1 Samstag dm 2. März 1S93 Erstes Blatt Nr. 52 Amts- nnd 2lnzeigeblertt für den Avers Mefzeir. Hratisöeitage: Gießener Kamitienölätter. (ffr melden, imme mit 6,81 fa, cbstangm mit 2,20 fm, Mangen mit 0,72 fm, mme mit 24,20 fm t Schnitt- u. Wagner. Kichen-Wg, Buchen- „ Nadel« „ menfanft ist am Korst« t (beim Lumpenmann». Die ®iebener AnmikienVtLlter SKtbrn bm Anzeiger »Lchemlich dreimal beigelegt. Nerrefte Nachvlchten. Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau. Berlin, 28. Februar. Wie die Abendblätter Der Lietzener Anzeiger rrschcmt täglich, mit Ausnahme deS MontagS. ! ?«»'") Dberjefftn. '"i-Laubach. lstcheMz "T Stadtwali). m4.MärzI89L, d'/r Uhr beyimtnb, mw StabtiDQlb in ben und Grubenkops ver« vierteljähriger AöonncmentspreiOr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Äcbaction, (Syprbitiom und Druckerei: Schutstrahe M.7. Fernsprecher 51. trat der Ausschuß de« Deutschen Bimetallisten- Lundes heute Nachmittag 3 Uhr im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung zusammen. Brettao, 28. Februar. Nachrichten aus P eters bürg zufolge sanden infolge des Zusammenstoßes zwischen den Studenten und der Polizei am 20. Februar in der Universität Ordnungsstörungen statt. Vorgestern hielten die Studenten eine Versammlung und gestern verlangten sie vom Ncctor, er solle beim Justizmintster dafür eintreten, daß die Polizisten, welche die Studenten reizten, verfolgt würden. Die Polizei hätte die Studenten verhaften, aber nicht schlagen und verwunden sollen. Der Rector erklärte sich bereit, beim Sladthauptmann Wahl Vorstellungen zu erheben, womit aber die Studenten nicht einverstanden waren, weil Wahl den Polizisten angebl'ch zugerufen habe: „Vernichtet die Studenten!" Es wurde beschlosst, an den Justizminister eine Deputation zu entsenden. Wenn die OrdnungS- störungen fortdauern, wird die Universität voraussichtlich geschloffen werden. Schmalkalden, 28. Februar. Bei der heutigen Reichstags-Ersatzwahl für Eschwege-Schmalkalden war das Resultat im Kreise Schmalkalden allein (Stadt und Kreis) folgendes: Stengel erhielt 1628, Huhn 1676, Peters 1015, Jskraut 475 Stimmen. Paris, 28. Februar. Der „Temps" erklärt, Frankreich werde bet der Einweihung des N o r d O st s e e-C a n a l s vertreten sein. Den Völkern wie den Individuen lege die gewöhnlichste Höflichkeit gewisse äußere Formen auf. Es würde Niemandem einfallen, Deutschland nicht ebenso zur Ausstellung im Jahre 1900 einzuladen, wie die anderen Mächte. Ebenso Unverständig wäre eS, eine Einladung abzulehnen, die ganz Europa angenommen habe. Da man in den Kieler Gewässern russische Schiffe sehen werde, wäre es da nicht sehr natürlich, dort auch französische zu sehen? Trotz der Anstrengungen einzelner isotirter Blätter könne es in dieser Hinsicht Überhaupt keine Frage geben. Verpflichtungen der Etiquette und der Correctheir hätten mit Herzenssachen nichts zu chun. Der Patriotismus habe niemals zwischen civilisirten Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 28. Februar. Der Kaiser traf heute Vor- mittag 103/4 Uhr auf dem Bahnhofe Friedrichstraße wieder ein und begab sich von dort zunächst nach dem PalaiS deS Reichskanzlers, um den Vortrag desselben entgegenzunehmen. Kurz vor 12 Uhr traf der Kaiser im Schloß ein. Berlin, 28. Februar. Kaiser Wilhelm hat den Kaiser Franz Josef zum Generalfeldmarschall der deutschen Armee ernannt. Berlin, 28. Februar. Entgegen der Meldung, daß der Kaiser im Juli die Königin der Niederlande besuchen und dann nach England gehen werde, will ein hiesiges Blatt wissen, daß zur Zeit keinerlei derartige Dispositionen ge- troffen seien. Berlin, 28. Februar. In dem Befinden des Admirals Freiherr« von der Goltz ist eine Wendung zum Besseren eingetreten, obgleich die Gefahr noch nicht gehoben ist. Der Patient hatte eine ruhige Nacht, fühlt sich wohler, hat etwas Appetit und das Fieber hat nachgelassen. Der Kaiser ließ sich gestern und vorgestern zweimal telegraphisch Bericht über das Befinden des Kranken erstatten. Ebenso ließen die Kaiserin, Prinz Heinrich und zahlreiche Herrschaften Erkundigungen einziehen. Berlin, 28. Februar. Die „Nordd. Allgem. Ztg." constatirt heute nochmals, daß die vor ihrer Ernennung zu Staatsmintstern zu Mitgliedern deS Staatsrathes berufenen früheren Minister auch jetzt noch dem Staatsrathe angehören. Fürst Bismarck sei also auch noch Dice- präsident deS Staatsraths. Berlin, 28. Februar. Der Ausschuß des deutschen BimetallistenbundeS trat heute Nachmittag 3 Uhr im Reichstagsgebäude zu einer Sitzung zusammen. Gegenstand der Berathung war die Eooptation neuer AuSschußmitglieder und die Frage der Organisation. Alle Annoncen-Burcaux deS In. und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger« entgegen. i. Februar 189». raerrneisterei @itfw- Gnauth. 