Bismarc 7. iöl» _ kann »ein Eil UV ‘sj: = von Hark inahme unserer .Ireofir Sie Adresse A.X.M ^25%* L'tKW ahrenLIl--—’ S<*5? L°rS ner dtv 81 y^r: 7* Bert •BfÄ* -x-L-r 8D Aerir iR. Oal. Z!S_ 2521 e»bTsu^~ ijneü und mit pünAa og finden wlH, Mirny )lt Bocanjiiv «gen s. K. M itmeniw Mvttmühl! und von 4 Zirnmcin uti i Pnsonen) jum 1. Zoll in mii PitiSansabt uni« Exped. d. 8t _ fs zwei Lchöler ttnntn -Hallern Stof faß। die reunW. Löo-nllna ^i illung, wirb zu mltlbtn t? in der Erixd. b. Sl im nuug§Q^ugC Lln der (fcptb. bl, g SdntiteT "dSinbrrhüitt^ !m Hause prow t. ftbtel _. Löveagale \l, Änpüctr BiM, Schloffemeilka, foußobf 69. chrün, iudjt leWitwai«, Ml«, JUtuftabtlh, Mnltae |u<| °6t sdjautbtmtifltr, Lowenzasse 1b. idMW nundgebildcknheem >es, besonders « « hrenen ügerltnfflW deulichen Mn, den mit Ge und Provision flu speelorpoftm ’üt nt hi erwerben W 40 an Saai««^° I «»«"AI tUtf«;« idpiltR. W AL-chra^^ 1 jWtiib^L^ srr. 78 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Lu-nahme de« Montag«. Die Gießener PamirtenSrälter ivnden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Erstes Blatt. Dienstag den 2. April Gießener Anzeig er Keneral-Mnzeiger. 189$ vierteltähriger Avonn,m,«t»prel«r 2 Mark 20 Psg. mit vringerlohn. Durch dir Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaction, Lxpeditio« nnb Druckerei: Kchutstratze Kr.7. Fernsprecher 51. 2lints- und Anzeigeblntt füv den Tiveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Hratisbeikage: chießener Isamilienötätter. Alle Annoncen-Bureaux de« In» und Auslände« nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 11 Deutsche» Reich. Berlin, 30. März. Der Kaiser hat heute den Vortrag deS Fürsten zu Hohenlohe im Reichskanzlerpalais ent- gegengenommen. Berlin, 30. März. Der „ReichSanzetger" verVffent« licht den Wortlaut der Glückwunschadressen deS Bundesraths und des preußischen StaatSmini- ßeriumS, welche Fürst Hohenlohe am 27. d. Mts. dem Fürsten BiSmarck nach FriedrtchLruh persönlich überbrachte. Berlin, 80. März. In dem vom „Reichsanzeiger" ver- öffenlltchten Glückwunschschreiben deS Bund es - ratheS qn den Fürsten BiSmarck heißt eS: Der BundeSrath habe nicht vergessen, daß er während zweier Decennien unter dem Vorsitz deS Fürsten BiSmarck an dem Ausbau deS Reiches Mitwirken konnte und daß die von ihm im Austrage hoher Machtgeber verfolgte Politik durch die «eise Leitung deS Fürsten Ziel und Richtung empfangen habe. Wenn Dank dieser Politik der Bund der Fürsten und Freien Städte gefestigt dastehe gegenüber den zersetzenden Elementen, «eiche in dem Versuche, die schöpferische That einer großen Zett zu zerstören, nicht ermüden, so weiß sich der BundeSrath eins mit allen vaterländisch gesinnten Gliedern der Nation. In der Ueberzeugung, daß eS Euer Durchlaucht weitfchauender Glick gewesen, der den sicheren Grund zu solchen Erfolgen gelegt hat, wird auf dem von Euer Durchlaucht vorgezeich- aeten Wege der BundeSrath fortfahreo, den Ausbau des Reiches za fördern und damit einen Theil des Dankes abzutragen, welcher der wahrhaft staatsmännischen Arbeit deS erstenKanzlers gebührt. Möge der Segen, welcher sichtlich auf dieser Arbeit ruht, zum Heile des Vaterlandes fortwirken, möge Gottes Gnade geben, daß Euer Durchlaucht noch lange Jahre dem Kaiser und Reich erhalten bleibe, möge Ihnen beschieden sein, neben der Befriedigung über Ihre Schöpfung reiche Freude an deren Entwickelung zu erleben. — In dem Glückwunschschreiben des preußischen Staatsministeriums heißt es: Das Vaterland werde den seltenen Festtag in dankbarer Gesinnung begehen eingedenk der unvergänglichen Verdienste, welche der Fürst in seiner langjährigen, unermüdlichen, reichgesegneten lhätigkeit um den Ruhm und die Größe Preußens und des Deutschen Reiches sich erworben hat. Berlin, 30. März. In der heutigen Sitzung der Umsturz-Commission wurde der in erster Lesung abgelehnte neue § 184b mit 11 gegen 8 Stimmen angenommen. Bei der Debatte über den § 210 (Zweikampf) bedauert Generalmajor v. Spitz, daß man das Duell mit der Vorlage verquicke; die Militärverwaltung wünsche dringend, daß das Duell nicht in die Vorlage ausgenommen werde. Abg. EnnecceruS (natl.) , bezeichnete den Antrag betreffend Aufnahme des Duells in i daS Gesetz als ein juristisches Monstrum. Minister v. Köller , erklärte, die Regierung lege auf daS Zustandekommen des t Gesetzes den größten Werth- er bitte um Annahme der ; Vorlage. Der § 210 wurde sodann mit 14 gegen 9 Stimmen ■ angenommen. Schließlich fand Abstimmung über die Vorlage im Ganzen statt. Dieselbe gelangte mit 17 gegen 8 Stimmen < zur Annahme - dagegen stimmten die Socialdemokraten, Frei- , sinnigen und Antisemiten. Zum Berichterstatter für das Plenum wurde der Abg. v. Buchka bestellt. Berlin, 80. März. Der Entschluß der japanischen Regierung, hinsichtlich der FrtedenSverhandlungen mit China gemäßigte Bedingungen zu stellen, wird, wie die „Post" meldet, in unterrichteten Kreisen Berlins auf die Vermittelung der diplomatischen Vertreter der Großmächte in Tokio zurückgeführt. Att»land. Wien, 30. März. Wie daS „N. $3. T." meldet, werden die Abgeordneten der Stadt Graz am Schluß der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses einen DringlichkeitSantrag einbringen, nach welchem oie Regierung aufgefordert wird, dem Recurse der Stadt Graz gegen die Ststirung der Beschlüsse bezüglich der Bismarckseier durch den Regierungspräsidenten von Steiermark stattzugeben und die Entscheidung deS Letzteren aufzuheben. Madrid, 30. März. Der Erzbischof von Saragossa ist gestorben. Lissabon, 30. März. DaS amtliche Blatt veröffentlicht daS Decret betreffend die Reform deS Wahlgesetzes- durch daffelbe wird dir Zahl der Deputirten auf 120 festgesetzt. Belgrad, 30. März. Sämmtliche Inseln der Donau und der Save sind infolge deS Hochwassers überschwemmt. Neueste Nachrichten» WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. FriedrichSruh, 31. März. Heute ist dem Fürsten BiSmarck ein berziicheS Glückwunschtelegramm deS Königs OSkar von Schweden und Norwegen zugegangen. — Der Fürst empfing heute eine Abordnung des Cösener 8. C. FriedrichSruh, 31. März. Fürst BiSmarck hatte eine gute Nacht und fühlt sich wohl. Telegraphische und briefliche Gratulationen treffen in unzählbarer Menge ein. Marge« früh gratulirt zunächst die Deputation deS Kürassier-RegimentS von Seydlitz (MagdeburgischeS) Nr 7, dann folgen die Pro- fefforen, Mittags die Studenten. Abends findet der Hamburger Fackelzug statt. Wie verlautet, sollen morgen Vormittag auch die Offiziere deS Lauenburgischen Jäger-BataillouS Nr. 9 auS Ratzeburg zur Beglückwünschung empfangen werden. FriedrichSruh, 31. März. Die Adresse der deutschen Burschenschafter an den Fürsten BiSmarck hat folgenden Wortlaut: „Zu Ew. Durchlaucht 80. Geburtstage bringt in einmüthiger Liebe und Begeisterung die deutsche Studentenschaft innigen Glückwunsch dar. Dankbaren HerzenS feiern wir heute den Ehrentag deS Mannes, der unser Vaterland aus langer Zerriffenheit herrlich emporführte zur lichten Höhe eines stolzen, machtgebietenden Reiches. Was