tzkc sehe licht ft? I” ®etlin W. 41. .brkthncke Anstalt zahlt . a 8 öS MoötD Ank Hochreuthtt in Siegen, ePtember ab 24 'hth. ''"“‘MSk, “ Koch, whnarzt. polten ??ie Stadt *** As bcm «lß^KUW» ju k'del. _ . Zn», SlocaL n *W bet L^Wrrins. reichliche Leuchtkraft von sparsamen Gasverbrauch hen Patenten hergeatellt, -in nur annähernd nicht hergesteUt und Tarnungen vor Nach- Meinung zu verwinen und nstige Offerte tis und franco. t Butzke ihlicbt E S, Bitterstr. Vt 7771 \W 1. Teptewber. erlernen wollen, ntV^ J ung, L-mmstrateB. Achtungsvoll E, Kess. issig enlfiben W««PW* isclibacfl' Planchen enthalte» wird fürdiel*!^ „rückvergütet- !tNti>Nt^E 2,„ Nr. 205 Drittes Blatt. Sonntag den 1. September Der Hiehener «itnjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A«mikie«ötttter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 1893 Bieneltädriger Nbonnemcnt^preisi 2 Marl 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schntstrahe Hlr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Zlnzeigeblutt für den Kreis Gretzen. Lnnahmr von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamilienötätter. Alle Annoncen-Bureanx deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Der Krieg von 1870|71, geschildert durch Ausschnitte aus ZeitungS-Nummern jener Zeil. (Nachdruck verboten.) 1. September. Einen rührenden Anblick gewährte es, als in der Schlacht vor Metz am 18. August bei dem 1. Garde« Dragoner - Regiment Abends Appell geblasen wurde und 602 reiterlose Pferde von allen Seiten her diesem militärischen Ruse folgten und theils matt, theils verwundet sich dem Regiment anschlosien. Als Frucht des gegenwärtigen Krieges mutz der deutschen Nation ihr sester staatlicher Zusammenschluß gewonnen werden. Möge dem Frieden die Sicherheit und Macht Deutschlands nach Außen, die Freiheit und Einigkeit Deutschlands nach Innen entspringen. Das alte Kaiserreich deutscher Nation, das im Jahre 1806 durch die Schwäche eines Habsburgers und die gewaltige Uebermacht eines Napoleon zugrunde ging, es möge im Jahre 1870 durch die Macht Deutschlands unter einem Hohenzoller nach dem Sturze eines ohnmächtigen Napoleon im alten Glanze wieder erstehen. Großes hat Bayern und sein König in diesen Tagen deS Ruhmes für Bayerns Ehre und Selbstständigkeit, für Deutschlands Größe und Macht gethan, Größeres aber vermag sein König noch zu leisten. An Süddeutschland, an Bayern vor Allem ist es, die alte Herrlichkeit des deutschen Reiches zurückzufordern- jene Einheit zu begründen, in welcher die Verschiedenartigkeit der einzelnen Stämme weiten Raum und Sicherheit zur Entfaltung, die berechtigte Selbstständigkeit der einzelnen Fürsten felsenfesten Schutz findet. Möge Bayerns König das entscheidende Wort sprechen, das Wort, daS den Geist deS deutschen Kaisers Friedrich des RothbartS im Kyffhäuser weckt und dem deutschen Reiche giebt die alte Kraft und Herrlichkeit! (Münch. „Neueste Nachr.") In der Nacht vom 26. auf den 27. August galt es, der Festung Straßbur g die Schleußen zu zerstören, welche das Wasier in den Gräben zum Stauen brachten. Für daS Unternehmen waren je tausend Thaler an fünf Mann als Preis geboten worden, und siehe, fünf badische Pioniere haben eS übernommen und glücklich auSgeführt, ohne dabet verwundet zu werden. Die Gräben sind dadurch trocken gelegt worden, und so ist der Sturm erleichtert. Ebenso haben badische Artilleristen auf einem Floß sich NachtS auf das andere von Scharfschützen besetzte Ufer treiben lassen, die Schwimmanstalt los gemacht und in Brand gesteckt und find unverwundet mit der erbeuteten französischen Fahne im Triumphe wieder herübergekommen. DaS Bombardement hat gestern einen noch viel stärkeren Lärm gemacht, und doch find noch nicht alle Geschütze uvd Mörser in das allgemeine Concert eingelreteu. Was bisher dort geschah, ist nur ein Kinderspiel gegen daS jetzige Wüthen der Geschütze, und die Erde zittert darunter. Von der Stadt auS fliegen die Kugeln bis weit herüber ins Land und eS mutzte obrigkeitlich verboten werden, die Nachbarorte von Kehl zu betreten, denn die Zahl der Neugierigen wuchs immer mehr an. Gestern früh wurde ein Ausfall gemacht, der jedoch unseren Truppen nur geringe Verluste brachte, und in der Stadt erklärte man dies als Sieg, der Commandant ließ Morgens 9 Uhr mit allen Glocken läuten. Auch auf den Wällen nahmen Bürger der Stadt am Schießen Theil, und es scheint ein arger Fanatismus zu herrschen. Der Commandant will die Stadt nur als Schutthaufen übergeben. Ganze Straßen sind niedergebrannt und an tausend Menschen verletzt, viele ge- tödter. In die Krypta des Münsters hatte man die Kranken und Verwundeten gebracht, aber