M. 127 Samstag den 1. Juni 189$ Der -treuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- Montags. Die Gießmer A«mikien0tälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementsprei« i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Past bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Lxpeditio* und Druckerei: SchutfiraßeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. Gratisöeikage: Gießener Aamikienölätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend die Maul- und Klauenseuche. Die zu Düdelsheim, Kreis Büdingen, ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen, und auf Gehöftsperre beschränkt worden. Gießen, den 30. Mai 1895. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung, die Abgabe der Capitalrentensteuererklärungen behufs der | Veranlagung für das Steuerjahr 1896/97 betr. Nach Art. 14 des Gesetzes, die Einführung einer Capi- ; talrentenfteuer betreffend, vom 8. Juli 1884, erfolgt die j Heranziehung zu dieser Steuer auf Grund einer Erklärung, - welcher jeder nach den einschlägigen Bestimmungen Steuer- r pflichtige über den Jahresbetrag seiner Zinsen, sowie der? etwa zum Abzug geeigneten Lasten bei der hierzu berufenen ■ Einschätzungscommission schriftlich abzugeben hat. Zu diesen Erklärungen ist das von Großherzoglichem Ministerium der ■ Finanzen festgesetzte Formular zu verwenden und sind die- selben, je nach der Wahl des Steuerpflichtigen, offen oder ; verschlossen, jährlich spätestens bis zum 1. Juli, ohne daß der Pflichtige deshalb eine besondere Aufforderung abzuwarten 1 hat, bei der Bürgermeisterei des Wohnorts abzuliefern. Von der Verpflichtung zur Steuererklärung sind nach Art. 15 des Gesetzes, insofern nicht im einzelnen Fall besondere Aufforderung der Einfchätzungscommission ergeht, diejenigen Steuerpflichtigen entbunden, welche im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits zur Capitalrentenfteuer ; zugezogen waren, auch inzwischen ihren Wohnsitz nicht gewechselt und keine den Betrag von 100 Mk. jährlich erreichende Einkommensverbefferung aus Capitalzinsen erlangt haben. Inhaltlich des Art. 16 des genannten Gesetzes haben die Capitalrentensteuererklärung abzugeben: 1) für minderjährige, vermißte oder unter Vormundschaft gestellte Personen, deren gesetzliche Vertreter. 2) für moralische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften, > Genossenschaften, Gantmaffen, Erbmassen, soweit ■ eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, \ die bestellten Vorstände oder Verwalter; 3) in allen anderen Fällen der Steuerpflichtige selbst und zwar hinfichtlich des gesammten Zinsenbezuges, welcher, sei es aus eigenem Vermögen oder aus dem Vermögen seiner nicht selbstständig zur Capital- rentensteuer gezogenen Angehörigen, ihm in Steueransatz zu kommen hat. Unter Bezugnahme auf die obigen Bestimmungen richten wir an die hiernach zur Einreichung von Capitalrentensteuererklärungen verpflichteten Bewohner unserer Bezirke hiermit die Aufforderung, ihre Erklärungen unfehlbar bis zum genannten 1. Juli d. I. an die betreffenden Bürgermeistereien gelangen zu lassen, von wo sie, und zwar insoweit verschloffen, uneröffnet, an die Vorsitzenden der betreffenden Einschätzungscommission übersendet werden. Das Formular zu den Capitalrentensteuererklärungen, welchem ein Auszug aus dem Gesetz und eine bezügliche nähere Anweisung beigefügt ist, hat der Steuerpflichtige von der Bürgermeisterei des Wohnorts zu beziehen. Gießen, Grünberg, Hungen, Nidda, den 1. Juni 1895. Die Großherzoglichen Steuercommissariate. Bähr. Kritzler. Snell. Schmitt. Arrsland. — In Frankreich scheinen die Chauvinisten und Deutschenfreffer wieder einmal Oberwasser zu bekommen. Die Wühlereien von chauvinistischer Seite gegen die osficielle Betheiligung Frankreichs an der Einweihungsfeier des Nord- Ostsee-Canals haben im Lande bis zu einem gewiffen Grade gewirkt, und wenn das Cabinet Ribot noch heute in der Sache irgendwie zurückkönnte, so würde es dies sicher thun. Unter diesen Umständen herrscht im Lager der Deutschenfresser an der Seine natürlich besonderer Jubel darüber, daß der berühmte Chemiker Pasteur den preußischen Orden- pour le merite, durch welchen er ausgezeichnet werden sollte, abgelehnt hat, wobei er eigens aus die Ereignisse von 1870 hinwies. Es hat sich in Paris bereits ein Comite gebildet, um eine öffentliche Ehrung Pasteurs wegen deffen „patriotischer Haltung" vorzubereiten. Zur selben Zeit aber ist von der Pariser Akademie der Wissenschaften der große Kieler Chirurg Esmarch zum correspondirenden