1898 Sonntag dm 2. Juni Drittes Blatt Rr. 128 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Rcdaction, Erpcditio« und Druckerei: SLukstraße ^lr.7, Fernsprecher 51. Die Gießener Samiltenvrälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich', mit Ausnahme des Montags Vierteljähriger AÖonnemt’ntspreUl 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlol,u. Durch die Post bezogen - 2 Mark 50 Psg. Amts- und Airzeigeblcrtt für den Kreis Gieszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borin. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener IamilienbKitter. Alle Annonren-Bureaur deS Iu> lind Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsche» Reich. Berlin, 31. Mat. Pfingsten ist wiedergekommen, eine liebliche, erquickende Ruhestätte inmitten des Hastens und Drängens des werktägigen Lebens. Auch auf daS politische TageStreiben äußert das herrliche Fest der Maien immerhin seinen Einfluß, wo bislang die Parlamente noch versammelt waren, sind sie vertagt worden, und wenn die parlamentarische Maschine zu klappern aufhört, verlangsamt sich auch von selbst der Gang der inuerpolitischen Begebenheiten. Diese politische und parlamentarische Pfingstruhe macht sich auch in den deutschen Angelegenheiten geltend-der Reichstag ist gänzlich geschlossen, das preußische Abgeordnetenhaus und die sonst noch tagenden einzelstaatlichen Parlamente genießen ihre pfingstliche Erholungspause, von großen, aus' regenden Fragen auf dem Gebiete der inneren deutschen Politik ist im Uebrigen aber vorerst nichts mehr zu spüren. Wir können daher unser deutsches Pfingsten in voller Muße feiern, ohne uns den politischen Tagessorgen sonderlich hingeben zu müssen- freilich erscheint die nächste Zukunft im Lichte der Ungewißheit, und mancherlei unerfreuliche Momente weist zur Zeit die innere Lage auf. Diese einigermaßen unerquicklichen Ausblicke sollen uns aber die Freude am Pfingst- feste, das sich diesmal im vollsten, prächtigsten LenzeSschmucke naht, nicht schmälern, auf Nebel folgt auch wieder Sonnenschein, und in dieser Zuversicht möge in unseren deutschen Landen allenthalben die beglückende Pfingstfeier begangen werden. Berlin, 31. Mai. Der Bundesrath hat in seiner Wochenplenarsitzung vom 30. Mai u. A. auch das Depots- gesetz (Pflichten der Kaufleute bei Aufbewahrung ihnen an- vertrauter Werthpapiere), sowie das Börsenreformgesetz mit einigen Abänderungen genehmigt. Don diesen neuen Vorlagen für die künftige Reichstagssession interessirt natürlich vor Allem der Entwurf eines Börsenreformgesetzes, welcher bestimmt ist, eine ganze Anzahl von Mißständen und Auswüchsen im bisherigen Börsenverkehr^zu beseitigen. Als Hauptpunkte der vorgeschlagenen reformatorischen Maßnahmen erscheinen folgende Bestimmungen: Bestellung eines Staats- CommissarS als Organes der Landesregierung bei jeder Börse, Bildung eines Börsenausschuffes als begutachtendes Sachverständigenorgan zur Unterstützung des Bundesrathes, Erlaß einer von der Landesregierung zu genehmigenden Börsenordnung an jeder Börse, Bildung eines Ehrengerichtes an jeder Börse, dessen Aufgabe es ist, Börsenbesucher, die sich unlauterer Handlungen schuldig gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen. Ferner enthält der Entwurf eingehende Bestimmungen über die Feststellung des Börsenpreises und des MaklerpretseS. Der Entwurf des Depots- gesetzeS bezweckt eine größere Sicherung des Publikums im Depotverkehr mit den Bankhäusern und Privatbankiers und enthält eine Reihe einschlägiger Bestimmungen. — Reichstagspräsident Freiherr von Buol hat die Uebernahme des ihm angebotenen Postens eines Landgerichtsdirectors in Freiburg i. B. abgelehnt. Demnach kann auch keine Rede von einer Mandatsniederlegung Herrn von Buols mehr sein. — Die Berliner' Staatsanwaltschaft hat jetzt das Strafverfahren gegen den Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Stumm wegen Herausforderung zum Zweikampfe mit tödtlichen