m. 283 Der fUfewn Adriger aichnat täglich, *M «n-nahme brf «onlag». Die «ießmer M«»itle«ötLtter ettbrn dem Anzeiger »Tch«tlich dreimal kiedtgt t89& Erstes Blatt. Sonntag den 1. December Gießmer Anzeiger Kenerat-Wzeiger. vierteljähriger „ A-onnements-reiZ t 2 Mark 20 Pfg. mA vringerloha. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. «cdaction, Expedition und Druckerei: Zch.rgrntzeNr.'. Fernsprecher 5L i Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. £ | Krati-Scikage: Kich-ner KamiNmSMer. Alle Lnnoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Gefunden: 1 Paar Manschettenknöpfe, 1 Spazierstock, Stickereien, 1 Glacehandschuh, 1 Plüschkappe, 1 Taschentuch, 1 Filzhut, 2 Päckchen mit Inhalt und 1 Fingerhut. teßen, den 30. November 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. E. v. Bechtold, Regierungs-Assessor. Ueuefte Nrrchvichten. Wolffs telegraphische» Correfpondenz-Bureeu. Btili», 29. November. Viceadmtral z. D. Wilhelm Wickede ist gestern gestorben. Berlin, 29. November. Das Polizei-Präsidium gibt die Schließung von elf soctaldemokratischen Vereinen bekannt und zwar sechs Reichstagswahlvereinen, der Preßcommission, der AgitationScommisfion, der Locaicommission, deS Vereins der Vertrauensmänner und deS Parteivorstandes der soctaldemokcattschen Partei Deutschlands. Die Schließung erfolgt auf Grund deS § 8 der Verordnung über die Verhütung deS Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Versammlung-' und VereinSrechrS vom 11. März 1850. Berlin, 29. November. Gegenüber der Meldung der „Hamburger Börsenhalle", von der Regierung nahestehenden Kreisen werde an die Einberufung deS preußischen Landes- öconomie-Collegiums zum 4. December die Vermuthung ge> knüpft, daß die preußische Regierung Über ihre end- gUtige Stellung zum Zuckersteuer-Gesetzentmnrf noch nicht klar sei und gegenüber der vou der „National- Zeitung" hieran geknüpften Bemerkung, eS sei seltsam, daß da- Landes Oeconomte-Collegium nach Einbringung der Vorlage im BundeSrathe behufs ihrer Begutachtung zusammenberufen werde, schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": „Diese Bemängelungen beruhen auf mangelhafter Kenntniß der einschlägigen Verhältnisse. Daß die Vorberathung für den Entwurf von der RetchSregterung geführt sei, entspreche der Natur der Dinge, da die Zuckerbesteuerung Reichssache sei. Selbstverständlich aber habe sich die RetchSregierung die Zustimmung der preußischen Regierung versichert, da die Vorlage überwiegend daS preußische Interesse berühre. Die ,9totbb. Allg. Ztg." erwähnt schließlich dte Meldung der Presse, der Kaiser habe sich gelegentlich deS Diners beim Fiuanzmtnister in bestimmtester Weise über die Nothwendig kett deS Zustandekommens des Gesetzes ausgesprochen. Altona, 29. November. Generaloberst Gras v. Waldersee erhielt gestern folgende- Telegramm deS Kaiser-: Neues Palais, 28. November: „Bei der 35. Wiederkehr deS Gedenktage- von Beaune la Roland erinnere ich mich gern und dankbar Ihrer verdienstvollen Thätiakeit in jener ernsten Zeit." gez. Wilhelm I. R. Straßburg, 29. November. Der Grohherzog vou Baden ift heute Abend 8.30 Uhr von Karlsruhe hier ein- getroffen und am Bahnhofe vom Fürst Statthalter und dem Erbprinzen von Hohenlohe Langenburg empfangen worden. Bern, 29. November. 