Mitgliede und von der „Academie des Inscriptions“ der deutsche Historiker Mommsen zum auswärtigen Mitgliede letzterer Vereinigung ernannt worden/ es schließen sich doch noch vornehme Kreise in Frankreich von dem Treiben der Chauvins ab. Uebrigens dürfte es in der Freitagssitzung der Deputirtenkammer zu einer lebhaften Erörterung der Kieler Angelegenheit und des ganzen deutsch-französischen Verhältnisses gelegentlich der Interpellation über die auswärtige Politik deS CabiuetS Ribot gekommen sein. WolffS telegrsphisches Corresvondenz-Bureau. Berlin, 30. Mai. Der Bundesrath stimmte dem Berichte der Ausschüffe über den Entwurf des Abgabentarifs für den Nordostseecanal, ferner dem Entwürfe deS Börsengesetzes und dem Depotgesetze mit einigen Abänderungen zu. Kaffel, 30. Mai. Der heutigen auS allen Theilen Deutschlands besuchten Generalversammlung der Neuwied er (Raiffeisen'schen) ländlichen Credit- genossenschaften wohnten Geheimer OberregierungSrath Dr. Hermes als Vertreter des LandwirthschaftSministerS, Landgerichtsrath Schneider als Vertreter des Justizministers, ferner Regierungspräsident Graf d'Hauffonvtlle, Consistorial- präsident v. Altenbeckum, der Präsident der Generalcommisfio« Kette und Oberbürgermeister Westerburg bei. Nach dem Bericht des Generalanwaltes gehören dem Neuwieder Verbände jetzt 1607 Vereine mit einem Gesammtumschlage von etwa 100 Millionen Mark an. Leipzig, 30. Mar. Der Leipziger Maurerstrike hat seit gestern größere Dimensionen angenommen. Es striken jetzt bereits 1500 Maurer. 100 Baustellen find ohne Arbeiter, darunter der Bau deS Reichsgerichts, der Erweiterungsbau des Landgerichts u. A. Von den Leipziger Maurermeistern haben sich, wie der „Leipziger Generalanzeiger" meldet, biS jetzt erst neun bereit erklärt, den geforderten Stundenlohn von 45 Pfg. zu bezahlen. Stuttgart, 30. Mai. Der 91jährige frühere württem- bergische Minister Baron Linden, der auf einem Gute bei Verwandten in Baden sich aufhält, erlitt einen Schlag - anf all. Wien, 30. Mai. Während und nach der gestrigen Bürgermeisterwahl war der Platz vor dem Rathhause der Schauplatz lärmender antisemitischer Demonstrationen, wobei dec liberale Gemeinderath und ReichSrathsabgeordnete NoSke bedroht und thätlich angegriffen wurde. Wien, 30. Mai. Der Kaiser empfing heute den deutschen Botschafter Grafen Eulenburg und hierauf den Minister deS Auswärtigen Grafen GoluchowSky in längerer Audienz. Tokio, 30. Mai. Das „Reuter'sche Bureau" meldet: Der Kaiser von Japan hielt heute seinen Siegeseinzug in die Hauptstadt. Straßen und Häuser waren geschmückt Feuilleton. Zur Einführung in die Kieler Flottenparade. (Schluß.) Welcher Kraft es bedarf, um einen der modernen Schtffscolvffe mit einer Fahrt, wir sie heute als nothwendig erachtet wird, d. h. etwa 20 Seemeilen in der Stunde, durchs Waffer zu treiben, davon kann sich der Uneingeweihte nur schwer einen Begriff machen. Die Maschinen des amerikanischen Kreuzers „Columbia", beiläufig erwähnt eines der schnellsten Kriegsschiffe, die es gibt, wenn man von den kleineren Torpedobooten und Torpedojägern absieht, leisten eine Arbeit von 23,000 Pferdekräften. Ihm zunächst steht unter den Schiffen, die an der Flottenparade theilnehmen, daß italienische Schlachtschiff „Sardigna", deffen Maschinen 22,700 Pferdekräfte indictren, und weiter der britische Panzerkreuzer „Blenheim" mit 21,400 Pferdekräften. Das sind Maschinenanlagen, wie sie in den größten Landbetrieben auch nicht annähernd so mächtig Vorkommen. Die 53 ausländischen Kriegsschiffe find insgesammt im Stande, eine Arbeit von circa 380,000 Pferdestärken zu leisten und die 26 größeren Fahrzeuge der deutschen Marine, die zwischen den fremden Nationen vertheilt sein werden, weisen zusammen an Maschtnenkraft 130,000 Pserdekräfte auf, so daß rund eine halbe Million Pferdekräfte sich als Arbeitsleistung der Paradeflotte ergeben. Rechnet man die Arbeit einer Maschinen - Pferdekrast gleich der von acht Männern, so ergibt sich, daß man etwa vier Millionen Arbeiter brauchen würde, um auch nur auf eine kurze Zeit einen Kraftaufwand zu erzielen, wie er in den Maschinen der 79 Dampfer aufgespeichert liegt. Zu einer dauernden Arbeitsleistung von dem nämlichen Umfange würden freilich auch diese vier Millionen Menschen, so groß die Zahl auch scheinen mag, nicht ausreichen, denn der Mensch unterscheidet sich eben von der Maschine dadurch, daß er nicht I dauernd zu arbeiten vermag, sondern in regelmäßigen Perioden der Ruhe pflegen muß. Nimmt man an, daß ein Mann täglich 8 Stunden ununterbrochen zu arbeiten