnet worden. Vermischtes. * Krofdorf, 31. Juli. Auf Anregung einiger Gemeinde- Vertreter haben alle Gemeinderäthe der Bürgermeistereien Atzbach und LaunSbach beschlossen, zur Feier der 25 jährigen Wiederkehr der glorreichen Tage von 1870/71 allen ihren Veteranen von 1870/71 und zurück bis 1848, welche zu Kriegszwecken zur Fahne einberufen waren, ein Festmahl zu geben. Dies Festmahl soll am 4. August er. stattfinden und zwar, damit sich auch die alten Veteranen und gebrechlichen Invaliden daran betheiligen können, in jeder Gemeinde für sich. Alle Veteranen haben besondere Einladungen erhalten. Das Programm ist in den meisten Gemeinden folgendes: 1. Von Nachmittags 1 Uhr ab Festesten. 2. Um 3 Uhr Zug nach dem Friedhof, woselbst auf die Gräber der verstorbenen Veteranen Kränze niedergelegt werden, mit Gesang der Schuljugend und der Gesangvereine. Voraussichtlich werden sich hieran auch die Herren Pfarrer betheiligen. 3. Festzug durch die Gemeinde. 4. Sodann Zusammensein auf dem Festplatz, wo Jeder Zutritt hat und wo sich die Veteranen mit ihren Angehörigen der siegreichen Tage erinnern und die jungen Leute sich mit Tang belustigen können. Den Gemeinden gebührt für diese gutgemeinten Be- I willtgungen herzlicher Dank. Möge auch der Himmel zu der geplanten Feier schönes Wetter und reichen Segen geben. Das gute Verhältniß zwischen den meist zuvorkommenden Gemeinde-Vertretern und den Eingesessenen und die treue Vaterlandsliebe werden hoffentlich dazu beitragen, daß die Theilnahme an der Feier, insbesondere an dem Festmahle zu einer großen und allseitigen sich gestaltet. W. A. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 31.Juli. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer München, Eapttän A. v. Cyllen, vom 3Zorbb. Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampfer „Friedland" der „Red Star Line" in Ant- werpen ist laut Telegramm am 29. Juli wohlbehalten in 9kw$ york angekommen. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in '.Antwerpen ist laut Telegramm am 30. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Caitfc* und Volksrotrthschaft^ LiM-rrr-, 31. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.90, weißer Weizen X 12.50, Korn, altes, X 9.60, neues X 9.25, Gerste X 7.50, Hafer X 6 35. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 1. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 17°, Luft 15Va° im Schatten. Rübsamen'fche Bade- und Schwimmanstalt. 6 au den Cvyz rsches der Grch vom Division! an dr DvrmittrV träte )n von ihren Ca: w der Richi^. blieb, und ■ Am 3. fc.4 r> am 4. LK vollem Zuge un M nahe konM egend sehr s ■f500 6 » * SM« K 0”l4‘ „ ( w xr ** Bekanntmachung. Donnerstag, den 5. September l. I., Vormittags 10 Uhr, wird auf bm hiesigen Rathhaus der an der Frankfurterstratze ne«erba«te, sehr schon telegene Gasthof - Hotel RolandSeck - (Besitzer Josef Pütz) öffentlich meistbietend versteigert. In dem zur Aufnahme von Kurfremden eingerichteten, mit einem sehr geräumigen Saal auSgestatteten Etablissement wurde seither im Sommer wir tm Winter eine stark frequente Wirthschaft betrieben. Die Versteigerungs- brdtngungen sind von unterzeichneter Stelle abschriftlich zu erhalten- Bad-Nanhetm, den 29. Juli 1895. Gr. Hefi. vrtSgericht Bad-Rauheim. Wörner. 6491 Bergebnug von Banarbeite«. Die zum Bau einer Fluth- brücke im Kreisstraßenzug Staufen- berg-LandeSgrenze (gegen Odenhausen) nölhigen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden und zwar: veranschlagt zu ,X Erd- und Maurer-Arbeiten 1585.59 Zimmer-Arbeiten 1049.27 Cteinhauer-Arbeiten a. Sand- oder Lungsteine 2922.13 b. Lungsteine 912.— Schloffer-Arbeiten 340.— Iffl aster-Arbeiten 249.— Lieferung von: Mauersteinen 300.— Portlandcement 1250.— Schwarzkalk 147.— Lahnsand 180.— Kleinschlag 128.— Angebote sind bis Eamstag, 10. August l. Js., Vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Plan, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. 6484 Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, am 30. Juli 1895. Der Kreisingenieur: Stahl. ©fett* «ttd Herd- Lieferung. Die Lieferung von 21 Oefeu, vier Herden, 1 Waschkessel, 4 Kohlen- tiinern und von 4 Schürhaken für das Schulhaus zu Schotten soll im cubmissionsweg vergeben werden. Angebote sind bis Donnerstag den 8. Aug.l.J., Vormittags 10 Uhr, K\ der unterzeichneten Stelle, bei welcher die Lieferungsbedingungen zur kinücht offen liegen, einzureichen. Schotten, am 27. Juli 1895. Großh. Bürgermeisterei Schotten. Fendt. 