;,** »i, w W N flut Äm b»*1" 1,5 Mill, gart“ zur — lw^W bezeMN, theiien wir levcüWche Kleidung nicht en am Saaleingang,ver- rrische ComHe. «r Karte angegebene Hai d-° 3. z-br°u « Ab-°ds 8 Uhr , Turnhalle |W ig ® ä S U Ct« achmittags *«” jinen. ' und später Tanz 1 Sa“'£er Porfta-d^, *ein. Ier HoHheaters )eastige. esPeare.' ~~~ ° 7 Uhr. ärie Mk. i ’ 2,-l W ’ Theater. ~~--_ (704 derselben. 18N eingeladen, Gäste ______[732 iesM/l MN aus StniM ins Cafe Ebel M Wladen. h nms !kW kaMtmachung foibem wir agten Mer- fer. erblieben®: ler. Vorroitta^ 839 Nr. 25. Erstes Blatt. Mittwoch den 31. Januar 1894 Der Gießener Anjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bcS Montags. Die Gießener AtamtlieaStalter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigelegt. Siebener Anzeiger Kenerak-Muzeiger. > . *1 Vierteljähriger n Aßonncmcntsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bczogeir 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. I Gralisöeikage: Gießener Kamilienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annonccn-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsches Reich. Berlin, 29. Januar. Fürst Bismarck hat die Anstrengungen seiner Berliner Reise bestens überstanden, wie Friedrichsruher Meldungen constatiren, gewiß zur Genugthuung und Beruhigung für weite Volkskreise. Professor Schweninger, der bekannte Leibarzt des Altreichskanzlers, soll durchaus gegen den Besuch des kaum erst von der Influenza wiedergenesenen greisen Fürsten am Berliner Hofe gewesen sein, offenbar hat es aber der alte Kanzler für seine Pflicht gehalten, der ihm zugegangenen ehrenvollen Einladung des Kaisers unbedingt Folge zu leisten, und daß Fürst Bismarck hiermit eine patriotische That ausführte, darüber herrscht nur Eine Stimme. Im Uebrigen haben sich in den Nachrichten über die Vorgänge bei der Anwesenheit Bismarcks in der Reichshauptstadt mancherlei Widersprüche geltend gemacht, dies namentlich bezüglich der Frage, ob eine Besprechung zwischen Bismarck und Caprivi stattgefunden habe, oder nicht. Zuerst war gemeldet worden, Graf Caprivi hätte lediglich seine Karte beim Fürsten Bismarck abgegeben, gleich den übrigen Reichs-und Staatswürdenträgern. Spätere Meldungen wollten aber wissen, es habe zwischen beiden Männern doch eine Begegnung stattgefunden, nach der einen Nachricht sollte dies im Berliner Residenzschloffe, nach einer anderen im Palais der Kaiserin Friedrich geschehen sein. Indessen steht nunmehr fest, daß sich der jetzige und frühere Reichskanzler in der Thal nicht gesprochen haben, und dürfte man als Hauptgrund für das Unterbleiben dieser vielfach erwarteten Begegnung wohl die überaus knapp bemessene Frist deö Aufenthaltes des Fürsten Bismarck in Berlin zu betrachten haben, eine polttische Bedeutung besitzt das Unterlassen einer solchen Zusammenkunft zwischen Caprivi und Bismarck gewiß nicht. — Begreiflicher Weise haben sich an die Wiederaussähnung zwischen dem Kaiser und dem Altreichskanzler eine Unzahl politischer Gerüchte und Tombinationen angeknüpfr. Es lohnt jedoch wahrlich nicht, auf diese Conjecturen näher einzugehen, die Zeit wird eben erst zeigen müssen, ob und inwieweit das Ereigniß eine größere politische Tragweite besitzt. Wohl aber kann man schon letzt wenigstens das Eine als feststehend annehmen, daß diese Aussöhnungaction dem deutschen Kaiserthum als solches ein erhöhtes Prestige bet Freund und Feind verliehen hat. Diese Thatsache wird als der erste und unzweifelhaft gewichtigste Erfolg der hochherzigen Handlungsweise Kaiser Wilhelms LL verzeichnet werden müssen. Und wenn es einst nach dem Sturze des Fürsten Bismarck hieß, daß uns Deutschen der Rücktritt dieses gewaltigen Staatsmannes eine Armee dem Auslände gegenüber gekostet habe, so kann man bereits heute getrost behaupten, daß sein Wiedererschetnen in den Mauern Berlins unter den obwaltenden Umständen diese Armee des Ansehens und des nationalen Prestiges dem Reichsgedanken .auf's Neue zugeführt hat. Und datan kann sich das deutsche Volk genügen lassen. Deutscher Reichstag. 37. Sitzung. Montag den 29. Januar 1894. Präsident v. Levetzow machte Mtlthetlung von der Ueber- mlltelung der Glückwünsche des Hauses zu Kaisers Geburtstag. Die Verlängeruna des Handelsprooisoriums mit Spanien btS zum 31. März d. I. wird in dritter Lesung endgültig angenommen. Es folgt erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die anderweite Ordnung des Finanzwesens des Reichs. Staatssecretär Graf Posadowsky: Den verbündeten Regierungen war Anfangs der Beschluß des Reichstags, dteBerathung des Finanzreformplans bis nach erfolgter Berathung der einzelnen Steueroorlagen zurückzustellen, sehr unerwünscht; jetzt sind sie dankbar dafür, da inzwischen die Einzellandlage sich mit der Reiche finanz- reform beschäftigt haben und die Sympathie dafür in weiten Kreisen gestiegen ist. Die Reform ist nothwendtg. Ein Thetl der Gegner wer Vorlage will eine Reichseinkommensteuer. Dieser Weg ist aber ganz ungangbar. Andere wollen aus der Börsensteuer mehr heraus- ijchlagen. Das wollen auch wir, aber wir dürfen den Baum auch micht fällen, um die Frucht zu erhalten. Die Börse ist ein wirth- schaftlich nothwendiges Institut. Ein anderer Theil will die Wehr- fieuer. Aber sollen wir Blinde, Lahme, Taube, großenthetlS Leute auS den ärmsten Ständen, besteuern, well sie nicht wehrfähig find? Dann würde eine Wehrsteuer, wenn sie nicht Kopfsteuer sein soll, eine einheitliche Etnkommensetnschätzung für das Reich zur Voraussetzung haben. Dann hat man auch von der Aufhebung der sogen. Liebesgabe gesprochen. Damit würde die traurige Lage der Land- wtrthschast noch verschlimmert werden. Dem Vorschläge einer Znseratensteuer würde man mit dem Vorwurf entgegentreten, wir wollten arme Wittwen besteuern, die Zimmer vermiethen wollen usw. Tine Btersteuer würde mehr Gegner finden als die Tabakfabrikat- Smer. Mit der Finanzreform soll eine feste Relation zwischen Matricularbeiträgen undUeberweisungen geschaffen und dem Schwanken i» dm Einnahmen und Ausgabm der Einzrlstaaten ein Ende gemacht werden. Ein Reservefonds für magere Jahre soll zugleich gebildet werden. Die Fraockmstein'sche Clausel soll nicht beseitigt, sondern umr ihre Erträge pauschalirt werden. Man hat der Reichsregierung | die diabolische Absicht zugeschrieben, sie wolle nicht für die Einzelstaaten sorgm. sondern für sich eine Schatzkammer, einen Julius- thurm beschaffen. Aber das Palladium des Budgetrechts liegt nicht in der Einnahmebewtlligung, sondern in der Bewilligung der Ausgaben. Für viel wichtiger als diese Reform hat man einen Retchs- Ftnanzmtnister erklärt. Die Reichsfinanzverwaltung hat allerdings etwas Molluskenhaftes. Aber gegenüber dem verantwortlichen Reichskanzler ist ein verantwortliches Reichs-Finanzministerium unmöglich. Was man auf dem formalen Wege eines Reichs-Finanzministeriums erstrebt, sollte man daher lieber auf dem sachlichen der Finanzresorm verfolgm. Gerade in dieser Reform liegt eine Stärkung des Retchs- FinanzwesenS. Abg. Dr. Lieber gibt Namens des Cmtrums