Granaten und Bomben fielen hinein, mit Mühe brachte man die Kranken aus dem Rauch und Qualm. * Die evangelischen Jungfrauen • Vereine Deutschlands. Es ist eine Freude, wenn man gelegentlich auf Bestrebungen stößt, welche die sittliche Gesundung und Kräftigung unseres Volkes bezweckend, bei aller Stille treuer Einzelarbeit doch des weitblickenden und weitgreifenden Muthes nicht ermangeln. Dieser Zug tritt in der Arbeit der evangelischen Jungsrauen- Vereine jetzt deutlich hervor. Die Anfänge der verheißungsvollen Bewegung sind hin und her zerstreut im lieben deutschen Vaterland; hier war es ein Mann, dort eine Frau, welche, das Herz auf dem rechten Flecke, nicht länger ansehen konnte, wie daraus, daß man die jungen Mädchen nach der Einsegnung sich selbst überließ, die übelsten Folgen für ihren sittlichen Character erwuchsen. Bekanntlich find es ja die Jahre zwischen der Einsegnung und der Eheschließung bezw. dem ihr entsprechenden Lebensalter, welche über die Herzens- und Character- bildung des erwachsenen Menschen der Regel nach entscheiden. DieseThatsacheverleihtderGründung vonJungfrauen-Vereinen, welche der sittlichen Bewahrung und Förderung der Mädchen und der gesunden Pflege ihres Gemüthslebens dienen, einen allgemeinen Werth. Er erhöht sich in demselben Augenblick, wo die vereinzelten Vereine sich zu einem Verband zusammenschließen und durch den Austausch ihrer Erfahrungen sich über die Principien und die wirksamsten Methoden ihrer Arbeit klar zu werden suchen. An diesem Punkt sind die ungefähr 1500 Jungfrauen-Vereine Deutschlands angelangt. Sie find auf dem besten Wege zu einer stetigen geistigen Verbindung untereinander- die „Deutsche Mädchen-Zeitung", das Organ der evangelischen Jungfrauen - Vereine, wird in 13000 Exemplaren gelesen, die Fachzeitschrift zur Leitung von Jungfrauen - Vereinen: „Vorstände - Verband" in 800 Exemplaren- beide Blätter je 1 Mk. Bezugsgebühr bei monatlichem Erscheinen. Letzteres erhielt seinen Namen von der schon 500 Vereine umfassenden Organisation deS Vorstände - Verbandes evangelischer Jungfrauen - Vereine Deutschlands. Derselbe hält regelmäßige JahreSconferenzeu ab, unterhält einen Berufsarbeiter und hat in Berlin N., Borsigftr. 5, ein Centralbureau für die Jungfrauen-Dereins- sache errichtet. Ein Gedanke, der innerhalb des Verbandes sorgsam gepflegt wird, verdient hervorgehoben zu werden: man bemüht fich, die Mitglieder dazu zu erziehen, daß fie in ihrem Kreise willig ihre Kräfte in den Dienst der Nächstenliebe stellen. Ohne daß gerade darauf hingearbeitet würde, dürfte es doch eine Frucht dieser Bemühungen sein, daß sich gerade Mitglieder der Jungfrauen - Vereine melden, um in die Segensarbeit der Diaconiffen, dieser stillen Samariterinnen unserer Gemeinden, einzutreten. Man fieht, es handelt sich hier um ein mit weitem Blick angelegtes und mit Energie betriebenes Werk voll echt christlichen Gehalts. Die Kaiserin verfolgt seine Entwickelung mit warmem Jnteresie und es darf wohl darum bitten, daß gefinnungSverwaudte Frauen und Mädchen sich ihm zur freudigen Mitarbeit anschließen und nicht minder ihm die Männer, welche an dem bald jagenden, bald schleichenden Pulsschlag unseres Volkslebens erkennen, daß es krankt, nach ihren Kräften Förderung zu Theil werden lafien. * 6in standesamtliches Curiosum ereignete fich dieser Tage in einem Berliner Vororte. Ein Maurer hatte die Geburt eines Sohnes angemeldet und zugleich die ihm betzulegenden Vornamen angegeben. Am folgenden Tage ging dem Standesbeamten ein höfliches Schreiben des Maurers zu, in dem dieser anzeigte, daß sein „Junge" kein Junge, sondern ein Mädchen sei, und die Namen geändert werden müßten. Der Vater schiebt die Schuld für die falsche Anmeldung der Hebamme zu, die ihm, der auf einen Sohn gehofft, im ersten Moment die Freude nicht hatie verderben wollen, und ihm deshalb fälschlich mttgetheilt hatte, das Kind sei ein Junge. * Eine seltene Auszeichnung besitzt ein Dresdener Veteran von 1870, der Fleischermeister Fritz Forkert, neben seinem Eisernen Kreuz, nämlich die französische Rettungsmedaille. Forkert erhielt die Auszeichnung dafür, daß er bei der Uebergabe von Metz einen französischen General mit eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens aus der Mosel errettete. Die am rothen Bande zu tragende silberne Denkmünze trägt daS Bildniß von Thiers. Feuilleton. △ SmnerunM eines freiwilligen Knvitätsmaaves nvs den August- lllld Scptembertageu des Jahres 1870. (Schluß.) Der Kanonendonner, welcher während unseres Hinmarsches nach PterrevillerS von Westen vernehmbar war, rollte nun immer deutlicher von Osten herüber. Wir er- stiegen einen