1884 Dienstag den 28. August Rr. 200 Amts- und Anzeigeblatt Mr den "Kreis Gietzen. Redaction, Trprditio» und Druckerei: Schvtstraße Kr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger -konntmentsprel«: 2 Mark 20 Psg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Die Gießener AamttienötLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießtnrr Anzeiger erscheint täglich, tnit Ausnahme deS Montag». Gießener Anzeiger Generat-Mnzeiger. Hratisöeitage: Gießener Jamikienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. gesetzlichen Grundlage durchaus entbehren. Hoffentlich tritt I man an maßgebender Stelle diesen Klagen der bäuerlichen Bevölkerung näher. — Unter den Bergarbeitern von Rheinland und Westfalen ist eine lebhafte Bewegung im Gange, um eine großartige Organisation aller Bergleute zu schaffen. An dieser Bewegung find sowohl die socialdemokratischen Bergleute, als auch die in den evangelischen Arbeitervereinen, in den katholischen Gesellenvereinen und anderen christlichen Vereinigungen organisirten Bergleute beteiligt. Am Sonntag, den 26. August, hielten die Delegirten der evangelischen und katholischen Bergarbeiter-Vereiuigungen eine Besprechung in Essen in dieser Frage ab. — Nach einer Meldung der „Correspondenz des Bundes der Landwirthe" hatte Herr v. Hertzberg-Lottin, ein Mitglied des Bundes der Landwirthe, eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet und ihn gebeten, sich für die Einführung von Getreidesilos zu interesfiren resp. die Staatshilfe dazu in Aussicht zu stellen. Graf Caprivi hat hierauf sehr wohlwollend geantwortet, die Bedeutung der Frage anerkannt, den Antragsteller aber an den Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, von Heyden, verwiesen. Herr von Hertzberg hat nunmehr den gleichen Antrag unter Beisügung des Antwortschreibens des Reichskanzlers dem Landwirthschaftsminifter unterbreitet und hierbei noch einzelne weitere Wünsche ausgesprochen. Auf dieses Gesuch hat Herr von Hertzberg noch keine Antwort erhalten, auch ist ihm trotz wiederholten Ersuchens das Schreiben des Reichskanzlers nicht wieder zurückgesandt worden. — Der Reichscommissar Major Dr. von W:ßmann theilte dem Redacteur Tippel von der „Tägl. Rundschau' in Schweidnitz auf dessen Anfrage mit, daß er als Reichs- commisfar auch seine fernere Thätigkeit den deutschen Colonien widmen werde. . — Wie dem „Reichsanzeiger" von amtlicher Sette mit- getheilt wird, ist die neuerdings von verschiedenen Zeitungen gebrachte Mittheilung von einer seitens der General-Lotterie- Direction erlassenen Warnung in Betreff des Privathandels mit Antheilscheinen von Staatslotterie- losen nicht zutreffend. — Der Erbprinz Leopold von Jsenburg- Btrftein läßt für sich und die übrigen Prinzen die durch die Zeitungen gegangene Nachricht von der Verlobung mit Fräulein Pullman kategorisch für unbegründet erklären. — Es steht jetzt fest, daß die Könige von Sachsen der Sonne hatten verlaffen. Unter heiteren Haus des Kuraten nachten wollten. Gesprächen kehrten die Reisenden in das von Ober-Gurgl zurück, wo sie über- in einem der einfachen Gastzimmer nieder und Württemberg und der Prinzregent von Braunschweig dem Kaisermanöver beiwohnen werden. Alle drei werden im Köntgl. Schloß zu Königsberg wohnen und sich von dort täglich mit Sonderzügen in das Manövergelände begeben. Das Hauptquartier des Kaisers wird während