Waffen eingeleitet. Der Fort- gang des Verfahrens hängt jedoch von dem Gesundheitszustand des Herrn von Stumm ab, der schon seit längerer Zeit wegen eines erheblichen Leidens in einem ausländischen Bade weilt, eine persönliche Vernehmung ist in Folge dessen sehr erschwert. tuet KrsvLirKMes F. Aus dem Kreise Friedberg, 30. Mai. In den Grasgärten, welche nicht in den Wiesenverbänden liegen und daher jederzeit geerntet werden können, hat man mit dem Mähen des Heugrases begonnen. Die treffliche Witterung begünstigt das Trocknen des Futters außerordentlich- es legt sich dicht und verbreitet einen köstlichen Geruch, die Qualität wird eine sehr gute und auch die Menge ist sehr befriedigend. Da daS Futter noch etwas weich ist, dörrt es stark zusammen- man erntet die Gärten aber trotzdem, weil man sich dadurch etwas Luft für die Haupternte auf den Wiesen schaffen will.. Wir werden dieses Jahr voraussichtlich bedeutende Futtermassen und dadurch billige Preise erhalten, denn auch die verschiedenen Kleearten stehen ganz vortrefflich. — Die Maikäfer haben an manchen Kirschbaumalleen recht empfindlichen Schaden angerichtet. n. Aus der Wetterau, 30. Mai. Der Roggen, der dieses Jahr eine sehr schöne Aehre getrieben hat, steht eben in Blüthe. Bei dem prachtvollen Wetter darf man hoffen, daß er gut abblüht. Der Blüthenansatz ist ein sehr reicher. Bet der herrschenden Windrichtung ist nicht anzunehmen, daß Höhenrauch eintritt, der bekanntlich den Blüthen sehr schadet und auch durch zweimaliges Erscheinen während der Blüthe der Aepfelbäume Schaden angerichtet hat. Auch das GraS steht in Blüthe, was viele Landwirthe veranlaßt hat, den Grasschnitt in den Gärten zu beginnen. Hier wird daS Heu nämlich, wenn daS Gras zu lange steht, sehr hart und vom Vieh nicht gerne genommen. n. Stammheim, 30. Mat. Der Keuchhusten tritt eben sehr stark unter unsern Kindern auf. Von 58 Schülern der Unterklasse find 40 davon befallen. P. A. Worms, 30. Mai. 14. Verbands schießen des badischen Landesschützenvereins, des pfälzischen und mittel- rheinischen Schützenbändes. Mit Riesenschritten nahen die Festtage, und dementsprechend herrscht in allen Ausschüffen eine rührige Thätigkeit. Vor allem sei der stets bereiten und oft gerühmten Opferfreudigkeit unserer Bürgerschaft gedacht, mit der dieselbe in kurzer Zeit einen Garantiefonds von über 120 000 Mk. zeichnete, gewiß ein schönes Vertrauensvotum, das unsere Mitbürger den Leitern des Festes ausgestellt haben! Auf dem Barbarossaplatze regen sich fleißige Hände- die Schießhalle ist fast unter Dach, und auch die Festhalle schreitet entsprechend voran, wenn auch hier noch Vieles zu thun bleibt! Der reizende Festplatz hat noch eine Verschönerung und Erweiterung erfahren, indem ein schräg auf den Rhein laufender kleiner Damm, der den Plan etwas störend unterbrach, abgetragen wurde. Aufrufe und Schieß- ordnungen sind an die einzelnen Vereine längst versandt- soeben wird mit dem Versandt der Anmeldebogen zur Thetlnahme am Feste, sowie zum Concurrenzschteßen begonnen, welchen die Bitte um Stiftung von Ehrengaben betgefügt ist. Die Anmeldungen von Ehrengaben laufen übrigens aus dem Kreise der Bürger schon zahlreich ein- mit gutem Beispiel gingen die Väter der Stadt voran, indem sie in bekannter Einmüthiqkeit Mk. 1500 für Ehrengaben votirten!_________ Vermischtes. * Schweidnitz, 26. Mat. In einigen hiesigen Geschäftslocalen wurde schon seit längerer Zeit wiederholt das Abhandenkommen von Seidenstoffen, Spitzen, Handschuhen und verschiedenen anderen Putzartikeln festgestellt. In einzelnen Fällen wurden die Verluste nach der Anwesenheit von mehreren Damen, Geschwistern, die meist paarweise ihre kleinen Einkäufe zu besorgen pflegten, bemerkt. Die Ge- schäftsinhaber wagten es nicht, gegen diese Damen mit Anzeige \ vorzugehen, bis vor Kurzem eine Verkäuferin in einem Mode» waarengeschäft eine der drei Damen beobachtete, wie sie einen Feuilleton. Ein rreignißreicher