1894 Sonntag den 30. September Erstes Blatt. Nr. 229 Gießener Anzeiger Generat-Wnzeiger. Redaction, Expedition und Druckerei: KchntflratzeVr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger AstoancmclltspretL r 2 Mark 20 Pfg. mit vringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die «Keßener A»««ttte*vrLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal ßeigrlegt. Der chiehener Anzeige erscheint täglich, mit Ausnahme des Montag». Amts- «nd Anzeiseblatt für den Kreis Gieren. Hratisöeikage: Gießener Kamilienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Dentsche» Reich. Berlin. 28. September. Ueber die Rückkebr deS Kai- s e r S aus R o m i n t e n nach Berlin resp. Potsdam ist noch immer nichts Bestimmtes bekannt. Auch über den bisherigen 23er lauf des Jagdaufenthaltes des Monarchen in Rominten liegen keinerlei Nachrichten vor, da der „Hofbericht" diesmal hierüber nicht die geringste Mittheilung gebracht hat. Was die etwaigen weiteren ReisediSposit onen des Kaisers nach feiner Rückkehr aus Ostpreußen anbelangt, so weiß man bis jetzt nur, daß er am 16. October dem Großherzog von Hessen einen Gegenbesuch in Darmstadt abstatten und sich dann noch im Laufe des genannten TageS nach Wiesbaden begeben wird, um daselbst der Einweihung des Kaiser Wilhelm-Denkmals sowie der Eröffnungsvorstellung im Neuen Königlichen Theater beizuwohnen. Abends reist der Kaiser nach Berlin zurück, wo er am 17. October den Besuch des Königs Alexander von Serbien empfängt. — -Reichskanzler Gras Caprivi hat während feines kurzen Aufenthaltes in Berlin nach der Rückkehr aus Karlsbad eine Unterredung mit dem preußischen Minister- Präsidenten Grafen Eulenburg gehabt. Allgemein nimmt man an, daß die Conferenz beider Staatsmänner vorwiegend der „Polenfrage" anläßlich der Thorner Kundgebung deö Kaisers gegolten hat, und daß im Uebrigen das ossiciöse Dementi in Sachen der dem Grafen Caprivi zugeschriebenen Aeußerung hinsichtlich der „polnischen Landräthe" als ein spectelles Ergebniß der Conferenz betrachtet werden müffe. Ob dieselbe indessen besondere Maßnahmen in der Richtung eines verschärften Borgehens gegen die polnischen Wühlereien und Hetzereien zur Folge haben wird, dürfte noch abzuwarten sein- auch von Veränderungen in hohen Beamtenposteu der Provinz Posen scheint Abstand genommen werden zu stätten werden von Militär bewacht. Newyork, 28. September. Wie aus Panama ßt meldet wird, hat bet einer militärischen Revue in ( L der Anarchist Araya fünf Schüffe auf den Präfidenten von Coftarica, Iglest es, abgefeuert, doch blieb letzterer unverletzt. Araya und 24 Mitschuldige wurden verhaftet. Shanghai. 27. September. Reuter - Meldung. Die chinesischen Offiziere schieben sich gegenseitig die Verantwortlichkeit für d>e Niederlage am Yaluflusse zu. Die Untersuchung dauert noch fort und ein Capitän (Fang Biquen) ist bereits wegen Feigheit hingerichtet worden. Man glaubt, daß noch andere Offiziere hingerichtet werden. Admiral Ting, der in Port Arthur schwere Anklagen gegen einige seiner Offiziere erhoben hat, erklärt, daß sieben Schiffe sich während der Schlacht im Yaluflufse versteckt gehalten hätten. Alle Annoncen-vureaux deS In- und Auslandes nchmrn Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Brauereien und der socialdemokrattschen Boykottcommission morgen eine Sitzung abhalten. Berlin, 28. September. DaS „Berliner Tageblatt dementirt seine gestrige Meldung Uber den Rücktritt des Directors der Colonialadtheilung deS auswärtigen Amte«, Legattonsraths Kayser. Das Blatt fügt hinzu, Kayser kehre dieser Tage von seinem Urlaub zurück und werde die Leitung der Colonialabtheilung wieder übernehmen. Berlin, 28. September. Bei der Besprechung der Er- folge der Soctaldemokraten bei den Wahlen zum Berliner Gewerbegericht sagt die „Post", so lange die bürgerliche Gesellschaft sich von der Soctaldemokratte in solcher Weise an Eifer und Thätigkeit übertreffen läßt, so lange sie selbst angesichts der Königsberger Kaiserworte in Lässigkeit und Schlaffheit verharrt, kann das Fortschreiten der Soctaloemokratie freilich nicht wundern. Wer eS ernst meint mit der Wahrung unserer staatlichen und socialen Existenz, muß nach Kräften dahin wirken, die bürgerlichen i Elemente aus ihrem Quietismus aufzurütteln. Berlin, 28. September. In der Redaction und der Druckerei deS „Soctalist" wurde am 25. September nach einer anarchistischen Broschüre, deren Verfasser E. Henry ist, eine Haussuchung vorgenommen. ES wurde davon nichts gesunden, wohl aber wurden dreihundert andere anarchistische Broschüren mit Beschlag belegt, weil darauf die Druck- Depeschen bc8 Bure« „Herold*. Darmstadt, 28. September. Der russische Thronfolger begleitet den Czaren auf seiner Reise in die Krim und kommt dehhalb heute nicht nach WolfSgarten. Berlin, 28. September. Officiös wird mitgetheilt, der RcichShaushaltSetat werde trotz aller Beschränkungen unvermeidliche beträchtliche Mehrausgaben im ordentlichen Etat enthalten. Die Matrikular - Umlagen würden wesentlich höher sein und die Ueberweisungen nicht unbeträchtlich übersteigen. . __ Berlin, 28. September. Die Commission der Berliner Saalbefitzer wird im Verein mit dem Vorstand der boykottirten 9 Der Fluthgraben vom Teufelslustgärtchen nach der Bahnhofstraße ist nach Verhandlungen mit einigen Anliegern über zweckentsprechende Wasserabführanlagen bereits früher für entbehrlich erachtet und danach mit den übrigen Anliegern zwecks Beseitigung des Grabens verhandelt worden. Die Verhandlungen haben dazu geführt, daß die Anlieger auf Fortbestand des viele Mißstände verursachenden