1674 Berlin, 28. Februar. Der ReichStagSabgcordnett Dr. Böckel erklärt, daß die Biätiermeldung, er fei zum Niederlegen seines Mandats als Reichstagsabgeordneter aufgefordert worden, unwahr sei. Es seien ibm vielmehr aus Fronhausen, der Hochburg seines Wahlkreises, briefliche Mittheilungen zugegangen, daß seine Wähler auch fernerhin fest und treu zu ihm stehen. Berlin, 28. Februar. Wie die „Post" hört, ist auf die an die französische Negierung eingegangene Einladung zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Eanals eine olficielle Zusage noch nicht erfolgt. In maßgebenden deutschen Kreise« herrscht jedoch darüber kein Zweifel, daß gleich den übrigen seefahrenden Staaten Europas auch Frankreich bet den Ein- weihungsfeierltchketten vertreten sein wird. Berlin, 28. Februar. In der Justizcommission des Reichstags wurde heute die Berathung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz zu Ende gesüdrt. Auf Antrag des Abg. Spahn (Centr.) wird zu dem § 77 ein Zusatz angenommen, wonach zu Mitgliedern der Strafkammern nur Richter, also keine Ass ssoren bestimmt werden dürfen. DeS Weiteren wurde der Regierungsvorlage entsprechend die Besetzung der Strafkammer nur mit drei Mitgliedern für die erste Instanz beschlossen. In der Berufungsinstanz muß da- gegen die Kammer mit fünf Mitgliedern besetzt fein Die weiteren Beschlüsse der Commission sind mehr von formaler Bedeutung. In der nächsten S'tzung beginnt die Berathung der Novelle zur Strafgesetzordnung. Berli«, 28. Februar. Im preußischen Landtage fand heute die Weiterberathung des Cultusetats statt. Berlin, 28. Februar. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsitzung oem Gesetzentwurf, betr. die kaiserlichen Schutztruppen für Südwestafrika und Kamerun, sowie dem Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung deS Zollvereinig- ungsvertrags vom 8. Juli 1867 (communale Weinbesteuerung) die Zustimmung ertheilt. Ferner wurden u. A. der RnchS- tagsbeschluß wegen Aufhebung des Jesuitengesetzes und der Gesetzentwurf wegen Abänderung des Branntweinsteuergesetzes vom 24. Juni 1887 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. — Der sächsische Finanzminister v. Watzdorfs ist zum BundesrathSbevollmächtigten ernannt worden. Berlin, 28. Februar. Die Wahlprüsungs-Com- Mission des Reichstags hat beschlossen, dem Plenum zu empfehlen, die Wahl des Abgeordneten Boltz'Saarbrücken für giltig zu erklären. Berlin, 28. Februar. Die 21 Mitglieder deS Vereins „Berliner Presse", welche gestern Abend gegen den Beschluß bezüglich der Umsturzvorlage stimmten, haben ihre Absicht, ihr defensives Verhalten und ihre Namen in gemeinsamer Erklärung bekannt zu machen, aufgegeben. Berlin, 28. Februar. Wie der „Voss. Ztg." gemeldet wird, ist das Abschiedsgesuch des Gouverneurs von Deutsch-Oftafrika, von Scheele, vom Deutschen Kaiser ge- nehmigt worden. Ueber seinen Nachfolger ist noch keine Bestimmung getroffen. Berlin, 28. Februar. Fürst Bismarck hat die Wahl zum Ehrenmitgliede der Akademie der Künste dankend angenommen, jedoch dem Wunsche Ausdruck gegeben, die Deputation zur Ueberreichung deS Diploms mög- lichst an einem anderen Tage als am 1. April begrüßen z« können. Frankfurt a. M., 28. Februar. Die „Franks. Ztg." meldet aus Sofia: Hier reiste eine außerordentliche türkische Mission nach Berlin durch, angeblich mit Ge- schenken. Sie wurde auf dem Bahnhofe durch eine Abordnung des Fürsten und der Regierung begrüßt. Wien. 28. Februar. DaS Ministerium des Aeußeren übermittelte der Martnesection deS KrtegSministermms die Einladung des Deutschen Kaisers zur Betheiligung der Flotte Oesterreich Ungarns bei der Eröffnung des Nord- Ostsee-Canals. Budapest, 28. Februar. Die Strikekasse der Tischlergehilfen, welche sich seit einiger Zeit in partiellem Ausstande befinden ist in der vergangenen Nacht in Folge direkten Auftrages des Ministers des Innern durch die Poltzei beschlagnahmt worden. London, 28. Februar. AuS Ch ertlloS (Neu-Mex ko) wird eine große Explosion, die in einem Bergwerke statt- gesunden hat, gemeldet. Die Opferzahl ist noch unbekannt. Zwölf Stunden nach der Explosion war noch keiner von den in der Grube befindlichen Arbeitern herausbefördert. Paris, 28. Februar. Die Exkaifertn Eugenie wird nach Corsica reisen. Es sind Vorkehrungen getroffen, um im Hinblick auf etwaige Kundgebungen der Bonapartiste« Ruhestörungen zu vermeiden. die .""Mitgliedern Batt- llun9 beehre ich mch ^ttags io Uhr Anlage) ergebet esprechung bet Siu W; w Glichen «feg „ Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Deutscher Neich-tag. 48. Sitzung. Donnerstag, den 28. Februar 1895. Marine-Etat. __ vSmmlltche einschlägigen Neuforderungm werden nach Wunsch der Vndget-Eommifsion abgelehnt. .. DaS Gehalt deS Swatsfecretars wird genehmigt, nachdem Sbg Lieber über die Erklärung der Reg erung, betr. den Unfall ans der „Biand nburg", refertrt hat. . .. Bet dem Eapitel Betrieb der Flotte sind 618 500 Mk. abaesetzt, ebenlo bei dem E^pitel Garnison-Verwaltung und ServiS-Wesen m. 5000 Mk., bet dem Eapitel Instandhaltung der Flotte und Werst- anlaaen 181500 Mk. , Siaatesec.elär Hollmann erklärt, daß unter so großen Abstrichen die Verwaltung sehr zu leiden habe. »bg. Rickert (frf. Vg.) bemängelt die Mehreinstellung von zwei Mtlltonkn in den Etat. Nachdem der Staatösecrelär sich hierüber geäußert und der Abg. Rickert nochmals seiner Verwunderung über die Etalüber- schreituna Ausdruck gegeben hat, beschließt das Haus nach den Vorschlägen der Commission. , Beim Eapitel Naturalien-Verpflegung und Titel Löbnung für Oeconomte - Handwerker erwähnt Abg. Ha mmacher (ntl.) eine Petition der Handelskammer-Bochum, um Abschaffung der beschränkten Submissionen. „ e , , ., , Geheimer Admiralität« - Rath Perels erklärt, daß in dieser Hinsicht schon Abänderung getroffen sei. Bet dem Eapitel Instandhaltung von Flotte und Werftanlagen regt Abg. Rickert eine B sferstellung der WerstverwaltungSsecretäre an. StaatStecretär Hollmann hält dies für nicht zulässig. Abg. Legten (Soc) klagt über zu starken Wechsel tn der «rbetterbeschäfltgung und über Entlassungen, namentlich bei Ablauf des Winters. Staalssecretär Hollmann erwidert, dies läge In der Natur der Sache. Abg. Kardorsf (Rp) hält ben Socialdemokraten vor, daß ste durch ihre