Pfingstsonntag. Bon Morte Treu ter (Brandenburg.) (Nachdruck verboten.) Es war am ersten Pfingstfetertage, als Herr Adalbert Wertheim ziemlich spät am Vormittag erwachte. „Was, schon elf Uhr?" rief er, sich im Bette aufrichtend. „Teufel, da hab ich die Zett verschlafen! Doch was schadet es, der gute Karl hat aber vergebens auf mich gewartet. Im Uebrigen ist es egal, ob ich mich hier oder bei ihm langweile. ... Ach, Jka," seufzte er, „gerade zu Pfingsten mußtest Du verreisen, und ich hatte mich so gefreut, daS sonnige Fest in Deiner Gesellschaft verleben zu dürfen." Adalbert Wertheim hatte entschieden Pech. Ihm, der Kammervirtuose und Lehrer an einem Conservatorium war, hatte man einen achttägigen Urlaub zu einer Pfingstretse bewilligt und er hatte abgelehnt, weil er eS vorzog, in der Nähe seiner angebeteten Jka zu verbleiben. Jka Bergmann war die Tochter eines GeheimerathS, in deffen Hause Adalbert als gern gesehener Gast verkehrte. Er wurde von den vielen Verehrern der schönen Jka entschieden bevorzugt, denn er fehlte bet keiner Familienfestlich- teit und die Freunde des GeheimerathS betrachteten die baldige Verlobung als selbstverständlich. Adalbert war deßhalb nicht wenig erstaunt, als er bet einem gestern beabsichtigten Besuch daS Nest leer fand und nicht einmal erfahren konnte, wohin die Familie ihren Flug genommen. „Was, die Bergmanns sind verreist?" frug sein Freund Karl Weller, ein Jünger AeSculaps und Neffe des Geheime- raths, der ihn noch am Abend aufsuchte. „Merkwürdig. Und Du weißt nichts davon? Wir glaubten alle, Ihr würdet Euch Pfingsten verloben. Du bist ein Hasenfuß, daß Du nicht endlich um daS Mädchen anhältst. Man wird sie Dir .noch vor der Nase fortschnappen." Adalbert fuhr auf. „Teufel, das wäre — aber darf ich's denn wagen?" „Natürlich darfst Du! So'n Kerl, wie Du, schneidig, genial — was weiß ich. Nun, es kann ja nachgeholt werden, — hoffentlich wird sie keiner von dem PfingstauSflug direct an den Altar schleppen. Apropos — wenn Du nicht weißt, wo Du die Friertage verleben sollst, komm mit zu unS. M ist zwar etwas langweilig auf unserem Ltndenhof, aber meine Alten sind gemüthliche Menschen — und schließlich fliegen ja alle Städter zu Pfingsten hinaus ins Freie. Bring auch Deine Geige mit, wir bekommen zuweilen Besuch von den GutSnachbarn und mein Alter renommirt gern mit den berühmten Freunden seines Sprößlings. Ueberleg DirS. Morgen früh präciS halb acht Uhr triffst Du mich auf dem Bahnhof." Adalbert Wertheim hatte so quasi zugesagt. Nun hatte er aber die Zeit verschlasen, doch ließ sich daS Versäumte nachholen. Um zwei Uhr ging noch ein Zug, der bet der kleinen Station, in deren Nähe Karls väterliches Besitzthum lag, anhielt. Die kleine Wegstunde bis dorthin konnte er dann leicht zu Fuß zurücklegen. Er kleidete sich schnell an, steckte einige nöthige Toilettengegen- stände in eine Touristentasche, packte seine Geige sorgfältig in ein Reisefutteral von Juchten und begab sich dann auf den Weg. Mit der Pferdebahn erreichte er bald den Bahnhof. Hier nahm er noch ein opulentes Gabelfrühstück ein und dampfte dann mit einer ungeheuren Zahl Vergnügungs- zügler in die sonnige Ebene hinaus. Nach ungefähr einer Stunde hatte er die betreffende Station erreicht. Adalbert war in der Hitze in dem Coups durstig geworden und ließ sich, ehe er feine Wanderung an- treten wollte, von einem Bahnbediensteten den Weg nach dem Wirthshause zeigen. Vor dem etwas primitiven Etablissement war eine festlich geputzte Gesellschaft versammelt. Dralle Mädchen in steifen Cattunkleidern mit ungeheuren künstlichen Blumenkränzen auf den straffen Zöpfen und junge Burschen mit Maienblumen im Knopfloch umstanden einen heftig gestiku- lirenden Mann, in welchem Adalbert den Wirth des Gasthauses vermuthete. „Doa iS jo schon einer von die Spüllüt," rief einer der Burschen und zeigte auf Adalbert, der sich an einem Tisch vor dem Hause niedergelassen hatte. Die ganze