im Schlachtendonner unter den siegreichen Fahnen unserer Väter zur Frucht reiste, unS, dem werdenden Geschlecht, fiel es als mühelose Ernte in den Schooß. Aber wir geloben es: tapferen Sinnes festhalten, unermüdlich weitcrbauen wird die deutsche akademische Jugend an dem Werke, dem Ew. Durchlaucht die rastlose hingebende Arbeit eines reichen Lebens weihten. Mit diesem unverbrüchlichen Gelübde verbinden wir heute unseren herzlichen Wunsch: Glück und reichen Segen schenke Gott der Allmächtige Tw. Durchlaucht heute und immerdar!" Frankfurt a. M., 31. März. Heute Vormittag fand hier die Enthüllung der Gedenktafel an dem ehemaligen Wohnhause des Fürsten Bismarck in der Großen GalluSstraße Nr. 19 statt. Die Festrede hielt Rechtsanwalt Fester, daS Hoch auf Ge. Majestät den Kaiser wurde von dem Stadtverordneten-Vorsteher Justizrath Humser ausgebracht. Trotz der ungünstigen Witterung war eine außerordentliche Bethetligung aller Kreise der Bevölkerung zu bemerken. Die Kriegervereine rc. waren mit ihren Fahnen erschienen. Die Tafel ist vom hiesigen Nationalltberalen Verein gestiftet und trägt die Inschrift: „In diesem Hause wohnte Otto von BiSmarck als preußischer Gesandter beim Bundestag 1852—58." Die Stadt trägt Flaggenschmuck. Dirfchau, 31. März. Heute Nachmittag 3 Uhr 45 Min. ist der Durchstich an der Siedlersfähre (Wetchsel- mündung) eröffnet worden; der Strom nimmt jetzt einen neuen Lauf. Depeschen beB Bureau „Herold". FriedrichSruh, 31. März, 3 Uhr 30 Min. DaS Wetter war heute Morgen sehr schön, änderte sich jedoch gegen Mittag. Fereilletsn. Wochendriefk ans der Residenz (Ortginalbertcht deS „Gießener Anzeiger".) Z. Darmstadt, 28. März. Drittes DecoriruugSfest des Odenwald-Clubs. — Bom Groß- herzoglichen Hofe. — Musikalische Genüsse. Schon ttn letzten Briese habe ich Ihren Lesern den Odenwaldclub gelegentlich genannt und behauptet, daß er sich um die Erschließung unseres herrlichen Odenwald- Gebirges die allergrößten Verdienste erworben habe. Allüberall wo man im Odenwalde hin wandert, leuchten einem die bunten MarktrungSschildchen entgegen, die vom Club angebracht find, um dem Touristen die lohnendsten und besten Wege anzuzeigen, sür die Anfertigung trefflicher und doch sehr billiger Karten, auf denen jene Marken eingezeichnet sind, hat der Verein gesorgt — eine That die mir als das Haupt- »erdienst deffelben erscheinen will. Wenn ich dann noch hinzusüge, daß er der Instandhaltung und Berbefferung der Wege in dem Gebirge und der Frage nach der Verpflegung öer Touristen, der Erhaltung der Odenwälder Volkseigen- rhkimlichkeiten und der materiellen Hebung der Bewohnerschaft oie größte Sorgfalt zuwendet und auf allen diesen Gebieten chatsächiich Hervorragendes geleistet hat und noch stets leistet, dann wird Jedermann zugeftehen, daß ihm wirklich die Sym- pathieen gebühren, die ihm am vergangenen SamStag Abend wiederum in geradezu überwältigender Weise bekundet wurden. I Der große Saal des städtischen Saalbaues war für daS Fest in einen herrlichen Taunenhain umgewandelt worden, »ahllose Fahnen und Emblemen in hessischen und deutschen Farben leuchteten aus dem satten Grün hervor, die eine «roße Wand zeigte eine prächtig auSgeführte Odenwald- Landschaft mit den Abbildungen deS Kaiser- und Irene- Thurmes. DaS Ganze wirkte ungemein anheimelnd auf den Beschauer und trug viel zur gemüthlichen Stimmung der Besucher bei. Zur Verherrlichung des Feste« hatten hervor- i ragende Künstler ihre Dienste bereitwillig zur Verfügung gestellt. Der Großh. Kammermusiker A. Kugler hatte einen schwungvollen Festmarsch gewidmet sowie ein von Karl Schäfer, dem gefeierten Sänger des OdenwaldeS, übersandtes Gedicht „Mein Odenwald" componirt, ein prickelnder Walzer war für den Tag von A. Neff dem Club dedicirt worden, einen kernigen, mit einem Hoch auf den „Helden im Sachsenwalde" ausklingenden Prolog hatte ebenfalls Karl Schäfer verfaßt. Außerdem wirkten bet dem Feste, dem auch die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und der nachbarlichen Touristen- und Alpen-Vereine anwohnten, mehrere der ersten Solokräfte unseres Hof-Schauspiel- und Opern-EnsembleS mit. Einen ganz besonderen Glanzpunkt deS Abends bildeten aber die Vorführung einer langen Reihe von Schattenbildern, Darstellungen von Ansichten und Gruppen auS dem Oden- walde, die sich durch große Klarheit und Schärfe auSzeichneten und Manchem von den Zuschauern liebe Erinnerungen an die herrlichen burggekrönten Berge deS OdenwaldeS wachgerufen haben mögen. Zwischen den einzelnen Bildern wurde zur Erläuterung ein verbindender Text gesprochen, der den Zuhörern oftmals stürmischen Beifall abnöthigte. DaS letzte Bild zeigte daS wohlgelungene Porträt unseres unvergeßlichen Oberbürgermeisters Albrecht Ohly, deS langjährigen eifrigen Präsidenten der hiesigen Section deS Odenwaldclubs, der dazu gehörige VerS, mit dem ich meinen Bericht über daS herrliche Fest schließe, lautete: „Wie thatft Du eifrig uns're Sache pflegen! Wie tratst Du unermüdlich für sie ein! Drum töne noch im Jenseits Dir entgegen: • Du wirft bet uns stets unvergeffen fein!" Regeres Leben herrschte in den vergangenen Tagen wiederum am Großherzogltchen Hofe. Wurde die Taufe der jüngst geborenen Prinzessin auch nicht als große glanzvolle Festfeier, sondern mehr im Rahmen eines internen Familienfestes begangen, so war doch eine große Zahl auswärtiger Fürstlichkeiten erschienen, deren Anwesenheit immerhin einen größeren Aufwand mit sich brachte: täglich konnte man die hohen Herrschaften spazierensahren, -reiten oder -gehen sehen, auch eine Parade der Truppen fand statt, so- daß die Umgebung deS kleinen Palais stets von Neugierige« in großer Anzahl belebt war. Ueber die Feierlichkeit selbst ist Ihren Lesern schon ausführlich geschrieben worden, eS erübrigt mir nur hier zu berichten, daß die Anthetlnahme der Bürgerschaft an dem freudigen Feste sehr groß war und die junge Erdenbürgerin bereit- mit poetischen Grüßen überhäuft wurde. Musikalische Genüsse brachte die vergangene Woche wiederum in großem Maße. Hier genannt zu werden verdient vor Allem daS dritte große Winter-Concert deS Mozart-BereinS unter Leitung des Musikdirektor- R. Senff. Der Verein hatte als Programm für den Abend die Aufführung „Antigone" des Sophokles mit der Men- delsohn'schen Musik, für den Concerigcbrauch von U. RteSler eingerichtet, vorgesehen. Das geniale Werk, daS in seiner Vollendung seinesgleichen in der modernen Tonkunst kaum hat, wurde in vorzüglicher Weife wiedergegeben und fand eine geradezu begeisterte Aufnahme beim Publikum. — (Einen weiteren Anziehungspunkt von seltener Stücke für die Musik- freunde unserer Stadt bildet die in diesen Tagen stattfindende Aufführung des Wagner'schen „Ring der Nibelungen". Seit vielen Jahren ist der Nibelungen-CycluS nicht mehr vollständig in der bestimmten Reihenfolge hier zur Darstellung gekommen. Auch diesmal waren die Schwierigkeiten, die fich ' der Wiedergabe entgegenstellten, nicht gering, und als sie I alle überwunden schienen, kam noch die Influenza und stellte ■ Alles wiederum in