n. 8»N»tftea6e), ibt ortunent, 961 bereinigte» >. M.: Hersch. RubolphS Nachfolger), und Balcon 1. 889 indvzg. m. «s am Brand iß 3 Uhr geöffnet, nangehörige genieße, rittspreis: Sonntag; 12T Ausschuß. mlnng (Bourgeois), R orstandeö, $r Vorstand. Id - Bank M BedoiM unkt« Wi miW Lkhung U m W. 3000 bis luO) k 4, zahl 7 hl 4, lummem 4,14» »J®» jede II. die Nummer, so. verkost und werde, il. Drcember 1895 aux folgen jeWngs October, vk. . M w *.. lenie lenle SÜbenente n s-D. t g erbao' jtrein 184." 98." 52.- 8L50 21." 15." 88." 25^0 3710 130" 388." 232" 128.80 66." 1K- A" Nr. 27 Erstes Blatt. Freitag den 1. Februar 1895 Der Hießener Auzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener M««ikienäkätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. (siebener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, ExpeditioT und Druckerei: StKukstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gieren. ^^^M^^D^^^^chratisöeikage-HießenerAamikienökätte^ folgenden Tag erscheinenden Nummer bl- Borm. 10 Uyr. | ö u ö rc vz# Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 30. Januar. DieZSttzung wird um 91/* Uhr eröffnet, und gibt der Präsident dem Hause Mitthetlung von einem Antrag des Abg.sBergsträßer und Genossen auf Erbauung einer Bahn von Darmstadt nach Oppenheim und eines Antrags des Abg. Hechler und Genossen auf Erbauung einer Nebenbahn vom Oppenheimer Fahrt nach Groß-Gerau. Von dem Abg. Metz erfolgt eine Anfrage, wie weit sein Antrag auf Aufhebung des Dammbau- Gesetzes behandelt sei. Namens des ersten Ausschusses theilt Abg. Wolfs kehl mit, daß der Antrag der Regierung zur Aeußerung zugegangen sei. Eine Rückäußerung sei noch nicht eingetroffen. — Nunmehr erfolgt die Berathung des Antrags Schmitt auf Aufhebung des Gesetzes vom Z. August 186 9, betr. das Brückengeld ev. auf Befreiung der Einwohner von Kastel und Kostheim vom Brückengeld. Abg. Schmitt weift auf die Belästigungen hin, die den Bewohnern von Kostheim und Kastel durch das Brückengeld auferlegt worden seien. Dieselben müßten, nur weil sie nach Mainz wollten, eine besondere Steuer entrichten. Auch die Art der Erhebung des Brückengeldes sei in unrichtiger Weise geregelt. Er weist auf den Betrieb der Pferdebahn hin, welche für ihren besetzten Wagen nur 24 Pfg. zu zahlen habe, während eine leere Droschke 30 Pfg. zahlen müffe. Auch den zur Schule nach Mainz gehenden Kindern werde das Brückengeld abverlangt, was der Antragsteller für höchst unrecht hält. Er bittet das HauS, seinen zweiten An- trag, falls der erste keine Annahme finde, anzunehmen. Mtnisterialrath Krug spricht sich gegen den Antrag aus, weil die Regierung das Brückengeld für eine Gebühr hält, für eine von ihr geschaffene Veikehrs-Einrichtung, von der Jeder, der sie benütze, profitire. Bei Brückenvorlagen sei daS Brück-ngeld immer ein Hauptfactor, der in Berechnung gezogen werde. Die Regierung könne auf diese Einnahme, die ea. 220000 Mk. betrage, nicht verzichten. Abg. Metz erklärt sich für den Ausschußantrag» Abg. Jöst theilt mit, früher habe ihm der Finanzminister nicht sagen können, waS die Pferdebahn an Brückengeld zahle,- heute habe man es von dem Abg. Schmitt erfahren. Man sehe hier wieder recht, wie die Regierung daS Großcapital begünstige und wie der kleine Mann benachtheiligt werde. Ec stimmt dem Antrag Schmitt zu. Auch der Abg. Wasserburg erklärt sich als ein Gegner des Brückengeldes. — Nach erfolgter Abstimmung lehnt die Kammer den Antrag gegen sechszehn Stimmen ab. Von den Abgg. Ullrich und Genossen ist der Antrag auf Abänderung der Städteordnung gestellt. Dem Ausschußantrag gemäß wird beschloffeu. Ferner bewilligt die Kammer den Voranschlag für die Bedürfnisse der 2. Kammer im Betrage von 100000 Mk. ohne Debatte. Ebenso einen Antrag des Abg. Schmitt auf Abänderung des Art. 69 des Volksschulgesetzes. Ein weiterer Antrag des Abg. Dael von Köth, die Schulkinder auf dem Lande in der Zeit vom 1. Juni bis 15. August vom Schulunterricht zu entbinden, wird, nachdem der Ausschuß Ablehnung beantragt und auch der Regierungsvertreter den Antrag bekämpft, gegen 7 Stimmen abgelehnt. Hierauf vertagt sich die Kammer bis zum März. Deutscher Reichstag. 26. Sitzung. Dienstag, den 80. Januar 1895. Da« sehr schwach besetzte Haus tritt in die erste Berathung der Anträge Auer und Colbus, betr. Aushebung des Dtctatur- paragraphen in Elsaß-Lothringen ein. , _ Abg. Bebel: Vor 24 Jahren wurde als allgemeiner Wunsch verkündet, den wtedergewonnenen Elsaß-Lothringern die Zugehörigkeit zu Deutschland möglichst lieb und angenehm zu machen. Zugleich aber gab man zunächst den dortigen obersten Reichsbeamten Vollmachten in einem Umfange, wie ste heute vielleicht in keinem anderen Lulturstaate der Welt bestehen. Das ganze Land ist vollkommen in die Macht eines einzigen Mannes gelegt. Ein einfacher Polizist hat mehr Macht über die Existenz des einzelnen Bürgers, als sonst in die Hände höchster Beamten gelegt ist. Daß das Mißstimmung Hervorrufen muh, liegt auf der Hand. Elsaß Lothringen wird noch heute in vollem Umfange als ein erobertes Land, die Bevölkerung als eine feindliche angesehen. Dazu kommt, daß noch °/;o der Gesetze dort französischen Ursprungs sind. In Frankreich selbst sind eine Menge dieser alten Verordnungen beseitigt, durch baffere ersetzt, in Elsaß Lothringen dagegen bestehen diese älteren französischen Gesetze fort, so daß Elsaß-Lothringen nicht blos hinsichtlich seiner Dictatur, sondern auch hinsichtlich seiner Gesetze sich uns gegenüber in einem Ausnahmezustand befindet. Der Zustand der Dictatur erstreckt sich auf das ganze sociale und wirthschaftliche Leben, selbstverständlich vor Allem auf die Presie, die sich sorgsam fragen muß, ob sie nicht . bet Beschwerden in ihren Ausdrücken zu weit geht und Gefahr läuft, unterdrückt zu werden. Auf der freien Meinungsäußerung liegt ein solcher Druck, daß die Behörden die Willensmeinung der Bevölkerung gar nicht mehr kennen lernen können. Die Ausweisungen richten sich nicht blos gegen Ausländer, nicht Ntchtoplanten, sondern auch gegen Elsaß-Lothringer selbst und gegen Altdeutsche. Jeder Verein ist von dem Belieben der Polizei abhängig. Im Falle des Fedseta- Vereins hat ja auch das Verhalten des Polizei-Präsidenten Fechter ausdrücklich von seinen Vorgesetzten gemißbilligt werden müssen. erwaltungsgerichte giebt es nicht. Beschwerden kann man nicht anbringen. Der Reichstag hat allen Anlaß, diesem Zustande ein Ende zu machen. Wie kann