Nr. 201 Mittwoch den 29. August 1894 Der £iefte«er Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS Montags. Die Gießener A-amtlienötälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. vierteljähriger Avounements-rel»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: SchnlUrahe Kr.1. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt fut? den Aveis <8ie^en. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr. Amtliche* Theil. Bekanntmachung. Der landwirthschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird Montag, den 17. September 1894 auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreisver- theilung, veranstalten, für welche die nachstehenden Bestimmungen getroffen sind: I. Bezüglich der von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein zur Ausführung der Viehpreiövertheilung zur Verfügung gestellten 550 Mk.: 1. An der Ausstellung können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, betheiligen. 2. Sämmttiche aufzustellende Thiere sind bis Morgens 9 Uhr auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen aufzutreiben und von den Besitzern auf den ihnen von der Commission angewiesenen Ständen aufzustellen. Nur preiswürdige Thiere werden prämiirt und zwar: a. Bullen im Alter von 1—2V2 Jahren, b. Rinder, welche sichtbar trächtig und c. Kühe, die sichtbar trächttg sind oder frisch gekalbt haben. 3. Diese Thiere müffen selbstgezüchtet oder zum Zweck der Zucht mindestens 2 Monate vor der Preisverthellung erworben sein und 4. folgenden Raffen angehören: a. der reinen Vogelsberger Raffe; Mutterthiere, welche eine weiße Färbung am Euter zeigen, werden erst in zweiter Linie prämiirt, b. der Simmenthaler Raffe und zwar dürfen aa. Bullennurder reinenSimmenthalerRaffe angehören, bb. dagegen können Mutterthiere auch dann prämiirt werden, wenn solche wenigstens ausgesprochen des Simmenthaler Typus sind. 6. Unter solchen gleichen Verhältnissen erhaltenselbstgezüchtete Thiere bei der Prämiirung den Vorzug. Feuilleton. Die Wette im Hochgebirge. Von Adolph Thiele. (2. Fortsetzung.) „Es ist unmöglich!" rief jetzt Sendel. „I will bet you, Sir! Wetten Sie?" „Gut! ES gilt!" gab der Maler zurück. „Und waS wollen Sie wetten?" „Ich muß mich erst besinnen," sagte Landwann lächelnd, „was ich am meisten brauchen kann. Und Madeira, wenn Sie wollen." „Done! Ein Dutzend Flaschen?" „Gut! Angenommen!" „Ich wette also, daß an jenem Punkte kein HauS steht, welches man vom Wege aus bemerken kann." „Und ich wette, daß an jenem Punkte ein HauS steht, welches jeder vom Wege aus bemerken muß, und daß Sie morgen in demselben Hause mit einem Glase Madeira und einem cake bewirthet werden." Sendel schüttelte lachend den Kopf. „Also morgen früh gehen wir zusammen hinauf?" fragte er. „Allerdings," erwiderte der Maler, ebenfalls lachend. „Ich bitte Sie aber, der Ueberraschung halber, Niemand etwas von der Wette mitzutheilen." Die kleine Gesellschaft war durch die scherzhafte Verschiedenheit der Meinungen in die heiterste Stimmung versetzt und zumal der alte Herr konnte sein Vergnügen über this delightful and whimsical bet“ nicht verbergen. Fröhlich saßen sie noch bis neun Uhr zusammen, um dann, der Sitte der im Hochgebirge Reisenden gemäß, die Ruhe zu suchen. Als sich Landmann von Marh verabschiedete, blickten sich beide noch einmal tief ins Auge und jeder von ihnen ahnte, daß der andere wohl nicht sogleich etnschlasen würde vor mancherlei Gedanken, waS denn auch wirklich geschah. atisöeikage: chießener Jarnitienötätti 6. Hinsichtlich der Bullen Simmenthaler Rasse ist urkund- lich nachzuweisen, daß solche entweder direct aus dem Simmenthal eingeführt worden sind oder daß dieselben aus einer Reinzucht stammen. 7. An Preisen werden aus Vereinsmitteln gewährt: 1. für den schönsten Bullen, Simmenth. Rasse 45 2. „ „ Vogelsberger „ 45 „ 3. ein Preis ä 40 " 4. „ „ ä 30 „ 5. zwei Preise ä 25 JL 50 „ 6. .. „ ä 20 „ 40 // zusammen 8 Preise — 250 Jü 8. Für Rinder und Kühe: 1. zwei Preise ä 35 JL. 70 ** 2. „ .. ä 30 60 „ 3. „ „ a 25 „ 50 „ 4. „ „ ä 20 „ 40 ,/ 5. „ n \ !5 „ 30 .. 6. fünf , ä 10 „ 50 „ Zusammen 15 Preise — 300 II. Bezüglich der von der Stadt Hungen zur Ausfüh- rung der Viehpreisvertheilung zur Disposition gestellten 200 M. gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch sollen aus diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen wohnende Züchter bei Vorführung von preiswürdigem Vieh mit Prämie bedacht werden. III. Es bleibt dem Ermessen der PrämiirungS-Commission überlassen, die bestimmten Preise innerhalb des Gesammt- betrages je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder Gattung auch zu übertragen. Gießen, den 9. August 1894. Der Vorstand des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Carl Jost, Rechtsanwalt. Deutsches Reich. Berlin, 27. August. Eine bemerkenswerthe Versammlung sand am vergangenen Sonntag in E s s e n statt, der Delegirten- tag zur Organisation der christlichen Bergleute des Oberbergamtsbezirks Dortmund. Anwesend waren 424 Delegirte, welche 184 Vereine vertraten, sowie eine Anzahl Ehrengäste. Einstimmig wurde von den Delegirten die Gründung einer gewerkschaftlichen Organisation der christ- lichen Bergarbeiter des niederrhetnisch - westfälischen Kohlen- Am nächsten Morgen erhob sich unsere kleine Gesellschaft zu früher Stunde. Man begrüßte sich heiter und nahm dann zusammen den Kaffee. „Es ist leider sehr nebelig," sagte Sendel. „O, in spätestens zwei Stunden hellt es sich auf," ent- gegnete der Maler. Bald traten die drei Reisenden, begleitet von dem Führer, den Sendel gestern von Fend mitgebracht, ihren Weg an. Der alte Herr kam natürlich auf die Wette zu sprechen und fragte Landmann, ob ihm nicht bange sei, dieser aber ver- sicherte lachend, daß er gewinnen werde. Zwei Stunden lang schritten sie im Nebel, der