4100 Arbeiter der Nord- ostbahn haben das Begehren der Lohnaufbefferung unterzeichnet. Bei den Vereinigten Schweizerbahnen berheiltgten sich 93pCt. des Personals an der Lohnbewegung, bet der Ceotralbahn 90 pC. Ungefähr gleich stark ist die Bewegung bei der Jura S'mplonbahn. Bei der Gotthardbahn greift die Bewegung rasch um sich,- wahrscheinlich wird sie sich aus dte Kletnbahnen ausdehneu. Ro«, 29. November. Der Papst hielt heute das geheime Consistortum ab. In diesem ernannte er neun Cardinäle, darunter den Erzbischof von Lemberg und den Fürst Erzbischof von Salzburg, und präcomsirte 24 italienische Bischöfe. Paris, 29. November. Der Ackerbauminister ewpfi g heute eine Abordnung der Gesellschaft der Zuckerrübensamenzüchter, die den Minister auf dte in der Einfuhr deutschen ZuckerrübensameoS, der dte einheimische Production bedrohe, liegende Gefahr aufmerksam machte. Der Minister versprach die Sache ernstlich zu prüfen. Brest, 29. November. Bet dem dem Admiral Kala- geraS und den Offizieren deS russischen Geschwaders vou der Stadt Brest gegebenen Ehrenpunsch spielte die Musik die russische Nartonaldymne. Admiral KalageraS gab tn feinem Trink pruche der Sympathie für Frankreich Ausdruck. Die Tage von Kronstadt und Toulon seien eine Erbschaft der Geschichte der beiden Großmächte, deren Vereinigung so stark sei, daß nichts dieselbe zerreißen könne. Frankreich und Rußland seien in denselben Ideen verbunden durch brüderliches Zusammenwirken für den allgemeinen Frieden. Der Admiral trank zum Schluß auf den Präsidenten Faure und die französische Nation. Der Trinkspruch wurde mit lebhaftem Beifall und den Rufen: „Es.lebe Rußland!" ausgenommen. Depesche» de« Bure»» .Herold". Berliu,^29. November. Der Kaiser ist gestern Abend gegen 6V2 Uhr tn Neu Gattersieben eingetroffen. Dte Abendtafel faud tm dortigen Schlöffe statt. Heute Vormittag 9 Uhr erfolgte der Aufbruch zur Jagd. Dte Rückkehr wurde gegen 4 Uhr Nachmittags erwartet. Berlin, 29. November. Der Kaiser wird, wie bereits gemeldet, Montag Vormittag nach Breslau reisen, um an der 25jährigen Gedenkfeier der Schlacht bei Lotgny-Pouprh, welche daS dortige Leib-Kürasfier-Regtmeut veranstaltet, thetl- zunehmen. Die Rückkehr des Kaisers wtrd voraussichtlich am 3. December erfolgen. Berlin, 29. November. Der „Reichsanzetger" veröffentlicht heute eine Verordnung, betreffend den Verkehr mit Arzneimitteln, vom 25. November 1895. Berlin, 29. November. Dte „Nordd. Allgem. Ztg." erklärt dte Meldung der „Dresdener Deutschen Wacht", daß nach einer Aeußerung des Kaisers der Rücktritt des SraatSsecretärS v. Bötticher unmittelbar bevorstehe, sowie daß der Kaiser in der Handwerkerfrage voll und ganz auf dem Boden des Berlepsch'fchen Entwurfs stehe und tn der Vorlage des Bölttcher'schen Handwerker-Gesetzes eine Durchkreuzung dieser Pläne erblicke, für erfunden. Berlin, 29. November. Wie daS „Berliner Tagebl." meldet, wird dte Militär-Verwaltung wahrscheinlich noch tm jetzigen Probejahre die bessernde Hand an die vierten Bataillone legen, doch würden dabei die polt- tischen und budgetioen Gesichtspunkte nicht berührt. ES handelt sich vielmehr innerhalb der Präsenzziffer um rein militärische Fragen, durch welche einerseits der Hauptzweck der vierten Bataillone, als CadreS für den Kriegsfall zu dienen, beffer erreicht werden soll und die nicht bei den vierten Bataillonen dienenden Mannschaften namentlich im zweiten Dienstjahre eine gründlichere Ausbildung erfahren könnten, als dies in den beiden ersten Versuchsjahren der Fall gewesen ist. Bet allen diesen Erwägungen ift dte dreijährige Dienstzeit gar nicht in Betracht gezogen worden. Berlin, 29. November. Vor der 2. Strafkammer des Landgericht- I stand heute