Sonntag den 28. October 1894 Erstes Blatt. Nr. 253 Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Amts- unb Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Hratisbeikage: Hießener Jamitienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Nedactton, Expedition und Druckerei: KchutstraßeZlr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Zlbonncmcntspreis t 2 Marl 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamttienvkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Der siebener Anzeiger erscheint täglich, aut Ausnahme deS Montags. Amtlicher Theil. Gießen, den 26. October 1894. Betr.: Gemeindekrankenversicherung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen cm die GrotzH. Bürgermeistereien de- Kreises. Die Prüfung der letzten „Nachweisungen betr. die Krankenversicherung" für das Jahr 1893 hat uns zu einer Reihe von Verfügungen Anlaß gegeben, die den betreffenden Bürgermeistereien in den nächsten Tagen zugehen werden. In denselben ist vielfach auf die in unserem Amtsblatt Nr. 10 von 1893 angeführten, von dem Kaiser!, statist. Amt pro 1891 für die Gemeindekrankenversicherungen des GroßherzogthumS ermittelten Durchschnittszahlen Bezug genommen. Da wir indeffen wahrgenommen haben, daß das erwähnte Amtsblatt bei einer Reihe von Ihnen nicht mehr zur Hand ist, bringen wir die fraglichen Zahlen nachstehend nochmals zum Abdruck: I. Es kommen durchschnittlich auf je 100 Mitglieder im Jahre 1891 1) ErkrankungsfäÜe: 25,2, 2) Krankheitstage: 436,5. II. Auf einen Erkrankungsfall kommen 17,3 Krankheitstage. III. Auf ein Mitglied kommen an Krankheitskosten für 1) Arzt.....2,51 Mk. 2) Arznei.....1,65 „ 3) Krankengeld . . . 2,78 „ 4) andere Ausgaben . 0,79 „ zusammen 7,73 Mk. IV. Auf einen Erkrankungsfall kommen 30,69 Mk., auf einen Krankheitstag 1,77 Mk. Krankheitskosten. Diese Normalzahlen zeigen gegen diejenigen früherer Jahrgänge nur ganz minimale Abweichungen. Den Gemeindeeinnehmern wollen Sie dieses Ausschreiben zur Einsichtnahme mitt heilen. v. Gagern. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen, betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-sreiwiüigen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen, den, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum ein* jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. (Wenn z B. mit Rücksicht auf dar Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ift in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde. 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugniß; d) Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, loroie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrig- keitlich zu bescheinigen; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen militärberechtigten Anstalten) durch den Director der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; ; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b ; daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme \ der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben j gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima : der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, i sämmtlich nach Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfungs-Commission für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Buchinger. Gefunden: 1 Taschenuhr mit Kette, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brosche, 2 einzelne Handschuhe, 1 Regenschirm, 1 Mütze, 1 Peitsche, 1 Schlüssel und 1 Aushängeschild. Gießen, den 27. October 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Neueste Hadorf WolffB telegraphisches Korrespondenz- Bureau Berlin, 26. October. Der Kaiser wohnte heute Nachmittag um 1 Uhr dem Bittgottesdienst in der Capelle der russischen Botschaft bei. Außerdem waren anwesend die in Berlin weitenden Prinzen, der Reichskanzler, der preußische Ministerpräsident, die Minister, die Generalität, die Regi mentscommandeure, die Stabsoffiziere des Alexanderregiments und auswärtige Vertreter. Berlin, 26. October. Nach zuverlässiger Mittheilung steht die Aufhebung deS Verbots der Lombar- dirung russischer Werthe durch die Reichsbank unmittelbar bevor. Berlin, 26. October. In der Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege sprachen Behrings Mitarbeiter Ehrlich und Wassermann über die Gewinnung einer Werthbestimmung des Diphtherie-Heilserums. Ehrlich führte aus, die Entdeckung sei ohne Gleichen in der Medicin, die Jmmunisirung gewähre jedoch höchstens zwei Monate Schutz. Waffermann erwähnte, daß von den am ersten und zweiten Tage behandelten Kindern keins starb- die Sterblichkeit betrug im Ganzen unter 16 pCt. Colbergermünde, 26 October. Beim Einlaufen in den hiesigen Hasen wurden zwei Torpedoboote infolge des herrschenden starken Sturmes leicht beschädigt. Ein drittes gerieth auf Grund- zwei Mann fielen über Bord, einer davon, der Obermatrose Boldt, ertrank. Das Boot hat keinen Schaden genommen. Budapest, 26. October. Im Marmaroser Comitat steigt die Theiß rapid. Das Hochwasser richtet enormen Schaden an, unzählige Holzflöße sind weggeriffen worden. Der Schaden wird auf über 100,000 Gulden geschätzt. Loudon, 26. October. Die Abendblätter melken: Am Mittwoch Abend begann General N.odzu seine Truppen über den Yalafluß überzusetzen, bei Sonnenaufgang war die ganze Streitmacht übergesetzt. Inzwischen überraschte Oberst Saro den Feind in seiner befestigten Stellung bet dem Dorfe Foucheng am rechten Ufer und griff ihn an, obgleich er ohne Artillerie war. Der Kampf dauerte von 10 Uhr Morgens bis zum Nachmittag. Die Chinesen kämpften zuerst gar, schließlich wurden sie geschlagen und zogen sich in Unordnung nach Kulkenchas zurück. Die Japaner zerstörten das Fort und kehrten dann zum Haupicorps zurück. Die Chinesen hatten 200 Todte auf dem Schlachtfelde selbst. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt. Ein gefangener chinesischer Offizier sagte aus, die Stellung der Chinesen sei von 18 Bataillonen besetzt. Die Japaner verloren 5 Offiziere und 90 Mann. Die Pläne Yamatagas zur nächsten Schlacht seien fertig. Die chinesische Stellung wird wahrscheinlich bet Tagesanbruch am Samstag von allen Seiten zugleich angegriffen werden. Nach den letzten Nachrichten ziehen sich die chinesischen Vorposten auf Kulienchas zurück. Die Batterien dieser Stellung seien auf 11 verstärkt, doch wird bezweifelt, daß sie complett sind. Das Wetter ist günstig. London, 26. October. Die russische Botschaft ermächtigt das „Bureau Reuter" zu erklären, daß aus Ltvadia heute Morgen ein Telegramm eingegangen fei, wonach sich der Zar sehr viel besser befände. Er nahm heute das Frühstück mit Appetit ein. Der „Polarstern" ist beordert, sich sofort nach Ltvadia zu begeben, um den Zaren und die kaiserliche Familie nach Korfu zu bringen. Petersburg, 26. October. Dem Vernehmen nach lehnte Profeffor Grube ab, die beabsichtigte Operation am Czaren vorzunehmen, da er die Verantwortlichkeit nicht übernehmen will. — Die Hochzeit deS Thronfolgers ist auf den 29. October festgesetzt, eine Abänderung des Termins jedoch möglich. AuS Moskau wurden mittelst SonderzugeS die Kronen abgesandt, die bei der Trauung deS Großfürsten verwendet werden. Petersburg, 26. October. Auf eine Depesche, welche meldete, daß in Ssaratow versammelte Reservisten für die Genesung des Kaisers Gebete verrichtet hätten, antwortete die Kaiserin durch den Kriegsminister: „Ich bitte, den Reserve Untermilitärs der Jahrgänge 1877 und 1878 des Kaisers und meinen Dank zu eröffnen für ihre Gebete, die uns tief gerührt haben." Livadia, 26. October, 11 Uhr Borm. Die vorige Nacht schlief der Kaiser ziemlich gut. Der Appetit ift ein guter und eS sind keine Schläfrigkeit und keine spasmatischen Erscheinungen vorhanden. DaS Oedem hat sich etwas vergrößert. ____________ Depeschen bei Bureau .Herold". Berlin, 26. October. Am kaiserlichen Hofe haben sich folgende Veränderun gen vollzogen: Major v. Falkenhagen, der Militärgouvelneur der älteren kaiserlichen Prinzen seit dem Jahre 1889, ist in den Großen Generalstab zurück- getreten. Zu seinem Nachfolger ist der langjährige Militär- attacho in Wien, Flügeladjutant Oberst v. Deines, ernannt worden, der in Wien bekanntlich durch den Flügeladjutanten Oberstlieutenant Grafen v. Hülsen-Häfeler ersetzt wird. Zum neuen Flügeladjutanten des Kaisers ist der Hauptmann v. Kalckstein vom Kaiser Franz Garde Grenadier Regiment ernannt worden. Berlin, 26. October. Aus parlamentarischen Kreisen wird gemeldet, daß in der gestrigen Sitzung der stimm- führenden Minister der Bundesstaaten völligesEin- verständniß der Minister der Bundesstaaten mit dem Vorgehen Caprivis sestgestellt worden sei. Auf Grund der gepflogenen Berathungen werden die einzelnen Vorlagen nunmehr ausgearbeitet. — Die „Nationalzeitung" erklärt daS Gerücht über den beabsichtigten Rücktritt des Ministerpräfi- deuten Grafen Eulenburg für unbegründet, desgleichen die Meldung, wonach die bayerische Regierung gegen eine Abänderung des Strafgesetzbuchs hinsichtlich der Bekämpfung der Umsturzbestrebungen sei. Köln, 26. October. Gegenüber den Zweifeln eines Berliner Blattes an der Wahrheit ihrer früheren Mit- thetlungen versichert die „Köln. Ztg." auf das Bestimmteste, daß Caprivi bezüglich der Bekämpfung der Umsturz- Parteien nur eine Ergänzung gereifter Lücken deS Reichs- Strafgesetzbuchs, vor Allem, soweit die Verherrlichung der Verbrechen in Frage kommt, erstrebe. Die Vorarbeiten zur Erledigung dieses Auftrags im Reichsjustizamt seien bereit- seit Mai abgeschlossen. Der Reichskanzler habe eine Ver- schärfung der vereinsgesetzlichen Bestimmungen zur Durchführung im Reiche abgelehnt. Wien, 26. October. Aus St. Petersburg wird gemeldet, die Schwäche des Czaren habe bedeutend zu- genommen- er sitze stundenlang im Lehnstuhl. Mährisch-Ostran, 26. Dctcber. Hierselbft find aber- mals zwei Erkrankungen an asia tischer Cholera vorgekommen. Budapest, 26. October. Die kir chen p o litt sch en Vorlagen wurden dem Kaiser zur Sanction unterbreitet. Rom, 26. October. Gestern Abend versuchten die radicalen Abgeordneten im Verein mit dem socialistischen Gemeinderath in Mailand Protestmeetings gegen das Auflösungsdecret der Gesellschaften zu veranstalten. Die Polizei löste die Versammlung auf, die Abgeordneten zogen sich in ein anderes Local zurück und theilten dort den Zuhörern mit, daß eine revolutionäre Agitation im ganzen Lande begonnen werden solle. Stuftet 26 October. Gestern Abend wurde die neue freie Universität eröffnet. Der socialistifche Abgeordnete Pikard erklärte in seiner Eröffnungsrede, die alte Universität mit der alten bürgerlichen Gesellschaft werde in kurzer Zeit unter dem Anstürmen der Brüderlichkeit und der Gerechtigkeit zusammenfallen. Unter den 60 Professoren, welche auf der Bühne aufgestellt waren, bemerkt man be« sonders die Herren Elisee, Reklus und Robin. | Paris, 26. October. Der „Figaro" meldet, daß über den Zu stand des Czaren mehrere beruhigende Telegramme hier eingetroffen sind, darunter eines des Groß« fürften-ThronfolgerS, welches von einer kleinen Besserung spreche. Paris, 26. October. Dem „Matin" zufolge ist die Polizei einem neuen anarchistischen