Frage. Glücklicher Weise konnte für ' Herrn Kammersänger Bär, einen der am meisten beschäftigten Solisten, Ersatz geschaffen werdin und so ist denn bis jetzt „Rheingold" und „Walküre" vor jedesmal beinahe aus- verkauftem Hause «nd mit starkem künstlerischen Erfolge in Scene gegangen. Jetzt zur Stunde ist es stürmisch und der Regen ergießt sich in Strömen. Der Fürst hat deshalb das Zimmer nicht ver- lasten. Er verblieb in seinen Appartement- in Gesellschaft des Grafen Herbert Bismarck und des gräflichen Paares Rantzau. Der Fremdenzufluß ist infolge des trüben Wetters nicht sehr groß, dagegen laufen unausgesetzt zahllose Briefe, Telegramme und Geschenke ein, unter denen besonders kost- bare Blumenspendeu, die Professor Lenbach malerisch im Schloßhofe gruppirte. Wie auS dem Schlosse verlautet, sollen morgen auf dringendes Anrathen des Professors Schweninger die Ovationen möglichst eingeschränkt werden. Der Fürst wird bis 12 Uhr Mittags ruhen und dann bis 1 Uhr die hervorragendsten Deputationen in rascher Folge empfangen. Um 1% Uhr trifft die große Studenten »Deputation ein. Reden werden beim Empfange derselben nicht gehalten, sondern nur die Adresse verlesen und übergeben, worauf dem Fürsten ein Ehrentrunk angeboren wird. Ob der Fürst selbst in längerer Rede antworten wird, ist noch fraglich. Unmittelbar nach Empfang dieser Deputation zieht sich der Fürst sofort zurück und empfängt Niemand bis Abends. Um 7 Uhr beginnt der Fackelzug, der glänzend zu werden verspricht. Heute Abend erfolgt in Hamburg großartige Illumination. Auf der Alster wird ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt, während der große Studenten -CommerS im zoologischen Garten stattfindet. DaS Befinden des Fürsten ist ein gutes, dennoch ist aber Schonung dringend geboten. Professor Schweninger ist unausgesetzt in der engsten Umgebung des Fürste». Rings um daS Schloß herrscht bewegtes Treiben. Der 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck in Rüdesheim. H. RüdeSheim, 31. März 1895. Mit dem Grauen deS Tages machte sich ein Leben und Treiben bemerkbar, wie es wohl RüdeSheim lange nicht ge- sehen haben dürfte. Ununterbrochen liefen Züge ein, welche neue Theilnehmer mitbrachten, die Stadt wurde förmlich unter dem Fremdenverkehr erdrückt, welcher um die elfte Morgenstunde auf viele Tausend Personen angewachsen war. Leider hielt daS schlechte Wetter an, so daß eine imposante Ausschmückung der Stadt nicht erfolgen konnte, der größte Theil der Häuser hatte Flaggenschmuck angelegt, während diele Weinwirthschaften in Tannengrün und Guirlandeu prangten. Aber auch daS schlechte Wetter mit seinen Regenschauern und unangenehmen Temperaturverhältniflen vermochte den gewaltigen Eindruck deS heutigen TageS nicht zu verwischen. Die Zahnradbahn zeigte sich den an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen. Bet dem ungeheuren Gedränge, daS jedeSmal bet dem Anzug der Bahn entstand, war eS vielen Festthetlnehmern nicht zu verübeln, wenn sie lieber auf die Auffahrt verzichteten, als sich in einem Raum, der regulär 8 bis 10 Fahrgäste faßt, bis zu 20 Personen rinpferchen zu lassen. Unter solchen Verhältnissen ist selbst eine Fahrt auf den Niederwald nicht zu empfehlen. So Hanen auch viele tn wohlerwogener Voraussicht dieses unleidlichen Zustandes schon im Laufe deS gestrigen Abends sich ihre Wagen bestellt und sie hatten gut daran gethan, weil sie schnell und sicher expedirt wurden, waS man allerdings von der Zahnradbahn nicht gut behaupten konnte. Denjenigen aber, denen eS glückte, wohlbehalten deu Festplatz am Nationaldenkmal zu erreichen, bot sich ein herrlicher Anblick. Ein von der Stadt Rüdesheim gestifteter Lorbeer- kränz mit der Inschrift: „DaS dankbare Rheinland" wurde der auf dem Reltefbild der vorderen Seite befindlichen Statue Bismarck um den Kopf gelegt. Rechter und linker Hand des Festplatzes waren Masten aufgestellt, die Fahnen in preußischer Farbe trugen. Auch sonst hatte man auf und in der Umgebung des Festplatzes Decorationen angebracht, um den Eindruck der Feier würdig zu gestalten. Gegen 11 ’/a Uhr waren bereits alle, auch die reservirten Plätze derartig überfüllt, daß ein Nachzug gar nicht mehr zu wünschen war. Krieger-, Gesangs- und Turnvereine aus der. Rheingegend hatten auf der Tribüne Platz genommen, während man daS Publikum auf die reservirten Plätze je nach der Qualification vertheilte. Von bekannten Persönlichkeiten waren die Prinzessin Luise von Preußen, der Ober- Präsident von Hessen-Nassau, Magdeburg, und der Regierungspräsident von Tepper-LaSki mit Familie erschienen. Aus militärischen Kreisen sah man den Brigadecommandeur von Mainz, General v. Bardeleben und den BezirkScommandeur, Oberst HtnniuS. Ganz besonder- fiel daS Mainzer Offizier- eorps der Pioniere auf, welches in großer Anzahl erschienen war. Neben anderen Offizier - Corps hatten noch Coblenz und Wiesbaden Vertreter entsandt. AuS Mainz, Biebrich und Wiesbaden waren Mannschaften zahlreich abcommandirt worden. Die Reihe der glänzenden Uniformen wurde aber von der Damenwelt reichlich übertroffen. Die anwesenden Vertreterinnen deS schönen Geschlecht» bewiesen, daß auch bei einfachen, sehr geschmackvollen Toiletten sich daS Auge an ihrem Anblick ergötzen kann. Pünktlich um 12 Uhr bestieg der Oberpräsident Magdeburg die geschmückte Rednertribüne. In bewegten Worten begrüßte er die Erschienenen, welche gekommen sind, um den 80. GeburtStag desjenigen Mannes zu feiern, dessen Namen in der Geschichte ewig fortleben wird. Ueberwältigend sei eS für ihn, wenn er an die Zeit zurückdenke, wo ein Denkmal auf dem Niederwald, welches an die Wiedervereinigung deö deutschen Reichs erinnert, noch nicht vorhanden war. Nur dem thatkräftigen Eingreifen Bismarcks fei eS zu verdanken, baß dem deutschen Namen überall gebührende Achtung entgegengebracht wird. Der Redner schließt mit einem Hoch auf den Kaiser und mit der Bitte an den Monarchen, die gepflogenen Traditionen wahren zu wollen. Dem Oberpräsidenten folgte der Festredner, Geh. Hofrath Prof. Dr. Oncken auf die Tribüne. Herr Oncken ist ordentlicher Professor an der Universität in Gießen und hat in der nationalliberalen Partei al» Redner sich einen klangvollen Namen erworben. Er ist ein Sechziger von mittlerer Statur, der trotz seiner weißen Haare und weiße» Bartes sich die jugendllche Frische seiner Glieder bewahrt hat. Er verfügt über ein kräftige», sympathisches Organ, welches er io verschiedenen Nuancen gut anzuwenden versteht. Seine Rede ist auf historischem Hintergründe erbaut und beschäfttgte sich mit den KriegSpertoden unter Bismarck, der wie Seiner ein weite», offene» Auge für die Ent- Wickelung Deutschland» gehabt habe. Der Redner zergliedert die einzelnen Daten der GeschichStperiode au» der BiSmarck- zeit und führt den Nachweis, daß der Krieg 1870/71 Deutschland aufgedrungen worden sei. Die glänzenden formvollendeten Ausführungen des Redners wurden mit Enthusiasmus ent- gegengenommen. Zum Schluß erbat sich Herr Landrath Wagner die Erlaubniß, von den Versammelten an den Kaiser und den Fürsten