der ganzen Dauer des Manövers im Schloß in Schlobitten auf- geschlagen werden. In der Marienburg wird der Kaiser nur vorübergehend Aufenthalt nehmen, und zwar in den Nachmittagsstunden des 7. und 8. September. Hamburg, 25. August. Gegenüber der Zeitungsmeldung, daß eine englische Dampfer-Gesellschaft in Nordenham die nöthigen Hasenplätze für Errichtung einer Dampferlmie zwischen der Weser und Newyork gemiethet habe, erklärt die oldenburgische Verwaltung der Direction der Hamburg- Amerika-Linie, daß sie keinen solchen Pachtvertrag geschlossen habe und auch keine derartigen Anträge bei ihr eingegangen seien. Königsberg i. Pr-, 25. August. Geheimrath Dr. Robert Koch ist heute hier eingetroffen und hat die zur Abwehr der Cholera getroffenen Anordnungen gebilligt. Deutscher Reich. Berlin, 25. August. Ein Gesetzentwurf über die Communalsteuerpflicht des Reiches wird, nach einer Aeußerung des Staatssecretärs Dr. von Boetticher, in der nächsten Reichstagssession wahrscheinlich eingebracht werden. Diese Frage würde, wie die „Berl. Pol. Nachr." erinnern, den Reichstag keineswegs zum ersten Male beschäftigen, denn schon 1874 wurde dem Parlamente ein Gesetzentwurf unterbreitet, welcher den Zweck verfolgte, die Heranziehung des Reiches zu Steuern persönlicher Natur ausdrücklich aus- zuschließen, indeffen blieb die Vorlage unerledigt. Es stellte sich aber im Laufe der Jahre heraus, daß eine solche gesetzliche Ausschließung der Communalsteuerpflicht des Reiches verschiedene Gemeinden dauernd geschädigt haben würde. Denn die Gemeinden mit großen reichSfiscalischen Eturtch- tungen, welche einen starken Zuzug von Arbeitern zur Folge hatten, mußten jetzt für Schulzwecke, Armenpflege u. s. w. erhebliche Mittel anwenden, für welche die von den zugezogenen Arbeitern erhobenen Steuerbeiträge einen nicht im Entferntesten genügenden Ausgleich bildeten, so daß die betreffenden Gemeinden meist in finanzielle Schwierigkeiten gertethen. In der Folge traten die zuständigen Reichsbehörden der Sache näher und es gelangte 1891 im Reichs- schatzamte ein Entwurf zur Ausarbeitung, welcher die Frage der Steuerpflicht des ReichsfiscuS in sachlicher wie formeller Beziehung regelte. Auf Grund dieses Entwurfes fanden dann eingehendere Erörterungen in der ganzen Angelegenheit zwischen den betheiligten Ressorts statt, bei welchen Verhandlungen nicht geringe Schwierigkeiten in manchen Einzelfragen hervortraten. Nunmehr scheint diese Frage gelöst zu fein, wie die Ausarbeitung einer neuen Vorlage über die Communalsteuerpflicht des Reiches beweist, und darf man wohl hoffen, daß der betreffende Entwurf dem Reichstage nach seinem Zusammentritte ohne jede Verzögerung zugehen wird. — Aus verschiedenen Gegenden des Reiches kommen Klagen darüber, daß Bauern durch die Militärbehörde zur Räumung ihrer Gehöfte gezwungen worden seien, um dem Militär für seine Schießübungen Platz zu machen, ja, es soll sogar den Bewohnern ganzer Dorfschaften verboten worden fein, eine Woche lang ihre Fluren vor 1 Uhr Nachmittags zu betreten. Wenn sich die Sache wirklich so verhält, wie sie in den betreffenden Nachrichten geschildert wird, so liegt entschieden ein Uebergriff der Militärverwaltung vor, denn derartige Anordnungen würden der Wetten um hohe Beträge aus. Die Unterhaltung lenkte sich schließlich auf das Reiseziel des Bremer Kaufmanns. Dieser beabsichtigte, nachdem