Attentat, das sich gegen die Kammer richtete, auf die Spur gekommen. Es sollen Anarchisten aus Poitiers, Lille und Lyon nach Paris unterwegs sein. Die Präfectur hat umfassende Vorfichts- ; maßregeln im Palais Bourbon getroffen. Marseille, 26. October. Den Kreuzern „Algen" und „JSly", welche sich auf dem Wege nach den ostasiatischen Gewässern befinden, wurde befohlen, sich zur Verfügung des französischen Geschwaders in Madagaskar zu stellen. London, 26. October. Ein heftiger Sturm herrscht seit gestern im Canal. Zahlreiche Schiffsunfälle sind vorgekommeu. Man befürchtet bedeutende Verluste an Menschenleben. London, 26. October. Wie aus Shanghai gemeldet wtrd, haben gestern 500 Japaner den Aalufluß über- | schritten und die chinesische Besatzung überrumpelt. Unbeschreibliche Panik entstand unter den Chinesen, welche die Flucht ergriffen und 2 Kanonen sowie viele Waffen zurück- ließen. 20 Chinesen wurden getödtet, mehrere verwundet. Die Japaner hatten keine Verluste. Die chinesischen Truppen haben auf der Straße nach Mukten ihr Lager aufgeschlagcn und steht eine große entscheidende Schlacht bevor. Die japanische Armee wird heute den Aalufluß überschreiten und die Festungswerke von Souko besetzen. Die Brücken sind bereits geschlagen. Petersburg, 26. October. Dem gestern Abend in Livadia ausgegebenen Bulletin zufolge ist das Befinden de« Zaren etwas besser. Die Schwellungen haben nicht zugenommen. Der Uebertritt der Prinzessin zum orthodoxen Glauben und die Vermählung sind aufgeschoben. Bei der letzten Communton war die Prinzessin nur als Zuschauerin. H Berlin,26. Oktober. Gerüchtweise verlautet' Reichskanzler Caprivi habe seine Demission eingercicht. Der Kaiser habe dieselbe angenommen. H. Berlin, 26.October. Die „Kölnische Ztg." : meldet: MinisterPräsident Eulenburg habe eben- fals sein Abschiedsgesuch ciugereicht und dasselbe genehmigt erhalten. Eine B e st ä t i g u n g dieser Nachricht liegt bis jetzt nicht vor, auch keine anders eilige entsprechende Nachricht. WB. Berlin, 27. Oktober. Die Preßstimmcn vcrrathen eine allgemeine Überraschung durch die eingetretene Krise; die Betrachtungen der Presse beschäftigen sich vorwiegend mit der Kanzlerkrise, sie erkennen die hohen persönlichen Eigenschaften Caprivi's au. Die „Natioualzeituug" glaubt, daß infolge der Krise die Acmter des Reichskanzlers und Ministerpräsidenten wieder vereinigt werden; sie nimmt an, weitere Veränderungen im preußischen Staatsministcrium würden nicht erfolgen. Die „Vossische Zeitung" besorgt, es stehe nunmehr mehr auf dem Spiel, als die Maßnahmen gegen die Socialdemokratie. Das „Tageblatt" sagt, die Uebcrraschung über die Krise war bei den Freunden und Gegnern Caprivi's und Eulenburg's gleich groß. Neber den Nachfolger des Reichskanzlers stellen die Blätter verschiedene Vermnthungen an, sie nennen den gegenwärtigen Kriegsmiuister B r o n s a r t, ferner W a l d e r s e e, den Statthalter Hohenlohe, Miquel, Bennigsen, sowie den früheren Cultusminister Zedlitz. WB. Berlin, 27. Oktober. Von zuverlässiger Seite wird bestätigt, daß die uachgesuchtc Demission Eulenburgs sowohl als Ministerpräsident wie als Minister des Innern in huldvollster Weise angenommen wurde. Der Statthalter Fürst v. Hohenlohe ist au der Wildparkstatiou ein- getrosicn; er wurde vorn Kaiser empfangen und huldvollst begrüßt. Mit Hohenlohe traf der Untcrstaatssecretär Köller ein, ebenfalls huldvollst vom Kaiser begrüßt. Der Kaiser fuhr mit Hohenlohe in offenem Wagen ins neue Palais, desgleichen Köller mit dem Adjutanten Grafen Moltke. Auch die Anwesenheit Köllers wird mit der Krise in Verbindung gesetzt. Zur Einweihungsfeier des Corpshanses der Starkenburgia zu Gießen am 27. und 28. October. (Originalbericht des „Gießener Anzeiger".) W. Heute vor einem Jahre legte das Corps Starkenburgia am nordöstlichen Abhange des Seltersberges, an der inzwischen verlängerten Wtlhelmstraße, in feierlicher,Form den Grundstein und heute, nach einem Jahr, sind ein großer Theil der alten Herren von Nord, und Ost, Süö unb Lest hierher in unsere alte Musenstadt, um den vollendeten schmucken Bau des Corptzyauses, die Gießener Starkenburg, wie es osfictell in den Einladungen heißt, dem acttoen Corps zu übergeben, um das neue Heim in echter alter deutscher Weise feierlich einzuweihen. Stolz weht das roth-weiß-goldene Banner von der Zinne des Burgfrieds unb grüßt die Angehörigen des Corps, welche in unserer Stadt um so lieber weilen, als manche Jugend-Erinnerung sie mit derselben untrennbar fürs Leben verbindet. Wir rufen ihnen Allen ein kräftig „Willkommen" entgegen, mögen sie vergnügte unb fröhliche Tage in unserer Daterstabt verleben. Das Corpshaus ist nach Plänen ber Architekten Stein unb Meyer von benselben gebaut, nach bem Urtheil bes Geh. Baurath Proi. Otzen-Berlin unb bes Historiker Professor Matthaet-Kiel stylgerechtes vorherrschenb im Gepräge berzbeutschen Nenaissance mit ber bewegten Silhouette ber Spätgothtk unb Romanik, ein wahrer Kunstbau zu nennen. Der 20 Meter hohe Burgfrieb, an bem sich über dem Söller weithin sichtbar, in Savonier Sandstein, bas kunstvoll gemeißelte Wappen des Corps befindet, wirb durch die tiefgeschnittene Zinnenkrönung in seiner massigen Wirkung gemildert. Der hochaufragende Giebelbau des Gebäudes wirkt durch die Anbringung der ihn slanktrenden Greife und die nicht schwere Kreuzbekrönung leicht und gefällig. Sehr glücklich ist die Verbindung des Burgfrieds mit dem Giebel durch eine kleine Säulenhalle, welche die vom Hochparterre betretbare Gallerte trägt, gelöst unb burchgeführt. Der Haupteingang zum Gebäube liegt', burch ben Burgfrieb geschützt, hinter bemselben. DaS Souterrain birgt außer ber Küche unb ben Wirthfchastsräumen bie Fechtscheuer, welch letztere burch eine kleine Pforte von der Säulenhalle direct zu betreten ist. !