Verweigerung der Mittel für neue Schiffe die Arbeiter- entlaffungen verursachten. Abg. Hammacher (ntl.) stimmt dem Vorredner zu und slatdtrt für die Gehaltsaufbesserung der W rftsecretäre. Abg. Legten (Soc.) verweist den Vorredner auf die Auslassungen des Staalssecretärs. Staatssccrelär Hollmann bemerkt, wenn allerdings Neubauten Vorlagen, brauchten keine Arbeiter-Entlassungen statlzufinden. Abg. Bebel (Soc.): Wir verlangen nur, daß der Staat die »orhandenen Arbeiten gleichmäßiger vertheile. Abg. Richter (frs. Vp.) regt on, das Salutschteßen innerhalb der eigenen Marine wenigsiens zu verringern. Heber das Extra - Ordinarium referirt sodann Abg. Lieber. Weiterberathung morgen 1 Uhr. Außerdem: Militär-Etat. rn-KMiW ’ignet), i-Scheithoß, > H M- chen-Stoäholj, del- v Ländern die Beobachtung der gebräuchlichen Höflichkeit verhindert. Pari», 28. Februar. Das „Journal des DebatS chreibt über die Betheiligung Frankreichs an der Eröffnung res Nord-Ostsee-Canals: „W r werden wie die andern Mächte einige Kriegsschiffe nach Kiel entsenden. Die Entrüstung einiger Zeitungen findet keinen Widerhall. Wir ' eben nicht mehr in der Zeit des BoulangiSmus. Die Regie« rung befolgt stets die Regeln der internationalen Höflichkeit. Unsere Künstler fangen an, dasselbe zu thun." Der „Gau« lots" schreibt: „Frankreich und Deutschland leben in Frieden. Deutschland konnte nichts Anderes thun, als uns einladen. Wir können nichts Anderes thun, als annehmen." Petersburg, 28. Februar. Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen Bericht Über die Studentenunruhen vom 20. d. M., worin es heißt: Bei dem üblichen Essen, welches nach dem ruhig verlaufenen Jahresac'us der Uni- versiiät in verschiedenen Restaurants unter Theilnahme der jetzigen und ehemaligen Studenten stattfand, störte ein Theil der Studenten die Ordnung in den Straßen in erheblichem Maße, sodaß dieselbe durch Gewalt wieder hergestellr werden mußte. Es wurde der größte Unfug in dem Alcazartheater und in der Michaelmanege, sowie in den Straßen: Große Jtaljanskaja, Jekaterinenskaja, Karawanja, Fontanka, in der Tfchernyschowgasse, auf dem Zagorodny Prospect und auf dem Newski-Prospect getrieben. Die Ruhestörungen trugen überall den gleichen Character. Trunkene Studenten drangen trotz der Ermahnungen ihrer Collegen, deS Publikums und der Polizei gewaltsam in die Locale und verübten daselbst wie auf den Straßen Unfug. Das Handgemenge auf den Straßen veranlaßte einige ungefährliche Verwundungen. Niemand wurde ernstlich verletzt. Die Gesammtzahl der Verwundeten beträgt 18, welche alle wieder herqestrllt sind. Die Thättg- keil der Polizei blieb größrentheils auf Ermahnungen und Localisaiion der Ruhestörungen beschränkt. Nur in der Michaelmanege und in dem Restaurant Paltin mußte die Pol'zei Gewalt anwenden. In der Michaelmanege, wo ein Zusammenstoß zwischen Studenten und einem Offizier stattfand, wurden acht Personen verhaftet. In dem Restaurant Palkin drängten betrunkene Studenten die Polizei zurück, was den Polizeichef des Stadttheils zwang, die Hauswüchter zur Entfer ung der Ruhestörer herbeizurufen. Durch obige Erklärung werden alle übertriebenen Gerüchte dementirt. Die Behörden werden künftig bei ähnlichen Umständen rechtzeitig Maßnahmen treffen, daß die Ordnung auf den Straßen, in den Theatern und Restaurants durchaus von allen unerwarteten Zwischenfällen gesichert bleibt und Ansammlungen betrunkener und Unfug treibender Personen verhindert werden. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Vorm. 10 Uhr. iechigeruH itag den 7. fln* i 8 März, vor- ihr snsangenv, W* acher Gemmbemld, fleijrtt werben: Verl- e. M* * *6,» äinme, -i Mangen % ; eisstangen. // ' «rerirrholz: 142 2600 * oo 500 ’ 15 100« « fcS-SS dtenW, ifommt Sitzung der Stadtverordnete» am 28. Februar 1895. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Faber, Dr. Gutfleisch, Grünewald, Habenicht, Helfrich, Hetz, Heyligenftaedt, Homberger, Iughardt, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Schwall, Dr. Thaer und Wallenfels. In heutiger Sitzung kam als erster Gegenstand der Tagesordnung zur Berathung der Voranschlag der Stadt Gießen für 18 9 5/96. Herr Oberbürgermeister Gnauth rheilte hierzu zunächst mit, daß auf Grund eines Nachtrags zum Entwurf von der in letzterem vorgesehenen Erhöhung des AuSschlagS-Eoesficienteu von 28,8 auf 29,4 Pfg. hätte Abstand genommen werden können und sonach eine Gemeinde- steuer-Erhöhung nicht nöthig geworden sei. — Herr Löber erklärte eS für wünschenSwerth, daß der Voranschlag den Stadtverordneten behusS eingehender Information mindestens 8 Tage vor der Berathung zugestellt werde. — Zu Pof. 2, Gebäude, meint Herr Löber weiter, daß man das am Oswalds Garren errichtete GeräthehauS, den Wünschen eines großen TheilS des Publikums entsprechend, hätte vor der Stadt errichten und den Platz hätte frei lasien können. — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte hierzu, daß dem ®e« schloß auf Errichtung fraglichen Gebäudes sehr eingehende Berathungen vorangegangen seien, am 9. August 1894 sämmt- liche Anträge der Baudeputation genehmigt wurden und am 28. September 1894 auf eine gegen die Erbauung an bezeichneter Stelle gerichtete Emgabe an den Sladlvorstand beschlossen wurde, das Project auSzusühren. — Zu Pos. 9, Märkte, fragt Herr Schmall an, warum die Marktlaubeu noch nicht in Betrieb genommen seien. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte hierzu, eS sei zweckmäßig, die Marktlauben nicht eher in Betrieb zu nehmen, bevor eine neue Marktordnung erlösten worden- eine solche hätte aber mangels geeigneter Beihilfe des Bürgermeisters (nach Schaffung der im Voranschlag vorgesehenen Stelle eines besoldeten Beigeordneten) noch nicht berathen werden können- die beste Unterlage für den Betrieb der Marktlauben sei aber eine Marktordnung, indem fie auch die Benutzung anderer Plätze, soweit hier und da ein Verbot nicht für empfehlenSwerther erachtet werde, zu Marktzwecken regele. — Bei Pos. 15, Höhere und erweiterte Mädchenschule, gibt Herr Schmall dem Wunsche Ausdruck, daß in den unteren Knasten der Unterricht im Deutschen mehr in den Vordergrund trete, es werde zu viel I Französisch getrieben, man solle doch die Sinder erst in ihrer Muttersprache uuterrichteu. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte, daß hier wohl daS Unheil der Fachleute bestimmend ■ bei Aufstellung des Lehrplanes sein müffe- der in der vorigen : Sitzung bei Berathung der Schulgeldfrage anwesende Director der höheren und erweiterten Mädchenschule hätte, wenn Herr Schmall anwesend gewesen wäre, jedenfalls Auskunft geben können; er maße sich als Nichtfachmann ein ; Unheil nicht an, weise aber auf die guten Erfolge und den - Aufschwung hin, den die Schule gerade in den letzten Jahren, ; seit der Zeit genommen, seit welcher nach den eben geltenden Bestimmungen unterrichtet würde. ES sei nur zu wünschen, daß Hessen mit einer von Herrn Schmall berührten preußischen Reform der höheren Mädchenschulen verschont bleibe. — Zu Pos. 38, Armenpflege, bemängelt Herr Löber, daß - die Verpflegung im Hospital nicht mehr so sei, wie ; früher. Herr Oberbürgermeister' Gnauth erwiderte, daß man io der Armendeputation die Ueberzeugung gehabt, daß der frühere Aufwand für die Hospitaliten im Miß- ; verhältniß stehe zu dem, was Nichtunterstützte für ihre Mundorrpflegung aufwenden könnten, in dieser Erwägung sei man von 56 auf 45 Pfg. pro Tag und Kopf herunter ge- ! gangen - die Ho'pitaliten erhielten viermal wöchentlich je s/8 Pfund Fleisch, dies könnten sich viele Derer, die sich mit etgener Kraft durchschlagen, nicht leisten, der Satz von , 45 Pfg. ausschließlich für Nahrung sei jedenfalls als hinreichend zu bezeichnen, wenn man bedenke, daß das Hospital in Bezug auf Einkauf und Rabattgewährung besonders begünstigt sei. Herr Löber beanstandete hierauf nur daS Fehlen . geeigneter Zukost zum Brod, was Herrn Habenicht zu der Erklärung veranlaßte, die Leute im Hospital könnten nicht klagen, denn eS gäbe in vielen bürgerlichen Familien zum Kaffee ebenfalls nur trockene Brödchen. Herr Oberbürgermeister , Gnauth wies schließlich noch darauf hin, daß schon ärztlicherseits dafür gesorgt würde, daß alten und schwächlichen Personen ihrem Zustande entsprechende Nahrung gereicht würde- das hohe Alter einer Anzahl Hospitaliten spreche übrigen- dafür, daß die Verpflegung eine gute sei- er stimmte mit Herrn Habenicht auch ein in daS Lob, welches der Ehefrau des Hospital-DerwalterS für Zubereitung der Speisen gebühre. — Zu Pos. 39, Arbeiterversicherung, hebt Herr Hehl igen- staedt die Nothwendigkeit hervor, daß die Stadt sich gegen Haftpflicht versichere. Herr Oberbürgermeister Gnauth erwidert, daß die Frage nur geruht, weil sich noch nicht genügend Zeit gefunden, sich eingehend mit denjenigen Bedingungen der in Frage kommenden Gesellschaften zu befaffen, welche für die Stadt (und damit für die versicherten) die günstigsten feien, nach der ioS Auge gefaßten Anstellung eines besoldeten Bei- geordneten könne auch hier Wandel geschaffen werden. — Za Pos. 41, Stiftungen, regt Herr Heyligenftaedt die ei,- herrliche Festsetzung des Zinsfußes für die bei der Stadt angelegten StiftungS-Eapitalren an. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt, daß diesbezügliche Arbeiten im Gange seien und später Vorlage gemacht werden würde. — Ueber die in Pos. 46, Allgemeine Verwaltung, in Frage kommende Anstellung eines besoldeten Beigeordneten wurde auf Antrag deS Herrn Dr. Gutfleisch in nichtöffentlicher Sitzung berathen, nachdem zuvor Herr Oberbürgermeister Gnauth die Nothwendigkeit der Anstellung eines Hilfsarbeiters dargelegt hatte. — Zu Pos. 68, Erbauung von Straßen, werden auf Antrag der Baudeputaiion noch eingestellt 2150 Mk. für Asphaltbelag solcher Trottoirthelle, welche al» Einfahrten u. s. w. dienen, ferner 2460 Mk. für Anlage eine» gepflasterten Bankett» entlang der Nordanlage, von O-wald» Garten bis zum Eingang der Wetzsteinstraße. — Zufolge einer Mmheilung deS Herrn Löber über bee schlechten Zustand deS Mittelweg» sagt Herr Oberbürger, meister Gnauth Instandsetzung und Erhebungen darüber zu, ob genannter Weg in seiner jetzigen Richtung chauisin werden könne. — Herr Wallenfels äußerte sich mißbilligend über den Zustand der Mauer entlang der Sencken- bergstraße, dieselbe weise viel schlechtes Material auf. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte hierzu, daß die Mauer noch nicht fertig sei, die von Herrn Wallensel» be« anftandeten Theile seien noch mit einem Verputz zu versehen, wodurch die lange Mauer eine gefälligere Gliederung erfahre. — Die Hollergaffe, deren schlechter Zustand von Herrn Grünewald dargelegt wurde, soll in Stand gesetzt werden. — Einen Wunsch des Herrn I u g h a r d t, den Prioat-Jnstallateuren in der Anlage von Gasleitungen etwas mehr Freiheit zu gewähren, beschied Herr Oberbürgermeister Gnauth mit Hinweis auf einen besonderen Fall dahin, daß lediglich die nökhige Controlle über die Verwendung de» billigeren Heizgase» und die Vermeidung jeglicher Störung in dem Bezug von Leuchtgas für die Nachbarschaft Heiz- und Krastga» consumirender Betriebe die Stadt veranlaßt habe, zu bestimmen, daß Prioat-Jnstallateure Leitungen für Herz nnd Motorenga» nicht auSsühren dürften. — Damit war die VoranschiagSberathung zu Ende. Die für die emzelneu Rubriken eingestellten Beträge in der Einnahme und Ausgabe sind auS nachstehender Tabelle ersichtlich. Einnahme Im vorigen Angenommen Jahr für 1895/96 JL JL 84808.12 67113.62 6231.50 9163.50 29116.68 28715 62 91640— 86950— 57800— 64000— 41783 11 49300— 26117.50 27373.20 3340— 4115— 3000— 3350— 120— 100— 1200— 1000— 57462.80 58366.37 2409.72 2459.72 1241 44 1241.44 27197.29 34252.29 170— 320— 50.