BiSmarck eine Depesche absenden zu dürfen, waS mit großem Beifall ausgenommen wurde. CocaU» und provinzieller. Gieße», den 1. April 1895. • * Pflanzung einer BtSmarck Eiche. Heute Nachmittag 4 Uhr wird in unserem Forstgarten zur Erinnerung an den 80. Geburtstag deS Altreichskanzler» eine Eiche auS dem Sachsenwalde eingepflanzt werden. Auf Veranlassung de» Herrn Hofrath Professor Heß, als Director des Akademischen ForstgartenS, sind 12 UrkundSpersonen, Männer aus allen Ständen der Bevölkerung, zu diesem Act, der feierlich ge- staltet werden wird, eingeladen. * • Zn ViSmarckS Geburtstag zeigten gestern und heute zahlreiche Häuser Flaggenschmuck. * * Die Feier de» 80. GeburtStageS des Altreichskanzlers Fürsten LiSmarck fand am gestrigen Tage in programmmäßiger Weise statt. Wie bereits bekannt, wurde der ursprünglich auf 6 Uhr Nachmittags anberaumte Festact, der übergroßen Entnahme von Eintrittskarten wegen, zweimal gegeben und war sowohl der erste, auf 3 Uhr festgesetzte, sowie der zweite zahlreich besucht. Ein Unterschied zwischen beiden Festacten bestand nur darin, daß im ersten Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr, im zweiten Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. Oncken die Festrede hielt. Nach musikalischer Einleitung des Festes sprach Herr Schulrath Büchner den von ihm verfaßten Prolog- wir veröffentlichen den Wortlaut desselben im heutigen „Familienblatt". Dem Prolog folgte als erstes lebendes Bild „die trauernde Germania", ein von den hiesigen Männergesang-Vereinen Acadcmischer Gesangverein, Kronbauer'scher Quartettverein, Männergesangverein und Liederkranz ausgeführter Männerchor: „Dir möcht ich meine Lieder weihn", die Festrede, ein Vortrag von „Wolframs Ansprache" aus dem 2. Acte der Oper „Tannhäuser", vorgetragen von Herrn Felix Dahn aus München, einem Neffen des Dichters Felix Dahn, ein weiterer Männerchor : „Bismarcklied" von Paul Heyse, componirt von Herrn Univ.-Musikdirector Felchner, das Greif'sche Festspiel „DaS erste Blatt im Heldenkranz", das lebende Bild „Bismarck und das deutsche Reich" und schließlich der allgemeine Gesang der „Wacht am M)cin". Sämmtliche Programmpunkte gelangten vorzüglich zur Wirkung und fanden deu wohlverdienten Beifall. Ein besonders lebhafter Empfang wurde dem Redner des zweiten Festactes, Herrn Prof. Dr. Oncken, bereitet, als er, eben von RüdeSheim zurückgekehrt, wo er am Mittag vor einer mehrtausendköpfigen Festtheilnehmerschaar am Fuße deS Na- tional-DenkmalS stehend, die Festrede gehalten. (Ueber diese Feier berichten wir $n anderer Stelle. Red.) Der Redner schilderte kurz die großartige Versammlung und den berauschenden Eindruck, den sie auf alle Festtheilnehmer gemacht und bemerkte, daß angesichts des Nationaldenkmals ein Feuerwerk abgebrannt und eine Beleuchtung der Rheinufer arran- girt werde, wie man sie dort noch nicht gesehen- eS sei dies der Theil deS Feste», dem er sich entzogen habe, um hier sein Wort einzulösen (Bravo). Er habe aus demNtederwald über dasjenige gesprochen, waS bis 1870 an Thaten und Wirken BiSmarckS mißverstanden gewesen sei, waS aber Bismarck im Jahre 1870 als den erkennen ließ, waS er war, als den größten Patrioten der Thar, durch welche er die Sehnsucht der Deutschen erfüllte. — Das Thema, über welches sich Herr Prof. Dr. Oncken in der Festrede zur hiesigen Bismarckfeier verbreitete, behandelt die Vorgänge in der Zeit zwischen der Capilulation von Sedan und dem Friedensschluß. BiSmarckS StaatSkunst, sein Patriotismus, sein entschiedenes Eintreten für die Wiedergewinnung von Elsaß-Lothringen, daS unentwegte Verlangen nach Friedensgarantien nach Beendigung deS Riesenkampfes der Jahre 1870/71, dessen Früchte er voll und ganz dem deutschen Vaterlande sichern wollte, wurden tn ein glänzendes Licht gestellt durch Schilderung der zu Donchety, nach der Capttu- lation von Sedan, mit Wimpfen, zu Versailles mit Jules Favre und zu Frankfurt mit demselben und Thier» geführten Verhandlungen. DaS deutsche Volk, stolz auf die Feier, solle darum festhalten da» Bild BiSmarckS, er möge unS erhalten bleiben al» Schutzgetst deS Reiche», da» feine Kraft geschaffen, und zum Schutze der GetsteSgüter deS deutschen Volkes. Brausender Beifall folgte der zu Herzen gehenden Rede. — Der für den Abend vorgesehene CommerS konnte infolge einer Verzögerung in der Aufführung des Festspiels erst nach 10 Uhr eröffnet werden. Der Saal des Stein'fchen Saalbaues war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Herr Professor Dr. Wimmena uer mit einer Ansprache den CommerS eröffnete. ES fei, führte Redner auS, heute doppelt noth, jener großen Zett zu gedenken, die die deutschen Stämme tm heilige» Kampfe wieder zusammengesührt - die Theilnehmer an der Feier seien eines Sinnes mit Millionen, in deutscher Treue den Geburtstag deS größten Mannes zu feiern, den daS Jahrhunden hervorgebracht- er wteS auf die frühere Ohnmacht und Zerrissenheit de» deutschen Vaterlandes und auf die Zeit der nationalen Erhebung zurück- die Einmüthtgkeit de» Volke» habe uns zum ersehnten Ziele geführt, die Wogen der Begeisterung gingen auch heute noch hoch, Zeugniß sei die Feier de» heutigen Tage», von der früher oft betonte« Zwietracht der Fürsten sei heute keine Rede mehr, die Zwietracht liege in den Parteien, unsere Fürsten hätten un» vor- celeuchtet auf dem Wege selbstloser Pflichterfüllung und deutscher Treue- wie seine großen Vorgänger habe auch unser junger Kaiser erhebende Proben deutscher Gesinnung abgelegt und in ehrfurchi»voller Anerkennung dieser Thatsache fordere er die Anwesenden auf, mit ihm einzustimmen in den Rus: „Seine Majestät der Kaiser, Seine Königliche Hoheit der Großherzog, sie leben hoch!" Da» jubelnd von der Versammlung ausgenommene Hoch klang au» in dem Gesang der National» Hymne. — Herr Professor Dr. Stamm ergriff hierauf da» Wort, um hinzuweifen auf BiSmarckS Wirken, dessen Zeugen die lebende Generation gewesen. An früheren Versuchen zur Einigung deS deutschen Volke» habe e» nicht gefehlt, aber unfruchtbar seien alle Bestrebungen sowohl der Fürsten, wie der Staatsmänner gewesen, ihre Wirksamkeit begann erst mit BiSmarck: er hatte die lleberzeugung, daß Reformen nur durch die Krone Preußens und mit der preußischen Armee dnrchzusühren waren, mit dem Strome zu schwimmen und vor dem Winde zu eilen, galt nicht in de» ersten Jahren der Wirksamkeit Bismarck», er suchte alle Hindernisse zu beseitigen, allen Verdächtigungen zu begegnen. Sein Ziel, die nationale E nignng Deutschland», leitete ib» nach Beendigung des dänischen Kriege», nach dem Kriege mit Oesterreich, deßhalb machte er Halt vor Wien und vor der Mainlinie, deßhalb stimmte er der Zurückziehung der preußischen Truppen au» Luxemburg zu, um nicht vorzeitig zur Abrechnung mit Frankreich gezwungen zu werden- gar Mancher habe ihm ob diese» Verhalten» geflucht, aber er habe sich nicht irre machen lassen - mit dem Ausbau Norddeutschlands baute er zugleich au» da» Deutsche Reich - er begnügte sich mit Schutzbündnissen mit den süddeutsche» Staaten, so daß, al» 1870 der große Kampf