Hügel südlich von PterrevillerS, der eine ziem- lich gute Aussicht in daS Moselthal gewährte und von welchem aus der Geschützkampf tm Westen und im Osten unterschieden wurde. Heute wird wieder eine Doppelschlacht geschlagen wie am 6. August bei Wörth und Spichern, sagten wir uns. Die Kanonade tm Westen dauert schon zwei Tage, folglich handelt eS fich um keine Kleinigkeit — und da drüben tm Osten handelt eS fich um sehr ernste Dinge, denn die Artilleriethätigkeit verstärkt fich immer mehr. Unsere Annahme war richtig. Von dem Hügel bei PterrevillerS hatten wir gleichzeitig die Kanonen von Metz (Noiffeville) und bei Westwind die Kanonen von Sedan (Beaumont) gehört. Unser Marsch ging nun wieder südwestlich nach Ron- court, wo wir ein Rebhühnerpaar aus einer Furche emporscheuchten. Ein allgemeines Ah! erscholl, als die Thterchen in die Lüste schnurrten. Welche Kühnheit, oder welche An- hänglichkeit an die heimathliche Furche muß in dem Pärchen gewohnt haben, weil es fich durch den entsetzlichen Aufruhr, der seit Wochen hier herrschte, nicht vertreiben ließ. Ungleich günstiger lagen die Reiseverhältniffe auf dem Wege nach der Heimath, als auf der Hinreise. Wir ge< langten am Abend des 1. September schon bis Arö sur Moselle, wo wir erfuhren, daß fich unsere hessische Artillerie neue Lorbeeren zu den alten bei dem Dorfe Noiffeville gesammelt habe. Am folgenden Morgen (2. September) traf die Nachricht ein: Mac Mahon sei zum zweiten Male geschlagen worden und diesesmal noch vernichtender als bei Wörth. Von der Gefangennahme Napoleons und der ganzen Armee wußten wir noch nichts. In Corny löste sich unsere kleine Sanitätstruppe auf. Die eine Hälfte, mit der Leiche des jungen Offiziers, ging per Bahn über Nancy nach Straßburg, Mannheim und Darmstadt- die andere Hälfte erhielt durch den liebenswürdigen Etappencommandanten von Corny einen Bauernwagen, der über Remilly in feine Heimath bei Saarlouis fuhr und ganz leer war. Die Strecke Corny-Remillh, zu der wir vor zehn Tagen dreißig Stunden brauchten, wurde mit dem leeren Wagen in fünf bis sechs Stunden zurückgelegt. Nun durften auch die Lazarethe von Remilly besucht werden. Das Chaos auf dem kleinen Bahnhofe war bewältigt- es herrschte zwar eine riefige Thätigkeit, die erst nachließ, als die Armee des Prinzen Friedrich Carl nach der Capitulation von Metz ihren Marsch in das Herz von Frankreich nahm: aber es waren doch geordnete Verhältniffe, ohne Wirrwarr und Durcheinander. Auch die Armee- verwaltungSbeamten und das Eisenbahnpersonal leisteten Großes in ihrem Dienste. Unsere Heimfahrt ging per Bahn in einer Tour von Remilly über Saarbrücken und Kaiserslautern nach Mannheim die Bergstraße hinab nach Darmstadt und nahm nur anderthalb Tage in Anspruch. Wir find zu Ende mit unseren einfachen Mittheilungeu gekommen. Die vierzehn Tage, welche wir auf dem Kriegsschauplätze verbrachten, haben uns die Ueberzeugung tief in die Seele eingeprägt: DaS Schrecklichste, was einem Lande, einem Volke widerfahren kann, ist der Krieg. Nur wenn die heiligsten Güter: Ehre und Existenz eines Volkes, in Gefahr kommen, soll zum Schwerte gegriffen werden und nicht eher soll es zur Scheide zurückkehren, bis diese heiligsten Güter gerettet find. Denn nichtswürdig ist die Nation, d>e nicht alles setzt freudig an die Ehre. Mit hohem Dankgefühl und mit berechtigtem Stolze, aber ohne Dünkel und Selbstüberhebung wollen wir die Gedenktage feiern. Unseren Kindern und Kindeskindern wollen wir schildern und einprägen, was für herrliche Männer wir anno 1870 besaßen, aber dabet niemals vergeffen hervorzuheben, wie groß diese Männer in ihrer Friedensliebe waren und welch ein Glück es sei, daß der Frieden ein Vierteljahrhundert unter den schwierigsten Verhältnissen bewahrt werden konnte. Niemals werden uns die Franzosen daS Jahr 1870 vergeben und verzeihen. Wir dürften ihnen Elsaß-Lothringen, die fünf Milliarden und die Requifittonen bis zum letzten Pfennig zurückersetzen, so würden wir in wenigen Wochen darnach ein neues Geschrei um Revanche für die erlittenen Niederlagen hören müssen. Was ging die gloiresüchtige Nation das Jahr 1866 und Sadowa an — und wie ge- berdere fie sich bis 1870! In Jahrhunderten werden die Franzosen noch über uns herfallen, um fich zu rächen, wenn eS nicht vorher möglich war. Möchte die deutsche Nation nicht herabfinken von ihrer Höhe und Männer an ihrer Spitze finden, wie wir fie 1870 besaßen. Die Geschichte lehrt: Die Völker steigen und finken in ihrem Ansehen, in ihren Leistungen. Manche verschwinden ganz vom Erdboden. Aus dem tiefsten Elende hat fich unsere deutsche Nation wiederholt zu hoher Blüthe in Poesie, Kunst