Nr. 283 Drittes Blatt. Sonntag den 1. Deccmber 1898 Der frUtwr Anzeiger «rrcheint täglich, wM Ausnahme des MontagS. Die Gießener I««itte»Stttter »erden dem Anzeiger »»chemlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Keneral-Mzeiger. Vierteljähriger Avounementsprew« 2 Mack 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: AcAukftratze Ar.F. Fernsprecher 5L Zlints- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren Hratisöeitage: chießener Kamitienökätter. Amnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entaegen. Advent. Mit dem heutigen Tage beginnt die christliche Kirche ein «euer Kirchenjahr. Altbekannt ist dieses Tages Botschaft. Denn heißt Advent Ankunft, io klingt seine Botschaft: „Dein KSuig kommt zu Dir!" Jesus, der König, kommt zu seiner Gemeinde. Gilt der Ruf zunächst auch nur der Gemeinde, so dringt er doch auch hinaus in alle Welt. Und er muß hinaus dringen; denn Jeius will überall herrschen. Ihm gehört daS Herz deS Größten wie des Kleinsten, ihm die Obrigkeit »nd der Unterthan. Er will auch in unserm Volk herrschen. Siehe, er kommt! Er will die Herzen der Fürsten regieren, daß ste nach seinem Sinne ihres Amtes walten; er will die Herzen der Beamten, des Heeres besitzen, daß Gerechtigkeit und Zucht und Treue im Lande herrschen. Er will in'S Comptoir, er will in die Werkstatt, er will in die Gaststube kommen, damit alle Unredlichkeit und alles leichtfertige Wesen vor ihm weiche und die Liebe sich im fleißigen Dienst allüberall übe. Er will in die Schulenden» er liebt ja die K nder. Er will in die Häuser- denn er allein kann sie zu rechten Friedensstätten machen. Es ist kei« Gebiet des LebenS, da er nicht die Herrschaft beansprucht. ES giebt nichts auf der Welt, das dem natürlichen Menschen so unerträglich ist als dieser Anspruch. Deswegen hat einst Rom die Christen verfolgt, weil es merkte: Dieser König hat eine unwiderst hliche Macht und beherrscht Alles. Deswegen entbrannte seitdem jedesmal im Volksleben heftiger Kampf, so oft man nur diese Forderung geltend machte und eifrig für den König warb. Wie steht's mit unS und unserm Sott? — Brauchen können wir'S wahrlich, daß der König, der die Liebe ist und heißt, in unserm Volke neuen Einzug hält. B'eleS, wie vieles ist nicht, wie er es haben will! Weite Gebiete des öffentlichen und des privaten Lebens haben sich seinem Einfluß entzogen- und darum seuszt alles Volk, darum murrt einer wider den andern. Darum machet Bahn, machet Bahn unserm Gott? Siehe, Dein König kommt? Und sollten wir nicht gern den Ruf hören? Ist nicht Advent auch der erste Bore der schönen Weihnachtszeit? Ihr harren die Kinder entgegen, weil sie viel Liebe bringt. So gebet, Alte und Junge, dem König entgegen! Er ist ja die Liebe nnd fnmmt ja to oern ? — Deutsche- Reich. Berlin, 27. November. Im elektrotechnischen Verein hielt gestern Abend der Geheime Postrath Münch eine» Vortrag über JnductionSerscheinungen in Fernsprechl ettun gen. Der Redner gab zunächst eine Ueber sicht über die von der Reichs Poftverwaltnnq ange- wendeten Mittel zur Verhinderung der störenden Beeinflussung, die Telegraphen« und Fernsprech * Leitungen auf andere an demselben Gestänge angebrachte Fernsprechverbindungen auS- üben, selbst wenn diese als Doppelleitungen (mit Hin- und Rückleitung) ausgeführt find. Die früher angewendeten Vorkehrungen, das Drillen (Twisten) der Doppelleitungen, sowie die Anbringung in senkrechten Ebenen hätten den Nachtheil, daß immer nur zwei Verbindungen ohne gegenseitige Beeinflufiung an demselben Gestänge hergestellt werden könnten. Bei Anwendung