vermag, so ergibt fich, daß für eine längere Zeitdauer rund zwölf Millionen Menschen erforderlich wären, um das nämliche Maß von Arbeit zu leisten, wie die Maschinen der zur Flottenparade versammelten ausländischen und deutschen Kriegsschiffe. Was will es dagegen sagen, daß die „Armada" 20,000 Soldaten, 9000 Matrosen und etwa 2000 Sclaven an Bord führte, während heute die Schiffe, die an der Flottenparade theilnehmen, durch einen Druck auf die Umsteuerung ihrer Maschinen sich eine Kraft dienstbar machen können, zu deren Leistung damals 12 Millionen Menschen erforderlich gewesen wären. Diese ungeheure Arbeitskraft fitzt nun freilich nicht wie ein eingejchlossenes Teufelchen in den Maschinen, das nur auf die Zauberformel wartet, um mit aller Wucht loS- zubrechen. Zur Auslösung dieses Giganten bedarf es der Wärme und zur Erzeugung dieser wieder der Steinkohle. Eine genaue Schätzung des Kohlenverbrauchs der einzelnen Kriegsschiffe läßt sich nicht wohl geben, da diese Daten selten in die Oeffentttchkeit dringen. Man wird aber kaum sehl- greisen, wenn man die Zahlen, die erfahrungsmäßig für die Handelsmarine feststehen, auch für die Kriegsflotte in Anschlag bringt. Demnach darf man auf je tausend Pferdekräfte einen Kohlenverbrauch von 15 Tonnen ä 1000 Kg. rechnen. Die ganze Flotte würde also unter Dampf Tag für Tag etwa 7500 Tonnen (siebeneinhalb Millionen Kilogramm) Kohlen verbrauchen, und um für diese rauchenden Schornsteine auf einen Tag das Brennmaterial heranzuschaffen, wären 19 Eisenbahnzüge von 40 Doppelwaggons erforderlich. Bei einem Kostenpreis der Kohle von 15 Mk. pro Tonne gehen bei der gesammten Flotte, sofern sie in Fahrt ist, alltäglich 1 12,000 Mark in Rauch auf. • Die größten Geschader von allen fremden Nationen I stellen zur Flottenschau Großbritannien und Italien. England ziemt es, als dem ersten Seestaat, eine seiner Machtstellung entsprechende Flotte zu entsenden, Italien will seinem nordischen Bundesgenossen eine besondere Ehre erweisen. Aber nicht nur in der Zahl der Schiffe zeigt fich die Ueber- legenheit dieser beiden Geschwader, auch in der Stärke der einzelnen Schiffe tritt fie hervor. Die vier Schiffe der „Royal-Sovereign"-Klaffe, welche Großbritannien entsendet, gehören zu den mächtigsten Panzern seiner Flotte, ja, der ganzen Welt. Die Gürtelpanzer, welche ihre verwundbare« Theile beschützen, find nahezu einen halben Meter dick und durch ebenso schwere Panzerplatten sind ihre Geschützthürme gegen feindliche Geschoffe gesichert. Nur wenig hinter ihne« zurück stehen die vier Schlachtschiffe Italiens, „Re Umberto", „Andrea Doria", „Sardegna" und „Ruggero du Lauria". — Besondere Beachtung verdient der amerikanische Kreuzer „Columbia", ein Dreischraubeuschiff, das zu dem Zwecke gebaut ist, als Kreuzer den feindlichen Handel lahm zu legen, weßhalb ihm die Amerikaner den Namen „Üommerce destroyer“, der Handelszerstörer, gegeben. Die „Columba" soll der schnellste Kreuzer der Welt sein — so behaupten wenigstens die Amerikaner. Ein besonders intereffauteS Schiff ist auch der französische Hochseepanzer „Hoche"/ es ist das schnellste Schlachtschiff der Franzosen und von ihren neueren auch wohl das tüchtigste. Nicht zum Kampfe gegen einen gemeinsamen Feind wird diese stolze Flotte aus aller Herren Länder fich im Kieler Hafen zusammenfinden, sondern um ein Werk einzuweihen, das, während es Deutschlands Wehrfähigkeit erhöht, auch einem friedlichen Zwecke dient, der Hebung des Seeverkehrs. Aber jeder der großen Seeftaaten will doch in sein Geschwader den Ausdruck seiner Macht legen und beim friedlichen Feste zeigen, wie er sich als Feind furchtbar erweisen könnte. Capitän L. in der „Magdb. Ztg. Der Kaiser wurde mit großer Begeisterung empfangen. Auch die Stadt Uokohama trägt festlichen Schmuck. Depeschen beß Bureau „Herold". Berlin. 30. Mai. Heute Vormittag hat Hierselbst auf dem Tempelhofer Felde die große Truppenschau, welche alljährlich im Frühjahre abgehalten wird, stattgefunden. Die ganze Garnison, mit Ausnahme der Potsdamer, bethei- ligte sich daran. Der Kaiser sprengte auf einem prächtigen Halbbraunen, umgeben von einer glänzenden Suite und begleitet von dem künftigen Thronfolger von Belgien, auf das Paradefeld, ihm folgte die Kaiserin zu Wagen, neben ihr saß der Graf Philipp von Flandern, der Bruder des Königs der Belgier. Beim zweiten Vorbeimarsch setzte sich der Kaiser mit gezogenem Säbel an die Spitze des 2. Garde- Regiments zu Fuß und führte dasselbe der Kaiserin vor. Nach Schluß der Parade hielt der Kaiser Kritik ab und ritt sodann