und Wissenschaft, auch in kriegerischen Ehren emporgehoben. Wenn wir auch nicht mehr auf der Höhe stehen, wie wir sie 1870/71 erreicht hatten, find wir doch überzeugt, daß uns keine Nation der Welt übertreffen kann, wenn der deutsche Geist fich nicht selbst verliert. — „Deutschland, Deutschland über Alles!" * Unter den wahrhaft erhebenden Episoden an8 den Metzer Gedächtaißtageu, so wird der „Str. P." aus ÄrS a. M. g schrieben, verdient folgende besondere Erwähnung : Anfangs August des Jahres 1870 näherte sich unserem noch von keiner französischen oder deutschen Truppe besetzten Orte ArS a. M. eine aus drei Mann bestehende Patrouille vom 6. preußischen Ulanen-Regimeut, welche mit Gewehrfeuer empfangen, einen Mann tobt, den zweiten schwer verwundet am Platze liegen laffen mußte, während der führende Sergeant entkam. Man schrieb diesen Vorgang, welcher dem Orte verhängnißvoll werden konnte, mit Recht den umherstreifenden Franktireur- banden zu. Den schwer verwundeten ReiterSmann brachten barmherzige Einwohner in das zum Lazareth vorbereitete SchulhauS, wo er sich von nun an der allersorgfältigften und möglichsten Pflege, namentlich des katholischen Geistlichen Debugy zu erfreuen hatte, welche zu seiner Rettung und all- maligen Wiederherstellung führte. Beim Abschied übergab genannter Geistlicher seinem dankerfüllten Pflegling einen Zettel, welcher die Worte enthielt: „Denken Sie oft und gern an den Priester Debugy! Gott schütze Sie!" Nach 25 langen Jahren, zur Zeit, wo die alten Krieger auS allen deutschen Gauen herbeieilen, die blutige Wahlstatt nochmals zu besuchen, erscheint auch bei dem 83jährigen Priester Debugy in ArS eine stattliche Männergestalt, stellt sich als der Leder- fabrikaut Renneberg aus Mühlhausen in Thüringen vor und übergibt den vor 25 Jahren empfangenen Zettel mit der Frage: „Herr Pfarrer, erkennen Sie Ihre Handschrift noch? Ich habe dieselbe während der langen Zeit stets in der Uhrkapsel getragen und wie ein heiliges Bermächtutß bewahrt." Der würdige Greis erkennt feinen ehemaligen Schützling und beiße Thränen rollen über Beider Wangen. ES folgt eine Scene, die sich nicht beschreiben läßt, wohl aber bald genug in ArS und Umgegend bekannt und mit tiefer Rührung in allen Familien besprochen wurde. * Der Internationale Cougreß zur Bekämpfung des Miß- brauchs geistiger Getränke, welcher dieser Tage in Basel tagte, hat Brüssel zum Ort des nächsten, im Jahre 1897 stattfindenden Congresses gewählt. Mit allen gegen die drei Stimmen der officiellen Delegirten von Rußland, Schweden und Holland wurde auf dem Baseler Congreß die Ausfuhr von Branntwein in die Colonien mißbilligt und die Dele- glrten ersucht, bei den Regierungen ihrer Nationalität Schritte um Einstellung der Alkoholisirung colonialer Besitzungen zu thun. * Ein seltener Auftrag. Der „berühmte" Schneider Felix in Paris hat einen Auftrag erhalten, wie er wohl nur sehr selten ertheilt wird und vielleicht in jedem Jahrhundert höchstens zwei« bis dreimal vorkommt. Er hat die Gala-Toilette für die Kaiserin von Rußland herzuftellen, welche dieselbe bei der Krönungsfeier in Moskau tragen wird. Die Toilette wird, dem „Eonf." zufolge, aus weißem Atlas angefertigt, mit den ältesten ächten Spitzen und ächten Perlen b setzt und kostet beinahe eine Million Francs. * kioe ganze Mark für 90 000. Ein recht dankbares Herz scheint eine Dame zu besitzen, welche am letzten SamStag Nachmittag auf dem Weddingplatz in Berlin einem dort feine Fahrt beendenden Pferdebahnwagen entstieg, wobei sie in diesem ein kleines Packet liegen ließ. Sie begab sich vom Wagen aus direct in ein Schreibwaarengeschäft und hier erst bemerkte sie in höchstem Schreck, daß ihr das Päckchen fehle. Verstört eilte sie zu dem Wagen zurück, fand das Päckchen hier auch noch vor und drückte dem Schaffner freudig erregt ein Geldstück in die Hand. Dann ging sie wieder in das Geschäft zurück, wo sie nun erzählte, daß der Verlust des Päckchens sie ruinirt hätte, da eS ihr ganzes Vermögen, 90000 Mark in Papiergeld und Staatspapieren, enthalte, weshalb sie auch in ihrer Freude dem Schaffner — eine Mark geschenkt habe! Wie nobel! • Nach dem ReichSstrafgefetz Du hast mir inS Auge gestochen (§ 23), Hast mir meinen Frieden geraubt (§ 49), Du hast mir mein Herz gestohlen (§ 242), Mit Wahnsinn bedroht mein Haupt (§ 241), Du hast in mir Brand gestiftet (§ 306), Hast meine Ruhe gestört (§ 360, Ziff 11), Hast mich mit Thränen vergiftet (§ 229), Betrogen mich unerhört (§ 263), Du hast einen Andern begünstigt (§ 257), Du hast mir so Vieles verhehlt (§ 258), Du hast mich durch Liebreiz bestochen, Als ich dich zur Liebsten gewählt (§ 