| J S| Der ganze Bau, mit Ausnahme des Souterrains, ist in dunkel- gelbem Verblendstein ausgeführt, mit rothem Sandstein architektonisch einfach, aber sehr geschmackvoll gehoben. Auf geschwungener Treppe gelangt man bequem durch das mit einer kunstvollen, schwied- eisernen Laterne geschmückte Vestibül in bie Halle, beren Decken- abschluß burch ein Kreuzgewölbe gebildet, jedoch nur einfach in ber Malerei gehalten ist. Um so wirkungsvoller hebt sich bie Decoration ber Wappen, Schläger unb Hirschgeweihe, welche hier angebracht sinb, von ben Wänben ab. Ein gewaltiger, lebensgroßer, künstlerisch ausgeführter Rttterschild in farbiger Rüstung hat hier Aufstellung gefunben. Derselbe bient als Canbelaber unb fesselt bie Blicke bes bie Halle Betretenben. Der große Kneipsaal, im Giebelbau untergebracht, überrascht burch sein gewaltiges, in satten Farben gemaltes Wappenfenster, ein Meisterstück ber.Glasmalerei von F. Enders-Darmstabt. Rechts unb links von ben Wappen befinben sich in Mebaillonform bie Ruine Starkenburg unb die von der Lahn bespülte Pulvermühle, von Olnamenten und Arabesken geschmackvoll umrahmt unb vom Mittelstück geschieben. Gegenüber bem Fenster liegt bie hoch angebrachte, in Naturholz gefertigte Musikbühne, welche mit Wappenschildern ber Cartell- unb befreunbeten Corps geschmückt ist. Unter ber Musikbühne ist sehr practtsch ber Büffetraum hergerichtet. An ber Längswanb bes Saales hängt bas renovirte große Gemälde des Starkenburger Ritters, flankirt von blinkenden Slahlrüstungen. Gruppenbilder des von 5 zu 5 Jahren aufgenommenen Corps resp. von dessen Mitgliedern bilden, außer Waffen, Schlägern, Wappen und Schildern den weiteren Wandschmuck; auch die gewaltigen Trink- Hörner fmb vorhanden. Ein altdeutscher, dunkler Porzellanofen sorgt für Wärme, schwer e Eichen-Tischeund Stühle sind in Husetsenform aufgestellt. Zwei prächtige,'eichengeschnitzte Schränke, Nürnberger Arbeit, zeigen, daß unsere deutsche Holzbildhauerkunst Vollendetes zu leisten vermag. Die Ausstattung des kleineren Saales ist einfacher gehalten, reiht sich aber würdig der des Prunkraums an. Die Decken beider Säle sind Natur-Holztäfelung, an den Wänden laufen ebensolche Paneele. Vom kleinen Saale ist der Ausgang durch die Thurmnische auf die äußere Gallerte. Im ersten Stock befindet sich die geräumige Wohnung für den Hauswart und nun gehts 44 Stufen die frei gewundene Treppe zum Burgfrieb hinauf, von beffen Plattform man einen rounberbaren Runbblick über unsere langgestreckte Stabt hat, welche sich bem Beschauer von ber vorthetlhaftesten Seite zeigt. Links bahinter bas reizenbe Lahnthal, ben Gleiberg, Vetzberg, Dünsberg, bie sieben Hügel, baran anschließend das Wieseckthal mit seinen dahinter lagernden waldbekrönten Höhen, rechts das Schiffenbergerthal, wirkungsvoll begrenzt von Wald und dem Schiffenberg. Das Haus mit dem kleinen, stilgerecht burchgeführten Burgbau, welches mit seinem gefammten Inhalt heute von ben Bauherren, ben alten Herren bes Corps, bem letzteren zur Benutzung überwiesen wird, gereicht ber Stabt zur Zier, ben Bauherren zur Ehr unb ben Baumeistern zum Ruhm. Coeafc» «nd prsvinzielle» Gießen, den 27. October 1894. * • Tagegelder für Landtagsabgeordnete. Das Gesetz, die Abänderung des Art. 54 der landständischen Geschäftsordnung vom 17. Juni 1874, sowie des Gesetzes vom 11. Juni 1875, die Tag gelber der Ständemitglieder betreffend, vom 20. October 1894, besteht aus folgendem einzigen Artikel: Der Artikel 54 des Gesetzes vom 17.Juni 1874, bie lanbstänbische Geschäftsordnung betr. (Regierungsblatt Nr. 32), sowie baS Gesetz vom 11. Juni 1875 (Negierungblatt Nr. 31) sind aufgehoben unb werben burch nachstehenbe Bestimmung ersetzt:'Die nicht burch ihre Geburt berechtigten Mitglieber ber Ständeversammlung, deren Wohnsitz weiter als 21/2 Kilometer von bem Orte ber Versammlung entfernt ist, erhalten während ihres Ausenhalts an bem Orte ber Versammlung zum Zwecke der Theiluahme an ben Sitzungen berselben ober an den Sitzungen unb Arbeiten ber Ausschüsse aus ber Staatskasse: 1) ein Taggeld von 9 Mk., 2) für jede Uebernachtung eine Vergütung von 3 Mk., 3) Ersatz für ben wirklichen Aufwand von Fahrkosten. Die vorstehenden Vorschriften finden sinngemäße Anwendung auf die im Aus-- trage'einer Kammer ober eines Ausschusses außerhalb des Ortes der Versammlung und des Wohnortes des ober der betreffende« Abgeordneten zu besorgenden Geschäfte. * * August Juukermaua hat für seinen „Fritz Reuter- abend" am Donnerstag, 1. November irn Gesellschaftshause aus „Hanne RÜte", „Ut mtne Stromtid", „Läuschen un Rimels" rc. solche Vorträge gewählt, welche aller Orten in Nord und Süd die beifälligste Aufnahme gefunden und geeignet sind, jenen sonnigen Humor zu verbreiten, welchem sich selbst hypochondrische Naturen nicht entziehen können. Möge also Niemand diese Gelegenheit versäumen, durch zwei Stunden die Schönheiten der Werke eines gottbegnadeten echt deutschen Volkspoeten bei Junkermanns musterhafter Interpretation auf sein Herz und Gemüth einwirken zu lassen. * * Neues Theater. Wegen scenischer Schwierigkeiten mußte das für morgen Sonntag angesetzte Volksftück „Die Lieder des Musikanten" von Rudolph Kneisel noch um eine Woche verschoben werden. Dafür kommt ein urgelungener Schwank „Ein toller Einfall" von Karl Laufs zur Aufführung. Wer sich also einmal gründlich auslachen