Gesellschaft fuhr wie electrifirt herum. Der Wirth schoß wie ein Habicht auf Adalberts Platz los, prallte aber enttäuscht zurück, alS er den eleganten Gast erblickte. „Hei iß ntch von di Sort," rief er der erwartungsvoll blickenden Versammlung trübselig zu, dann fragte er mit einem höflichen Kratzfuß nach Adalberts Begehr. „Ein Glas Bier, aber schnell," befahl dieser, „und nachher können Sie mir erzählen, warum Sie und jene Leute dort zu Pfingsten solche Leichenbittergefichter machen." Nach einigen Minuten kehrte der Wirth zurück. „Ach, lieber Herr," begann er mit einer weinerlichen Stimme, indem er den schäumenden Gerstensaft vor Adalbert auf den Tisch stellte, „ich bin blamirt und ruinirt, wenn die verflixten Kerls von Spielleuten nicht bald kommen. Bier Wochen vor Pfingsten habe ich die Bande schon bestellt und nun lasten Sie mich doch im Stich. Die Gäste wollen, Wenns nicht bald losgeht, hinüber ins andere Dorf, und wenn sie die Geschichte drüben erzählen, dann geht nicht nur mein Verdienst, sondern auch mein bischen Renomms zum Teufel." Jetzt winkten die Burschen den Wirth herüber. „Nu, will hei späten?" fragten sie erwartungsvoll. — Sie hatten augenscheinlich angenommen, der Wirth verhandele wegen der Tanzmusik mit seinem Gast. „De vürnehme Mensch? Wo denkt Ji Heu, bet iS joo een Kinstler." „Wat heeßt een Kinstler? Er spält ook vor Jeld, riefen die Burschen wegwerfend. „Frag em rasch, ob hei findeln will, fünft gähn wir wo anners hen." Adalbert hatte belustigt dem Disput gelauscht. Ein toller Gedanke durchblitzte sein Hirn. Hier konnte er mit einem Schlage eine große Anzahl beglücken, dem armen Wirth sein Ansehen erhalten und, was das Beste an der Sache war, Gegenstand verschwinden liefe; auf die nunmehr erstattete I Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung I der Wohnung der Damen angeordnet, die einen ungeahnten I Erfolg hatte; eS wurden der „Schief. Ztg." zufolge zwei Handwagen voll mit muthmafelich auf unredliche Weise erworbenen Waaren fortgeschafft und zwei der Damen als der Ladendiebstähle überführt vorläufig in Untersuchungshaft genommen und am 25. d. Mts. in das GerichtSgefängnife übergeführt. Verschiedene Inhaber offener Geschäfte haben unter den mit Beschlag belegten Gegenständen Waaren aus ihren Geschäften vorgefunden, die fie seit längerer Zeit vermißt hatten; der eine Kaufmann hat, wie er selbst erzählte, für mehr als 1500 bis 1600 Mark Waaren als ihm gestohlen erkannt, ein Parfümerie-, Kunst- und Lederwaaren-Kaufmann hat etwa 70 Artikel aus seinem Geschäfte wiedergefunden, ein Inhaber eines Modewaarengeschäftes für 150 Mark Seidenstoffe oder daraus gefertigte Kleidungsstücke usw. Bisher dauern die criminalpolizeilichen Ermittelungen nach Bestohlenen noch fort, weil noch für eine Menge Sachen der verschiedensten Art der Ursprung nicht festgestellt ist. * Seltenes Vorkommuih. Im Canton Uri sind sämmt« liche Gefängniffe zur Zeit völlig leer. Sowohl im Zucht- Haus, als auch im Arbeitshaus und den Arrestzellen sitzt kein einziger Mensch. Glückliches, moralisches Uri! Landwirthschastliche Minke und Rathschläge. △ Aus Oberhefien, Ende Mai. Larrdwirthschafttiche Umschau ««d ArühjahrSbetrachlnngen eines oberhessische« LandwirthS. (Schluß.) Die Weltgeschichte ist das Weltgericht! sagt unser herrlicher Schiller. Wenn wir uns in der Weltgeschichte umschauen, finden nur merkwürdige Analogien mit unseren heutigen Zuständen.