man annehmen, daß eine in solcher Weise behandelte Bevölkerung sich mit dem über ste verhängten Wechsel aussöhnt ? Andere Staaten haben in solcher Wesse niemals die eroberten Länder unter Dictatur gestellt. Weder war die Lombardei unter österreichischer Herrschaft, noch Schleswig-Holstein unter dänischer so unter Dictatur, und was ist nicht Alles gegen die Gewaltherrschaft in Schleswig - Holstein geschrieben worden. Kämen jetzt fremde Journalisten nach dem Reichslande, sie würden genau so viele Ungebühr dort finden, wie damals die deutschen Journalisten in Schleswig-Holstein. (Unruhe rechts.) Kann nur die Dictatur das Reich noch retten, dann freilich wird uns unser Antrag nichts helfen. (Beifall links.) Reichskanzler Fürst Hohenlohe: AuS den Aeußerungen des Vorredners schien hervorzugehen, daß ich in den 9 Jahren, wo ich die Ehre hatte, an der Spitze der dortigen Geschäfte zu stehen, ein Tyrann gewesen sei. Ich kann das nicht etnsehen. Herr Slaats- secretär v. Puttkamer wird nachher auf die Einzelheiten eingehen. Ich beschränke mich auf einige allgemeine Bemerkungen. Das Gesetz vom 10 September 1871 wurde zu einer Zett gegeben, wo unmittelbar nach der Einverleibung des Landes in ganzen Kreisen Mißstimmung über die Loslösung von Frankreich herrschte. Man erwartete Ausschreitungen. Damals konnte man sagen, daß die Bestimmungen wesentlich gegen die Bevölkerung Elsaß - Lothringens gegeben seien. Das ist heute nicht mehr der Fall. Heute hat der Dtctaturparagraph nur eine theoretische Bedeutung (Lachen bei den Socialdemokraten). Er wird nicht mehr, ober doch sehr selten, angewendet; in der ganzen Beit, seit ich dort an der Spitze stand, nur zwei Mal. Die Zustände sind eben anders geworden. Elsaß-Lothringen hat sich seither daran gewöhnt, daß die gegenwärtigen Zustände als dauernd anzusehen sind. Viele Elsässer sind gute Deutsche, Überhaupt ist die Bevölkerung arbeitsam, treu, Staat, Gesetz und Religion ehrend. Trotzdem ist es nicht ralhsam, den Diclarurpragraphen jetzt aufzuheben. Die Regierung dort bedarf gewisser Sicherheiten, nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen auswärtige Agitationen. Ich muß dabei heroorheden, daß die französische Regierung jederzeit in der correctesten Weise verfahren ist. Das hindert aber nicht, daß in Frankreich felbst zahlreiche Menschen sich nicht von dem Gedanken trennen können, daß dieses Land wieder mit Frankreich werde vereint werden. Für diesen Fall tft der Dictaturparagraph eine Sicherheit. Wenn Sie annehmen, daß diese Agitattonen von Frankreich nach Elsaß- Lothringen herübergetragen werden können, so werden Sie auch zugeben, daß auch die Bewohner von Elsaß-Lothringen zu Unbesonnenheiten verleitet werden könnten. Dagegen bildet auch dieser Paragraph eine Warnui gstafel. Wenn der Paragraph nur manchen Unbesonnenen vom Landesverrath und der darauf folgenden Zuchthausstrafe behütet, so macht er sich nützlich bezahlt. Ich gebe den Antragstellern zu, daß der Paragraph sür die Bevölkerung peinlich ist, und wünsche von ganzem Herzen, daß Elsaß-Lothringen dem übrigen Deutschland gleichgestellt werde. Das kann aber erst erfolgen, wenn wir vor fremden Einwirkungen sichergestellt sind. Bis dahin müssen wir das Gesetz behalten, und ich bitte Sie also, diese Anträge abzulehnen. Abg. Guerber (Els.-Lothr.) tritt lebhaft für Aufhebung der 1 Dictatur ein. Mit Gewalt werde man die Liebe der Elsaß-Loth- | ringer nicht erringen. Man säe vielmehr nur Unzufriedenheit und diese werde der Socialdemokratie zugute kommen. Staatssecretär v. Puttkamer: Die Verhältnisse sind nicht so harmlos, wie Abg. Guerber glaubt. Seit 1885 besteht die Ligae des patriotes und Döroulöde hielt eine Rede, deren Bedeutung Herr Guerber zwar damit abwehren will, daß der Redner ein halbverrückter Mensch fei. Sie unterschätzen da aber doch die Einwirkungen von außen. Zahlreiche Vereine in Frankreich wenden fortgesetzt ihre Aufmerksamkeit Elsaß-Lothringen zu. Der bedeutendste dieser Vereine ist die Association generale d’Alsace Lorraine. Die Gesellschaften sind fortgesetzt bestrebt, die Emigration aus Elsaß-Lothringen nach Fiankreich zu fördern, die Wunde offen zu halten, die elsaß-lothr. Fiage nicht einschlafen zu lassen. 1892 hat sich ferner eine Federation zu gleichem Zwecke gebildet. Die Statuten derselben müssen natürlich mit diplomatischem Auge gelesen werden, denn es wird natürlich nicht Alles offen gesagt; aber in den Statuten steht z. B.: „es bars in ben Versammlungen ber einzelnen Vereinigungen von nichts Anberem gesprochen werden, als von der Wiedererlangung Elsaß Lothringens." Ehrenpräsident ist Deroutöde und ihr Wahl- spruch derselbe wie früher: die Jabreszahlen 1870/71 und 18 mit einem nachfolgenden Fragezeichen (?)! Wie gesagt, nicht gegen die elsaß lothringische Bevölkerung richtet sich der Dictatur-Paragraph. Nur gegen diese Einwirkungen von außen, die sich überall geltend machen, auch in der Familie, sind wir verpflichtet, die Waffen, die wir haben, und die wir nur in bescheidenem Umfange gebrauchen, nicht aus der Hand zu geben. Durch die Schilderungen des Abg. Bebel brauchen Sie sich auch nicht bange machen zu lassen. Aehnliche Bestimmungen, wie in diesem Paragraph, finden Sie auch in anderen Staaten, so in Württemberg und Hessen. Alle Verwaltungshandlungen unterliegen dabei der Anfechtung, nur Regierungshandlungen im Interesse der Staatssicherheit sind unanfechtbar. Und auch nur der Statthalter kann tiefen S 10 anwenden und auch nur dann, wenn er Gefahr für die Sicherheit vorliegend sieht. Sie reden von Mißbrauch, aber dieser ist nicht nachgewiesen. Und liegt nicht ein Schutz dagegen schon in der Discussion hier, vor der Oeffentlichkeit, die wir gescheut haben! Herr Bebel sprach von einem Rentner- Parlament bei uns in Elsaß Lothringen. Erwähnt aber hat er nicht, daß bei uns für Communal-, Kreis- rc. Wahlen das allgemeine gleiche Wahlrecht besteht. Führen Sie doch das erst im deutschen Reiche ein, bann stehen Sie erst auf ber Höhe unseres Wahlrechts, Herr Bebel! Redner weist bann noch die Dorwürfe Bebels hinsichtlich ber Behanblung bezw. Unterbrückung ber Presse, sowie betr. Hanbhabung ber Ausweisungen zurück Unser Wahlspruch ist: toujours en vedettel Sie hülfen uns n cht die Waffen nehmen, die wir gebrauchen. (Beifall.) Abg. Lieber (Ctr.) tritt für Aushebung bes Dicialurpara- araphen ein. Wir sehen In ber Ausrechterhalung bes Dictatur- Paragraphen bas Haupthinberniß dafür, daß