lS9e> Dienstag den 2 April Zweites Blatt m. 78 Amts- und Zlnzeigeblatt fSr den ICrets Gieren chratisöeilage: chiekener Jamikienökätter l*9Ü geliebten Rabenau'scheu Papiermühle, Baute: i1 trbtfaifc schweren Feuilleton. ' qebrochen IN 147.—I U«< 151.-1^ 119.N 119.30 18t- Fluch durch Sohu Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den ^säenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. 133.80 129.30 98.90 41.' 148.40 S1J* rchen: ,lch und a Ruhestatt. verbliebenen: »btt. 81.10 10»11 in: eb. Bausch. Äyck, w 2913 »s't» 3».» mer reunben unb illnahme, an» 46.10 2l-bb 108.90 58.80 30.80 15.' 84.15 Neid und Mißgunst verstummen. Die Glocken der Dorskirche läuteten, als sich der ernste Gewiß, der Heinz hatte ihn verdrängt. Er wollte die heimsühren, welche Niklas mit glühender Leidenschaft liebte. Doch jetzt senkte man Heinz inS kühle Grab, darum hatte auch Niklas ihm verziehen. Ja, er gab sich im Stillen bereits der Hoffnung hin, daß er nun doch noch Grete als fein W:ib heimführen würde. Er war ja jung, er konnte warten, bis sich ihr Gram um Heinz gemildert hatte. Vielleicht um Jahresfrist, vielleicht auch schneller, denn was die Erde deckt, vergißt man, ach, nur zu bald. Dann, wenn sie ruhiger geworden war, wollte wieder um sie werben. Sie hatte ihn ja nächst Heinz am meisten bevorzugt. Er konnte wohl hoffen, daß sie ihn nicht abschlägig bescheiden würde. Monate waren vergangen. Dem Sommer war der Herbst gefolgt, dem Herbst der Winter und wieder nahte der Früh- ling. Doch Grete hatte th^u Heinz noch nicht vergeffen. Er war ihr ja auch zu jäh entrissen worden. Vergebens hatte die Polizeibe.öcde alles aufgeboten, die Spur des Mörders zu entdecken. Ein Wilderer mußte es gewesen sein, so nahm man an, ein Wilddieb, welcher bem Förster oder seinem Gehilfin die Kugel zusenden wollte und sich in der Finsterniß in der Person getäuscht hatte. Die verwegensten Wilderer wurden auch, einer nach dem andern, gefänglich eingezogeu, aber man mußte sie wieder freigeben, denn ausnahmslos konnten sie Nachweisen, wo sie an dem verfänglichen Abend sich aufgehalten hatten. Und daun auch war keiner unter ihnen, der Grund gehabt hätte, Heinz zu grollen. So war denn jeder Anhalt, auf welchem die Sicherheit-. behörde weiterbauen konnte, verloren. Im Dunkeln war die That vollbracht, in Dunkel hüllte sich aber auch der Mörder. Man mußte sich damit zufrieden geben und die Entdeckung dem Zufall überlassen. Endlich hatte Grete dem Drängen der Eltern nachgegebe«, ungern zwar, gezwungen, denn noch immer hing sie in treuer Liebe ihrem Heinz an. Sie willigte trotzdem darein, sich Niklas zu verloben, doch nur unter der Bedingung, daß sie erst dann ihm die Hand zum Ehebund reichen sollte, wenn das Klagelied, das noch immer ihr Herz durchbebte, ver- klungen war. Liebe konnte sie NiklaS nicht entgegenbringeu. Als aber der Bauer und die Bäuerin ihr immer wieder klagten, daß sie bald alt werden und der Wirthschaft nicht mehr vorstehen könnten, und Grete einst, wenn die Eltern heimgegangen wären, allein und ohne Halt stehen würde, willigte sie end- lich -.in. (Schluß folgt.) Nummer S3.WU.« 2d™ Margarete, des Hufenbauern Tochter, schwankend dem Geliebten das Geleite gav Und der Hufenbauer folgte und die Bä crin. Und die ganze Gemeinde der beiden Dörfer, zwischen denen der Mord verübt worden war, denn die meisten hatten den Heinz gern, und selbst die wenigen, welche ihm noch vor vier Tagen sein Glück geneidet hatten, sie waren jetzt mit ihm ausgesöhut, denn unverschuldetes Unglück, das den Menschen trifft, macht urgmuh Suinba LierikijShrr-cr Alennewentsprrt*: S Mark 20 Pfg. mit Bringrrlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Aedactton, Expedition und Druckerei: Kchulstraße Mr.7. HerniprcHcr 51. 1 Appell Nachmittags 1 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten sowie zur LlSpofitton der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2 . Appell Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten: Wchrlentc «.Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten. D. Zu Hungen Ain 27. April 1895 am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Längs- darf, Muschenheim mit Hof-Güll, Nonnenroth, Obbornhofen^ Rabertshausen mü Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villmgen. 