Grabenverzichteten, falls ihnen daS Zuwerfen desselben gestattet und das so gewonnene Terrain kostenlos in ihren Besitz übergeht- sie haben für anderweitige Entfernung der Abwasser auS ihren Hofraithen zu sorgen. Mit Rücksicht daraus, daß der Graben auch für Die öffentliche Wafferabsührung ent- behrlich geworden, beschließt die Versammlung, auf denselben, wie auf das Etgenrhum daran zu verzichten. Zufolge einer von der Dtrecüon der Anatomie erhobenen Vorstellung wegen der Störungen, die der Fuhrwerks- verkehr auf dem Straßenpflaster in den Vorlesungen und den Experimenten verursacht, hatte die Baudeputation vor Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Faber, Flett, Grünewald, Dr. Gutfletsch, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt Keller, Löber, Petri, Scheel, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Oberbürgermeister Gnauth macht nach Er- Öffnung der Sitzung Mittheilung von dem Eingänge eines Schreibens de« Kaufmännischen Verein«- 8enannter Verein stattet in dem Schreiben der S.°dtv-r°rdn°-on 800 Wk., zur Förderung der kauf, männischen FartbildnngSschule bestimmt und bittet, da- dem Verein hierdurch bewiesene Wohlwollen ihm auch sernerhtn zu der hieraus vorgenommenen AuSloosung von O b li- aationen de« 1893« Anlehens werden, gemäß dem Ttlgungsplan, 30 000 Mk. = 2«/0 zur Rückzahlung -u«. geloost und folgende Nummern gezogen: Lit. L. 61, 169, 241, 215, 78, 294- Lit. M. 322, 267, 226, 393, 218, 194 169, 89; Lit. N. 70, 799, 82, 134, 181, 116, 474, 639, 176, 464, 747, 413, 788, 751, 476, 520, 514; Lit. 0. 221, 183, 120, 189, 289, 239- Lit. P. 43, 354, 368, 302, 128, 199, 265, 394. Die Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben der Vorschule deS Gymnasiums für 1893/94 ergab einen Ausgleich von 5019 Mk., eS ist sonach im Vergleich zum Voranschlag ein städtischer Zuschuß von 934 Mk. erforderlich - eS gingen ein an Schulgeld 4085 Mk. - an Bewl- dungen waren erforderlich 4804 Mk., sür Heizung und Be- leuchtung 150 Mk., für Geschäftsführung 50 Mk Die durch Ausdehnung des Hands erti gkeit S - Unterrichts aus Holzardeiten u. s. w. nöthig gewordene Thetlnahme des Herrn Lehrer Schmitt an einem UnternchtS- cursus an der Centrallehranstalt zu Leipzig veranlaßte einen Aufwand von 313 Mk. 65 Pf., welcher Betrag im vorigen Jahre in der Erwartung bewilligt wurde, daß derselbe auS der Staatskasse ersetzt würde. Dies ist nach Mittheilung Großh. Ministeriums in der vorigen Finanzperiode nicht mehr angängig gewesen- doch wurde die Theilnahme eines weiteren Lehrers auf Staatskosten in Aussicht gestellt- eS soll danach Herr Schulverwalter CorvinuS an dem Cursus theilnehmen. Mit Rücksicht auf das Entgegenkommen Großherzogl. Staat«, regierung wird beschlossen, die unter Vorbehalt der Rück- erstattung bewilligten Kosten definitiv auf die Stadtkasfe zu I übernehmen. Die unter Punkt 5, 6 und 7 der Tagesordnung zur I Berathung kommenden Gesuche um Fortführung der Wasser» I leitung a) in den unteren Theil der Wolfstraße, 5) in daS I neu erbaute Müller'sche HauS in der Göthestraße, c) in die I Hosraithe deS Herrn Chr. Bieker in der Mühlgasse wer- I den genehmigt unter den bisher üblichen Bedingungen, daß I die Gesuchsteller einen jährlichen WasserztnS garantiren, wel- I cher 10°/o der jeweiligen Anlagekosten entspricht. Diese I Garantie ist seitens der Gesuchsteller gegeben worden und I werden daraufhin bewilligt: für die Leitung in der Wo f- I straße 445 Mk., für diejenige in der Göthestraße 700 Mk., | für diejenige in der Mühlgaffe 450 Mk. Dem Gesuch der Bewohner der Wetzsteingasse um I bessere Beleuchtung deS Theils, an welchem die alte Wetzstetn- I gasse mit der neuen Wetzsteinstraße zusammenstößt, wird, I nachdem die Deputation für das Gas- und Wasserwerk daS I Bedürsntß zur Aufstellung einer weiteren Laterne anerkannt, I stattgegeben - die Anlagekosten im Betrage von 120 Mk., I sowie die laufenden jährlichen Unterhaltungskosten im Betrage I von 35 Mk. werden bewilligt. Das Gesuch des Braunsteinbergwerks um Er- I laubniß zur Vornahme einer infolge Betricbs-Erweiterung | nöthig gewordenen Wegverlegung wird genehmigt und die | Bedingung gestellt, daß der neu anzulegende Weg in Etgen- I thum der Stadl bleibt, eine Breite von mindestens 5 Meter I erhält, für hinreichende Wafferabsührung event. durch Anlage I eines Grabens gesorgt, der Weg gegen Abrutschen gesichert I wird und die entstehenden Kosten vom Braunsteinbergwerk I getragen werden. _ I Zur Lagerung von Baumaterial auS Anlaß des Bahn- I Hofumbaues war in einer früheren Sitzung dem Eisen- I bahnfiscus ein Theil des zwischen dem Ausfluß der W eseck I in die Lahn, am Hamm, gelegenen Geländes pachtweise über- I lassen worden. Dem Gesuche um Ueberlassung weiteren . I städtischen Geländes in fragt. Gegend zur Anlage einer pro- I vtsorischen Zufahrt nach dem Lagerplatz wird stattgegeben - das Pachtgeld auf 8 Pf. pro lH Meter 1*^, auch die Wiederherstellung des Geländes als Wiese zur Be- firma fehlte. u r I Frankfurt a. M., 28. September. Der Budapester I Correspondent der „Frkf. Ztg." versichert nach guten Infor- I mationen, daß in der gestrigen BischofSconferenz eine I refignirte Stimmung herrschte. In längerer Debatte wurde I erörtert, ob ein Hirtenbrief an sie Gläubiger zu richten sei, I der die kirchliche Unwürdigkeit der civilen Eheschließung beleuchtet. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Wettere Beratungen sollen. | wurden bis nach der Plenarsitzung des Magnatenhauses ver- — In der Frage der Bekämpsung des unlau- I ^o6en. ter en Wettbewerbes findet am 3. October eine Be- I Wien, 28. September. Nach der „Deutschen Zeitung" spreckung im Reichsamte des Innern unter Zuziehung von Kftt bic österreichische Anarchistenpartei aufgeladenen Sachverständigen statt. Die Conferenz soll sich ge(j$|-t ^iner der letzten Führer, Johann Rtßmann, ein im Wesentlichen auf die Erörterung der Grundzüge des an- I c*reunb Mosts, habe Oesterreich verlaffen. gebltch schon fertiggestellten Entwurfes eines Gesetzes über I Pari«, 28. September. Wie die „Patrie" aus N o m m n y den unlauteren Wettbewerb beziehen. I erfährt, wurde ein deutscher Offizier wegen Grenz- | ------JL.-.---------.— - Verletzung in Haft genommen. Derselbe hatte gelegentlich Neneste I einer Uebung die Grenze um etwa 100 Meter überschritten »Ölff. W Wk» undsttd-btt betroffen »-eben, al« « sranzMch-s 8Ml't Thorn, 28. September. Der wegen LandeSverraths rcco 0 September. Gestern fand «m „Casino de verhaftete Secundaner Schultz wurde heule wegen zweifacher lgll Pro beschießen auf einen neuen kugelsicheren Majestätsbeleidigung und Diebstahls zu fünf Monaten Ge- I er Die Versuche sollen überraschend günstig fängntß verurtheilt. _ .. . I ausaefallen sein: öffentliche Proben werden demnächst ab» Parts, 28. September. Während eine Depesche der ausge^uen ,nn, 9 „Newyork World" von Unruhen in Rio d e Ja ne i r 0 I Paris, 28. September. Seitens der hiesigen japanischen spricht, empfing die hiesige brasilianische ^sandtfchaft eine Landschaft wird die Nachricht bestätigt, daß der ch inest sch e von heute Vormittag datirte Depesche aus Rio de Janeiro, . in bet Hauptstadt Koreas Selbstm 0 rd verübt worin die angeblichen Unruhen mit keinem Worte erwähnt sandte pa Pi wurden. Die Meldung der „World" wird hier für voll- I 9 Warschau, 28. September. Im Gouvernement Minsk kommen unbegründet gehalten. (ft untcr ^m Rindvieh die sibirische Pest ausgebrochen. Malaga, 28. September. Der Aus stand der Ar- Belgrad, 28. September. Der griechische Co ns ul beiter nimmt einen beunruhigenden Umfang an. Die Werk- I ^jsch Zakakis, der am Alexandertage bei einem Toast tnmn 0„. auf den'Czaren sich ungebührlicher Worte gegen Oesterreich. c>os« Ungarn bediente und hierfür vom österretchtschen Consul au San Josv | H gcforbert wurde, ist von seiner Regierung abge etzt und für immer aus dem Staatsdienst entlassen worden. Der österreichischen Regierung ging hiervon officielle Mittheilung zu. _ --- - Sitzung der Stadtverordneten am 28. September 1894. Jahresfrist beschlossen, zu beantragen, daß die Bahnhofstraße vor der Anatomie auf die Länge von 80 Mir. entweder zu chaussiren oder mit Holzpflaster zu versehen sei; letzteres solle geschehen, sofern seitens des Staates ein Zuschuß von 6000 Mk. zu den auf 9000 Mk. veranschlagten Kosten geleistet würde; dieser Zuschuß würde entsprechen den Mehrkosten gegenüber der Asphaltpflasterung. Das Anerbieten wurde von den Landständen ui ter Hinweis auf die der Stadt Gießen durch die Universität erwachsenden Vortheile rc. abgelehnt. Die Ansicht, daß der Staat, wenn vor desien Gebäuden und Instituten eine besondere, von der ortsüblichen abweichende Straßenbauart auszuführen sei, auch die Mehrkosten tragen müsse, ist durch Umfrage in den größten Städten des Großherzogthums bestätigt worden. Die Baudeputation hat hierauf den Plan einer Holzpflasterung fallen lassen, hauptsächlich mit Rücksicht auf die Möglichkeit, daß bei später vorzunehmender allgemeiner Canalisation ein Wtederaufbrechen des mit festem Betonboden zu setzenden Holzpflasters nöthig werden würde; die Deputation beantragte sonach die Entfernung des Basaltpflasters und Chaussirung in der Art, wie sie s. Z. vor dem Mädchenschulgebäude in der Westanlage ausgeführt wurde. Großh. Ministerium hat sich damit einverstanden erklärt und wurde unter Bewilligung der auf 1500 Mk. veranschlagten Kosten im Sinne des Deputationsantrags beschloffen. M8ESSK& Dem Concertverein soll auf diesbezügliches Gesuch das vor dem Wallenfels'schen Hause am Ktrchenplatz befindliche ehemalige Spritzenhaus pachtweise zur Aufbewahrung seines Sängerpodiums und sonstiger Utensilien überlasten werden. Die jährliche Pacht wurde auf 20 Mk. bemessen. Die ursprünglich mit 2,40 Mtr. angenommene Weite der sieben, in den Einfriedigungsmauern entlang der Senckenbergerstraße anzulegenden eisernen Eingangs- thore soll auf Ansuchen des Großh. Kreisbauamts auf 3,20 Mtr. erweitert werden. Die dadurch entstehenden Mehrkosten für Schlosterarbeit sind nach Benehmen mit dem ausführenden Schlossermeister Dörr von 135 auf 175 Mk. für jedes Thor festgesetzt worden; die Mehrforderung wird mit Rücksicht darauf, daß die Gesammtkosten immer noch h nter dem Voranschlagsbetrag zurückbletben, genehmigt. Das Petri'sche HauS Inder Neustadt, an welchem die Armendeputatton mit einem Viertheil interessirt ist, ist von derselben zum Preise von 5000 Mk. übernommen worden; es ist beabsichtigt, das Haus umbauen zu lasten, um es dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege gegen entsprechende Miethe für dessen Miethspatronat zu übergeben. Die Kosten der Bauveränderung, welche auf 1500 Mk. veranschlagt sind, werden bewilligt. Die Polizei st ation amSeltersthor befindet sich nach einem Bericht Großh. Polizeiamts in einer Beschaffenheit, die den ständigen Aufenthalt in derselben als gesundheitsschädlich erscheinen läßt; Mangel an Ventilation, kalter Fußboden Mangels einer Unterkellerung, zu kleiner Ruheraum werden als besonders mißständig bezeichnet. Der erwünschten Verlegung der Station und Beseitigung des Häuschens kann nach den Darlegungen der Baudeputation vorerst nicht entsprochen werden, weil das vom Kreisbauamt bisher