^ Wir befinden uns gegenwärtig in einem Zustande der Auflösung, ähnlich wie es die alte Welt zur Zeit Christi und des Kaisers Augustus war. Vor Allem springt ein übermäßiges Wachsen von Retchthum in einzelnen Händen und daneben das Proleiariat mit seinem Massenelend in die Augen. Wetter ist unleugbar, daß Religion und Sitten immer mehr zerfallen. Drittens sind die Staatsformen in ihrem Bestände bedroht. Viertens ist der Glaube an eine allgemeine Revolution als nahe bevorstehend weit verbreitet und tief eingewurzelt. Was können wir dagegen thun? hat sich schon mancher brave Mann, dem ähnliche Gedanken kamen, gefragt. Die Menschen raffen heutzutage Reichthümer zusammen, um sie fort und fort zu vergrößern. Das ist Unsinn und daher unwürdig. Wer ein großes Vermögen erworben hat, sollte sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen, sich der Kunst, der Literatur, dm öffentlichen Angelegenheiten, den Wohltbätigkeitsanstalten widmen. Das wäre ein schöneres, würdigeres Dasein, als immer fort und fort bis ans selige Ende ungezählte Hunderttausende ergattern und erschachern. Solche Reiche würden ihrem Leben einen ungleich höheren Gehalt durch eben angedeutete Thätigkett geben, als durch unersätt- lichm Golddurst. Das Massenelend ist eine Schande für die Menschheit des neunzebutin Jahrhunderts. Man schafft neue Kräfte, neue Wege, neue Maschinen, aber das Gemeinwohl wird nicht genügend gefordert, Egoismus und Materialismus find zu groß. Daneben findet man die merkwürdige Erscheinung, daß Freidenker und Gottesleugner oft ihr ganzes Thun und Denken daran setzen, der leidenden Menschheit zu helfen, während fromme Leute an reichbesetzten Tafeln schwelgen. Der Zerfall von Religion und Sitten zeigt, daß Vieles mangelhaft in Bezug aus Erziehung und Gesetzgebung ist. Manche Leute wollen das Ehriftenthum ganz abschaffen, was vor hundert Jahren in Frankreich versucht worden ist. Der Name „Gott" wird in einiger Zeit ganz aus der Literatur verschwunden sein, meinte einer der Staatsphilosophm; er Überzeugte sich aber später sehr bald, daß die Menschheit jammern und beten lernte: Ach Du lieber Gott! hilf uns aus Noth, Angst und Pein. , , Das Ehriftenthum ist eine Religion, wie sie noch niemals da- gewefen ist. In neuerer Zeit fangen die Leute in Paris und London an, dm BuddiSmus auf den Schlld zu erheben. Die Sectirerei und Religtonssttfteret unserer Tage erinnert auch an die Zett des Augustus, wo alle möglichen und unmöglichen Versuche im Reltgionsstiftm gemacht wurden, bis daS Ehriftenthum kam und langsam, aber sicher den heidnischen Plunder wegfegte. Wer na» den Vorschriften des Christenthums lebt, wird niemals in Verzweiflung, Angst, Roth und Pein gerathen; er wird den Gesetzen genügen, sich einen heiteren Lebensgenuß nicht versagen, mit Gott, Gewissen und Mitmenschen gut auskommen. Seit neunzihn Jahrhunderten ist Christus der geistige Führer fast unter allen Völkern geworden. Seine Waffen zerschmettern dm Gegner nicht, sondern überzeugen ihn innerlich. Keine andere Religion vermag das zu bieten, wir halten daher am besten an unserer bewährten christlichen Lehre fest. Daß die Staatsformen in ihrem Bestände bedroht sind, läßt sich nicht leugnen; dies hängt mit dem Glauben zusammen, daß eine große allgemeine Revolution kommen und die sündige Menschheit wegfegen müßte, damit auf den Trümmern ein neues Menschen- gefchlecht, eine neue Religion, ein neuer Staat errichtet werden könnte. Daß in den nächsten Jahrzehnten noch Stürme kommen werden, bezweifeln wir nicht im Geringsten; aber daß fie alle Begriffe über- ftetaen und alles Bestehende Hinwegfegen werden, bezweifeln wir sehr, weil die Widerstands- «nd Heilmittel so gewaltige find, daß sie sich von der Revolution nicht überwältigen lassen weiden. Geschähe Letzteres, so würden wir in den Zustand der Barbarei zurückfallen; die Menschheit mit ihrer anderthalbtausendjährigen Geistesarbeit würde vernichtet, sie müßte von vorne anfangen und es würden sich Zustände herausbilden, wie sie zur Zeit der Völkerwanderung geherrscht haben mögen. Gegen solche Greuel der Verwüstung bäumen sich alle Kräfte der Humanität und Gesittung auf; der Idealismus nimmt sicher wieder einen neuen Aufschwung und treibt rohe Genußsucht, Geldgier und Egoismus zurück. Vergleicht man aber das Zeitalter der Reformation und der französischen Revolution mit den Erscheinungen im letzten Decenniurn des neunjebnten Jahrhunderts, so kommt einem der Gedanke, daß