Elsaß-Lothringen sich an Deutschland anscbließt. Das beste Mittel, die Umtriebe ber französischen Chauvinisten glatt auf den Boden fallen zu lassen, ist, den Dictaturparagraph abzuschoffen und zu zeigen, daß wir den Elsaß-Lothringern vertrauen. (Beifall.) Der Reichskanzler hat als Statthalter von Elsaß-Lothringen trotz des Dictaturparagraphen wesentlich im Geiste ber Versöhnung gewirkt. Möge er nun einer treuen, Gesetz unb Religion ehrenben Bevölkerung bas Joch bes Dictaturparagraphen vom Halse nehmen. Es ist kein gutes Zeugnitz für bas deutsche Reich, wenn eS eine so große Furcht vor den ausländischen Agitationen zeigt. (Beifall.) Abg. Dr. Hoeffel (elf.Rcksp.) wird für ben Antrag stimmen. Früher waren außerordentliche Maßnahmen nothwenbig; j tzt nicht mehr. Gerabe bte Aufhebung des Dictaturparagraphen würde eine gute Wirkung haben. (Sehr richtig!) Wir feben nicht ein, weshalb wir nicht gleichberechtigt mit den Alldeutschen sein sollen. Versuchen Sie es doch einmal mit diesem Wege. Abg. Bueb (Soc.) tritt ebenfalls für den Antrag ein. Weiterberathung morgen. Außerdem Fortsetzung der Berathung über die Gewerbenovelle. Deutscher Reich. Berlin, 30. Januar. Der Reichstag wie das preußische Abgeordnetenhaus nahmen am Dienstag ihre Plenarverhandlungen nach ber am Montag gemachten Pause wieder aus. Das Schwergewicht der parlamentarischen Verhandlungen vom Dienstag lag entschieden im Abgeordnetenhause und zwar infolge der von dem neuen Landwirth- schaftsminister v. Hammerstein-Loxten Namens der Regierung abgegebenen programmatischen Erklärungen. Denn in letzteren hat der „neueste Curs" seine Stellung zu der gelammten landwirthschaftlichen Frage und der hiermit zusammenhängenden sonstigen Fragen und TageSerscheinungen im Allgemeinen deutlich gekennzeichnet. Der eigentliche Kernpunkt der Ausführungen des neuen Ministers liegt in jener Stelle seiner Rede, in der er betont, daß weder die Handelsverträge, noch sonst ein politisches System oder gar bestimmte Persönlichkeiten für die Nothlage der Landwirthschaft verantwortlich gemacht werden könnten. Die vorhandene Krisis entspringe vielmehr internationalen Ursachen, deren Beseitigung aber außerordentlich schwierig sei, jedenfalls ließe sich das Nebel nicht auf dem Wege ber Schutzzollgesetzgebung und der Monopole heben. Es ist dies eine Erklärung, mit welcher Herr v. Hammerstein den allgemeinen Standpunkt der jetzigen Regierung gegenüber der landwirthschaftlichen Krisis zweifellos genügend scharf characterisirt hat, wobei noch hervorzuheben ist, daß der neue Minister sich persönlich als Mitglied verschiedener Agrarintereffen-Vertretungen und als entschiedener Gegner des Abschlusses des deutsch österreichischen Handelsvertrages bekannte. Der Minister ermahnte die Landwirth- schäft zum Ausharren und wies auf die theilS schon ein- geleiteten, theils in Aussicht genommenen Maßnahmen zur Erleichterung der Lage der Landwirthschaft in Preußen hin, so auf die Steuerreformen, die Verbilligung und Vermehrung der Verkehrsmittel und Verkehrsstraßen, die Durchführung der Ansiedelung kleiner Bauern, die Förderung der Viehzucht, die Verbefferung der Bodenkultur u. s. w. Doch empfahl er daneben der Landwirthschaft auch die Selbsthilfe, speciell durch Bildung productiver Absatzgenoffenschaften. Als Hilfe von Seiten des Reiches stellte^der Minister Abänderungen des Zuckersteuergesetzes und des SpiritusfteuergesetzeS zu Gunsten der Landwirthschaft in Aussicht. Er verbreitete sich dann noch über Agrar - Erbrecht, Börsenreform und Währungsfrage, dagegen vermied er es, bestimmte Erklärungen über die Stellung der Regierung zur Frage einer etwaigen Revision der Handelsverträge und zu dem bekannten Anträge Kanitz abzugeben. Herr v. Hammerstein schloß seine Rede, die von dem warmen Interesse der neuen Regierung sür die Landwirthschaft zeuat, mit einer Aufforderung an die land- wirthschaftlichen Kreise, sich selbst, sowie der Regierung zu vertrauen. Die Rede des Ministers wurde von den Fractionen der Reckten lebhaft applaudirt und bildete die Grundlage für die weitere Dienstags-Debatte des Abgeordnetenhauses. — An diesem Freitag finden in Württemberg die Neuwahlen zum Landtage statt. Die eifrigste von allen Parteien im Wahlkampfe ist auch hierbei wiederum die Socialdemokratie gewesen, sie hat in allen 70 Wahlkreisen Eandidaten aufgestellt und hofft, in der neuen Kammer einige Sitze zu erlangen. Untergang des Norddeutschen Lloyd- Dampfers „Elbe". Von einem schweren Unglück, dem Hunderte Hoffnung-« froher Menschen zum Opfer fielen, ist unsere vaterländische Schifffahrt betroffen worden. Der Schnelldampfer „Elbe" ist in der Nordsee, an den Gestaden England-, unter« gegangen. Wir erhielten gestern Abend folgende- Telegramm, welche- wir durch Anschlag an unserer Expedition veröffentlichten: WB. Bremen, 30. Januar, 10 Uhr IO Min. Abends. Nach soeben beim „Nordd. Lloyd" eingegangenem Telegramm aus Lowestoft ist der gestern von Bremerhafen abgegangene Schnell- > dampfer „Elbe" nach heute früh O Uhr statt < gehabter Kollision gesunken, ein Rettungsboot mit 22 Personen landete. Nachrichten über die anderen fehlen. Nach einer Londoner Reuter Depesche sind über 200 Personen ertrunken. Ein weitere-, heute Morgen 81/» Uhr uns zugegangenes Telegramm besagt: H. Bremen, 31. Januar, 6 Uhr IO Min. früh Der vorgestern nach Newyork abgcgangene Lloyd-Dampfer „Elbe" ist an der Küste von Dorsheshire nach gestern früh stattgchabtem Collidircn untergegangen. Nahezu dreihundert Perfonen sind nmgekommen, 19 gerettet. Die Aufregung hier ist ungeheuer. Die „Elbe" sank, wie der „Franks. Ztg." gemeldet wird, in Folge einer Collision mit einem anderen Dampfer, dessen Name nicht bekannt ist. Eine Ftscherschmake landete in Lowestoft 20 Personen einschließlich des zweiten Offiziers und des Lootsen. Da- Unglück ereignete sich gestern Morgen halb 6 Uhr in der Nordsee auf der Reife von Bremen nach Newyork. DaS Wetter war klar, aber sehr stürmisch. Auf dem Dampfer befanden sich 240 Passagiere und 160 Mann« schäften. Bei so früher Stunde hielt sich fast alles in den Cajüten auf. Die Katastrophe erfolgte so plötzlich, daß nur zwei Boote herabgelassen werden konnten, von denen eins sofort umschlug. Nach der in der „Franks. Ztg." mitgetheilten Paffagier« liste befanden sich auf dem Dampfer 53 Cajüten-Passagiere und 86 Zwischendeck-Paffagtere, so daß die Angaben über die Höhe der Verluste nicht genau sind. Der 1881 gebaute Dampfer „Elbe" hatte einen Gehalt von 4510 Tonnen. Ein weiteres um 9J/2 Uhr heute Vormittag uns zu- gegangenes Telegramm besagt: WB. Bremen, 31. Januar, 8 Uhr 35 Min. früh. Laut Depesche aus Lowestoft von gestern Abend IO Uhr sind gerettet: Cajütspassagiere Carl A. Hofmann aus Eraudisland, Jan Vewera aus Böhmen, Eugen Schlegel ans Fürth, Anna Böckel aus Bremen ; Zwischendeck - Passagiere Bothen, Wcserlotse de Harde, der englische Lotse Ereenham, der dritte Offizier Stollberg, der erste Maschinist Neußcl, der Zahlmeister Weser, Zahlmeisterassistent Schlutius, ferner von der Mannschaft: Linkmaycr, Sittig, Fürst, Robe, Wennig, Finger, Siebert, Dresow, Bettke. Die Geretteten kamen nach zwölsstündiger stürmischer Fahrt in äußerst erschöpftem Zustande in Lowestoft an, wo fie von dem deutschen Consul Br ad der ausgenommen wurden. ES befand sich eine große Zahl Auswanderer an Bord der „Elbe". WB. Bremen, 31. Januar, 9 Uhr 55 Min. Vorm. Der untergegangenc Lloyd-Dampfer „Elbe" hatte 47 Cajüte - Passagiere, darunter 29 Männer, 14 Damen, 4 Knaben, 138 Zwischendeck-Passagiere, 165 Mann Besatzung. Unter den Cajüts Paffagieren sind etwa 12 Deutsche, j über 20 Amerikaner, einige Oesterreicher und Holländer. Neueste Nachrichten» WolffS telegraphisches Correfpondenz-Bureau. Berlin, 30. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffent» licht den Wortlaut des dem Reichstage zugegangenen Tabak- steuergesetzentwurfeS. Berlin, 30. Januar. In der heute stattgehabten Aus« schußsitzung deS Deutschen HandelStags wurde Geheimer Commerztenrath Frentzel als erster Vorsitzender wieder« gewählt. Zur Berathung stand der Gesetzentwurf betr. Bekämpfung des unlautern Wettbewerbs. Sodann wurde beschlossen, die Plenarversammlung deS Deutschen HandelStagS auf den 22. und 23. Februar nach Berlin ein- zuberufen. Berlin, 30.Januar. Der „Post" zufolge berteth die Reichspartei gestern über den Antrag Kanitz. ES wurde allseitig das Bedürfntß nach durchgreifenden Maßregeln zur Hebung der Getreidepreisc anerkannt, doch wurde bezüglich der Haltung gegenüber dem Anträge Uebereinstim- mung nicht erzielt. Ein namhafter Theil der Parteigenoffen hält die Einbringung eines formulirten Antrags angesichts der bevorstehenden Berathungen des StaatsratheS für durchaus inopportun und lehnt es deshalb ab, den Antrag, obwohl er demselben im Plenum zustimmen wird, durch Unterschrift zu unterstützen. Ein anderer Theil der Mitglieder der Fraction ist bereit, den Antrag jetzt zu unterschreiben - andere endlich erklärten, für den Antrag in der vorliegenden Gestalt überhaupt nicht stimmen zu können. Berlin, 30. Januar. DaS Eisenbahn-BetriebSamt Cob- lenz meldet: Der Trajectbetrieb Bingerbrück RüdeSheim und der Fährbetrieb Weißenthurm-Neuwied ist wegen Eisgang» gänzlich eingestellt. Wie«, 30. Januar. In unterrichteten Kreilen verlautet, Erzherzog Karl Stephan werde die österreichisch- ungarische Kriegsmarine bei der Eröffnung deS Nord-Ostsee«Kanals mit den Schiffen „Kaiserin und Königin Maria Theresia", „Kaiserin Elisabeth" und „Kaiser Franz Josef" vertreten. Wien, 30. Januar. Die „N. Fr. Pr." meldet auS Sofia: Die parlamentarische UntersuchungS-Commlssion beschloß, über daS unbewegliche Besitzthum StambulowS die Sperre zu verhängen. Die Verwaltungsbehörde gab diesem Beschluffe Folge. Triest, 30. Januar. Heute, als am Todestage deS Kronprinzen Rudolf, wurde tu der Mariahilferktrche vom Domprobst Tust eine stille Messe gelesen. Paris, 30. Januar. Zu Ehren des Königs Alexander | von Serbien fand heute beim Präsidenten Felix Faure ein Dejeuner statt, welchem auch König Milan, alle Minister, Brisson und Challemel-Lacour beiwohnten. Paris, 30. Januar. Kaiser Wilhelm sandte dem Schwiegersohn deS verstorbenen Marschalls Canrobert, Navacelle, folgendes Beileidstelegramm: „Mein Botschafter meldet mir den Tod des Marschalls Canrobert. Von ganzem Herzen werde ich und mein Gardecorps mit Ihnen den Heimgang deS heldenmüthigen VertheidigerS von St. Privat be« dauern, der uns immer mit Bewunderung erfüllt hat." Petersburg, 30. Januar. Im Winterpalais haben die Minister Durnowo, Wannowsky, Witte und Germoloff dem Kaiser und der Kaiserin heute 107 Deputationen der Kaufmannschaft, deS Handwerker- und Bauernstandes, der Kirgisen, 'Kalmiiken und anderer Völkerschaften aus Sibirien und Central-Asien vorgestellt, die dem Czarenpaar ihre Huldigungs-Glückwünsche zur Vermählung darbrachten. Petersburg, 30. Januar. Die Leiche des Minister- b. Giers wurde heute Nachmittag in Gegenwart deS Kaisers, der Kaiserin Wittwe, der Großfürsten Wladimir, Alexius, Sergius, Paul und Alexander, der Großsürstin Maria Paulowna, der Mitglieder des ReichsratheS und der Ministerien und des diplomattschen Corps in feierlichem Zuge nach dem Sergiusklofter an der Baltischen Bahn übergeführt, woselbst morgen die Beisetzung erfolgt. New-York, 30. Januar. Die ,Morld" meldet auS Washington: Im Falle der Congreß den Vorschlag des Präsidenten Cleve land verwirft und der GoldauSfluß fortdauern sollte, werde wahrscheinlich eine vierprocentige Anleihe im Betrage von 100 Millionen mit 30jähriger Laufzeit genehmigt. Cleveland sei entschloffen, keine wetteren Bonds auf lOjähriger Basis mehr au-zugeben. Yokohama, 30. Januar. Die chinesischen Unterhändler sind in Code eingetroffeu und Nachmittags mit ihrem amerikanischen Vertrauensmann, John Foster, nach Hiroshima adgereift. Yokohama, 30. Januar. Einer amtlichen Depesche aus Kaiptng zufolge ist die feindliche Streitmacht in Newchwang durch von Süden kommende 20000 Mann Truppen unter General Li verstärkt worden. Hiroshima, 30. Januar. Nach einer amtlichen Depesche hat General 9?o gt aus Huntsai vom 28. ds. gemeldet, ! daß die Chinesen ihre Stellung in der Nähe von Jingkao verstärken. Die japanischen Cavallerie Kundschafter können nicht weiter Vordringen als bis Laopeng, da der Feind seine ganze Linie vorgerückt hat. — Aus Chemulpo wird gemeldet, daß die aufständischen Tonghaks von den japanischen und koreanischen Truppen bet Tscheng Shing geschlagen wurden und schwere Verluste erlitten. Eine weitere Abtheilung sei von Litschou abgegangen, um die Tonghaks in Koshin anzugreifen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 30. Januar. Der „Reichsanzeiger" bringt einen Erlaß des Kaiser-, in welchem der Monarch seinen Dank für die ihm an seinem Geburtstage in reicher Fülle ' zugegangenen Glück- und Segenswünsche ausspricht und in welchem es heißt, daß auS den Kundgebungen