Samstag den 2. Februar 1895 Nr. 28 Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Bh 0 Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. 00 0 I 2) □ (/) i 25 Jahren von mpfohlen und für kleine Kinder er-Nahrung I Diarrhoe, er-Nahrung hnittel, er-Nahrung en. er-Nahrung n sehr gen ge- Die Gießener Anmitienvläller werden dem Anzeiger wöchentlich bretonal beigelegt. Der Gktzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montag-. Dierteljähriger ASonnementspretsr 2 Mark 20 Pfg. mir Bringerloh». Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expcditio» und Druckerei: Schurflrahe Ar.7. Fernsprecher 51. ^«stelle *H"'" lulhof. "JHM" ' " ...... ■!. V Hratisöeikage: Gießener Aamikienökätter ,6Pot •beiHemi r&as8e 93, Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. [er-üatang tu bereiten, rahreszeit, i» der rlicbes Nahrung»- 37 2) 3 3 Bremen, 31. Januar. Von dem Kaiser und der Kaiserin ist der Dtrection deS Norddeutschen Lloyd daS nachfolgende Beileids-Telegramm zugegangen: Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin find durch das schreckliche Unglück, daS die „Elbe" betroffen, aufs Tiefste erschüttert und sprechen Allerhöchst Ihr wärmstes Mitgefühl und aufrichtigstes Beileid auS. I. A.: v. Scholl, Flügeladjutant vom Dienst. London, 31. Januar. Die zwanzig Geretteten, höchst nolhdürftig gekleidet, da sie plötzlich in der Nacht aufgeweckt wurden und keine Zeit zum Ankleiden hatten, trieben bei scharfem Südost auf hoher See umher und suchten vergebens mit Segeln und Hemden die Aufmerksamkeit der in Sicht kommenden Schiffe auf sich zu ziehen, bis fie um 11 Uhr von dem Fischerboot „Wild Flower" bemerkt wurden, das fie um halb 6 Uhr in Lowestoft landete. Lowestoft ist ein Badeort der Ostküste an der großen Ostbahn, zwischen Yarmouth und Harwich. Zur Zett des Zusammenstoßes war die Nacht noch vollständig dunkel, so daß die „Elbe" den anfahrenden Dampfer „Crathie" erst bemerkte, als es zu spät war, den Curs zu ändern. Der Capitän befand sich auf der Brücke und gab deutlich vernehmbar Befehl, daß alle Frauen und Kinder auf die andere Sette deS Schiffes geschafft werden sollten. Es scheint sehr schwer gewesen zu sein, die Schiffsboote flott zu machen, weil die Taue gefroren waren. Die einzige Dame unter den Geretteten, Anna Böcker, kam vom Sterbebette ihrer Eltern aus Deutschland,- sie eilte gleich nach dem Zusammenstoß aufS Deck und war so glücklich, Platz im Rettungsboote zu erhalten. Diese- Boot schlug um, doch hielt sie sich fest, bis sie von dem zweiten Rettungsboote aufgesischt wurde. Sie liegt jetzt in Lowestoft im Matrosenheim, erschöpft, aber ohne Lebensgefahr. Loudon, 31. Januar. Eine lebhafte Schilderung des Unglücks liefert K-rl Hofmann, der mit Frau und Kind zusammen in-einer Cabine zweiter Klaffe in unmittelbarster Nähe der durch den Zusammenstoß getroffenen Stelle schlief. Er hielt anfangs den Krach für ein Gong-Signal zum Frühstück, als er, großes Fußgetrampel über sich hörend, aufs Deck eilte. ES gelang ihm, mit seinem Knaben das Boot zu besteigen und er wollte eben seiner Frau htnetnhelsen, al- aht mpWt billigst . Hirz MM Met Dill, Bnre»o Men irichW-»^- Die Besatzung bestand bet vollbesetzten Kajüten auS 168 Personen, während sich der Kohlenverbrauch in 24 Stunden auf circa 115 Tonnen belief. An Bord der „Elbe" befand sich ein deutsch-amerikantscheS Seepostamt. Hamburg, 31. Januar. Unter Führung der „Hambarg- Amerika-Lmie" hat sich an der heutigen Börse Hierselbst ein Comitö zur Sammlung von Unterstützungsgeldern für die -H nterbliebenen der beim Untergang der „E l b e" verunglückten Personen gebildet, dem die ersten Hamburger Firmen beigetreten sind. Lowestoft, 31. Januar. Der Lootse Greenham sagt über das Unglück der „Elbe" Folgendes auS: Der erste Befehl des Capitäns nach dem Zusammenstößen war, die Boote herauszuwtnden, aber nicht herabzulassen; dann cowman- dirte der Capitän: Alles an die Boote und die Mannschaft an ihre Posten. Hierauf folgte der Befehl, die Frauen und Kinder in den Steuerbordbooten zuerst zu retten- dieser Befehl wurde von dem Capitän gegeben und von dem ersten Offizier wiederholt, der Capitän befand sich auf der Brücke, ich glaube, daß er mit dem Schiffe untergegangen ist. Der nächste Befehl war, die Boote niederzulassen, es herrschte durchaus keine Verwirrung oder Panik. Jeder Befehl wurde mit größter Beschleunigung aussseführt. Die See ging hoch bet starkem Wind aus Ostsüdost und bitterlicher Kälte. Die Taue der Boote waren gefroren und wurden, um Zeit zu ersparen, gekappt. Die „Elbe" ging etwa zwei Minuten, nachdem wir sie verlassen hatten, unter. DaS Verhältniß der geretteten Mannschaft zur Zahl der geretteten Paffagiere wird durch den Lootseu dadurch erklärt, daß, nachdem der Befehl gegeben war, die Frauen und Kinder zuerst zu retten, die „Elbe" sich nach der Steuerbordseite senkte und das Wasser nach dem Promenadendeck hinauskam, wodurch die Steuerbordboote unbrauchbar wurden. Das Boot, das die Geretteten fortbrachte, befand sich an der Backbordseite und war das letzte, welches das Schiff verließ. Dem Befehle des Capitäns gemäß nahmen der dritte Offizier und der Zahlmeister im Boote Platz. AIS daS Wasser sich über das Deck ergoß, stürzten alle nach den Rettungsbooten. Yarmouth, 31. Januar. Hier wurde ein Rettungsboot ans Ufer geschwemmt; die in demselben liegenden Ruder trugen den Namen „Saxonia". Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Deutschem Reichstag. 27. Sitzung. Donnerstag, den 31. Januar 1895. Das HauS setzt zunächst die Berathung der Anträge auf Aufhebung des Dictatur-Paragraphen in dem Gesetz vom 4. Juli 1879 für Elsaß-Lothringen fort. Abg. Preiß (Els.