nachstehende Erklärung ab: Meine Freunde stehen nach wie vor auf dem Boden der Franckenstein'schen Clausel und halten es für dringend erwünscht, daß dieselbe nicht nur wegen ihrer großen Bedeutung für das Reich und den Reichstag, sondern auch wegen ihrer finanzpolitischen Bedeutung für die einzelnen Staaten erhalten bleibt. Wir oeikennm zwar nicht, daß die Finanzresorm in dem Streben, den Einzelstaaten uberschießende Ueberweisungen zu gewährleisten, sich in der Richtung der Franckenstein'schen Clausel bewegt. Allein wir haben ernstliche Bedenken gegen wesentliche Etnzelbestimmungen der Vorlage und halten den gegenwärtigen Augenblick nicht für geeignet zur Durchführung einer solchen Reform. Die hier vorgelegte Finanzreform kann nicht ohne wesentliche Erhöhung der indtrecten Steuern stattfinden. Eine solche aber bet dem Darniederliegen der Erwerbs- oerhältnisse weiter Volkskreise in allen Erwerbszweigen, ganz besonders der Landwtrthschaft, etnzuführen, wäre sehr bedenklich, besonders da schon die Aufbringung der für die Milttäroorlage nothwendigen Kosten, welche gegen unsere Stimmen bewilligt worden sind, äußerst schwer erscheint und auch die zur Durchführung der Vorlage oor- geschlagenen Steuern in der Hauptsache als nicht geeignet erscheinen. Sollte eine Commissionsberathung oorgeschlagen werden, so roüiben wir uns, der feststehenden Uebung des Reichstags entsprechend, nicht ablehnend verhalten. — Redner, der diese Erklärung verlesen hat, erläutert dieselbe denn noch eingehend. Bet der allgemeinen wtrtb- schaftltchen Lage sei es nöthtg, in eine Aera strengster Sparsamkeit einzutreten; es werden sowohl im Reichshaushalt wie in den Haushalts der Einzelstaattn größere Abstriche vorzunehmen sein. Einer Reform auf fünf Jahre wurden seine Freunde unter keinen Umständen zustimmen, sondern eine dauernde Reform verlangen. Abg. Rickert (frs. Ver.> ist gleichfalls gegen die Vorlage. Die Regierung hätte dtese Steuervorlagen gar nicht einbringen sollen, denn sie mutzte sich sagen, dah sie dafür keine Mehrheit finden würde. Sie hat einen schweren politischen Fehler begangen, der sich bitter rächen wird. In die Aushebung der Matricularbetträge willigen wir nicht früher, als bis die constitutionell wichtige Beweglichkeit der Steuern erreicht ist. Gehen wir auf die Vorlage ein, dann sind die Matricularbetträge in fünf Jahren verschwunden. Die Vorlage noch an eine Commission zu verweisen, wäre eine überflüssige Höflichkeit. Warum die Liebesgabe der Brenner nicht aufheben? Die ganze Landwtrthschaft ist doch nicht dabet tnteressirt. Die Kosten der Mtlttär- vorlage dürfen mit der Steuerreform nicht verquickt werden. ES ist Ehrenpflicht der wohlhabenden Leute, die Steuer dafür zu tragen, nachdem sie sich freiwillig dazu verpflichtet haben. Preutz. Finanzmtntster Dr. Miquel: Rickert sagt: Die Vorlage ist tobt; aber wozu bann seine Rebe? Das Centrum hält ben Zeitpunkt für bie Reform noch nicht für gekommen. Wie lange wollen wir bamit noch warten? Inzwischen steigen die Matricular- beiträge und damit die Deficits der Einzelstaaten. Wer sagt uns, daß sich bie heutigen Verhältnisse so leicht bessern werben? Die Franckenstein'sche Clausel werbe gegenstanbslos, wenn die Ueder- weisungen bauernd hinter den Matricularbeiträgen zurückbleiben. Die Reform liegt gerade im Interesse dir Aufrechterhaltung der Franckenstein'schen Clausel. Das föderative Princip wird bei der Reform vollständig gewahrt. Steuern auf Vorrath wünschen auch wir nicht; schlimmer aber als Steuern auf Vorrath sind die stetig wachsenden Matricularbetträge. Auf diese die Ausgaben des Reichs zu stellen, ist ein geradezu antediluvianischer Zustand. Die bestehende Mißstimmung wird viel größer werden, wenn die directen Steuern in den Einzelstaaten erhöht werden müssen. Die Vorlage wird, w.nn heute abgelehnt, später doch angenommen werden müssen, da sie eine politische und finanzielle Nothwendigkeit ist. Betreffs der Form der nothwendigen Auseinandersetzung zwischen Reich und Einzelstaaten werden Sie uns entgegenkommend finden. Wir können uns nicht auf Theorie berufen, wir leben in einer realen, practischen Welt. Erfüllt das Reich die ihm obliegenden Verpflichtungen, so bleibt nichts von den geforderten Steuern „auf Vorrath" liegen. Die Forderung bincter Reichssteuern ist nur ein verbrähmtes Nein. Man wünscht einen beweglichen Factor in ber Einnahme-Bewilligung; aber wie soll ber gestaltet sein? Die Vorlage wirb wieberkommen; ein späterer Reichs'ag wirb sie vielleicht selbst fordern. (Rufe: Lösen öle doch auf!) Abg. Gras Limburg - Stirum (cons.): Zweck ber Francker- stein'schen Clausel ist boch wahrlich nicht, bie Einzelstaaten zu belasten. Darum sollte nun bas Reich auch thun, was des Reiches ist. Die bireclen Steuern können angesichts ber starken Belastung ber Einkommen nicht weiter erhöht werben. Werben bie neuen Reichssteuern abgelehnt, bann müssen bie Deficits ber Einzelstaaten burch Anleihen gebeckt werben. Die Finanzlage des Reiches gewinnt ein trüberes Ansehen, wenn man bie Verhältnisse ber einzelnen Ressorts näher betrachtet. So ist ber Ueberschuß der Postoerwaltung nur ein scheinbarer; rechnet man die Leistungen der einzelstaatlichen Eisenbahnen für die Post, bie jetzt unentgeltlich gewährt »erben, so ergebt sich ein Deficit für bie Post. Die Vorlage ist eine gute Sache, bie sich von selbst burchkämpfen wirb. Wetterberathung morgen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corresponbenz-Bureau. Berlin, 29. Januar. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Vom 1. April 1895 ab soll die Verwaltung und der Betrieb der Staatsbahnen unter die Oberleitung des Ministers unmittelbar von den königlichen Eisenbahndirectionen । wahrgenommen werden. Die selbstständigen Verwaltungs- besugntsse der Betriebsämter gehen aus die Directtonen über, die Betriebsämter werden als Behörden aufgehoben. Die den Eisenbahndirectionen in erhöhtem Maße zufallenden wichtigen Aufgaben machen eine entsprechende Verkleinerung der DirectionSbezirke nothwendig, deren endgiltige Abgrenzung noch ber Erwägung unterliegt. Zum Sitz ber Ausführungsorgane sind in erster Reihe diejenigen Orte in Aussicht genommen, wo sich bisher Betriebsämter ober Bauinspectionen befanden. Berlin, 29. Januar. Nach dem „Reichsanzeiger" bestimmte der Ftnanzminister durch Rundversugung von» 11. Februar an sämmtliche Provinzial-Steuerdirectoren, daß der § 1 der Bekanntmachung wegen Creditirung der Branntweinsteuer vom 27. December 1885 folgende Vorschriften ersetzen: Brennereibefitzern kann die Maischbottich- und Branntweinsteuer sechsmonatig gestundet werden. Steuerbeträge unter 50 Mk. sind von der Stundung ausgeschloffen. Berlin, 29. Januar. Der Transportdampfer „Admtral- mit dem Detachement Marinetruppen für Kamerun ist gestern in Kamerun eingetroffen. Paris, 29. Januar. Als Präsident Garnot heute Nachmittag nach der Landwirthschaftlichen Ausstellung im Jndustrie- palaste fuhr, wurde ein Individuum wegen des Rufes: „Es lebe die Commune!" verhaftet. Rom, 29. Januar. Der Pap st celebrirte