1. A^ell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten: Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. . Reservisten, sowie zur Disposition, der truppentheile und der Ersatz-Behörden entlaßenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wchrlente I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Reservisten. Trauerzug nach dem Kirchhof bewegte. Draußen am Grabe sprach der Herr Pfarrer so schön und erbaulich, daß eS Allen zu Herzen ging und die Augen Aller feucht wurden. Er sprach von dem Verderben, daS oft dem besten Menschen nahe In dem Augenblick, wo sein Herz in Glück und Wonne schwelgt. Sr rief auch Gottes Zorn herab aus den Elenden, der die lichtscheue That verübt hatte und prophezeihte, daß ihn schon hier auf Erden der seiner schändlichen That treffen würde, wenn auch nur den strafenden Richter deS Gewissens. Alle schienen tief ergriffen, auch der RiklaS, der des WiefenbauerS, er hatte wohl am aufmerksamsten den Worten des Pfarrers gelauscht, denn als dieser von den Folter- quälen deS Gewissens sprach, blickte NlkiaS scheu zu Boden und eS zitterte wie Angst und Grauen Über sein kräftiges Gesicht. Ss war, al» ob er selbst die Schrecken empfand, die der Pfarrer so lebhaft geschildert hatte. »Der Tod söhnt alles a»S!" Alle «nnoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Mund sein. — — Drei Tage später trug man Heinz zu Grabe. „ES thut nicht gut/ klagte die Mutter, welche an ihm die einzige Stütze verloren, während sie ' hiurer der Bahre herwankte. Aber noch eine junge Mens« Bekauntmachuag. Bei den diesjährigen Frühjahrs-Controlversammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Hießen gehörigen: 1) Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots (Anzug: Helm, Waffenrock ohne Schärpe). 2) Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden Entlassenen. 3) Wehrlcute I. Aufgebots, die vom 1. October 1882 ab eingestellt worden. 4) Ersatz-Reservisten, geübte und nicht geübte. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Ämtrolpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gießen m Oswalds Gatten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchel- brim, Klein-Linden, Oppenrod und zwar: am 25. April 1895. 1. Appell Vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve Hub Landwehr I. Aufgebots. Reservisten sowie zur Disposition der Ersatz-Behörde« rntlaffenen Mannschaften der Infanterie. _____________ H-Ulst suiy. will n'ii 249'1,943." iSl.SOjlSl-' 133.2Vj 132' 134.80 134 ' 92.4«! 106.10| 102.20 Gießener Anzeiger Kmerat-Wnzeiger. mühle, Georgenharnrner, Strel'- .u.> o.o struth, Londorf mit der Bui mühle, Reitzenmühle unb J Klein-), Odenhausen mit Appenböruerh . .. Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollndach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, WeickattS- Hain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod. llomrttchrMM rfilÄ $3119feit eckbmN ßanna lldwWch 1. _ v.MtzUmM. Max Maytt, Wcherstr. 3. [2885 stumme Ze» ge ». Sriminal - Novelle von N. I. Ander«. (Fortsetzung.) Wohl schon zu« dritten Male war Grete bi« zum Walde «teufen, ängstlich forschend seh ste auf den Fußsteig- Jeder menschliche Laut, den sie vom Walde her vernahm, ließ ihr Herz aufjubeln, damit sie in der nächsten Minute um so «ehr niedergedrückt war. Eine tödtliche Angst empfand sie. Sie wußte es sich nicht zu erklären, daß Heinz wortbrüchig war. Er hatte ihr gestern, als fi: voneinander gingen, versprochen, heute Abend wiederzukommen. Xnb nun war« »ich schon um die achte Stunce und noch nichts von ih« |U ^Ach/ klagte sie für sich, „er ist gewiß wie alle andern!" Doch schnell verscheuchte sie so häßliche Gedanken. Rein, nein, er ist nicht wie die andern! Er Hebt sie »icht des Geldes halber, das hat sie oft aus feinen treuen Augen gelesen — unb die Augen trügen nicht, und ein liebendes Mädchen sieht scharf. Sie athmete erleichtert auf. Dort kam der Förster mit zwei Waldläufern, «r kam tUia. sichtlich aufgeregt. Sr wollte gewiß zum OrtSschu z «■ää- •"Äm!■«>■*“ bte ibn beherrscht-, nicht »u oerrathen. 8 Sikfttr, d-r v-wj wollte ja heute ,u un, kommen. Sie werden ja schon gehört haben, das, wir feit gestern ein Rrautuaal find, und da wollte ich nur fragen, eb Sie ihn Reicht auf dem W-g- g-f-h-n h-ben, denn es ist m r Homer fo ängstlich, wenn ich ihn in der Abendstunde attein ” "habe ihn gesehen, »rete," erwiderte der Förster _.jt tjtfe zitternder Stimme, .aber Du kannst nur ruhig »jeder nach Hause gehen. Ich glaube, er wird heut nicht «chr zu Dir hmnteu." L Nw«n Bäu Neu1 neu ,l8®enTo4® (bi, nb ’M Photo. 75 842 tilgst, Der chleb«"" Znjkiger niefttiut täglich, e>n Ausnahme be» Montag» Die Gießener Pamitien vlätler enbrn dem Anzeiger »Schentlich dreimal beizet egt. 8.(26)- ro.üLl dbahn. Zentral liordost jelme-r i(2j6-i N (Hl®- ,100- fylOO H ■ itben. h. 100 i.ioö v.1860 Th-^0 IrajlOO rs. 400 C. Zu Grünberg am 26 April 1895 am Bahnhof für die Bewohner von . Allertsbausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grimberg mit der Tickelsmühle, Reumühle, Stadtmühle, Steinmuhle^ Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der — ~ Arztmühle, Bing- , Linden , chmidt- l ovß und Reinharde- 2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots der Jnfantctte. 