sich die Weltperiode des Mittelalters erst jetzt zu Gude neigt. Die gewaltigen Errungenschaften, Erfindungen und Fortschritte der letzten Jahrzehnte in Verbindung mit Humanität, die Religion in Verbindung mit der Kunst, ein geläuterter Sinn für wahre, echte Poesie sind im Stande, wirkliche Fortschritte und ein neues Zeitalter herbeizuführen. Hoffentlich sind diejenigen Männer, welche die Geschicke unseres Volkes lenken, befähigt, die Zeichen der Zeit zu verstehen und die Bewegung in die richtige Bahn zu lenken. Die Wurzeln unserer Kraft sind der deutsche Bürger-, Bauern- und Handwerkerstand, mit einem Worte: der deutsche Mittelstand. Mit ihm wird Deutschland emporsteigen oder untergehen. Er liefert nicht blos die besten Soldaten für alle Waffengattungen, mit denen die äußeren Schlachten gefchlagen werden, er bringt auch Geisteshelden hervor, welche den Aberglauben besiegen, die christlichen Ideen durchführen und die geistiaen Fortschritte ermöglichen. Wer de« Mittelstand fördert, hilft die Zukunft >deS Vaterlandes fichern. Als deutscher Patriot zweifeln wir keinen Augenblick an der besseren Zukunft unteres Vaterlandes und schließen mit den unvergleichlichen Worten des Altmeisters Goethe, die er dem ringenden, hochbetagten, erblindeten Faust in den Mund legt: Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben, Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Der täglich sie erobern muß. Und so verbringt, umrungen von Gefahr, Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr. • Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. Zum Augenblicke dürst' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön! Es kann die Spur von meinen Erdetagen Nicht in Aeonen untergehn. Brodpreise vom 2. Juni bis 16. Juni 1895. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot» Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot» Roggen-Schwarzbrod bet Ernst Muth u.W.Ammd . 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot» Der auswärtigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bet W. Weitzel von Lang-Göns Aug. Deibel von Wteseck u. WUH. Fabel von Wteseck 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Gg. Ant. Heuser von Gr.-Linden L. Schmidt von Gr.-Linden W. Weitzel von Lang-Göns 2 Ka. (4 Pfd.) Schwarzbrot» bei Gg.A.Heufer v. Gr.-Linden Louis Schmidt v. Gr.-Linden, Joh. Kd. Belte v. Kirch-Gons, W. Weitzel v. Lang-Göns W. Steinmüller v. Lang-Göns Aug. Deibel v. Wteseck und G. Jacoby v. Alten-Buseck 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bet G. Jacoby v. AltenAuseck Batth. Christ. Ww. v. Wteseck u. Wtlh. Fabel von Wieseck 25 Psg. 50 „ 23 „ 46 „ 21 „ 20 „ 42 „ 40 „ 63 „ 21 Pfg. 22 „ 38 „ 40 „ 42 „ 36 „ 38 "fö, 40 , 60 Der Brodverkäufer. Dieselben Preise wie bet den hiesigen Bäckern. Gießen, den 1. Juni 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Wolff, Regierungs-Affeffor. Oanksagmigskarten Yisitkarteu mit Trauerrand nebst daxn passenden Couverts. Anfertigung In kxLXSsester Friert zu mässigen Preisen in der Msthen Druckerei SchutotrasM 7. Metzmer'S Lhee A Mk. 2.80 und 3.50 pr. Pfd. in höchsten Kreisen eingeführt, genießt Weltruf; der beliebteste und verbreitetste Thee. Probepackete 60 und 80 Pf. bei Conditor Hettler. 2069 einen Haufen Geld verdienen. Die Aussicht war entschieden verlockend. Karl erwartete ihn ohnehin kaum heute noch, es schadete nichts, wenn er einige Stunden später auf Ltndenhof eintraf. Morgen war ja auch noch ein Feiertag. Der junge Künstler liebte die Extravaganzen und er faßte schnell seinen Entschluß. Als sich jetzt der Wirth zögernd mit verlegener Miene nahte, rief er ihm jobitf entgegen: „Ich weife schon, was Ihr wünscht, guter Mann, und will Euch gern aus der Verlegenheit helfen." ' „Hurrah!" schrieen die tanzlustigen Dorfbewohner und der Wirth machte einen Freudensprung. Adalberr begab sich, geführt von dem Wirth, in die niedrige, verräucherte Gaststube, welche heute den stolzen