daS ganze Thal erfüllte, zum Joch empor und gelangten an jenen Punkt, wo man bei klarer Luft einen Ausblick auf die Gletscher hatte. Plötzlich tauchte, zur großen Ueberraschung SendelS und seiner Tochter, vor den Weiterschreitenden eine Erhöhung auf. Deutlicher hoben sich die Umrisse aus dem Nebel und nahmen die Gestalt eines winzigen Häuschens an. Die Ge- sellschaft schritt auf letzteres zu und das Erstaunen der Ueber- raschten erreichte seinen Höhepunkt, als Sandmann einen Schlüssel hervorzog, die Thür öffnete und mit den Worten: „Ich bitte mich für eine Minute zu entschuldigen," eintrat. Unterdessen betrachteten Vater und Tochter das seltsame HauS. Es war ganz von Holz gezimmert, braun angesttichen, ungefähr fünf Schritte lang, drei Schritte breit und etwas über Manneshöhe hoch. Ueber dem flachen Dache erhob sich ein kleiner Schorn- stein. Der Fußboden war theilweise durch Steine gestützt, so daß das Häuschen ganz wagrecht lag. Der Thür gegen- über war ein einziges Fenster, dessen Laden eben der Maler öffnete, um sogleich wieder zu verschwinden. Ein leichter Rauch kräuselte sich aus dem Schornstein und gleich darauf erschien Landmann in der Thür und lud Herrn Sendel und Mary ein, daS Häuschen zu betreten. Er bat letztere, auf einem Feldstuhle Platz zu nehmen, während er ihrem Vater eine Kiste als Sitz anwies, auf die er eine wollene Decke gelegt hatte. Dann nahm er aus einem Wandschränkchen eine Flasche Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« *• Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. reviereS beschlossen. Nach § 1 der Satzungen bat jedes Mitglied einen Revers gegen die Socialdemokratie zu unter- zeichnen, religiöse und politische Parteipolemiken sind gänzlich ausgeschlossen. Der Vorstand besteht je zur Hälfte aus evangelischen und katholischen Bergleuten. Der Verein bezweckt die Herbeisührung eines gerechten Lohnes der Bergleute, welche dem Werthe der geleisteten Arbeit und der durch tue Arbeit bedingten Lebenshaltung entspricht. Hoffentlich werden es die Leiter der neuen Organisation verstehen, alle confes- fionellen und politischen Streitfragen der Vereinigung fern* zuhalten, soll letztere ihre wahre Ausgabe Vollersüllen. 1 ~ Arrsland. — Zu der jüngsten Erkrankung des Czar en wird aus Petersburg gemeldet, Professor Sacharjin habe bei dem Czaren neben den Nachwirkungen seiner letzten Lungenentzündung auch die Wiederkehr eines alten Leberleidens feftge- stellt. Wenn dies wahr ist, dann würde es um den Gesundheitszustand des russischen Herrschers doch einigermaßen be- denklicher auöschauen, als dies die bisherigen officiösen Berichte aus Petersburg über das Befinden deS Kaisers Alexander immer zugeben wollten. Private Petersburger Meldungen lauten denn auch in dieser Beziehung etwas anders. Z. B. besagte eine derselben, daß das leidende Aussehen des Czaren, als er dem Stapellauf des Dampfers „Senjawin" beiwohnte, allgemein ausgefallen sei. — Die Thronrede, mit welcher am letzten Samstag das englische Parlament geschlossen wurde, berührt mit keinem Worte die Oberhausfrage, was den Iren und den englischen Radicalen offenbar nicht in den Kram paßt. Man hat darum von dieser Seite sofort nach Schluß der Parlamenrssession eine große öffentliche Kundgebung zu dem augenscheinlichen Zwecke veranstaltet, die Angelegenheit des Oberhauses auch während der parlamentarischen Ferien in der Schwebe zu erhalten. Am Sonntag Nachmittag fand im Hhdepark zu London eine gewaltige Demonstration gegen das Oberhaus statt, die Zahl der anwesenden Personen wurde auf etwa 100 000 geschätzt. Unter den Rednern befanden sich mehrere radicale Parlamentsmitglieder. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, welche dem Bedauern Ausdruck verleiht, daß die Regierung keine endgiltige Versicherung hinsichtlich eines Vorgehens gegen daS Oberhaus abgegeben habe. Die Resolution fordert dann die Regierung auf, unverzüglich die Abschaffung des Oberhauses ins Werk zu^setzen. Sämmt- mit Madeira und einen Blechkasten mit frischen BiSquits. Er füllte die Trinkbecher seiner Gäste und präsentirte sie ihnen auf dem Deckel der BiSquttbüchse. Er selbst trank aus einem kleinen silbernen Becher. „Ich habe die Ehre," begann er dann, „Sie hier in meinem Sommerpalais zu begrüßen, das ich seit einigen Jahren bewohne. Im Winter lasse ich es irgendwo im Ge- birge aufbewahren, im Sommer jedoch stelle ich es an den Punkten auf, an denen ich meiner Kunst wegen längere Zeit zu verweilen gedenke. Hier habe ich es gestern Vormittag mit Hilfe zweier Männer aus Ober-Gurgl aufgebaut. Sie waren schon vorüber, sonst Hätten Sie mich bei der Arbeit bemerken müssen. Sie werden mir zugeben, daß dieses Haus nicht nur den Vortheil hat, sich an jedem beliebigen Punkte aufbauen zu lassen, den ich sonst nur durch stundenlange Wanderungen erreichen könnte, sondern daß ich hier auch angenehmer und bequemer wohne als in den lärmerfüllten und nicht immer reinlichen Alpenhütten. Außerdem wird ein großer Theil der letzteren sehr spät im Jahre geöffnet und bald wieder geschlossen." „Es ist dies ein Vorzug," unterbrach ihn Sendel, „den wir als Bremer und halbe Engländer bei unserer Vorliebe für das Wohnen in einzelnen Häusern sehr wohl einsehen." „Mit dem nöthigen Wasser," fuhr Landmann fort, „ver- sorgen mich die Gebirgsbäche. Ich pflege einen Mann aus dem nächsten Dorfe dahin zu verpflichten, daß er mir daS Wasser in jenem wohlverschlossenen Blechgefäße holt, daß er mich mit Brennholz und frischer Wäsche versieht und daß er mir die mit der Post ankommenden Conserven, frisches Brod und andere Nahrungsmittel täglich heraufbringt. Hier- über habe ich noch nie zu klagen gehabt. Wie Sie sehen, steht dort ein einfacher, aber vorzüglicher Kochapparat. Mein Bett ist während des Tages an der Wand befestigt und wird Nachts herabgelassen." (Schluß folgt.) ltche Wähler des vereinigten Königreiches sollen aufgefordert werden, nur solche parlamentarische Candidaten zu unterstützen, welche für die Abschaffung des Oberhauses eintreten. — Nun, so rasch wird die Sache mit der Beseitigung der Pairskammer wohl nicht gehen, als dies die Heißsporne im Lager der irischen Nationalisten und englischen Radicalen träumen, immerhin wird jedoch das Haus der Lords gut thun, bei Zeiten sich auf den neuen Feldzug, der ihm droht, vorzubereiten. Neueste Nuch^chten. Wolff« telegraphifche« Corresponden--Bureau- Berlin, 27. August. Die große Berliner Kunstausstellung wird nach einem am Samstag gefaßten Commissionsbeschluß bis zum 15. September verlängert. Berlin, 27. August. Die 35. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure wurde heute hier eröffnet. Der Vorsitzende, Maschtnensabrtkant Lwowskt-Halle, gab einen Abriß der VereinSthätigkeit und begrüßte die Ehrengäste, worunter Minister Thielen, General v. d. Goltz, der Präsident des ReichSverstcherungSamtS, Oberbürgermeister Zelle, der Rector der technischen Hochschule. Minister Thielen und Oberbürgermeister Zelle bewillkommneten die Versammlung Namens der Staatsregierung und der Stadt. Pro- feffor BuSley-Ktel besprach die neuesten Bestrebungen und Erfolge des deutschen Schiffbaues, dem ein glänzendes Zeug- ntß auszustellen sei. Professor Ernst-Stuttgart erörterte die Frage der Maschinenbaulaboratorien, die an den technischen Hochschulen errichtet werden sollen, um den Studirenden zu practischen Versuchen zu dienen und technische Aufgaben aus der Praxis zu lösen. Berlin, 27. August. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge that der deutsche Gesandte in Peking auf die Weisung deS Auswärtigen Amtes sofort beim Empfang der Nachricht von der Gefangennahme zweier katholischer Missionäre in Süd-Schantung durch Briganten Schritte zum Schutze der Missionäre. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, sind die Missionäre bereits in den ersten Tagen des August gegen 4000 Mk. Lösegeld in Freiheit gesetzt worden. Berlin, 27. August. Der „Börsenzeitung" wird aus Ntschnt-Nowgorod telegraphirt: Trotz deö amtlichen Dementis stellt sich zufolge einer Bekanntmachung des Gouverneurs von Nifchnt, Baranow, heraus, daß die Cholera in der Stadt grafsirt. Bisher wären 68 Cholerafälle constattrt. Essen a. d. R., 27. August. In der Strafkammersitzung kam es heute zu einer aufregenden Scene, indem ein Angeklagter bei Verkündigung des Urtheils plötzlich einen Revolver zog und auf den Vorsitzenden schoß. Glücklicherweise ging der Schuß fehl. Hierauf gab der Angeklagte, der zu 14 Tagen Haft verurtheilt worden war, auf sich selbst einen Schuß ab, verletzte sich aber nur leicht. TemeSvar, 27. August. Bet dem Marsche der hiesigen Truppen zu dem Manöver wurden nach 20 Kilometern eine Anzahl Soldaten vom Sonnenstich befallen. Drei sind tobt, sieben bewußtlos. Bern, 27. August. Die Königin von Italien ist mit einem Gefolge von 15 Personen in Zermatt angekommen- die Gesellschaft kam über den Monteroso. Beim Gletscher wurde Baron Pecco, einer der Begleiter der Königin, vom Herzschlag getroffen- er fiel tobt zu Boden. Der Leichnam wurde nach Zermatt gebracht. Paris, 27. August. In einer in Stenay-sur-Meuse vor seinen Wählern gehaltenen Rede betonte der Ftnanz- minister Poincarv die Nothwendtgkeit, jede unbesonnene Finanzreform zu vermeiden. Der Minister theilte mit, die Regierung werde der Kammer Steuergesetzentwürfe vorlegen, durch die das Capital und das Einkommen unmittelbar getroffen, die Erbschaftssteuer verbessert und die kleinen Steuerzahler entlastet werden sollten. WB. Washington, 28. August. Cleve land kündigte den Entschluß, das Steuerproject nicht zu unterzeichnen, noch auch ein Veto etnzulegen, an. Der Entwurf wurde nach Mitternacht gesetzt. Cleveland fügte hinzu, das Vorgehen SugartrustS werde nicht vergessen und verziehen werden, er, Cleveland, begünstige die Zollfreiheit von Rohstoffen und erneuere die Anstrengungen zur Herbeiführung von Zollreformen. Depeschen de« Bureau .Herold*. Berlin, 27. August. DaS „Berl. Tagebl." giebt in seiner heutigen Nummer, wie es sagt auf Grund authentischer Information, ein Bild von dem gegenwärtigen Stande der anarchistischen Bewegung in Berlin. Danach stehe fest, daß die Berliner Anarchisten keine Beziehungen zu den ausländischen haben und daß bei den verhafteten Anarchisten Schäwe und Dräger keine Bomben, sondern gewöhnliche Granatenhülsen ohne Ladung gefunden wurden. Ferner hätten überhaupt keine Massenverhaftungen von Anarchisten stattgefunden, nur Schäwe und Dräger seien wegen thärlicher Angriffe auf die Polizei verhaftet worden. So ungefährlich aber auch der gegenwärtige Stand der anarchistischen Bewegung in Berlin erscheine, so könne doch täglich ein Umschlag eintreten, trotz aller Wachsamkeit der Polizei. Berlin, 27. August. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Rom, CriSpi sei am SamStag, als er sich anschickte, sein HauS zu verlassen, in seiner Kurzsichtigkeit über einen kleinen Tisch gestolpert und habe sich im Falle am Kopfe leicht verletzt. Berlin, 27. August. Eine aus gestern von den Anarchisten nach Rtxdorf einberufene Volksversammlung wurde polizeilich ausgelöst, als der Vorsitzende der Versammlung, ein antisemitischer Anarchist, bet der Besprechung des ThemaS: „Der Boykott als l berechtigtes Kampfmittel gegen Juden und Unternehmer" • die extremsten Anschauungen über die Juden aussprach. Nächsten Sonntag soll die Versammlung ihre 'Fortsetzung erhalten. Berlin, 27. August. Reichskanzler Graf Caprivi ist heute nach Karlsbad abgereist und wird in der ersten Woche des October nach Berlin zurückkehren. Berlin, 27. August. Der „RetchSanzetger" dementirt die Blättermeldung, wonach bei den diesjährigen Kaiser- manövern von