3. Appell Ra mittags 1 Uhr 30 Minuten: Reservisten, sowie zur Disposition der T. .ippenthette und der Ersatz-Behörden entlassmcn Mannschaften und bte ^-brltute L Aufgebots aller übrigen Waffen und -war der i.de, Jäger, Caoallerie, Feld- und Fuß-Artillerie, Pioniere, Eisenbahn- unb Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. ■t anfenträger), Sanitäts- und Veterinarpersoualö, Büchsen- machergehülfen, Oeconomie - Handwerker^und Maune Monn- schäften. 4. Appell Nachmittags 3 Uhr Sümmtliche Ersatzreservisten. 5. Appell Nachmittags 4 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen-Linden, Lang-Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. Reservisten und Wehrleute I. Aufgebots zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassene Mannschaften aller Waffen sowie der Ersatz-Reservisten. B. Z« Lollar am 26. April 1895, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibettshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck. 1. Appell Vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten sowie zur Disposition der Trnppentb-tte und der Ersatz-Behr" en entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Vormittags 9 Uhr 45 Minuten: Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen. . 3. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten: Ersatzreservisteu. „'Daß ist garstig, Herr Förster. Da kennen Sie den . Heinz nicht. Wenn Sie ihm im Forst b-gsgnet sind, dann kommt er sicher. Wo sollte ernenn auch in aller Nacht ^in?‘ In be Augen be8 aftm Forstmannes schimmerte eS plötzlich feu nt. Er hatte Antwort auf die Frage deS wackeren Mädchens. Er konnte ihr ja nicht sagen, daß er, dem sie sich gestern verlobt hatte, an dem sie in inniger Liebe hing, nicht mehr zurückkehren würde, daß er kalt und starr braußen im Forst lag, daß eine mörderische Kugel seinem frisch pulsirenden Leben ein Ende gemacht hatte. Er mochte die Hiobspost nicht überbringen. Der wackere Mann fühlte sich dieser Aufgabe nicht gewachsen. Mußte sie eS erfahrev, so sollte eS wenigstens nicht durch seinen 140.4b! !! Ar 20 tigerst-^ &io Amtlicher Thett. Gießen, am 28. März 1895. «11 r.; Frühjahrs-Controlversammlungen. VaS Großherjogiiche Kreisamt Gießen M Mt etel*. BiwtmttlkmU* N» Ra ‘ iithcnbe Bekanntmachung wollen Sie aut ortsübliche Besse ' hf1 ntlichen Kmntniß bringen lassen. v. Gagern. E. 3u Sich am 27. April 1895 aw Bahnhof für die Bewohner von. Albach, Birklar, Dorf-Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder.Besfingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. L Appell Nachmittags 3 Uhr: Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamte, der Reserve und Landwehr I. Aufgebots. Reservisten, sowie zur Dispofition der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. 2. Appell Nachmittags 4 Uhr. Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz- Refervisten. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt. Diejenigen Mannschaften, bei denen Fußmessungen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht ans Befreiung. Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militarpapiere (Paß und FührungSzeugniß) mtiffex zur Stelle sein. Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe de8 ganzen Lontroliages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Gießen, den 25. März 1895. Großherzogliches Bezirks-Commando. I. V.: Beck. Premierlieutenant und Bezirks-Adjutant. Deutscher Reichstag. 74. Sitzung. Samstag, den 80. März 1896. Nach Erledigung einer Rechnungsvorlage wird der Antrag Möller-Hitze, betreffend die Aenderung der Einheitszeit, ki dritter Lesung angenommen. Fortsetzung der Beratbung deS Antrags Kanih. Abg. Graf Galen (Emir.): Seine Partei habe die Frage gewiffenhaft geprüft. Zwei Weltanschauungen kämpften gegen ein- a der, die christlich-sociale und die materialistische. Er muff' das . Princip des Antrages adlehnen. Redner empfiehlt schließlich Com- ; missionSberaihung. Abg. Barth (frs. Vg). Der Antrag würde wie eine Kopf- j steuer wirken, da man ja für das Getreide Mindestpreise Herstellen will. . Mit demselben Rechte könnten aber auch alle anderen Mindestpreise i für ihre Maaren verlangen. Da» ganze Princip sei zu verwerfen ! und daS genüge allein, den Antrag entschieden zurückzuweisen. < Abg. Ltmburg-Sttrum (bc.) wundert sich, daß das Eentrum, ; welches den Antrag verwerfe, denselben nicht sosort ablehne. Redner ; btfh eitet die UnauSsührbarkeit deS Antrages. Herr v. Marschall habe die Anbahnung neuer Verhandlungen abgelrhnt und fich auf die Stabilität berufen, sei denn unsere Politik in den letzten fünf fahren nicht auch sehr schwankend gewesen/ StaatSsecretär v. Marschall: Wir haben die Frage ernst behandelt. Wenn wir den Vertragsstaaten zumuthen wollen, die Verträge aufzuheben, so würde das Vertrauen in unsere Politik erschüttert und weite Kreise deS Erwerbslebens berunruhigt werden, denn tf. würde sich nicht um eine Revision, sondern um eine Aushebung der Verträge handeln. Die Regierung wolle nicht Hoffnungen und Ei Wartungen erwecken, die sich nicht erfüllen können! Abg. v. Dollmar: Der Antrag Kanitz sei gleichbedeutend mit einer Zollcrhöhung von 3* */i auf Mk. 10.