gegen de» Erbfeind begann, ihn vereinigte deutsche Armeen zu Bode» werfen konnten. Elsaß und Lothringen kehnen zu Deutsch» land zurück. Neunzehn Jahre de» Frieden» wgr e» Bismarck vergönnt, als Kanzler de» neuen Reiches zu wirken, friedliche Ziele zu verfolgen- er brachte den Dreibund zu Stande, förderte die Erwerbung von Colonien, bestand die Kämpfe im Innern gegen Ultramontane unb Socialdemo- traten und verfolgte eine ersprießliche Politik de» Schutze» der Schwachen. BiSmarck ist auS dem Staatsdienste geschieden, aber vergessen ist er nicht- tn den letzten fünf Jahren hat Deutschland BiSmarckS starke Hand vermiß', ein Stein sei allen Deutschen vom Herzen gefallen, al» die Versöhnung zwischen dem Kaiser und Bismarck zu Stande kam, er, der Achtzigjährige, werde hoch geehrt. WaS Bismarck vielleicht gefehlt haben mag, daS sei vergessen, nur an seine großen Verdienste werde gedacht und in dieser Größe trete uns Bismarck auch menschlich nahe in seinem Gottvenrauen, als liebenswürdiger Gesellschafter, treuer Freund, kurz m ächter deutscher Art. Wir Alle wünschen ihm Glück zu seinem 80. Geburtstage, deshalb fordere er Alle auf, mit ihm ein zustimmen in den Ruf: „Bismarck hoch, hoch und abermals hoch!" Nach langandauerndem Jubelruf wurde die „Wacht am Rhein" gesungen. — Herr Ehr. Reiber ergriff hierauf das Wort zu einem ebenfalls stürmisch aufgenommenen Hoch aus das deutsche Vaterland- die Hochrufe auf Kaiser, Großherzog und Bismarck hätten bethäligt, daß wir Deutsche seien - zu allen Thaten BiSmarckS bildete seine große Vater landsliebe die Triebfeder, ohne Vaterlandsliebe sei kein Deutscher denkbar- Vaterlandsliebe hätten schon unsere ältesten Vorfahren bethätigt, von den Cheruskern an, die die Römer vertrieben, bis zu den Freiheitskämpfern von 1813 und den Helden von 1870- auch hier, in dieser Versammlung solle bethätigt werden die Liebe zum Vaterland, „em donnernd Hoch dem Vaterland, wo unsrer Kindheit Wiege stand". Der Gesang: „Deutschland, Deutschland über Alles" folgte de» kernigen Worten des Herrn Reiber.—Inzwischen war e» 12 Uhr geworden und Herr Prof. Dr. Wimmenauer theiltr mit, daß BiSmarckS Geburtstag nun wirklich angebrochen, er brachte deshalb ein zweites Hoch auf Bismarck aus, das ebenso wie da- erste jubelnd ausgenommen wurde, viel Beifall fand das inzwischen auf der Bühne getroffene Arrangement: die Büste Bismarcks, bekränzt mit Lorbeeren, decorirt mit Helm, Küraß und Pallasch. — Den vierten offiziellen Toast brachte hierauf Herr Prof. Dr. Schwarz auf die Frauen, finnig wie humoristisch überaus ansprechend, au». Der 1. April sei angebrochen, wer unS aber nicht in den April geschickt, sei Bismarck. Das heutige Fest sei ein Volksfest, und zu einem solchen gehörten auch die Frauen. Zum CommerS allerdings hätten sich die Versammelten auch ohne die bessere» Hälften zusammengefunden. DaS verhältniß BiSmarckS zu den Frauen bedürfe keiner Schilderung, auch BiSmarck habe seine Ehe wie ein guter Deutscher gefunden, leider habe nu» der Tod seine Schatten hineingesenkt - die Frauen feien immer die eifrigsten Verehrerinnen BiSmarckS gewesen, nicht wegen der Partei, sondern wegen deS Vaterlandes. Er hoffe, daß die Poesie, in der daS Verhältniß der Frauen zu BiSmarck so ausgiebig besungen, weiter lebe, möchten die Frauen ihre» Söhnen, der künftigen Generation, eS lehren, würdig zu fern dem Streben und Wirken BiSmarck». WaS BiSmarck aber mit den Frauen gemein habe, fei, daß er vorzüglich verstand« habe zu regieren, dies verständen unsere Frauen auch, obwohl sie eS in Abrede stellten. BiSmarck fei eigentlich selbst eine gute Hausfrau im deutschen Staatshaushalt gewesen, den» er habe immer für die nöthige Ruhe gesorgt, e» könne nicht» schaden, wenn er wieder einmal den Reichsscheuerbesen ergriffe, um vielen angesammelten Unrat b auSzufegen. Auch al» Diplomat habe BiSmarck ein Vorbild in den Frauen gehabt, er habe immer danach gestrebt, daß Alle» nach seinem Kopfe gehe- als Redner sei BiSmarck insofern mit den Frauen z» vergleichen, als er immer da- letzte Wort gehabt. Redner ging, nachdem er die Frauen der angcfteQten Vergleiche roege» um Verzeihung gebeten, zur Verherrlichung der schon vo» allen Poeten besungenen Liebe über, bemerkend, daß man t» der Versammlung dabei wohl nicht an die Schönen im Plural, **>• "A53 2t* ft: »Ä"Ä* lks «n, n herauf c",Rtten SR. > “ «w«. “W I«»ihi 'n'1 »irtfata .9Qlt nicht in h ' er suchte aQt kmm. l*?,e Met .6 ®‘" ""b 60t hl ouruckjieh^g bn Um nicht bontitii :a zu Werben; 8aJ . Sislncht, ob« n btto Ausbau 8?oib. Deutsche Rei^ „ 1 südbeutstri /ntnps fltgtn ia «rmeen zu Set« -ehrten zu M >enr WtfM- Reiches ji uithn, t den Srtibanb zu Ionien, biftanb bn - und 6ocia(brao' iolitik des Schützet n StaatSdünsir gc in bin tetznu fünf rke honb üermifet, irgtu gefallen, all unb Bismarck yi werbe hoch geehn. >s sei vergessenem n dieser Grüße tee/e nm Gottverttauen, Freund, kurz in ihm Glück zu feinem auf, mit ihm ein hoch und abermals würbe dir „Dachl ibn ergriss hieran' ^genommenen Hoü ! auf Kaiser, M bafc wir Deulsche i seine große $atti 'landsliebe sei km schon unsere älteften i an, die die Röm von 1813 unb btn ; Versammlung solle land, „ein donnmb Wiege stand". Der r Alles" folgte do Inzwischen war et mmenauer theilte mklich angebrochen Bismarck aus, W ipuibe; viel Bet^ ffene Arrangement •eien, deeorirt r- ten oMllenT^ aus die Fram, ichend, °u-- - nicht in den Spn sl sei ein vBich, uen. N60®? “ *•« iS* SS- E*«*1 t» r <** LW & * :i eigenti^ b(Di el««1' < . etB# jJl«““16'1 M •« Ä,l(« 9** i« «”?'((in»»«* “tS”at St.«»'' m «i* b!”J ®’rt to'**6» teilen»“® „ Hf 1*9 h üb ««" * sondern im Singular denke, je nachdem man eine Frau oder eine Braut sein eigen nenne. DaS Hoch auf die Frauen fand jubelnden Beifall. — Die nach Schluß des offiziellen Theils folgende Fidulität spann sich noch bis in die folgenden Morgenstunden fort. _____ P. HaudferligkeilSuuterricht. Die dieswinterliche ttnabenhandfertigkeitöauSstellung führte uns in geschmackvoller Form die Erzeugnisse zweier in Bearbeitung und Form völlig verschiedener Arbeiten vor Augen: den Kerbschnitt und die Papparbeit. Trotz ihrer Verschiedenartigkeit steuern beide jedoch demselben Ziele zu. Sie sollen Auge und Hand des Schülers in kunstgerechter Weise bilden und üben und ihm diejenige Sicherheit resp. Fertigkeit geben, deren wir so oft beuöthigen. Der Besuch der Ausstellung bestärkt uns auch in der Annahme, daß die Knaben«Handarbeit da, wo fie bereit» zur Einführung gelangt ist, für die Folge Gegenstand des allgemeineren JnteresieS und somit auf der Tagesordnung bleibt, und daß sie da, wo sie bis jetzt noch nicht practisch verwerthet wird, zu baldiger Einführung gelangen dürfte. Ueber den bereits erwähnten Besuch sei noch bemerkt, daß derselbe ein reger und daß das den Arbeiten gezollte Lob ein allgemeines war. In aufsteigender Vervollkommnung geben sie ein Bild wachsenden Könnens bis zu der künstlerischen Ausführung. Hoffen wir, daß das Jntereffe in eben demselben Maße zunehme und wachse, wie die Arbeiten selbst eS erkennen lasten. Dem Rechenschaftsbericht zunächst für Kerbschnittarbeiten entnehmen wir folgende Details: Der Unterricht dauerte vom 3. October 1894 bis 27. März 1895. Am EursuS beteiligten sich 30 Knaben (14 BolkSfchüler, 3 Gymnasiasten und 13 Realgymnasiasten) in zwei Abteilungen. Jeder derselben arbeitete wöchentlich zweimal 1% Stunde und zwar an den Samstag- und Mittwoch- -iachmittagen (von 3'/, bis 61/,). Jeder Schüler zahlte 2 Mk. für Material, die Schüler höherer Lehranstalten außerdem 4 Mk. Schulgeld. Das Alter der Schüler schwankte zwischen 11 und 16 Jahren. Die meisten Schüler erreichten fraß vorgesteckte Ziel, viele fanden noch Zeit für freie Arbeiten. Zuerst wurde nach Modellen, später nach Zeichnung gearbeitet. Lehrplan für Anfänger: 1) Neben des 1. Musters auf -em UebungSbrett. 