der dritten Methode, deS Kreuzens der Hin- und Rückleitungen nach bestimmten Grundsätzen, werde die LeituugSanordnung unübersichtlich. Die Reichs.Postverwaltung habe daher 1891 zwischen Dresden und Freiberg (i. ©.), abweichend von den angesührten Methoden, die beiden Drähte jeder Doppelleitung auf einer gemeinsamen Etsenstütze (Winkel- stütze) angeordnet und diese Winkelstützen an den Stangen wechselftändig gruppirt. Da durch diese Anordnung der störenden Lautübertragung auS einer Doppelleitung in die anderen (Mttsprechen) genügend vorgebeugt war, wurde bet der Anlegung neuer Fernsprechverbindungen, wie zwischen Berlin und Hamburg, Berlin und München, Berlin und Wien, Berlin und Stettin, Berlin und Breslau, Berlin und Posen, Köln (Rh.) und VervierS von der Befestigung der Doppelleitung auf Winkelstützen Gebrauch gemacht, während die an den betrrfienden Gestängen bereits vorhandenen Doppelleitungen die Anordnung in senkrechten Ebenen beibehielten. Es habe sich dabei ergeben, daß es zur Verhütung deS Mitsprechens zwischen Fernsprechverbindungen, wenn die zu derselben Doppelleitung gehhörenden Drähte (durch Anordnung auf gemeinsamer Winkelstütze) nahe aneinander gerückt, die Winkelstützen mit den Doppelleitungen aber ver- hältnißmäßig weit auseinander gestellt werden. Die Einhaltung eines bestimmten rechnungsmäßig festqestellten Stützknabstandes sei in der Prox s entbehrlich. Es bleibe dahingestellt, ob in der Folge die Anbringung von Fernsprechverbindungen an Telegrophengestängen möglich sein werde. Gegenwärtig errichte die Reichs - Postverwaltung besondere Stangenreihen für die Fernsprechleitungen, um diese vor Laut- übertragungrn aus den Telegraphenleitungen zu schützen. Im Wetteren wandte sich der Redner gegen die durch den Telegraphen-Ingenieur Müller neuerdings wieder in Aufnahme gebrachte Theorie, daß das Mitsprechen durch direkte Stromübrrgänge aus einer (Einzel, oder Doppel) Litung über die Isolatoren, Stützen und Stangenhaken in die andere Doppelleitung hervorgerufen werde und wies durch eine Reihe von Versuchen an einem mit zwei Doppeleitungen auS Broncedraht ausgerüsteten, etwa 6 Meter langen Gestell, das Unzutreffende dieser Auffaffung nach. Es wurde gezeigt, daß bet hinreichender Näheiung der beiden Doppelleitungen ein Mttsprechen zwiichen denselben eintrat, und datz die Stärke der Lautübertragung sich nicht änderte, auch wenn durch besondere Vorkehrungen ein direkter Stromübergang von einer Doppelleitung (über die Isolatoren rc.) zur andern verhindert wurde, daß dagegen daS Mitsprechen sowohl durch die Vergrößerung des Abstandes zwischen den beiden Doppelleitungen alS auch durch die Schirmwirkung einer zwilchen die beiden Doppelleitungen eingeschobenen Blechtasel aufgehoben werden konnte. Zum Schluß wurde auch nachgewiesen, daß die von Müller gegebene Erklärung des von ihm beschriebenen Fundamentsversuchs nicht zutreffend ist, indem auch hierbei nicht direkte Stromüberlettung, sondern eine Ladungserscheinung auftritt. Der Krieg von 1870J71, geschildert durch Ausschnitte «u8 ZeitungS-Nummern jener Zett. (Nachdruck verboten.) 