6431 Milien-Derßeigerliug. Freitag den 2. August d. I, Nachmittags 4 Uhr, Verden Ludwigstratze 8, II nach- rerzeichnete Gegenstände gegen Baar- Mluttg versteigert: 1 Sopha, 1 Commode, 3 ein- thürige «leiderschränke, zwei Waschschrünkchen, mehrere Tische, darunter ein ovaler Attszieytisch, einige Büchergestelle, sehr gut erhaltene Herren- und Damen-Kleider (Damen-Jacken u. -Mäntel), versch. Unterhaltungsbücher, als: Gartenlaube u. f- w. 6483 Schneider, Gerichts-Taxator. Versteigerung. Montag, de« 5. August l. IS., beginnend Vormittags 10 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 (früher Bramm) folgende zur ConeurS- maste des verlebten Adolf Schau- mann dahier gehörige Gegenstände gegen Baarzahlung r 1 Taschenuhr mit Kette, 2 Medaillons, 1 Paar Manschettenknöpfe, alles von Gold, 1 vollständige Waffensammlung, mehrere große und kleine Reisekoffer, 2 Handtaschen, 2 Neiseteppiche und 1 Zimmerteppich, 11 Rehgeweihe, Schlummerrollen und Sophakissen, 1 Buff mit Deckchen, 1 Fußschemel, 1 Tischchen, 3 Paar Vorhänge, darunter 1 Paar in Handstickerei, 1 Opernglas, Schreib, und Zeitungsmappen, 1 Revolver, 1 Wecker, 1 Thee- u. 1 Liqueur- Seroice, 1 Sessel mit Läufer, Schemel und Kissen, 1 Rauchtisch, 1 Kleiderständer, Bürsten- und Wandtaschen, allerlei werthvolle Nippsachen, mehrere Herren-Anzüge, Hemden, Kragen, Manschetten, Taschentücher, (Strümpfe, Unterjacken und Unterhosen, 31 Bände und 1 Partie lose Fliegende Blätter, 24 Bände Gerstäckers Schriften, 17 Bände deutsche Roman-Bibliothek, 4 Bände Freitags Soll und Haben, 3 desgl. Dramas Graf von Monte Christo, 1 ganze Anzahl andere Bücher diversen Inhalts, 1 Regulator und sonst Verschiedenes. Die Gegenstände sind sämmtlich noch sehr gut erhalten und wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß viele solcher, wie Sessel, Schemel, Brief- und Zeitungsmappen, Sophakissen rc., mit den feinsten Handstickereien versehen sind. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Bor«, 6507__________________Gerichtsvollzieher. GjchmOmuibilSgksklWst E. G. M. b. H. Alle Diejenigen, welche Forderungen an uns haben, werden ersucht, ihre Rechnungen bis zum 5. d. Mts. bei unserem Mttglied E. Hanau einzureichen. 6513]Der Vorstand. Feinster Franz. Cognac von Henry Faber & Cie., Bordeaux, per Vi Fi. X 4.50, J/2 Fl. «X 2.30; Deutsch, ((ognor der Cognacbrennerei Siegmar, mehrmals prämiirt -ML per Vi Fl. X 1.90. */2 Fl. X 1.—, bei Louis Lind, 3044___________«trcheuplatz 10. Billig! Achtung! Mig! 6508j Am Freitag den 2. 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Vortrag gehalten bei der Provinzial-Conferenz der rhetnhessifchen Geistlichen zu Oppenheim am 13. Juni 1895. Broschirt Octav 50 Pfg. Direct franco * 55 Pfg. pro Exemplar. Der angezeigte Vortrag, dem 9 Thesen vorausgehen, greift tief in die gegenwärtig aus der Tagesordnung stehende soziale Frage. In prägnanter und scharfsinniger Ausführung sucht der Vortragende auf dem rein ethischen Gebiet die Stellen auf, aus welchen ein Theil der sozialen Nöthen erklärlich und führt dem Stande der Geist lichen aus dem Gebiete der christlichen Ethik Mittel und Wege zur Ueberwindung und Heilung der Schäden vor. Zugleich zeigt er auf Grund trefflich angezogener Schriftworte seinen Amtsgenosfen die Schranken, die ihnen bei ihrer Mitarbeit an der sozialen Frage durch das Evangelium selbst gezogen sind. Für jeden Geistlichen dürfte die kleine Schrift hochinteressant sein, aber auch dem gebildeten Laien kann sie treffliche Fingerzeige bieten für seine eigne Mitarbeit an der Losung der sozialen Frage, wozu ja jeder humane deutsche Retchsbürger aus sittlichen Gründen auf; gefordert ist._________ ANNONCEN für den Deutsch. Arbeitsmarkt befördert die Agentur Giessen A. Gretscher, Neustadt 55. 4657 X Gluck aus! X Alle Sorten Stein- und Nußkohlen, per Gentner sowie in Ladungen von 25 Ctr. und mehr ab Bahnhof , ans Haus geliefert. J- Unverzagt, 6494 Schottstvaste 11. ■ ■ KataLmlt vielen Anerkenn.gilt. ■ Fahr« Gegründet 1880. ■ r»deF Hummels Heinrich Schmall, Dachdeckermeister, Grosse Mühlgasse 23 empfiehlt sich in allen in sein Fach einschlagenden Arbeiten bei prompter Bedienung 6263 ' und billigster Berecknunq. Bienenhonig, frischer, zu haben bei 6517 Spitz, Lehrer, Stetnstc. 57. Der Ausverkauf wegen Umzug nach Schul- ftraste 4 wird fortgesetzt. Ladeneinrichtung billig abzugeben. 6516 Alex. 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