die Verhandlung gegen den Herausgeber und Redacteur der Zeitschrift „Ethische Cultur", Dr. Förster aus Freiburg t. B., an. Der Staatsanwalt hielt die Anklage voll aufrecht und beantragte 9 Monate Gesänguiß. Nach der Berrheidtgnngsrede deS RechSanwalts Dr. Gordon erkannte der Gerichtshof auf eine Festungshaft von drei Monaren. Berlin, 29. November. Der soctalisttsche Reichstag-- abgeordnete Schippe! hat gestern auf die Aufforderung deS Staatsanwalts (eine zweimonatliche Gejängnißftrafe in Plötzensee angetreten. Stettin, 29. November. Dem freireligiösen Lehrer Caesac aus Berlin wurde, wie dte „Stettiner Abendzeitung" meldet, dte ihm von der hiesigen Schultnspectton ertheilte Eclaubntß für den Jugendunterricht wieder entzogen, und zwar auf Antrag des Polizeipräsidiums. Die Erlaubntß hier war dem Lehrer ertheilt worden, nachdem ihm dieselbe tn Berlin bereits entzogen war. Thorn, 29. November. Nachdem das Thermometer Nachts bis 10 Grad unter Null gesunken, geht bie Weichsel heute stark mit Treibet-. Der SchiffSoerkehr wurde eingestellt Frankfurt a. 3R , 29. November. Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus London: Im englischen Budget wtrd für daS nächste Jahr ein Ueverschuß von vier blS fünf Millionen Pfund Sterling erwartet. Wien, 29. November. Gestern hielten die Antisemiten tn 19 Bezirken Wiens stark besuchte Versammlungen ab, in denen hesttge Reden gegen die Regierung und die liberale Preffe gehalten wurden. Es wurde beschloffen, den Kampf gegen den Glasen Badeni und dessen Verhalten bei den Bürgermeifterwahlen energisch fortzusetzen und den Kampf gegen die liberale Preffe mit allem Nachdruck aufzunehmen. Benedig, 29. November. In ganz Ober- und Mittel- Italien herrschte abnorme Kälte. In Turin betrug die Kälte heute früh 12 Grad. Pari-, 29. November. Bompard wurde zum General-Residenten von Madagaskar auSersehen. Paris, 29. November. Dte feierliche Beisetzung Alexander DumaS, findet morgen Mittag auf de« Fried- Hofe zu Montmartre statt, und zwar zunächst nur provisorisch in einer, der Stadt Paris gehörigen Gruft. Die definitive Beisetzung erfolgt später in einer anderen Gruft, welche in einer neu anzulegenden FriedhofS-Allee hergerichtct wtrd. — In seinem Testament spricht DumaS zu gleichen Theilen sein Vermögen seiner Wittwe und seinen beiden Töchtern z«. Paris, 29. November. Der Mtnifterrath hat sich gestern mit den Maßregeln beschäftigt, dte auf MadagaScar zu treffen sind. Besonders wurden die Aenderungen besprochen, dte an dem FriedenSvertrage vorzunehmen sind, und welche daS Recht der Souveränität Über MadagaScar fest- zustellen haben. Ein General-Syndikat wird dorthin gesandt, und dte Verwaltung unter das Ministerium der Colonien gestellt worden. Petersburg, 29. November. Dem Vernehmen nach wurde von der Regierung dte osficielle Betheiliguvg an der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 beschloffen. Konstantinopel, 29. November. Die sÜr die klein- asiatischen Vtlajets eingesetzte Central-Commission hält täglich Berathungen ab. Infolge der Nachrichten Über die große Nothlage der Bevölkerung in den kleinasiattschen Vilajets wurde beschloffen, den zehnten Theil des geernteten Getreides an die Nothleidenden zu verthetlen. Gieße«, bett 30. November ms. * * Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht: Am 30. October dem Schullehrer Heinrich Katzenbach zu Wieseck da- Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipp- des Groß- müthtgen zu verleihen. * ♦ Ruhestandrverfetzuug. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Allergnädigst geruht, den GerichtS- schretber bet dem Amtsgericht Gießen, Karl Heinrich Gläßing unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. December 1895 an, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen, und demselben daS Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps de- Groß- müthigen zu verleihen. ♦ * Schuldienst Nachrichten. Am 9. November wurde dem Schulamtsaspiranlen Peter Burk aus Ober-Mörlea die zweite und dem Schulamtsaspiranten Johannes Hetz aus Fürth t. O. die dritte Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Klein - Krotzenburg, Kreis Offenbach, — am 12. November wurde dem Schullehrer Adam Geis zu Mörlenbach eine Lehrerftelle an der kathol. Schule zu Gernsheim, Kreis Groß-Gerau, — am 13. November wurde de« Schullehrer Heinrich Malst zu Hirschhorn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu BüveSheim, KreiS Bingen, übertragen. ♦ * Kirchliche Dienstnachrichten. Am 8. November wurde dem Psanverwalter Johannes May zu Hambach, Decanat Heppenheim, die katholische Psarrstelle daselbst, — an demselben Tage wurde dem Pfarrverwalter Singer zu Mosbach, Decanat Dieburg, dte kathol. Pfarrstelle daselbst übertragen. • * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangcUichen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fretenseen, Kreis Schotten, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die zweite Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Lütz 1-WiebelSbach, Kreis Erbach, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein Wertheim Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem eoangel. Lehrer zn besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wieseck, Kreis Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 1000 Mk. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wies-Opvenheim, Kreis Worms, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. • * Ber-eichuiß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberheffeu pro 4. Quartal 1895: 1. Dienstag den 3. December, BocrmttagS 91/, Uhr, gegen Adam Schleich aus Rüdbingshausen wegen Meineid. Die Alckiage vertritt Großh. Staatsanwalt Zimmermann, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Juftizrath Batst. 2. Mittwoch den 4. December, Vormittags 9 Uhr, gegen Jacob Filz ans Affenhetm wegen Bionbfttftungß» Versuchs. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Koch, die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. 3. Donnerstag den 5. December, Vormittags 9 Uhr, gegen Heinrich Glück aus Vilbel wegen TodtschlagS- Versuchs. Die Anklage vertritt Großh. GerichtS-Affeffor Dr. Glässing, dieBertheidigung führt Rechtsanwalt Metz. 1895. 25 Pfg- 60 23 46 , 21 , 20 , 42 40 , 63 , b*n Ausgaben der Gemeinde in Erwägung zieht — es find S- B. 9 Lehrer hier angestellt — so kann man sich wohl I ringen, ein klares Bild von dem Retcbthum unserer Gemeinde vorstellen. gaben: Als ein Dorf von 4000 Einwohnern, das vor etwa 100 Jahren noch aus drei Dörfern bestand, die sich im Laufe der Zeit mit einander vereinigt haben, ist Langenselbold m der glücklichen Lage, daß dessen Einwohner nicht allein frei von Communalsteuern find, sondern noch außerdem in Holz bestehenden Gemeindenutzungen einen jährlichen Baar« betrag von 20 Mk. erhalten. Die Möglichkeit dieser 8er« günstigung verdankt die Gemeinde den bedeutenden Einnahmen von durchschnittlich 40,000 Mk. jährlich an Wiesenpacht, wozu noch ein bedeutendes Capital