der Cavallerie neue Schnellfeuergeschütze versuchsweise gebraucht werden sollten. Berlin, 27. August. Morgen Vormittag findet durch den Kaiser die Besichtigung der fünften Division aus dem Tempelhofer Felde statt. Köln, 27. August. Die heute früh abgehaltene erste geschlossene Sitzung des Katholikentages wurde von Herrn Justizrath CustodtS eröffnet, der in seinen Begrüßungsworten darauf hinwtes, daß der Katholikentag Zimmer mehr den Character einer Heerschau annehme, bei der festgestellt werde, wie der Kampf gegen die Gegner geführt werden müsse. Vor Allem müsse man suchen, die sociale Roth zu lindern. Die brennendste aller Fragen sei die sociale. Schrankenloser Egoismus habe weite Kreise Gott entfremdet und den revolutionären SocialiSmus, den Anarchismus, erzeugt. Hier müßten die Hebel angesetzt werden. Den Arbeitern solle ein menschenwürdiges Dasein geschaffen werden, damit sie sich wieder des Lebens freuen könnten. Die erste öffentliche Versammlung findet heute Nachmittag statt. — Im weiteren Verlauf der geschlossenen Versammlung des Katholikentages wurde Orterer zum ersten, Graf von der Schulenburg zum zweiten und Letocha zum dritten Präsidenten gewählt. Orterer betonte in seiner Ansprache die Einigkeit des CentrumS und das treue Verharren Bayerns bei demselben. Auch die Führer seien unter einander einig. Windhorst widmete Orterer längere Ausführungen und erklärte schließlich: „Vereint müssen mir Epigonen unseren ruhmreichsten Führer zu ersetzen suchen. AlS Ort für den nächsten Katholikentag empfahl Orterer München. August Reichensperger, der als Ehrenpräsident sprach, forderte zur Toleranz gegen die Gegner auf. Bis heute waren schon 3000 Mitgliedskarten ausgegeben. Zum Vorsitzenden deS Ausschusses für die^Papstsrage wurde Graf Ballestrem, zu demjenigen für die Schulfrage Porsch gewählt. Von hervorragenden Anwesenden erwähnen wir noch Graf Konrad Preysing und v. Schorlemer-Alst. Posen, 28. August. Neuerdings wurde bet drei erkrankten Personen in U s ch Cholera asiatica nachgewiesen. Memel, 27. August. In dem russischen Orte Crottingen hat ein ungeheurer Krawall stattgefunden, weil der Gutsbesitzer Graf Tyßktewicz einer Anzahl Bauern zusammen 30 Stück Vieh hatte pfänden lassen. In der Nacht erschienen 100 mit Gewehren und Sensen bewaffnete Bauern vor dem Schlöffe des Grafen und stürmten dasselbe. Eine förmliche Schlacht, in der es mehrere Schwerverwundete gab, fand zwischen den gräflichen Beamten und den Bauern statt. Rom, 27. August. Wie gerüchtweise verlautet, soll Cr i sp i eine vertraute Persönlichkeit beauftragt haben, beim Papst dahin zu wirken, daß er der Vermählung deS italienischen Kronprinzen mit einer österreichischen Erzherzogin seine Zustimmung gebe. CriSpi wolle dem Papste weitgehendste Concessionen machen. Amsterdam, 27. August. Die auö Batavia hier eingetroffene Nachricht, daß die holländische Expedition nach Lombok verräterischer Weise von Eingeborenen überfallen und in die Flucht geschlagen wurde, ruft in allen Kreisen große Erregung hervor. Einzelheiten über das Vorkommntß werden mit Spannung erwartet. London, 27. August. Wie die „Times" aus Lima melden, sind 600 stark bewaffnete Aufständische im Begriff, nach dem nördlichen Peru gegen die Regterungstruppen vorzurücken. ES steht eine entscheidende Schlacht nahe bevor. London, 27. August. Der „Times" wird aus Tientsin vom 23. August mttgetheilt, General Yeh habe sich mit 4000 Mann mit der Hauptmacht bei Ping-Aaug vereinigt. Der Rest des chinesischen Heeres unter General Nteh treffe am nächsten Tage ein. Shanghai, 27. August. Ein katserlich'er Erlaß erklärt die chinesischen Beamten für verantwortlich für die Mißhandlung und Ermordung von Missionaren und befiehlt die Enthauptung der Schuldigen und Bezahlung von Entschädigungssummen an die Hinterbliebenen der Opfer. Steßen, den 28. August 1894. ♦* Sitzung Grotzherzoglicher Handelskammer Sieben vom 24. August 1894. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Heichelheim, Homberger, Katz und Kraatz. Die Kammer beschloß, die auf Veranlassung des Kaiser!. Patentamts im diesseitigen Interessengebiete veranstaltete Sammlung von Waarenbezetchnungen zwecks Prüfung derselben und Ausscheidung der nach dem neuen Gesetz als Freizeichen zu behandelnden Marken durch die genannte ReichSbehörde für vorläufig geschlossen zu erklären und dem Kaiser!. Patentamt daS Resultat der Sammlung zu übermitteln. Nachträgliche Anmeldungen werden diesseits selbstverständlich noch berücksichtigt. — Eine Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Erweiterung der ZwangS- Versicherung aus das Handels- und Kleingewerbe, betr., sowie ein Rundschreiben der Handelskammer Stuttgart, denselben Gegenstand betr., wurden einer Berathung unterzogen und wird die Kammer in ihrer nächsten Sitzung zu den aufgeworfenen Fragen definitiv Stellung nehmen. — Von einer auswärtigen Handelskammer ist wiederum die Herabsetzung der Telephongcbühren, für welche wir bereits mehrfach bet den maßgebenden Behörden, namentlich bet der Reichspostverwaltung energisch eingetreten sind, angeregt worden. Wir nehmen auch jetzt | wieder Gelegenheit, diesen Standpunkt zu vertreten, in der festen Ueberzeugung, daß der durch die Herabsetzung der Gebühren befürchtete Einnahmeausfall reichlich durch die itr Folge der Verbilligung herbetgeführte Vermehrung der Anschlüsse ausgeglichen würde. — Es gingen der Kammer von maßgebender Seite Mitthetlungen über zweifelhafte Firmen im Auslande, namentlich in Großbritanien und den Niederlanden zu. Etwaigen Interessenten liegen dieselben auf unserem Bureau zur Kenntnißnahme offen. — Vielseitigen Wünschen entsprechend hat die Kammer bei der Großh. Direction der Oberhessischen Eisenbahnen die Frage der Einführung , bon feststehenden Rundreisebillet S für die Strecken Gießen-Gelnhausen-Frankfurt-Gießen (für Sommer und Winter) in Anregung gebracht. Genannte Behörde theilte uns daraufhin hin mit, daß sie sich mit den König!. Directionen Frankfurt a. M. und Hannover ins Benehmen gefetzt habe, um nach deren Zustimmung jene Fahrscheine einzuführen. Verkehrs - Interessenten werden bet diesem Anlaß darauf aufmerksam gemacht, daß feststehende Rundfahrscheine über die Linien Gießen-Fulda- Gelnhausen-Gießen bereits seit längerer Zett ausltegen. — Der deutsche Etsenbahn-Verkehrs-Verband übersandte uns den 3. Nachtrag betr. der im Verkehr nach Belgien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Serbien und Spanien zu berücksichtigenden Zoll-, Steuer-und poliz etlichen Vorschriften. Interessenten können auf unserem Bureau Einsicht nehmen. * * Auszeichnung. Herr C. Schwan, welcher bereits auf vielen größeren Ausstellungen werthvolle Preise für Geflügel erhielt, hat auf der am Samstag in Darmstadt eröffneten Geflügel- und Vogelausstellung folgende Preise erhalten: 1 Ehrenpreis für Wassergeflügel, 1 deögl. für Tauben, 1 ersten Preis für Dorkings, 1 deSgl. für Gänse, 1 zweiten Preis für Spanier, 1 desgl. für Pfautauben, 1 desgl. für Tümmler, 1 dritten Preis für Cochinchina, 1 desgl. für Enten, 3 deSgl. für Tauben (Römer), 1 desgl. für französische Bagdetten, 1 deSgl. für Brünner Kröpfer, 2 desgl. für Perrücken, 4 desgl. für Brieftauben. • * Stolze Stenographie. Wie aus dem Jnseratentheil der heutigen Nummer ersichtlich ist, ladet der Vorstand des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes nach Stolze für kommenden Donnerstag Abend alle Anhänger des Stolze'schen Systems zu einer Besprechung ein, welche den Zweck haben soll, am hiesigen Platze einen Stolze'schen Stenographen- Verein ins Leben zu rufen. Das Stolze'fche System, welches in Süd- und Mitteldeutschland nur schwach vertreten war, bricht sich immer mehr Bahn, was schon daraus hervorgeht, daß der genannte Bund nach dem neuesten Jahresbericht 18 Vereine mit über 500 Mitgliedern umfaßt. * * Das HochzeitSgefchenk der Kriegerkameradschaft Hasfia, welches bekanntlich in voriger Woche Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog überreicht wurde, ist bis zum 2. September einschließlich täglich von 10—12 Uhr im Vorzimmer des Residenzschlosses zu Darmstadt ausgestellt. ** Die Sommer ObstanSstellung deS Oberheffifchen Obst- banvereinS wurde am vorigen Samstag in Friedberg, im Saale des Saalbaues, eröffnet. Herr Geheimer Regierungsrath Kreisrath Dr. Braden betonte, der „Darmst. Ztg." zufolge, bei der Eröffnung, daß die Obstausstellungen nicht Schaustellungen seien, sondern Anregung und Belehrung geben sollen. Aus die diesjährige Ausstellung hinweisend, machte er darauf aufmerksam, wie sie in interessanter Weise die Reifezeit der einzelnen Fruchtsorten in den verschiedenen Zonen Oberheffens vor Augen führe. Er betonte des weiteren, daß die Nothlage der Landwirthe zwinge, jeden Zweig der Landwirthschaft nutzbar und rentabel zu machen und wie der Obstbauverein sich hierin in den Dienst der Landwirthe stelle und wie dies auch anerkannt werde und sich schon äußerlich zeige im Wachsen des Vereins, dem jetzt schon über 5000 Mitglieder angehörten, während er vor 5 Jahren mit 10 Mitgliedern gegründet worden sei. In das vom Redner ausgebrachte Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog, den Protektor und Fürsorger aller seiner Untertanen, dem auch die Landwirthschaft warm am Herzen liege, stimmten alle Anwesenden begeistert ein. Die obere landwirthschaftliche Behörde war bet der Eröffnungsfeierlichkeit durch Herrn Ministerialrath v. Bechtold und Herrn Oeconomierath Müller vertreten. Der Saal, worin die Ausstellung sich befindet, ist aufs schönste mit Tannengrün und Guirlanden geschmückt. Auf hohem Podium befindet sich die Büste Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs inmitten schöner Blattpflanzen, die von Fichte» flankirt werden. Aus langen Tischen sind in schönem Arrangement die lachenden Früchte geordnet, lieber 50 Teller mit eben so vielen Sorten des feinsten Stein- und Kernobstes hat der Friedberger pomologische Garten, natürlich ohne Preisbewerbung, ausgestellt- dazu gesellen sich noch eine Anzahl Gläser mit Gelee und eingemachten Früchten verschiedenster Art, die nutzbringende Verwendung auch solcher Früchte zeigend, die ohne diese Zubereitung frühem Verderben anheimfielen. — Die südliche Wetterau bringt schon reife Trauben, von denen einzelne Exemplare allerdings im Treibhause gezogen sind, zur Ausstellung, neben denen wir noch reife Erdbeeren, Johannesbeeren und Stachelbeeren erblicken. Die prachtvollen Früchte von Stein- und Kernobst und die reichen Sorten zeigen, daß der Obstbau in allen Theilen Oberhessens verständnißvolle Pflege findet. Die ausgestellten Flaschen mit den verschiedensten Beerenweinen, die Gläser mit Gelee, Marmelade und eingemachten Früchten sind ein deutlicher Beweis dafür, daß gleichzeitig die Kenntniß der richtigen, praktischen Berwerthung der Früchte in immer weitere Kreise dringt. * * Reorganisation des ApothekerwesenS. Eine Petition an den Landtag, die auf gleichmäßigere Vertheilung der Apotheken auf dem Lande, wie überhaupt auf Reorganisation deS ApothekerwesenS in Hessen abzielt, ist in Vorbereitung. ♦ ♦ Die gemeinschaftliche Sedanfeier der sndwestdentfche» Rationalliberalen fällt, wie der „Darmst. Tägl. Anz." mit- theilt, mit Rücksicht auf daS nächstjährige 25jährige Jubiläum deS Sedantages aus. a?« ? dlk- *' Hol* .’“®« bd dn ile St« '"'('Silit & ■ M-Mt- $„ ’ R mit btn SSiJ t Stacht, u " ®leMulba. tltr °uflirgen. - ^sMe uns den ^lgien, Frank, len und Spanirn ^olizeilichrv unseren! Rureau welcher bereits loDe Preise für u Darmstadt n. Sende Presse er. i 1 deSgl. für 3«0l- für Gänse, !