er das Oetzthal verlaffen, über Meran und Botzen einen Abstecher nach Riva am Gardasee zu machen, um dann über den Brennerpaß nach Deutschland zurückzukehren. Zunächst wollte er jedoch den Wunsch seiner Tochter erfüllen und mit ihr und zwei Führern die Wildspitze besteigen. Landmann bot hierzu seine Begleitung an, die von Vater und Tochter mit freundlichem Danke angenommen wurde. „Very well!" sagte Sendel. „Morgen früh steigen wir also den Weg zum Ramoljoch hinauf, auf dem wir heute Vormittag herabkamen. Es führt doch kein anderer hinüber nach Fend?" „Nein, es ist der einzige," antwortete Landmann. „Es ist ein einsamer Pfad," bemerkte Mary. „DaS Dörfchen hier und eine einzige Sennhütte sind alles, wag man von menschlichen Behausungen erblickt." „Und doch," erwiderte Landmann, „steht dicht am Wege ein Häuschen, das jedem Vorübergehenden auffallen muß, und zwar gerade an jener Stelle, wo man den schönen Blick auf die beiden Gletscher hat, also etwas unterhalb des „Köpfte", auf dem das Ramolhaus steht." „Wie ist dies aber möglich?" fragte Mary. „Wir haben heute Morgen gerade an dieser Stelle verweilt und das Häuschen nicht bemerkt." „Und doch verhält eS sich so, mein Fräulein l" entgegnete Landmann lächelnd. (Fortsetzung folgt.) Arr-laud. Wien, 25. August. Kaiser Franz Joseph hat die Anzeige des Präsidenten Casimir Perier von dem Antritt seiner Regentschaft durch ein eigenhändiges Handschreiben beantwortet, welches der österreichische Botschafter in Paris dem Präsidenten überreichte. n Budapest, 25. August. Der Ackerbauminister unterläßt dieses Jahr den üblichen Jahresbericht über den Stand der ungarischen Weizenernte, angeblich um die Interessen der Landwirthschast und den Weizenpreis nicht zu drücken. Rom, 25. August. General Morra, welcher, mit dictatorischer Gewalt versehen, nach Sizilien gesandt wurde, hat 5 0 00 Lire unter die Armen Palermos vertheilen lassen. m , Rom, 25. August. Die Präfectur von Palermo ver- . öffentlicht ein Manifest, wodurch bis auf Weiteres die Z u r ü ck - gäbe der Waffen, die während des Belagerungszustandes eingeliefert wurden, in Anbetracht der noch nicht vollständig normalen Zustände suspendirt wird. Die Präfectur von Messina ordnete gleichsalls die Suspension an. — Das Räuberunwesen aus Sizilien blüht üppiger denn je, die Aufhebung des Belagerungszustandes auf der --- Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Herrn sehr ergötzte. Nach einer Pause wandte sich Landmann an das junge Mädchen. „Sie haben in Bremen ein Bild von der Wildspitze gesehen, gnädiges Fräulein? Ist Ihnen vielleicht der Name des Malers erinnerlich?" Mary sann nach. Plötzlich rief sie überrascht: „Ist es nicht der Ihrige?" „Allerdings," lachte der Maler. „Mein Bild von der Wildspitze war letzten Frühling in Bremen ausgestellt. Senator Carstens hat es gekauft." , v £ . Das Mädchen schwieg wie betroffen, tndeß der alte Herr murmelte: „Strange in deed! Tobe sure!