benutzte, für Unterbringung der Polizeistation eventuell ins Auge zu fastende Thorhaus demnächst wahrscheinlich in den Besitz der Stadt übergeht; eS wird deßhalb beschlossen, das Holzhäuschen so Herrichten zu lasten, daß es bis zur eventuellen Verlegung der Station in eines der Thorhäuser noch benutzt werden kann; die auf 110 Mk. veranschlagten Kosten werden bewilligt. Gegen die Fortsetzung des Neubaues des Arbeits- und Geräth eschuppens auf Oswalds Gartens richtet sich eine Eingabe, die die beiden hiesigen Turnvereine unterm 25. August an den Stadtvorstand gerichtet und damit begründet haben, daß fragl. Geräthehaus die Errichtung einer Festhalle aus Anlaß größerer Festlichkeiten, wie das nächstjährige Mtttelrheinische Turnfest, unmöglich mache. Die Baudeputation hat beantragt, dem Gesuche keine Folge zu geben, da es nicht sachlich genug begründet sei. Die Deputation begründet ihren Antrag damit, daß der Bau in seinem bescheidenen Umfang kein Hinderniß für etwaige Festbauten bieten könne, derselbe sei vielmehr geeignet, durch seine Hereinziehung in den Feftplatz bei zeitweiliger Räumung zu Festbureaus verwendet zu werden; vor Allem aber gehe das praktische Bedürfniß vor, zumal größere Festlichkeiten nicht alle Jahre abgehalten würden; auch könnten die bereits im August begonnenen Bauarbeiten nicht mehr eingestellt, vielmehr müßte darauf hingewirkt werden, daß die städtische« Geräthe, Gießfäster u. s. w. bald unter Dach und Fach kämen. Die Versammlung stimmt dem Antrag der Baudeputatton bet. Eine Anzahl Bewohner der Scho tt straße führen Beschwerde über den Zustand, in welchem sich gen. Straße infolge des Mangels genügender Wasterabsührung befindet, und bitten um Beseitigung der Uebelftände durch Ableitung der Abwässer in den Schoorgraben. Die Baudeputation hat beantragt, die Verhandlungen über das Gesuch bis nach der im October oder November erfolgenden Vorlage des noch in der Umarbeitung begriffenen städtischen Canalisationsprojectes und die Beschlußfassung darüber auszusetzen. Die rationelle Entwässerung der Schottstraße wie des Gartseldes sei zu wichtig, als daß durch Ausführung von Arbeiten, wie die von den Gesuchstellern vorgeschlagenen, Stückwerk und dazu noch reckt kostspieliges, geschaffen werde. (Die Anlage eines Abflußcanals nach dem Schoorgraben würde nach Schätzung des Herrn Oberbürgermeisters 4000 Mk. kosten, die zum größten Theil verloren seien, wenn das generelle Canalisationsprvject zur Ausführung komme.) — Herr Wallenfels tritt, indem er die Zustände in der Straße für unhaltbar erklärt, für das Gesuch ein, es müsse etwas geschehen, auch mit geringeren Kosten. Herr Löb er ist ebenfalls für Beseitigung der gröbsten Mißstände; es könne schon durch periodische Räumung des Fluthgrabens und Führung desselben in den Edergraben viel verbessert werden. Herr Oberbürgermeister Gnauth tritt, unter eingehender Begründung des Deputationsantrages, 1 der Unterstellung entgegen, als ob das Gartfeld stiefmütterlich behandelt werde. Die Verhandlungen über das Gesuch werden nach dem Vorschlag der Baudeputation ausgesetzt. Ueber die drei folgenden Gesuche hat die Baudeputatton während der Ferien Beschluß gefaßt, so daß es nur der nachträglichen Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung bedarf. Das erste Gesuch, betr. die Errichtung einer Einfriedigung seitens des Herrn Gg. Pfaff vor seinem Hause, Ecke Wetzsteinstraße und Nordanlage, war beanstandet worden, weil Gesuchsteller die Baufluchtlinie nicht eingehalten, das zweite Gesuch, betr. die Errichtung einer Feldscheuer an der Rod- hetmerstraße seitens des Herrn Ph. Schwan, wurde auf Widerruf befürwortet, das dritte Gesuch von Herrn J oh. Schneider um Erlaubntß zum Bauen am Schiffenberger Weg, beanstandet, weil der beabsichtigte Bau von Hintergebäuden nicht parallel zur Straße ausgeführt, auch die Bauten nicht durchweg massiv hergestellt! werden sollten. Die Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen der Baudeputation einverstanden. Das Gesuch des Herrn Emil P ist er um Erlaubniß zur Erbauung einer Halle in der Sandgasse zur Lagerung von Stabeisen wird beanstandet, weil die Art der Ausführung weder der Oertlichkeit noch dem Zwecke des Gebäudes entspricht. Bezüglich des Gesuches des Herrn Ed. Fuckert um Erlaubniß zum Verkauf von Branntwein in dem vom Gesuchsteller gemieteten Laden Neuen-Bäue 50 wird die Bedürfniß- frage bejaht; desgleichen bezüglich des Gesuches des Herrn Rob. Meuser um Ertheilung der Concession zum Wirth- schaftsbetrieb im „Poftkeller"; verneint wurde die Bedürfniß- frage bezüglich des Gesuches des Herrn Alois Blum um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Steinftraße 46. WZ Zufolge Interpellation des Herrn Wallenfels über die im Laufe der Woche erfolgte und durch ein „Eingesandt" im „Gießener Anzeiger" gerügte Beschädigung des von der Oft- anlage nach dem Philosophenwald führenden Weges theilt Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß infolge seiner Abwesenheit er erst nachträglich davon erfahren habe, aber der Sache sofort näher treten wolle. Nach Mittheilung des Herrn Helfrich ist der entstandene Schaden inzwischen, soweit angängltch, beseitigt worden. CoceUs ttttfc j)rsvtn;ielle». Gieße«, den 29. September 1891. * * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, den Kreisamtmann Dr. Emil Göttelmann zu Friedberg zum Bereinigungs- Commissar mit dem Amtssitze zu Friedberg, den Privat- docenten an der Universität Göttingen Dr. Alfred Koch, zur Zeit in Geisenheim a. Rh., zum Lehrer für Naturwissenschaften an der Obst- und Weinbauschule zu Oppenheim