unverbrüchliche Treue und Anhänglichkeit, sowie die Zuversicht zu entnehmen sei, daß das Band gegenseitiger Treue, weiche- da- deutsche Volk mit seinem Fürsten verbindet und welche- seit nunmehr 25 Jahren so herrliche Früchte gezeitigt habe, auch in ernster Zeit, welche Gott von unS in Gnade abwenden wolle, sich al- fest und unzerreißbar erweisen werde. Berlin, 30. Januar. In der Reichstags Commission zur Berathung der Umsturzvorlage wurde heute die Debatte Über § Illa fortgesetzt. Das Centrum hat dazu einen Antrag eingebracht, auch die §§ 166 und 167 deS Schutzes des § 111 theilhaftig zu machen. Dieser Antrag wird mit 16 Stimmen angenommen- desgleichen wird ein Antrag des Ccntrum- angenommen, den § 172 in das Verzeichnt des § Illa aufzunehmen. Ferner wird die Aufnahme des von der Regierung zum Schutze empfohlenen § 242 in daS Verzeichniß des § Illa mit großer Mehrheit be« schloffen. Am Freitag findet die Fortsetzung der CommissionS- berathung statt. Berlin, 30. Januar. Der „BörsemCourier" meldet zu der Co nvertirungSfr age in Preußen, daß die Regierung der Landwirthschaft die Dortheile deS niedrigen ZinS- sußeS in erster Linie zuweisen will und zwar dadurch, daß die Convertirung der preußischen ConsolS in die Wege geleitet werden soll. . Berlin, 30. Januar. Die Subcommisfion der Budgetcommission deS Reichstages war heute zusammengetreten, um in der Frage der DienstalterSzulagen der Postbeamten die Gehaltsbezüge festzustellen. Casiel, 30. Januar. In der Eifenbahnwaggonfabrik von Wegmann & Co. wüthete ein große- Feuer, welche- die DorrathSgebäude, die Lackirerwerkstatt und eine Anzahl Bahn- waggonS einäscherte. Karlsruhe, 30. Januar. Nach einer Mitthellung der „Badischen Preffe" nahm der BürgerauSschuß in einer heute abgehaltenen vertraulichen Sitzung den Antrag des Stadt- ratheS auf Ernennung des Fürsten Bismarck zum Ehrenbürger von Karlsruhe mit 78 (gegen 16 Stimmen an. tz.- ' @1 Lahr in Baden, 30. Januar. Der BürgerauSschuß ernannte den Fürsten Bismarck einstimmig zum Ehrenbürger der Stadt Lahr. <;.• Wie», 30. Januar. In der Gegend von Wagram find in der letzten Nacht ebenfalls ziemlich heftige Erdstöße verspürt worden. Seit einigen Tagen herrscht in ganz Oesterreich ziemlich heftige- Schneetreiben, wodurch zahlreiche Verkehrsstockungen hervorgerufen werden. Wie», 30. Januar. Die „Neue Freie Preffe" läßt sich aus Petersburg telegraphiert, daß die schon wenige Stunden nach dem Tode des Ministers GierS erfolgte Ernennung Schischkins zum Verweser des Auswärtigen Amtes im höchsten Grade überraschte, da mit einiger Bestimmtheit Baron Staal als Nachfolger gegolten habe. Wenn nun die schon vor einiger Zeit vom Czaren getroffene Wahl die nationalen Kreise befriedigt, so sind auch die deutsch« freundlichen Elemente nicht unangenehm berührt, da Schischkin durchaus kein Feind der Deutschen ist, wie gewlffe russische Kreise und eine größere Zahl der Franzosen glauben. Die Ernennung Schischkins beweise, wie unterrichteterseitS behauptet wird, daß die auswärtige Politik auch in Zukunft im Anitschkow« Palais und nicht im PalaiS-Elysee gemacht wird. Der junge Czar gleiche thatsächlich seinem Vater darin, daß er nicht nur sanctionirt, sondern auch selbstständig entfaltet. Paris, 30. Januar. Casimir Perier wird erklären, daß er sich allerdings mit der Absicht trage, eine Dertheidi- gungSschrift über die Gründe seiner Abdankung zu schreiben, daß aber der Zeitpunkt für die Veröffentlichung noch nicht gekommen fei. Loudon, 30. Januar. Die soeben veröffentlichten Jahresberichte haben feftgestellt, daß England auch im Jahre 1894 große Verluste im Kohlenbetriebe erlitten hat. Die 1893 weniger gewonnenen 18 Millionen Tonnen find nicht eingeholt worden. Die Lage deS Kohlenmarktes ist keine günstige. Warschau, 80. Januar. Das Erscheinen des General- gouverneurS Schuwalow nebst Gemahlin auf den Festen deS polnischen Hochadels ruft große Befriedigung hervor. Newyork, 30 Januar. Der „Newyork Hrrald" meldet auS Rio de Janeiro, die ganze Stadt befinde sich i» Aufruhr, die öffentlichen Plätze seien von Truppen besetzt, vor den Zeitungsredactionen seien Wachtposten aufgestellt. Die Schüler der Kriegsakademie bemächtigten sich einiger Kanonen und durchziehen nun die Stadt unter den Rusen: „Es lebe Peixoto!" Cocatc» tut6 prsvtnrt-lle». Eieße», den 31. Januar 1895. * ♦ Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- h er zog empfingen am 30. Januar u. A. den Pfarrer Roth von der Zellenstrafanstalt in Butzbach, den Pfarrer Rückert auS Griedel. * * Ehrung des RuderfportS. Der Kaiser hat folgende CabinetSordre erlaffen: „Nachdem der von mir zur Hebung des Rudersports an den höheren Lehranstalten Berlins gestiftete Wanderpreis, bestehend in einer silbernen altgothischen Kanne, nunmehr fertiggestellt worden ist, laffe ich Ihnen denselben hierneben zugehen. Um den bei den Schüler- Regatten interessirten*Krelsen Gelegenheit zur Besichtigung der Preises zn geben, wünsche Ich, daß derselbe einige Zeit im Kunftgewerbe« Museum ausgestellt werde. Zugleich ver- anlaffe ich Sie, Mir wegen der näheren Bestimmungen für das diesjährige Wettrudern demnächst Vorschläge zu machen." Berlin, den 27. Januar 1895. ♦ Wilhelm B. * * Zn der gestrigen Sitzung bei Oberhesfische« Geschichti- Vereins hielt Herr Privatdocent Dr. Sauer einen Vortrag über „Museen in alter und neuer Zeit". Wir werden in nächster Nummer einiges aus dem Dortrage, an welche» sich eine anregende Besprechung schloß, mitthellen. Der Vorsitzende, Herr Oberbibliothekar Or. Haupt, theilte u. A. mit, daß die erste Lieferung des Sarwey und Hettler'schen Werkes: „Der obergermanisch-raetische Limes des RömerreicheS" erschienen sei und unter Anderem die Beschreibung deS Castell- Butzbach enthalte. * • Die Eisbahn war heute infolge vorgenommener Reinigung von Schnee geschloffen- voraussichtlich wird die Bahn morgen wieder geöffnet. Bezüglich der Ruhe der Reifeubeu während der Nacht in den D-Zügen sind, wie der „Aktionär" rnittheilt, Seiten» der Eisenbahnverwaltung nachstehende Weisungen an da» Zugpersonal ergangen: Jede unnöthlge Störung der Reifenden ist zu vermeiden und die Ruhe soll möglichst gewahrt werden. Daher haben die Zugbeamten bei Anweisung der Plätze für neu elnfteigenbe Fahrgäste mit der erforderlichen Rücksicht auf schlafende Reisende zu verfahren und auch möglich ft Ruhe in den Gängen zu halten. Der Schaffner muß stets genau wissen, in welchen Abheilungen Plätze frei sind, damit besetzte Abteilungen nicht unnütz geöffnet werden. Beim Vorhandensein freier Plätze in den O-Zügen hat der Schaffner jedem Anträge auf einen Wechsel der Plätze unter gleichzeitiger Abänderung der Platzkarte Folge zu leiste«. Die vorübergehende Benutzung eine- anderen al» auf der Platzkarte vermerkten Sitze- ist ohne Umschreibung der Platzkarte gestattet- sobald jedoch Platzmangel eintritt, muß der zeitweise besetzte Platz auf Verlangen de- Schaffner» auf« gegeben werden. Militärbieustuachrichteu. Graf zu SolmS-Lau- bach Erl., Oberstlieutenant & la suite der Armee, der Charakter als Oberst verliehen- Dr. Fruth, Assistenz-Arzt 2. Kl. d. Res. vom Landw. Bezirk WormS, zum Assistenz- Arzt 1. RI., die Unterärzte d. Res. Dr. Backhau», Dr. v. Hippel, beide vom Landw.