gestern in der Peterskirche eine Messe, welcher 12,000 Personen beiwohnten, nahm sodann eine Huldigung entgegen, antwortete einige Worte selbst und ließ sodann von Msgr. Volpin eine Rede verlesen, worin es heißt, der Papst nehme mit besonderer Befriedigung den Ausdruck der Ergebenheit des guten römischen Volkes entgegen und empfinde Schmerz über die schlimme Lage Roms, die indirect durch die allgemeinen Verhältnisse der Halbinsel erschwert sei. Er wünsche das gegenwärtige Elend wieder gutgemacht und die Ordnung wieder hergestellt. Die Gerechtigkeit und der politische Verstand ließen es als räthlich erscheinen, den verkehrten Weg zu verlassen und sich mit Vertrauen und ahne Argwohn Demjenigen zu nähern, welchem das Großmeisteramt der Religion von Gott selbst übertragen worden sei. Die Ceremonie dauerte über zwei Stunden. Der Papst zeigte keinerlei Ermüdung,- er wurde lebhaft acclamirt. Massa, 29. Januar. Das Kriegsgericht beginnt am Mittwoch seine Thätigkeit mit der Verhandlung gegen den Advocaten Molinari wegen Theilnahme an einer verbrecherischen Gesellschaft und Aufreizung zum Bürgerkriege. Petersburg, 29. Januar, Nachmittags. Die Besserung im Befinden des Czar en schreitet fort; die Temperatur beträgt 38,2, der Husten hat aufgehört; die Stimmung ist bedeutend besser. Sofia, 29. Januar. Prozeß Iwanow. Der Staatsanwalt beantragte gegen den jüngeren Iwanow Kerker bis zu zehn Jahren, gegen Luka Iwanow die Todesstrafe, jedoch mit dem Beifügen, der Gerichtshof möge diesen der Gnade des Fürsten empfehlen. Die Vertheidiger hoben in ihrem Plaidoyer hervor, es handle sich nicht um ein Attentat, sondern nur um Vorbereitungen zu einem solchen. Der vom Staatsanwalt angezogene Artikel sei deßhalb nicht anwendbar. Luka Iwanow bittet den von ihm verführten Bruder ftei- zusprechen und ihn selbst der Gnade des Prinzen zu empfehlen. Abends um 8 Uhr zog sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. Depeschen des Sureau „Herold". Berlin, 29. Januar. Die Budgetcommission des Reichstages berieth heute den Rest des Etats der Post- und Telegraphenverwoltung, bei den Einnahmen aus den Porto- und Tklegraphengebühren in Höhe von 245 500000 Mk. beantragte Bebel eine Erhöhung um 3 347 000 Mk.; der Antrag wurde angenommen, ebenso wurde der Etat der Reichsdruckerei genehmigt. Bei dem Etat des Auswärtigen Amts wurde die Forderung von 20000 Mk. für einen neueinzu- stellenden Director an der Spitze der Colonialabtheilung bewilligt. — Die „Voss. Ztg." erfährt, in der Angelegenheit des Hannoverschen Spie lerprocesses schwebten noch eine ganze Reihe ehrengerichtlicher Untersuchungen. In einigen Fällen, in denen das ehrengerichtliche Unheil bereits gefällt worden fei, wurde eine nochmalige Einleitung des Strafverfahrens angeordnet, weil dasselbe wegen zu großer Milde die Allerhöchste Bestätigung nicht gesunden habe. — Die „Neuesten Nachr." halten an der Meldung fest, Bismarck habe Caprivi empfangen und sich kurze Zeit mit ihm unterhalten. Auch Graf Henkel von Donnersmarck habe Bismarck einen kurzen Besuch abgestattet. Hamburg, 29. Januar. Die „Hamb. Nachr." schreiben in einem Leitartikel, sie müßten darauf verzichten, auch nur eine kurze Analyse über die Erörterungen zu geben, welche über die Bedeutung der Anwesenheit des Fürsten Bismarck in Berlin angebracht wären, wozu der Stoff viel zu umfangreich sei. Es müsse nur conftatirt werden, daß der Besuch überall als wichtiges Ereigniß betrachtet wird, auch selbst von solchen Blättern, die an politische Consequenzen nicht glauben wollen. Brussel, 29. Januar. Nachdem heute wiederum mehrere Studenten relegrrt wurden, ist die Universität geschlossen und von Polizisten besetzt worden. Paris, 29. Januar. Wie verlautet, beabsichtigt die Re« gierung, eine Vorlage auf Erhöhung des Getreidezolls von 5 auf 7 Mk. einzubringen. Zurich, 29. Januar. Die „Neue Züricher Zeitung" schreibt anläßlich der,gestrigen Krawalle: „Die Anarchisten haben bei uns einen Anfang damit gemacht, ihre Theorien aus den Versammlungssälen auf die Straße zu tragen und das Wort in die Thar umzusetzen. Damit dürfte die Geduld der Bürgerschaft und der Behörden erschöpft sein, und es wird hoffentlich mit den Ruhestörern kurzer Proceß gemacht werden. Wir vertrauen auf die Energie der cantonalen und eidgenössischen Behörden, daß sie diesen ersten Versuch, den Frieden unserer Straßen zu stören, unnachsichtlich ahnden." Bern, 29. Januar. Behufs Untersuchung der in Zürich stattgesundenen Excesse hat sich der Bundesrath Scherb nach dorr begeben. Mehrere in Zürich ansässige Ausländer, unter diesen Binder, von Gog, Nonnemann, sollen vom Bundesrath ausgewiesen werden. Coealcs rrir- ^provinzielles. Gieße«, 30. Januar 1894. * * Se. Königliche Hoheit der Großherzog passirte heute Morgen mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge 8Uhr2OMtn. von Berlin kommend die hiesige Station. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 1. Februar 1894, Nachmittags 4 Uhr. 1. Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichts pro 1892/93. 2. Die Errichtung einer Desinfections-Anstalt- hier: Vertrag mit der Direction der neuen Kliniken wegen Benützung des DesinsectionS- Apparales. 3. Gesuch des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde Gießen um Ueberlasiung eines Schulsaales im Schulhause in der Westanlage für den israelitischen Religionsunterricht. 4. Herstellung von Anlagen im Hofe der Stadtmädchenschule. * * Coucert Raoul Koczalski. Unserem gestrigen Bericht können wir heute mit Genugthuung hinzufügen, daß die Unterhandlungen des Concert-Vereins von Erfolg gekrönt sind- der kleine Virtuose Raoul Koczalski ist für Sonntag den 11. Februar gewonnen worden. Selbstverständlich war die,er, wohl von Allen mit Freuden begrüßte Abschluß nur durch pecuniäre Opfer zu erlangen, der Vorstand hielt es aber für angebracht, eine solche phänomenale Erscheinung auf dem Gebiete der Kunst für seine Abonnenten zu gewinnen. Kunstfreunden, welche nicht Mitglieder des Concert-Vereins sind, empfehlen wir, sich recht bald Plätze vormerken zu wollen, da die Zahl der zu vergebenden sehr gering ist. Bezüglich der Preise rc. verweisen wir auf den heutigen Jnseratentheil. * * Z. Neues Theater. „Der Widerspenstigen Zähmung-, „Die Zähmung der Zänkisch en", „Die gezähmte Keiferin", „Die gezähmte Widerbel- lerin", „Der gebrochene Trotz köpf" — lauter Ueber- setzungsversuche vergangener Zeiten für das gestern Abend aufgeführte Shakespeare'sche Lustspiel „the Taming of the Shrey.