durch die hohe Jagdverpachtung kommt. In früheren Jahren wurde alljährlich ein großes Capua! auSgeliehen, in den letzten Jahren dagegen hat man es für besser befunden, die Ortsbürger alljährlich mit obigem Geldbeträge zu erfreuen. Wenn trau nun auch die bedeuten Gesichtsfeldes nur in der Dunkelheit ein, der bekannte Za» ftanb der ,Nach tblind heir". Daß Leiden hat sicherlich einen großen Theil der Unfälle durch Ueberfahrenwerden auf dem Kerbholze, da der Nachtblinde dea Wagen erst sieht, wenn er ihm direct geqenüberstehl. 4. Freitag den 6. December, Bormittags 9 Uhr, gegen Wilhelm Eckhardt aus Ruppertsburg wegen Meineid. Die Anklage vertritt Großh. BtaaiSanwalt Zimmermann, die Bertheidigung führt RechkSanwalt Dr. Fuhr. •• Herr Dr. phil. Dietrich, seither in Berlin Mitarbeiter der Monumenta Germaniae, hielt gestern Vormittag ib der kleinen Aula des CollegiengebäudeS eine Probevorlesung, um sich für die Geschichte des Mittelalters als Privat Dozent bei unserer Hochschule zu habilitiren. ** Dresdener Gesawmtvorstelluog. Auf die morgen Sonntag ftattfindende Vorstellung machen wir hiermit nochmals besonders aufmerksam. Vier Gäste werden in dem trefflichen Bühnenwerke Lessings „Minna von Barn- helm" Mitwirken, so daß ein hoher Kunstgenuß in ganz bestimmter Aussicht steht. *• Coucert Lotfch. Morgen Sonntag finden im L e n z'schen Felsenkeller zwei Concerte der beliebten Sänger-Gesellschaft statt. ** Löwen Theater. Ueber die hier eintreffenden Löwenbändigerinnen Fräulein Geschwister Berg schreibt der „Hann. Cour.": Geschwister Bergs Löwentheater ist, seit- bem es sich hier befindet, das Ziel zahlreicher Besucher, die sich an dem auf dem Gebiete der vollkommenen Löwendreffur Gebotenen fortwährend erfreuen. Die Bändigerinnen, Fräul. Hermine und Fräul. Henriette Berg, zeichnen sich durch I wirklich vorzügliche Leistungen in ihrem Fache aus und ist es nicht zum wenigsten ihre äußere Erscheinung, die zum Be f ch der Vorstellung einlädt. Es dürfte Manchen interessant si'tt, daß die Schwester derselben, Fräulein Marcella Berg während der Weltausstellung in Chicago als Thierbändigertn mit viel Erfolg aufgetreten ist. *♦ Goldwährung ober Doppelwährung. Nächsten Dienstag den 3. December wird Herr Bankdirector F. Thorwart aaS Frankfurt a. M. im Freisinnigen Verein einen Vor- ttag über ^Goldwährung oder Doppelwährung" halten. Unter den verschiedenen wirthschaftlichen Fragen, welche heute im Vordergründe der öffentlichen Erörterung stehen, nimmt bekanntlich die Währungsfrage eine Hauptstelle ein. Ueber dieses schwierige Thema nun einen so berufenen und erfahrenen Mann sprechen zu hören, dürfte für Jedermann inte- r'ffant und wünschenSwerth sein. Es sind darum auch an diesem Abend Gäste im Freisinnigen Verein gerne willkommen. vermischte». * Langenselbold, 25. November. Bon dem Wohlstände der hiesigen Gemeinde zeugen folgende An- Eingesandt. Don Herrn Bäckermeister Häuser in Großen Linden nmrbe unS nachstehendes Schreiben überreicht, mit der Bitte, efl iar Jatereste deS bauenden Publikums zu veröffentlichen: An die Redaction des Gießener Anzeiger« Gieße». 