-Bezirk Gießen, Kayser vom Landw.-Bezirk Darmstadt II zu Asfistenz-Aerzten 2. Kl. elles. Januar 1895. heil der Groß- N. bin Pfarrer ad), bin Pfarrer ** *5 Jff *H ,, '*’« »ini« » 'fr * = SAt0er Be- Un Benn 1 »toi WM S?kbt4 .'Ä.* Ste 5.1? “Wrtttm™ J eine Bertheid!. s iU W*, 'uchung noch nicht stntlichtkn Jahrez- fm Jahre 1894 be erlitten hat. 'ven Tonnen find tyltnmarltti ist en des General» au! den Kefren ÜMtz hervor, et huald" meldet adt befinde fich l« Truppen besetzt, uposten aufgestellt, itigten fich einiger unter den Rufen: aller hat folgende n mir zur Hebung fialten Berlins ge- dernen altgothifchen i, laße ich Ihnen jtl den Schüler- idt zur Befichtigung derselbe einige Zeit rde. Zugleich der- SkstiinMNgen für chläge zu machen/ Wilhelms kheffifchen u e r einen Vortrag ter Zeit'. M vortrage/an welchen thellen. Der Lor- pt, theilte u. A. mit, hettler'schen Werkes: t Meneichet er- ireibung des Castells [gt vorgenommn uSfichtlich wird die \ während der-Al t" mittheil'/ Störung ber» [ möglichst 6<* bei Anweisung dn it btt erfotbttü^ ,„n und auch Schastutt, ien Plätze st« si - rn werden %'S h.. * 1 «ishe unter « 3* * 8| m b,,DW rf4'1'. vA* L/Ä-'•* I iu *» "m,nr. S°4^ter .'■’irf — befördert - Dr. Doerinckel, Stabsarzt d. Landw. 1. Aufgebot» vom Landw.-Beztre Gießen, der Abschied be» willigt. •• In den Ruhestand wurde versetzt die Oberaufseherin am LandeSzuchthaus Martenschloß, Karoline Schwindt, auf ihr Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer treuen Dienste mit Wirkung vom 15. Februar 1895 an. ** Gepackerleichteruug der Fußtruppeu. Sicherem Vernehmen nach sollen auch in der kommenden Sommer-Aus» bildungS»Periode wie im Vorjahre VersuchStragungen mit erleichtertem Gepäck bet den Fußtruppen ftattfinden, bei denen die zur Erprobung gelangenden BekleidungS- und AuSrüstungs» stücke jene Aenderung erhalten sollen, die bei den vorjährigen Probetragungen als zweckmäßig erachtet wurden. Auch durch eine veränderte Zusammensetzung und Verpackung der vom Manne als eiserner Bestand zu tragenden drei Tagesporttonen soll auf eine GewichtSabmtnderung des Infanterie-Gepäcks hingewirkt werden. + Laug-GönS, 30. Januar. Heute Nacht starb (wie wir bereits in vor. Nr. meldeten. Red.) der Bahnwärter Helfenbein plötzlich auf der Strecke während der Ausübung seines Dienstes zwischen Lang-Göns und Großenltnden. Wie allgemein gesprochen, soll er an einem Herzschlage ge» siorben sein. Helfenbein war Wittwer und hinterläßt sechs Kinder, wovon das jüngste 8 Jahre alt ist. Au8 dem südlichen Vogelsberg, 30. Januar. Unlängst .verkaufte ein junger Handelsmann aus L. einem Landwirth ein Zuchtkalb und benutzte die Gelegenheit, dasselbe mit einem L'er Bierwagen an seinen Bestimmungsort zu trans- portiren. Doch bei der Ablieferung stellte sich heraus, daß das Kalb keinen Schwanz hatte, worüber Käufer wie Verkäufer höchlichst erstaunten, letzterer umsomehr, da er bestimmt wußte, daß das Kalb einen Schwanz gehabt. Bet genauer Durchsicht des Bierwagens stellte sich denn auch heraus, daß dem armen Thier der Wedel durch zwei Bierfässer abgequetscht worden war. Selbstverständlich konnte der Handel nicht perfect werden. Der Rückweg mußte wieder angetreten werden, es ohne — er mit dem abgezwickten — Schwanz — in der Tasche. „L. Anz." Aus dem Mooser Grund, Ende Januar. Große Freude hat hier die Nachricht von der Entscheidung der Zweiten Kammer hervorgerufen, daß der allzu große Amtsgerichts- bezirk Herbstein in zwei Bezirke getheilt wird. Damit ist einem längst vorhandenen und oft beklagten Uebelstande abgeholsen worden. Die Bewohner einzelner Orte des Bezirks hatten bisher ca. 28 Kilometer zu Fuß oder zu Wagen zurückzulegen, wenn sie den Sitz des Gerichts aufsuchen mußten, was bei wenig günstigem Wetter eine fortwährende Last für die ganze Bevölkerung war. Es ist nun noch die Frage offen, welches der Sitz des neu zu errichtenden Amtsgerichts fein wird. Jedes der betheiligten Kirchspiele möchte ihn natürlich möglichst nahe haben. Bisher kamen in Betracht Freiensteinau und Nieder-Moos. Darmstadt, 30. Januar. Staatsminister Finger Exc. hatte gestern die Mitglieder der Ministerien und der Zweiten Kammer der Stände zu einer Abendgesellschaft eingeladen, zu der nahezu sämmtliche Abgeordnete erschienen waren. Es herrschte unter den Versammelten eine animirte Stimmung, und die zahlreichen Toaste gaben von Neuem erfreuliches Zeugniß für die große Verehrung, welche unserem Herrn Staatsminister von Seiten der Abgeordneten entgegengebracht wird, sowie für die zwischen Regierung und Ständen bestehenden freundlichen, dem gegenseitigen Einvernehmen förderlichen Beziehungen. Klein-Kroheuburg, 29. Januar. Gegen einen hiesigen Gastwirth wurde eine Untersuchung eingeleitet, weil er von der Freibank beim städtischen Schlachthaufe zu Seligenstadt, den gesetzlichen Bestimmungen zuwider, Fleisch bezogen hatte. Eine ähnliche Untersuchung schwebt auch gegen einen Seligenstädter Metzger. EMZ jM- Mainz, 29. Januar. Gestern Nachmittag sprang im Rochusspital ein ältere Frau von dem 2. Stock aus in den Hof. Mit schweren inneren Verletzungen und zerschmettertem Kinn blieb die Frau bewußtlos liegen. Der Zustand derselben ist sehr bedenklich. Der Grund zu dieser That ist bis jetzt noch nicht ermi'telt worden._________________ vermischter. * Biebrich, 30. Januar. Das Rh ein eis hat sich hier auf eine g'ößere Strecke gestellt. * Berlin, 29. Januar. Ein Ungenannter hat dem Oberbürgermeister Zelle 10000 Mk. zu Brennmaterialien für hiesige Arme überwiesen. * Lübeck, 30. Januar. Die Hochwassergefahr steigt, weitere Warnungsschüsse wurden abgegeben. ES herrscht starker Sturm und die See ist äußerst bewegt. Die