-Lothr.): Das allgemeine gleiche Wahlrecht, welches der Herr Staatssecretär v. Puttkamer gestern als einen Vorzug Elsaß Lothringens bezeichnete, haben wir nur bei conmunalen Wahlen; zum Landesausschutz, der allein einige politische Bedeutung hat, haben wir indtrecte und Eensus-Wahlen. Für die Beibehaltung deS Dictaturparagraphen fehle jede Begründung. Neben diesem haben wir für sämmiliche gesetzlichen Materien, die im Deutschen Reiche geregelt find, in Elsaß-Lothringen strengere Spec a'geictze, und das sind — unsere Ausnahmegesetze. Der Dictaturparagraph terro- rifirt unser ganzes sociales Leben. Unsere Staatsanwälte sind von dem Geiste dieses Paragraphen besessen und die Beamtenwelt ist von diesem Geiste durchdrungen. Gleichwohl will man ihn aufrecht erhalten und zwar wegen der auswärtigen Agitationen. Dafür sollen wir büßen, obwohl bei uns selbst Alles in Ruhe ist?! Ist es denn da nicht Sache der Regierung, an der Grenze durch Ausweisungen, durchaus dafür zu sorgen, daß die Agitationen sich nicht auf Elsaß- Tothring n übertragen?! Helfe denn überhaupt gegen Agitationen im fremden Lande der Diktatur Paragraph? Ist es wirklich wahr, daß er nur gegen Ausländer zur Anwendung kommen soll, bann frage ich die Regierung: Ist sie damit einverstanden, wenn wir in der zweiten Lesung durch ein Amendement beantragen, das Gesetz ausdrücklich dahin zu ändern, daß $ 10 nur gegen Ausländer an- j gewendet wird? Rur mit Geduld, Milde, Klugheit kann Deutsch- land in Elsaß Lothringen folge erringen. Rur dadurch war es ja auch Frankreich gelungen, Elsaß-Lothringen zu affimiliren. Man sagt aus, mit Ausnahme kleiner Kreise von Krakehlern sei die elsaß- lothringische Bevölkerung zufrieden mit den bestehenden Zuständen. Wer sind diese Kreise von Krakehlern. Sind wir etwa gemeint? (Minister v Koller, welches neben der Rednertribüne Platz genommen hat, ruft: Sehr richtig! Heiterkeit.) So, sind wir etwa kleine Kreise? Ich behaupte, nicht nur meine Wähler, sondern die Wähler aller etsaß lothringischen Abgeordneten ohne Ausnahme verlangen die Abschaffung des Dictatur-Paragraphen. (Rufe links. Sehr richtig!) Hcrr o. Köller xurt hier nicht „sehr richtig!" (Heiterkeit.) Herr v. Köller meint, die Bevölkerung sei mit der gegenwärtigen Gesetzgebung zufrieden und der Regierung dafür dankbar, (v. Köller: sehr richtig! Große Heiterkeii). Woher weiß Herr v. Köller das? Eine öffentliche Meinung besteht hier bei uns nicht, (v. Köller: Hört! Hört!) Und Herr v. Köllers System warsz nicht danach, baß die Bevölkerung geneigt gewesen wäre, ihm ihre Herzen auS- tuschutten.jst(Betfall^öl^e^ ggfire Ich Elsaß-Lothringer, ich hätte »ichi so von meiner Heirnath gesprochen, wie der Vorredner (Unruhe links.) Die Verhältnisse ftnb auch nicht so, wie sic bcr Vorredner geschildert hat. Erst nach 4-/., Jahren, daß ich dort war, nahm ich Gelegenheit, mir einmal den Dictaturparagraphen anzusehen (Heiterkeit links), als es sich darum handelte, ein so schmähliches Blatt wie die „Els. Volkszeitung" zu beseitigen. Als elsässischer Bürger hätte ich auch nie so über das elsässilche Parlament gesprochen, wie es hier von el-ässischen Bürgern bezw. Abgeordneten geschehen, die von einem Parlament von Rentnern sprachen, die keine eigene Meinung vertreten und sich von den Ministern zu Tische laden lassen; ich würde nicht so gesprochen haben, selbst bann nicht, wenn tzaS Alles wahr wäre. (Stürmische Heiterkeit). Ader es ist nicht wahr. Als fünfjähriger elsässischer Unterstaatssecretär kenne ich die verhältniffe bott. Es gibt kein Parlament, das ruhiger und sachlicher arbeitet, als ter Lanbesausschuß. Herr Preiß sprach von politischer Gleichgültigkeit und Kirchhofsruhe. Ich habe davon nichts empfunden. Das Volk ist dort nicht politisch gleichgiltig, aber — einen Vorzug hat es vor manchen Anderen; Scandalmacher und Krakehler sind die Leute dort nicht. Ich bin nur ungern dort fort- Jegangen; wir haben dort mit Erfolg gearbeitet. Es herrscht dort triebe unb Eintracht. Wäre bem nicht so, so wäre ich dort nicht Grundbesitzer geworden. Ich kenne daS Lani) besser, als Herr Preiß. In den 6 Jahren, während ich dort war, haben sich Land und Heute wesentlich den Deutschen assirnilirt. Die Leute fühlen sich glücklich, ja sogar sehr glücklich, daß sie jetzt einem Lande angehören, «o es ruhiger zugeht, als in ihrem früheren Vaterlande. Auch die Wablstat'strk beweist ein Anwachsen der deutschen Gesinnung. Auch in Straßburg, selbst wenn Sie es auf den Kopf stellen, finden Sie, Herr B-bel, keine 6000 Socialdemokraten, wenn Sie auch dort gewählt find. Die Unzufriedenheit zu schüren, gibt es freilich auch dort Leute, ebenso wie hier im Reichstage. (Lachen links.) Ich nenne ja keinen Namen. (Heiterkeit). Durch die Uebertreibungen, die Sie hier Vorbringen, schaden Sie nur der Sache, während die Regierung mit Glück und Erfolg bemüht ist, die Leidenschaften zu dämpfen. (Beifall rechts.) Abg. Prinz Hohenlohe: Entgegen einer gestrigenAeußerung deS Abg. Guerber halte ich den Dictaturparagraphen nicht für entbehrlich. Dagegen halte ich es allerdings für wünschendwerth, die dortige Gesetzgebung in absrhbarer Zeit zu ändern, die mancherlei alten französischen Gesetze daselbst zu beseitigen. Es wird das allerdings von den Verhältnissen abhängen, weniger von denen in Elfaß- Lothringen, als von denen in Frankreich. Die Verhältnisse in Elsaß- Lothringen selbst haben sich so geändert, daß der S 10, der sogen. Dictaturparagraph, nicht mehr nothwendig wäre; die Versöhnung hat dort Fortschritte gemacht. Ader so lange in Frankreich die Revanche Idee so viele rührige Anhänger hat, ist an Bescitigung des $ 10 nicht zu denken. Im Interesse des Landes selbst, um die Bevölkerung vor Verführung zu schützen. Von bem Dictaturparagraphen fühlt überdies bk Bevölkerung sehr wenig, viel mehr bavon, wenn ihr der Rock ober bet Tabak vertheuert wirb; ihr liegt ihr materielles Wohl mehr am Herzen, unb mit Recht. Herr Bebel sagte, ich würde bet den nächsten Wahlen in Hagenau-Weißenburg nicht wikdergewählt werden. Ich weiß das nicht, aber das weiß ich: ein Gesinnungsgenosse Bebels wird in diesem schönen Ländchen nicht gewählt werden. (Beifall.) Abg. Lenzmann (fteis. Bolksp.): Wie kann man sagen, daß bet Dictaturparagraph nicht angewandt werbe, während doch Blätter Sr‘*äÜ M confHclrt wurden, ehe sie erschienen, und einer französischen Versicherungsgesellschaft verboten wurde, in Elsaß-Lothringen Geschäfte zu machen, blos, weil ihre Agenten politische Agitation treiben wurden. Die Auswanderung in Elsaß - Lothringen ist darauf zurückzuführen, daß ein rechtlich denkender Mensch sich dort nicht wohl fühlt, weil er dort keinen Rechtsschutz unb keine Rechtssicherheit hat. Als gute Patrioten fordern wir im Interesse der Gerechtigkeit die Beseitigung des unseren Brüdern angetbanen Unrechts. Abg. Pöhlmann (eis. HoSp. d. Reichsp.) wünlcht auch Aufhebung des Dictaturparagraphen. Aber der Abg. Preiß habe mit seinen Ausführungen diesem Bestreben nicht gedient, denn