109), Zuerst hast meinem Bewerben Geleistet du Widerstand (§ 113), Dann hieltest du widerrechtlich Gefangen Herz und Hand (§ 239), Oft hast du um Gnade gebettelt (§ 360, 4), Und manchen Schmuck und Putz Erpreßt mit gewaltigen Küssen (§ 253), AuS strafbarem Eigennutz (§ 292), Du lösest die heiligen Bande (§ 233, 6, § 250, 2), Der Untreue klag ich dich an (§ 206), Mit Meineid (§ 153) hast du zerstört mir Die ganze Lebensbahn (§ 305), Führ' immer du heimliche Waffen (§ 367, 9), Mir wird nicht länger bang — Ich lasse zur Strafe dich sitzen Dein ganzes Leben lang (§ 14, § 17). ♦ Durch die Erfahrung widerlegt. Arzt: „Ich confta- Lire Rasselgeräusche in der Lunge, Sie müssen sich in Acht nehmen, sprechen Sie nicht viel!" — Student: „DaS nützt ja doch nichts. Neulich beim Referendar Examen hab' ich fast gar nichts gesprochen und bin doch gerasselt." Citeratm? mtö K»nft — EngelhornS Allgemeine Romanbibliothek. Es ist auch in Deutschland möglich, dem Publikum gute Bücher zu billigem Preis zu bieten und dabei weder die Autoren noch die eigenen Interessen zu kurz kommen zu lassen, nur gehöre Wagemuth und geschäftliche Tüchtigkeit dazu — das ist die Lehre, die der deutsche Verlagsbuchhandel aus dem Erfolg von „Engelhorns Allgemeiner Romanbibliothek" ziehen kann, und hoffentlich auch, sofern er sich auf seinen Vortheil versteht, in immer gi ößerer Auswahl ziehen wird. Als der rührige Stuttgarter Verleger vor zebn Jahren zuerst die bekannten ziegelrothen Bändchen — durchschnittlich zehn Bogen guter Ausstattung — zum Preise von 50 Pfennigen in die Welt sandte, begriff man gar nicht, wie der Mann dies leisten könne: schon die „Collection Spemann", von welcher der Band eine Mark kostete, war dem Publikum, wie den Verlegern als unerhörtes Wagniß erschienen, und nun gar dasselbe — nur der Einband abgerechnet — für die Hälfte! Aber noch mehr: Spemann druckte auch viele Werke, an denen, da die Verfasser seit mehr als dreißig Jahren tobt waren, keine Autorrechte mehr bestanden, die also zum mindesten nur den Druck und das Papier, aber kein Honorar mehr kosteten; für Engelborn fiel diese Erleichterung weg; er brachte allerdings im ersten Jahrgang ausnahmlo? Uebersetzungen auS fremden Sprachen, aber auch da mußte daS AutorisalionSrecht bezahlt fein, dazu die Ueber- setzung. Nun aber begab sich das Merkwürdige und sogar für die Gelehrten der Leipziger Buchdändlerrnesse, geschweige denn für gewöhnliche Sterbliche gerabem Unfaßbare, daß Epemanns Collection trotz aller Rührigkeit ihres Verlegers und der im Ganzen sehr guten Auswahl nicht einschlug, während Engelborn schon im zweiten Jahr in der Lage war, auch Werke hervorragender deuttcher Autoren zu bringen! Das Räthsel erklärte sich wohl sehr einfach: der Deutsche ist io sehr an die Leihbibliothek gewöhnt und de« Bücherkausenv u» cewobnt. daß ihm auch noch die Ausgabe von einer Mark schwer fällt, aber kostet- nur die Hälfte, so thut erS schließlich doch — Heute, nach zehn Jahren, ist die „Allgemeine Romanbibliothek" so bekannt und oerbrettet, daß eine Empfehlung des vorttefflichen Unternehmen- fast überflüssig erscheint. Die Rentabilität jeder maschinellen Bo tafle wird bedentend erhöht durch Ausstellung eine- ökonomisch arbeitenden BetriebSmotorS. AIS sparsamste Betriebsmaschinen find die Locomobil en mit ausziehbar en Röhrenkesseln von 8L Wolf in Mngdedurg-Bocka« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und Landwirthschatt oerbrettet. Gering er Brenn Materialverbrauch, große LeiftungSsähigkett u. Dauerhaftigkeit sind die Haupt- oorzüge dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobil Concurrenzen stets den Sieg baoongetragen Haden, sondern auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit ben höchsten Preisen ausgezeichnet sind. [7253 — Jtrvfler & Ntrtz - vefe». Die Änforberungen, bte wir an einen guten Zimmerofen zu stellen un« angewöhnt haben, sind Dank ber Rührigkeit in ber Cfenconftruction in ben letzten Jahre» ungemein vielseitig geworben. 