1. December. DaS GaS ist in Parte ausgegangen. Die Gäste in den Restaurationen müssen ihr Katzen W ldpret im Dunkeln verzehren, und daS ist noch ein Glück- denn im Dunkeln hört der gute und schlechte Geschmack auf, wie ein berühmter Fürst behauptet hat. Die Feinschmecker haben bereits sämmt- liches Geflügel des Pflanzengartens und sogar die beiden Bären verzehrt, die Fürst Cusa dem Garten schenkte. Ei« Salatkopf in den Warmhäusern wird theurer bezahlt, alS die allerschönste Camelie. General v. Podbielskt meldet aus Versailles, 29. November: „Die ganze Bedeutung des von Theilen der 2. Armee, besonders vom 10. Armeecorps gestern bei Beaune la Rolande bis nach Eintritt der Dunkelheit gelieferten Gefechts hat erst heute mit Sicherheit festgestellt werden können. Der größte Theil der feindlichen Loire- Armee hat eine vollständige Niederlage erlitten. Der Feind ließ gegen 1000 Tobte auf dem Schlachtfelde- 1600 unverwundete Gefangene, die sich stündlich mehren, find in unsern Händen. Wir verloren ein Geschütz, nachdem Pferde und Bedienungsmannschaft desselben tobt, und nicht ganz 1000 Manu an Tobten unb Verwunbeten, worunter ver- hältnißmäßig wenig Offiziere." Der Gegner zieht fich immer weiter zurück. Es wird immer klarer, daß für die letzten Tage de- Novembers von französischer Seite ein allgemeiner Angriff auf die deutschen Truppen auf allen Kriegsschauplätzen verabredet war- am Tage vor dem Angriffe der Loire-Armee fand der der Nord Armee bei Amiens aus unsere 1. Armee, und an demselben Tage der Zusammenstoß der Bande Garibaldis mit den Werder'schen Truppen statt. Daß alle diese Angriffe ebenso wie die gleichzeitigen Ausfälle auS Pari- gänzlich mißglückt'sind, darin liegt der deutliche Beweis, daß Frankreich nicht mehr fähig ist, durch weiteren Widerstand Feuilleton. Wochenbriese au« der Residenz (Origtnalbericht des »Gießener Anzeigers"). Z. Darmstadt, 28. November. Feier deS GebortSf steS de8 GroßherzogS nnd der Großherzogin. Schleppjagd. Ball. Verschiebens. Die vergangene Woche stand unter dem Zeichen der Feierlichkeiten, welche auS Anlaß des hohen Geburtsfestes unseres HerrfcherpaareS veranstaltet worden waren. SS kann natürlich hier nicht Aufgabe Ihres Correipondenten fein, über alle aus diesem Grunde arrangirteu Festlichkeiten zu berichten, nur die größten seien erwähnt. Der Freudentag, an dem die ganze Stadt, wie schon die reiche Beflaggung der Häuser zeigte, den lebhaftesten Antheil nahm, ward eingeleitet früh Morgens durch Weckruf der Capellen der verschiedenen hier garnisonirenden Regimenter in,den Straßen der Stadt und durch Choralmubk vom Thurme der Stadtkirche. Die Gratulationen begannen im Neuen Palais schon zeitig am Vormittag. Den Anfang machten Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm von Heffen und die hier residirenden Fürstlichkeiten, dann erschienen die am hiesigen Hofe accreditirten Gesandten mit ihren Damen, eS folgten die Spitzen der Militär- und Eivilbehörden, sowie die obersten Hofchargen rc. In den Kirchen der verschiedenen Consessionen fanden Festgottesdienste, in den einzelnen Schulen der Bedeutung des Tages entsprechende Festakte statt. Die militärische Feier bestand außer den von den einzelnen Truppenthcilen im internen Kreise arrangirten Veranstaltungen, in großer Paroleausgade auf dem Paradeplatz, der fämmtliche Offiziere der Garnison beiwohnten. Der Divisionskommandeur Se. Excellenz Generallieutenant v. Goßler hielt eine Ansprache und brachte ein dreifaches Hurrah auf/ Se. Königl. Hoheit den Großherzog aus, worauf die Musik die Hymne intonirte. Das acttve Offiziercorps der Garnison feierte den Tag durch Festmahle in den einzelnen Cafinos, das inaktive im „Hotel zur Traube", während ein großer Theil der Bürgerschaft sich zum gleichen Zwecke im festlich geschmückten großen Saale des Städtischen SaalbaueS vereinte. Dort brachte Se. Excellenz Staats- minister Finger einen jubelnd aufgenommenen Toast auf das erlauchte Herrscherpaar aus. Die Studentenschaft der Technischen Hochschule veranstaltete zur Feier deS Tages einen glänzenden