2) Viereckiger Untersetzer mit obigem Muster verziert. 3) Heben des 2. und 3. Muster». 4) Notiz- tafel mit Muster 2 und 3. 5) Muster 4 und 5. 6) Sechseckiger Untersetzer mit Muster 5. 7) Briefbeschwerer mit Muster 2 und 5 und sonstige Arbeiten. Freie Arbeiten: Löschwiege, Notizblock, Servierbrett, Runder Tisch, Handschuhlasten, Thermometerbrett, Postkartenständer, ZeitungSmappe, Messerkasten, Nahmen, Schmuckkästchen, Gläser- und Flaschen- «ntersatz, Bücherbrett, Uhrkasten, Zahnbürftenhalter und Ligorrenschrank. (Anmerkung des Einsenders: Unter den letzteren Nummern befanden sich besonders gediegen gearbeitete Sachen.) Aus dem Rechenschaftsbericht für Papparbeiten ersehen wir, Laß die Dauer derselben die nämliche war, was auch an der Zahl der Unterrichts-Stunden und -Zeit zutrifft. Die Zahl der Theilnehmer betrug indessen nur 16 (12 Schüler der Stadtschule und 4 höherer Lehranstalten). Das Alter der Knaben wird von 11 — 13 Jahren darin angegeben. Das Lehrziel wurde überall erreicht, zum Theil überschritten. Es wurde durchweg nach Modellen gearbeitet, jedoch knit der Modification, daß für schwächere Schüler die leichteste Art der Ausführung gewählt wurde. Gefertigte Arbeiten: l) Aufziehen eines Stundenplanes. 2) Merktafel. 3) Mineralien- knstchen. 4) Zaubertäschchen. 5) Kasten mit Deckel. 6) Schiebekasten. 7) Würfel. 8) Lampenteller. 9) Heft. 10) Küchen- kasel. 11) Mappe mit Bändern. 12) Sechseckiges Körbchen. 13) vuchfutteral. 14) Achteckiges Körbchen. 15) Schutzkarten. Auch diese Arbeiten waren mit Sorgfalt und Geschmack hergestellt und erfreuten sich daher allgemeiner Beachtung. L Der Mäauerturuverei» hielt am Samstag 1 Abend unter zahlreicher Betheiligung feiner Mitglieder die Frühjahrsh auptversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete eingehenden Bericht über Kreis und Gau, sowie über die Thätigkeit des Vorstand» und die Vorgänge im Verein. Nach der Entlastung des Rechners erhielten die Mitglieder genaue Mittheilung über den Stand der Vorarbeiten zum Kreisseste. Die Versammlung nahm dann den Antrag auf Einführung einheitlicher Kleidung an und wählte den vom letzten Gauturntag vorgeschlagenen Rock und Hut. Hoffentlich folgen die übrigen Gauvereine diesem Beispiele, damit der Gau Heffen bei unserem demnächstigen Turnfeste als ein einheitliches Ganze erscheint. DaS Sommerprogramm wurde nach kurzer Debatte festgesetzt und wurden noch einige Turn- gänge vorgesehen. Nach Schluß des officiellen Theiles brachte der erste Sprecher auf den Fürsten BiSmarck, dessen bekränztes Bild die Wand schmückte, ein dreifaches „Gut Heil" auS, in das die Versammlung freudig einftimmke. Traute Gemüihlichkeit hielt die Mitglieder in freundschaftlicher Unterhaltung noch einige Zeit zusammen. Der schöne Verlauf der Versammlung legt Zeugniß ab von dem Geiste der Eintracht, der den Männerturnverein belebt. • Gut Heil! ♦* Theater. Frau Charlotte Lange-Praetorius theilt uns unter Hinweis auf die durch Plakate veröffentlichte Bekanntmachung des Herrn Reiners mit, daß sie Gießen nicht heimlich verlassen, sondern wiederholt und in Gegenwart von Zeugen Herrn Reiners erklärt habe, bet der Theil- nahmlosigkeit des Publikums seinem Unternehmen gegenüber überhaupt nicht auftreten zu wollen. Frau Lange-Praetorius hofft Gießen unter günstigeren Theaterverhältniffen wieder zu sehen und werde sich freuen, hier ihre Kunst wieder ausüben zu können; an einer guten Aufnahme zweifle sie nicht. ** Schlägerei. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag fand am Seltersweg zwischen jungen Leuten eine Keilerei statt, wobei die Schutzmannschaft einschreiten mußte. Anzeige wegen Körperverletzung wurde erhoben. -11 Lollar, 31. März. Die Bismarckfeier dahier bereinigte den größten Theil der Einwohnerschaft zu einem imposanten Festzug, der unter Vorantritt zweier Trommler- und eines MusikcorpS die Hauptstraßen durchzog, und sich dann auf dem freien Platz vor dem neuen Schulhaus aufstellte. Böllerschüsse rollten durch das friedliche Lahnthal während der erhebenden Feier, die mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog, ausgebracht von Hrn. Feller, begann. Die eigentliche Festrede hielt Herr Baumann, der in ernsten, eindringlichen Worten mahnte, einig zu sein, im Frieden wie Im Kriege, und treu fest zu halten an dem, was in erster Linie Bismarck geschaffen habe, unbekümmert um Parteigezänk. Prächtig klangen zwei Chöre, von hundert Sängern unter L itung des Herrn Jakobi vorgetragen. Alsdann pflanzte der Ortsvorstand zur steten Erinnerung an den 1. April 1895 eine Linde. Den Schluß der Feier bildete die Vertheilung von Bretzeln an die Schuljugend, worauf die Vereine in ihre. Locale marschierten, um dort auch beim Biere des großen Deutschen zu gedenken. -e. Neu Ulrichstein, 1. April. Monatsbericht der Arbeiter - Colonie pro März 189 5. Ende März 1895 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 67 Mann. Dieselben verthellen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 13; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 11, Regierungsbezirk Wiesbaden 6, Provinz Rheinlande 6, Provinz Westfalen 3, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Berlin 1, Provinz Posen 2, Provinz Schlesien 4; Königreich Bayern 2, Königreich Sachsen 2, Königreich Württemberg 1; Großherzogthum Baden 1 ; Thüringen 6; Herzogtum Braunschweig 1, Sachsen-Anhalt 1, Freie Stadt Hamburg 1, Reichslande 1 ; Ausland : Oesterreich 2. Hiervon waren: Arbeiter 32, Bäcker 4, Bergleute 1, Buchbinder 1 , Büchsenmacher 1, Bürstenmacher 1, Färber 1, Former 2, Graveure 1, Kaufleute 4, Landwirthe 1, Molkerei Gehilfe 1, Schlosser 3, Schmiede 1, Schneider 4, Schreiber 1 , Schuhmacher 3, Spengler 1, Tuchscheerer 1, Tüncher 1, Weber 1, Zimmerleute 1. Gearbeitet wurde an 2073 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 2436 Tagen. Im Monat März 1895 wurden entlassen 55 Mann, und zwar auf eigenen Wunsch 46, in Stellung durch eigenes Bemühen 5, in Stellung durch die Colonie 2, wegen Verstoß gegen die Hausordnung 1, entlaufen 1. Seit Bestehen der Colonie sind aufgenommen worden im Ganzen 2782, dagegen abgegangen im Ganzen 2715 Mann, bleibt Bestand am 31. März: 67 Mann. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 29. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Trave, Capt. C. Tbalenhorst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist- gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommrn. Kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Montag btn 1. «pdl, StbenbS 8 Mr I »tb.lstanb« (bl- letzte im Winterhalbjahr) im Confirmandensaal der Johannebkirche. MmkaS Cap. 15 von Vers 20 an, Jesus auf der Marierstratze und am Kreuz; Feinde und Freunde unter dem Kreuz. Pfarrer Dr‘ 9mittrooc?nben 3. April, Abends 6 Uhr: VI. PasfionSandacht in der Johanneskirche: Pfarrer Dr. Naumann. 1 £2____2. -7- ±- > ex. @i Hygrometer» Neigung für Regen, leetttxett «He ymrttfcte 8b* H Vt ©ewmdarftele M b« Ipitlplfln Ser vereinigte» frankfurter Ltadttheatrr Opernhaus. Dienstag den 2. April: Oberon. Mittwoch den 3 April: Der Obersteiger. Donnerstag den 4. April: Enoch Arden, Der Postillon von Lonjumeau. Freitag den 5. April gefchlosten. S-mSi-g ben 6. Aprtt: «oitn!">« ^'n’• Nachmittags 3V, Uhr: Obersteiger. Abends 7 Uhr. Rienzi. Schauspielhaus. Dienstag den 2. April: Madame Sans-Gene. Mittwoch den 3 April: Wohlthäter der Menschheit. Donnerstag den 4. Avril geschlossen. Freitag den 5. April: Prinz von Homburg. Samstag den 6. April: In Dingsda Sonntag den 7. April. In Dingsda. Montag den 8. April- Ga?>parone. Thermometer: min. — V/e° R., max. + 151 R. Witterung» arirsichteir am 1. April Mittags 1 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). Bekanntmachung. Die Rechnung der Gemeiudekrankenversicherung pro 1894 liegt während 8 Tagen zur Einsicht der Betheiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — offen. Bemerkungen zu derselben können während dieser Zeit bei der unterzeichneten Behörde erhoben werden. Gießen, den 29. März 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2898 Gnauth. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 8. April 1895, Vormittags 9!/2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Di- stritt Lache, versteigert werden: 179 rm Buchen-Scheitholz, 25 „ Eichen- 155 „ Buchen-Knüppelholz, 14 „ Eichen- „ 77,5 „ Buchen-Stockholz, 5 „ Eichen- „ . 4430 Wellen Buchen-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 9. Schneise. Gießen, 30. März 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______2906 Mittwoch den 3. April L I., Nachmittags 2 Uhr, werde» im vieker'schen Saale — Neu- stadt — versteigert: Möbel aller Arten, 1 Pianino, eine Brandkiste, 1 Oelgemälde, 2 Hobel- bänke, 1 Partie Eickenbohlen, 11 vollständige Betten, 1 Schleudermaschine, 1 Partie Woll- und Specereiwaaren, 3 Wagen, 1 Sommerwagen u. a m. 29V1 Geißler, Gerichtsvollzieher. Nuhhchmsteigkrllug. Dienstag, 16. April 1895, Vormittags 9 Uhr anfangend, im Distriet „Schnepfenthal": Eichen -Stämme mit 127,00 fm Buchen- do. „ 5,00 „ Fichten- do. „ 4,00 „ Kiefern- do. „ 26,00 „ Eichen -Stangen „ 1,20 „ Fichten- do. „ 0,34 „ Kiefern- do. „ 4,17 „ Eichen -Nutzholz „ 34,00 rm Kiefern- do. „ 74,00 „ Das Eichen- und Buchen-Stamm- Holz, worunter vorzügliche Schneide- Stämme, kommt an Ort und Stelle rum Ausgebot. 8 Eichen-Stämme von 7,19 fm im Distritt „Hollenberg' und fämmtliche Nadelholz-Stamme und Kiefern-Nutzholz wtrd in der Mittagsstunde auf dem hiesigen Gemeindehaus ausgeboten. Das Eichen- Nutzholz, zur Hälfte 4 m lang, eignet sich vorzüglich zu Wagnerholz. Erda, den 29. März 1895. Kreis Wetzlar, 2882 I Der Vorsteher: Jacob. Holzversteigerung. In den Waldungen der Gemeinde Bersrod kommt in verschiedenen Di- stricten nachverzeichnetes Holz nächsten Freitag den 5. April l. Js. zur Versteigerung. Anfang Morgens 9 Uhr im Ort. 6 Buchen-Stämme mit 7,32 fm 35 Eichen - do. „ 35,44 „ 137 Nadel - do. „ 30,64 „ 1008 „ -Derbstangen „ 69,62 „ 2 Buchen- do. „ 0,05 „ 23 Eichen - do. „ 0,96 „ 575 Nadel -Reisslängen „ 1,87 „ Brennholz: 12 rm Buchen-Knüppel 4 „ Eichen - do. 30 „ Buchen-Reiser 34 „ Nadel - do. 5 „ „ -Stöcke. Bemerkt wird, daß bei dem Erchen- Stammholz mehrere schwere Schnittholz-Stämme sind und die Nadel- Derbstangen ihrer Flöße nach zu Sparren und dergleichen ausnahmsweise schön sind. Bersrod, am 31. März 1895. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Böcher. 2886 Stadt. SlhiaWaas. Freibank. [2914 Heute und morgen: Zchwemeffeisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 45Pfg. Holzverfieigeruuge« in Grssiicher Bberförstkrei Lsubach: I. Dienstag, de« V. April d. I-, naL Zusammenkunft um 91/, Uhr in der RundestttnSwiese (Tiergarten): 1) LampertStho-r 250 rm Buchen- Schetler, 300 rm -Stamm- unv -Astprügel, 110 rm -Stocke, 112 rm -Reifer- prüael, 230 rm -Astreifer; 17 Eichenstämme von 18-52 cm fcunbm. = 8 28 cbm • 2) aus HauSplatz und DaubhauS (unoorgezeigt): 8 Fichtenstamme von 15-20 cm Durchm. = 1,94 cbm; 96 Fichtenstangen von 7—14 cm Durchm. — 5,22 cbm; 3) aus einigen Dtstricten des Reviers Thiergarten: Kohlreifer und Lesholz abtheilungsweife. ■I. MUtwo». den 10. «peil d. I., vdn Vormittags 9‘/8 Uhr an unoorgezeigt auf dem °iaaerba«fet 1) auS Gchiffenberg: 104 rm Buchen-Slöcke, 21 rm -Reiserprügel; 2) aus Hohe Rai« (zwischen Jägerhaus und FalllhorhauS): 4 rm Aspen-Rundscheiter, 418 rm Buchen-Stammreiser (Schichten), 148 rm 'Ropfreifer in Schichten; 3) aus Kirchberg: 427 rm Buchen-Stamm- und »Ropfretfer in Schichten; 4) aus ThomaSbügel (zunächst dem Jägerhaus): 300 rm Buchen-Stammprügel (von Nr. 2—152), 235 rm -Reiferprügel: 5) aus verschiedenen Dtstricten des Reviers Gonterskirchen: »ohlreiser und Lesholz abtheilungsweife. 2892 Laubach, den 29. März 1895. Gräfliche Oberförfterei. Göerförsterei Arandoberndorf NuhhoI)verfikigkrMg. ' Montag den 8. April er., Vormittags von 10 Uhr ab kommen in den Districten 7 c Triebachsheck, 9 Einhäuserfeld, 125 Streitwald an Ort und Stelle zum Ausgebot : Eichen: 123 Stämme = 76,68 fm, 77 rm Nutz-Scheit und -Knüppel (2 und 4 m lang); Buchen: 4 Stämme = 2,87 fm; Nadelholz: 59 Stämme = 27,73 fm, 8 rm Nutz - Scheit und -Knüppel. Entfernung der Holzschläge vom Bahnhof Butzbach 7 km. Beginn der Versteigerung im Streitwald. Brandoberndorf, 29. März 1895. Der Oberförster: Hahn. 2878 Mittwoch den 3. April 1895, Nachmittags 2 Uhr, im »Hotel Einhorn" zu Gießen werden durch den Unterzeichneten noch verschiedene Möbel: 1 Bett, 1 Sopha, 1 Küchenschrank mit Glasaussatz, ein Waschtisch, mehrere Nachttische, einige viereckige Tische, 1 Anzahl Stühle, 1 Kinderwagen, 1 Schlitt er», zwei Wenhamlampcn, sodann eine größere Partie Porzellan — auch Waschgarnituren —, Glas, Vorhänge, Rouleaux, Tischdecken, dio. Spiegel u. f. w. öffentlich gegen Baarzahlung versteigert. Versteigerung bestimmt. 2910 «ngel, Gerichtsvollzieher. Mei« Aquarium ist wieder aufgefteUt und Gold- und Zitt-Flschk große Sendungen etngetroffen. 2915) «. ®. »leiuhe««. Der Rest des Waarenlagers kommt im Laden des Hof- «etzgerS MÖhl, BahnhofNtr. 1 2903 -um Ausverkauf. graphien werden bestens und prompt besorgt. 842 Sonntag* geöffnet. Preise billigst. platz 21. 2907 2902 <3rau Aotte und «Minder. (2896 Neuheiten mittags 2 i/z Uhr statt. 2913 u. berat, tu. empfiehlt 2888 Vertreter. Max Mayer, Altona a. d. E., Blücherstr. 