— , aber nicht der Land- wiribschast werde der Antrag nützen, sondern gewissen Leuten, welche die MaSke der Bauern anlegten. Den Bauern könne nichts schlimmeres «IS die Annahme des Antrages geschehen, denn ^dadurch werde der Großgrundbesitz gestärkt. ES sprechen noch für den Antrag der Abg. Holtz (Rp.) und KomierowSki (Pole). Nach einem Schlußwort deS Abg. Kardorff wird der Antrag Gegen die Stimmen der Freisinnigen und Soctaldemokraten an eine rver-Eommtssion überwiesen. Nächste Sitzung den 23. April. ZoMartfnovelle. Deutsches Reich. Berlin, 30. März. Der „Vorwärts" veröffentlicht heute eine Zuschrift des Freiherrn von Buol, Präsident dc» Reichstags, an die soclaldemokratische Fraktion, in welcher die Gründe der Ablehnung des bekannten Antrages der Socialdemokraten über daS Telegramm des Kaisers an den Fürsten Bismarck dargelcgt werden. In der Zuschrift heißt es: Der soctalisttschr Antrag stehe in keinerlei Zusammenhang zum Etat und müßte schon auS diesem Grunde zurück- gewiesen werden. Außerdem wäre daS Telegramm deS Kaisers an den Fürsten Biömarck vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe nicht gegengezcichnet und ist daher nicht eine Kundgebung, die den Beschluß de» Reichstags widerlegt. Der „Vorwärts" fügt hinzu: ES werde nun zu überlegen sein, ob der Präsident nicht in Zukunft verpflichtet werden soll, alle in parlamentarischer Form eingehende, mit der durch die Geschäftsordnung vorgrschriebenen Zahl von Unterschriften versehene Anträge dem Reichstage zur Beschlußfassung vorzulegen. Berlin, 30. März. Daß neue ReichStagS-Pra- si d tu m v. Buol - Schmidt - Spahn war für diesen Montag zum Empfang durch den Kaiser empfohlen worden. Der Empfang sollte unmittelbar vor der Festtafel beim Kaiser- paare zu Ehren deS Fürsten Bismarck stattfinden, zu welch' letzterer die Herren deS Reichstages eine Einladung erhalten hatten. Herr Schmidt hat, wie gemeldet wird, angezeigt, daß er am Erscheinen verhindert sei. — DaS Abgeordnetenhaus erledigte heute debatte- loS daS Pfarrer-Relictengesetz und die neue Berliner Stadt- Synodal-Ordnung und trat dann in die zweite Lesung de» GerichtSkvstengesetzeö ein. Bei § 11 deS Gesetzes wurde die Debatte abgebrochen. Nächste Sitzung Dienstag. — Im Herrenhause wurde heute der Gesetzentwurf, betreffend die Eingemeindung der Stadt Bockenheim in de, Gladtbezirk Frankfurt ,. M. nach kurzer Debatte angenammen. 8tritt, 29. März. In der heutige« Sitzung der Umsturzoommission wurde die zweite Lesung der Umsturzvorlage fortgesetzt. § Illa der Novelle wurde mit allen gegen zwei Stimmen abgelehnt, desgleichen der Antrag, den § 113 (Widerstand gegen Beamte) in den § 111 wieder I aufzunehmen. Außerdem wurden die §§ 166 und 167 (Beschimpfung religiöser Einrichtungen und Störung de» Gottesdienstes) auf den Antrag des Abg. EnnecceruS auS § 111 wieder auSgeschiedev, dagegen wurde die Aufnahme de» § 115 (Aufruhr), § 124 (Verletzung der öffentlichen Ordnung), und § 125 (Landfriedensbruch) beschlossen. Die Aufnahme , der §§ 201 und 205 (Duell-Paragraphen) wurde mit allen gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die Einreihung der §§ 240, 242, 253, 305 und 321 de» Strafgesetzbuchs in den §111 der Vorlage wurde genehmigt. Hierauf wurde über den Absatz 2 deS § 111 abgestimmt. Derselbe wurde nunmehr genehmigt. Desgleichen der §§ 112 der Novelle, der sogen. Militärparagraph, 126 (Androhung eine» verbrechen»), 129 a (Verabredung zum Verbrechen). Ebenfalls zur An- • nähme gelangte § 130 (Angriff auf Religion, Monarchie, . Ehe u. s. w.) mit einem Amendement Gröber, §§ 131,166 > mit einer kleinen Abänderung, welche Abg. Bröckmann de- \ antragt hatte, §§ 184, 184a, die beiden letzten ebenfalls i in der ihnen vom Abg. Bröckmann gegebenen Fassung. Morgen Weiterberathung. voraussichtlich glanzt die zweite Lesung zum Abschluß. Berlin, 30. März. Die Umsturz-Eommission deS Reichstages hat heute bei der Gesamrntabstimmuug die Umsturzvorlage mit 17 gegen 8 Sttmmen angenommen. Dagegen stimmten Soctaldemokraten, Freisinnige und Antisemiten. (Durch Anschlag bereits bekannt gegeben. Red.) Att-Urrrd. Pari», 