“ Ueber den Stoff unserer Comödie und die Art ihrer Composition ist bereits an anderer Stelle unseres Blattes eingehend gehandelt, wir können uns deshalb hier darauf beschränken, nur über die Wiedergabe des Stückes einige Bemerkungen zu machen. Die beiden Hauptrollen lagen in Händen der Frau Director Reiners und des Herrn Reiff. Erstere zählt die „Katharina" zu ihren besten Leistungen. Scharf abwägend zwischen Erlaubtem und Zuviel weiß die Dame der Figur in allen Lagen ein sympathisches und ansprechendes Gepräge zu erhalten, das im letzten Acte natürlich am vollendetsten wird. Auch der „Petruchio" des Herrn Reiff zeichnete sich durch jene feine Maßhaltung recht Vortheilhaft aus. Gerade diese Rolle reizt sehr zur Ueber- treibung, wirkt dann aber auf unseren heutigen Geschmack geradezu unangenehm. Es verdient deshalb von der Kritik besonders anerkannt zu werden, daß der Künstler hier die richtige Mitte fand, so daß weder der derben, rücksichtslosen Natur des Shakespeare'schen Edelmanns allzuviel genommen ward, noch auch unser Gefühl und Empfinden in irgend einer Weise beleidigt wurde. Das andere Paar des Stückes „Bianca" und „Lucentio" war weniger glücklich vertreten. Frl. Geigler hätte gerade die Seiten des Characters ihrer Rolle, die sie von der Schwester unterscheiden, erheblich schärfer betonen müssen, und ihr Partner Herr Stückel würde gut daran gethan haben, wenn er seiner Figur nicht das ganze Stück hindurch den süßlichen Beigeschmack des Lehrers, sondern in den Theilen, wo er als Student auftritt, etwas von der jugendlichen Frische jenes Standes hätte angedeihen lassen. Herrn Niemeiers „Vicentio" war ohne Tadel und auch Herr Gohr („Tranio") fand sich in seine Doppelrolle sehr gut. Herrn Raschigs („Branio") Maske war etwas zu jugendlich, was besonders im 5. Acte, wo er Vicentio gegenübersteht, unangenehm auffiel. — Die Ausstattung des Stückes, das mit einigen Kürzungen gegeben ward, war sehr glänzend. Auch das Zusammenspiel befriedigte allgemein, sodaß der Beifall des Publikums recht wohl am Platze war. * * Militärdieustuachrichteu. Die Unterärzte der Reserve Dr. Zinßer und Dr. Lipp vom Landwehrbezirk Gießen, Dr. Fischer vom Landwehrbezirk I. Darmstadt, Wieder vom Landwehrbezirk Gießen- Eil er, Unterarzt der Landwehr ersten Aufgebots vom Landwehrbezirk I. Darmstadt wurden zu Assistenzärzten zweiter Klasse- Süffert, Sec.» Lieut. von der Res. des Jnf.-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 (Friedberg), zum Pr.-Lieutenant befördert. * * Militärpflicht der Volksschullehrer. Zur Neuregelung der Militärpflicht der Volksschullehrer schweben jetzt Verhandlungen zwischen dem preußischen Cultus- und dem Kriegsministerium. Der Kriegsminister soll nicht abgeneigt sein, den Lehrern allgemein die einjährige Dienstzeit zu gewähren. Obgleich Minister Dr. Bosse geneigt ist, auf die Wünsche der Lehrer einzugehen, werden wohl eine Reihe practischer Schwierigkeiten Hinwegzuräumen sein, so daß bis zur Erledigung der Frage noch längere Zeit vergehen wird. * * Eine Erleichterung des Jufauteriegepacks wird durch folgende Cabinetsordre des Kaisers an den Kriegsmtnifter angeordnet: Ich bin auf Grund Meiner eigenen Wahrnehmungen, sowie der Berichte, welche die Generalcommandos über die letzten Herbstübungen erstattet haben, zu der Ueber- zeugung gelangt, daß die feldmarschmäßige Belastung der Infanterie dringend einer wesentlichen Erleichterung bedarf. Ich halte das, was bisher in dieser Hinsicht geschehen, nicht für genügend, um die Marsch- und Gefechtskrast Meiner Infanterie in dem Maße zu steigern, wie dies die heute an dieselbe zu stellenden Aufgaben fordern, und beauftrage Sie daher, Mir schleunigst noch weitere, auf die Erleichterung der Infanterie abzielende Vorschläge zu unterbreiten. * * Neue Schützeuabzeichen für die Armee. Der Kaiser hat durch Cabinetsordre bestimmt, daß die Schützenabzeichen der Infanterie, der Jäger und'Schiitzen, wie der Pioniere und Eisenbahntruppen fortan die Form von Fangschnüren haben. Gleiche Abzeichen sind auch bei den anderen Waffen zur Einführung zu bringen. In dem Erlaß heißt es u. A.: „Es gereicht Mir zur Freude, in dem neuen Abzeichen der Armee ein sichtbares Zeichen Meiner Anerkennung für die Leistungen im Schießdienste zu gewähren. Ich halte Mich überzeugt, daß diese Bethätigung Meines Interesses an dem genannten, für die kriegsmäßige Ausbildung befonders wichtigen Dienstzwetge stets ein erhöhter Ansporn für die weitere Förderung desselben sein wird. (Schützenabzeichen in Form von Fangschnüren, die von der linken Schulter nach der Mitte der Brust reichten, wurden bis 1876 in der sächsischen Armee, ähnlich auch in Bayern getragen). * * Die Prüfung im Husbefchlag haben im Bereiche der Provinz Oberhessen folgende Personen bestanden: August Bernges aus Selters, Kreis Büdingen, Johann Karl Dörr aus Groß-Eichen, Kreis Schotten, Philipp Christian Henkel aus Schlitz, Kreis Lauterbach, Karl Jung aus Freienseen, Kreis Schotten, Konrad Jung aus Münzenberg, Kreis Friedberg, August Kehr aus Hainbach, Kreis Alsfeld, Heinrich Peppel aus Mittel-Seemen, Kreis Schotten, Johannes Jäger aus Leihgestern, Kreis Gießen, Louis Trebert aus Romrod, Kreis Alsfeld, August Kaiser aus Berstadt, Kreis Büdingen, Heinrich Philipp Dinding aus Echzell, Kreis Büdingen, Karl Zimmer aus Brauerschwend, Kreis Alsfeld, Karl Theiß aus Altenstadt, Kreis Büdingen, Philipp Kühn aus Wetterfeld, Kreis Schotten, Hugo Fatum aus Wohnbach, Kreis Friedberg, Ludwig Becker aus Rödgen, Kreis Gießen. * * Nach dem eben veröffentlichten Jahresabschluß der Kaiser WUhelm-Spende, Allgemeinen Deutschen Stiftung für Alters-Renten- und Capital-Versicherung, belief sich das am 31. März 1892 vorhandene Deckungscapital auf 5 887 677,72 M., welches sich bis 31. März 1893 auf 6 182916,24 Mk. erhöhte. Die Einlagen beziffern sich auf 71 616 Stück mit 358080 Mk. Der Gewinn des Geschäftsjahres 1892/93 belief sich auf 66 663,09 Mk., an Zinsen gingen ein 351757,79 Mark. Ausgegeben wurden anRenten und Capitalspitzen 201248,29 M., an Verwaltungskosten 45 122,96 Mark. Angelegt waren 170 630 Mk. an Werthpapieren, 8175350 Mk. an Hypotheken, 132322,50 Mark Darlehen an Communen, der Garantiefonds beziffert sich auf 1 984 000 Mk., der Sicherheits- Fonds auf 425484,21 Mark. * * Schlägerei. Gestern Abend fand zwischen zwei Knechten in der Hofraithe ihres Dienstherrn in der Neustadt eine Schläg ere»i statt, wobei einer derart verletzt wurde, daß er ärztliche Hilfe in der Klinik nachsuchen mußte. - n-. Lollar, 28. Januar. Auch hier wurde Kaisers - geburt stag besonders feierlich begangen. Früh und Abends grüßten die auf dem Schlackensturze des Hüttenwerks aufgestellten Böller weithin vernehmbar in das Lahnthal hinab und gemahnten an die Bedeutung des Tages. Bahn, Werk und eine größere Anzahl Privathäuser hatten festlichen Flaggenschmuck angelegt. Am Vorabend hatte der Kriegerverein Zapfenstreich durch das jugendliche Trommler- und Pfeifercorps ftattfinden lassen. Die Hauptfeier war für den 27. Januar, Abends, im Vrreinslocale arrangirt, bei welcher — nach dem Dankgebet aus den niederländischen Liedern und nach der längeren Festrede des ersten Vorsitzenden, Chorlieder, Solis, Duetts, Terzetts, Quartetts, in denen die Soldaten die wohlgelungenen durchgeführten Hauptrollen spielten, abwechselten und sich des reichen Beifalls der Anwesenden erfreuten, die die beiden Säle füllten. Freude und Feststimmung erfüllten Mitwirkende und Zuhörer und erreichten ihre Gipfelpunkte bei dem Gedenken und Hurrahs auf Kaiser, Großherzog und Bismarck. Herr Bürgermeister Geißler sprach dem Vorsitzenden, den Mitwirkenden und speziell den sangeskundigen Vereinsmitgliedern, die mit großer Hingebung und Eifer, unter der Leitung des Herrn Lehrers Jacobi gelernt hatten, vortrugen, den Dank der Versammlung aus. Das Fest darf als ein wohlgelungenes und ohne den geringsten Mißton verlaufenes bezeichnet werden, wie es dem nationalen Festtage entsprach. 