FestcommerS im „Orpheum". Profefforen und Studirende der Anstalt hatten sich mtt den Vertretern der Regierung bereits am Morgen zu einem Festacte im Neuen Polytechnikum zusammengefunden, bei dem Rector Proseffor Dr. Lepsins die Festrede hielt. Im Großh. Hoftheater, daS bei festlicher Beleuchtung in geradezu feenhaftem Glanze erstrahlte, in dem die glitzernden Uniformen der zahlreichen Offiziere und die Brillanten und reichen Toiletten der Damen einen außerordentlich farbenprächtigen Anblick gewährten, fand die Premiere von Rezniceks komischer Oper „Donna Diana" statt, die im Großen und Ganzen einen vollen Erfolg erzielte. DaS Libretto der Oper, das der Componist selbst schrieb, ist eine nickt übele, freie Bearbeitung des gleichnamigen Moreto- fchen Lustspiels, die Musik, die im Allgemeinen originell ist, zeigt eine Fülle herrlicher Klangschönheiten, von denen die Ouvertüre wohl die meisten enthält. Für den Sänger ist weniger glücklich gesorgt, daS Hauptintereffe beansprucht unbedingt die wunderbare Orchestrirung deS Werkes. Nach der Festvorstellung sand im Großh. Neuen PalaiS ein Souper zu 60 Gedecken statt, auf daS ein Tanzvergnügen folgte, welches mit einem prachtvollen Cotillou schloß. Der vergangene Mittwoch vereinte die Elite der hiesigen Gesellschaft, an der Spitze das Großherzogltche Paar nebst hohem Besuch zu einem nicht minder glänzenden Feste. Der „Darmstädter Schleppjagd-Verein" gab seinen Ball, der Dank der sorgfältigen Vorbereitung deS ausführenden ComitöS sich zu dem gelungensten Arrangement der Saison gestaltete. Bei dem stattgehabten Souper führte Se. Königl. Hoheit der Großherzog die Gemahlin deS Masters deS Vereins, Freifrau von TreScow zu Tisch, während deren Gatte Ihre Köntgl. Hoheit die Großherzogin führen durfte. Den Glanzpunkt des Balles bildete ein Cotillon, bei dem Comteffe Dönhoff, eine Tochter des h'er weilenden preußischen Gesandten, auf einem Triumphwagen erschien und Blumen im Saale verthetlte. Inmitten der rauschenden Festesfreude erhebt fich häßlich das Gezänk der Parteien vor den morgen stattfindendcn Stadtverordnetenwahten. Die schöne Einheit, von der ich Ihnen neulich berichtete, ist in letzter Stunde gestört worden, bereits haben die bürgerlichen Parteien drei Wahlzettel aufgestellt, um die der Kampf nun in nicht sehr erbaulicher Weise tobt. Hoffentlich rächt sich der Parteihader nicht in der entscheidenden Stunde! Erfreulicheres kann ich Ihnen von der Thätigkeit unserer jetzigen Stadtverordnetenversammlung berichten, durch die in der letzten S'tzung der lange gehegte Wunsch der Bürgerschaft, eine bequemere Verbindung der einzelnen Stadttheile zu besitzen, endlich dadurch der Verwirklichung näher gebracht ward, daß der Bau einer electrifchen Straßenbahn zum Beschluß erhoben wurde. Ueber die beiden projectirten Linien, in denen jene die Stadt durchschnetden soll, wird Ihnen nächsten- Bericht zugehen. COPIE. Vermischter Bankgeschäft S. Klein ---j__1 8971 ge^en and zeichne Herrn FERD. FABER Dilsburg a. Rhein. Herrn SWenf^en, die sich dadurch Magen-, Lungen-, 'Herz und Ge- Hirnkrankheiten zuziehen können, bleich und schwächlich werden, und an Geist, Ernährung, Muskelkraft und Lebensspannung 2. December. Ein etgeuthümlicheS Schicksal hatte ein Luftballon, der in Parts mit 2 Passagieren, Brieftauben und Briefen oufstieg, und nach mancherlei Irrfahrten acht Meilen von Chrtstiania tu Norwegen ntederfiel. ©entral ®ucrot hat sich mit dem mißlungenen vorgestrigen Ausfälle die Thore von Paris vor der Nase versperrt, denn nach einem albernen Gelübde darf er die Stadt nicht