30. März. In dem Dorfe Cognac entdeckte die Polizei bei dem Anarchisten Raynal 24 Dynamitpatronen, die 3 Kilo wogen. Raynal wurde verhaftet. London, 30. März. Die „Times" meldet au» Shanghai: General Ito habe den Hafen Boughse am 24. d. M. bombardirt und eingenommen, wobei zehntausend Chinesen zu Kriegsgefangenen gemacht wurden. — Dasselbe Blatt meldet aus Hongkong, daß 31 japanische Schiffe die Formosainseln bloktren. L ondon, 30. März. AuS Uokohama wird gemeldet, der Mikado gewährte den von den Chinesen verlangten Waffenstillstand bedingungslos. Antwerpen, 30. Marz. Bei einer Vereinigung der Arbeiterpartei wurde der Generalausstand von dcr zahlreich besuchten Versammlung auSgerufen. Im ganzen Lande bereiten die Arbeiter ProtestmeetingS gegen daS Ge- meindewahlgesetz vor. Der „Peuplt" fordert alle Genossen auf, gegen das Gesetz zu protestiren. CocäUs ttttö provinzielles. * * An» dem Znstizditnst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den LandgerichtS- rath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Theodor Schulz zum Landgerichtsdirector bei diesem Gericht, den LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. Georg Best zum LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen AmtSgerichtSrath Theodor Seeger zum LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen zu ernennen. • • Reue AmtStitel. Mit Allerhöchster Genehmigung Sr. Köntgl. Hoheit de» Großherzogs wurde verfügt, daß vom 1. April 1895 ab u. A. der BetriebSinfpector bet den Oberhessischen Eisenbahnen, Georg Schoberth zu Gießen, den AmtStitel ,,Eisenbahn-Bau- und BetriebSinfpector", der Eisenbahnbaumeister bei den Oberhesfischen Eisenbahnen, Ludwig Roth zu Gießen, der Maschinenmeister bet den Oberhessischen Eisenbahnen, Carl Querner zu Gießen, der Eisenbahnbaumeister bei den Oberhessischen Eisenbahnen, Heinrich Simon zu AlSfeld, und der Vorstand der Baubehörde für Nebenbahnen in Oberheffen, Eisenbahnbaumeister Arthur Wolpert zu Gießen, den AmtStitel „Etsenbahn- Bauinspector" zu führen haben. • * Srinneruagsfest an 1870. Am vergangenen Mittwoch Abend fand in Darmstadt eine Sitzung deS geschästS- führenden Ausschusses für daS in den Augusttagen dieses Jahre» daselbst zu feiernde große Erinnerungsfest an 1870, zugleich 25jähriges VerbandSfest der Kriegerkameradschaft „Hassia", statt. Die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse erstatteten Bericht über die Constituirung derselben und über die von ihnen bereit» für daS Fest geschehenen Schritte. ES zeigte fich dabei, daß die zur würdigen Begehung der Festtage erforderlichen Vorarbeiten recht schwerer und mannigfacher Art sind, daß aber auch alle Mitarbeiter von bestem Geiste beseelt sind und sich mit Eifer den ihnen obliegenden Aufgaben widmen. Bis jetzt kann mitgetheilt werden, daß Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog, der Hohe Protector der „Hasfia", auch da» Protectorat deS ErinnerungSfeste» zu übernehmen geruht haben, während Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm da» Ehrenpräsidium übernommen hat. Die Festtage fallen auf den 11. August — al» Tag der Vorfeier —, 18. August — als den Haupttag —, 19., 20. und 25. August und — zugleich als Sedanfeier — 1. September. 6» darf der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß alle hessischen Feldzugskameraden, so weit sie nicht durch Krankheit rc. verhindert sind, am 18. August, dem Ehrentage der hessischen Division, in Darmstadt ein großartige» Wiedersehen feiern werden. D Ruppertenrod, 29. März. Nachdem im Laufe de» heutigen Nachmittag» mehrfach Gewitter aufgetreten, bei denen man nur da» Donnern vernehmen konnte, nicht aber Blitze sah, entlud fich gegen 6 »he ein Gewitter mit so heftigen elektrischen Entladnagen, wie man fie sonst nur im Hochsommer gewohnt ist. Richt weniger al» drei Mal schlug e» ein, indem Blitz und Donner jede» Mal unmittelbar aufeinander folgten. Die Blitze hatten ein eigenartige» Licht, nämlich lilaröthlich. Die Donuerschläge waren so heftig, daß die Fensterscheiben zitterten. Der dabei auftretend« Regen war schwach. Gewitter in solcher Heftigkeit um diese Zeit gehören zur Seltenheit. H. An» dem Horlossthole, 29. März. Durch die heftige» Regengüsse in der zu Ende gehenden Woche find alle Bäche und Gräben mit Wasser gefüllt, die Wiesen find auf »eite Strecken überschwemmt, der Ackerboden ist wie Brei, ähnlich wie e» im Frühjahr vorigen Jahre» gewesen ist. Auf den Feldern und in den Gärten ist noch nicht» geschehen, von einem Bischen Märzenstaub sieht man keine Spur. Gestern Nachmittag hatten wir einen gewitterartige» Sturm mit Hagel untermischt, was man in dieser Zett nicht ungern sieht, denn e» deutet auf ein