Schifffahrt ist gefährlich. * Heldburg (Thüringen), 30. Januar. In dem Dorfe Btllmulhhausen sind zwei Kinder bei einem Brande umgekommen. * Straßburg i. E., 30. Januar. Der Gartenbauverein von Unter-Elsaß feiert in diesem Jahre sein fünfzigjähriges Bestehen und veranstaltet auf Grund dessen eine große internationale Garten-Ausstellung, die am 8. Juni beginnen und zehn Tage dauern wird. Für diese Ausstellung ist dem Verein innerhalb des Geländes der Industrie- und Gewerbe-Ausstellung ein weiter Platz überlassen worden, auf dem die Einrichtungsarbeiten im vollen Gange find. Die Gartenbau Ausstellung soll nicht nur alle möglichen Pflanzen, sondern auch Maschinen, Werkzeuge und Geräthe, die dem Gartenbau dienen, enthalten. Sie verspricht bei der weitgehenden Theilnahme, die ihr entgegengebracht wird, sehr reichhaltig, sehenswerth und lehrreich zu werden. Im September soll eine zweite Ausstellung für Obst, Spätjahrblumen, Gemüse usw. folgen. Es sei nebenbei bemerkt, daß für den Besuch der Gartenbau-Ausstellung ein besonderes Eintrittsgeld nicht erhoben wird. * Paris, 30. Januar. In Marseille, Toulon, Perpignan, Bayonne, San Sebastian ist starker Schneefall eingetreten. In Tunis find die Straßen mit Eis bedeckt. Fast im ganzen Lande liegt Schnee. Sosnovice, 29. Januar. Im Bergwerk Georg stürzte ein Kohlenschacht ein, 10 Bergleute wurden getödlet. Die gräßlich verstümmelten Leichen sind geborgen. Eine größere Zahl Bergleute wurde verletzt. * Eine Lnrloch-Affaire in Italien. Im Berge Massico bei Gaeta befindet sich eine große Höhle, in der oft die Hirten mit ihren Heerden Unterkunft suchen. Vor einigen Tagen flüchteten sich nun während eines heftigen Sturmregens elf Hirten mit ihren Heerden in diese Höhle. Die vom Berge herabstürzenden Fluthen verstopften dann die Mündung der Höhle so mit Steinen und Erde, daß deren Bewohner nicht mehr heraus konnten. Als das Wasser fiel ^und man in die Höhle eindrang, fand man acht Hirten mit sämmtlichen Heerden ertrunken in den Fluthen. Füttert die Vöglein bei Frost, Reif, Cis nnfr Schnee! Sie dankens im Sommer, der Hunger thut weh! Eingesandt. Gießen, 30. Januar 1895. Wir erhielten nachstehende Zuschrift: Der zweiten Kammer der hessischen Stände wurde vor einiger Zeit eine Eingabe des „Vereins hessischer Zahnärzte" überre'cht, in welcher um Aufhebung der Bestimmung des Gewerbegesekes, betr. Heranziehung der Zahnärzte zur Gewerbesteuer in Hessen gebeten wurde. Mu vollem Recht erbUdt der Verein in dieser Bestimmung eine Verletzung der Standes - Ehre, die durch Nichts gerechtfertigt werden kann. Diese Maßregel findet sich in keinem Steuergesetz eines anderen deutschen Staates. Vergebens wird man übrigens nach Gründen suchen, welche diese Ausnahmestellung der Zahnärzte rechtfertigen konnte. Weder die Aerzte noch dre Thierärzte sind zur Gewerbesteuer herangezogen. Die Entgegnung, daß die Zahnärzte ja auch zugleich die Gebisse und andere technischen Arbeiten ausführten, kann nicht als Beweis für die Gerechtigkeit dieser Bestimmung dienen. Denn es ist ein integrirender Theil der medi- cinischen Technik, die Körpertheile ersetzt, welche durch Operation verloren gingen. Den Patient sollen hierdurch Ersatz des verloren gegangenen Gebisses, die Articulation der Sprache, besonders aber auch das Kauen der Speisen ermöglicht werden. Während nun die Orthopäden von der Gewerbesteuer befreit sind, legt man sie den Zahnärzten auf. Es läßt sich diese merkwürdige Bestimmung nur dadurch erklären, daß man die Zahnärzte noch immer mit dem Zahnarbeiter, dem Techniker verwechselt. Wenn von Seiten der Regierung betont wird, das Gewerbtsteuergesetz solle ohnehin in nächster Zeit einer vollständigen Aenderung unterworfen werden, weshalb es nicht rathsam ist, dem gegenüber hervorzuheben, daß bis zum Inkrafttreten dieser Neugestaltung immerhin noch einige Jahre verstreichen dürsten. Sicherlich will doch unsere hohe Landesvertretung nicht wegen einer so geringen Summe, die aus dieser ungerechtfertigten Bestimmung in die Steuerkasse fließt, daß dieser aca emische Beruf seinen Collegen in anderen deutschen Staaten gegenüber ungerecht behandelt wird. — Jeder Thierfreund begrüßt es mit Freuden, daß für die hungernden Vögel von Seilen des Thierschutzoereins sowohl, als auch von privater Sette vielfach Futterplätze angelegt werden. Woher wollten auch die Körner fressenden Vogel bet den gegenwärtigen Schneestürmen ein Körnchen nehmen, wenn es ihnen nicht von mitleidiger Hand gestreut würde? Leider wird der Zweck der Futterstellen von unkundiger Seite vielfach vereitelt. Das Abschießen der Raben mag aus Lconomischm Gründen geboten erscheinen, man sollte es jedoch in der Nähe der Futterplätze gänzlich unterlassen. Durch das wiederholte Geknalle Mrvm^stlbstverständlich mit den Raben auch die übrigen Vögel verscheucht. Einsender dieser Zeilen hatte Gelegenheit zu beobachten, wie also verjagte Buchfinken, Sperlinge und Schwarzdrosseln sich zwar — von Hunger geplagt — in der Umgegend eines Futterplatzes aushielten, sich jedoch aus Furcht nicht mehr auf demselben niederließen, sondern lieber hungerten. Die strengste Kälte schadet den Vögeln nicht, wenn es ihnen nicht an Nahrung fehlt. Wir richten deshalb an zuständige Stelle die dringende Bitte, den Herren Flur schütz en das Schießen nach Raben in der Nähe der Futterplätze strengstens zu verbieten. -z. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag, den 2. Februar. Vorabend 5 0 Uhr, Morgens 9C0 Uhr, Nachmittags 300 Uhr, Sabbathausgang Uhr. Gottesdienst der israelitische« Religionsgesellschaft. Freitag Abend 5°° Uhr, SamStag Vormittag 8«r Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6°s Uhr. Schrffsnachvichten. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Ant- roerpengift laut Telegramm am 29. Januar wohlbehalten in Ncw- york angekommen. Bekanntmachung. Bett.: Die Stiftung des Gemeinderathsmitglieds Friedrich Lony sen. Die diesjährigen Zinsen aus der rubricirten Stiftung sollen an 8 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mk. vergeben werden. Bewerbungen um dieselben sind bis zum 15. Februar ds. Js. schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Zimmer Nr. 3 vorzubringen. Gießen, den 31. Januar 1895. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1009 Holz-Versteigerung in den Waldungen der Stadt Lich. Versteigert werden in der Forstwartei Großhäuserberg: Donnerstag den 7. Februar l. I., Borm. 10 Uhr beginnend, Disiricte Häusergericht, Hirtenwiese, Wann, Wartberg und Wurzel- fchlag: Fmtr. Durchm. mit cm H dem 66 54 72 54 54 48 Stamm Stämme 58 4 14 30 45 1 80 65 380 // // // // ff // // // 49,19 3,90 22,39 46,66 44,37 1,81 34,91 2,20 7,46 ff // // * ff // Nadel-Bauholz mit Stück Nadel-Derbstangen „ „ „ Reisstangen „ Der Gelegenheit halber werden aus v , z .. ________________ Fürstlich SolmS-Lich'schen Walddistrict Häuserberg die beim städtischen Holz liegenden 8 Stück Weiß- tannen-Schnitt- und Bauholz, 8,24 Fm. haltend, nach den im fürstlichen Wald üblichen Bedingungen mit versteigert. Zusammenkunft und Anfang an beiden Tagen auf dem Langsdorfer Heuweg am Wiesgrund. Eichen-Schnittholz bis zu Buchen-Werkholz „ „ Fichten-Schnittholz „ „ Weißtanne- „ „ ,, Kiefern- „ „ „ Lärche- „ mit 379 Rm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Scheiter; .223 ,, „ -, „ - „ „ »Knüppel,- 15340 Wellen Buchen-, Eichen-, Nadel- u. Linden-Reisig; 393 Nm. Buchen», Eichen-, Nadel- u. Linden-Stöcke. Freitag den 8. Februar l. I., Borm. 10 Uhr beginnend, Districte Häusergericht, Hirtenwiese und Wann: Stämme " ----- - Sich, am 30. Januar 1895. 1015 Großherzogl. Bürgermeisterei Lich. Heller. £b,n'’ J-gdverpachtung. sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Mittwoch den 6. Februar Alfred Freund und der Johanna d. I., Bormittags um 10 Uhr, mJÄ Wtt Sbhörtgen 3®’, foff die der Gemeinde Homberg an Flur 1 Nr. 39 — 12 qm Hofraum, ber Ohm zustehende Feld» und Wald- Miststätte in der Mühlgasse, jagd, enthaltend 983,25 Hectar, auf Flur 1 Nr. 41 - 75 qm Hofraithe da- dem hiesigen Nathhause auf 6 Jahre 'verpachtet werden. Homberg, am 16. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Homberg. Nepp. 748 Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, 4. Februar 1805, Bormittags oy2 Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, District Hochwarte, versteigert werden: 16 Eichenstämme mit 14,57 fm (darunter für Glaser geeignetes Holz), 3 rm Eichen-Nutzscheitholz, 492 „ Buchen-Scheitholz, 45 „ Eichen- „ 1 „ Aspen- 180 „ Buchen-Knüppelholz, 21 „ Eichen» „ 6360 Wellen Buchen-Reisig, 250 „ Eichen» „ 113,5 rm Buchen-Stockholz, 11 ,, Eichen- „ Die Zusammenkunft ist auf dem Anneroder Weg an der 8. Schneise. Gießen, den 28. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 960 Jagdverpachtung. Donnerstag den 7. Februar, Nachmittags um 2 Uhr, soll die der Gemeinde Geilshausen zustehende Feld-und Waldjagd in Theilen oder auch im Ganzen auf dem Bürger- meisterei-Büreau unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf 6 Jahre verpachtet werden. Geilshausen, den 25. Jan. 1895. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. Pfeiff. 897 öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 3 Januar 1895 Großh. Ortsgericht Gießen- I A-: Bogt. 224 Samstag den 2. Febr. 1895, Nachmittags 2 Uhr, im Adler zu Gießen (Marktplatz) versteigere ich gegen Baarzahlung: 2 Schweine, 1 Parthie Nutzholz, 1 Velociped, 1 Handwagen, 1 Silber, i schrank, 6 Sophas und fonfltge Möbel, 1 Eisschrank, WirthSiische und Stühle, 1 Anzahl Oelbilber, Goldleisten, 2 silberne Taschenuhren, 1 Wecker. Versteigerung theilw. bestimmt, insbes. betr. der Uhren- 1001 Engel, Gerichlsvollzieher- Wegen Aufgabe der Oeconomie. Große Versteigerung auf dem Hofgut Wäldershausen, (Station Burg- uü Rieder-Gemünden, Strecke Jagd - Verpachtung. I Freitag den 8. Februar, § Nachmittags 2 Uhr, soll auf I unterzeichneter Bürgermeisterei die der Gemeinde Daubringen zustehendeJagd, bestehend in 258 Hectar Feld und 78 Hectar Wald, auf weitere sechs , Jahre verpachtet werden. Daubringen, am 29. Januar 1895. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. __________Walter._______987 Die Hofraithe des Metzgers Dörner in der Neustadt, in bester Geschäftslage, ist durch den Unterzeichneten aus freier Hand unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich an mich wenden. 1006 Gießen, am 31. Januar 1895. Doering, Sparkasserechner. Drei leichte Einspänner- Schlitten billig zu ver kaufen. 1011 A. Kilbinger. Gießen- Fulda Mittwoch den l i. und Donnerstag den 14. Februar d. I. Anfang Morgens 10 Uhr. Zur Versteigerung gelangen: 12 Pferde, 71 Stück Kühe, Stiere und Rinder, sowie sämmt- liches zum landwirthschaftlichen Betriebe erforderliche tobte Inventar. Hof Wäldershausen. 925 Puth. 6 Stück Bettladen (rmßbaum lackirt) französisches Muster, billig zu verkaufen- ^83 E. H Müller, Schillerstraße 26. Todes-Anzeige. Karl Arnold, Alsfeld. Sermietfiungen. ferner bei: {■53 heute Nachmittag 2 Uhr rische Sicherheit tu 4°/0. 1005 £ Langen, liest en werden zu kaufen gesucht. 941 Näheres in der Veteriuäranstalt. 988] Ein selbstständiger, tüchtiger 1014] 21 Markt 21. im schon aufmerksam machen. Der Vorstand. Heim-Beuern «mpfiehlt 136 J. M. Schulhof Bauer’scher Gesangverein Sonntag den 10. Februar : 888 owie in Otto Schaaf, 687 Vermischte Anzeigen vorzüglich geeignet für 993 811 Neustadt 48. 1 0.70 Franks. Landw. Cred. Bk Darmst. Bt.-Actten 339 62 «eldsorteu 101 60 105 16 104.70 98 50 104 50 103.90 104.20 100.90 105.50 103 JO 20 Frantm-Ht. Sn gl. Sovereign« Dollar« in Gold Btttl 16.23 20.38 4.20 W 16.19 20.34 4.16 Hinterbliebenen. 30. Januar 1895. «V>°/o Defterr. Stlderrente 4°/0 Ung. Gold-Ahnte 3)°/o Portugiesen 6°/c Mextcaner 4°/o Monopol-Griechen von «bendcourse: 152.75 > Oesterr. Tredit-Acttm N. Buchack«r, Bahnbosstraße, Heinrich Noll, am Ktrchenplatz, Stift» Gerhardt, ^indenplatz NB. Nächsten Eonntag den 3. Februar IW Atamilienabeud QS im Vereinslocal (Zum Rebstock) Zahlreiche Betheiltgung erwünscht. 986 93.10 |4o/o Eisenb. Rentenb. Cbl. 66.90 1 5o/o Buderus Obl. Auszuleihen ca. 100000 Mk. gegen hypotbeka 3Vi°/o Deutsche ReichSanl. 3% Preuß. Consols 3Ve°/o Gr. Hessische DbL 4°/o Stadt Darmstadt 0. 1891. 40/0 „ Warm« unk. b. 1901 Im Vorverkauf bei Heil, Lindenplatz, Wahl, Neustadt und Wirsig, Seltersweg sind Ballkarten A 1 Mk., Geheimkarton für Herren A 60 Pf., für Damen A 80 Pf. zu haben. An der Kasse: Ballkarton A 1,20 Mk., Galleriekarten A 20 Pf ar Passive Mitglieder erhalten Geheimkarten bei Atzbach (Brauerei Förtsch). Anfang 8 Uhr. **G Der Vorstand. N.B. Nur Damen mit Einladungskarten haben Berechtigung zum Ball. C. Stiasny Wagengasse, vis-k-vis dem Postkeller. Matzen aus der Matzenfabrik von A. Gries- im 78. Lebensjahr, nach kurzem Leiden, sanft entschlafen ist. Die trauernden Wieseck und Alten-Buseck. 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