eher betreten, als bis er gesiegt hat, wenn er nicht etwa glaubt, er brauche es, wie den Preußen, so auch seinen Landsleuten gegenüber mit seinem Worte nicht so penau zu nehmen. Ducrot gehörte zu den Gefangenen von Sedan und ist unter Bruch des Ehrenwortes entflohen. Die Rentabilität jeder maschinellen ««tage wird bedeutend erhöht durch Ausstellung eines ökonomisch arbeitenden Bettiedtzmokors. Äls sparsamste BetriedSmaschlnen find die Locomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesseln von IL m Magdebnrg.Vucka« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und Landwirthschast verbreitet. GeringerBrennmatertil- verbrauch große Leistungsfähigkeit u. Dauerhaftigkeit find birfceupt- Vorzüge dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobtl-Concurrenzen stets den Sieg daoongetragen haben, sonder» auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchsten Preisen ausgezeichnet sind. [725# * Das Rauche» seitens halbreifer Burfcheu, welche kaum der Schule entwachsen sind, oder in noch früherem Alter mit der Pfeife oder Cigarre im Munde auf der Straße umherstolziren, oder gar von gewissen- oder gedankenlosen Eltern zum Rauchen angeleitet werden, kann nicht entschieden genug getadelt werden. Derartige rauchende Knaben trifft man leider immer wehr an. So sieht man mitunter 12- bis 13 jährige Jungen, Löcher in den Schuhen, Löcher in den Kleidern und — die dampfende Cigarre oder Pfeife im Munde. Der Verein gegen den Mißbrauch geistiger Ge- traoke hat jüngst eine Schrift „Zum Schutz unserer Kinder gegen Wein, Bier und Branntwein" verbreitet- er hätte darin auch über die schädliche Einwirkung des Tabakrauchens auf die leibliche, geistige und sittliche Gesundheit der Kinder berichten sollen. „Höchst schädlich", sagt Klenke, „ist baß ® A. Gretscher, Giessen Neustadt 78. Giessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. --- Prompte Zusendung der Gewinnliste. --- H. Rieth & Co. fleselleohaft für den Verkaif von Nobel Petreleim. Zum Petroleum-Monopol. Wir halten es für geboten, im Interesse aller am Petroleumhandel Betheiligten, sowie des consumirenden Publikums, ohne weiteres Kommentar, die untenstehenden Schriftstücke zur allgemeinen Kenntniss zu bringen. Ich muss Sie daher bitten, entweder nur amerikanisches Petrol zu führen, einerlei ob Sie es von der D. A. P. G. oder der amerikanischen Concurrenz kaufen, oder aber auf weitere Käufe ab hier zu verzichten, da ich meine Offerten einstellen müsste, wenn Sie weiter russisches Petrol beziehen. Ich sehe ihrer Nachricht ent- hochachtend FERD. FABER. in...... Wie mir mitgetheilt wurde, beziehen Sie äusser amerikanischem auch russisches Petroleum. Wenn Sie nun vielleicht auch dieses russische Oel unter der ausdrücklichen Bezeichnung „Russisches Petroleum* weiter verkaufen sollten, wass ich nicht weiss, so ist immer noch nicht ausgeschlossen, dass durch Unachtsamkeit eines Arbeiters oder sonst eine Verwechselung der Fässer vorkommen kann, durch die dann aber der gute Ruf der Qualität des amerikanischen Petrols sehr leiden könnte, was ich auf jeden Fall vermeiden möchte. Sollte hierdurch die mit Ihrer Postkarte vom 5. October gemeldete Klage über die Qualität des Petrols vielleicht in Zusammenhang stehen? man sollte es fast annehmen. henges noch so genanntes pennsylvanisches. Wir werde* Ihnea das Vergnügen machen, eine neue Reihe von Veröffentlichungen solcher Zeugnisse heute zu beginnen. Sie haben vielleicht heut» noch einen gewissen Vorrath solchen Petroleums, welches Sie noch .rem pennsylvanisches“ nennen, vielleicht haben Sie es auch