an der Spitze der Fahnen-Compagnie in die Stadt zurück. Die Parade über die Potsdamer Garnison findet morgen Vormittag statt. Berlin, 30. Mai. Der „RetchSanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Titels und Ranges eines außerordentlichen Gesandten an den Vortragenden Rath im Auswärtigen Amte, Geheimen Legationsrath Graf Pourtales. Cottbus, 30. Mat. Gestern Abend tagte hierselbft eine von 4000 Personen besuchte Textilarbeiter- Versammlung, welche sich mit der Beilegung des ausgebrochenen Strikes beschäftigte. Die 15er-Commtssion theilte mit, daß fu mit der Fabrikanten Commission eine Vereinbarung dahin erzielt habe, daß die gekündigten Arbeiter wieder eingestellt werden und alles beim Alten verbleiben solle. Der Regierungspräsident, der Oberbürgermeister und die Gewerberäthe haben zwischen den beiden Commissionen vermittelt. Um weiteren Streitigkeiten vorzubeugen, wurde eine ständige Arbeiter Commission eingesetzt. Berlin, 30. Mai. Der Colonialrath wird um Mitte Juni zu seiner Frühjahrssession zusammentreten. Wie die „Kreuzzeitung" vernimmt, wird beabsichtigt, die Zahl der Mitglieder von 20 auf 25 zu erhöhen. An Stelle des zum Statthalter von Elsaß • Lothringen ernannten Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg wird, wie verlautet, der neue Präsident der deutschen Colonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, in den Colonialrath berufen werden. Jnowrazlaw, 30. Mai. Nach einer Meldung des „Kujawischen Boten" find in Mogilno zwei russische Offiziere in Ctvil unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Wien. 30. Mai. Infolge des resultatlosen Verlaufes der Bürgermeister Wahl ist die Situation der inneren politischen Bewegungen noch verworrener geworden. Die Antisemiten sind aufs Höchste aufgeregt. Demonstrationen werden befürchtet. Schon gestern Abend nach Schluß der Wahl fanden große Demonstrationen vor dem Rathhause und dem Abgeordnetenhause statt. Viele liberale Gemeinderäthe und Abgeordnete wurden insultirt. Allgemein geht die Ansicht dahin, daß die Regierung, trotzdem fie sich gegen die Auflösung des Gemeinderaths sträubt, gewiffe Maßregeln wird vornehmen und die Neuwahlen ausschreiben müssen. Die Antisemiten hoffen, daß fie dann die Majorität im Gemeinderath erhalten werden. Die Liberalen dürften bei der am Freitag stattfindenden Wahl vielleicht einen Com- promiß einzugehen versuchen. Es verlautet, daß die Auflösung des Parlament- unvermeidlich sei und zwar sofort nach Schluß der Delegation. Madrid, 30. Mai. Nach den neuesten Meldungen aus Cuba hat sich die Lage daselbst verschlimmert. Sofia, 30. Mai. Der Untersuchungsausschuß ist nunmehr entschlossen, gegen Stambulow die Anklage zu erheben. Ob die Untersuchung von der Sobranje oder vom Richter geleitet wird, ist ungewiß. Die Rückkehr des Fürsten hat sich verzögert. Neuerdings ist wieder das Gerücht verbreitet, Fürst Ferdinand werde erst wieder hier eintreffen, wenn in der Affaire Stambulow eine definitive Entscheidung erfolgt ist. - CocoUs nttö Gießen, den 31. Mat 1895. ** Pramiirnng des Kunstgewerbes. Um die in der Ausbildung für das Kunstgewer.be begriffene Jugend Darmstadts zu tüchtigem Vorwärtsstreben anzuregen, bewilligte der Großherzog acht Geldprämien. Ueber die Vertheilung der Preise wird der Großherzog auf Grund des Gutachtens einer Commission beschließen. 22. Mittelrheinisches Kreisturnfest am 7., 8. und 9. Juli jti Gießen. Der Preßausschuß versendet zur Aufnahme in die Zeitungen des Mittelrheinischen Turnkretses nachstehenden Festgruß: Alle Vorbereitungen find im Gange, um das Fest zu einem der Turnsache und dem Mittelrhetnkreise würdigen zu gestalten. Gießen, die altbewährte Feststadt, rüstet sich zum würdigen Empfang der bereits in stattlicher Zahl angemelderen Turner und bietet alle seine Kräfte auf, um denselben genußreiche, frohe Stunden zu bereiten. Der schöne, herrlich inmitten der Stadt gelegene Turnplatz, ausgestattet mit den besten Geräthen, ladet die Turner zum edlen Wettkampfe. In nächster Nähe deffelben befindliche große, geräumige Schulturnhallen sichern auch bei schlechter Witterung einen guten turnerischen Verlauf deS Festes. — Eine große, stattliche Festhalle, unter der trefflichen Wirth- schaftsleitung der Herren Seb old, Restaurateur vom Palmengarten in Frankfurt a. M. und Feid el-Gießen stehend, und zahlreiche Bier- und Weinwirthschaften werden auf dem Festplatz genügend Gelegenheit zur Erholung bieten. Freiquartiere werden den Turnern bereitwilligst geschaffen, und dürften darum aus allen Gauen fröhliche Turngenoffen