“ rief er dann aus: „Der alte Carstens'. Ich habe eS selbst bei ihm und setzten äi einem Glase guten Tyroler Weins ihre Unter- Haltung fort. Auch der Kurat störte sie nicht, da die große Zahl seiner heutigen Gaste seine ganze Aufmerksamkeit in Dämmerung war hereingebrochen und die Strahlen auch die höchsten Gipfel der Berge D?e beiden jungen Leute schienen ein wachsendes Gefallen aneinander zu finden. ~ Der Maler empfand eine tiefe und seltene Sympathie der Anschauungen und Gefühle des schönen' Mädchens mit den [einigen, während Mary, nicht, wie sonst spröde und zurückhaltend, von hoher Achtung von seinem Talent erfüll war und mit lebhaftem Jntereffe seinen Worten lauschte, die einen ungezwungenen, doch kräftigen Character und eine reiche j8llbUau* ^em^^lten Herrn Sendel schien die Unterhaltung mit dem Maler sehr zu behagen, der auf alle seine bisweilen Kruilleton. Die Wette im Hochgebirge. Von Adolph Thiele. (1. Fortsetzung.) Es ist das Großartigste, was ich je gesehen," antwortete Mary. „Schon als ich die Berge aus der Ferne winken sah, grüßten sie mich wie alte Freunde. In meiner Kindheit habe ich den Sommer meist in den Gebirgen von Cornwallis verlebt und auch später am liebsten Bilder auS dem Gebirge betrachtet. Daher überkam mich ein so trautes und heimisches Gefühl, als uns die Berge in ihrer Mitte aufaenommen hatten. Aber das höchste Ziel meiner Sehnsucht war stets daS Hochgebirge. Es ist nun erreicht, aber es hat meine Erwartung übertroffen." Und mich hat das Mädchen mit seiner Naturschwarmerei anaesteckt," sagte der alte Herr jovial. „Da hatte ihr in Bremen ein Bild von der Wildspitze über alles gefallen, und die mußte sie nun sehen, abßolutely. Kaum aber find wir drüben in Fend feierlich auf Eseln eingeritten, in Fend, wo uns doch die Wildspitze vor der Nase liegt, so will sie hinauf auf das Ramoljoch." , t , 1(£ „Um die Wildspitze bis zuletzt aufzuheben, dear papal“ warf Mary verteidigend ein. Well! Heute früh heißts dann im Ratmolhause, wo wir übernachteten: Dear papa, mir gefällt es hier so sehr, wollen wir nicht einmal hinunter nach Ober-Gurgl ? Aber hast Du es denn benutzt, Papa?" fragte die Tochter schelmisch. „Hat eS Dir beim Kuraten unten nicht gefetten? dear!“ erwiderte der alte Herr, „der Kurat" ist aber auch ein köstlicher Mann. Behaglich schmunzelnd sprach er sich über die Kuraten aus, die er auf der Reise besucht hatte. Der Maler kannte alle diese Herren, die neben ihrem . geistlichen Amte eine Gastwirihschaft betreiben, persönlich und .h-m- B-r,chi-d.n-- au« >hr°m L-b-n ml», was ben a(t=n | der alte Herr eine große Vorliebe für daS Wetten besaß. Fast bei allen den erzählten Geschichten spielte eine Wette mit. Sendel gab auch seine Neigung zu diesem Sport unumwunden zu, vertheidigte denselben damit, daß jeder der beiden Partner die Freude des RechtbehaltenS habe, während sie nur einer bezahlte, und sprach sich schließlich gegen daS Insel scheint dem sizilianischen Banditenthum recht zu Statten zu kommen. So überfielen Strolche das Haus eines Grundbesitzers in Palermo, tödteten drei, verwundeten vier Personen und verließen unbehelligt das Haus wieder, nachdem sie es gänzlich ausgeraubt hatten. Das sind wirklich recht nette Zustände in Sizilien! Paris, 25. August. „Matin" erklärt, dem Obersten Monteil sei, nach Aussage des Colontalministers, ein Abberufungsschreiben zugegangen. Loudon, 25. August. Wie die „Times" aus Shangai melden', haben mehrere japanische Transportschiffe an der Mündung des Taidon-Fluffes Truppen abgesetzt. Ferner berichten die „Times" aus Aokohama, daß die japanische Flotte gegenwärtig im chinesischen Meere den Feind aufzufinden sucht. Bis jetzt find bereits 85 000 Japaner auf Korea gelandet, Verstärkungen sollen noch folgen. Loudou, 25. August. Aus Tokio wird gemeldet: Das Kriegsministerium empfing bis zum 20. d. Mts. Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Bis dahin hat keine Schlacht stattgefunden, aber die feindlichen Heere nähern sich. Am 17. d. MtS. fand nun ein Zusammenstoß zwischen japanischen Vorposten und der chinesischen Vorhut statt, welche sich verschiedener Telegraphen bemächtigt hatte. Nach lebhaftem Gefecht zogen sich die Japaner zurück. Ein japanesischer Lieutenant fiel, fünf Gemeine wurden verwundet. Der Verlust chinefischerseits ist auch unerheblich. Barcelona, 25. August. Hier und in der Umgegend herrscht schreckliches Unwetter. Die Telegraphenleitungen sind zerstört. — Die Petersburger Meldungen über die jüngste Unpäßlichkeit desKaisersvonRußland erregen überall im Auslande Befremden. Denn während er nach der einen Nachricht von der Influenza befallen worden sein soll, meldet die andere Nachricht, der Czar sei überarbeitet, eine dritte, private, Meldung will wissen, der Czar leide an den Nachwehen seiner früheren Lungenentzündung. Jedenfalls ist dieser Widerspruch einigermaßen auffällig, im Uebrigen versichern alle drei Meldungen übereinstimmend, daß das Befinden des Czaren zu keinen ernsten Besorgnissen Anlaß gebe. Was die Abbestellung der großen Manöver bei Smolensk anbelangt, so liegen über die Gründe dieser Maßnahme ebenfalls widersprechende Petersburger Meldungen vor. Dieselben behaupten einerseits, die Aufhebung der Smolensker Manöver sei mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Kaisers Alexander erfolgt, anderseits jedoch versichern sie, das Umsichgreifen der Cholera sei die Ursache der Abbestellung der Manöver gewesen. Es fehlt aber auch nicht an einem Gerücht, dem zufolge ein neues geplantes Attentat der Nihilisten gegen den Czaren entdeckt worden sei, dasselbe sollte angeblich während der Anwesenheit des Kaisers bei den Smolensker Manövern zur Ausführung kommen^ daher deren Abbestellung. Sofia, 25. August. Der Ministerrath beschloß, das seiner Zeit erlassene Verbot gewisser fremder Journale aufzuheben und sämmtlichen Zeitschriften ausnahmslos den freien Eintritt in Bulgarien zu gestatten. Sofia, 25. August. Ein ehemaliger Anhänger der Zankow'schen Partei veröffentlicht im „Slobodno Slowo" einen offenen Brief an Zankow, worin diesem der ernste Rath ertheilt wird, nach Petersburg zurückzukehren und seine russische Pension dort ruhig zu verzehren. Bulgarien bedürfe nicht Zankows Hilfe und Rath. Alles, was Zankow bisher gethan, sei zum Schaden Bulgariens ausgefallen. New'Nork, 25. August. In den Bergwerken von G i l b e r t o n in Pensylvanien wurden in Folge eines Erdrutsches zwanzig Arbeiter verschüttet. Ihre Rettung ist unmöglich. Netteste Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Petersburg, 26. August. Heute ist eine Verordnung amtlich veröffentlicht worden, auf Grund deren die Beaufsichtigung der Gereideausfuhr aus Libau einem besonderen Beamten übertragen wird. Die Controle betrifft die Art und den Procentsatz der Beimischung. Depeschen bet Bureau .Herold*. Berlin, 26. August. Aus Elbing wird gemeldet, daß die Kaiserin am 7. September daselbst eintrifft. Vom ersten Stock des Rathhauses aus wird die Kaiserin den festlichen Veranstaltungen beiwohnen. Ferner wird die Kaiserin die Parade auf dem Neustädler Feld ansehen und Nachmittags an der Paradetafel im Schlosse theilnehmen. Interlaken, 26. August. Das Hotel Victoria steht in