- 50— — 4320— 60- 60— — —— — — — _ 6368— 1400— 25.— 25— — — 300.- 200— — 120.— 120— — — — —— 2760— 2810— 500— 500— — 180— - ■ — 2824.45 10470.56 50— 50— — —— _ _ «40 — 1760— _ — 5226.71 5226.17 — — 1800— 1800- 4696.57 4696.57 A. vetriedSRechnung. Au «gäbe Im vorigen Jahr JL Angenommen für 1895/96 JL Rest au« vorderen Jahren 46055 78 25073.77 Gebäude 2119— 1728— Grundstücke 9112 28 9156.88 Waldungen 30404.70 30826.90 Gaswerk — — Wasserwerk ' — — Schlachthaus 13132.61 1284225 Jagden — — Märkle 782.29 944.29 Atchanstalt 647— 60— Waaganstalton 541.48 541 48 Kirchen 59477 72 60367 29 Friedhöfe 495708 4532 08 Volksschule und Fortbildungsschule 83906 76 84792 23 Höhere und erweiierie Mädchenschule 5616266 58619 88 Realgymnasium und Realschule 28281 99 30179 04 Handwerkerschule 3314 63 1816 63 Vorschule de« Gymnasiums 800— 5439.17 Allceschule 836.83 588— Oeffeniliche Feierlichkeiten 500— 500— Denkmäler Gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen 100— 100— Verwaltung 2168.60 2 H8.60 Straßenuniei Haltung 21465.20 22761.50 Stratzenretnigung und Kehrtchtabftehr 36275.60 42259— Str.ßenbeleuchtung 25500— 24000— O.ffentliche Anlagen 9377.20 10788— Brunnen 8747.72 7166.80 Bäche 880— 816— Canäle 6300— 6100— EntwässerungSanstaltm 969 26 737.26 FtlialarbeitShauS 2760— 2810— Tonnenanstalt 307.89 127.87 Feuerlöschanstalten 2482.38 3579— Faselvteh Gemarkung«-, Flur- und Gewanngrenzen, ParMen- 700— 700— vermessung und GiundduchSkosten 200— 2530— Werth und Schadenersatz von Feldstrafen 50. - 50— Vertilgung fchädlicher Thiere 300— 200— Armenpflege 41350— 44350 — Verstcherung der Arbeiter 3710.— 3670— Impfung 360.— 360— Ststlungen 4959.42 4931.79 Zwecke des Kreises und der Provinz 67000— 68500— MiUlärzwecke 5000— 5000— Polizei 46543.81 47398.08 Einnahme w Ausgabe Im vorigen Angenommen Im vorigen Angenommen Jahr für 1895/96 Jahr für 1895/96 Jt Jt 108— 108— Oeffeniliche Sicherhett 2003— 2133.- 16597.— 10939- Allgemeine Verwaltung 67620 41 71891 56 — — Pensionen und Wittwengehalte 4251 84 6907 84 3000— 6000— Schuldentilgung 39700— 50000— 320— 500— Grundzinsen und Anerkennungsgebühr — — 56— 56— Einzugs- und Einschretbegeld — — 10824.78 4896 20 Capttalzinfen 196000— 206000. 115750— 119750— Octroi 33666 — 39495— 3620— 3645— Hundesteuer 226 67 222 38— 38— Anthetl von Stempeltaxen für Wanderlager — — 80 — 80 — Für die Landesunioersilät 924.46 924 4» 5607.94 6207.93 Fleischbeschau 5704— 7156 40 Rettungeanstalt, Cholerabarackc und Desinfections t 1800— 1200— anhalt 4712 48 2582 49 — — Beitrag zum Einkommen deS Reichsbankagenten 100— — 500.36 499.37 Zusammenlegung von Grundstücken 31156 311 56 — — ■ AuSgeltehene Capilalien 842 29 869 38 — — Reservefond 2000.- 2000. - —— — Betriebscepital 4361.35 9874 97 398914.73 415038.55 Communalsteuern 15250— 15255— Rente der Oberhessischen Eisenbahn-Gelände- — — Entschädigung 3761.74 5761 74 1010875.70 1040447.01 Summe der Betriebs-Rechnung 1010875 70 1040447 01 B BermSgewS-Rechnrrn-. 73961.57 77017.76 Rest au« oord-ren Jahren 84378.89 81975.76 — — Stiftungkcapitalien' — — 2500— 57076— An- und Verkauf von Gebäuden und Grundstücken 25000— 84726— — 9900— Erbauung gemeinheitlicher Gebäude u. dgl. 17178759 36056- 18808 60 109930— Erbauung von Straßen und Wegen u. dgl. 99202 24 157027.43 400— — Canalbauten 9377 04 500— — — Erbauung eines Gaswerks 11000— 11500— — — Erbauung eine» Wasserwerks 567350— 28635— — — Gradelegung deS W eleckflusses — 1050t.- j — ' — Außerordentliche Kosten für die Feuerwehr 1094 — — HochzeiiSgeschenk für Se. Kgl. Hoheit den Groß- — — Herzog Ernst Ludwig r- 2456— — — Stiftungen — —— 90581959 188932.43 Eapilalausnahmen und Rückzahlungen 32300— 29480.- 1001489.76 442856.19 Summe der Vermögens-Rechnung 1001489.76 44x856 19 Wiederholung. Summe deS Voranschlags für die Betrieb»- 1010875.70 1040447 01 Rrchnung 1010875.70 1040447 01 Summe deS Voranschlags für die Vermögen«- 10011Sfr7£_ 442856 19 Rechnung 1001489 76 442856.19 2012365.46 1483303 20 Hauplfumme 2012365 46 1483303 2t Die wegen de» Ausschanks von Branntwein bei den WirthschaftSconcessionSgesuchen der Herren Michael Lechner (Restauraution Heil), Louis Weiffenbach (Neustadt 11), sowie der Peter Jmmel Ehefrau (Neuenweg 62) in Betracht kommende Bedürfnißfrage wurde bejaht. Dem Bäckermeister W. Amend wurde ein Holzlagerplatz oberhalb des Friedhöfe» zu Pachtpreise von 5 Mark jährlich überlassen. e Nach einer auf Veranlaffung Großh. Bürgermeisterei durch Herrn Oberlehrer F u h r angestellten Ermittelung über da» Bedürfniß zur Errichtung eines Mädchenhortes hat sich ergeben, daß ein Bedürfniß für ungefähr 45 Mädchen der Stadtschule vorliegt. Die Kosten für die Einrichtung, den Unterhalt und die Beaufsichtigung deS Mädchenhortes sind auf jährlich 1540 Mk. berechnet und dabei berücksichtigt worden, daß für die Beaufsichtigung und Leitung der Spiele, sowie