ür Psautauben, sür Cochinchina, Rmer), 1 deszl. lrünner Kröpfer, iaubtn. ® Inseratentheii in Vorstvd der nch E>tv^e für t der Tioizr'schen den Zweck haben Stenographen» rtolze'sche System, : schwach vertreten on daraus hervor- tstev Jahresbericht atzt. veradschast hasste, reiner Königlichen urde, ist bis zam -12 Uhr im Bor* aitfgefttOt. faWfittta Difl' Zriedberg, im MX MXXM^' p» uSstellungeu nicht id Belehrung geben hinweisend, machte Kanter Weise die den verschiedenen : betonte deS toll» ringe, jeden Zweig u machen und wie ist der LMdwirthe e und stch sch°° em jetzt schon über vor 5 Jahren mit t das vom Redner t den GrotzherM UnterthE i® -n M ^dwirthschaMe (it durch Herrn «OttdM* m W S SÄ* Ä’.wl sJrff ft*!i"'«. K- St ’rf, tobt«»8 *®|, „öd) en d-tik-™ mb bie । S«»* Stilen :»*$ i die jminer m P-t't"" -- KLanif-"1” btt »*£.' * , i«8l: ,4b«» * Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Heinrich Budde von Wickede wegen schweren Diebstahls, Kaufmann Albert Schwarz aus Mainz wegen Urkundensälschung und Dienftknecht Johann JochS von Stadecken wegen Diebstahls, sämmtlich von der Staatsanwaltschaft Mainz- Goldarbeiter Carl Joseph Hubert aus Hanau wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Gießen; Bäckergehilfe Georg Trautmann aus Fränktfch-Crumbach wegen Unterschlagung vom AmtSanwalt Darmstadt I. ♦♦ Ernte-Statistisches. Im Jahre 1893 waren in dem Kreise Gießen bepflanzt mit Winterweizen 4772jHectare, mit Sommerweizen 102 Hectare, mit Roggen 4975, mit Wintergerste 186, Sommergerste 3427, Hafer 4918, Hirse 2, Mais 151, Erbsen 522, in Nebennutzung 1012, Linsen 42, Bohnen 16, Saubohnen 14, Wicken 71, als Nebennutzung 42, zum Körnergewinn 89, Lupinen 8, in Nebennutzung 16, Grünfutter (Mischfrucht) 99, in Nebennutzung 102, Kartoffeln 4846, Zuckerrüben 189, als Futterrüben 1951, gelbe Rüben 33, Weiße Rüben 59, in Nebennutzung 912, Kohlrüben 386, Kraut 35, Gurken 2, Zwiebeln 3, Spargel 0,4, Meerrettig 1, Blumenkohl 1, Wirsing 0,2, Raps 217, Senf 125, Flachs 15, Handelsgewächse 4, Klee 2564, Luzerne 226, Futterpflanzen 104 - in Brache blieben 439, Ackerweide 131, Haus- und Obstgärten 342, Wiesen 7722, reiche Weiden 67, geringere Weiden 435, Forsten 17,895, Haus- und Hofräume 398, Oedland 965, Wegeland und Gewäffer 1952; die Gesammt- fläche umfaßt 60,577,5 Hectare in Haupt-, 2265,7 Hectare in Nebennutzung. ** 3m Bereiche des 11. Armeecorps sind (ausgenommen die 25. sGroßh. Hessisches Division, die nur für bestimmte Specialwaffen Rekruten an andere Armeecorps abgibt) in diesem Jahre Rekruten für baß 11., 14. und 15. Armeekorps und das Gardecorps ausgehoben. Die für das 11. Armeecorps ausgehobenen Rekruten werden an den nachfolgenden Tagen eingezogen: Oeconomie - Handwerker am 2. October, Kavallerie am 3. October, Infanterie, Jäger, Fußartillerie, Feldartillerie und Pioniere am 16. October, Train am 3. November. Die für das 14. Armeecorps ausgehobenen Rekruten werden am 17. October und die für das 15. Armeecorps ausgehobenen am 12. October eingestellt. Die Einstellungstermine für das Garde-Corps sind für Garde-Kavallerie auf den 2. October, für Garde-Train auf den 3. November und für alle übrigen Waffengattungen deS Garde-Corps, einschließlich der Eisenbahn-Brigade, auf den 12. October festgesetzt. Die Einstellung der im Bereiche dieser Armeecorps angenommenen Freiwilligen erfolgt mit geringen Ausnahmen auch an den oben angegebenen Rekruten- einstellungStagen. *• Wie sehr die Turuerei im Wachsthurn begriffen ist, zeigt der jetzt veröffentlichte statistlsche Bericht der deutschen Turnerschaft. Danach bestanden am 1. Januar 1893 im Bereiche der deutschen Turnerschaft (Deutsches Reich und Deutsch Oesterreich) 5388 Vereine, am 1. Januar 1894 5710, mithin mehr 322 Vereine, von denen 5023 in 4270 VereinS- orten mit 490,455 Mann der deutschen Turnerschaft angehören. Die Zahl der Vorturner ist im verflossenen Jahre von 24,079 auf 25,348 Mann, die Zahl der Zöglinge von 70,578 auf 75,483 Mann gestiegen. ** Oeffentliche Schaustellung von Photographien. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung ausgesprochen, daß das Ausstellen eines Bildes in einem öffentlichen Schaukasten im Sinne des Gesetzes als eine Verbreitung zu betrachten ift, und demgemäß eine Nachbildung zum Zwecke des Aus- hängenS ohne Genehmigung des Bestellers den Photographen strafbar macht. Der oberste Gerichtshof geht hierbei von dem Gedanken aus, daß in der Regel der Besteller das Bildniß zum intimen Gebrauch verlangt und es jedenfalls von seiner Willensbestimmung abhängig gemacht sehen will, ob dasselbe auch anderen Personen, sei eS auch nur zur Ansicht, zugänglich sein soll. Es ist die menschlich vollständig verständliche und gerechtfertigte Abneigung, sich oder eine andere Person wider Willen vor die Oeffentlichkeit gezogen und zum Gegenstand der Aufmerksamkeit und Kritik des Publikums gemacht zu sehen, welche diese Gesetzesbestimmung hervorgerufen hat. — AuS dem Lnmdathal, 26. August. Mit dem Bahnbau Grünberg.Londorf scheint es nun rascher zu gehen, als viele Pessimisten gedacht haben. Die Unternehmer von Lollar, welchen die Arbeiten übertragen worden sind, wollen alsbald beginnen, und vom 1. September ab nehmen von Großh. Baubehörde für Nebenbahnen drei Herren in Grünberg und zwei in Londorf dauernd Wohnung. Mit der Bahn Grünberg-Londorf allein werden die Bewohner des LumdathaleS freilich keineswegs zufrieden gestellt- denn diese Strecke leitet den Verkehr gegen den Strom. Daß der Verkehr thalabwärts geht, zeigen die frequenten Omnibusfahrten Londorf-Gießen, die zahlreichen Frachtwagen, welche täglich nach Lollar gehen, sowie auch recht auffallend der Personenverkehr per Post zwischen Londorf uud Lollar gegenüber Londorf-Grünberg. Hoffen wir daher, daß das vom Weltverkehr noch fernliegende Lumdathal demselben recht bald vollständig erschlossen werde, indem die Bahn, wie von den