Flammen. Das Feuer brach während der table d’höte aus, an welche^ 180 Personen theilnahmen. Wien, 26. August. Die Czernowitzer Landesregierung b e- schlagnahmte eine große Sendung russischer Gebetbücher, welche zur Verkeilung an die österreichischen Ruthe- nen bestimmt waren. Die in den Gebetbüchern befindlichen Gebete für die Familie des Czaren werden als hochverräthe- rtsch angesehen. Cocele» ttttfr provinzielle». Gießen, den 27. August 1894. * • Feuerwehrfest. ES wird uns nachträglich mitgetheilt, daß der telegraphische Gruß Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs an den Verbandstag hessischer freiwilliger Feuerwehren nicht eine Erwiderung gewesen auf das etwa gleichzeitig an Allerhöchstdenselben abgesandte Huldigungstelegramm,- die Kundgebung der Antheilnahme und der guten Wünsche unseres Landesherrn sür den Erfolg des Feuerwehrtages gewinnt dadurch an hocherfreultcher Bedeutung für alle Theilnehmer an der Versammlung wie für die Sache der freiwilligen Feuerwehren Hessens. — Wir theilen hierbei noch mit, daß in dem Abdruck des Telegramms das Wort „besten" vor „Erfolg" irrthümlich weggelassen worden ist. * * Die Nachfeier des Feuerwehrfeste» ist, soweit sich jetzt übersehen läßt, gut verlaufen. Schon der Besuch des Festplatzes am Samstag Abend konnte befriedigen und am gestrigen Sonntag war trotz einer Anzahl von Kirmessen in der Umgebung der Besuch ein großer. Während der Samstag Abend lediglich Concert der hiesigen Regtmentsmufik bot, gestaltete sich der gestrige Sonntag zu einer größeren Feier - es fanden nach einem Umzug der RegimentSmusik mit den Tambourcorps der Feuerwehr Concert, Gesangsvorträge der Männergesangvereine, Quadrille der Radfahrer, am Abend außerdem Turnerretgen, Leiterpyramiden, lebende Bilder und Tanz statt. Alle Nummern deS Programms fanden großen Beifall. Die Wirthschaften hatten, besonders am Abend, starken Zuspruch, einige waren überfüllt. Es wurden, wie uns mitgetheilt wird, an beiden Tagen 90 Hectoliter Bier verzapft. — So hat das schöne Feuerwehrfest, nachdem über der Nachfeier ein freundlicherer Himmel als über der Hauptfeier geschwebt, einen befriedigenden Abschluß gefunden; finanziell allerdings wird noch eine ziemlich wette Lücke auszufüllen bleiben. Es sollen am Samstag Abend gegen 1500 Karten ä 20 Pfg., am Sonntag gegen 4500 ä 30 Pfg. verkauft worden sein. Herr Oberbürgermeister Gnauth hatte sein Interesse an dem Gelingen der Nachfeier durch ein Telegramm bethättgt, welches er aus Dobel (Schwarzwald) an den Festausschuß sandte. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Zur heutigen Nachfeier wünsche dem Hauptausschuß schönes Wetter und guten Erfolg." * * Eine neue Nnmmerinmg der Häuser wurde in der Stein st raße vorgenommen, die jedenfalls in der ersten Zeit den Briefträgern rc. zu schaffen machen wird. Die „Verschiebung" der Nummern ist eine ganz beträchtliche, denn die Häuser, die in voriger Woche beispielsweise noch die Nrn. 19, 29 trugen, haben die Nrn. 33 bezw. 45 erhalten u. s. w. * * Durch den Unfug des sogen. Froschwerfens wurden während der Nachfeier, besonders am Samstag Abend, viele Besucher des Festplatzes empfindlich belästigt, so daß einige es vorzogen, sich zu entfernen. Derartige „Späße" sollte man doch schon aus Rücksicht gegen die Damen und weniger nervenstarke Personen unterlaffen. Kein vernünftiger Mensch wird an solchen