zu ernennen. * * Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen am 28. September 1894. (Schluß). Der Angeklagte gab an, er habe auf der ersten Rechnung einige Posten einzustellen vergessen und deshalb eine neue Rechnung aufgestellt, die nunmehr statt auf 3 Mk. 75 Pfg. auf 9 Mk. 90 Pfg. gelautet habe. Sein Vater habe aus Versehen die erste Rechnung zum Bürgermeister getragen und sei diese angewiesen worden. Erst am Tage, an dem er sich das Geld in Schotten habe holen wollen, habe er den Jrrthum gemerkt, sei auch auf die Großh. Bürgermeisterei gegangen, um für die zweite Rechnung Anweisung zu erwirken, habe aber den Großh. Bürgermeister nicht angetroffen, da habe er denn den Wortlaut der ersten Anweisung unter Abänderung des angewiesenen Betrags genau auf die zweite Rechnung abgeschrieben und diese dann dem Rechner Wolfschmidt zur Zahlung vorgelegt. Die auf der ersten Rechnung enthaltenen Poften waren auch auf der zweiten Rechnung angesetzt, jedoch mit anderen Beträgen. Genauere Auskunft hierüber vermochte der Großh. Bürgermeister Kunkel nicht zu geben, ebensowenig darüber, ob die in der zweiten, aber nicht in der ersten Rechnung enthaltenen weiteren Arbeiten auch wirklich geliefert worden waren. Behufs Aufklärung hierüber und um beurtheilen zu können, ob Westerweller sich hierdurch nicht auch eines mit der ihm zur Last gelegten qualificirten Urkundenfälschung ideal concurrirenben Betrugsversuchs schuldig gemacht habe, wurde die Verhandlung auf Samstag den 6. October l. I., Vormittags 8*/2 Uhr, verlegt und der Großh.Staatsanwaltschaft überlassen, etwaige weitere Beweismittel bis dahin beizubringen. * * Sitzung des Schwurgerichts der Proviuz Oberheffeu. am 29. September 1894. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen den Großherzogl. Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher G'eorg Möller von Gunzenau wegen Betrugs, schwerer Urkundenfälschung und Verbrechens im Amte. Die Anklage vertrat der Großherzogliche Staatsanwalt Schil- ling-Trhgophorus, vertheidigt wurde der Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt Dr. Jung. Als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Tobias Schlunk, Hermann Kratz, Peter Jacob Möbs III., Johannes Goebel II., Andreas Lepper III., Ludwig Friedrich Harth, Emanuel Loeb, Anton Rompf VII., Johann Heinrich Ortwein, Emil Fischbach, Heinrich Emil Schneider und Karl Flach III. — Der Groß- herzogliche Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Johann Georg Möller von Gunzenau ist angeklagt, daß er zu Gunzenau 1) Anfangs October 1893 in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil, nämlich ein Darlehen von 600 Mark und eine Bürgschaftsleistung in gleicher Höhe zu verschaffen, das Vermögen der Spar- und Leihkasse Herbstein und der Bürgen Paul ©trott und Johannes Prächter zu Gunzenau dadurch um den Betrag von 500 Mk. beschädigt habe, daß er durch Vorspiegelung falscher und Unterdrückung wahrer Thatsachen zunächst in der Person der Bürgen und sodann bei der Verwaltung der genannten Kaffe einen Jrrthum erregte und die Ersteren so bestimmte, Bürgschaft für ihn zu übernehmen und den erforderlichen Bürgschaftsschein auf Treu und Glauben in blanco zu unterschreiben, sowie die letztere veranlaßte, ihm ein Darlehen in der bezeichneten 1 Höhe zu gewähren; 2. um dieselbe Zeit in rechtswidriger- Absicht und in der Absicht sich einen Vermögensvortheil zu verschaffen, einem mit der Unterschrift Anderer versehenen Papiere, nämlich einen Bürgschaftsschein d. d. 4. October 1893, hiernach einer solchen Privaturkunde, welche zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit ist, deren Anwendung zuwider durch Ausfüllung der CapttalS» angabe auf 600 Mark, statt auf 100 Mark einen urkundlichen Inhalt gegeben und von demselben zum Zwecke einer Täuschung Gebrauch gemacht habe; 3) am 4. October 1893 als Beamter, welcher zur Aufnahme öffentlicher Urkunden befugt ist, innerhalb seiner Zuständigkeit eine rechtlich erhebltcke Thatsache in der Absicht, sich einen Vermögens - Vortheil zu verschaffen, durch Mißbrauch eines gutgläubigen Dritten falsch beurkundet habe. — Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Johann Georg Möller von Gunzenau bekleidete seit Anfang Februar 1893 das Amt eines Großherzogl. Bürgermeister« der Gemeinde Gunzenau und wurde nach erfolgter Genehmigung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz am 20. März 1893 zugleich als Vorsteher des Großherzogl. Ortsgerichts daselbst eidlich verpflichtet und in den Dienst eines solchen eingewiesen. Seine Vermögensverhältniffe waren keine günstigen. Er besitzt zwar ein schönes Bauerngut im Schätzungswerthe von etwa 18000 Mark, es ruhen auf demselben aber allein an Hypothekschulden 8000 Mark. An baarem Gelbe schien es ihm fortwährend zu mangeln, denn er wurde einerseits in den letzten Jahren vielfach, zum Theil auf namhafte Beträge, im Mahnverfahren belangt und verklagt und hatte andrerseits in wiederholten Fällen größere Darlehen bei verschiedenen Kaffen der Umgegend ausgenommen. — Anfangs October 1893 ließ er den Paul ©trott zu Gunzenau zu sich bestellen und eröffnete ihm bei seinem Erscheinen eine Verfügung Großh. Kreisamts Lauterbach, wonach er berichten solle, was dieser für ein Mann sei. ©trott hatte sich nämlich wegen verschiedener zu seinem Nachtheil verübter Eigenthumsbeschädigungen bei der genannten Behörde beschwert. Auf die Bemerkung des ©trott, was er denn über ihn berichten könne, er sei doch kein schlechter Man«, erwiderte er, er werde ihm behülflich sein und da bringe er es auch heraus, wer der Thäter sei. ©trott