er habe ein durchaus falsches Bild von den Zuständen in Elsaß-Lothringen gegeben. Die Verhältniffe haben sich in Bezug auf Annäherung an Deutschland erheblich gebessert. Ich hoffe, daß, wenn die Regierung zu der Ueberzeugung kommt, baß bie äußeren Verhältnisse bie Aufhebung bes Dictaturparagraphen gestatten, sie dies ohne Zögern tbun wird. Und ich hoffe, baß bie Regierung sehr halb zu dieser Ueberzeugung kommt. r r Abg. v. Kardorff erklärt Namens der Reichspartei, dieselbe wünsche bie Arsih"bung bes Dictaturparagraphen. Aber wenn die Regierung, eine Regierung, zu welcher seine Freunde Vertrauen hätten, glaube unb versichere, bas Gesetz nicht entbehren zu können, halten wir basselbe aufrecht. Nachdem noch Abg. Dr. Barth (srs. Vgg.) und als Referenten Abgg. Bebel und Simonis für die Anträge gesprochen, wird bie erste Lesung geschlossen. Nächste Sitzung morgen. Untergang des Norddeutschen Lloyd- Dampfers „Elbe". Depeschen bei 8ure*n .Herold". Bremen, 31. Januar. Die Nachricht von bem Untergänge der „Elbe" würbe hier 11 Uhr Nachts durch Anschlag bekannt. Die „Elbe" ist seit 14 Jahren im Dienst und kostete 6 Millionen Mark. Die Paffagiere, welche bis auf einige ertrunken sinb, waren fast ausschließlich Auswanderer. Die Nachricht hat hier große Erregung und allgemeine Trauer hervorgerufen. Bremen, 31. Januar. Nach den neuesten Nachrichten hält man von den 327 Paffagieren der „Elbe" 305 für verloren. Der Dampfer, welcher das Unglück verschuldet haben soll, gilt auch für verloren. Von den 22 Geretteten ist noch keine Nachricht eingegangen. Berlin, 31. Januar. Das „Berl. Tagbl." meldet aus London: BiS jetzt hält man 3 74 Menschenleben für verloren. In vergangener Nacht herrschte ein starker Nordoststurm bei gleichzeitigem Frost. Trotzdem wurde von der Küstenwache und den Zollbeamten eifrig nach einem zweiten Boot ausgespäht, das einigen Berichten zufolge von der „Elbe" losgekommen sein soll. Einige dieser Beamten sind 48 Stunden auf Wache. Bisher ist nichts gesehen oder gemeldet worden und man ist geneigt, die letzte Hoffnung auf- zugcben. Nichts ist bisher angeschwemmt, nichts von der „Elbe" geborgen worden, nur einige Heringsboote, die während der Unglückszeit in der Nachbarschaft fischten, sind bisher nicht hcimgekehrt. Nur an ihre Rückkehr knüpft man noch Hoffnungen. Einer der geretteten Offiziere erklärte, am Backbord deS unbekannten Dampfers grünes Licht bemerkt zu haben. Der Dampfer beabsichtigte vor dem Bug der „Elbe" zu passiren, als das Unglück sich ereignete. London, 31. Januar. Die Blätter kritisiren sehr scharf die Thatsache, daß trotz des Befehls des ertrunkenen Com- mandanten der „Elbe", zuerst die Frauen und Kinder zu retten, der größte Thril der Geretteten aus den Mannschaften deS Schiffes bestehe. Von den Geretteten könne Niemand über die Ursache des Unglücks eine Erklärung abgeben, jedoch scheine festzustehen, daß der britische Kohlendampfer „Mathie" allein die Schuld an dem Zusammenstoß trage. Derselbe habe sich, obgleich noch seetüchtig, nicht um daS Schicksal der „Elbe" gekümmert, sondern sei eiligst davongefahren. London, 31. Januar. Die 20 Personen, welche von dem Unglück der „Elbe" gerettet wurden, wurden von dem Fischerboot „Wild Flower" ausgenommen und nach Lowestoft gebracht. In Southampton herrscht große Erregung. Die Nachricht von dem Untergang der „Elbe" wurde dort bis heute früh geheim gehalten. Die dort wartenden Paffagiere, welche mit der „Elbe" nach Newhork fahren wollten, hat ein nachträglicher Schrecken ersaßt. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Burean. Bremen, 31. Januar. Die „Elbe" war der erste Schnelldampfer des „Norddeutschen Lloyd" und wurde im Jahre 1881 auf der Werft von John Elder & Co. in Glasgow erbaut. Die Läng- des Schiffes betrug 128 Meter, die Breite 133/4 Meter und die Tiefe lOVz Meter. Die ! Geschwindigkeit der Dampfers belief sich auf 16 Knoten in । See bet einer Maximalleistung von 5000 indizirten Pstrde- i kräften. Das Schiff, welches 1130 Paffagiere fassen konnte, war ausgerüstet mit einer dreicylindrigen Compoundmaschine. ( 18 goldene Medaillen, er-Nahrung izermilcb, r-Nahrung her TapitLa die Frauen und Kinder auf die andere Schiffs- feite befahl. Darauf drückte ihm die Frau ihre goldene Uhr : in die Hand und folgte dem Befehl. Auch der Knabe wurde aus dem Boote entfernt, während Hofmann im Boote verblieb. Ein anderer Paffagier, John Vevera aus Ohio, halte die Nacht im Speisezimmer verbracht. Plötzlich aufwachend, sah er eine Unzahl halbnackter Personen durcheinanderlauseu, zog darauf seinen Regenmantel und zwei Rettungsgürtel an, die ihm Umstehende mit Gewalt zu entreißen suchten, und sprang schließlich in das absahrende Rettungsboot. Ein Matrose wollte ihn hinauSstoßen, aber Vevera hielt fich an ihm fest mit dem Gedanken: Wenn ich untergehe, gehst du mit, worauf der Matrose abließ. Ein anderer Paffagier, als dessen Name Bothen angegeben ist, beschreibt den Zusammenstoß wie ein Geräusch großer, sich zermalmender EiSmaffen. — Die Morgenblätter fragen einstimmig nach den waffer- dichren Verschlügen, die entweder auf der „Elbe" gefehlt hätten oder, wie auf dem englischen Panzerschiff „Victoria", offen geblieben sein müßten. Die zweite Frage lautet, weh- halb nicht mehr als fünf Passagiere, dagegen 15 von der Schiffsmannschaft sich im Boote befanden. Loudon, 31. Januar. Heute ist in Southampton ein Steamer angekommen, deffcn Führer erklärt, er habe die Stätte, wo die „Elbe" untergegangen, zwei Stunden nach dem Unglück passirt, aber keinerlei Trümmer oder sonstige Spuren von der „Elbe" bemerkt. Frkf. Ztg. Rotterdam, 31. Januar. Der Capitän des britischen Dampfers „Crathie" erfuhr erst heute, mit welchem Schiffe fein Dampfer zusammengestoßen war und welches Unheil dieser Zusammenstoß zur Folge hatte. Er meldet: „Morgens zwischen 5 und 6 Uhr waren wir etwa dreißig Meilen vom neuen Wafierweg entfernt. Es war sehr dunkel. Plötzlich wurden an Steuerbord vor dem Schiffe drei Lichter eines großen Dampfers sichtbar. Sofort wurde Backbord gesteuert, jedoch vergebens. Auch nachdem rückwärts gedampft wurde, blieb der Zusammenstoß unvermeidlich. Unser Schiff lief mit dem Vordertheil in den Dampfer. Obgleich schwer beschädigt, konnten wir doch blaues Licht zeigen, zum Beweis, daß wir nicht in Noth verkehrten. Binnen einer halben Stunde zeigte auch der Dampfer blaues Licht und, da sofort nach dem Zusammenstoß das Schiff weiter sortsuhr und anscheinend seine Reise weiter verfolgte, glaubten wir, daffelbe sei nicht in Gefahr, doch blieben wir, da wir auch unter Wasserlinie ein Leck hatten, das jedoch glücklich gedichtet ward», noch zwei Stunden an derselben Stelle, ohne etwas vom Dampfer weiter zu bemerken. Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 31. Januar. Die Reichstagscommission für die Zolltarif nov eile genehmigte die Zollerhöhung auf Aether, Bernsteinwaaren, Parfümerien und Honig in Waben und lehnte mit Stimmenmehrheit die Zollerhöhung für Honig in anderer Form und für künstlichen Honig ab. Berlin, 31. Januar. Der Kaiser erhielt folgende Antwort auf die Beileidskundgebung für den Marschall Canrobert: „Paris, 30. Jan. Kaiser Wilhelm, Berlin. Der Marschall Canrobert hätte die hochherzigen Gesinnungen tief empfunden, die Ew. Maj. zugleich iw Namen des Garde- Corps ausdrücken. In ihrem Schmerze richtet die Familie des Marschalls an Ew. Majestät die ehrerbietige Versicherung ihrer Dankbarkeit. Lieutenant Canrobert, Schiffslieutenant Nawcelle." Magdeburg, 31. Januar. Der Geh. Commerzienrath Gruson ist in der vergangenen Nacht gestorben. Bern, 31. Januar. Alle auSgewiesenen Anarchisten wurden verhaftet, ausgenommen der flüchtige Tyroler Giosesfi. Außer Zweien, die für die Regelung ihrer Geschäfte einen 24ftünblgen Aufschub erhielten, werden sie sämmtlich sofort an die Grenze geführt. Rom, 31. Januar. Auf Antrag des Cardinal-Comites für die orientalischen Kirchen beschloß der Papst, eine höhere Studienanstalt in Constantinopel zu gründen zur Ausbildung eines griechisch-katholischen CleruS und eine Kirche erbauen zu laffen, in welcher Gottesdienst nach griechischem Ritus abgehalten werden soll. Rom, 30. Januar. Zwei Bataillone mit 1268 Offizieren und Soldaten gehen heute Abend von Neapel mit der Bestimmung nach Massaua ab. Loudon, 31. Januar. Nach einer Meldung der „Times" aus Kobe wurden die chinefischen Abgesandten von der Volksmenge mit feindlichen Kundgebungen empfangen. Ein großes Aufgebot von Polizei mußte zu ihrem Schutze herbeieilen. Die japanischen Blätter glauben, daß die Frie« denSoerhandlungen zu keinem Resultate sühren werden, da eS unmöglich sei, daß China im gegenwärtigen Zeitpunkte den Forderungen Japans zustimme. Shanghai, 31. Januar. Eine Depesche aus Wei-Hai- Wei meidet: Die Japaner eroberten ein östliches Fort. Ein auf der entgegengesetzten Seite des HasenS liegendes Fort beschießt indessen daS eingenommene Fort so wirksam, daß die Chinesen hoffen, Wei Hai-Wei halten zu können. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 31. Januar. Der „Retchsanzeiger" bringt folgende Zuschrift deS RectorS der hiesigen Universität Professor Pf leiderer: In der Rede deS Reichstagsabgeordneten Herrn v. Stumm vom 9. Januar findet sich folgender Satz: Die Sache ist soweit gegangen, daß man die socialdemo- kratischen Studenten mit den übrigen Studenten in eine Art gemeinschaftliche Verbindung bringen wollte und daß der Scandal so groß wurde, daß der Rector gegen jene Profefforen einschreiten mußte. — Dieser Satz entbehrt der thatsächiichen Begründung. Berlin, 31. Januar. In der ReichStagS-Eommission zur Berathung der Umsturzvorlage haben die Abgg. Graf Roon, Freiherr von Hammerstein, Hüpeden, von vuchka, von Salisch (conL) beantragt, im § 353a des Strafgesetzbuches, welcher die Verletzung der Amtsverschwicgenheit von Beamten im Dienst deS Auswärtigen Amtes des Deutschen Reichs mit Gefängniß und Geldstrasen bis zu 5000 Mark bedroht, die gesperrt gedruckten Worte zu streichen, sodaß also die Strasbestimmung auf alle Beamte Anwendung finden soll. Ferner beantragten die gleichen Abgeordneten, dem genannten Paragraph folgenden Nachsatz zuzusügen: Dieselben Strafen treffen Denjenigen, welcher eS unternimmt, einen Beamten zu einer der im Absatz 1 bezeichneten strasbaren Handlungen zu verleiten oder welcher ein Schriftstück oder eine Anweisung eines Vorgesetzten oder deren Inhalt, von welcher er durch die Verletzung der Amtsverschwiegenheit von Seiten eines Beamten Kenntniß erlangt hat, veröffentlicht oder welcher auf die im § Illa bezeichnete Weise eine nach Absatz 1 strafbare Handlung anpreift oder als erlaubt darstellt. Berlin, 31. Januar. Bei der heute in der Budget- commifsion des Reichstages stattgefundenen Berathung deS Extra-OrdinariumS beim Post- und Telegraphen-Etat wurde die Forderung zur Erwerbung eines Bauplatzes für ein neues Dienstgebäude ift Metz in Höhe von 310300 Mk. abgelehnt. Pforzheim, 31. Januar. Ter BürgerauSschu'; nahm den Antrag, Fürst Bismarck zum Ehrenbürger zu ernennen, an. Heidelberg, 31. Januar. Der Bürgerausschuß der Stadt Heidelberg ernannte den Fürsten Bismarck zum Ehrenbürger. München, 31. Januar. Der Generaldirector der Kgl. bayerischen Staatsbahnen Schnorr von Carolsfeld ist heute Morgen gestorben. Fiume, 31. Januar. Die Bora hält an. Auf der Südbahn sind gestern die ersten Züge angelangt, während auf der ungarischen Staatsbahn jeder Verkehr unmöglich ist. Triest, 31. Januar. Die Bora hat etwas nachgelaffen, die Kälte aber dauert fort. Aus Genua wird gemeldet, daß j daß Schneetreiben und die große Kälte fortbauert. Ebenso ist in mehreren Buchten ber ligurischen Küste, in welcher ein Orkan wüthete, großer Schaden angerichtet worben. Brüffel, 31. Januar. Nach ber gestrigen Kammer- sitzung, in welcher ber Abgeordnete Helleput die Socialisten heftig angriff, curfirte in den Wandelgängen der Kammer das Gerücht, fünf socialiftische Abgeordnete hätten demselben ihre Zeugen geschickt. Paris, 31. Januar. Die Beerdigung Marschall Canroberts findet am Sonntag statt. Konstantinopel, 31. Januar. In den in Amasia von Armeniern bewohnten Häusern wurden Briefe aufrührerischen Inhalts gefunden. In diesen Briefen werden die Glaubensgenossen, welche die umstürzlerische Bewegung nicht ukiterstützen, mit dem Tode bedroht. Petersburg, 31. Januar. Fürst Lobanow wird morgen vom Czaren in Audienz empsangeni Man glaubt doch noch, daß derselbe der Nachfolger GierS werde und den Titel eines Kanzlers erhalte. Warschau, 31. Januar. In ganz Polen sind Ver- kehrsstörungen eingetreten infolge deS seit mehreren Tagen herrschenden Schneetreibens. Locale» un- Sieben, den 1. Februar 1895. ** Die