nach Gießen zusammenströmen, das ihnen auch durch seine landschaftlich schöne Lage und die Gastfreundschaftlichkeit seiner Bewohner frohe Stunden bereiten wird. Die Feststadt entbietet allen Turngenossen und Turnfreunden schon als j Pfingstgruß ein herzliches Willkommen! Gut Heil! * * Steins Garten. Die in diesem Frühjahr in Sorrent j stattgefundene Tassofeier wurde durch eine der besten ‘ italienischen Muntcipalcapellen verherrlicht, die durch ihre ! exacte und künstlerische Ausführung der Compositionen ! italienischer und deutscher Meister sich die Sympathien aller • Fremden im Sturm erobert hat. Es war die Banda Muni- cipale di Pratola Preligna, eine jener Capellen, welche zum Tragen osficteller Uniformen berechtigt find und stets eine Stärke von über 50 Personen haben. Die Capelle wird auf Bemühungen des Herrn Restaurateurs Stein in der ersten Hälfte des Juni dahier in Steins Garten concertiren. DaS Orchester trägt die kleidsame Uniform der italienischen Kürassiere und wurde gelegentlich eines Congresses in Rom mit dem ersten Preis prämiirt. * * Weiolteserung zum Turnfest. Mit Bezug auf die gestrige Notiz, betr. Vergebung der Weinlieferung, theilt uns die Firma I. Kann Söhne hier mit, daß sie von dem Wirthschaftsausschuß zur Einreichung von Proben nicht ein- geladen worden, mithin an der Concurrenz nicht theilnehmen konnte. * * Am Pfingstsonntag wird Morgens 7 Uhr vom Thurme der Johanneskirche ein Choral geblasen werden. * * Entsprungen ist gestern Vormittag ein zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilter Verbrecher bei seinem Transport nach Ziegenhain aus einem hiesigen Local, nachdem er seinem Transporteur etwas vorgespiegelr. Die Verfolgung wurde sofort seitens der hiesigen GenSdarmerie ausgenommen und der Flüchtling durch den berittenen Gensdarm Kaiser zwischen dem Daubringer Wald und der Wtesecker Mühle eingefangen und seinem Transporteur wieder ausgeliefert. * * Für Pfiugstreiseode. Die Rückfahrkarten, welche am SamStag vor Pfingsten gelöst werden, haben eine viertägige Gültigkeit. Die Rückfahrt muß also spätestens Pfingst- Dienstag, Abends vor 12 Uhr angetreten und darf daun nicht mehr unterbrochen werden. * * Studentisches Leben wird sich in der P f i n g st w o ch e ; in Eisenach entfalten. Die deutschen Burschenschafter halten s in jenen Tagen ihren Congreß, den A. D. C. dort ab und \ außerdem versammeln sich auch einige hundert Mitglieder j des Studentenbundes „Wtngols" dort, um Berathungen zu pflegen, die der Regel gemäß alle 2 Jahre in der Wartburg stattfinden. * * Die Schenkungen, zu deren Annahme Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog die Genehmigung ertheilt hat, sind für den Bereich der Provinz Oberhcssen die folgenden: Schenkung der Wittwe des Oberquartiermeisters und Lazarethverwalters Georg Lang zu Darmstadt an das Kurhospital zu Bad- Nauheim im Betrage von 200 Mk.- Schenkung deS Kirchenbauveretns zu Friedberg an den evangelischen Kirchenvorstand daselbst zur Herstellung der Stadtkirche, j im Betrage von 25 00 Mk.; Schenkung des Geh. Com- I merzienraths Buderus zu Hirzenhain an die evangelische Kirche daselbst zur Erbauung einer neuen Orgel, im Betrage von 2000 Mk. - Schenkung des Directors der Großh. Badischen Kunftgewerbeschule zu Karlsruhe, Professor Götz an die Landesuniverfität Gießen, bestehend in einer Anzahl von ihm verfaßter Werke mit Illustrationen rc. im ungefähren Werthe von 400 Mk. Verkehr auf de» Oberheffifcheu Etseubahueu. Auf den Oberhesstschen Eisenbahnen (Hauptbahnen) find im vergangenen Monat gegen den Monat April des Vorjahres die Einnahmen aus dem Personenverkehr um nahezu 15,1 pCt. gestiegen, was hauptsächlich darin seinen Grund hat, daß das Osterfest in diesem Jahr in den Monat April fiel,- dagegen sind aus gleichem Anlaß die Einnahmen aus dem Güterverkehr zurückgegangen. Auch bei den Nebenbahnen sind infolge der veränderten Lage des Osterfestes die Einnahmen aus dem Personenverkehr gewachsen, im Güterverkehr dagegen Einnahmeausfälle hervorgerufen worden. * * Die Abschaffung eines alten Zopfes ist der Mainzer Metzgerinnung gelungen. Gemäß eines Beschlusses des Be- zirksverbandtstages in Worms ist auf dem letzten Großviehmarkte der Handel nach Karolin, nach alten und neuen Thalern, Guldenstücken und sonstigen nicht mehr existirenden Münzsorten aufgegeben worden. Auch die Unsitte der schweigenden Trinkgelder an Händler und der bei manchen Metzgern übliche Abzug sollen beseitigt werden. * * Zum Dienen der Volksfchullehrer. Vom nächsten Jahre ab müssen bekanntlich die zum