6in solcher Ofen soll jederzeit so geregelt werben können, baß er bei starker Kälte, wie bei mäßiger Außentemperatur einen behaglichen Aufenthalt im Zimmer ermöglicht. Die Feuerung soll eine permanente sein unb bei normaler Inanspruchnahme für 24 Stunben genügen. Aeußere Theile büren nie glühenb werden, keinerlei Geruch soll sich geltend machen Die Handhabung soll einfach, die Ausnützung der Heizwirkung möglichst vollkommen fein. Auch in der Form muß er auf da« Auge des Gebildeten guten Eindruck Hervorrufen All diesen Anforderungen kommt ber Junker 4 Ruh-Ofen vollauf entgegen unb o er bient beshalb bie volle Beachtung aller Derer, bie für die Tage de« Winters sich vorfehen. Wohl jede Hausfrau hat Interesse für einen Artikel, bet im Haushalt unentbehrlich ist. Wir alauben daher mit Recht unsere verehrten Leser auf bie Vorzüge deS Mondamin vom Prown & Polson Hinweisen zu dürfen, denn in Folge seiner vorzüglichen Feindeit dient eS nicht nur vortrefflich zur Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao zc., zumal ein kleines Quantum laut Recept schon genügt, sondern Mondami» eignet sich ausgezeichnet auch zur Herstellung der so beliebten Sommer- speisen, wie: Flammris, Puddings, Frucht-, Cacao-, Kaffee-Speisen rc. Indessen erlangt die Vielseitigkeit deS Artikels erst bann volle Geltung, wenn man bebenft, daß Mondamin, mit Milch gekocht, auch Kindern unb Kranken vorzügliche Dienste leistet, inbtm eS bie Verdaulichkeit der Speisen, speciell ber Milch hebt. Mondamin verhindert da» Gerinnen der Milch im Magen und kann somit ber schwächste Magen mit Leichtigkeit bie so nahrhafte Milch verbauen; bieS wollen be- sonbers RecsnoaleScenten, wie Kranke unb Mütter erwägen. Gern würden wir den verehrten Hausfrauen noch weitere practifche Wmke über die Verwendung des Mondamin mittheilen, aber ber Raum gestattet eS nicht, zumal die auf ben Mondamin Packeten befindlichen Recepte Ausführlicheres bieten. Mit Recht kann man von dem Monbamin Brown & Polson sagen. eS ist im Haushalt unentbehrlich unb wo eS noch nicht eingeführt ist, wirb bie Hausfrau gut thun, den Werth des Mondamin in ber Praxis zu erproben. Wie aus ben Annoncen ersichtlich, ist Mondamin Brown A Polson in allen besseren Colonial-, Delicateß unb Droguen - Handlungen zu haben. = A. Gretscher, Giessen Neustadt 55. Giessen empfiehlt Loose aller genehmigten Lotterien. -■ Prompte Zusendung der Gewinnliste. ---- Feuilleton. Unser Garten im September. Durch so manchen deutschen Augustgarten zog diesmal ein Gefühl ärgerlichen Bedauerns: die wechselreiche Witterung mit ihren vielen gemittet--, sturm- und regenreichen Tagen! Die stolzen Georginen ließen ihre schmucken Blüthenköpse traurig bangen, die Hebe Reseda lag, im Gram gebeugt, an der Erde, und fast nur miß- lnuthig öffneten sich die sonnenbedürftigen Gesichtchen der sinnigen Astergemeinbe; bie neu aufblübenben zarten Theerofen schwammen in Thränen unb bie sonst Hellen Farbenfanfaren ber Trompetenzungen biteben stumm. Freilich, ben schwellenden Früchten an Baum und Spalier bi achten die wacker zechenden Wurzeln Üppige Fülle, nicht aber fröhlich lachende Farben: nach ben glücklichen „rothen Bäckchen" die köstlichen Fruchtgeitt und Süßigkeit verheißen, sehnen sie sich noch. Nur einer schlimmen Rackerwelt im Garten war alle- Werden der SturrneSbraul, alles Regengetrommel, daS Zucken der leuchtenden Blitze „schnuppe" : wo da« Auge des Herrn nicht wachte, da knabberte und „fnarfelte" sie in rastloser Freßbegier an ihren Kohlblättern, daß diese jetzt zum Schreck der HauSsrau und Köchin als freudlose Besenreste ine Leere starren: die Kohlweißlingsraupen'. Nun soll sich - so hoffen wir - Alles, Alles wenden: der König September zieht ein in den srübherbstlichen Garten. Septembertage! KlinglS uns auS ihnen nicht leuchtend und sonnig! In seinem liebenswürdigsten farbenprächtigsten Lichte soll der Garten nochmals vor unfl auftauchen, ehe die Abenddämmerung freudlosen Entblättern« seine Schatten über ihn deckt. Wie köstlich, ein sonniger ©eptembermorgen, wenn auf dem Dachfirst unseres von Fichten und Kastaniengruppen überragten Heims bie munteren Schwälbchen sich zu sammeln beginnen! Ist e« nicht ein Zug von Zartgefühl, ber biefe traulichen, uns so nützlichen Vögelchen nicht schnöbe, kaltherzig abziehen läßt, ber sie wochenlang Auch vereint, um von ihren lieben unb trauten Heimathstätten Abschieb zu nehmen?! _ , $er „Schwalbe" ist so innig mit unserem beutschen Heimathsgesühl, mit Heimstätte, (Sorten unb Hau«, verwebt, baß wir den trauten, Jung unb Alt bekannten Thierchen im Rahmen deS Septembergarten« ein wenig näher Betrachtung schenken bürfen. v . Die Schwalbe gehört zu den wenigen Vogelgestalten, die sich de« unbedingten «chutzeS unb der Schonung seit Alter« hei in unserem Volk erfreuen darf Schwalben zu tobten ober Schwalbennester zu zerstören gilt der deutschen Volksseele als sündhafter Frevel. Der deutsche Bauer ist der Meinuna, da« „Wetter" schlage in da» Hau«, an dem man ein Schwalbennest zerstöre! Gemüthlvsere Völker, wie die Italiener, Südsranzosen uiw. denken darin rober • Dort ist bie Schwalbe bazu da, bie btobbelnben Pfannen zu füllen' Wo Frohsinn unb Genügsamkeit ju Hause, da ziehen bte Schwälbchen ein unb bauen ihr Rest. Das lernten wir schon al« jtinb in dem reizenden Krummacher'ichen