ent» gegnete, wenn er ihm helfe, so werde er ihm auch einmal einen Gefallen thun. Diese Aeußerung hielt Möller fest, indem er ihm sofort den Vorschlag machte, er möge sich für ihn wegen eines DarlehnS von 100 Mk. verbürgen, das er in der Spar- und Leihkaffe Herbstein aufnehmen wolle, ©trott verhielt sich jedoch ablehnend, er verbürge sich nicht gerne und wolle ihm lieber die 100 Mark persönlich leihen. Möller erklärte aber, er wolle sie von ihm nicht geliehen haben, eS könne ja sein, daß er selbst Geld bekomme und da brauche er kein Geld zu leihen. Dabei wiederholte er seine Bitte um Leistung der bezeichneten Bürgschaft, indem er noch einige Male bemerkte, es seien ja nur 100 Mark, ©trott verharrte jedoch bei seiner Ablehnung und erklärte, er habe keine Zeit, er müsse gehen. Darauf holte Möller von seinem Tische ein Formular eines Bürgschaftsscheines und forderte ihn auf, wenn er keine Zeit habe, dann solle er hier seinen Namen hinschreiben, indem er mit dem Finger auf die betreffende Stelle wies. Zugleich nahm er einen anderen Bogen und schrieb auf denselben die Zahl 100. Dabei erklärte er, dies fei die Anlage zu dem Schein, den letzteren könne er nicht selbst fertig machen, die Sache werde übertragen und er (©trott) müsse dann noch einmal kommen. Nach einigem Zögern unterschrieb ©trott an der ihm bezeichneten Stelle den Bürgschaftsschein, indem er erwog, es sei räthlich, dem Bürgermeister bei den obwaltenden Umständen den Gefallen zu thun. Dabei überzeugte er sich davon, daß auf dem Formular sonst nichts Geschriebenes stand. Er unterschrieb in dem Willen und Glauben, sich dadurch lediglich für den Betrag von 100 Mk. zu verbürgen. Um dieselbe Zeit ließ Möller auch den Johannes Prächter zu Gunzenau auf sein Geschäftszimmer rufen und fragte ihn, ob er ihm die 116 Mk. jetzt bezahlen könne, die er ihm aus einem Pferdehandel tatsächlich noch verschuldete. Als dieser erwiderte, er könne e« eben nicht, fuhr er fort: „Nun, dann will ich Dir Etwas sagen; ich will mir in der Sparkasse Herbstein 100 Mk. leihen, da kannst Du Bürge für mich sein." Hiermit war Prächter einverstanden. (Fortsetzung in der nächsten Nummer.) * * Heizung mit GaLcokes betreffend. Die Gascokes sind wie an vielen anderen Orten so auch in hiesiger Stadt und Umgegend seit vielen Jahren ein immer beliebter wer dend es Heizmaterial und zwar nicht allein für Wohnungen, Küchen- und Geschäftsräume, Kirchen, Schulen, große Säle u. s. w., sondern auch für CentralheizungSanlagen und für Feuerungen für gewerbliche Zwecke. Die GaScokeS besitzen eine mindestens ebenso hohe Heizkraft wie die beste« Nußkohlen, sind äußerst reinlich im Gebrauch und fast gänzlich rauchfrei, aus welchen Gründen auch von hygienischer Seite die Gascokes als Heizmaterial besonder- für Wohn- und Versammlungsräume in erster Linie empfohlen werden. Gegenüber anderen nicht bei der Gaserzeugung gewonnener Cokes haben die Gascokes den angenehmen Vortheil besserer Regulirbarkeit der Wärmeentwickelung. Das hiesige Gaswerk giebt die Cokes in vier verschiedenen Größen ab — Skückcokes, Nußcokes I. (größer wie Anthracit), Nußcokes II. (in der Größe des Anthracit), Nußcokes III. (kleiner wie Anthracit) — wodurch ermöglicht wird, daß dieselben für alle sowohl die engsten wie die weitesten Schächte der tm Gebrauch befindlichen Füllöfen der verschiedensten Conftructionen gleich gut zu verwenden sind, indem für engere Schächte eine kleinere, für weitere Schächte eine größere Korngröße gewählt wird. Ueberhaupt können die Gascokes in allen gutziehenden Steinkohlenöfen mit Vortheil gebrannt werden. Die Gascokes des hiesigen Gaswerks werden größtentheils in hiesiger 'Stadt für Heizungszwecke abgesetzt und dürfte die jetzt erfolgte Herabsetzung der Preise Veranlassung geben, dieselben in noch weiteren Kreisen einzu bürgern. Versuche mit GaScokeSheizung dürften sich deshalb überall da, wo man dieselbe noch nicht kennt, empfehlen. (Preise siehe im heutigen Anzeiger.) Siebener OmaibuS Gesellschaft. Wir machen unsere Leser nochmals auf die seitens der Omnibusgesellschast vorgenommene und in unserem heutigen Jnscratentheil angezeigtc Fahrplanänderung aufmerksam. Die Fahrpläne sind bei Herrn Ernst Balser zu haben und werden auch an den Haltestellen angeheftet werden. Die Aenderung tritt am 1. October (Montag) in Kraft, an welchem Tage auch die Linie B. (Bahnhof, Bahnhofstraße, Markt, Schulstraße, Grünbergerstraße) und zurück auf Vollbetrieb eingerichtet wird. Es werden hiernach auf beiden Linien von früh 6 Uhr bis Abends 8/410 Uhr zu allen ankommenden und abgehenden Zügen je zwei Wagen, welche je 56 Touren zurücklegen werden, verkehren. — Der letzte Wagen der Linie B. geht nur bei Bedarf bis zum LudwigSplatz, im anderen Falle vom Markt direct nach dem Depot in der (Marburgerstraße). * * Ferusprechleiiung nach Queckboru. Das hiesige Wasserwerk wird mit dem Maschmenhaus der Quellwasserleitung in Queckborn telephonisch verbunden. An der Herstellung der Verbindung wird eben gearbeitet. Auch sind die Leitungstragstangen bereits aufgestellt. * * Herr Polizeirath Fresenius hat mit dem heutigen Tage nach Wiederherstellung seiner Gesundheit seine Dienstgeschäfte wieder übernommen. * * In die Anatomie gebracht wurde die Leiche eines anscheinend dem Schtfferftande angehörigen, bis jetzt noch unbekannten Mannes, welche am Sonntag Abend an der Straßenbrücke zu Mainz auö dem Rhein gefischt wurde. Auch die Leiche der Elsa Pfeil, die in voriger Woche mit ihrem Geliebten sich vergiftete, sollte hierher gebracht werden, doch wurde der bereits vorgeschrittenen Verwesung wegen davon