schon längst nicht mehr Jedenfalls ist aus den eigener Circularen Ihrer D. A P. G. zu ersehen, dass das Petroleum, welches dieselbe in Zukunft importiren wird, nur noch Lima-Oel sein wird, denen I schlechtere Qualität dem deutschen Publikum aus früheren practischen Erfahrungen genügend bekannt ist. Dieselbe D A. P. G. bekennt selbst in ihrem Circular vom letzten Monat October, dass aus dem Lima-Oel ein schlechtes Leuchtpetroleum gewonnen wurde. Ob aber dasselbe inzwischen plötzlich besser geworden ist und den eingestandenen höchst nachteiligen Schwefelgehalt verloren hat, das ist bisher nur Ihre Theorie, aber in der Praxis dem deutschen Publikum noch lange nicht bewiesen. Es scheint uns, dass die Klagen über Ihr Petroleum, welche Sie in Ihrem obigen Briefe von Ihren Kunden erhalten zu haben documentiren, in der letzten Zeit wiederholt bei Ihnen einlaufen, und da möchten Sie gern unser russisches Petrol dafür verantwortlich machen I Aber das ist doch etwas zu ungeschickt ausgedacht. Ueber unser russisches Petroleum laufen bei uns solche Klagen nicht ein trotz unseres stark zunehmenden Absatzes. Uebrigene sind Sie selbst ja früher ein guter und angenehmer Kunde von uns gewesen, der niemals über die Qualität klagte, bevor die D. A. P. G. Sie mit festen Gehalt engagirte. Zu grosser Schwefelgehalt veranlasst bekanntlich schlechtes Brennen und gesundheitsschädlichen Geruch. Wir garantiren unser russisches Petroleum frei von allem Schwefelgehalt. Da sollten Sie doch froh sein, dass es noch russisches Petroleum giebt, denu womit sollten Ihre und unsere Kunden das Lima-Oel aufbwsern wenn nicht mit unserem russischen? Die Zeit ist vielleicht nicht mehr fern, wo diejenigen Kunden, welche russisches Petroleum bis dato noch nicht bezogen haben' es haben müssen, weil Ihr Lima-Oel ungemischt nicht mehr genügt. Wozu also solche Polizeibriefe loslassen gegen einen verwandten Artikel, der Ihrem Geschäft vielleicht noch grosse Dienste leisten kann. 98^9 Hochachtend H. RIETH & Co. Duisburg a. Rhein. Mehrere unserer Kunden haben uns Ihre Briefe eingesandt in welchen Sie als Agent der Deutsch-Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft (G. A. P. G.) sich erlauben, diese Herren Kaufleute herunter zu kanzeln, weil dieselben das ihnen unentbehrlich gewordene russische Petroleum von uns beziehen. Abgesehen davon, dass unsere Freunde sich Ihren Polizeistil MÄutaFta 'Gn «ZI, J'L °°" | M;ht lassen brauchen, bitten dieselben „ne nm Kenntoi,» m nL »naben, überhaupt nicht ausgewachsener nabrne und Beantwortung Ihrer Drohbriefe und der darin enthaltenen Verdächtigungen, was hiermit geschehen soll. Die vielfach veröffentlichten Analysen und Zeugnisse hervorragender Chemiker und Eisenbahn-Verwaltungen haben zur Genüge dargethan, dass unser russisches Petroleum besser ist als Ihr bis- V f™ W OA V1“6“"9 °°° 6etIieren- R°uch-„dk Rnabtn sind „ach fünft auüfchwiffmd. Abfall «maM ton -ffirl n",«CT r°” °’ ®“ ®cfo^un8 r-lg- die Wahrheit dies.« Urteilt«; mand.tr ^°l°-ndtS Ntrkr.«,rtltgramn, meldet darüber mag »am allzu frühen Rauchen feinen sittlichen nnd leib. tat 6 lu'ANachdem gestern lichen Ruin h-rfchreib-n. Sm betrübendsten aber ist-,, 2 Armee m>n V?ei- Angriffe der 1. Earp- der wenn Eltern fagar stalz auf den rauchenden Sühn find, ob« t« „amin 92aAt tVh8 t imllckgewiefen, wurde während t« dem Lehrer verdenken, wenn er rauchende Schüler straft.» n Cl" * Durch hund.wnr» hat einPol.zeid,euer bei »tot tn JÖtut‘ Morgen entwickelte der Feind, fein Leben verloren- dl- inneren Tbeile de« Manne, waren b« 8" D-monstration auf verschiedenen Punkten fo durchsetzt, daß er unter enlsetzlichen Schmerzen binnen d« Umwallung non Pari«, sehr bedeutende Streitkräfte zwäls Togen starb. 