Verordnung, die Ausführung deS ZagdstrafgefetzeS, insbesondere Anordnungen wegen der Heegz-it betreffend, vom 23. Januar 1895, lautet: In Berücksichtigung des Umstandes, daß die Provinz Oberhessen ganz von Königlich Preußischem Staatsgebiet, in welchem zur Zeit eine von der diesseitigen abweichende Schonzeit für Enten besteht, umgeben ist, wird ergänzend zu § 2 Ziffer 5 der Verordnung vom 2. September 1893 verordnet, wie folgt: Einziger Paragraph. Für die Provinz Oberheffen wird biß aus Weiteres die Heegzeit für Enten auf die Zeit vom 1. April bis 30. Juni, beide Tage eingeschloffen, fest- gesetzt. *• Oberhesfischer GeschichlSverein. Vortrag des Herrn Privatdocenten vr. Sauer über „Museen in alter und neuer Zeit", gehalten am 30. Januar 1894. Anknüpfend an das Museum des Vereins sührte ber Vortragende zunächst aus, baß bie Bezeichnung Museum in letzter Linie auf baS Alexanbrinische Museum, ein an ein Musenheiligthum ungegliedertes Gelehrtenpensionat, zurückgehe, baß also der moberne Begriff sich von bem antiken weit entfernt Hube. Dagegen seien bie Vorgänger unserer Museen die, anfangs planlos, mit Bilbwerken angesüllten, ja überfüllten Heiligthümer unb Staatsgebäube mit ihren Annexen, ben Schatzhäusern unb Magazinen, ben Wanbelhallen unb Versammlungsräumen. Wissenschaftliches Interesse an biesen Schätzen unb demnach planmäßiges Sammeln unb Sichten beginne erst in ber über» roiegenb gelehrten Epoche beß Hellenismuß, von bem biese Bestrebungen aus Rom unb weiter auf Byzanz vererbt worben seien. Nachbem bie Zerstörungen ber Völkerwanberung unb der Kreuzzüge, ber Fall Konstantinopels bie letzten Reste bieser antiken Museen vernichtet hatten, regten bie zunächst zufälligen Funbe auf römischem Boden zur Gründung neuer Sammlungen an, unter denen bie ber Päpste unb ihrer Nepoten, der italienischer, aber auch beutscher, französischer unb spanischer Fürsten unb englischer Adliger bie bedeutenbsten würben. Der Name Muieum wirb allgemeiner seit bem Anfang beß 18. JahrhunbertS, seit ber Giünbung von StaatS- sammlungen, ber beiben päpstlichen, beß capitolinischen unb beß vaticanischen, in Rom, beß Britischen MuseumS in Lonbon, mit bem auch ber Begriff beS Museums sich erweiterte, sobaß ber Name heute jebe Sammlung von Anschauungsmaterial bezeichnet. DaS Fürstenmuseum würbe nun seltener, trat aber in der Münchener Glyptothek noch einmal in seiner edelsten Gestalt auf. Ein Muster für StaatSmuseen wurde daS Berliner, besten Organisation sich in ben StaatSsammlungen aller Culturstaaten in ben Hauptzügen wieberfinbet. Den jüngsten MuseumSthpuS stellen die Provinzial- unb Localmuseen bar, zu benen auch bie bescheidene Sammlung beß Verein- gehört. Sie sollen Ergänzungen der groß n Museen, zugleich aber Lehrapparate für engere Bezirke fein, sie verdienen also, so unscheinbar ihr Besitz oft sein mag, sorgfältige Pflege unb eine Organisation, die ihren Zusammenhang nut den reichen StaatSmuseen nie auS den Augen verliert. *♦ Theater Verein. Zuerst sprechen wir dem Dorstarbe beS Vereins den gebührenden Dank dasür auS, bie neulich hier (unbgegebenc Bitte erfüllt unb für bie dritte Vorstellung ein beutscheS Stück gewählt zu haben. War baS französische Lustspiel pikant, so war baS beutsche „historische Schauspiel" harmlos- war jenes voll Esprit, so war dieses voll Gemüth; dem prikelnben Sect trat bie Milch ber frommen Denkungsart gegenüber; ben etwas fragwürbigen französischen Charakteren bie Wucht von beutfcher Liebe, Treue, Hingebung, Rührung, Aufopferung, Solbatenthurn mit obligatem Dessauer Marsch. Unb welches beutsche Herz könnte bem Dessauer Marsche wiberstehen? Das Stück war frisch, munter, humorvoll, unb so war baS Spiel. Frl. v. Le grenzt (diesmal aber wirklich unb wahrhaftig bie Dame, bie am ersten VereinSabenbe nur auf bem Zettel erschienen war) entzückte burch bie Anmuth ihrer Erscheinung wie ihres Spiels; ganz besonbers fein nuancierte sie bie verschiedenen Seelenzustänbe im britten Acte, vom neckischen bis zum tragischen Tone. Herr Barthel als Leopolb, von prächtiger Figur unterstützt, wußte vortrefflich bie Entwickelung vom jungen Liebhaber zum Helben, zum künftigen „alten Dessauer" herauszuheben; in ben beiben ersten Acten wurde er bem leisen Humor gerecht; im letzten hob er ben solbatischen Ton kräftig heraus. Mama Fürstin und Papa Apotheker schloffen sich in erster Linie ben Beiden an; Frau Ernst und unb Herr Roll suchten ihre etwa« stiesoäterlich bebadjien elterlichen Rollen möglichst zu beleben; sie blieben di« Dichter nichts schulbig. Auch Herr Müller that bem Hof- marschall alle Ehre an. Herrn Herrmann haben wir früher bereits einmal hier als Riccaut be la Marltniöre gesehen ; wie versteht cS bieser Künstler bei gleicher Gewandtheit beß gebrochenen Französisch Deutsch, dort ben Abenteurer zu charakterisieren, hier bie in komischer Hülle verborgene Innigkeit brr Empfinbungen zu betonen! Herr Herrmann schafft aus bem Vollen heraus, seine vollenbeten Leistungen riffen baß Publikum zum Beifall auf offener Scene fort. — Eine Kleinigkeit sei noch erwähnt: Dem Dichter Hermann Hersch sinb, wissentlich ober unwissentlich, am Enoe beß vierten Acteß manche kothurnhohen, fünffüßigen Jamben in ben bramatisch bewegten Dialog gerathen. Ich glaube, die Damen thätcn bester, biese kleine Geschmacklosigkeit mit bem Mantel christlicher Liebe zu verhüllen, als bem Zuhörer bie Füße zuzuzählen. — Daß Gesamrntspiel war flott, baß Publikum animirt, ber Betfall reich. * * Neues Theater. Wie uns mitgetheilt wird, kommt heute Freitag Abend wegen Erkrankung des Frl. Egger baß Sensations-Schauspiel „Heimath" von H. Subermann zur Aufführung. • * Staatsmiuister Finger. Die Januar-Nummer ber in । München erscheinenben „Akademischen Monatshefte"^ beS Or- ; ganß Der deutschen Corp-rstubenten, bringt auf Seite 416 ■ bis 417 einen sehr anerfennenben Artikel über bie Feier bes 70. Geburtstages Seiner Excellcnz beS Herrn Staats- Ministers Finger. Der Artikel schließt mit den Worten: „DaS beutsche CorpSstubententhum barf stolz barauf fein, einen als Staatsmann wie als Mensch gleich ausgezeichneten Mann zu ben ©einigen zählen zu bürfen." Der hohe Herr gehörte nämlich zu feiner Stubienzeit in Gießen bem damals dort bestehenden Corps „Rhenania" als Mitglied an. * • Unfall. Gestern Vormittag fiel in der Neustadt ein * mit