0. N. Aus dem oberen Niddathale, 28. Jannar. Unterm 15. d. Mts. sandte ich Ihnen einen kleinen Aufsatz über den 1 Holzreichthum des Vogelsberges, über die Jm- prägniranstalt zu Eichelsdorf, die Verwendung der verschiedenen Holzsortimente, wies darauf hin, daß eine Darmstädter Firma besondere Verwendung von Birnbaumholz habe, welches sich liefschwarz beizen lasse, und deutete kurz die Verwendung der Vogelsberger Basalte an. Der Aufsatz erschien in Nr. 16 des „Gießener Anzeiger". — Nun kommt mir die Nr. 44 (Nachmittagsblatt) der „Darmstädter Zeitung" zur Hand, worin ein Herr mit dem Zeichen § den Artikel in Nr. 16 des „Gießener Anzeiger" fast wörtlich abschreibt und ihn als Originalarbeit und -Weisheit verzapft. Es ist ja recht erfreulich, daß man diese Nachrichten auch anderweit beachtet, aber wenn es so geschieht, wie hier geliefert wird, nennt man dieses schon „Plagiat" und die Aufmerksamkeit und die Freundschaft des Herrn §-Correspondenten ist ein Bischen gar zu weit getrieben. Es wird daher für die Zukunft um gefällige Mäßigung des Abschreibeeifers höflichst ersucht. Lauterbach, 26. Januar. Ein recht grober Unfugs das Werfen von irdenen Gefäßen wider die Hausthüre gelegentlich des Schlachtens in Bürgerhäusern macht sich in diesem Winter hier immer mehr fühlbar. Es ist keine Seltenheit, wenn dem betreffenden Hausbesitzer 10 bis 20 Töpfe, ja sogar Dachziegel, die man von den tiefgelegenen Dächern abdeckt, an einem solchen Tage oder vielmehr Abend von jungen Leuten, mitunter auch recht spät von Erwachsenen auf besagte Art und Weise gebracht werden. Es wäre wirklich sehr am Platze, wenn auf die Urheber dieser Vergehen, die doch nur mit Vorsatz zur Schädigung des Mitmenschen geschehen, viel mehr gefahndet würde und eine ordentliche Bestrafung derselben nicht ausbliebe. L. Anz. § Udeuhauseu (Kreis Alsfeld), 27. Januar. Heute wurde dahier der 60jährige Holzmacher Dahm er, welcher drei Tage vorher — wie schon kurz mitgetheilt — im Walde beim Holzfällen verunglückt war, zu Grabe getragen. Derselbe hatte mit seinem Sohne und einem anderen jungen Manne eine Tonne losgegraben und wollte, ehe dieselbe zu Fall kam, eine andere im Wege liegende Tonne entästeln. Plötzlich stürzt der stark entwurzelte Baum um und trifft den älteren, während die beiden jüngeren Holzmacher durch Seitwärtsspringen sich noch retten konnten. Den erhaltenen schweren Verletzungen erlag der Verunglückte noch am selbigen Nachmittage. nn. Darmstadt, 27. Januar. Die vierte evangelische Landessynode trat am Freitag Morgen nochmals zu einer geheimen Sitzung zusammen um, die Antwort des Ober- consistoriums bezüglich der Interpellation des Abg. Dr. Rieger wegen der in letzter Zeit durch die Presse gegen das Ober- consistorium verübten Angriffe enigegenzunehmeu. Die Interpellation selbst lautet: „In der Presse sind seit einiger Zeit Angriffe gegen Großh. Oberconsistorium geschehen, die auf eine starke Verstimmung eines Thetles der Geistlichkeit gegen daffelbe schließen lassen. Die Synode ist nach der Kirchen- Verfassung nicht befugt, bezüglich der in jenen Artikeln enthaltenen Vorwürfe Rechenschaft zu fordern. Eine Mittheilung darüber in zulässig erscheinenden Grenzen dürfte doch umsomehr im kirchlichen Interesse liegen, als Großh. Oberconsistorium nicht in der Lage ist, in der Oeffentlichkeit, wo es angegriffen ist, mit actenmäßig das Persönliche nothwendig berührendem Material hervorzutreten. Ich richte daher an diese hohe Behörde die Anfrage, ob dieselbe nicht geneigt ist, über die einschlagenden Verhältnisse der Synode noch während gegenwärtiger Tagung eine Mittheilung zu machen." Dem Ver- nehmen nach hat das hohe Kirchen-Regiment diesem Wunsche in der geheimen Sitzung in der weitgehendsten Weise entsprochen und dadurch eine Reihe von gemachten Ausstellungen in gebührender Weise auf ihren wahren Standpunkt zurückgeführt. nn. Darmstadt, 28. Januar. An die evang. Landessynode hat der Synodalabgeordnete Prof. Dr. Wetffenbach- Gießen folgenden Antrag eingebracht: „Hohe Synode wolle gegenüber der mehrfach öffentlich kundgegebenen Absicht der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe gegen die vom Bundesrath geplante Verlegung der Sonntags-Zeichenschulen auf einen Werktag mit allen Kräften aufzukommen, ebenso nachdrücklich für diese im kirchlichen Interesse liegende Verlegung eintreten und an Großh. Oberconsistorium das Ersuchen richten, die im Sinne dieser Resolution erforderlichen Schritte bei Großh. Staatsregierung zu thun." Falls die Großh. Regierung diesem Anträge stattgeben würde, müßten eine Reihe auf dem Lande befindlicher Handwerkerschulen ihren seither für den Gewerbestand mit Erfolg und Segen geleiteten Unterricht gänzlich einstellen, da es denselben an Wochentagen aus verschiedenen und naheliegenden Gründen unmöglich wäre, einen Zeichenunterricht in der seitherigen Weise einzurichten. Es würde diese neue Maßregel wiederum ein Schlag für unfern ohnehin schon schwer geschädigten Gewerbestand bedeuten und ist von dem wohlwollenden Sinne unserer Staatsregierung zu erwarten, daß sie zu einer solchen Maßregel nicht die Hand bietet. Kleiu-Welzheim, 26. Januar. Der bürgerliche Nutzen unserer Gemeinde besteht im laufenden Rechnungsjahre aus 20 Mark Baargeld, 5 cbm Waldstreu, 2 Raummeter Kiefern- Scheitholz und 6 Grundstücken. Communalsteuern werden nur ganz wenig erhoben. Um dem auswärtigen Zudrang zur Erwerbung des hiesigen Bürgerrechtes vorzubeugen, wird gegenwärtig eine Erhöhung des Einkaufsgeldes auf 400 Mk. angestrebt. Seligenstadt, 26. Januar. Während verwichener Nacht ist hier Herr Amtsrichter Dr. Karl Koch im Alter von 37 Jahren nach langem Leiden einem chronischen Lungenübel erlegen. Vor etwa 15 Monaten wurde der schon damals etwas leidende Herr auf seinen Wunsch von Alsfeld nach Seligenstadt versetzt, woselbst er in dem milderen Klima Genesung zu finden hoffte. Leider konnte er hier weder seinen Dienst aufnehmen, noch die ersehnte Heilung erlangen. Der Verlebte stammte aus Maulbach in Oberhessen, wo sein Vater J"lfw w4 K • *ÄÄ‘,t‘2y«»i »ar. ßa ift ,? sch" 10 ‘{Ä S* >on ben Hefft.( 20 $0Pft/ ja 9vkt'*Ä> cechl fhät hn» n? 4bcnb Von ‘wüW** Urieier bi.,t, S$tt ®'N Sy ®"™*- i i, ”"b * »rbenilidje 8, £*•** $tlli *, «" Saimer, welcher hri / zu Grabe getragen. Der- utl“ einen’ anderen «und wollte, ehr dlchldr\a e9e "kgrnde Tanne entä^- jelte Baum um und trifft -v. jüngeren Holzmacher W ten Knuten. Den erhalten!