9 8 }ro,wcn Seine und Marne und griff mit denselben um elf Uljr unsere dortigen Positionen an. Es entspann sich ein sehr heftiger Kampf, auf unsrer Sette hauptsächlich geführt durch die Württemberger-Division und den größten Thetl de- 12. (sächs.) EorpS, sowie auch Thetle deS 2. und b. Armeecorps. Der Kampf dauerte bis 6 Uhr Abends, zu welcher Stunde unsre siegreichen Truppen deu Feind auf der ganzen Linie zurückgeworfen hatten. Wettere Etozel. hetten noch nicht bekannt." COPIE. Antwerpen, den 8. Nov. 1895 FERD. FABER, Duisburg, den 1. Nov. 1895. P. P. Spar- und Leihkaffe Gießen. Bet der unterzeichneten Kasse werden im Monat Decmber an ledern Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und SamStag Zahltage abgehalten, mit Ausnahme Dienstags den 10. December, an welchem Tage der Zahltag ausfällt. Die Einleger werden ersucht, an den oben bezeichneten Tagen bei der Kasse zu erscheinen, ihre Bücher vorzulegen und die Zinsen in Empfang zu nehmen, oder betschreiben zu lassen. Zinsen, welche biS zum 1. Januar d. I. nicht erhoben, oder beigeschrieben sind, werden den Einlegern ohne Weiteres in deu Büchern der «affe zugeschriebeu, und vom 1. Januar an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger bei der Kasse nicht zu erscheinen, welche nur Ziuseu beischreiben lassen wollen, dieses kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Gießen, 29. November 1895. Spar- und Leihkasse Gießen. 10003 Do ering. Neitle'i Kinder Nahrung ist während der heissen Jahressoll, In der jede Milch leicht in Gähmng übergeht, ein unentbehrliches Nahmnge- mittel für kleine Kinder. 37 Nestle’s Kinder-Nahrang enthält die beete Schweizermilch, Nestle’s Kinder-Nahrung ist sehr leicht verdaulich, Nestle’s Kinder-Nahrung verhütet Erbrechen und Diarrhoe, Nestle’s Kinder-Nahrung ist ein diätetisches Heilmittel, Nestle’s Kinder-Nahrung erleichtert das Entwöhnen, Nestle’s Kinder-Nahrung wird von den Kindern sehr gern genommen, Nestle’s Kinder-Nahrung ist schnell und leicht zu bereiten. Das Nestle’aehe Kindermehl wird seit 25 Jahren von den ersten Autoritäten der ganzen Welt empfohlen «ad ist das beliebteste und weit verbreitetste Nahrungsmittel für kleine Kinder und Kranke. Nestle’s Kiudermehl _d'pl°me. (MUühpulv.r.) Medal118"- BjCESTL#’ 4 Rermek! ll Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Nieder-Bessiugeu für das Jahr 1896/97 liegt vom 8. bis 10. December 1. IS. zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei Bureau offen. Nieder-Bessingen, den 28. November 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. *00071__________________________H o r st.__________________________________ Bekanntmachung. _ . Der Voranschlag der Gemeinde Huugeu für 1896/97 liegt vom M". an, acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermetsteret-Büreau dahier offen. r 10012 Hungen, den 1. December 1895. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. __________Buttron._______________________________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde RöthgeS für 1896/97 liegt vom t ?*"wbcr d» IS. an acht Tage lang zu Jedermann» Einsicht Mf dem Bürgermeisterei.Büreau dahier offen. Röthges, den 1. December 1895. Grobherzogliche Bürgermeisterei Röthges. 10018]___________________M^e Her. Einen großen Posten MT BUCKSKIN •fferiren zu ganz besonder» billigen Preisen. 10006 Ang*. Montanas Nachfl., Hießen, Markt 10. 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