MilchauStragen bcfchäitigteS Dienstmädchen zur Erde unb erlitt einen Knöchelbruch. Die Verletzte wurde in die Klinik gebracht. • • Feuer. In einem Hause der Wilhelmstraße entstand - gestern Nachmittag ein Brand in ber Slube eines Dienst- 1 mädcheuS. Demselben verbrannten sämmtliche Kleiber. Die Ursache des BranbeS ist noch unbekannt. * * Pevfious-, Wittwen- unb Waiseuversorgung, Krankengeld bei vollstäubig freier Aerztewahl, Unterstützung in unverschul- beten Nothlagen und dergleichen mehr leistet Kaufleuten, Bureaubeamten, Ingenieuren, Chemikern, Lehrern u. f. w., kurz allen im privatwirthschaftlichen Erwerbsleben Angestellten, aber auch selbstständigen Personen, der Deutsche Privat- Bcamten-Berein, wenn sie sich diesem zielbewußten^ ; über ganz Deutschland auSgebehnten Verein und feinen , Raffen zu Schutz und Trutz gegen bie Nothlagen beß Lebens ! anschließen. Der Verein berühr auf dem Princip ber Selbst- . hülfe, und wenn er auch die Arbeitgeber um Unterstützung seiner segensreichen Bestrebungen ersucht und ihnen dringend : an s Herz legt, auch ihrerseits für bie Zukunft ihrer Privat- ; Beaunen durch Einkauf derselben in die Versicherungskaffen 1 zu sorgen, so richtet er doch immer und immer wieder an alle Privatbeamten die dringliche Mahnung, nicht zu warten ! auf fremde Hülfe, die ja vielfach bei den heutigen Verhältnissen in Handel und Gewerbe auch bei bem besten Willen Seitens ber Arbeitgeber nicht gewährt werben kann, sondern, ber eigenen Kraft vertrauend und in engem Zusammenschluß an alle Berufsgenossen, Fürsorge zu treffen für die Familie unb für baß eigene Alter. Prospekte versendet kostenlos ber Deutsche Privat Beamten-Berein, Zweigverein Offenbach a. M. (Vorsitzender: Herr Oberrevisor K. Ihrig.) * * Die Sterbekasse deS süddeutschen Gastwirlhe-BetbaudeS \ (juristische Pe.son) hat nach zweijährigem Bestehen vorzügliche Resultate zu verzeichnen. Die Zahl ber außgeferiigten Ur- kunben hat nahezu 8000 erreicht, währenb für 171 Sterbe- fälle 195 683 Mk. außbezahlt würben. DaS nach § 749* beß Civilgesetzbucheß unpjäaöbare Sterbegeld beträgt 1250 Mk., ber Monatßbeitcag 3 Mk., ber Reservefoud mehr als 130000 Mk.; äußerst humane Bestimmungen zeichnen biese. M roitb, lammt M Frl. Egger m tz. TvdnMM iax-^üwmu hex in eheste", des Di« gt auf Seile 416 ;tl über die Feier des Herrn Staats« mit den Worten: stolz darauf sein, eich ausgezeichneten " Der hohe Herr ,n Giehen dem da« ii all Wiigürd an. in der Neustadt rin taiM«! i“'.®* ,letzt- eitle M w ,Mftr°b« «*"6 itute eine« Ml N-td-r. DU W* hUna in unvexfchu giftet M*' i Lehrern u. f« *»■ D?li V/L i* fi-*Ä M Kerhiilt' >en Wi Willen de°- le"bern, ngen- öu'. (e Familie Lt kostend e verfe"" ' Zme'gver^ ,g.) errev^^'.Ktlban^ ÄS der a^i\ gtertf* S fll$ die! Kr ;Ä ' .Bezirke fein °K sein » ' “ * »ugen i ' dir 6^*8«, ;e Schauspiel" 8 d°ll Gemüth- '' Wbung. oWWtyf, wnte dem Xt\. WW/ munter, ^grenzt D°me, die am erschienen war) ung wie ihres die verschiedenen 'N bis zum tragt' i von Mchtif.er niwickelung vom gen „alten Des- Acten wurde er c den soldatischen Papa Apotheker Frau Ernst und äterlich bedachten sie blieben dtm r that dem Hof- >nn haben wir a Marlinivre ge- siricher Gewandt- :t den Abenteurer Me verborgene Herr Heermann endeten Leistungen er Scene fort. - Dichter hemann d, am Enoe 6eß. ißigen Jamben in Ich glaube, die Üofigkeit mit bcm dem Zuhörer die l war statt, das Raffe vortheilhaft aus; verarmenden Mitgliedern werden die Beiträge gestundet, um den Hinterbliebenen die Wohlthaten der Kaffe nicht zu nehmen. Am 10. October v. I. wurden der Kaffe die Rechte einer juristischen Person (Corpo- rationSrechte) zuerkannt, während eine von einem Mitgliede der Großherzoglichen Oberrechnungßkammer zu Darmstadt vorgenommene Revision eine tadellose Verwaltung ergab, deren Sitz sich in Darmstadt (Director ist Stadtverordneter Reinem er daselbst) befindet. Wir wünschen dem so schön ausblühenden Institute im Hinblick seines so ftdlen Zweckes auch fernerhin bestes Gedeihen. Der 13. Coogreß für innere Medici» findet vom 2. bis 5. April 1895 zu München statt. Sitzungslocal: Akademie der Wiffenschaften, Neuhauser Straße Nr. 51. Folgende Themata sollen zur Verhandlung kommen: Am ersten SitzungStage, DienStag den 2. April: Die Eisen- therapie. Referenten: Herr Quincke (Kiel) und Herr Bunge (Basel). Am zweiten SitzungStage, Mittwoch den 3. April: Die Erfolge der Heilserum-Behandlung der Diphtherie. Referat erstattet von Herrn Heubner (Berlin). Am dritten SitzungStage, Donnerstag den 4. April: Die Pathologie und Therapie der Typhlitiden. Referenten: Herr Sahli (Bern) und Herr Helferich (Greifswald). — Eine größere Anzahl Vorträge find bereits angemeldet. — Mit dem Con- greffe ist eine Ausstellung von neueren ärztlichen Apparaten, Instrumenten, Präparaten u. s. w., soweit sie für die innere Medicin von Interesse find, verbunden. Butzbach, 31. Januar. Heute Nacht, kurz nach 1 Uhr, wurden die hiesigen Bewohner durch „Feuerruf" und Sturmläuten aus dem Schlafe aufgeschreckt. In dem benachbarten Niederweisel war Feuer ausgebrochen. Eine mit Stroh-, Heu rc. Vorräthen gefüllte Scheune stand in Flammen and fiel, trotz der raschen Hülfe, nebst einem Stall dem verheerenden Element zum Opfer. Außer einer Spritze von Butzbach war noch die von Ostheim, sowie ein Commando Soldaten unter Führung eines Offiziers aus Marienschloß auf der Brandstätte erschienen- dieselbe befindet sich ganz in der Nähe des im Juni 1893 stattgehabten Brandes. Ein «Glück war es, daß trotz der eben herrschenden Kälte nach Beseitigung der Eisdecke hinreichendes Waffer aus dem durch Len Ort fließenden Bach entnommen werden konnte. Wie wir hören, soll die abgebrannte Scheune, welche verpachtet war, dem Fürsten von Lich gehören. W. B. 0. Orteuberg, 31. Januar. Die bei uns vorgekommenen Holzverstetgerungen von Bau-, Werk-, Nutz- und Brennholz waren gut besucht und haben mäßige Preise erzielt. DaS scharfe kalte Wetter hat sich heute abgeschwächt und es scheint wieder milder zu werden. Strenge Herren regieren nicht lange. (D Keffelbach, 31. Januar. Der seitherige Bürgermeister Stein wurde bei der heute stattgehabten Wahl mit 82 Stimmen einstimmig wiedergewählt. § Au8 Oberhefseu, 30. Januar. Am Schluß der diesmaligen Jagdsatson, der morgen erfolgt, ist es wohl nicht ohne Jntereffe, einen kurzen