abgesehen. ** Am 1. October tritt baß in der vorigen Reichs- tagssesfion beschlofiene Gesetz zum Schutz der Waareubezeich- auugeu in Kraft, eine der gegen den unlauteren Wettbewerb gerichteten Maßregeln. DaS neue Gesetz erstrebt eine durch die fortgeschrittenen praktischen Bedürfnifie nothwendig gewordene weitere Ausbildung des deutschen Markenrechts und soll an Stelle des geltenden Markenschutzgesetzes treten. Eine der wesentlichsten Neuerungen bestand darin, daß die Anmeldungen zum Schutz der Waarenbezeichnungen künftig bei dem Reichspatentamt erfolgen und centralifirt werden sollen, während sie bisher bei den Localgerichten stattsanden. Frankfurter Stadttheater. Wie numebr definitiv festgesetzt worden ist, wird die berühmte amerikanische Sängerin Frau Nordica im Frankfurter Opernhause zunächst die Elsa im „Lohengiin" singen und zwar am Mittwoch den 3. October Für den zweiten Abend (Freitag den 5. October) hat die Künstlerin die Violetta tu der Oper „Traviaia" gewählt. Platzbestellungen werden von heute an an der Easse des Opernhauses in Frankfurt a. M. entaeaegenommen.__ Gottesdienst in der Synagoge. Montag den 1. October und Dienstag den 2. October Rett» jahr-fest. 1. Tag: Vorabend 6 Uhr, Morgen« 7« Uhr, Nachmittags 4 Uhr. 2. Tag: Vorabend 6»o Uhr, Morgen« 7M Uhr, Nachmittag 4 Uhr, FestksauSgang 6". Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast- Montag den 1. October und Dienstag den 2. October Reujahrsfest. Vorabend 64s, Montag Vormittag 7, Nachmittag 4, Abend 6*s. Dienstag Vormittag7, Nachmittag 4, Festesausgang 6»». Aurzttg au» den Stan-esarnt»registerv der Stadt Gießen. Aufgedore. September: 26. Fran, Xaver Frei, Bahnarbeiter dahier, mit Elisabethe Johannette Christina Zimmermann von Wetzlar. 26. Jacob Friedrich Bruchhäuser, pract. Arzt zu Nierstein, mit Caroline Susanne Bertha Grzegarzewski zu Kirchbracht. 26. Reinhard Faure, Feldwebel zu Gießen, mit Eltlabeth Schenk zu Marburg a. d. L. 26. Heinrich Jericho Meier zu Nieder-Gemünden mit Helene Katharine Emilie Henkel dahier. «beschließ ungerr. September: 26. Josef Gentner, Bierbrauer dahier, mit Veronika Margarethe Nettermann dahier. ®ti>OTttUU September: 16. Dem Sattler Wilh. Gust. Werner eine Tochter, Kathinka Julie. 16. Dem Kaufmann Ludwig Loth ein Sohn. 18. Dem Bürgermeistereigehülfen Carl Biod ein Sohn, Carl Curt. 19. Dem Schneider Hermann Philipp Eise eine Tochter, Margarethe. 19. Dem Bremser Friedrich Wilh. Bachmann ein Sohn. 20. Dem Locomotiv- sührer Heinrich Amend ein Sohn, Carl. 21. Dem Gelbgießer JustuS Rinn eine Tochter, Käthchen. 21. Dem Gastwirth Carl Eugen Bez eine Tochter. 22. Dem Kutscher Heinrich Völpel eine Tochter, Margarethe. 24. Dem Schlosser Theodor Mandler eine Tochter. 24. Dem Vicefeldwebel Johannes Wahl eine Tochter, Hermine Charlotte Elisabeth. 25. Dem Postlecretär Gustav Haubach eine Tochter. 27. Dem Schreiner Karl Dickhardt ein Sohn. Gestorbene. September: 22. Elisabeth Habenicht, 24 Jahre alt, Tochter von Fabrikant Friedrich Habenicht dahier. 24. Otto Jung, l‘/i Zehre alt, Sohn von Obsthändler Georg Jung ,u Großen-Linden' 26. Margarethe Elisabethe Gllbert, 2 Monate alt, Tochter von Tag- löhner Johannes Gilbert dahier. 26. Georg Knötz, 82 Jahre alt, Stationsvorsteher i. P. dahier. 27. Caroline Julie A^ertine Elisabeth Schwall, 4 Jahre alt, Tochter von Fabrikant Emil Schmoll dahier. Auszug au# Sen Kirchenbüchern der Stadt Gießen. «»angelische Semeiude. betraute* Markusgemeinde. Den 26. September. Josef Gentner, Bierbrauer zu Gießen, und Veronika Margarethe Nettermann, Tochter deS Maurus Gabriel Nettermann zu Kirchhain. Getaufte. MaithäuSgemeinde. Den 23. September. Albert Wilhelm Heinrich, ein unehelicher Sohn, geboren den 3. Juni. Markusgemeinde. Den 23. September. Dem Fuhrmann August Siebert ein Sohn, August Heinrich, geboren den 8. August. Denselben. Dem Schneidermeister Konrad Oehler eine Tochter, Emmy Marie Minna Hedwig, geboren den 25. August. Lukasgemeinde. Den 23. September. Dem Brauer Peter Hau« ein Sohn, Heinrich Adolf, geboren den 2. September. Denselben. Dem Kaufmann Karl Stiasny eine Tochter, Margarethe Luise, geboren den 25. August. Denselben. Dem Schlosser Ludwig Sert eine Tochter, Wilhelm Mine Sophie Marie, geboren den 14. Juli. Denselben. Dem Architect Johanne« Boguslav Sickert ein Sohn, Ludwig, geboren den 1. August. JohanneSgemeinde. Den 23. September. Dem Fuhrmann Christoph Wagner eine Tochter, Marte Olga Hedwig, geboren den 11. August. OttcNflU« MattbäuSgemeinde. Den 24. September. Elisabeth Habenicht, Tochter de« Lampen- sabrik.nien Friedrich Habenicht, 24 Jahre alt, gestorben den 22. September. JohanneSgemeinde. Den 28. September. Georg Knöß, StationS-Borfieher t. alt 82 Jahre, starv den 26. September. M Seidenstoffe s direkt aus der Fabrik von VOH Elten & Keussen, Crefeld, in jedem Maaß au beziehen. Schwarze, farbige u. weiße Seidenstoffe, Plüsche und Velvet». Man verlange Muster mit Angabe de» Gewünschtem. Ihren reichhaltigen hält bestens empfohlen die 1 üickttW Knchhaudllm-, Südanlage 5. 748s Dienstag Abend bei Felfing, Neuenweg. Bekanntmachung. itmmer zu ver» Bekanntmachung inbergerstr. 41. 7997 J Schön möblirtes Zimmer im 8 000 // 800 n Gnauth. 8012 ntwerpe 8006 sich von feilte an Gnauth. 8039] 00 8 000 1 200 z— Technikum Strelitz - fMaschinen u.-Electrotechn., Baugewerk und Architektur. , Eintritt J^don Tag-. / Abgekürztes Studium. Sttasnif j 33, III. I. Bechtold, Schneidermeister. Büreau — Zimmer Nr. 15 — zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protocoll der unterzeichneten Behörde Einspruch erhoben werden. Gießen, 29. Septbr. 