für die wünschenSwerthe Anleitung in der Fertigung ber weiblichen/Handarbeiten eine besondere weibliche Kraft zu gewinnen sei. Der Antrag auf Errichtung de» Mädchen- horte» wurde angenommen und beschloffeu, die sachlichen und persönlichen Ausgaben im Betrage von 960 Mark auf die Stadtkaffe zu übernehmen. Die Versorgung der Kinder mit einem auS einem halben Schoppen Milch und einem Weck bestehenden Vesperbrod wird auS Mitteln milder Stiftungen, wofür zunächst die Zinsen der Wilson Stiftung vorgesehen sind, ermöglicht werden können. Mit Eröffnung des neuen TheileS deS Friedhofes wurden sogen. Rabattengräber angelegt, welche eine Mittelstufe zwischen Erbbegräbniffen und Reihengräbern bilden und bestimmt sein sollen, theilS einem vorhandenen Bedürfniffe abzuhelfen, theilS die Gräbergruppen nach den Wegen hin besser abzuschließen - tiefe Gräber erhalten Einfassungen und werden einzeln abgegeben. ES wird einer Vorlage der Bau- und Friedhofs- commiffion entsprechend beschlossen, den Preis für ein solches EinfassungSgrab auf 60 Mk. festzustellen, wofür die Stadt die Einfassung stellt und unterhält, während die gärtnerische Unterhaltung den Angehörigen überlassen bleibt. Gegen die im Jahre 1892 beschlossene Errichtung eine» Pissoirs über dem Sladtbach zwischen den Häusern von Noll und Heß an der Bahnhofstraße f^Schipkapaß*) ist Seitens mehrerer dortiger Hausbesitzer Einspruch, und zwar aus ästhetischen wie sanitären Gründen, erhoben worden. Die Ausführung der Arbeiten wurde mit Rücksicht aus den Wassermangel der beiden letzten Jahre hinauSgeichoben und sollte nun, nachdem durch Erweiterung der Wasserleitung eine reichliche Spülung ermöglicht worden, vorgenommen werden. Die Baudeputation hat unter Hinweis auf da» Bedürfniß nach Errichlung einer derartigen Anstalt im Innern der Altstadt und die Schwierigkeiten, einen geeigneteren Platz zu finden, beantragt, dem erhobenen Einspruch keine Folge zu geben und mit den Arbeiten zu beginnen. Die Versammlung erhob den Antrag zum Beschluß. In die Berathung de» Reglements-Entwurf», bett, die an die Beschaffenheit und Lage der zum Betrieb von Gast- und Schankwirthschasten bestimmten Locale zu stellenden polizeilichen Anforderungen, konnte nicht eingo- treten werden, da da» Material wegen der von Großh. Polizeb- amt beabsichtigten Neubearbeitung an letztere» zulückgegeb« worden war. öle fiel bet gf ! ti** tt $DbJfl 6tQbt tu, bln Rlbr *8- in K,7 Heber ?en 'ffrotlichn S 'Geister '^8 b" '"Arbeiters bie s?°°s Sä?” tzstrlnstrch OilCQ(ö< n fiöBeiit j(n Uta eia »UD8 djoulün cl6 auhrrtr fich mife. ° » der ©endet te u101 Quf' Hm 1 daß bie Henn WallenselS bt< dnplltz zu versehe«, ne Gliederung erfaße Buftonb von hem Stand gejetzt werben.- ^nPrivat-Jnslallaleurei ' »ehr Fmheit zu ge. «t r Gnauth mit t)l#; a9l"/ daß lediglich die 'g des billigem Hch- '°rung in dem Bezug He^' und Krasttza» ranlaßt habe, zu bt> ;un&w W heiz ent - DM war dir blt ünzelna Einnahme unb Ausgab Ausgabe Im vorigen Sngtnomaa 3-hr für 1895/96 X X 2003 - 2133.- 67620 41 71891.« 4251.84 590784 39700.- 50000.- 196000.- 206000.- "äW- 101081570 1040441.01 Wl m- 924.41 5704.— 7156.40 471248 2582.48 100,- — 311.56 311,56 842 29 86938 2000- 2000.- 4361.35 9874.91 15250.- 15255.- 5761.74 5761 74 84378.89 B 25000- 171787.59 9920224 937704 11000- 567350- 1094- 81975.76 84726- 36056'- 157027.4$ 500- 11500- 28635.- 1050t — 2456.- 0930O — 99480.2. 10108T5.70 1*» —■ Äl*'*rt* --- Ä ;en3 he SBaflerleit^l tetun9h vorgeuo""'^ worden, ’i e blj -er H'7^A » derart^ J Sft *”*■ 1« »lewe’ « 1«» $17 M'°. Localer unb ^ovrnzleller Gießen, den 1. März 1895 Die gestrige Wohlthatigkeitt Borstelluug für die Rah- rbeude für Unbemittelte hat einen vollen Erfolg nach jeder Richtung hin auszuweiien. Die Schöpferin des Ganzen, Frau Baronin von Gagern, hatte eS mit Feldherrnblick verstanden, die richtigen Leute an die richtige Stelle zu fetzen, in Folge besten griff Alles schön ineinander ein und keine ermüdenden Kunstpausen störten. Schon um 41/, Uhr begann in den Nebeniälen ein buntes Treiben- liebenswürdige, junge Damen, allerliebst costumirt, hausirten da mit allen möglichen und unmöglichen Gegenständen, mit einer Schneid, rrotzdem ihnen allen sicher der behördlich gestempelte Schein fehlte. Wie auf der Börse erzielten besonders gefragte Werthe und auch Maklerinnen mit immer steigender Tendenz großen Absatz. Der CulminationSpunkt des Abends aber sollte sein und war die Comödie, welche kurz nach 7 Uhr ihren Anfang nahm. „Der Raub der Sabinerinnen" von Gebr. Schönthan ist ein reizender Schwank, aber durchaus nicht leicht zu spielen, trotzdem müsten wir bekennen, daß man im Laufe deö Abends ganz vergaß, einer Dilettanten- Aufführung beizuwohnen, so flott, so vive wurde gemimt. Ja, wir gestehen offen zu, daß, wenn wir nicht wüßten, daß dre Herrschaften dort aus der Bühne sich alle in geachtetsten und erfolgreichsten Lebensstellungen befänden, wir Manchen gerne zugerusen hätten „Sie haben Ihren Beruf verfehlt". Die Zwischenactsmusik hatten die Herren des Zitherkranzes freundlichst übernommen und führten ihren Part mit Virtuosität und Geschmack auS. Nach Schluß des Theaters wurde jetzt auch der große Saal in eine Bierhalle umgewandelt, oben vom Orchester tönten die lustigen Weisen unserer beliebten Regtmentscapelle, und unten, sowie in den Rebensälen entwickelte sich ein belebtes Bild. Alles war bemüht, nach der geistigen Nahrung nun tüchtig der leiblichen zu pflegen und — „Die Kunst ging nach Brod". Heute schon den klingenden Erfolg zu melden, sind