gewächfige», milde» Frühjahr. — UjifeTe Fi sch ereiberech tig t e n begeben sich, sobald die Flüsse hoch steigen ober gar über die Ufer treten, auf den Fischfang, weil bei solchem Wasserstande und wenn die Fluthen trüb sind, auf Beute gerechnet werden kann. Besondere Erfolge sind bi» jetzt noch nicht bekannt geworden. § Alsfeld, 29. März. Ein ebenso sinnreiche» al» echt patriotische» Andenken an da» 80. Geburtsfest de» große» Kanzlers Bi»marck wird von feinen hiesigen Freunden und Verehrern am nächsten Montag den 1. April gestiftet bezw. gefetzt werden. Es ist die» die Pflanzung einer „Bismarck- Eiche" au» dem Sachsenwalde auf dem Kirchplatze. -b- Wolfersheim, 29. März. Die Absteckungs- Arbeiten gehen auch auf der Linie Friedberg Hungen unaufhaltsam vorwärts und werden durch schlechte Witterung nicht im geringsten beeinträchtigt. Wir gewinnen die Heber» zeugung, daß unsere Strecke bi» zum Herbst 1896 fahrbar sein wird, wie von Sachverständigen vorauSgesagt worden ist. -n. Friedberg, 29. März. In der verflossenen Nacht wurde zweimal hier eingebrochen. Im Amtsgerichts- gcbäube wurde die Kasse auf der Gerichtsschreiberei geplündert und dann wurden in einer Wirthschaft und Metzgerei am Bahnhof mittelst Leiter diverse Wurftwaaren gestohlen. Beide Einbrüche zeugen sowohl für ausgezeichnete Local- • kenntniß als auch von Raffinement der Diebe. BiS jetzt i fehlt jede Spur zur Entdeckung der Diebe. Friedberg, 29. März. Viel Aufsehen erregten heute Morgen eine Anzahl Militärpflichtiger, die fich auf dem hiesigen Rathhause der MusterungScommifsion vorzustellen j hatten. Es waren Insassen de» Butzbacher ZellengefängniffeS. Je zwei und zwei zusammengefchlossen, wurden dieselben von drei GenSdarmen und einem Aufseher eScortirt und nach • beendigtem MusternngSgefchäft per Bahn wieder nach Butzbach , verbracht. ES waren dies jedenfalls die ruhigsten der die»- ! jährigen Rekruten, die anderen sorgten mehr als genug für i Gesang und Lärm. Offenbach, 29. März. Im hiesigen Stadt bad wurden im vergangenen Jahre verabreicht: 73 399 Schwimmbäder, i 22 787 Wannenbäder, 2728 Dampf- und Heißluftdäder, zusammen 88 914, gegen 101526 im Vorjahre und 56 604 in 1888, dem ersten BetriedSjahre. WormS, 29. Marz. Eine eigenartige Feier deS achtzigsten Geburtstages deS Fürsten Bismarck wird um 1. April in der Lederfabrik von Dörr u. Reinhart hier stattfinden. AuS Anlaß der Feier des 70. GeburStageS deS ersten Reichskanzler» wurde in dieser Fabrik ein geselliger Verein der hier angestellten Beamten und Arbeiter gegründet. Dieser Verein hat nun dem Fürsten die Ehrenmitgliedschaft angeboten und der Fürst hat sie angenommen. E» ist interessant, daß neben den vielen Gemeinden, (Korporationen und anderen Bereinigungen auch ein Arbeiterverein den Fürsten BiSmarck zum Ehrenmitgliede zählen darf. Der verein feiert am 1. April zugleich mit dem achtzigsten Geburtstage seines fürstlichen Ehrenmitgliedes fein zehnjährige» Stiftungsfest. Die ganze Arbeiterschaft mit ihren Frauen ist von der genannten Firma zu der Feier geladen. (D. Zig.) * LandSberg a. d. W., 29. März. Heute Morgen um 7 Uhr wurde der zum Tode verurtheilte Arbeiter Schmidt, genannt Kollmann, au« Bernauchen, der den Förster Reimann bei Wusterwitz ermordet hatte, durch den Scharfrichter Reindel hingerichtet. • Folgender hochtragifche Vorgang wird aus Berlin berichtet: Am Donnerstag starb ein 19jährigeS Mädchen, da» Braut war, und deren Hochzeit nahe devorftand. Für den Sonntag Mittag war die Beerdigung anberaamt. Die Leiche war in einem leerstehenden Laden des HaufeS aufgebahrt. Im Brautkleide und mit dem Brautschleier geschmückt, lag fie im Sarge. Bei dem Ankleiden der Leiche, bei der Aufbahrung u. f. w. hatte die Flurnachbariu, eine Schneidermeistersfrau, au« Freundschaft für die Familie di« wesentlichen Dienste geleistet. Kurz vor Beginn der Leichenfeier begab sich die Frau hinauf nach ihrer Wohnung, nm sich für den Weg nach dem Friedhöfe zu rüsten. „Mama, mach schnell," rief die kleine Tochter, „der Leichenwagen kommt schon!" Die Frau eilte an da« Fenster, um fich z« überzeugen, doch fiel sie mit dem Kopfe in die Fensterscheiben, die klirrend auf die Straße fielen, fie selbst stürzte zu Boden. „Mutter, steh doch auf/ flehte die kleine Tochter; doch die Mutier regte sich nicht, fie stöhnte nur. Da« Lind rief die Nachbarn zu Hilfe, welche die Frau in« Bett brachte« und Aerzte herbeiriefen. In kurzer Zeit erschienen drei Nerzte, doch alle Hilfe war vergeblich: sie conftattrte« den Tob durch Herzschlag. Urnen trag man eine Leiche hinan«, oben brachte man die Freundin ans da« Todtenlager. e Die Kneipe iß der Größte Feind del dentschen Familien- , leben». Da« ist der lettende Gesichtspunkt, den der bekannte Cnlturhistoriker Otto von Leigner in der erste« seiner „Ungehaltenen Reden eine« Ungehaltenen" a «»spricht. Ma« A Hrelscher, Hießen 55 Mk.fZ Darmst. Ztg. Kochet mit Gas! Die Lieferung des Bedarfs an mW. 2803 zugeben. Bekanntmachung Emil Fischbach. 