Gedichtchen: „In eine« arme« Manne« Hau« Kam lange Zett, von Jahr zu Jahr, Im Lenzbeginn ein Schwalbenpaar. Mit Freuden nahm der arme Mann Sie auf, und schlug ein Brettchen an, Worauf sie sich ihr Nest erbauten usw." AIS junge Vogelfreunde erkannten wir aus dem, „worauf sie sich ihr Nest erbauten," auch sogleich, daß Krummacher die Hebe Dorfschwalbe damit meinte; diese ist für daS kleine Brettchen sehr dankbar, be eS ihrem viertelkugeligen, oben offenen Nest als Stütze bient. Die anberc Schwalbe, bie Stabt- ober Hausschwalbe, kann ber Stütze leichter entbehren, ba sie ihr Nest auch oben, bis auf das Einschlupfloch schließt, auf Rücken- und Oberseite an Vorsprüngen von Gebäulichkeiten fest ankittet. Die Dorfschwalbe (auch Rauchschwalbe genannt) nistet im Innern der Gebäude, in Scheunen, Stallungen, in Hausfluren, selbst in bewohnten Stuben, wenn sie nur ein- und ausflicgen kann, und Niemand sie stört; die Stadtschwalbe immer außen an Gebäuden, bie Nester oft in ganzen Rethen blcht nebeneinander. Und wie lassen sich denn die beiden Schwälbchen von einander erkennen? Nun, schon im Flug ist dies möglich: die Dorfschwalbe fliegt noch weit schneller und gewandter als die Stadtschwalbe. Das kommt daher, weil ersterer Körper im Verhättniß zum Flugsteuer, zum Schwanz, etwas kürzer, kleiner ist, als bei der letzteren; dabei ist die Dorfschwalbe im Ganzen aber größer als die Stadtschwalbe; erstere mißt 18 Ctm., letztere 14 Ctm. Länge. Auch die Form des Schwanzes ist eine andere. Bei der ersteren sind die zwei äußersten Schwanzfedern lang stachelartig autzgezogen; bei letzterer ist der Schwanz blofc gabelförmig tief ausgeschnitten. Und wenn wir sie nun in ber klaren Septembersonne erst auf ber Dachkante, auf dem First beS Gartenhäuschens in fröhlichem Geschwatze sitzen sehen, stnb sie noch leichter zu unterscheiden: da sehen wir, daß deS DorfschwälbchenS Stirn und Kehle hübsch rostroth, daß es auf dem Kröpfchen einen schwarzen Gürtel trägt unb seine sonstige Unterteile roftgelblichweiß auSsieht. Beim Stabtschwälbchen, besten ganze Unterseite reinweiß, ist an Stirn unb Kehle nichts RostrotheS zu bemerken Beibe Schwalbenarten brüten bet uns zweimal im Jahr. Zuerst im Mai unb bann im Juli. In ihrem afrikanischen Winteraufenthalt am 9HI — sie gelangen biS Nubien unb noch weiter nilaufwärts — brüten sie keineswegs: ihre Heimath, bie sie übet Alles lieben, ist unb bleibt bei un«; nur Nahrungsmangel — sie sinb bekanntlich reine Jnsectensrester — treibt sie übers Meer. So schön daS Lieb: „Wenn bie Schwalben heimwärts ziehen usw." so falsch ist e8: bie Schwalben, die baS Heim mit uns tbeilen, stnb deutsche Vögelchen und keine Egypter unb Araber! Ihre Züge borthin unb zurück bringen ihnen Herzeleib genug. Die Schwalben stnb, desonbers burch bas reiche Nahrung«- bebürsniß zu ben Brutzeiten, von ungeheurem Nutzen für unS. Wenn sie ja auch wohl manche« Marienkäfetchen u. bergl. weg- schnavpen, so befreien sie un« doch gerade von ungeheuer viel lästigem unb schäblichem Gesindel. Ich erinnere blo« an bie nichtSwürbigen Bremsen unb bte unverschämt blutlüsternen Stechmücken' Millionen diese« Gelichter« werben täglich von ben Schwalben in ber blitzschnellen Flugjagb weggefangcn. Wo unS bie Stechmücken in Gärten den Aufenthalt verleiben, ba fehlen gewöhnlich in ber nächsten Umgebung bte Schwalbennester So Biele misten sie auf ihren Veranden u s. w. au« ästhetischen Gründen gern, ja ste hatten die klugen Thierchen wohl gar vom Bauen ab. DaS ist.bedauerliche Beschränkt bett, zum Mindesten unpraciisch, gar wenn noch in ber Nähe un bedeckte Wastertäster, schmutzige Bassins ohne genügenden Zu- und Abfluß usw. geduldet werden: wahre Eldorados z m AuSbrüren etuer läglichen Legion von Stechfliegen! Alle ästhetischen Befürchtungen sind weg, wenn wir auf den Vorplätzen, Veranden rc. — auch bei ber Stabtschwalbe — dem Krummacher scheu „noch atmen Manu" nachahmen unb unter jedem Nest an ber Wand ein nicht zu kleine« balbmonbsörmtges Breit anichlagen. Wir haben bann doppelte» Nutzen, benn auf ihm sammelt sich bann ein Stoff, vor dessen glücklicher Zusammensetzung bie Herren künstlichen Düngerfabrikanteo in Neid erblassen'. Zu Staub zerstoßen erhält bte lieben-würdtge Blumenpflegerin in ihm ben reinlichsten Düngestoff für ihre» Winter- unb Ztmmergarlen, der, mrsserspitzenvollweise gegeben, den prächtigsten Palmenwuchs, bie feurigsten Blülhen be« schönen „Riemenblatts", bas rasche Gebeihen so vieler Lieblinge ber Blumen- weit hervorruft! Also, an alles bas wollen wir denken, wenn sich die Schwälbchen diesmal überm sonnigen Frühderbstgarten zum Abzug sammeln und lüften; bie