gesetzgebenden Factoren beschlossen ist, gleich weiter thal- abwärts bis Lollar gebaut wird. Venarschter. * Frankfurt, 27. August. Bet dem heutigen 2-S t u n d e n- Rennen auf der Bahn des Bicycle - Clubs hat Lehr eine Leistung geliefert, wie sie wohl in der Geschichte des Radsports einzig dasteht. Der bestehende Record war 69 659 Kilometer, Lehr fuhr im schärfsten Renntempo 79,^ Kilometer, hat also den Record um 10 Kilometer verbessert. Fr. Opel als Zweiter brachte es auf 76, der kleine Fr. Verhetzen als Dritter auf 73 Kilometer, Hofmann- München platzte in der ersten Viertelstunde die Pneumatik. Ein neues Rad zu besteigen lehnte er ab. * Halberstadt, 27. August. Durch einen sündfluth- artigen Regen mit Gewitter und Hagelsturm wurde im Harzgebiete großer Schaden angerichtet. * Breslau, 27. August. Heute sind die Verhandlungen des 5. deutschen Fischereitages hierselbft unter Vorsitz des Präsidenten des deutschen Ftscheretvereins eröffnet worden. Die Betheiltgung ist zahlreich. * Mannheim, 26. August. An der Neckarspitze fiel gestern Nachmittag der Taglöhner Adolf Zimmermann von Niederrad, der mit drei Kameraden eine Vergnügungsfahrt auf dem Neckar unternahm, aus dem Boote und ertrank. * Augsburg, 27. August. Ein Mitglied einer bekannten hiesigen Adelsfamilie, Baron Louis Beck-Peccoz, ist in Greffoney in Piemont bei der Gemsjagd ab gestürzt und blieb sofort tobt. Eingesandt. Gießen, 28. August 1894. In der am Donnerstag stattfindenden Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwaaren Fabrik Mühlhausen i. 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September 1894 soll eine Verloosung- von Dich, lanbmrUchMichkll EkräthkN und 6fbrnndj9gfgrnfliiniifn, verbunden mit einer Prämiirung von Kalbinnen und Bullen, letztere im Alter bis zu zwei Jahren, wovon jedoch Gemeindebullen aus- geschloffen sind, ftattfinden. Bei Ausgabe von 8000 Stück Loosen bestehen die Hauptgewinne in 12 Stück auf dem Markte angekaustem Vieh. Loos 50 Pfg. "WG 240 Treffer. Loos 50 Pfg. Der General-Vertrieb der Loose wurde dem Herrn Philipp Förster dahier übertragen. Wiederverkäufer erhalten 10% Rabatt. 5804 Nidda. Das Markt-Comite. Luftkurort Marbach i.Odw. 15 Minuten von Station Hetzbach—Beerfelden der Heff. Ludwigsbahn Linie Darmstadt, Arankfurt—Eberbach—Heidelberg. Bekannter und bestens empfohlener Luftkurort hart am Bergwalde. »orrügl. Berpfleguug. — Mäßige Preise. - Lebende Forellen u. Krebse. Prospekte und nähere Auskunft erthcilt bereitwilligft 5238 W. Pfeifer, Marbach, Post Hetzbach i. Qdw. Bekanntmachung. 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Mai 1820 zur Sicherung einer Forderung des gleichfalls verstorbenen Jakob Walz II. in Lich, im Betrage von 100 Gulden errichtete Hypothek über die schuldnerische Hofraithe Fl. I Nr. 11, 12 und 13, kann zur Begründung des von dem Erben des Gläubigers gestellten Löschungsantrages nicht vorgelegt werden. Ansprüche an die genannte Hypothekurkunde sind daher binnen 2 Monaten hier geltend zu machen, anderen Falles die Löschung verfügt würde. Lich, den 22. August 1894. Großherzogl. Amtsgericht. Der Vorstand des Vereins für „Vereins. Stenographie- Gießen. Die Einwohnerschaft wird freundlichst ersucht, zur Erinnerung an den Tag von Sedan am 2. September die Häuser zu schmücken. Gießen, den 27. August 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 7074] I. 93.: Grüneberg, Beigeordneter. Preisermäßigung. Aiier'sche Gasglühlicht-Brenner der deutschen GaSglühlicht - Actien - Gesellschaft in Berlin kosten von beute ab mit Glühkörper und gewöhnlichem Cylinder fertig aufgesetzt 6977 Arbeitsvergebung. Samstag den 1. k. M, Mittags 1 Uhr sollen in dem Gemeindehause zu Lollar nachstehende Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden, veranschlagt zu JL $ Tüchtige Weißbinder für die Cementputzarbetten an dem Hochbehälter bet Annerod sofort gesucht. 7072] Win«. 70641 Tüchtige« Schreinergeselle« sucht L. Rinn, Heuchelheim. W neuesten Systems k® empfiehlt 7069 H. Plank, Friseur. Damen- Shampooing (amerikan. Kopfwäschen) mit Trockenapparat Briefmarken i gesucht, einzeln, a. Briefe, Couverts, alte Sammlungen, zahlt hohe Preise. Off. u. M. 22 in 5 Exped. niederzulegen. Guts-Kauf. Bei voller Auszahlung des Kaufpreises suche ein größeres Gut zu kaufen. Gef. ausführl. Offerte erbitte an die Annonc.- Exped «. L. Daube & Co. Wiesbaden sub. F. V. 148. 7057 I Ankauf alter Bücher und Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die J. Ricker’sche Buchhandlung Giessen. Gießen, den 28. August 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Grüneberg, Beigeordneter. Gasthaus Zum Adler. Bon heute Abend ab täglich Concert ausgeführt von Concertmeifter Arno Friede. [6997 Bollffänd. freies «ntree; ohne Zopf. Vereinfachte Stenographie lLchrey). Der Unterzeichnete eröffnet am Mittwoch de« 5. September a. c., Abends 9 Uhr, im Locale des »Hessischen HofeS" einen 6953] Schön möbl. Zimmer sofort zu vermiethen, ev. mitPenß Bahnhofstr. 23, 1F MittelMstdkuWr Stenagraphkvbuud nach Stahe. Sämmtliche Stolzeaner Gießens werden hiermit auf Donnerstag den 30. August, Abends 9 Uhr zu einer Besprechung im Restaurant „Zum Andres" (Weidig) 1. Etage eingeladen. 7055 Der Bundesvorstand. I. A.: Kniese, Marburg. Die zum Neubau einer gewölbten Brücke über die Lahn bei Dutenhofen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, nämlich:' I. Zimmerarbeiten A. Die Spundwände zu 2761,00 B. Das Lehrgerüst „ „ 1110,00 zu Schreinerarbeiten . . 122 Weißbinderarbeiten . . 53 Gießen, 28. August 1894. Bücklinge frisch eingetroffen bei 7065 P. A. Herrmann, Seltersweg 33 «amSbericht m E. Wasserselüeben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 28. August 1894. Nusskohlen la., bis jetzt unübertroffen in Qualität, liefere in Fuhren von 25 Ctr. an zu billigsten Tagespreisen. 