118 Nachmittags 3 Uhr an Ort und Stelle meistbietend ver« 28. 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Schon bei halbwüchsigen Jungen beginnt der Unterricht darin. Gymnasiasten, Kunst- ichüler und Zöglinge anderer Unterrichtsanstalten sehen im Trinken eine besonders mannSwerthe Beschäftigung und ahmen die unsinnigen Trinksitten der Erwachsenen nach. Schon physiologisch ist eß wider den Verstand und rein unmöglich, daß ein Mensch nach Stillung des natürlichen Durstes wirklichen Vortheil und Genuß von weiterem Trinken habe. Aber Verstand ist ja eben in dieser modernen Art deß Trinkens und Kneipens überhaupt nicht vorhanden, und wo welcher ist oder war, wird er allmählich fortgeschwemmt. So trinkt denn der deutsche Jüngling weiter, zunächst nur, um nicht als Philister zu gelten- wenn er aber dann ein Mann geworden ist, hat sich die Unmäßigkeit bereits zu einem Bedürfniß ausgebildet, das unerbittlich seine tägliche oder allabendliche Befriedigung, emen Zustand, wo daS Alkoholgift bereits den Organismus bis zum E nschlafen gelähmt hat. Nach eingehender, gewisienhaster Erwägung sagt er zusammenfasiend: ,Die Kneipe ist heute ein Volks Übel geworden, ob sie nun in Marmor und Sammet prunkt liegen auf dem Verwaltungsbureau offen. Versiegelte Offerten sind bis zum 17. April d. I. auf letzterem ab- ! Das Absattholz, sowie eine 2871 Anzahl Linden- und Ahorn- --stamme unb eine Parthie Linden- ! und Pappelreisig, zu Erbsen- > I reisig geeignet, aus den städtischen Oeffenlliche Bekanntmachung. Wilhelm Löber IV. zu Gießen ist als geisteskrank entmündigt worden. Rechtsgeschäfte mit demselben können fällig nur unter Zustimmung seines Lurators, des Bäckermeisters und Stadtverordneten Wilhelm Löber VI. in Gießen, abgeschloffen werden. empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. Prompte Zusendung der Gewinnliste. 1119 — rheckenner seien hierdurch aus Meßmer», Thee Englische WSischnng, a 9tt. 2.80 pr. Psd., ganz besonders ausmeikfam gemacht. 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Nadel« Stockholz, Holzversteigerung im Rittkrshauselltt ©cmrinbftnaib. Donnerstag den 4. April, Vormittags von 9 Uhr an, kommt nachstehendes Holz in den Districten Wehrholz unb Mausberg zur Ver- 1 Psd. 26 5 Pfd. X 185, W Md. X 2.40, empfiehlt 2449 Robert Stuhl, Neustadt 23. KrMtthelßscht Eisenbahnen j Submission Um 1. April d. I. gelangt mit Gültig, j reit bi« 1. Mai 1897 aus fast sämmtlichen ■ iveutschen Eisenbahnen ein gemet«fchaft- Porzellan- unb Glaswaareu IM Sicher Rothsta«d»tartf für Dünge, Rechnungsjahr 1895/96 soll auf dem befftn Inhalt SubmW°n-w°g° vergeben werden. ' • " ■ Muster unb Lieferungsbedingungen garaMirt franzöfischer Ve: schnitt, per Literflasche X 2.—, sowie französische Cognacs unter Originalverschluß in verschiedenen Preislagen. 363 E. Dort, Wallthorftraste 45. Ein schöner langhaariger Aernhardinerhund tL'/, jährig), hochgelb, zu verkaufen. Seltersweg 44. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, ben 29. März 1895. Großh. 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April I8S5, flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft Nachmittags 3 Uhr wegen Diebstahls verhängt. axx Ort und Stelle meistbietend ver- Es wirb ersucht, dieselbe zu ver- steigert werden. \ haften und von der Verhaftung un- ( Die Zusammenkunft^ am^Bürger- tierzüglich Nachricht zu geben. 2884 meiftereiqebäube. Frankfurt a. M., 27. März 1895. — - — Königliche Staatsanwaltschaft. UAIbert’s niversal-Gartendünger, noch Professor Dr. Wagner, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht'die den erben des Friedrich Simonen Gießen gehörigen Immobilien Flur 1 Nr. 45 — 212 qm Hofraithe in der Mühlgasie, Flur 2 Nr. 75 — 825 qm Wiese Laggärten am Krofdorfer Weg, Flur 2 Nr. 120 — 294 qm Acker Laggärten in den mittelsten Schieß» gärten, Flur 3 Nr. 11 — 88 qm Acker Gewann- lappen am Witzmarer Weg, Flur 5 Nr. 19 — 1800 qm Wiese in den Weiden, Flur 5 Nr. 20 -1269 qm Wiese daselbst, Flur 5 Nr. 26 - 1512 qm Wiese daselbst, freiwillig meistbietend mit dem Anfügen versteigert werden, daß bei annehmbarem Gebot die Genehmigung sofort ertheilt wird Gießen, den 30. März 1895. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt. 2847 Wie neu wird Zeder mit BechtelS «almiak - Gall - Seife gewaschene Stoff jeden Gewebes und Farbe, vorräthia in 1 Pfd.-Pack. zu 40 H bei Benner A Krnmm. 750 Aüksensrüchte Bohnen, Erbsen, Linsen, gut kochend, bei Robert Stuhl, Jeikgevotenes. 