Stabtschwälbchen beginnen bamit, bte treuen Dors schwälbche» halten auS, solange es gebt. Unb wenn sie enblich ziehen, bann werfen sie uns unb unserem Garten noch einen treu mahnenben Blick zurück, damit sich Friedrich Rückerts Sang nicht ersülle: „Keine Schwalbe bringt, keine Schwalbe bringt Dir zurück, wonach Du wetnft; Doch bie Schwalbe singt, doch bie Schwalbe singt Im Dorf wie einst: Al« ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten schwer, Als ich wieder kam, als ich wieder kam, War Alles leer. —" Auch das Gärtchen soll sie nicht leer treffen, wenn sie wieder» kommt. Deshalb bestellen wir dessen leeren Beete zum letzten Mal. Wir säen noch Svtnat, Feldsalat, Wintersalat, Petersilie, Kerbel- rübchen. Letztere können auch als Rübchen noch geleat werden, ebenso bie nieblicben Perlzwiebeln. Enbe be« Monats pflanzen wir au* Winterkohl unb Wintersalat au8. Unb wer sich für bte blütbenlafr stille Winterszeit eine Freube bereiten will, ber topfe sich jetzt tW schöne Nelken, Winterleokoyen unb Sßinteröfter (Chrysanthemum)M ebenso noch köstliche Blumenzwiebeln. Wie zu Zeiten unserer eitern, bebt sich jetzt bte Freube an letzteren FrühlingSkindern w«der mehr; jährlich kommen neue und schöne Einführungen au« ferne» Landen. Biele davon taugen freilich für untere Verhältnisse nicht« Manche sind aber entzückend schön. So eine prachtvolle Tulve au« Turkestan, bie im entflohenen Lenz mein Gärtchen wundervoll zierte: die Greigii Tulpe. Wir pflanzen sie jetzt in den Garten: wenn bie Schwalbe wieberfebtt unb ihr altes Nestchen für die erste Brut herrichtet, bann soll bie Tulpe sie mit ihren scharlachenen ebeln Brcherglocken in voller Schönheit begrüßen! Heinrich Frhr. Schilling. scher, i 55. 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Kaufmann Fink. Philipp Lenz. Georg Allendörfer III. Wilhelm Balser. Heuser Wittwe. Ludwig Schwarz. Kaufmann Dreyfu ß. Löb Isenberg. Jacob Bender. Johannes Schmidt, Kaufmann. A. Jung, Gastwirth. Theodor Hahn, Kaufmann. Konrad Petri, Gastwirth. Theodor Hofmann, Bürgermeister. Kaufmann Karl Kreiling I. Philipp Rinn Wittwe, Krämer. Philipp Feuser, Gastwirth. Friedrich Pfaff, Gastwirth. Philipp Bechtold, Krämer. Kaufmann Georg Repp. Christian Köhler IV. Hermann Klipp stein. Nathan ©tiefe l. Bürge rmeist er Roth. Joh. Gg. Müller, Wittwe. Jakob Becker I. Bürgermeister Bö cher. Heinr ich Schmidt. Wilhelm Wagner n. Wilhelm Schepp. Ludwig Menz. Heinrich Seipp VII. Kaufmann Wilhelm Strackbein. Gottlieb Jung, Gastwirth. Jacob Waldschmidt V. Philipp Weber, Gastwirth. Theodor Geller, Gastwirth. Bürgermeister Scherer. Kaufmann Isaak Michel. Julius Karl Keßler, Specereihändler. Daniel Schmidt, Gastwirth. Die amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen 'Vorrath an Postwcrthzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Werthes an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf während der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslocal oes Verkäufers geöffnet ist, stattzufinden, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der Postanstalt. Amtliche Verkaufsstelle« für Postwerthzeichen bestehen: Frau L. Kalkoo' Wutw-', Wefianlage 2. Herrn Christoph Bieker, Neustadt 55. Gießen, 1. April 1894. Kaiserliches Postamt. 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Versuche im Polytechnikum in München haben ergeben, daß Schlackensteine für Luft doppelt so durchlässig sind, als Rormalmörtel, weil sie Wasser durch Kapillarität nur langsam auffaugen, das aufgenommene Wasser dagegen wieder sehr rasch abgeben. Die Schlackensteine find zur Erbauung gesunder trockener Wohnhäuser deshalb ganz besonders zu empsehle«, und eignen sich sowohl zur Ausmauerung von Fachwerk, wie awch zu Massivbauten, Brandmauern, Kaminen; ihre Feuer» Beständigkeit ist eine sehr große, sie springen nicht und find sehr schwer schmelzbar; auch find Schlackensteine durch »stnsteriellen Erlast zu allen Bauten als zuläsfig erklärt. Die Steine werden m zwei Größen gefertigt und zwar: 260 x ISO x 100 mm und 250 x 120 x 65 mm (Normalformat). 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Nach Lmn uub ui Saistr-m bi v. ffitbtü uu1 grübt. > RaiftiS M! schlacht dti uad Reich t Hierauf übt Andenken an des Baues 1 unter btm äbl btr ßirdtntl)ü Urd) das Kais -nbtxvo ^oxta' ^Die Himmel aus dem „M des kgl. Don ralsuperinten! Er hob die ( Fürsorge für wurden wiede flieg die flanj zum Thema I Ms gethan, sprach ba8 Va Hube naf)n Wta ttxV am s Bnlin, Theater»" u rheattrintend großartiger lhealea". 3 Mch Schlub slürniisch ggf Kraakfm geschmückt, be *'»'«<■ än «mi« unfen I'ttattttt ^run toitr. Wii« „ 51 1. e [tat 181 l- <$ fcfÄ » Sm f