Militär ausgehobenen Volksschullehrer ein Jahr dienen. Damit nun diese Neuerung keinen Lehrermangel zur Folge habe, beabsichtigt die preußische Unterrichtsverwaltung an verschiedenen Lehrerseminaren zwei parallele dritte Klassen zu bilden. * * Mit der Heuernte konnte in diesem Jahre so früh begonnen werden, wie selten zuvor, trotzdem wir einen recht langen Winter hatten. Der GraSwuchs ist durchweg ein reichlicher. * ♦ Steigende Getreidepreise. Während der Preis des Roggens im Mai 1894 bis auf 110 gefallen war, ist er am Montag in Berlin auf 1401/* gestiegen. Der Preis des Weizens stand vor einem Jahre am tiefsten mit 134, am Montag wurde er mit 161 notirt. * ♦ Für Weintrinker. Die Aussichten auf den 1895er sind keine erfreulichen. In der Zusammenstellung der land- wirthschaftlichen Vereine über den Stand der Reben heißt es: in den Bezirken Ingelheim, Mainz und WormS: mittel; in den Bezirken Bingen, Oppenheim, Osthofen und Pfeddersheim : mittel bis gering; in den Bezirken Flonheim, Nieder- Olm, Wöllstein und Wörrstadt: gering und im Bezirk Alzey sehr gering. •* Warnung vor eisigen Getränke». Die letzten Tage haben bereits eine derart hohe Temperatur gebracht, daß es angezeigt erscheint, schon jetzt eine Warnung vom Stapel i zu laffen, die sonst erst einige Wochen später am Platze zu ' sein pflegt. Wir möchten unsere Leser nämlich davor warnen, das in den heißen Tagen stärker als sonst auftretende Durstgefühl durch den Genuß eiskalter Getränke zu befriedigen. Insbesondere sei von dem Trinken derartig kalten Mineralwassers dringend abgerathen. Es giebt ja immer noch Leute, die an den heißen Tagen die Getränkt gar nicht kalt genug bekommen können. Diese mögen e£ sich gesagt sein lassen, daß schon in zahlreichen Fällen schwere Erkrankungen, ja selbst Todesfälle als die unmittelbaren Folgen dieser schlimmen Gewohnheit nachgewiesen worden find. Also Vorsicht! § Aus Oberheffeu, 30. Mai. Daß der Rabe ein ganz gesährlicher Vogelmörder ist, davon hatten wir auf einer größeren Tour durch das südliche Oberhessen unS zu überzeugen Gelegenheit. Zweimal bemerkten wir jedesmal von einem Rabenpaar Jagd auf kleine Vögel machen. In einem Falle gelang es, uns, den Raben ihre Beute, eine junge Lerche, abzujagen, dieselbe war aber bereits getödtet. Dn diese Vogeljagd von den Raben auf offener Landstraße geschah, so läßt sich leicht erwägen, daß denselben im Felde noch viel mehr kleine Vögel zur Beute werden. Wer in jetziger Zeit ein Rabennest findet, sollte eS, wenn ihm möglich, zerstören. A Mainz, 30. Mai. Der Verband deutscher Kaufmännischer Vereine hält den 10. und 11. Juni hier seine diesjährige Generalversammlung ab. Vorträge haben zu demselben zugesagt: Generalsecretär Schloßmacher- Frankfurt, Oscar Goldschmitt-Berlin, Edmund Lotz- Coburg, Wttzigm ann- Mannheim, Sch euer l e-Ulm und Bruno Blechschmidt-Offenbach. Ueber den brennenden Gegenstand, den Gesetzentwurf zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes, hat Schloßmacher-Frankfurt das Referat übernommen. An den geschäftlichen Theil der Generalversammlung reiht sich ein langes Vergnügungs- Programm. — Die zehnte Mainzer Regatta findet an den Tagen des 22. und 23. Juni statt. Meldeschluß für dieselbe ist am 7. Juni Abends 8 Uhr. Der Mainzer Ruderveretn ist bereits eifrig mit den Vorbereitungen zu der Regatta beschäftigt. Bingen, 28. Mai. Am gestrigen Montag wurde hier der in weiten Kreisen bekannte Spracharzi Herr A. E. GerdtS unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Alzey, 29. Mai. Auf Anregung des Herrn Kreis- Schulinspectors Pfaff dahier wurde schon im verfloffenen Jahre, besonders aber seit Beginn des neuen Schuljahres, die Blumenpflege in der hiesigen 1. Mädchenklaffe eingeführt. — Der hiesige Ortsgewerbeverein hat beschlossen, anläßlich der im Jahre 1897 in unserer Stadt stattfindenden Generalversammlung des Landesgewerbevereins, eine Industrie-Ausstellung, ähnlich derjenigen im Jahre 1876, abzuhalten. •Ms. Aus Kurhefseu, 30. Mai. Im südlichen Theile Kurhessens, insbesondere in der Gegend von Fulda, Schlüchtern, in der Rhön rc. sind gestern und vorgestern Wolkenbrüche, die strichweise mit starkem Hagelschlag verbunden waren, niedergegangen und haben überall der Land- wirthschaft großen Schaden zugefügt. Besonders hart sind die Gemarkungen von Romsthal, Marborn, Hosenfelde, Flieden, Reulbach rc. betroffen. Bei Weisbach wurde eine Mutter und vier Kinder, welche aus dem Walde kamen, wo sie Waldmeister gesammelt hatten, vom Blitz getroffen. Die Mutter und zwei Kinder haben sich wieder