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Weizen JL 00,00, Rom * 12,98, Gerste X 00,00, Hafer X 11,00, Erbsen X 16,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln .*500 Samen X 06,OO Mainz. Übersicht der Durchschnittspreise der Markttage vom 29. März 1895 verkauften Früchte (pro 100 Kg): Wetzen 13 Mk. 95 Pf., Roggen (Korn) 11 Mk. 75 Pf., Gerste 13 Mk 95 Pf., Hafer 13 Mk. 85 Pf., Heu 5 Mk. 60 Pf. bis 6 Mk. 40 Pf., Stroh 3 Mk. 60 Pf. bis 4 Mk. 40 Pf., Kartoffeln 6 Mk. 00 Pf. bis 7 Mk. 00 Pi. — Auf dem Viehmarkt zu Mainz vom 23. bis 29. März 1895 wurde folgendes Vieh verkauft und nachstehende Preise (alles per 50 Kg. Schlachtgewicht) erzielt: 1 Farren 56 Mk., 164 Ochsen, 1 Qual. 64 bis 68 Mk., desgl. 2. Qual. 60 bis 64 Mk., 166 Kübe und Rinder, 1 Qual. 56 bis 60 Mk., desgl. 2 Qual. 50 bis 54 Mk., 157 Kälber 70 bis 75 Mk. 615 Schweine 50 bis Gas-Koch- und Heiz-Apparate in den zweckmässigsten und gangbarsten Ausführungen,*als: Kocher, Herdplatten, vollständige Herde, Brat- und Backöfen, Bügeleisen-Apparate, Gas-Bade- und Heizöfen, Löt- und Brenneisenapparate, Kaffeebrenner u. s. w. Gaspreis für Koch- und Heizzwecke 15 Pfg. für 1 cbm bei Ausführung der Leitungen durch uns und Aufstellung eines besonderen Gasmessers (Gas für Beleuchtung: Grundpreis 22 Pfg. für 1 cbm). — Die Apparate, wovon in Giessen einige Hundert in Gebrauch sind, können in unseren Ausstellungsräumen in Thätig- teit gezeigt werden. 2746 Städtisches Gas- und Wasserwerk Giessen. Die Weinhandlnng von H. 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Röhr & Co., Bahnhofstraße Meiste Damaste Gardinen Ferttge Leibwäsche Meiste Leine« Handtuchdrelle Flanell-Hemden Meiste Halbleinen Tchürzeuzeuge, Ntrnlrrs dili, Unterröcke________ Meiste Hemdeutuche Tchürzeudrucks Waffeldecken Meiste Piques Baumwollene Flanelle Tischdecken Meiste Leinen fir Ketttlicher Blaudrucks fir Kleiber Schürzen ii |ri|« A««»«tzl Waschechte Bettzeuge Cattuue Biber-Betttücher -----------—-— 2688] Schlafstellen zu vermiethen ________Bleichstratze 15 Htnterhau«. Für Einjährige. Ein gut möbl. Ztrnrner in nächster Näbe der alten Kaserne zu vermiethen. 2816___________Dammstraße 82. 2850] Für Ein], möbl. Zimmer n. d. alten Kaserne zu verm. Asterweg 44. Für Einjährige. Möblirte« Zimmer zu vermiethen, dem Kaiserhof gegenüber. 2849_________Sonnenstraße 11, 2. St. 1856] Möblirte« Zimmer zu vermiethen _____L. Krohuhäuser, MäuSburg 7. 252s] Zwei »Sdttrte Zimmer, Wohn» u. Schlafzimmer, zu vermiethen. 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Mitglieder de« Kunstoerein« und deren Familienangehörige gemeßen freien Eintritt, für Nicht Mitglied er beträgt der Eintrittsprei»: Sonntags 20 Pfg., an Werktagen 50 Pfg. 127 Der Ausschuss. Dienstag den 2. April 1895, Abends 8 Uhr Hauptmsaumlimg des DeWutrungs-Vereins im Cafe Balzer. *H® 3791 Tagesordnung: Jahresbericht, Rechnungsablage. Giessener Festsaal. Caf6 Leib. 3MF Montag den 1. April: Zur Feier des BO.Geburtstages Sr.Durchlaucht des Fürsten Bismarck Grosses Extra-Concert ullszksührt von der Capelle des M Legts. Kaiser Wilhelm (flr. 116) U’ persönlicher Leitung des Herrn Musikdire t >r K r a u s s e. Spleleettel: 1. Bismarck-Marsch (Fuchs). 2. Jubcl-Uuverturc (Weber). 8. Das Hon am Rhein, Lied (Hill). 4. Prolog a. d. Bajazzo (Leoncavallo). 5. Ouvertüre Tannhäuser, (Wagner). 6. Der Liebestraum, Piston-Solo (Hoch). 7. Schlittschuhläufer, Walzer (Waldteufel). 8. Für Herz und Gemiith, Potpourri, Neu! (Komiäk). 8. Ouvertüre über d. Dessauer Marsch (Schneider). 10. Sang an Aegir (Kaiser Wilhelm II.) 11. Historische Märsche (Schneider). 12. Gezogene Kanonen, Galopp (Kraueee). Anfang 8 Uhr. — tintrde 30 Pfg. 2529 Geschäfts - Empfehlung. Einem c " '''gen, wie auswärtigen Publikum die ergebene Mittheilun^ Herrn (Krust Wallenfels gehörige Leckerei, 7 Wallt her str ässe 7 käuflich erworben habe und mit dem 2 April wieder eröffne. Es wird mein eifrigste« Bestreben fein, meine werthe Kundschaft aus da« Beste zu bedienen und bitte ganz ergebenst um geneigten Zuspruch. 2832 Hochachtend J. Kumpf. «K5T Milch-Verkauf. "MW Atelier f. Wortraitsmalerei. — Auch Unterricht daselbst. — «-too Goethestraße 46 Otto Fritz, Kunstmaler. Färberei und chemische Wäscherei von Braubach. & Fischer in Giessen 4 Neuen Weg 4 (am Kreuz) ,«sa hält sich für die Arühjahrs-Taison bestens empfohlen. Putzfrauen finde» Arbeit. Wo? sagt die Exped. b. vl. 2876 MMMt-AnsMe von Grossisten, btt eitleren Gvfast in diesNN Artikel haben, woran« 8 et» stuug»f4»igkeit und Liefern«« do» lUeter DaeliUt aeschloste wtr^ werden unter H. 375 an chaaseustetW A Vogler, «.»•., »caatfart 6«tag Nr Brühl'f** ltntvnASra-Bach- ea» S