3m Interesse des bauenden Publikum- sehe ich mich veranlaßt. Sie zu bitten, in Ihrem gesch. Blatte die Vorth«ile der Grüsschen Steine und vor all-m Dingen der neuen Art Wölbsteine, der sogen. EHourdtS', tu veröffentlichen. Im September b. I. wurde ich durch ein Brandungläck heirn- flefudft, wobei unter Anderem mein im vorigen Jahre von Gatl'lchem Fabrikat neue' bauteS Stallgebäude betroffen wurde. Das Stall- scbäude war im ersten Stock massiv auS Gail'schen Blendsteine» vnivcrsitäts - Nachrichten. Marburg, 29. November. Professor Stengel ist »um Sommersemester 1896 nach GreisSwald versetzt; von der dortigen Untv.rsttät kommt der Romanist Koschwitz nach Marburg. bauet und Conservirnng geben kann. Deshalb wäre es wirklich bie höchste Zeit, daß man mit dieser gräßlichen Mode aufhörte. Die Qualen, welche die Pferde auSstehen, find jedenfalls viel größer, als wir glauben. Wenn die armen Thiere sprechen könnten, wie würden sie wegen dieser nutz losen Quälerei die Menschen anklagen! Ans diesen überein- stimmenden Äußerungen Sachkundiger geht hervor, daß Scheuklappen wie Aussatzzügel thierquälertsche Geschirrslücke sind, welche das Pferd vor der Zeit rutniren und somit den Besitzer schädigen! Man sollte denken, dieser Umstand müßte alle Fuhihalter veranlassen, so schnell als möglich mit jener „gräßlichen Mode" aufzuräumen, N. H. B. • Ein beklageoSwerther Vorfall, der zur Warnung dieueu sollte, ereignete sich am Dienstag in Berlin. Die Stickerin Martha Kallmann hatte Arbeit nach einem Tapsserie- gefchäft getragen und sah sich nachher noch das Schaufenster dieses Geschäfts an, als sich eine vor dem Schaufenster stehende Dame rasch umdrehte und das unglückliche Mütchen mit ihrer lang hervorstehenden spitzen Hutnadel direct ins rechte Auge traf. Mit einem lauten Schrei brach baS arme Mäbchen bewußtlos zusammen und würbe sofort nach der Augenklinik gebracht, wo man gleich feststellte, daß daS Auge der Unglücklichen ausgelaufen fei. Nur durch baS rasche Einsteigen in eine Droschke rettete sich bie Dame vor einem Acte ber Lynchjustiz, ben auSzuüben mehrere Passanten Miene machten, als die Verursacherin deS Unglücks sich noch recht impertinent benahm. * Ueber den Wettlauf eine- Prinzen mit einem Eisenbahnzug schreibt eine Corresponbenz: Auf ber Eisenbahn- strecke Reppen- Weseritz sprang kürzlich ein Passagier qu« bem in voller Fahrt befinbtichen Zuge, lief eine Strecke neben demselben her und stieg bann wieder in fein Coupb. Auf ber nächsten Station legitimirte sich ber betreffende Passagier burch eine Visitenkarte als Prinz zu Salm-Horstmar, L'eutenant im 3. Garbe Ulanenregiment. Der schneidige Wett fünfer wurde hierauf von der B triedsinspection in eine Ordnungsstrafe von 30 Mk. genommen. * Ren-Ulm, 29. November. Der Pferdeschlächter Damian Jlg von Beuren, Bezirksamt Neu. Ulm, erstach gestern feinen 21 jährigen Sohn im Verlaufe eines Wortwechsels mit einem großen Schlächtermesser. Der Thäter wurde sofort verhaftet. * Die Prüfung deS Gesichtsfeldes, be« Umkreises menschlichen Sehvermögens, hat, wie Dr. Fr. Ranzow in der Zeitschrift „Zur Guten Stunde" auösührt, in ber jüngsten Zeit eine sehr große klinische Bedeutung erlangt, weil die Einschränkung be« Gesichtsfeldes ein Shmtom einiger Nervenkrankheiten ist. Bei manchen Kranken ist das peripherische Sehen völlig vernichtet- sie sehen nur im F'xationSpankt, können aber hier volle Sehschärfte besitzen. Bei Einigen tritt eine solche hochgradige Einengung be« ** Volkszählung. Seit dem Donnerstag sind in unserer Stadt 87 Zähler in ebenso viel Bezirken thätig, um den Haushaltung-Vorständen die Zählbriefe und Zählkarten zum Zwecke der Ausfüllung für die Volkszählung auszuhändigen. 