will,., versäume diese Vorstellung nicht. * * Im Panorama kommt morgen (Sonntag) wieder eine neue herrliche Reise zur Ansicht und zwar Salzburg und das Salzkammergut, wovon besonders interessant sein wird Gmunden, Ischl, ferner die herrlichen Parthien bet Hallstadt, am Gosau-See, Traunfall, Gosinger Wasserfall und die Wildfallschlucht, kommen dann nach Preßburg, die Kar« pathen und bie hohe Tatra, das großartigste, wildromantischste Gebirge. Bei dieser Prachtserie wird es voraussichtlich an. gutem Besuch nicht fehlen. H. Neues Theater. Der gestrige Abend bedeutete für Herrn Reiners in jeder Beziehung einen vollen Erfolg. Einmal war die Wahl des reizenden Schwankes von Blumenthal und Kadelburg „Die Großstadtluft" an sich ein glücklicher Griff und dann war die Besetzung der Rollen eine äußerst gelungene. Dem Gast für bie 'Saison, Herrn Otto, ist bie Rolle bes Fritz Flemming'wie auf den Leib geschrieben. Wir haben von ihm noch keine so bis in bie feinsten Nuancen abgerundete Leistung gesehen wie gestern Abend, ausgenommen etwa seine Darstellung des Dr. Gehring in „Der Herr Senator." Da fehlte aber auch nicht das Tüpfelchen auf bem i! Eine vortreffliche Partnerin hatte Herr Otto in Fran Reiners. Ihre Verkörperung ber Sabine befriedigte uns in hohem Maße, obgleich diese Rolle nicht ganz in ihr Fach schlägt. Ganz reizend war bie Grazie, mit ber sie ihres Amtes am Kaffeetisch waltete, ganz reizend der Ausdruck ber um bie Treue des Gatten besorgten Frau und die lebensvolle Wärme bei ber Wiedervereinigung mit bem Ehegemahl in Berlin. Diesen beiben Hauptpersonen gliederten sich bie übrigen Darsteller trefflich an. Herr Heyne, ben ein böser Druckfehler in ber letzten Kritik zu einem Herrn Nagel gestempelt hatte, war ein prächtiger bieberer Dr. Crusius. Seine Wiebergabe dieser Rolle war wahrhaft herzerquickend. Herr Geisel stellte ein köstliches Gigerl bar unb Herr Hacker wußte aus bem leichtsinnigen Rechtsanwalt eine sympathische Figur zu machen. Die Wiebergabe bes Fabrikanten Schröter burch Herrn Baum dürfe« wir heute aufrichtig loben. Nur ein klein wenig mehr Ruhe möchten wir bem Herrn anempfehlen. Eine neue Erscheinung war für uns Fräulein Egger. Wir wollen uns heute kein Unheil über die Dame erlauben, da wir ihr etwas steifes und gezwungenes Spiel einer großen Befangenheit und dem für sie ungewohnten Ensemble zuschreiben. Die andere neu angestellte Dame, Fräulein Küsel war in ihrer episodische« Nolle als Frau Rector Arnstedt recht gut. Auch Fräulein Ronncberg als Frau Dr. Crusius hat uns gestern sehr gut gefallen. Sprache und Bewegungen waren diesmal maßvoll. Wenn die Dame diese Eigenschaften behält, wird sie noch mehr Erfolge erringen. Die Nebenrollen waren zur Zufriedenheit besetzt. Das verhältnißmäßig zahlreich erschienene, vielfach den ersten Kreisen angehörende Publikum kargte nicht mit wohlberechtigtem Beifall. * * Oberhessischer Verein für innere Mission. Es möge auch an dieser Stelle nochmals auf das Jahresfest des „Oberhessischen Vereins für innere Mission" hingewiesen werden. Der Dienstag, den 30. October, Abends 6x/2 Uhr statlfindevde Fe st g 011es dienst wird in hergebrachter Weise durch Mitwirkung des Kirchengesangvereins und der Chorschule einen reichen Schmuck erhalten. Vor allem aber dürfte die Person des Festpredigers auf unsere Gießener evangelische Gemeinde eine besondere Anziehung üben. Pastor Friedrich Simon aus Bielefeld ist ja ein Gießener Kind, ein Sohn des im Jahre 1881 dahier verstorbenen hochverehrten Prälaten D. Simon. Er hat, wie so manche hessische Pfarrer, außerhalb seiner hessischen Heimath eine bedeutende Wirksamkeit gefunden, hängt aber noch mit warmem Herzen an seiner Vaterstadt, und freut sich, einmal wieder in der alten Stadtkirche zu predigen. Auch bie Abendversammlung in Steins Garten fei in Erinnerung gebracht. In ihr wird u. A. Reiseprebiger Wenck aus Darmstabt über bie Bedeutung ber Evangelischen Arbeitervereine reben, worauf besonbers die Mitglieder des hiesigen Vereins aufmerksam gemacht werden, und Pastor Simon wirb von ben großartigen Bielefelber Anstalten erzählen. Auch eine Erörterung ber Sonntagsruhe ist in Aussicht genommen. Außerbem wirb aus bie Mitwirkung eines hiesigen Gesangvereins ge« rechnet. Ein besonbers großes Interesse beansprucht bas Thema ber am Mittwoch, Vormittags 9 Uhr in dem Con- firmandensaal ber Johanniskirche tagenben Jahresversammlung: Die Gefahren bes mobernen Lebens für bie Kindererziehung." Die beiden Referenten, Professor Stamm von hier unb Pfarrer Schuster aus Glauberg sind genaue Kenner unseres Volkslebens in Stadt und Land, unb zur Behandlung dieses wichtigen Themas besonders berufen' Es ist verschiedentlich die Meinung geäußert worben, als ob durch bie Wahl bes Confirmandensaales als Versammlungs- ort die Beteiligung von Nichtmitgliedern ausgeschlossen sei. DaS ist keineswegs der Fall. Eine recht zahlreiche Betheili- guug, auch von Damen, ist sehr erwünscht. Der Saal ist auch durchaus geräumig genug dazu. • • Bom Feuerwehrfest. Unmittelbar nach dem Feste, alS man über den Kostenpunkt einen Ueberschlag machte, stellte sich ein Deficit von einigen tausend Mark heraus. Nach der letzten endgtltigen Feststellung, welche in einer Sitzung des Hauptausschusses am vorigen Mittwoch erfolgte, reducirt sich daS Deficit auf etwa 260 Mark. Dieser Be- trag soll theilweise noch durch Verkauf der übrig gebliebenen Festschriften an Feuerwehrvereine aufgebracht, der Rest, wie wir hören, durch einige Private getilgt werden * * Patent Ertheiluug. Zugverminderungsvorrichtung an Reguliröfen- Zusatz