- Verunglückte noch am selbigen aar. Die vierte evangelisch, ■N Morgen nochmals zu eine ich um, die Antwort deS Oben skrpellation des Abg. Dr. JRieger i) die Presse gegen das Obei- entgegenzunehmen. Die Inten er Presse sind seit einiger Zeit onfiftortum geschehen, die ans Theiles der Geistlichkeit gegen Synode ift nach -er Kirchen- ch -er in jenen Kutteln enV u fordern. EineMitthrilun^ Grenzen dürjrr dvm Mamch aV6 Grvhh. OdrreMorin: chenMck, wo eS angtgrifje. nliche nothwendig berührende ch richte daher an diese hch :lbe nicht geneigt ist, über h Synode noch wahrend gegir- hing zu machen." Dem Sie? lchen-Regiment diesem Much der weitgehendsten Weise en? ie von gemachten Ausstellung en wahren Standpunkt zm5 iar, An die evang. Lanl5 leteProf. Dr.2Beiffenbe: tltd; MS*"1’ * b lilr die Gewerbe Legens! i eaung der Sonntags-M'' Im ki-M-E DbtI: 61 ®”Wal Wr°S- ts'( ’s,m S* d-M* ** »•***?? Ü* * aus ver chte ^enunttrii4 *' würde diese nS ichten- 6 ohnehin Ü: nd bedeuten eItI!arir :egelnli| . < ,ar. D-r lali|W“< 2 7-aifteuern < L-h--°b rfS * ach Oberförster war. Er hinterläßt eine junge Wittwe, eine Tochter Ides Herrn Beigeordneten Riedlinger zu Darmstadt, und ein etwa vierjähriges Töchterchen. Der allzufrüh Heimgegangene war allgemein geachtet und beliebt. D. Ztg. A Mainz. 29. Januar. In dem hiesigen Gymnasium schoß sich heute Vormittag ein 19jähriger Ober-Primaner, Sohn des Weinhändlers Nassauer von hier, eine Kugel in die Brust. Die Kugel hatte derart getroffen, daß der junge Mann sofort leblos zusammenstürzte. Grund zu dieser Thal hat die Verkündigung des Resultates der- in voriger Woche vorgenommenen Vorprüfung wegen Zulaffung zum Abiturienten-Examen gegeben, laut welchem der junge Mann die nöthigen Kenntnisse noch nicht besaß. — Der Ausschuß sür das dieses Jahr stattfindende elfte Deutsche Bundesschießen steht gegenwärtig mit einer auswärtigen Gesellschaft wegen Anlage einer electrischen Bahn nach dem Festplatz in Unterhandlung. Da der Festplatz auf der ^)öhe der Neuen Anlage liegt, würde die Bahn eventuell eine ziemliche Steigung zu beschreiben haben, was beträchtliche Schwierigkeiten mit sich bringen würde. — Nach dem Vorbilde Preußens erhalten gegenwärtig die jungen bei den Landgerichten beschäftigten Assessoren und Aecessisten von Mitgliedern unseres Landgerichts und der Staatsanwaltschaft Vortrag über Jurisprudenz. Die Einrichtung ist hier ganz neu, soll sich aber in Preußen sehr nützlich gezeigt haben. Vermischte-. * Frankfurt a. M,. 29. Januar. Großes Aufsehen erregt der unerwartet eingetreiene Zusammenbruch der bedeutenden Bankfirma Salomon Maas in Mannheim und Frankfurt a. M., welche sich durch stete Gewährung umfangreicher Credite speciell an Getreidefirmen um die Entwicklung deS Mannheimer Getreidegeschäfts sehr verdient gemacht hat. Die directe Veranlassung soll die sichtbare Zahlungsunfähigkeit eines Privatspeculanien Richard Traumann in Mannheim sein, der, obwohl seine Firma zahlungsfähig, einen der Firma Maas aus Speculatlonen schuldigen großen Betrag nicht zahlen konnte. Außerdem loll sich einer der Theilhaber der insolventen Firma in große Maarenspeculationen eingelassen haben, welche großen Verlust brachten, lieber die Höhe der Activa und Passiva ist noch nichts bekannt, cs befinden sich Accepte der Firma in Höhe von 13 Millionen in Circulation. Da die Aussteller der Tratten sich Zumeist aus Getreidehändlern rekrutiren, so war die Tendenz der heutigen Getreidebörse flau. * Brieg, 29. Januar. Am Sonnabend schoß ein Wachtposten vor dem Gefängnisse einen Sträfling, der durch em Fenster zu entfliehen beabsichtigte, nach dreimaligem, vergeblichem Anrufen nieder. * Loudon, 29. Januar. Eine Lloyd - Depesche meldet, daß die britische Bark „Tralee" auf der Reise von Santa Rosalia nach Queenstown in der Brandon Bai gescheitert und dabei 25 Personen ertrunken seien. * Ein Logierhaus für unverheirathete Arbeiter. Am 1. Juni v. I. wurde von der Firma Friedrich Krupp in Essen ein Logierhaus sür unverheirathete Arbeiter der Fabrik eröffnet. Es ist in freier, gesunder Lage unweit der Fabrik gelegen und macht mit seinem vorspringenden Holzdach, seinen rothen Backsteinen und einem kleinen Vorgärtchen durchaus keinen kasernenhaften Eindruck, wie man ihn sonst bei ähnlichen Gebäuden leider nur zu oft empfindet. An das einstöckige Hauptgebäude schließt sich ein niedrigerer Seitenflügel an, in welchem die Wohnungen der Wirthschafterin und der Dienstboten, Küche, Vorrathsräume und der Speisesaal sich befinden. ES sind Wohnungen für 30 Arbeiter vorhanden und zwar Zimmer mit 1 und Zimmer mit 2 Betten, letztere sind natürlich etwas größer. Sämmtliche Zimmer sind einfenstrig,- sie sind freundlich ausgemalt und möblirt. Das Mobiliar besteht aus einem eisernen Bett, einer Commode, Tisch, Kleiderschrank, Stuhl und eisernem Ofen. Die Zimmer liegen nur im Parterre und ersten Stock deS Hauptgebäudes. Für die Bequemlichkeit der Bewohner sind in jedem Geschoß folgende Einrichtungen vorhanden: ein Waschraum mit Waschbecken, verschließbaren Schränken sür Wäsche und Waschzeug, ein Putzraum, in welchem das Arbeitszeug gereinigt werden soll, mit verschließbaren Schränken für dasselbe und ein Arbeitszimmer mit Schreibtischen, die mehrere gleichfalls verschließbare Facher für Schreibzeug, Bücher u. bergt, enthalten, sowie ein Wannen- und Douchebad. In dem anstoßenden Wirthschaftsgebäude befindet sich, wie schon oben erwähnt, der große freundliche, mit Bildern geschmückte Speisesaal, in welchem auch mehrere Zeitungen ausliegen. — Die Bewirth- schaftung erfolgt durch eine von der Fabrik angestellte Wirthschafterin, die zwei Dienstmädchen zu ihrer Hilfe hat. Zum Preise von 1.20 Mk. täglich wird folgende Beköstigung verabreicht: Morgens vor der Tagesschicht, bezw. nach der Nachtschicht Kaffee und Frühstück, Mittags eine Fleischsuppe, Gemüse, Sompott oder Salat, Abends eine warme Fleischsuppe mit Zukost- nur Sonntags wird Abends nicht warm gegessen. Der Preis sür die Wohnungen, deren Kündigungsfrist beider- ieitig 14 Tage beträgt, ist 16 Mk. für eine Stube mit 2 Betten und 10 Mk. für eine solche mit 1 Bett für den Monat, einschließlich 1 Mk. für Instandhaltung des Inventars. Als besondere Annehmlichkeit fällt bei Besichtigung des Hauses auf, daß durch die Einrichtung der Wasch-, Putz- und Baderäume dem Arbeiter Gelegenheit geboten ist, sich sein Stübchen so behaglich und sauber wie möglich einzurichten,ohne das schmutzige Arbeitszeug darin aufzubewahren ober gar reinigen zu müssen. Man muß sehen, wie freunblich bie meisten Räume von ihren Bewohnern eingerichtet sinb, um bie ganze Wohlthat dieser »Einrichtung schätzen zu können. Der große Anbrang bei lieber freiwerbenden Wohnung beweist, wie allgemein schon nach ter kurzen Zeit seines Bestehens bie Vorzüge unb Annehmlichkeiten bieses Hauses anerkannt werden. Zur Aufrechterhaltung Iber Ordnung wählt die Gesammtheit der Miether einen „Vor- fiteher" aus ihrer Mitte auf ein halbes Jahr, der bann von ver Firma bestätigt wirb. * Der socialbemokratische Schriftsteller Erich Wenblanbt in Magdeburg würbe, wie die „Bolksstimme" mittheilt, zur Commandantur geladen unb ihm eröffnet, baß ihm bas Recht, als Einjährig-Freiwilliger zu bienen, aberkannt lei, ba er eine zweijährige Gefängnißstrase hinter sich habe. Die Strafe hatte sich W. als