3m Hinblick auf den wichtigen Zweck der Volkszählung im Allgemeinen sollte Jeder bemüht sein, daS ihm behändigte Material deutlich und richtig auszufüllen oder sich ausfüllen zu lassen, damit die Zähler, welche am Montag die Zähl- brtefe wieder einsammeln, keinen unnölhigeu Aufenthalt haben. *e Heilanstalt für Lungenkranke. Der Vorstand ber In- valibitätS- und AltersversicherungS Anstalt für baS Groß- herzogt um Hessen hat bei ben hessischen Stabten bie Gründung einer Heilanstalt für Lungenkranke in Anregung gebracht. Die hessischen Städte sollen gemeinschaftlich und zwar auf ihre Kosten eine derartige Anstalt an einem geeigneten Orte (etwa im Odenwald) in« Leben rufen und unterhalten. ** Zu Amerika verstorbene Hessen. New-Aork City: Ehefrau von Georg Nuß, auS Heppenheim a. d. B. Isaac Braun, 48 I. alt, aus Flonheim. Akron, O.: Louise, Ehefrau von W. Bubeck, 42 I. alt, auS Darmstadt. Bell eville, Jll.: Maria Magdal. EmkenS geb. Neumann, 67 I. alt, aus Heubach. Katharina Flohn ged. Zimmermann, 58 I. alt, aus Weinsheim. Brooklyn, N. Y.: F. Karl Eichel, 58 I. alt, auS Steinbach bei Michelstadt. Grand RapidS, Mich.: Frau Peter Vogt, 72 I. alt, aus Rheinhessen. MaScoutah, Jll.: Margaretha Lotz geb. Sensel, 71 I. alt, aus Roßbach. Town Center, i WiS.: Georg Riehl, 84 I. alt, aus Darmstadt. Wa shing- I ton, D. C.: Alfred Knapp, 62 I. alt, au« Darmstadt. Phil'PP Dietz, 41 I. alt, auS Alzey. Belleville, O.: Frau Apollonia ReiS, die Gattin des früheren Mayors Michael Reis, 64 I. alt, aus Biblis. Colby, Clark Co., Wi«.: John Henkel, 60 I. alt, aus Darmstadt. Dahton, O.: Elisaberho, Wittwe von August Faul, 58 I. alt, auS Albig. Philipp Marquardt, 81 I. alt, auS ElmShaufen. Jack- fon Township, Franklin Co., O.: John Böttinger, auS Darmstadt. Ravenna, O.: Frau Elisabeth Knapp, 60 I. •It, auS Darmstadt. New. Dork City: Gertrude Essel- dorn geb. Hoffmann, 66 I. alt, aus Framersheim. Bernhard Heidingsfelder, 58 I. alt, au« Nttder-Saulheim. Margaretha Hartenbach geb. Moo«, 49 I. alt, au« Framersheim. Baden, Can.: Georg Gerber, 74 I. alt, auS Schwarz. Medford, Wi«.: Robert Steinert aus Darmstadt. New-Ro chelle, N. Y.: Christian Fritz, 54 I. alt, aus Darmstadt. North Bergen, N. I.: Christine Nungeffer geb. Friedrich, 51 I. alt, au« Pfungstadt. Pitts- bürg, Pa.: Anna Maria Berg geb. Rodmlch, 82 I. alt, aus Ober-Ramstadt. Racine, WiS.: Frau Stephanie Schneider, 79 I. alt, au« Darmstadt. ** Der Getteidemarkt. (Berichtswoche vom 23. bis 29. November). In ber letzten Woche schlug bie matte Tenbenz auf dem Getreibemarkte in Folge ber Steigerung ber Wsszen« preise in Amerika in entschiedene Festigkeit um, doch ent- wickelte sich zu den erhöhten Preisen nur ein kleine« Geschäft, ba die Getreibekäufer, zumal die Mühlenbefltzer au« Vorsicht, daß ein Rückschlag kommen möchte, nur unbedeutende Mengen kauften. In Berlin und Leipzig wurde gekauft: Weizen pro 20 Gentner für 136 bi« 148 Mark je nach Qualität, Roggen für 116 bi« 123 Mark, Gerste für 102 biS 175 Mark und Hafer für 116 bi« 160 Mark. Brodpreife vom 1. December bis 15. December Der hidigm Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod 2 Kg. (4 Ptd.) tafelbrob 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 2 Kg. (4 Pfv.) Weißbrod W.Sl.rnmüller v.Lang-Gön« Job. Kd. Belte v. irttch-GLn« 40 G. Jacoby v. Llten-Buieck 42 Aua. Deibel von Wies ck „ Ä . wilh. Fadel von Wieseck, 46 3 Kg. (6 Pfb.) Schwarzbrod bet G. Jacoby v. Auen-Buseck 63 Der BrodvertLufer. Diefelben Preise wie bet ben hiesigen Bäckern. Gießen, den 30. November 1895. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I- E.: v. Bechtold, Regierungs-Assessor. iierltche, mit Farben- und Golddruck geschmückte Büchlein enthält auf feinen 124 Setten mancherlei nicht nur für die Hiussrau, andern auch für den Hausherrn und für die Ktnberwelt Interessantes. . Ew einleitenden Kalendarium nebst FrsttagSverzeichniß folgm bei jebein Monate vier oerfchtedene Menus nebst im Ganzen 96 erprobten Recepten (beide von ber Herausgeberin von Davidis Kochbuch verfaßt), dazwischen Sinnsprüche, Rebu«, humoristische Bildchen, Anleitung zur Ausstellung eines Hausstand - Joentar« und « m. Auch Klankenspetfen sind nicht vergessen. Den Beschluß macht eine Nooelette Eingeschnett" von Gustav Copal, mit kleinen Jllustiattonen 5?" » >ÄEnd. Seinern Zwecke, Empfehlung bt6 altbewährte» fi eb g« 9leif4: e$tr»riigeit VLcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bet WUH. Fabel von Wieseck Ä m r t «ug. Deibel v. Wr.feck 23 Pfa 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Gg.Ant. Heuser von Gr. Linden LouiS Schmidt v.Gr.-Linden 40 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bei Job. Kd. Veite v.K'rch-Gön«, 36 , Gg. Ant. Heuser v.Gr.-Linden W. Wettzss von Lang-Gön« i Schmidt von Gr. Linden 38 , Die neue Zeit bricht au! Im ^Züricher Tageblatt ftanb neul'ch folgendes H e i r a t h s g e i u ch zu lesen : „Eine junge hübsche, akademisch gebildete Dame, welche im Stande ist, einen Mann zu ernähren, wünscht mit einem Manne, vichl unter 20 Jahren (Abstinent) in Berbmbung zu treten, behuf« späterer Verehelichung. Er muß in allen Zweigen be« Hauswesens bewandert sein, Liebe zu Kindern und ein bescheidenes, sanftes Wesen haben. Etwa« Vermögen er- wünscht. Nur ernst gemeinte Offerten unter Ch ffre M. 8. 1931 mit Photographie und Zeugnissen poste restante Hot- ♦i«•£«••>,* Da« Gesuch hat mächtig eingefch agen, wiewohl eS * »«i-t. -29. Siooember. ».gen M°Ich°.tt.l-,b,gung I tä.iLt verurtherlte die Strafkammer den Musiker Karl Wießner I au8 Königsberg, der in einer Gastwirthfchaft baß Kaiferbild Citeratiir uttA WmmW beschimpft hatte, zu 3 Monaten Gefängmß. nno Mnft rh!-r,chi>h. EI-i- unbeabsichtigte, ab-r d-sha!b nicht wen«. Den,mal °°n 8=r -mnstndiich. Quälerei der Pierde wird durch den Gebrauch «MtB. a Vf»"‘t*Ä. ÄÄÄta beß Aussatzzügels unb der Scheuklappen herbeigeführt, wird ungewöhnliche« Auffehm erregen, sie ist ein fo hervorragender Die vorn Ber tner Thterfchutzverein eingeholten Gutachten aner- wissenfchaftlichn Bedeutung, daß kein Goethe-Vrrehrer wird umhin Fanmer Autoritäten, z. B. deS Generals der Cavallerie ‘i*6 £ Iei^ interessante Schrift darf als ein OK ®,ne,°18 COn K--"ch---nn, des UKajor G°.lbe'?WerSbLu7.e. wnb™"' L Schönbeck, des Kaiser!. Leibstallmeister« Plinzn? , sprechen erkannte Autorität auf dem Gebiete, bag er hier ^handelt, er ist stch einstimmig vorurtheilend über diese Geschirrstücke au«, bLr ^öorreß^bften Goeihefotscher, ein Berufener^ feint Mögen die Scheuklappen tn besonderen Fällen, z. B. beim Verehrer fich^. b6*«*mb^'6,12'8L,m,1'18n6 101 ’0 inl'in euß Hyp.ABt.unkch.1905 10. 60 dto. vr. Darmft. «L>Scttai 163.« | Oefterr. Lredtt-Aett« 111.00 ®m-n »ilmentoen. "J1 **»* »• JÄ2" 7^'^dauurgS 13'/,°/. Dnwche RcichSiMl. 103.90 4'/.»/- oX »u «n 106 60 108(0 ■4*®! ■in 30 Franke»-St. ^.gt. 6oorne gratis zu Diensten. mir i?****** besorgt Unterzeichneter vveutge'tlich. tge Auiträue, wer die bittere Nolh der armen Waber' bevdlictung kennt, giebt und solche gewiß gerne. 5 -i Th. Haubach, Bahnhofstt. 40 SeltesteS Geschüst dieser Branche in Gicsien. Akademische Vorträge, Mittwoch, den 4. December, pünktlich 8 Uhr Abend» ftltt die deutschen Hausfrauen! b