6749 H. F. Nassauer. Frankfurter 7063 Möbelmagazin 87. Seltersweg 87. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in «aste«- und Polstermöbel«. Billigste Berechnung. A. Otzmann, Tapezier. ^3871,00 6392,41 4387] Ostanlage Br. 40 Bel-Etage zu^ vermiethen. 91* Keller. 5528] Der mittlere Stock, 5 schöne Zimmer m. a. Zubehör, nebst Bleichplatz und Gartenantheil, ist preiswerth zum 1. October zu vermiethen. Näheres Ederstraße 5 parr nächst der Nordanlage. unter Leitung des Herrn E. Herber, geprüfier Lehrer der Vereins. Stenographie. CursuS-Thetlnehmerkarten A v4t o.uO Und. Lehrmittel) sind bet Herrn Ernst Balser, Mäusburg, sowie durch den Unterzeichneten zu haben. System - Heber- sichten, Prospekte rc. werden daselbst unentgeltlich verabfolgt. Danksagung. Bor 5 Jahren litt ich an einem chronischen Rachenkatarrh. Nachdem ich während eines halben Jahres bei einem Specialarzte ohne Erfolg Hülfe gesucht hatte, wandte ich mich an den homoo- pathlsohen Arzt Herrn Dr. med. Volbedlog. in Düsseldorf, Königsallee 6, und wurde von demselben in einem Vierteljahre geheilt, wofür ich Herrn Dr. Volbedrng meinen Dank abstatte. 7(54 Zimmermann, Lehrer zu Hilden, Schule zu Neuenhaus. II. Maurerarbeiten » Maurermaterialien n Steinhauerarbeiten » V. Herstellung der Wegerampen „ VI. Geländer (Schmiedeeisen) u sollen öffentlich vergeben werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag, den 1. September, Mittags 12 Uhr, einzureichen. Anschlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen vorher zur Einsicht auf. Die Ertheilung des Zuschlages bleibt vorbehalten. Glaswaaren wie Tulpen von Mk. 1.— und höher. Schirme rc. rc. in reicher Auswahl zu den billigsten Preisen. Behufs größerer Haltbarkeit und besserer Leuchtkraft werden die Glühkörper mittels Preßgas vorbereitet. Hch. Schaffstaedt Haupt-Depot des Auer'schcn Gasglühlichtes. Grummetgras- Versteigerungen der Fürstlich Solmsischrn Rentei Lich. Das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert: Donnerstag, den 6. September, Vormittags pröeis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich oberhalb der Stadt, zusammen 115 Morgen. Zusammenkunft an der Saubrücke nächst der Peinmühle. An demselben Tage, Nachmittags prüciS 1 Uhr, von den Wiesen «nterhalb der Stadt Lich und von der großen Leichwiese, Gemarkung Hof Albach, zunächst der Staatsstraße Lich-Gießen, zusammen ca. 20 Morgen Zusammenkunft im Schloßgarten an der Eisenbahnbrücke. Freitag, de« 7« September, BormittagS präciS 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbesstnge«, i. Ganzen 130 Morgen. Zusammenkunft in Mühlsachsen. Montag, den 10. September, BormittagS prüciS 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauch« waldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Die Ausgebote geschehen in Abthetlungen von 1 bis 2 Morgen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini ds. Jrs. gestattet. Lich, am 27. August 1894. Fürstlich Solmsische Rentei. 5774] ffamilien-LogiS im zweiten Stock, bestehend aus 4 Zimmern, Wasserleitung und allemZubehör, per 1. October zu verm. Dammstr. 31 an der Nordanlage "5538] LogiS, Göthestraße, 4 Zimmer zu verm., per Oct, beziehbar. L> Huhn bblbjDte neuhergerichteteMausarde«- wohnung meines Hauses mit 4—5 Zimmern, Wasserleitung und Zubehör ist sofort oder später zu vermiethen. S. «atzenfiei« Wtttwe, Wilhelmstr. 1. Dermielyungen. 7035] Marktplatz 5, Hinterhaus zum Allein bewohnen, per 1. October. 7066j Freundliche Wohnung, 5 Ztm. m. all. Zubehör. Gartenbenutzung per sofort oder später zu vermiethen. 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Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. 6238] Zwei ««möblirte Zimmer z« vermiethen. Marktplatz 18. Wennischte Anzeigen. Verloren»Än«Ä platz und Seltersweg ein Armband. Dem Wiederbrtnger Belohnung. Stetnstr. 45. 6693] In meinem Hause, Dtezstratze, nächster Nähe der Neuen Bäue und Ostanlage, ist die Mansarde, sechs Zimmer nebst Zubehör, sofort oder später billig zu vermiethen.__M. Weiner. 6500] Ein kleines Familie«-LogiS im 1. St. ist an ruhige Leute per 1. Sept. zu vermiethen. L. Süß, Marktstr 9. 6007] Eine Wohnung, 2. Stock, von 4 großen Zimmern und allem Zubehör, per Mitte October zu vermiethen. ___________________Steinstratze 48. 6184] Bleichstratze 24, Wohnung im ersten Stock, 6 Zimmer, Badezimmer, 3 Mansarden, per sofort zu vnmiethen. M. Michel. 5797] Westanlage 26, zweiter Stock (5 Zimmer rc ) per October an ruhige, kleine Familie zu vermiethen. 7058] TüchtigerFlaschenbterkntscher auf 4 Wochen zur Aushilfe gesncht. «ehe, Siöhrle, Exportbierbrauerei. Tüchtige Erdarbeiter Z für die städtische Wasserleitung an der Grünbergerftraße sofort gegen guten Lohn gesucht. Anmeldung auf der Baustelle. 7067] Zum 1. October tüchtiges Dienstmädchen gesucht. Ludwtgsplatz 5, pari- 7075] Ein braves, fleißiges Miidche« zu einer kleinen Familie sofort gesucht. Näheres Steinstraße 30. 7019j Junges MLdche«, welches die hiesigen höheren Schulen besuchen will, findet in einer Beamtenfamilie liebevolle Aufnahme. Näh, in der Exp d. Blattes^ Jung. Mädchen Äft. i. elterl. u. ein Jahr in f. Besahart -Gesch. gel. hat, sucht Stelle als Volont. in f. Entlausen AS Vor Ankauf wird gewarnt. 7048] Earl Wenzel. tReisender ein hiesiges Colo- nialwaaren-Geschäst gesucht. Offerten erbeten in die Expedition ds. Blattes u. 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Meridionalbahn-Aci. 113.50 Darmstädter Bank-Act. 145.— Lomb. Eisenbahn-Act. 94.— Dresdener Bank Act. 147.- Elbthal-Bahn-Act. 223.— Berliner Handelsgef.-Anth. 143.80 Gotthard-Bahn-Act. 172.40 Nordd. Lloyd-Act. 98.70 Schweizer Nordoft-B.-Act. 126.50 Wiener Bankoer.-Act. 115.25 Mainzer E.-B. Act. 118 30 Oest. Credit-Act. 301.— Marienburger E.-B.-Act. 87.50 Harpener Bergbau-Act. 136.30] Ver. Königs- u. Laurahütte-Act. 125—