3. [2883 NB. Das im als sehr wichtiges Volksnahrungsmittel überzeugen. Niederlage bei A. & G. Wallenfels. Vermischte Anzeigen. 2916] LaufmLdchen gesucht. «artenstratze S. Gießen. 31. März 1895. Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 3 Uhr. 00m Sterb«hause. Licherstrahe 29, auS statt Fischerei. WitpLchter zur Lahnfischeret bei Dudenhofen-Atzbach (Station» gesucht. Gesuche erbitte nur schriftlich. 12900 ®mil »eitzter. Todes-Anzeige. Es hat dem Allmächtigen gefallen, unseren innigft geliebten Gatten und Vater Franz Nolte, Barbier nach langem, schweren Leiden zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Stärkste Litbinmquelle der Welt ist ber Lalzschlirfer Bonifaciusbrunnen. Gröh'er Heilerfolg gegen Gicht, Nieren- und Blasenleiden, HarngrteS, Nieren-, Blasen- und Gallensteine, Rheumatismen, Magen- und Leberleiden, Hämorrhoiden, Verstopfung rc. — Gebrauchsanweisung, Analysen und Brunnenversandt durch die Vrurinenverwaltuug in Salzschlirf, sowie durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken. Handel vorkommende angebliche Salzschlirfer Salz ist •*r künstliches, werthloses Fabrikat; aus den hiesigen Quellen werden - keine Salze bereitet. 2894 gesucht. Näh. in der Erped. d. Bl. [286d in Köln bei. Friseur-Lehrling 2891 Wilh. Balser, Grünbergerft . 4. Todes Anzeige. Heute, 5 Uhr Morgens, verschied nach langem, schweren Leiden mein innigft geliebter Gatte Lehrer Wilhelm Zimmer im Atter von 34 Jahren, was ich Verwandten, Freunden und Bekannten schmerzerfüllt, mit der Bitte um stille Theilnahme, an- zeige. Wieseck, den 1. April 1895. Die tieftrauernde Gattin: Margarethe Zimmer, geb. Bausch. Die Beerdigung findet Mittwoch den 3. April, Nach« sind noch in großer Menge am Lager. Gebrüder Scheel Kornstroh Ä'» Stalldünger 3rhc plMW Hausftaii mnst sich von dem Werthe und der Bedeutung der anerkannt vorzüglichen Bamberger Gärtnerei-Trockengemüse (Präserven) von Landgraf & Merlet in Bamberg Photographische Anstalt Neuen Baue XlUdwigT Orth ""V*" Täglich geöffnet von Morgens 9 bis Nachmittags 5 Uhr. auf vorheriges Bestellen bis Abends 9 Uhr. Neu! Photographie bei Nacht. Neu! 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CFourft vom 30. 3. 23. 3. 2 tfourfe om in. 30. 8. I23.M. .= 30./3. 2S./3. - 4 »7, 3 4 «7, 8 4 4 87, •7, »7. Fleete,apitee. Tcutfd«. D. Reichs-Anl. do....... do....... Preuß.ConsolS do....... do....... «ab. St. Obl. v 1886. . . Bayr. St Obl. do. Eisb.-Obl. Brem.St.'Anl. v. 1892 . . ^amb.Et. Rte v. 1b?8 ■ - 106.20 104.60 98.85 105.65 104.55 98.40 106.95 106.85 104.95 102.70 105.8t 104.90 98.05 105.60 104.75 98.40 106 9.* 106.90 104.80 103.20 102.70 5 4 1 81', 5 i 4 5 l 1 4 1 **/, <7, Rum. am. Rte. Ruff. Obl. v. 80 Schweb. Obl. . bo....... 6erb.6lb.3tt?. bo. Tab. Rte. Spanische Rte. Türk.Zoll Obl. bo.corw.Lit.C. bo. Lit.D. Ung. Gld. Rte. bo.Aron.-Rte. bo.E.B.Golb 0. 1889 . . . Arg. inn. Anl. bo. üuß.v.1888 EhinesischeAnl. Egyptischeunis. Mexic. v. 1890 bo. Eifenb. . do. Silber. . sinte-mi Franks, v. 1893 Darmst. 88 94 Gteßen .... Mainz..... Offenb. d.1892 WieSb. , 1887 Worms . . . WormS .... 99.65 102.30 100.85 101.50 78.30 78.70 73.85 102.05 27'- 103.15 97.95 105.95 53.— 45.20 99.60 102.40 101.15 101.55 78.50 78.50 78.30 102.50 27.45 103.05 97.45 105.70 53.80 44.90 4 4 v/, 3' , 3-, 37, 4 4 4 Lissabon. . . . Rom II—VIII Buenos - Aires v. 1888 . . . Stubeeljrl.lil. do. S. Brauns, bo. Solms-Lich bo.Jsnb.-Birst. Grfl. S.-Laub. Siseid.-ßriorii. Deutsch«. Heff. Ludw. v. 1868/69 . . bo.t). 1874 . . bo. 0.1875 78 74.80 85.40 72.30 101.— 101.— 90.— 101.— 103.40 103.30 103.50 74.50 85.30 72.30 101.20 101.— 91.40 101.— 103.50 103.50 4 3 4 3 3 4 5 4 4 5 «7, vt, 3 4 Prag Dux 1891 Raab Oed.v.91 Rubolfb. Golb Ital. gar.E.B. Livorneser. . . Sicil. v. 1891 Toscanische. . Ruff. Südwest Rjäsan Uralsk Anatolische B. Portug. v 86 . bo. v. 1889 . . Salon.-Mon. . Iftitbrirft. DGrnbschuld- bank V—VI 79.30 104.15 54.90 57.55 85.90 93.— 103 40 103.85 9680 67.90 87.55 65.75 105.— 103.6< 78.— 104.50 55.50 57.90 86.20 93.4.' 103.35 103.75 97.- 67.70 37.85 66.10 105.— 4 4 37, I 5 4 Pr.H-Act. alte Pr.H.-Act.neue do....... Goth unk. 1903 ßirerse Gil BuderuS 2 W Ersenb. Rtenbk. 5eik-Adiei. DtscheReichSbk. Frankftr. Bank Berl.HdlSges. . Darmst. Bank. Deutsche Bank Disct.-- (Komm. Dresdner Bank Mitleid Er.Bk. Oest.Crd. Anst. -Uditzrie.Aeiie, Rordd. Lloyd . HüchsterFarbw. Bochumer Gust Dorim. Union. Selsenk. Lrgw. Harpen. Brgw. Ber. RSnigl- u. Laura . . . *ifeit*|riiei Heff.Ludwtgsb. Ssac.r Agram Oest. StaatSb. 101.65 104.40 101.20 105.15 100.70 160.85 170.40 157.- 150.30 181.— 219.40 158.70 108.60 8391 4 89.90 411 — 144.50 65 — 159 20 189 70 128.80 117.60 222.— 374» < 101.76 104.6t 101.20 105 — 101.50 160.- 168.35 157.90 150.10 185.50 215.20 158.40 109.— 332»/, 412 — 144.70 65.20 159.60 141.50 127.20 117.40 364.— ( 37, 4 bo. 6ubb. (86). Oest.Rdw.lLL Äottharbbahn. Schwz. Central Schw, Rorbost Itl Mittelmeer Pr.Henri i^Lxb.- Irniiel. (mft IN Vro-rntra. »ab. Th. 100 Bayer. Th. 1ÖO Donau. Reg. . C6ln»Äinben. Th. 100 Mabrrb . . »V/i 2427. 181.80 1.1 1 2U 134 80 9V 49 106 10 151- 119.30 48 — 140 45 95»/. 243. - 181__ 132.— 134 — 94.— 102.20 146- 1 »0.66 119.20 51.90 140.40 Mein Th 100 4 »7, » 4 6 S 4 47, Vf, **f, 1 Hess. et. -135.7 do....... Griech.E. B » 1890 .... do. Mon -Anl Ital. Ate. St 1000—4000 105.85 i0<75 32.60 34.55 88 25 52.40 103 40 84.90 83.55 38.20 26.50 105.90 104.85 35.65 89.ll 53 25 103.40 84.75 83.90 38.75 26.70 3‘ 1 4 6 5 3 3*, 8*/, 3' , 4 1 8 V, 104.50 104.80 79.30 65.90 23.70 103.15 102.40 101.80 102.40 104.10 102.20 105.— 105.— 105.20 79.10 66.30 23.85 103.16 102.40 102.25 102.— 104.10 102.- 104.50 101.60 37, VI, 4 4 4 4 3 5 4 3 3 3 do....... Homburger I. . Pfälzer Rordb. «uSIäudisch«. Elisab.-B. stfr. siaschau Oderb. v. 1891 . . . Lombardische . Lombardische . Oest. StaatSb. bo....... bo.I.-VIII.em. do. IX. 6m. . bo. v 1885 . . bo. Erg. Retz . 103.15 103.50 103.75 104.40 102.95 103.20 74.— 118.85 104.80 93.80 93.151 92.30 92.90 103.60 103.50 103.75 104.95 103.- 103.— 74.60 119.35 105.- 94.05 93.60 92.65 93.25 4 37, i 37, 4 4 3', v/t 4 4 37, 4 4 3' , do. i-n do....... Fkf.Hyp-Bk.M do....... do. Hyp.-Cred. do. 1905 unk. 6 27 ... 6 28 ... Ldw.Cred.-Bk. Hamburg. Hyp. do.unk. d. 1900 do...... Mern.Htzp.alte bo. neue do....... 100.60 101 20 105.10 101.80 102.50 105.20 101.— 104.20 100.75 104.25 100.75 100.85 104.45 102.20 100.65 101.20 105.05 101.8t 102.50 105.20 101.— 104.— 101.— 104 50 101.— 101.- 104.80 102.30 5 17, Lesterr.v 1860 Lldenb. Th. 40 Raab, ktzraz 100 Türk. frs. 400 IliniiiLjiifi e«ii bi »t Ansbacher fi. 7 AugSburg. , 7 Brfchw.Thlr20 Finnlänb. , 10 5reiburg.f6.15 Mariander, 10 Memmger fl. 7 Pappenh. , 7 Venediger L. 30 133.80 129.80 98.90 41 — 48.10 27.65 108.90 58.80 30.20 15.— 24.75 16.60 26 — 134 — 9860 3990 46 27.7* 109.80 29 60 14 80 24 60 26.50 28 — Oest. Gold Rtc. Oesi.eilb.-Rtc. Oesterr.Locald. oerftaatl Port. 61. Anl. do....... WfWrtUn: A. Echryda. — Druck und Verlag der vrübl'lchen Hni»er#tM'23w4- rob Ltentdrnckerri Hieilt ck Gcket»d«> in Hirten Jie herrtige 'Summer «mfaßt 8 -eite».