Rebactenr eines Breslauer Parteiorgans torgen Majestätsbeleib,gung zugezogen. Nach ärztlicher Untersuchung erfolgte seine sofortige Einstellung, unb zwar würbe er bem 66. Infanterie-Regiment zugetheilt. * Ein „erstricktes" Vermögen. Durch Strümpfestricken sich ein Vermögen zu erwerben, dürste im Allgemeinen zu ben „unglaublichen" Dingen gerechnet werden. Unb boch ist bieS zwei Brüdern in Roda (Thüringen) gelungen, die freilich dabei ein sehr karges Leben führten unb so abgehärtet waren, baß sie selbst bei ber größten Kälte im ungeheizten Zimmer arbeiteten. Jüngst starb ber ältere der beiden Sonderlinge unb hinterließ em Vermögen von etwa 10000 Mk. * Allseitige Befriedigung. Der „Schwarzwälder Bote" theilt Folgendes aus einem Protocollbericht eines Dorf- schultheißen in X. mit: „Heute Mittag wurde von einem Collegium des Gemeinberaihs der Sch asst all und das Armenhaus einer eingehenden Visitation unterzogen - bie Insassen erklärten sich für befriedigt". — In welcher Sprache die Insassen des ersteren Locals ihre Befriedigung zum Ausdruck brachten, ist in dem Protocoll nicht angegeben. Das schönste Franen-Antlitz k“®" fädUfeit, wenn der Xetnt nicht klar, wenn cac Haut raub, rissig ober geröthet ist. Diele Erscheinungen sind meist bie Folge beS Gebrauchs minderwerthiger Füllse'fen. N'cht drinoend genug kann dober jeher Dame die bewährte Doerings Seife mit der Eale empfohlen werben; le&hre ist tn Qualität unb Milbe betört, daß, wer sich mit dieser Setie wascht, obige Erscheinungen nicht zu befürchten bat. Füe 40 Pffl. käuflich. (667 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 61441 Vogelfreunde. Schiffers Vogelfutter, nur echt in versiegelten Packeten „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke), ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Originalpreisen bet 9L u. G- Wallenfels, Gießen, Mark»plah 2t. c^EDESa IlluBlrirte Geschichte der Wissenschaften AHAHrtfBtHS VtRLAC WLM W .-Hx - rW MM - 'X X'. Durch alle Buchhandlungen zu beziehen: IM REICHE DES GEISTES. lllustrirte Geschichte der gemeinverständlich dargesteOt Wissenschaften Karl Faulmann. Mit iz Tafeln, zo Beilagen und über 200 Text- Abbildungen. Erscheint in 30 zehntägigen Lieferungen ä 50 Pf. — 30 Kr. — 70 Cts. — 30 Kop. A. Hartleben’s Verlag in Wien. I 8 » fr $ l ► fr fr fr r fr fr fr 4fr fr fr fr fr fr Verkehr, £an^ unb VoUrwirthfchaft. Siehe«, 30. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen ! Wochenmarkt kostete: Kutter pr. Pst>. X 0,90—0,95, Hühnereier ! 2 Stück 11— 15A. 2 Stück — Käse pr- St. 5-8 4, Ermatte pr. St- 3 Erbsen vr. Lu er 18 3i, Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar x 0,70—0,80, Hühner pr. Stück X 1,00—1.20, Hahnen pr. St. X 1,20-1.40, Enten pr. St. X 1,80 bis 2,20, OchsevAisch pr. Psd 62—b8 Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 50—56 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 A. Kalbfleisch pr. Psd. 50-56 4, Hammelfleisch pr. Psd. 40—60 Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00—5,00 X, Weißkraut pr. Stück 4 -10 3», Zwiebeln pr. Eerrtner 7,00—8,00 X, Milch pr. öfter 16 20 Ä, Gänse pr. Pfd. 60-60 H. ■ I SrÜNberg, 27. Januar. Fruchtpreise. Weizen X 15,00, Korn X 14,00, Gerste X 13,00, Hafer X 16,00, Erbsen X 00,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 00,00, Samen X 00,00. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Esten- unb Stahlinbustrieller belief sich die Roheisenproduetion des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs! im Monat December 1893 auf 448 641 Tonnen, barunter Pudvelroheisen unb Spiegeleisen 139 627 Tonnen, Beffemerroheisen 31661 Tonnen, Thomasroheisen 207 745 Tonnen unb Gießereiroheisen 69 608 Tonnen. — Die Probuction im December 1892 betrug 391 353 Tonnen, im November 1893 420451 Tonnen. Vom 1.Januar bis 31.December 1893 würben probudrt 4 953148 Tonnen gegen 4 793 003 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Citeratur unb Xnnft — ,»x>m rollenden Flügelrad.* Darstellung ber Technik bes heutigen Eisenbahnwesens. Von A. v. Schweiger - Lerchenfeld. Mit 300 Abbildungen. In 25 Lieferungen ä 50 Pfg. (A. Hartlebens Verlag in Wien.) Bisher sind zehn Lieferungen erschienen. Das mit allgemeinem Beisalle aufgenommene Werk hat eilten tüchtigen Zug nach vorwärts gemacht. In ben vorliegenden Heften werden zunächst bie oerschiebenen Oberbausysteme vorgenommen, bie Herstellung ber Geleise, ber Weichen unb ber Centralweichen- anlagen, der Drehscheiben und Schiebebühnen in eingehender, für ben Laien auch durchaus verständlicher Weife behandelt, unb schließlich auf bie Fahrbetriebsmittel übergegangen. Der Abschnitt über bie Locomotiven fesselt burch die Art, wie hier einem scheinbar trockenen Gegenstand durch bas Mittel einer ebenso lichtvollen als gewanbten Schilberung bie interessante Seite abgewonnen ist — eine populäre Darstellung im besten Sinne des Wortes, mit unverkennbarer Beeinflussung durch eine seltene Liebe zu der Sache. Die Zahl ber in gelungenen Abbildungen oorgefübrten Locomotiotypen ist fast unübersehbar. Sie sind sämmtlich nach Photographien hergestellt, I bie dem Verfasser zur Verfügung standen. Auch die oben erwähnten ; Capitel sind überaus reich illustrirt, so daß fast keine Textstelle der j bildlichen Erläuterung entbehrt. Äewiß ist, daß es fast kein zweites populäres Werk über bie Technik des Eisenbahnwefens giebt, welches Den Freunden desselben in so anziehender und allgemein verständlicher Weise bie Materien dieses Faches vermittelt unb ihnen spielend jede wünschenswerthe Orientirung verschafft. itnioerfifäts - Nachrichten. Berlin, 29. Januar. Professor August Hirsch, der Begründer der medtcintsch-geographischen Pathologie, ist gestern Abend gestorben. Schiffsnachrichten des Nordd. Lloyd. In Gießen vertreten durch bie Agenten Carl Loos unb I. M. Schulholf. Bremen, 29.Januar. (Per transatlantischenTelegraph.j Der Schnellbampfer Ems, Capt. W. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. Januar von Bremen unb am 17. Januar von Southampton abgegangen war, ist vorgefürn, 7 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 27.Januar. sHamburg-Amerikanifche Packetfahrt- Actien-Gesellschaft.) Der Hamburger Doppelschrauben-Schnellbampser „Fürst Bismarck", Eapitän Albeis, ist am 27. Januar, 8 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angetommen. Der Postbampfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Januar wohlbehalten in Newyork angekommen. 4 i < f 4. fr Vekamrtmachmrg. Aufschrift der Postsendungen. Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der vostsendungen müffen auf denselbm Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, bafcjebet Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist tn der Aufschrift die Wohnung deS Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf ben nach Berlin bestimmten Sendungen ift, außer bet Wohnung des Empfängers, ber Postbezirk (0., NO. k.), tn welchem die Wohnung fich befindet, hinter der Ortsbe- zetchnung .Berlin" zu vermerke». 