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Dienstag den 2. October, Nachmittags 2 Uhr. im Adler zu Gietzen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Pferd, 2 Wagen, 1 Hobelbank, 1 EiSschrank, Wtrthsttsche und Stühle, 3 Betten, 1 Ripsgarnitur, 6 Sopha«, 2 Commoden, 1 Silberschrank und sonstige Mobilien, 1 Büffel.Geweih, 1 Pracht-Atlas, dio. Oel- und sonstige Bilder, 3 Kanarienvögel u. s. w. Erfindungsschutz! im Jn'U.Auöl. besorgt u. verwerth. Louis Dill, b“*.« zeii 67. Franäfnrt a. BL zeii 67. j. IV. 1477/94. lieber den Aufenthalt de« Buchhalters Wilhelm Hennig aus Wittenberg wird Auskunft begehrt. Frankfurt a. M-, 27. Sept. 1894. K. Staatsanwaltschaft. L 1000 Mk. Lit. N. Nr. 799, 82, 134, 181, 116, 474, 639, 176, 464, 747, 513, 788, 751, 476, 520 und 514 L 500 Mk. Lit. 0. Nr. 221, 183, 121, 189, 289 und 239 ä 200 Mk. Lit. P. Nr. 43, 354, 368, 302, 128, 199, 265 und 394 L 100 Mk. zusammen 30 000 Mk. Wir bringen dies mit dem Anfügen zur Kenntniß der Besitzer der vorbemerkten Schuldverschreibungen, daß die Einlösung derselben bei der Stadtkaffe Gießen, bei dem Bankhause Aron Heichelheim in Gießen und bei der Mitteldeutschen Creditbank in Fankfurt a. M. ,-erfolgt und die Verzinsung mit 1. Januar 1895 aufhört. Zugleich bringen wir zur Kenntniß der betreffenden Besitzer, daß sich Don der vorjährigen Verloosung noch folgende Obligationen im Rückstände befindkn, nämlich: , Lit. M. Nr. 9 über 1000 Mk., Lit. N. Nr. 8 über 500 Mk. und Lit. P. Nr. 272 über 100 Mk. Gießen, den 29. September 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Kinder-Konfection Für Knaben: Ueberzieher, Anzüge in Tricot, Cheviot, Buckskin. Für Mädchen bis zu 10Jahren: Regenmäntel, Mäntelchen und Kleidchen empfiehlt in großer Aus- wähl zu billigen Preisen A. Aangmann Wwe. 8022 Bahnhofstraße 29. 8U2U] Schönes, großes, möbl. Zimmer vermieihen. Grünbergerstraße 42. Meinen Mitmenschen, welche «n MWWcheschwerden.VerdauunsS- schwäche, LMMMWWtl rc. leiben, theile ich herttich fleri «SwtWlSlUB* mit, wie sehr ich selbst Wwen gellten und wie ich hiervon befreit wurde. Pastor a. D. Sypk« in Schreiber hau, Riesengebirge). (1832 Lvfatzrvahl zur Gemeindevertretung der Lukasgemeinde. Die nothwendig gewordene Wahl von fünf Ersatzmännern an Stelle der im Laufe der letzten Zeit weggefallenen Gemeindevertreter soll am Donnerstag, den 4. Oetober, Abends von 6—8 Uhr im Confirmandensaale der Johanneskirche vorgenommen werden. 8036 Wir laden hierzu die stimmberechtigten Mitglieder unsrer Gemeinde ein und weisen bezüglich der Erforderniffe dec Wählbarkeit und Wahlfähig, feit auf die 13 und 18 der Kirchenverfaffung hin. Gießen, 29. September 1894. Der Kirchenvorftand der lukasgemeinde: Dingeldey. ZllrgkWigkllKkchillllg! Die Anfertigung von [7426 „Kupfer-Schablonen", Monogramms etc zur Mchestickerri wird promptest ausgeführt von I. H- Fuhr. Sonnenstr. 25, Tapisserie, nnd Spielwaaren Handlumg. Bei der in der gestrigen-Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Vorgenommenen planmäßigen Verloosung der in diesem Jahre zur Abtragung kommenden städtischen 3r/8 «/-igen Obligationen auf Inhaber des 1893er Anlehens sind folgende Stücke gezogen worden, nämlich : Lit. L. Nr. 61, 78, 169, 215, 241 und 294 ä 2000 Mk. 12 000 Mk. Lit. M. Nr. 322, 297, 226, 393, 218, 194, 169 und 89 iedStorlinX "Koche Stern Linie König. Belg. Postdampfer von »X H sowie fämmtliche OUtUt* Neuheiten in | Damen- und Kiuderhüten, garnirt u. ungarnirt, Sammeten und Seidenstoffen, Bändern, Federn, Agraffen sind eingetroffen. A. Aangmann Wwe. 8023 Bahnhofstraße 29. AllMku- nnd Kinderhiite in neuesten Fatous werden rasch und billigst faQonnirt. A Aangmann Wwe. 8024 BahnbMraße 29. Jur Saison! Empfehle garnirte u. uugarnirte Damen- nnd Kinderhüte sowie das Neueste in Sammeten, Federn und Bändern. 8019 K. Weidig, Settersweg 59. Aie Urliste für die Schöffen und 2. Stock zu vermieihen. Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar vom 1. bis S. October 1894 auf dem Bürgermeisterei« zu vermieihen. _____________________ wgw, I ÖU31J Schön möbl^ Zimmer sofort zu Gerichtsvollzieher. ' vermieihen. Bahnhofstc. 23 II. schnelle Fahrten, gute Verpflegung, billigste Preise etuStmift erthelleyr von der Beoke & Marsily, Antwerpen F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. Job. Fr. Schaaf, Giessen, Diezstr. 18. H. KlippBtein in Langsdorf.(206 Licherstraße 3, unweit der neuen Kaserne. 7996J Möblirtes Zimmer zu ver- mieihen._____________MäuSburg 12. 8032) Anständiger Arbeiter kann billig schönes LogiS erb Neuenweg 6, pari. 8W9) Ein geräum Keller, gcetgn für Oeconomen, zu oerm. Gr. Mühlgasse 21. vermischte Anzeigen. Meues Wealer Kleins Saalbau. (Direction: Adam Reiners.) Heute Sonntag den 80. Sept. 1894 Eriifflllmgs-AuMrmlg. Wermietyungen. 80171 LogiS ,u vermiethe«. »rotze Mühlgast« 4. 80281 Zwei Zimmer und Küche zu oermieiberr Ederstraße 8. Pferde werden stets augekauft. [7518 Kessler» Pferdemetzger. "Die Gießener Ömnibus-Ge fellfchaft E. G. m. b. H. verpachtet die Mittelfenster ihrer 4 bezw. 5 Omnibuswagen zu Reclamezwecken. Angebote sind an den Vorstand zu richten. Nähere Auskunft ertheilt Fabrikant E Hanau.____________7956 ’ 7952] Kartoffetteller ja mieihe« gesucht. Wühler «rund. Nach Amerika mit den vorzüglichen Schnelldampfern des Norddeutschen Floyd in Bremen ißoe befördert Passagiere der conceff. Agent Carl Loos in Gietzen. Familie Knickmeyer Posse mit Gesang in 4 Acten von Leon Treptow- 8040 J! Q jp 8005 _ Montag Abend r AllendSrfer. Meine Wohnung befindet 7995] Junger, tüchtiger «aufmann Mächte über Feierabend einem klein. A. Mo6» 1 ®»fteifl