erholt, die anderen beiden Kinder wurden dermaßen getroffen und verletzt, daß fie hoffnungslos darniederliegen. — In Roms- thal wurde der Lorenz Stoll'sche Gutshof durch Blitzschlag, eingeäschert, in Marborn und Hosenfelde je ein Wohnhaus. — In Flieden traf der Blitz drei nebeneinanderstehende Pappeln, sprang bami auf beiden Seiten zu den anstoßenden Gebäuden über uno lödtete in einem Stalle zwei Kühe, während er aus dem anderen Gebäude die ganze Ecksäule herausriß. — In Reulbach wurde eine Kuh, die von einem Knecht über den Hof geführt wurde, erschlagen, während dem Knecht kein Haar gekrümmt wurde! Ferner fuhr der Blitz in Reulbach mitten durch einen großen Kuchen, den eine Frau auf einem Kuchenbleche aus dem Backhause nach Hause tragen wollte, die Frau blieb ebenfalls unversehrt. — In der Schwalmgegend, bei Ziegenhain, Neukirchen, sowie in Oberhessen haben ebenfalls mehrere Gewitter gehaust, die mit Hagelschlag verbunden waren. Bet Neukirchen fiel der Hagel in wallnußgroßen Schloßen und bedeckte handhoch die Erde. Der Schaden an den Feldfrüchten ist ein beträchtlicher. Die Gemarkung Hubenrode bet Witzenhausen ist vom Hagelschlag ebenfalls stark mitge- genommen. — Bei Frankenau hat der Blitz mehrfach die Telegraphenleitung getroffen und 15 bis 20 Telegraphenbäume beschädigt. — In Frankenberg schlug der Blitz in den Thurm der Pfarrkirche und zündete. Die Feuerwehr, die gerade eine Hebung abgehalten, war zum Glück sofort zur Stelle und löschte das Feuer. Bemerkenswerth ist, daß an demselben Tage, 1607, also vor 288 Jahren, der Blitz in den Thurm derselben Kirche schlug und in Folge deffen den Thurm mit fünf Glocken zerstört wurde. — In Bürgeln bet Marburg schlug der Blitz in den neuerbauten Tanzsaal der Wirthschaft und betäubte mehrere Ander, die dort spielten, sich aber bald wieder erholten. * München, 28. Mai. Vorgestern ist in der Gegend von Forstern und Schwaben (Oberbayern), wo im vergangenen Jahre der verheerende Cyclon gehaust hat, ein Wolkenbruch niedergegangen- das Wasser füllte Stunden lang mehrere Fuß hoch daS Thal. Viel Schaden wurde an- gerichtet. * Innsbruck, 30. Mai. Bei Langen am Arlberg stürzte gestern ein jugendlicher, bei den Lawinenschutzbauten beschäftigter Bahnarbeiter, Namens Schmalager, 300 Meter ab und war sofort tobt _____________ Airchttche Anzeige« der Stadt Gietzen sich Barometerstand. Vergebung Ampel an der Sohlswiese, Vormittags 9^ Uhr, aus dem Drstrict Ampel. 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Bürgermeisterei Münster, woselbst Plan, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, Steinberg, 30. Mai 1895. Großherzogl. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg. lebend. ItaL GcSügel gut u. billig beziehen will, verlange Preisliste von Han« Kaier in Ulm a. D. Grosser hnoort ltaL,>Produkte. Reiser, rm: Buche 502 Stöcke, rm: Buche 75 steigern. Die Scheune steht 24 Jahre, und ist von Eichenholz gebaut. einzureichen. Gießen, am 28. Mai 1895. Der Kreisingenieur. empfiehlt im Detail zu En gro8- Preisen in '/,, 7, und V. Flaschen 4877 A Koch Nachsgr. Eiche 48. Papiermühle, am 30. Mai 1895. Freiherrliche Oberförfterei Rabenau: Schw örer. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 2. Juni. 1. PfingM-UUag. I« der Stadtttrche. Vormittags 73/< Ubr: Pfarrer Schlosser. VormUtagg 97e Ubr: Psarrverwalter Dr. Grein. Eollecte für die hessische Lutbersttftung. Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche. Pfarrverwalter Dr. G retn. Die Neuconfirmirten aus der Marcusgemeinde werden gebeten, um «/all Uhr zu einer kurzen Besprechung in der Kirche zu Eiche 58; Linde 1; Nadelholz 4; Eiche 134; Nadelholz 24; Aspe 2 WW7 Gütige Bestellungen erbitte möglichst frühzeitig. per Pfund 28 Pfg., empfiehlt 4872 Chr. Wallenfels. Mitgliederstand Ende 1893 • Während 1894 gingen . . «echter westfälischer Pumpernickel frisch eingetrofien bei 14827 A. & €L Wallenfels. am 31. Mai Mittags 12 Uhr (Wetterbäuschen in der Südanlage). 3. 4. Hochelheim, den 30. Mai 1895. Der Vorstand: 4891]r Jung, Vorsteher. Holzverfteigerrmg in der Ireiherrlichen Oberförsterei Rabenau Mittwoch den 5. Juni I. I., nach Zusammenkunft rm . a) Obligationen b) Vorschüffe c) Güterkaufgelder d) Werthpapiere nach dem Cours am 31.December 1894 Kaffevorrath Unersetzte Vorlagen Ausstände Uatmeinkn Muselwem, I892r u. 1893r Cueser im Elaste da« Liter 90 Pfg., Flasche 8/* Liter Inhalt mit Glas und Packung zu 1 Mk., frei Kracht u.Oetroi liefert Georg Ortenbach, Wetzlar. NB. Fässer leihweise von 25 Liter Inhalt an. Flasche wird zu 10 Pfg. zurückgenommen. 