zum Patent Nr. 60666. H. Buderus, Hirzenhain. ** Filigran Arbeiten. Eine Künstlerin in Filigranarbeit, Fräulein Josepha Theben, welche auch in Frankfurt a. M. die Ehre hatte, dem Kaiser während seines dortigen Aufenthaltes einige ihrer schönen Erzeugnisie für die Kaiserin persönlich zu überreichen, und bei dieser Gelegenheit aus kaiserlichem Munde die Versicherung erhielt: „Meine Frau wird sich über diese schönen Arbeiten sicherlich sehr freuen," wird hierselbst auf kurze Zett Schanzenstraße 2 (1 Treppe) Unterricht in der Herstellung von Filigranarbeiten ertheilen. Eine Ausstellung fertiger Arbeiten ist in dem Erkcr der Möbelhandlung deS Herrn Reiber, Seltersweg, zu sehen. Die anmuthige Kunst ist leicht zu erlernen und für die Herstellung der verschiedenartigsten Schmuck- und Putzgegenstände sehr verwendbar. Eine besonders schöne Wirkung wird mit der Herstellung von Blüthen in farbigen, glatten und gewundenen Fäden erzielt. * * Die Rekruten des hiesigen Infanterie-Regiments, welche vor 14 Tagen eintraten, wurden heute Vormittag in der .Exerzierhalle der neuen Kaserne vereidigt. * * Militärisches. Den Einjährig - Freiwilligen und Avantageuren ist nunmehr gestattet worden, ebenfalls graue Mäntel von der Farbe der Osfiziersmäntel zu tragen. ** Verheirathete Rekruten sind, wie alljährlich so auch in diesem Jahr wieder bei einzelnen Regimentern eingetroffen. Gewöhnlich sind dies Leute, welche zweimal zurückgestellt und im letzten Gestellungstcrmin doch ausgehoben worden sind. Gewöhnlich glaubt der Stellungspflichtige, daß er das dritte Mal freikommen wird, nachdem er schon zwei Mal zurückgestellt worden ist. Diese Berechnung erweist sich sehr oft als falsch. Wird dann der junge Ehemann zur Fahne ein» berufen, so ist der Jammer groß, weil die Ehefrau und die Kinder keinerlei Anspruch auf Unterstützung durch den Staat oder die Gemeinde haben. Während der activen Dienstzeit wird übrigens besondere Rücksicht auf die Verheirathung nicht genommen, es erwächst aus derselben auch kein Anspruch auf die vorzeitige Entlassung. Frau und Familie sind, wenn die Eltern sich nicht ihrer annehmen, unter solchen Verhält- niffen nicht auf Rosen gebettet. Jeder junge heirathslustige Mann sollte daher die endgiltige Entscheidung über den Militärdienst abwarten, ehe er eine Frau heimführt, und wenn er noch ein paar Jahr des Wartens hinzulegt, so dürfte das auch kein Unglück sein. ** Zn Amerika verstorbene Heffeu. Allegheny, Pa.: Elisabetha Hoffmann, geb. Geyer, 66 Jahre alt, aus Beffungen. Cleveland, O. : Christian Oßmann aus Zwingenberg. Cliola Station, Adams Co., Jll.: Johann Caspar Gläßer, 80 Jahre alt, aus Goddelau. German Township, Jnd.: Anton Gumbcl senior, 62 Jahre alt, aus Osthofen. •* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Von der Staatsanwaltschaft in Mainz Maurer Georg B oh land aus Pfungstadt wegen Betrugs und Urkundenfälschung, Dienstmagd Elisabetha Mina Ey wer auSLichtenau, zuletzt in Mainz, wegen Diebstahls und Betrugs, Häfner Anton 5klein aus Frankfurt a. M. wegen Diebstahls, Dienstmagd und Kellnerin Irma Paul aus Bürstadt, zuletzt tn Mainz, wegen Betrugs und Diebstahls, der frühere Schuhmacher und jetzige Dienstknecht Nikolaus Vollrath auL Fürth i. O., zuletzt in Bürstadt, wegen Betrugs - weiter Taglöhner Adam Heck aus Framersheim von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Haussriedenbruchs- Schreinergeselle Philipp Grünewa ld aus Höllerbach i. O. vom Staatsanwalt in Groß - Umstadt wegen Diebstahls; Taglöhner Franz Lind er aus Quirnheim (Pfalz), zuletzt in Worms, vom dortigen Amtsanwalt wegen Hehlerei- Schneidergeselle Philipp Roß aus Darmstadt, zuletzt in Bad Nauheim vom Amtsgericht I. in Darmstadt wegen Strafvollzugs- Schmiedgeselle Clemens Scheubeck aus München vom Ämrsgericht Oppenheim wegen Diebstahls- Kellner Johann Scherm, zur Zeit angeblich in Mannheim, vom Amtsanwalt in Mainz wegen Diebstahls - die Schirmflickerin Gertrude Steller aus Oberasphe von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt- Dieustknecht August Teri ch aus Guben, zuletzt in Bönstadt, von derselben Behörde wegen Diebstahls- Dienstknecht Jakob Wirsching aus Oberleinbach, zuletzt in Hechtsheim, vom Aattsgericht Nieder-Olm wegen Strafvollzugs. □ Ruppertenrod, 26. October. Wenn auch unfern gestrigen „Her bst markt" nicht so schönes Wetter begleitete wie TagS vorher den Markt zu Homberg, so war daffelbe dem Markte doch insofern recht günstig, als erst am Abend nach Beendigung des Marktes das nachgerade zur Gewohnheit gewordene Regenwetter wieder loSbrach. Der Markt zeigte nicht den starken Besuch wie früher, was wohl seinen Grund in den verspäteten Feldarbeiten hatte, die manchem Besucher abhielten. Auch der Viehmarkt war schwächer wie sonst mit Schweinen befahren. Infolge deffen hielten sich Angebot und Nachfrage die Waage und der Handel ging sehr flott. Die Preise zeigten gegen diejenigen des Homberger und Grünberger Gallusmarktes eine Steigerung. Man bezahlte für das Paar Ferkel erster Qualität 45 bis 50 und 50 bis 60 Mark, zweiter Qualität 35 bis 40 und 40 bis 45 Mark. Läufer galten per Paar 75 bis 80 und 80 bis 100 Mark, j Fette Schweine wurden per Pfund Lebendgewicht mit 43 bis 45 Pfenniq bezahlt. M. W. Ans der mittleren Wetterau, 26. October. Solche Erscheinungen, wie sie der Nachsommer und Herbst 1894 bietet, hat Einsender, welcher seit langer als 40 Jahren in der Landwirthschaft praktisch thätig ist, selten ober fast noch 26. Georg Wendel, Lehrer zu Babenbausen, mit Elisabetha Dörr zu Alsbach. 