Ueberbltck über daS allgemeine Ergebniß und den Wildstand überhaupt zu geben. Wohl ist des letzteren Stärke abhängig von der Beschaffenheit der einzelnen Jagdbezirke, ob nämlich darin oder daran größere Waldungen gelegen oder nicht, ob Gebtrg oder Ebene vorhanden, so daß die Beurtheilung nur eine relative zu sein vermag, deffen ungeachtet kann aber doch beim Verfolg der einschlägigen Berichte über Wildstand und Jagdresultate ein allgemeines Urtheil abgegeben werden. Der Wildstand ist in Oberhessen bezüglich des in Frage kommenden Hochwildes, des Rehes, ein sehr guter. Vor einigen Jahren noch, als die Rehe durch ein ungewöhnliches Glatteis im Winter maflenhaft eingegangen waren, konnte von einem guten Rehstande kaum die Rede sein. Der damals decimirte Stand hat sich indeffen, geschützt durch die größeren Waldjagdbezirke, bald wieder verstärkt, so daß die entstandene Scharte vollkommen wieder ausgewetzt ist. Die Rehjagd war denn auch überall bei der diesmaligen Jagdcawpagne sehr ergiebig. Daher kam es auch, daß baß Rehfteisch so ungewöhnlich ties im Preise stand, daß zuletzt nur 40 Pfg. trotz den sonstigen hohen Fleischpretseü für das Pfund bezahlt wurden. Anders waren die Ergebniffe der Niederjagd. Rebhühner wie Hasen ergaben, einzelne gute Resultate ausgenommen, nur wenig Beute. Der sehr naffe Sommer war der Entwickelung beider Wildgattungen nichts weniger als förderlich. Jnfolgedeffen waren die Rebhühnerketten weniger zahlreich im Felde und bet den Hafen traf man meist junge, nicht ausgewachsene Exemplare an, weil die ersten Sätze eingegangen waren. Uns sind einzelne Jagdbezirke bekannt, in denen man nur die Halste des sonstigen Ergebniffes der Hasenjagd zu verzeichnen hatte. Da auch der Preis sür Hasen ein sehr billiger war, 2,30 Mk. das Stück, so war die Hasenjagd meist recht wenig lohnend. Auffallend seltener ist das Vorkommen des Fuchses gegen früher geworden. Seit man ihm allseits im Winter mit Gift zu Leibe geht, hat er sich stark vermindert. Für den Wildstand ist sein seltenes Auftreten in solch strengem Winter, wie gegenwärtig, wo hoher Schnee und grimmiger Frost ihn sehr gefährlich werden läßt, nur heilsam. - e. Reu.Ulrichsteiu, 1. Februar. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro Januar 18 9 5. Ende Januar 1895" sind in der (Kolonie stellen-, resp. arbeitslos 101 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 18- Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 17, Regierungsbezirk Wiesbaden 11, Provinz Rheinlande 6, Provinz Westfalen 3, Provinz Hannover 2, Provinz Sachsen 6, Provinz Berlin 1, Provinz Brandenburg 1, Provinz Posen 2, Provinz Schlesien 8, Provinz Pommern 3, Provinz Ostpreußen 1- Königreich Bayern 4, Königreich Sachsen 6- Großherzogthum Baden 2- Thüringen 6- Herzog- thum Braunschweig 1, Freie Stadt Hamburg 1, Reichslande 1; Ausland: Oesterreich 1. Hiervon waren: Arbeiter 52, Anstreicher 6, Bäcker 3, Barbier 1, Färber 1, Former 3, Gärtner 1, Glaser 1, Graveure 1, Kaufmann 5, Kellner 1, Lohgerber 1, Maler 1, Maurer 3, Metzger 1, Molkerei Gehilfe 1, Sattler 1, Schlosser 3, Schneider 6, Schreiber 1, Schuhmacher 3, Siebmacher 1, Tüncher 2, Zimmermann 2. Gearbeitet wurde an 2607 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 3344 Tagen. "Im Monat I nuar wurden entlassen 43 Mann, und zwar in Arbeit durch eigenes Bemühen 3, auf eigenen Wunsch 18, wegen eigenmächtigen Verlassens der Arbeitsstelle 7, wegen Verstoß gegen die Hausordnung 6, ohne Kündigung 9. Seit Be stehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2745, dagegen abgegangen im Ganzen 2644 Mann, bleibt Bestand am 31. Januar: 101 Mann. Mainz, 31. Januar. Durch Gouvernementsbefehl wurde den Soldaten der hiesigen Garnison der Besuch der Volksküche verboten. Vermischter. * Harzburg, 31. Januar. Hiesige Herren machten gestern auf Schneeschuhen eine Partie nach dem Gipfel des Brocken. Sie behielten nicht Fühlung und der Förster Band ree von hier ist nicht angekommen. Der Vermißte ist vermnthlich im Brocken-Schnee umgekommen. * Leipzig, 28. Januar. Kaufmann Blum, der Leichenbestatter der jüdischen Gemeinde, stürzte biim Einziehen der Fahne am Abend des Kaisergeburtstages aus dem dritten Stock eines Hauses der Reichsstraße. Der Schädel wurde ihm zertrümmert, der Tod trat sofort ein. * Straßburg i. E., 31. Januar. Ende Juni oder Anfang Juli wird der Verband kynologischer Vereine, der in Berlin seinen Sitz hat, hier eine große internationale Hunde- Ausstellung abhalten. Innerhalb des Terrains der Industrie- und Gewerbe Ausstellung ist ein ausgedehnter Platz für diese Special-AuSstellunq reservirt worden.______________ Eingesandt. Gießen, 1. Februar 1895. Der ll.-Theater - Referent des „Gießener Anzeiger" beklagt in seiner Besprechung über die Benefiz - Vorstellung des Herrn Häcker de« schwache« Besuch der Borstellung. Und in der That, es ist zu bedauern, daß gerade Benefiz Vorstellungen fo sehr wenig besucht werden; um so mehr als doch das „Benefiz" der Ehrenabend für den betreffenden Schauspieler ist. An diesem Abend soll das Publikum beweisen, ob bas betr. Mitglied des Theater^ Personals es verstanden hat, sich durch seine Kunst des Publikums Gunst zu erwerben. Wenn man nun der Sache am hiesigen Theater auf den Grund geht, so muß man zu dem Resultat kommen, daß der Directton auch einige Schuld beizumessen ist. Vor allen Dingen ist unseres Er- achtmS nach die Benefiz - Vorstellung nicht genügend publicirt! Bei anderen Gelegenheiten wird wochenlang vorher große Reclame gemacht; von einer Benefiz-Vorstellung erfährt man nur ganz kurz vorher. Gar Mancher würde die Benefiz - Do. stellung besuchen, wenn er es früher wüßte. So war z. B. für DienStag die Aufführung von „Zwei Wappen" bekannt gemacht, und als Einsender dteieS sich ihre Karten laufen wollten, erfuhren sie bet der Vorverkaufsstelle erst, daß „Benefiz- sei. Und so ist es vielen Anderen auch ergangen. Es ist aber eine alte Erfahrung, daß, wenn sich Jemand für eine bestimmte Vorstellung gerüstet, er auch kein anderes Stück an dem Abend sehen will. Weiterhin erblicken wir in dem Ausschlag von 50 Pfg. auf Abonnementskarten auch einen Grund, warum die Benefiz-Vorstellungen so schlecht besucht werden. — Beim Zeichnen deS Abonnements ist mit kciner Silbe erwähnt worden, daß bei Benefiz-Vorstellungen Aufschlag erhoben werde. — Bei