Namen Saal führte und durch den Schmuck duftender Pfingft- maten einen festlichen Anblick bot. lieber eine Anzahl leerer Biersäffer hatte man Bretter gelegt und damit das Podium errichtet. Adalbert nahm vorsichtig auf einem der darauf gestellten Holzstühle Platz. Gleich darauf ertönte eine liebliche Weise, die zu des Künstlers Erstaunen trotz ihrer Neuheit auch bereits in diese entlegenen Regionen hineingedrungen war, denn mit Jubel und fröhlichem Gestampfe fielen die Tanzenden in die Melodie ein: „Im Grünewald, im Grünewald ist HolzaucÜon." Der Anfang machte sich recht lustig. Plötzlich erhob sich draußen ein Tumult. Die Saalthüre wurde aufgeriffen und vier etwas abenteuerlich aussehende Gestalten strömten herbei. „Ha, da ist ja der Landstreicher, der den armen Leuten daS Brod nimmt," rief ein baumlanger Kerl mit einer ungeheuren Kupfernase. „So 'n Pfuscher! Er soll mal seinen Gewerbeschein zeigen." Adalbert hatte entsetzt sein Spiel abgebrochen. Er ahnte instinctiv, wer die Leute wären. „WaS wollen Sie von mir," rief er, seine kostbare Geige hinter sich haltend, den auf ihn eindrängenden Leuten zu. „Der Wirth hat mich engagirt." „Der Wirth hat uns schon vor'n Monat bestellt," brüllte daS vierblätterige Kleeblatt. „Wir können nicht da^ für, wenn wir wegen Raummangel auf der Eisenbahn auf dem Bahnhofe vier Stunden lang sitzen bleiben mufeten. Runter von dem Orchester! Da oben haben solche geschniegelte Soffen nichts zu suchen." Adalbert blickte sich nach einem Ausweg um. Was konnte er gegen die vier rohen Kerle beginnen, die doch gewiffermaßen in ihrem Rechte waren? Jetzt aber mischten sich die Tänzer, die bis dahin mit offenem Munde dem Dor« gange gefolgt waren, in den Streit. y9Bie wöll'n Ji nich hebben, de Kmstler fall Mieter spülen!" Tiefen sie einstimmig. Einige handfeste Burschen packten die Musikanten am Kragen und drängten sie dem Ausgange zu. Die aber wehrten sich wie die Rasenden und es begann eine regelrechte Rauferei. „De Schandarbe kümmt!" kreischten plötzlich die Mädchen, die sich auf die Straße geflüchtet hatten. Augenblicklich hörte die Rauferei auf und die Burschen entschlüpften durch eine Hinterthüre ins Freie. Als der Mann des Gesetzes erschien, befanden sich nur Adalbert, der Wirth und die vier Musikanten in dem Tanzsaale. „Was geht hier vor?" fragte der Gensdarm. Die Musikanten erzählten heftig gestikulirend den Vorgang. • „Die Leute sind in ihrem Recht, warum lassen Sie sie nicht spielen?" fuhr der Jünger der heiligen Hermandad den völlig consternirten Wirth barsch an, dann wandte er sich an Adalbert. „Wollen Sie mir Ihre Papiere zeigen? Wo haben Sie Ihren Gewerbeschein?" Adalbert sah den Frager indignirt an. „Ich befinde mich auf einem Vergnügungsausflug und trage meine Papiere nicht bei mir," sagte er gelassen, seine Geige in das Futteral bergend. „Ich wüßte überhaupt nicht, inwiefern ich mich zu legttimiren hätte." „Nicht?" rief der Gensdarm gereizt. „Weil Sie für Geld Musik gemacht haben, ohne einen Gewerbeschein zu besitzen." „Ich spielte nicht für Geld," fiel ihm Adalbert jetzt ebenfalls erbost in die Rede. „So — der Wirth hat das Geld für die Musik eingesammelt, das ist einerlei. Man wird Sie beim Herrn Amtsvorsteher zu Protokoll nehmen, dann wird es sich Herausstellen, welche Strafe Sie zu erwarten haben. Der Herr Amtsvorsteher hat aber einen Ausflug unternommen. Bis er zurückkommt, muß ick Sie in Gewahrsam nehmen." „DaS brauche ich mir nicht gefallen zu laffen," brauste Adalbert auf. „Machen Sie keine Umstände", erwiderte der Gensdarm strenge, „es ist besser für Sie, wenn Sie mir freiwillig folgen." „Darf ich nicht wenigsten- einen Boten nach Lindenhof senden?" fragte Adalbert jetzt völlig resignirt. „Ich werde dort erwartet." Der Gensdarm nickte gnädig. Rasch warf der junge Künstler einige Zeilen mit Bleistift auf ein Blatt seines Notizbuches, faltete es zusammen und reichte cs dem verzweifelten Wirth mit dem Auftrags sofort damit einen reitenden Boten nach Lindenhof zu senden. Dann folgte er dem Gensdarm nach dem Spritzenhauses begleitet von den Tönen einer lustigen Tanzweise, die ihnr wie das Triumphgeschrei des erbitterten Musikantenkleeblattes, das längst von seinem heiß erfochtenen Rechte Gebrauch gemacht: halte, in die Ohren gellten. Es mochten etwa kaum zwei Stunden vergangen fein, da ertönte auf der Landstraße das Rollen eines Wagens, welcher vor dem Arrestlocal anhielt. Stimmen wurden laut. „Karl!" jubelt- der Arrestant und rüttelte an der Thüre seines Gefängnisses. Jetzt wurde dies.