26^ Ambrosius Herrmann, Fabrikarbeiter zu Ludwigshafen, mit Emma Spar >u Mannheim 26. Heinrich August Hermann Müller,'.Schneider dahier, mit Lina Maier hierselbst. «heichließaage«. October: 24. JustuS Fink, Kreisbauauiseher-Aspirant dahier, mit Karoline Henriette Dörr hierselbst. 26. Conrad Carl Gorr, HilfSbremser dahier, mit Karoline Schupp hierselbst. nie erlebt. Die herrlichen Ernte- und Obstaussichten «buchen sich auf mittelmäßig, die Futterstoffe werden durch Regen verdorben, die Kartoffeln liegen zum großen Theile noch in dem breiigen Boden und verfaulen, die Zuckerrüben find nicht aus dem Boden zu bringen, die Fuhrwerke versinken bis an die Naben auf den schlammigen Aeckern, wo man hintritt, spritzt daS Wasser hervor, die Zugthiere werden furchtbar strapezirt. Wintersaaten sind noch ganz wenige ausgestellt. Ein vorhin gemachter Versuch, Kartoffeln zu ernten, schlug fehl, denn es gab eine entsetzliche Schmiere. Heute sind genau drei Monate verstrichen, seit daS Regenwetter erschien. Nach den heißen Tagen vom 23. bis 25. Juli traten am 26. Juli heftige Gewitter und Sturzregen auf, welche bis heute mit kurzen Unterbrechungen anhielten. H Aus dem Horloffthale, 26. October. Beim Dick' wurzelauSmachen, daS bei dem sehr ungünstigen Wetter unter erschwerenden Umständen vor sich geht, fand Einsender heute zwei vollständig ausgewachsene muntere Maikäfer, was für nächstes Frühjahr ein Flugjahr für unsere Gegend bedeutet. Hirzeuhaio, im October. Unser Ort hatte, wie in früheren Jahren, auch im heurigen Sommer eine Feriencolonie von Knaben aus Frankfurt a. M. bei Gastwirth Becker und eine solche von Mädchen bei Gastwirth Landmann - die erstere war 22, die letztere 21 Köpfe stark. Wegen eines Diphtheritisfalles in der Knabencolonie mußten dieselben schon nach 14 Tagen abreisen, während die Mädcken 24 Tage hier weilten und bei ihnen beste Erfolge des hiesigen Aufenthalts zu verzeichnen waren. D. Ztg. △ Mainz, 26. October. Das durch den fortwährenden Regen hervorgerufene rasche Steigen des Rheins und seiner Nebenflüsse hat seit heute den amtlich-telegraphischen Nachrichtendienst wieder nöthig gemacht. Während hier der Rhein seit gestern nicht mehr gestiegen ist, lauten die ersten heute auf diesem Wege vom Neckar und dem Main hier eingelaufenen Nachrichten auf fortgesetztes rasches Steigen, so zwar, daß eine Ueberschwemmung der Ufer befürchtet wird. Von Maxau wird gleichfalls rapides Steigen gemeldet. Auf der canali- sirten Mainstrecke sind die Wehren wegen dem Hochwasser bereits niedergelegt. — In Bestätigung der neulichen Nachricht, daß die Regierung eine Revision sämmtlicher Gemeindekassen des Großherzogthums angeordnet, sind, nachdem in vergangener Woche die Kassen der hiesigen Hospizienverwaltung Plötzlich revidirt worden, vorgestern auf dem städtischen Gaswerk unerwartet zur Kassenrevision Beamte der Oberrechnungskammer in Darmstadt hier eingetroffen. Wie bei der Hospizienverwaltung, wurde auch die letztere Kasse vollständig in Ordnung befunden. A Vom Rhein, 26. October. Heute sind es 70 Jahre, daß das erste Dampfschiff den Rhein herauffuhr. Es war der der Niederländischen Stromboot-Mentschapp gehörende Dampfer „Der Seelander". A Ans Rheinhessen, 26. October. In den Wirthschaften der diesseitigen Provinz kommt jetzt der „Neue" (1894 er) zum Ausschank. Von welcher Qualität der neue Wein ist, läßt sich daraus beurtheilen, daß man in verschiedenen Ortschaften zu dem Most und „Federweißen" Zucker servirt bekommt. Vermischtes. * Höchst, 23. October. Die hiesigen F a r b vo e r f je (vormals Meister, Lucius und Brünning) haben zu den bacteriologischen Untersuchungen besonders viele Meerschweinchen nöthig. Durch die überaus große Nachfrage nach dem Behring'schen Diphtherie-Heilserum ist der Bedarf an Meerschweinchen ein so großer geworden, daß die früheren Bezugsquellen ihn nicht decken konnten. Die Direction der Farbwerke hat sich deshalb, wie der „Rhein. Kur." berichtet, entschlossen, die rationelle Zucht dieser Thierchen in unserem Kreise anzubahnen. Jeder, der die Zucht betreiben will, erhält eine beliebige Anzahl Zuchtthierchen unentgeltlich gegen die Verpflichtung, dieselbe Zahl junger Thierchen zurückzuliefern. Für jedes weitere Thierchen wird dagegen eine Vergütung von 1.50 Mk. in Aussicht gefüllt. Da bte Zucht an sich keine kostspielige ist, so dürfte gewiß Mancher die gebotene Gelegenheit ergreifen, sich eine Nebeneinnahme zu verschaffen. ♦ Aos einer"Gesangvereinsprobe. „Meine Damen und Herren! Paffen Sie doch ein roentg auf! Singen wir noch einmal das Lied: Ich wollt', ich wär' ein Vogel, Dann baut’ ich mir ein Nest'. Sie nehmen den Vogel viel zu hoch und das Nest zu tief. Sodann bei dem Passus: „Am Fenster meines Liebchens" viel zu dusement. Das Fenster muß mehr herausgedrückt werden. Also noch einmal von vorn!" ArrsMg aus den Starrderamt-register« der Stadt Gießen. October: 20. Johann Georg Kraft, Metzger und Wirtb dahier, mit Maria Schrimpf hierfelbst. 20. Jacob Nicolai, Schlosser zu Betzdorf, mit Maria Elisabetha Etzelmüller zu Struthof. 22. Heinrich Pfeiffer, Kaufmann zu Witten, mit Margarethe Charlotte Lenninger hierselbst. 22. Philipp Buh Schutzmann zu Frankfurt a. M., mit Anna Weber zu Ettingshausen. 23. Job. Paul Langner, Schlosser zu Sinn, mit Wilhelmine Pfeiffer daselbst. 23. Konrad Balser. Taglöhner dahier, mit Anna Maria Geiß hierselbst. 25. Dr. Friedrich Gengnagel, pract. Arzt zu Großen-Buseck, mit Bertha Anna Marie Louise Dittmar zu Würzburg. 25. Friedrich Louis PhilippMcolaus ’ Lehrmund. Friseur dthier, mit Margarethe Maser zu Leun. «•botnu. October: 16. Dem Schreinermeistcr Karl Tränkner ein Sohn, Arthur. 