3. Gibt e8 mit dem Bestimmungsorte gleich ober ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postoerkehr als maßgebend anzusehen find, ergibt sich aus bem „Verzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautenber Post- orte-, das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs-Postgebtet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es fich, die Lage des Orts in ber Aufschrift ber Senbung noch bei Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungm eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten bei politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbeziik u. s. w.), tn welchem der Bestimmungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) ic.J, oder von Gebirgen s(Harz), (tRiefengebirge) re.) Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), Mjc.l für den Zweck geeignet. tfenbungen nach Ortschaften ohnePo st anstatt ist aufcer bem eigentlichenBesttmmungsortenoch biejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher au8 bie Bestellung ber Sendung an den Empfänger bewirkt werben bez. bie Abholung erfolgen soll. 6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung tn einem fremden Postgebiete belegen unb zu den weniger bekannten Orten »u rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. ber LandeStheil auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird lur Herbeiführung einer schleunigen lleberkunst der Sendungen an ben Empfänger wesentlich beitragen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender, bie Aufschriften ber Senbungev hiernach genau anzuferttgen. Spülflau der ottänigktt Frankfurter LtMtheater Opermhaus. Mittwoch ben 31. Januar: Die Nibelungen. Erste Ab- thellung: Der gehörnte Siegfried. Siegfriebs Tod. Donnerstag den 1. Februar: Oberon. Freitag den 2. Februar geschlossen. Samstag den 3. Februar: Bajazzo. Cavalleria rusticana. Sonntag den 4. Februar, Nachmittags 3V» Uhr: Dornröschen. Abends 7 Uhr: Robert der Teufel. Montag den 5. Februar: Die Nibelungen. Zweite Abtheilung: Kriemhilds Rache.' Schauspielha«». Mittwoch den 31. Januar geschlosstn. Donnerstag den 1. Februar: Der ungläubige Thomas. In Clvtl. Freitag den 2. Februar: Charleys Tante. Durch ben Kaufmännischen Verein. Samstag den 3. Februar: Talisman. Sonntag ben 4. Februar, -rachmittags 3»/, Uhr: Charleys Tante. Abends 7 Uhr: Das Heirathsnest. Durch den Kaufmännischen Verein. ?te^eXX Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 5. Februar 1894 soll im (Siebener Stadtwald nachverzeichnetes Holz versteigert werben: I Im District Hubertusbrunnen, Bormittags 97a Uhr beginnend 84 rm Buchen-Scheitholz, 10 „ Eichen-Scheitholz, 114 „ Buchen-Knüppelholz, 19 „ Eichen-Knüppelholz, 1800 Wellen Buchen-Reisig, 26,5 rm Buchen-Stockholz, 2 „ Eichen-Stockholz, 2. Im District Heingesboden, Borm. gegen 11 Uhr beginnend 140 rm Eichen-Knüppelholz, 22 „ Radel-Knüppelholz, 1480 Wellen Eichen-Reisig, 290 ,, Radel-Reisig, 9 rm Eichen-Stockholz, 7 „ Radel-Stocktrolz, 3. Daselbst, Nachmittags 1 Uhr beginnend 7 Eichen-Stämme mit 1,42 fm, 24 Fichten-Stämme mit 6,05 fm, 226 Fichten-Derbstangenm.22,4Vfm, 4 Im District Zollstockswäldchen, Nachmittags gegen 2 Uhr beginnend 14 Fichten-Stämme mit 5,78 fm, 2 FichteN'Derbstangen mit0,32frn, 108 rm Eichen-Scheitholz, 59 „ Eichen-Knüppelholz, 1800 Wellen Eichen-Reisig, 130 „ Radel-Reisig, 58 rm Eichen-Stockholz, 4 „ Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ist am alten Anneröderweg, 8. Schneise. Gießen, 29. Januar 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 865_______Gnauth._________ Holzversteigerung im Villingener Gemeindewald. Freitag den 2. Februar werden versteigert: District Marksteinmühl und Hochr oth. 68 Fichten-Stämme mit 36,29 fm, 138 Fichten-Derbstangen mit 9,08 fm, 32 Fichten-Reisstangen mit 0,57 fm, 168 rm Buchen Scheiter, 72,7 „ Buchen-Knüppel, 12,4 „ Radel-Knüppel, 11 „ Buchen-Reisig, 16 „ Radel-Reisig, 28 „ Buchen-Stöcke, 9 „ Radel-Stöcke. Das Bauholz kommt am Vormittag zum Ausgebot. Anfang und Zusammenkunft Vormittags 91/3 Uhr im District Marksteinmühl. Villingen, den 27. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Villingen. 852]_________Koch._____________ Holzversteigerung. Donnerstag den 8. Februar d. I. werben im hiesigen Gemeindewald versteigert: 14 Eichen- und Nadelstämme von 20—48 cm Durchm. und 6 bis 10 m Länge, 38 Eichen-Derbstangen (Wagnerholz), 59 rm Eichen-Knüppel (hierunter 18 rm von 27z m Länge), 132 rm Nadel-Knüppel (hierunter sind 78 rm 3 m und 16 rm 2 m lang), 650 Eichen-Wellen, 2450 Nadel-Wellen, 39 rm Eichen- und Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr auf der Thalschneise am Pflanzgarten. Großen-Linden, 29. Januar 1894. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 863 Waschbütten in großer Auswahl billigst (856 L. Kohlermann, Bleichstr. 12. Holz-Versteigerung. In den Waldungen der Gemeinde Staufenberg, 'District Birken, Lahnkopf und Schwalbengraben, kommen nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung. Montag den 5. Februar 1894: 146 Eichen-Stämme, 16-7 7 ernDchm. 100 Nadel- „ 16-45 „ „ 2 Buchen- „ 69-74 „ „ 9 Eichen-Derbstangen, 797 Nadel- 1178 Nadel-Reisstangen. Dienstag den 6. Februar: 100 rm Buchen-Scheitholz, 84 „ Eichen-Scheitholz, darunter mehrere, welche sich zu Glaser- und Küferholz eignen, 32 rm Nadel-Scheitholz, 80 „ Buchen-Prügelholz, 73 „ Birken- u. Eichen-Prügelholz, 24 „ Nadel- u. Aspen- „ 617z Hdt. Buchen-Wellen, 417z „ Eichen-u. Nadel-Wellen, 94 rm Buchen-Stockholz, 53 „ Eichen- u. Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ist jedesmal Bormittags 9 Uhr, an der Staatsstraße diesseits der Tiefenbach (District Birken). Staufenberg, am 29. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. 867 Stephan. Jeikgeöotenes. ML MIMHklls. Freibank. (879 Heute uud Morgen: Ochsenfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. Cörsetten in besten Fa§ons, für Damen und Kinder. Extra-Weiten werden nach Maß angefertigt. (868 A. Fangmann. Schürzen für Damen und Kinder in den neuesten Fayons, Haushaltungsschürzen aller Art in großer Auswahl em pfiehlt bllligst (873 J. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. mj** 100 Stück weißen Mull 761 A, Docter, Seltersweg 165 Ersuchen Sie gefl. (85t entgegen Ernst Challier (Rudolphs Nachf.). I Vortag: Reiseerinnernnge«. [880 ab 874 Abends W Metzelsappe. X« Restauration Bauer, Babnhosstr- Derk 20 Pfg. (866 Julie Krach 857 (861 Cassel. 50/0 9ft 9.55 20.30 16.68 Lomb. E^B^-Acl. Buschtherader Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bshn-Acr. Schweizer Noroost.-B.-Nc:. Mainzer E.-B.-Ack. Marienburger E^B^Net. Disconto-Lomnumb^Nm-. Darmstädter Baak-Lct. Dresdener Bank-Act. Nortzd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Act Oest. Eredit-Act. Jtal. Mittcl»cerKahn Act Monatsversammlung Donnerstag, I. Februar im Vere«nslocal Caf6 Ebel. Brief 9.60 st. 20.35 16.65 143.80 | «er. KSntsv-Laurah^Att leabcHi; fest. 86. K 30/0 Portugiesen 101.00 40/g Griech. Monopol-Rnl. Schusters Caffee zu 85, 90, 95 und 100 Pfg. per 7* Kilo. 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