wir außer Stande, hoffen aber, später dazu autorisirt zu werden. Wohlthätigkeits-Vcrloosuug. Bei der gestern Abend in Steins Saalbau stattgehabten Wohlthätigkeits-Verloosung sind auf die nachstehenden Loosnummern die beigesetzten Gewinnnummern gefallen. Die betreffenden Gewinngegenstände sind aber bis jetzt noch nicht abgeholt worden und können dieselben, gegen Vorzeigung der Loosnummer, in den nächsten Tagen bei Freifrau v. Gagern abgeholt werden. Loos Nr. Gewinn Nr. Loos-Nr. Gewinn-Nr. 28 35 / 137 18 38 9 142 37 <36 2 156 3 68 34 163 6 73 19 178 14 86 27 180 11 123 47 186 23 125 21 200 13 **H. Reue» Theater. Heü' Reiners hat die Direction Hartmann vom Victoria-Theater in Berlin zu drei Aufführungen des Ausstattungsstückes „Die Reife um die Erde in 80 Tagen" verpflichtet. Gestern wurde das Stück zum ersten Male gegeben. In 5 Abtheilungen und 14 Bildern werden wir im Fluge um unsere Welt geführt. Der Text schließt sich ziemlich eng an den gleichnamigen Rowan von JuleS Verne an. PhileaS Fogg, Mitglied des Excentric-ElubS in London, wettet um die Hälfte feines Vermögens mit einigen seiner Clubgenoffen, daß er trotz aller Htnderniste, die sich ihm entgegenstellen würden, in 80 Tagen um die Welt reisen könne, und gewinnt die Wette. An der Hand dieses Textes werden unS eine Reihe reizvoller Bilder vorgeführt. Wir sehen den Canal von Suez mit einem landenden Schiffe, die Todtensiätte eines indischen Rojah, die Schlangengrotte, die Pacificbahn mit Uebersall durch Indianer, den Untergang eines Dampfers usw. usw. Die Mühe, die sich die Direction gibt, um dem hiesigen Publikum trotz der engen Raumverhältuisse der Bühne etwas zu bieten, verdient alle Anerkennung. Wir können den Besuch der beiden nächsten Vorstellungen nur empfehlen. ** Kirchliche Dienstuachricht. Dem Pfarrverwalter Adolf Allwohn zu Petterweil im Decanat Rodheim wurde die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. ** Auszeichnung. Dem Forstwart Conrad Emmel ll. zu Bellersheim wurde von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für 50jährige treue Dienste" verliehen. ** Befihwechsel. Das Wallenfels'sche Haus, Wetter- gaffe, Ecke Marktstraße, ist in den Besitz des Bäckers Vorbach aus Butzbach für den Preis von 27,500 Mk. übergegangen. — Der Specereiwaarenhändler Zell, Neustadt, hat sein Haus für den Preis von 47,000 Mk. an den ehemaligen Restaurateur L epp la verkauft. ** Aus der Haft entlassen wurde am Freitag der Schlaffer Keil, welcher unter dem dringenden Verdacht stand, die beiden Schadenfeuer in der Nacht vor dem Feuerwehrfest angelegt zu haben. Das Verfahren mußte wegen nicht genügenden Beweises eingestellt werden. -n- Staden, 28. Februar. Gestern Abend entstand hier durch Exp losion einer Hängelampe ein Zimm er brand, der, da Hilfe rasch zur Stelle war, nttr unbedeutenden Schaden verursachte. Der Oelbehälter zersprang nämlich plötzlich, als die Lampe auSgeblasen werden sollte. Das brennende Petroleum ergoß sich über Tisch und Stühle, alles sofort in Brand setzend. Hilfsbereite Nachbarn eilten auf das Geschrei der Erschrockenen rasch herbei, und warfen alles, was brannte, auf die Straße. — Die Frau eines hiesigen Viehhändlers wollte am Montag ihrem räubertschen Kater ein Stück gestohlenen Fleisches abnehmen. Der Kater setzte sich aber zur Wehr und biß der Frau in die Hand. Wie daS so geht, wurde die geringe Wunde nicht beachtet, bis nach einigen Stunden Hand und Arm ungeheuer anschwollen. Dem jetzt rasch herzugerufenen Arzte gelang eS glücklicherweise nach Anwendung geeigneter Mittel, die Gefahr, die durch die Entstehung einer Blutvergiftung im Anzuge war, zu beseitigen. Mainz, 25. Februar. Bekanntlich mußte die Stadt zur Beseitigung des Neuthores die Kosten im Betrage von 40,000 Mk. vorlegen. Diese Vorlage sollte der Stadt vom Reiche zurückerstattet werden, sobald sich der Bundesrath überzeugt, daß die Beseitigung durch den Verkehr geboten. Diese Ueberzeugung hat der BundeSrath jetzt gewonnen, denn heute wurde der Stadt eine Anweisung auf den preußischen MilttärfiScuS ertheilt, womit die Schuld beglichen ist. * Bonn. 28. Februar. Heute Mittag hat in eineur hiesigen Hotel ein Student Selbstmord durch Gift verübt. Der Grund dazu soll ein amerikanisches Duell sein. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 3. Mär«. Jivocavit. Gottesdienst. I« der Stadtkirche. Vormittags 9miethen. ________________Gründergerstraße 20. 269] Logis, 2. Stock, 5 Zimmer mit Zubetör, per 1. Juli l I. zu vermiethen- Näheres Liebigilraße 71II.__ 92] Eine elegante Wohnung im 2. 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Bezugnehmend auf Obiges empfehle ich mich zur Uebemabme von Hoch- und Tiefbau-Ausfuhrungen jeder Art, sowie zum Entwerfen, Be. rechnen und Ausführen von Entwässernngs - Anlagen, unter Zusicherung sorgfältiger und sachgemäßer Herstellung. Hochachtungsvoll H. Steinbach, ZngkMlir. Gießen 1. März 1895. 1745 Theater-V er ein. Donnerstag den 7. März c., Abends 7'/, Uhr prärise Im Fe*t*aal (Leib’echer Saal) Wallthoratraaee Gastspiel des Darmstadter Hoftheaters. Wehe den Besiegten! Drama in drei Aufzügen von Richard Voss. Billete in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nacht , sowie an der Abendkasse: I. Parquet M. 3.50, 2. Parquet und Baleon 1. Reihe M. 2.25, Studentenkarten M. 1, Gallerie M. 1. 174< Omni bau verkehr nach Sehlum» de» Theater*. Unsere Passionsaussührung am Sonntag muß aus besonderen Wunsch de» von auswärts kommenden Sängers statt um 8 Uhr, schon um 71/» Uhr beginnen. Kindern ist der Zutritt nur in Begleitung Erwachsener gestattet. 