Gastspielen sind Abonnements eo ipso aufgehoben; jetzt kommen die „Benefiz" mit Aufschlag, da kann eS nicht Wunder nehmen, wenn die Abonnenten mrßmuthig werden, und gar nicht ins Theater gehen. Daher möchten wir der Direciton in ihrem eigenen Jntereffe empfehlen, von einem Ausschlag bet Benefiz-Vorstellungen abzusehen, sondern diese Vorstellungen auch einfach im Abonnement zu geben; und ferner die „Benefize" frübe bekannt zu geben, damit dem Publikum auch Gelegenheit geboten wi , seine Lieblinge durch zahlreichen Besuch zu ehren. Dem Theater liebenden Publikum möchten wir aber dring- o ans H-rz legen, namentlich Benefiz-Vorstellungen zu besuchen. Tas „Benefiz" ist ja ein Thetl der Einkünfte deS Schauspielers und jeder Benefiziant rechnet damit. Es ist ferner der Lohn für die vergnügten Stunden, die der Schauspieler im Laufe der Saison geboten; und da bekanntlich „Die Nachwelt dem Mimen keine Kränze flicht", s» muß die Gegenwart ihn ehren, und daS wird bewiesen, wenn Bmefiz- Vorstellungen stets „ausverkauft" sind, und dankbar wird der Schauspieler stets die Stadt in Ehren halten, in welcher sein „Ehrenabend" auch ein wirklicher, in künstlerischer wie pecuniärer Beziehung, gewesen ist. Mehrere Theaterbesucher. Füttert die Böglein bei Frost, Reif, Eis und Schnee! Sie dankens im Sommer, der Hunger thut weh! kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 3. Februar. 4 Sonntag nach Epiphanias Gottesdienst. I« bet Stadtttrche. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrvermalter Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr: Ktnderklrche. Pfarrverwalter Dr. Grein- Donnerstag den 7. Februar, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule Btbelflunde. Pfarrverwalter Dr. Grein- An der JohavneSkirche. Vormittags 9'/r Uhr Profrffor D. Reisch le. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche der Lukasgemeinde. Pfarrer Dinge ldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde im Abendgottesdienft. Montag den 4. Februar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandensaal der Johannesktrche. Erster Brief des Johannes, Cap 4, von VerS 19 an: Gottesliebe und Bruderliebe in ihrer Einheit. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Sonntag den 3. Februar. 4. S- nach Epiphanie- Samstag: Nachmittags um 41/, Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6Vi Uhr erste hl. Messe; „ nm 7Vs Uhr Austheilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 9Vi Uhr Hochamt mit Predigt; Abends um 6 Uhr Muttergottrsandacht. Anmerkung Nach dem Hochamt und der Abendandacht wird der St. Blasiussegen ertheilt. Verein für jüdische Geschichte und Literat«« r Wetzueingasse 8, Nachmittags 2 Uhr. 28 Amtliche Prüfung der Lichtstarke des Leuchtgases. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gasverbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Paraffinkerzen. Monat Januar 1895: 14 Kerzen. Buchner. Ualcloidpn verlangen stets eine sofortige Bekämpfung, will H<4181vlUvll man nicht Gefahr laufen, daß die langwierigsten und fchlimmsten Krankheiten daraus entstehen sollen. Zur solchen Bekämpfung empfehlen medtcintsche Autoritäten Fays ächte Sodener Mineral-Paflille« als das hte>zu geeignetste, wtrkungsretchst Heilmittel, das A 80 Pfg. die Schach'el erhältlich ist. 49 Holzverkauf in der Königl. Oberförflerei Rroföorf. I. Dienstag den 5. Februar, Vorm. 9 Uhr, im Weißbrod- scheu Gasthause in Salzböden. 1. Schutzb. Salzböden. Distr. 62 (Hohenschied) Buche 1 rm Kn., 15 rm Reis.; Fichte 4 rm Scheit-, 59 rm Stockh.; Distr. 78 (Hardt) Eiche 41 rm Stockh.; 204 rm Reis.; Buche 10 rm Nutzh., 56 rm Scheit, 22 rm Kn., 22 rm Stockh., 269 rm Reis. 2. Schutzbcz. Waldhaus. Distr. 56, 58 (Lindenschied) Buche 291 rm Scheit, 13 rm Kn., 2 rm Stockh., 258 rm Reiser. II. Freitag den 8. Februar, Vorm. 9 Uhr, im Kahlert'scheu Gasthause in Krofdorf. 1. Schutzb. Krofdorf. Distr. 18, 15 (Kreuzschläge) Eiche 2 St. — 0,65 fm, 1 rm Scheit; Buche 23 rm Felgenholz, 450 rm Scheit, 91 rm Kn., 125 rm Stockh., 800 rm Reis. 2. Schutzb. Waldhaus. Distr. 48, 50 (Lichtenberg) Eiche 3 rm Nutzh., 1 rm Kn.; Buche 17 rm Scheit, 67 rm Kn., 540 rm Reis. Distr. 34 (Kreuzgärtchen), Eiche 20 rm Nutzh., 1 rm Kn., 10 rm Reis.; Buche 1 rm Nutzh., 50 rm Scheit, 100 rm Kn., 650 rm Reiser. Krofdorf, den 31. Januar 1895. 1022 Der Oberförster. Pferdedecken Kn herabgesetzten Preisen empfiehlt 852 Heinrich Wallach. | EiS-Thausalz Viehsalz empfiehlt die 948 Adler-Drogerie, Seltersweg 39. Montag den 11. Februar, Nachmittags 4 Uhr, soll auf dem hiesigen OrtSgericht die dem Johannes «eil erster tn Gießen ge- höiige Hofraitbe: Flur 2 Nr- 1O4‘/io — 623 qm LaggSrten in den Untersten Schießgärten öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 25. Januar 1895. Großh. Ortsgericht Gießen- ___________I A-: Bogt.________672 Die HlllMsteigerung vom 30. d. Mts. in der Oberförsterei Schifienberg ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 13. Feb ruar d. I. von Großherzoglichem Rentamt Gießen bezogen werden. Die Ueberweisung des Holzes erfolgt Donnerstag den 14. Februar, Morgens 8 Uhr. Gießen, den 31. Januar 1895. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. ____________Heyer._______1017 Matzen aus der Matzenfabrik von A. Grieß, heim Beuern empfiehlt 136 J. M. Schulhof. irtS 2 Uhr. im ' \ 7 7 Freitag mittags 2 Uhr. versteigere ich im Pfandlocal gegen Baar,al lang: großeParthie Werkholz, 2Oeconomie- wagen, 1 Nähmaschine, 1 Glasschrank, Sovhas, Commode, Kleiderschranke, 1 Regulateur. Gießen, den 1. Februar 1895 Mulch, 1028 Vollziehungsbeamter. 1024] Im hiesigen Provinzial- Arresthause ist die Stelle einer Gefangenwärterin sofort zu besetzen. Verbunden mit dieser Stelle ist eine Jahresrenumeration von 600 Mark mit freier Wohnung, Heizung und Beleuchtung. Bewerberinnen, nicht unter 30 Jahre alt, unverheirathet oder verwittwet ohne Kinder, wollen ihre Gesuche unter Vorlage von Zeug- niffen alsbald bei dem Unterzeichneten einreichen. Gießen, den 31. Januar 1895. Der Großh. Erste Staatsanwalt. Dr. Güngeri ch. 1024 ^leitzzeugsticken wird billig und gut beforgt. 804 Sch«lstratze 4, 3. St. in Glac6, Seide rc., in verschiedenen Knopflängen, Glacs-Handschuhe schwarz, weift und farbig, Winter -Kandschuhe aller Art empfiehlt billigst 951 J, H. 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