3758 Grosses Lager seiner u. feinster ausgebauter Original-Flaschenweine, über welche Lifte aerne gesandt wird. General-Versammlung. Die Mitglieder des Spar- und Vorschust-Bereius Staufenberg werden auf Sonntag den 9. Juni d. I., ^ltchunttags 3 Uhr, in den Saal des Ludwig Geißler VII. freundlichst em- qeladen; um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Tages-Ordnung: 1) Abhörung der Rechnung pro 1894. 2) Wahl zweier Aufsichtsrathmitglieder. 3) Sonstige Vereinsangelegenheiten. Die Rechnung für 1894 liegt bei dem Rechner für die Betheiligten acht Tage zur Einsicht offen. Staufenberg, den 30. Mai 1895. 4867 Der Aufstchtsrath. von Holz-Cementdächern, Asphalt, Terrazo-Cement- böden und wasserdichten Kellern empfehlen sich bei billigster Preisberechnung und unter Garantie (2988 Bob. Thempel & Thiele. Geschäft: Löberftraße 3. Privatwohnung: Braudgaste 8. Anfragen, Bestellungen erbitten wir nach Brandgaffe 8 zu rlchten. Ende 1894 . 146 1. 2. Stadt. Wchthaus. Freibank. [4835 Heute Samstag: Ochsenfleisch nicht ladenrein, pr. Pfd. 48 Pfg. 30* Die Freibank ist von Morgens 7 Uhr bis Abends 10 Uhr geöffnet. Aetiva. jl. H Bilanz am 31. Deeember 1894. Centrifugen Süßrahm-Butter, bekannt als feinste Qualität Gießens, empfiehlt täglich frisch Hch. Arnold IL, Montag den 3. Juni. 2. Pfiugstfeiertag. In der Stadtkieche. Vormittags 97rUhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- u. Marcusgemeinde. Diejenigen, welche daran theilnehmen wollen, werden gebeten, sich bei dem Pfarrer ihrer Gemeinde anzumelden. Nachmittags 2nnntte§bienft Moraens 6 Uhr, Abends ' uy Ausgeliehene Capitalien: 11 699.— zuerkennen sind. Die Offerten mit 4 199.26 der Aufschrift „Submission auf Grassamen" sind getrennt an die einzelnen 1 535.— 2 262.75 50.98 2 407.36 410.58 79 338.58 Passiva. Mitgliederguthaben Aufgenommene Capitalien Reservefond Specialreservefond erfolgt. Gießen, den 28. Mai 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. . —--—-------T“Z—TUT" i Aa«der, Schellfisch Eablianrc Ferner Dreustag, den 4. Ium d. Js.^ K». junge Gänse, Hahne«, Eapannen, Vormittags 10 Uhr, I Poularoen, raube« rc^ sollen auf dem Rathhaus zu Watzen^ C. G. Klernhenn. dorn Planir- und Chausiierarbeiten. in Accord gegeben werden. SSÄÄ'Äfä: Große ScheMIchc tags 1 Uhr, läßt die Gesellschafts-1 r:Cpi.p Upfp au baben tm mühle zu Hochelheim eine Scheune gi riSCIl“ Ilvlü Biergrund, in gutem Zustand auf den Abbruch ‘------ unter günstigen Bedingungen^ ver- L ilooUV uWv___ Kmburger Käse, s Schiffsnochrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießm vertreten durch die Agenten Carl j Loos und I. M. Schulhof. ' Bremen, 30. Mai. (Per ttansaüantischen Telegraph^ Der Schnelldampfer Havel, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen i Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. . — Der Postdampfer „Wefternland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen. 440.- ! zureichen, woraufhin am 10. Juni, j A Aspackung frisch ru^ab^ 925.84 Vormittags 11 Uhr die Eröffnung MA----------- t r -?~ versammeln. I« der JohanneSkirche. Vormittags 97s Uhr: Pfarrer Dingeldey. Beichte und hell- Abendmahl für Lucas, und Jobannesgememdc. Vormittags 117s Uhr: Kinderkirche für die LucaSgemeinde: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 27s Ubr: Pfarrer Dr. Naumann. Collecte für die hessische Lutherstiftung. Bekanntmachung. ^Xnbdtc« An Stelle des ausgeschiedenen vOÜ mmHerrn Heinrich Weigand ist- - Dtstnct — cmA; 10QR CS,rr Friedrich bestellt worden. Hungen, den 30. Mai 1895. _______Großh. Amtsgericht. 4871 Samslsg den 15. Juni, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Gemüsehändler Heinrich «rieb in Gießen gehörige Hoftaithe: Flur I Nr. 360 — 44 qm im Tiefenweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 3. Mat 1895 Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt.________4090 11 Neuen Baue II befindet sich jetzt das [4826 Cigarren-Apecial-Grschäst von Richard Buchacker früher Bahnhofstraße 48. ARNSBURG Geschichte und Beschreibung des Klosters zugleich Führer durch die Ruine, herausgegeben von Dr. Sauer und Dr. Ebel. ----- 1 Mark. ----- J. Ricker’sehe Bnchhdlg. Nur sofortige Baargewinnei Nur 12 aufeinanderfolgende u. je einer am AM" Ersten jeden Monats "HMW stattfindenden gross. Ziehungen, in welchen jedes Serien-Loos mit einem Treffer gezogen wird. Der Theilnehmer kann durch dieselben von den in Treff, ä M. 500000, 400000, 300000 etc. zur Auszahlung gelangenden ca. 20 MilBionen Mark bis ca. 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