18. Dem Schuhmacher Karl Anton Lehr ein Sohn, Joh. Georg. 18. Dem Forstasseffor Christian Walter eine Tochter. Mtorfrttu. October: 19. Heinrich Meuser, 25 Jahre alt, Hüttenarbeiter von Bermoll. 20. Karoline Müller, 42 Jahre alt, Dicnstmagd auS Psaffenthal. 21. Karl Otto', 33 Jahre alt, Kaufmann dahier. 21. Konrad Fritz Klein, 2 Monate alt, Sohn von Viehhändler Heinrich Klein dahier. 24 Friedrich Tröller, 58 Jahre alt, Hirt von Niederbiel. 25. Karl Peter Schupp, 14 Jabre alt. Sohn von Taglöhner Peter Schupp dahier. 25. Siegfried Stein, 24 Jahre alt, Student von Löwenberg in Schlesien. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Markusgemetnde. Den 26. October. Hllfsbremser Karl Gorr zu Gießen und Karoline Schupp, Tochter ves verstorbenen Steigers Johann Ludwiß Schupp zu Königsberg. Jobannesgemein de. Den 25. October. JustuS Fink. Kreisbauausseher-ASpirant zu Gießen, und Caroline Henriette Dörr, Tochter deS Schriftsetzers Emil Dörr zu Gießen. Sttattfü. Mattbäusgemeinde. Den 21. October. Dem Buchbinder Hermann Wagner ein Sohn, HanS Adolf Emil Karl, geboren den 26. Juli. Denselben. Dem Metzger Georg Ruthsatz ein Sohn, Otto Louis, geboren den 17. September. Den 21. October. Dem Locomotivsührer Heinrich Amend ein Sohn, Karl, geboren den 20. September. Denselben. Dem Bürgermeistereigehülfen Karl Brod ein Sohn, Karl Curt, geboren den 18. Seplember. Markusgemeinde. Den 21. Oktober. Dem Ofensetzer Bernhard Nonnewitz eine Tochter, Maria Margarethe, geboren den 7. August. Denselben. Dem Taglöhner Karl Becker eine Tochter, Marte Käthe Auguste Dina, geboren den 15. September. Den 26. October. Dem Metzger Hermann Zell ein Sohn, Hermann Ludwig, geboren den 27. März. Lukasgemeinde. Den 21. October. Dem Handelsmann Eduard Battenberg eine Tochter, Luise, geboren den 11. September. Johannesgemetnde. Den 24. October. Dem Restaurateur Eduard Hildebrandt ein Sohn, Heinrich Carl Hermann August, geboren den 8. September. Matthäusgemeinde. Den 23. October. Karl Otto, Kaufmann in Hamburg, Sohn des pensiontrten Lokomotivführers Werner Otto, 33 Jahre alt, gestorben den 21. October. Lukasgemeinde. Den 21. October. Konrad Dörr, Privatmann, alt 68 Jahre, starb den 19. October. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 26.October. sPer transatlantischen Telegraph«! Der Schnelldampfer Spree, Capttän Meissel, vom Nordd Lloyd in Bremen, welcher am 16. October von Bremen und am 17. October von Southampton abgegangen war, ist gestern, 6 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 26. October. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer H. H. Meter, Capttän M. Möller, vom Nordd. Lloyd in Bremen welcher am 11. October von Bremen abgegangen war, ist gestern, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore ange- kommen. Verkehr, Land« und volkswirthschaft. 27. Dctbr. Marktbericht Hui dem heutig n Woch-mnartt kostete: Butter or. Md. .Ä-.90-1,00, Hühnerei er pr. Stück X 2 Stück 14—16:4, Käse pr- St. 4—8 X Kittematte pt. St- 3 X Erbsen pr. Liter 17 X Linsen pr. ßtter 28 X Tauben pr. Paar A 0,50—1,00, Hübner pr. Stück Ä 0,85—1.00, Hahnen pr. St. X0,65 -1.00,Entenpr.St- X 1,30-1,8).Gäns:pr.Pfd.42—58, Ochsevfl. pr. Pfo 76-80 X Kuh-u Rindfl pr.Pfd. —70 X Schweinefleisch pr. Md. 66 -76 X Kalbfleisch pr. Md- 68 -70 X Hanmrel» fleisch pr. Pfd. 60—70 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00—6,00 X, WeHkrmri vr Stück--X Zwiebeln or. Eentner 3,00—3,50 X, Milch or, Liter 16 20 X Enteneier 2 ©t — X Gänseeier — 4« Zwetschen pr. Ctr X 3,00—4.00. Touristen und Sommerfrischlern aufs wärmste zu empfehlen ist die bekannte Sammlung von Meyers Reisebüchern. Geschickte und zuverlässige Führung. Vortreffliches und reichhaltiges Kartenmaterial. Handliches Format. — Ausführliche Verzeichnisse gratis in allen Buchhandlungen. — Bibliographisches^nstitut^n^ipzigUDdJViQP^^^ Frisch, kräftig, rein öchmack and tadelloser Beschaffenheit sind, laut Gutachten und Analysen beeideter Handels-Chemiker Bolero’s Fleisch-Präparate, Sowohl „Bolero’s Fleisch-Extracte“ als auch „Bolero’s Fleisch- Pepton“ repräsentiren Nahrungsmittel von vorzüglicher Güte, hoher Nährkraft und vorzüglichem Geschmack, welche Eigenschaften nicht jedes ähnliche Präparat aufweisen kann, weshalb man beim Einkauf in Delicatessen-Handlungen, Drogerien und Apotheken, besonders । die Marke Bolero verlangen und beachten soll. 7725 8860 [8864 empfiehlt 63,27 Pflasterarbeiten Montag Abend r Euler- Cmpl. Dktteil Lii berg-Ecke. 8871 [8858] - © v © © Solide Wreise 7544 8855 empfiehlt H. F. Nassauer 8678 8800 Exped. d. Bl. erbeten. [8863 aller Art empfiehlt Frankfurter Börse vom 26. October 1894. 103.30 as Erinnerungen ihr •orftyrtn; ,@ln Luch r Prätention, auf je welker feiner Kunst Mit einer Pflanzenernährun^ Mitte der Uap- verstimmt zu werb von hmnbold nul practicirte Moiestt bet wissenschaftlich wo er Prioatdoce! Volk schreibt. Si Mteriatisten. 3' Wechsels in Pflant Evoche, doch der y wat das Recht zu als zweites Opfer »Am 26. Ju engeren Senates b Schrift und Wort lehrm, ihm die ve etnm Protest, der hinüber unb bkSß scharf iufmmm. ohne Wdbtif ui ein Sui nach Lürta Ja innigem 9 Wwexte Mescho wä) Wt. Lasse »Es war ta schauungen com \ fünfen Jahre iw nicht lange, dah R daß er als Miig *on Liebigs The! heroorgernien un Beachtung werlb )es Inhaltes jene 6aB der ehrwürdi 6753* Großes Zimmer, möbl. ober «nmSblirt, sofort zu uermiethen. ©rüubergerslr. 18, 11., Vorderhaus. Wermischte Anzeigen T /*» T 8866 4o/o DeutscheGrdsch. 31/j% dto. 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