1753 Der Vorstand: Tchloster. vermischte Anzeigen. Ev. Kirchengesangverein. Sonntag, den 3. März 1895, Abends 71/« Uhr, In der Stadl kirche: Passionsaufführung. Unter Mitwirkung des Herrn Adolf Hüller aus Frankfurt a. M , sowie mehrerer hiesiger Kräfte. Programm: 1) Präludium in a-moll . J. 3. Bach. 2) Choral: 0 Haupt voll Blut und Wunden, Tonsatz von H. L. Hassler. 3) Zwei Lieder für Altsolo mit Orgelbegleitung: a. Et incarnatus est . J.G.Naumann. b. Jesus neigt sein Haupt und stirbt . J. M. Frank. 4) Zwei Rosponsorien aus dem Brevier der Char- woche vor 1632. a. In monte Oliveti. b. Sicut ovis. 5) Choralvorspiel: Wenn wir in höchsten Nöten J 8. Bach. 6) Frauenchor mit Orgelbegleitung: Er ist ein guter Hirte .... Mendelssohn. 7) Arie aus dem Oratorium „Paulus“ für Basssolo mit Orgelbegleitung . Mendelssohn. 8) Zwei Violicsoli mit Orgelbegleitung: a. Largo.....J. 8. Bach. h. Largo Händel. 9 Die sieben WorteC’hristi um Kreuz, f. Chor, Soli und Orgel Schütz. H Eintritt unentgeltlich. Z= Die Plätze auf dem Chor, den beiden vorderen Abthcilungon im Schiff, sowie die nach dem Kirchenplatz zu gelegene untere Emporbühne der Kirche sind für die InactivenMitgliederreNer- virt. (Karten für 18«4 gütig.) Programme und Text der Gesänge sind zu 20 Pfg. am Eingang der Kirche zu haben. Erelwllllge Beiträge zur Deckung der Kosten werden in die Büchsen erbeten. 1601 Pommersche Hypotheken-Actlen-Bank zu Berlin. Bllaaz vom 31. December 1894. Activa : Cassonbestand . . . X 1941919.66 Eigene Effecten. . . „ 7180430.81 Wechselbestund . . „ 114681.83 Guthaben bei Bankhäusern „ #49407. 27 Diverse Debitoren . . „ 202010, 12 Anlage im Hypoth.- Geschäft .... 94030872.55 Bankgeld. Stempel) • . 8568. 70 X 104328090. 94 Passiva: Acticn-Capital . . . X Reserven..... Pfandbrief-Umlauf . . „ Amortisat.-Fonds . . . Voransbezahlto Hypo- theken-Zinsen. „ Verloosto u. gekünd. Pfandbrf. zuiügl. Agio w Conpons-Restanten. . • Pfandbrief-Coupons p. 2./1. 95 . . . . „ Pfandbrief-Zinsen p. 1. April 1895 . . „ Dividondon-Restant. . , Dividende p 1894 <6% auf 5 998 800 X) • . Tantiemen . . . Diverse Creditoron. . . Beumten-Poneions und Unterst-Fonds . „ 9000000. — 2238528. 30 90816250. — 1179.' - 94 141057. 20 50119. 59 107601.88 674750. 45 332489. — 1848. — 359928.— 8 292369. 97 120000. — 1739 X 104328090. 94 ^Herzogliche Baugewertsclmle L W.""V,*~ Holzminden I 5 Maschinen- nnd Mähknbauscbute I mit VerptlevuugMMisUU. Dir L Umimiih | Geschäfts-Verlegung. Mein Bureau, seither Marktplatz 8, Eingang Wagengasse, habe mit dem Heutigen nach Bahnhofstrasse 11, Elke Uaplansgasse, verlegt. Hochachtungsvoll Carl Stiasny, Ausknnfts- und Wohnungsnachweis Bnreau, 1791 CommisstouS- und Immobilien-Geschäft. Geschäfts - Veränderung. Meinen werlhen Gästen und Nachbarschaft zur gefälligen Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage meine Wirthschaft in meinem Hause Wallthorstraße 28 „Gasthaus zum Schwanen" eröffnet habe. Ich sage hiermit noch Allen, welche mich mit ihrem Wohlwollen erfreut , meinen besten Dank. Bitte, mir auch ferner dasselbe Vertrauen bewahren zu wollen und zeichne Hochachtungsvoll H. Koch, Gastwirth. Gießen, 1. Marz 1895.1759 Gelegenheitskauf. Größere Posten achoMtPl» * —-80 Mk., 1.— Mk. und 1.10 Mk., schwarze VpUUjlUUlL garantirt reine Wolle, toroariC reinwollene fantüficHoffr 1455 Carl Nowack, Modewaaren und Damcnconsection. Schweiz. Unfall-Versich-Act-Ges. i. Winterthur. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß wir unsere Vertretung für Giesten und Umgegend Herrn Maurermeister Wilh. Steinbach, Löberstr. 3, Giessen übertragen haben. Wir empfehlen dens.lben zum Abschluß von Einzel-, Collectiv- und sämmtlichen Haftpflichtversicherungen bei unserer Gesellschaft. 1731 Darmstadt, Waldstr. 34, den 1. März 1895. Die General-Agentur: H. Thienemann. Danksagung. Schon seit Jahren litt ich an starkem Brust- und Magenka'arrh, welcher Leiden tn diesem Sommer mit besonderer Heftigkeit auftrat. Sämmtliche Aerzte batten mich bereits ausgegeben und für urhetl- bar erklärt. In meiner No'b wandte ich mich an Herrn Dr. med. Bolveding, Homöopath. Arzt in Düsseldorf, «önigdallee 6, um Hülfe und durch besten Behandlung spürte ich schon nach einigen Tagen Besserung, so daß ich schon nadr Verlauf von drei Wochen wieder mit voller Eesundhett meiner Arbeit nachgehen konnte. Dem Herrn Doctor meinen innigsten Dank. Rathenow a. d. Havel. Gesucht eine Wohnung von 6 bis 7 geräumigen Zimmern nebst Zubehör, möglichst in freier Lage Offerten mit Anaabe der Lage und des Preises unter R. B. 95 an die Exped- d Bl-___________________1730 Schreinee-Geselle» sucht sofort 1492 K 5tt«d Vlll., Mein-Linden. Conditorlchrliug, Sohn achtbarer Eltern, gesucht. Eonditorei Heck, 1734 In Ariedberg i. H. 1755] Lehrlin« gesucht __Lackirer vogei, Dammstraße 8. 1748] Ein Mödwen für Hausarbeit gesucht tonn.nflrafie 10, 2. Stock. Gesucht Friedrich Witte, Ziegelarbeiter, wird eine tüchtige »Schi«, die auch —------------------—----------------- stink tn der Hausarbeit ist und lang T«m Vlni’/Iftrmnnlinn S jährige gute Zeuaniste ausweisen kann. 1m Kieiaermacnen D stLhere« in der Erped. d. Bi._____1738 empfehle ich mich tn und außer dem 17291 Mädchen üi Haud u Süchen- Hause. Achtungsvoll erbtit finden Stellen du ch Anna Ruhl, Lchoitstraße 19, pari. Vermiethsrau Pitzer Asterweg 13 Omnibus Verbindung L M 7 «W, VUrtra« Fehrpreie 10 Pfennig. 10 Uhr UnN A g—Im|—■nett—RnKferrt (iri L 5' •••tISI * Are heutige Kummer umfaßt 6 Seite«.