- geöffnet und herein flog — Jka Bergmann, die Singebeule seines Herzens — geradewegs an seine Brust. „Adalbert", schluchzte daS reizende Geschöpf, „was hat- man Ihnen gethan?" Adalbert schloß die Augen und preßte die Geliebte fest an sich. Er wollte nicht zur Wirklichkeit erwachen. Der Traum war zu schön. Ober hatte er das tolle Zeug vorr vorhin am Ende doch nicht geträumt? Das schöne Mädcken entwand sich sanft seinen Armen und als er die Augen öffnete, blickte er in das Gesicht seines Freundes Karl. „Mensch, wie bist Du nur in diese Lage gekommen," rief der junge Mann, den verblüfften Adalbert lachend .umarmend. „Wir erwarten Dich den ganzen Tag mit Schmerzen. Die Bergmanns wollten Dick bei uns überraschen, es war Alles abgekartet, und inzwischen machst Du solche tolle Streiche." Der Gensdarm hatte während dessen einem stattlichen Herrn, den Karl seinem Freunde als Amtsvorsteher des Dorfes vorftellte, Rapport abgestattet. „Es ist Ihr Glück, Herr Wertheim," sagte die Ortsobrigkeit im gönnerhaften Tone, „daß ich gerade als Gast aus Lindenhof weilte, sonst würden Sie wohl bis morgen früh hier haben campiren müssen. Ihrer Strafe werden Sie indessen nicht entgehen — aber für heute bürge ich für Sie." „Jetzt aber, meine Herrschaften, kommen Sie," rief Karl Weller und hob die erglühende Jka in den Wagen. „Meine Eltern und ihre Gäste harren unser in Angst und Schrecken. Ueberdies ist die Maibowle fertig, — und damit uns aber dieser Pfingstsonntag ewig im Gedächtniß bleiben möge, wollen wir diesen denkwürdigen Tag mit dem frohen Ereigniß der Verlobung des Fräulein Jka Bergmann und Herrn Kammervirtuosen und weiland arretirten Bter- fiedlers Albert Wertheim beschließen." Beranmmachrmg Submissionswege veranschlagt zu 4934 M. 540.20 •creme ■ 4933 4911 Mermletyungen. Schmidt. 4905 Vierte Marburg* er ‘ 3194] In schöner, freier Lage ist der mittlere Stock, 6 Zimmer nebst Zubehör, Slheune-Nkrsteiserung miethen. Rechtsanwalt Holzapfel. Goethestraßk 46, Atelierhaus. §lollwereks benannten Arbeiten sollen auf dem vergeben werden: Steinhauerarbeiten 5571.88 1739.37 584.35 985.82 360.72 508.80 733.68 1602.24 128.00 307.58 1201.43 87.00 u // M // // // // n // // // 4918] Zweiter Stock zu vermietben. Grünbergirstratze 48. 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Jnnr von den Wiesen vor der Neustadt (einfchl.- der-Wiese—des^HospttalS'am Wolfsfurt, -von welcher das Gras um £ Uhr an der Rübsam^chen Badeanstalt ausgeboten wird), alsdann von den Böschungen der Wresea an Ort und Stelle, hierauf von den Wiesen, gm Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, im Meseckthal (einschließlich 5er Hospitalwiese in der Gemarkung Wteseck, von welcher^/das Gras um 2 Uhr rm Philosophen^ wald zum Ausgebot kommt), im Heegstrauch, von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof, Dienstag den 11. Juni von den Ochssnwiesen, "den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen, Altentisch, Nachmittags y22 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Stö?gen; Nachmittags ‘/23 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Altenbuseck; V24 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großenbuseck. Die Zusammenkunft ist Montag den 10. Juni am Neustädterthor und Dienstag den 11. Juni in den Ochsenwiesen. Die Großh. 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