Kindereien Gefallen finden- sie erzeugen nur Unwillen. * * Wie ausgestorben war gestern Nachmittag die innere Stadt. Wer nicht am Feuerwehrfest theilnahm, war nach den Kirchweihfesten zu Wieseck, Klein-Linden u. s. w. ausgezogen. * * Gelandete Leiche. Die Leiche des seit einiger Zeit vermißten geisteskranken jungen Mannes von hier wurde am vorigen Samstag Abend im Woog aufgefunden. * * Die Hühnerjagd soll, nach darüber aus verschiedenen Gegenden vorliegenden Berichten, in diesem Jahre eine recht ergiebige sein. * * Aichung der Maße und Gewichte. Im Großherzog- thum Hessen wurden im Jahre 1893 177,41 Maße, Gewichte rc. geaicht und dafür 76,576 Mk. 87 Pf. Gebühren erhoben. * * Die in Leipzig abgehaltene 13. Hauptversammlung des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen nahm folgende, aus der Mitte der Versammlung gestellten Anträge an: „Die Generalversammlung beauftragt den Vorstand: 1) sich in Gemeinschaft mit anderen kaufmännischen Vereinen mit einer Eingabe an den Reichstag zu wenden mit der Bitte, das bestehende Sonntagsruhegesetz dahin abzuändern, daß die Sonntagsarbeit für die Engrosgeschäfte verboten wird. Für die Detailgeschäfte hält sie eine Verkaufszeit von drei Stunden, 7 bis 10 Uhr, für völlig ausreichend, da alles Wettere einem thatsächlichen Bedürfniß nicht entspricht - 2) sich in Gemeinschaft mit den Prinzipalen mit einer Petition mit der Bitte' an den Reichstag zu wenden um Erlassung eines Verbots gegen die Consumvereine und Waarenhäuser für Offiziere und Beamte u. s. w. — welche den Kleinhandel und das Kleingewerbe schädigen — eventl. um Erlassung einschränkender Bestimmungen gegen die Thätigkeit dieser Vereine (durch höhere Besteuerung)." Ferner: „Die Generalversammlung wolle beschließen und veranlassen, daß im Abgeordnetenhause der Antrag eingebracht wird, dem § 61 des Handelsgesetzbuches einen Nachtrag zu geben, welcher lautet: „Jeder Chef ist verpflichtet, seinem jungen Manne, gleichviel in welcher kaufmännischen Eigenschaft er angestellt ist, während der festgesetzten Kündigungszeit den nöthigen Urlaub zu einer mindest dreimaligen Vorstellung behufs Stellenerlangung zu gewähren." Beide Anträge wurden dem Vorstand zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Nach der Wahl des Vorstandes wurde zum Vorort für den nächsten Verbandstag wiederum Leipzig gewählt. ** Behandlung ausgewachsenen Getreides. In dem „Marburger Tagebl." finden wir folgende Notiz, die sich mit der Behandlung ausgewachsenen Getreides besaßt. Dieselbe besagt Folgendes: Das ausgewachsene Getreide darf nicht gleich nach dem Dreschen zur Mühle gebracht werden, sondern man muß es vorher völlig austrocknen oder abdorren, den dabei abfallenden Auswuchs absondern und das Getreide womöglich mit gesundem vermengen. 2. Das von den ausgewachsenen Körnern gewonnene Mehl darf nicht sogleich, nachdem es von der Mühle gekommen ist, verbacken werden, sondern muß wenigstens 6 Tage an einem dunklen Orte stehen bleiben und ist dabet öfteres Umrühren zu empfehlen. 3. Bet dem Etntetgen des Mehles darf nicht zu viel und ja nicht zu heißes Wasser zugegossen werden. Der Teig selbst ist, wenn möglich mit trockenem Mehl zu durchkneten, etwas mehr zu säuern und beim Kneten etwas zu setzen- auch die Laibe dürfen nicht zu groß gemacht und nicht bei jäher Hitze gebacken werden. 4. Man esse das Brot niemals frisch gebacken, sondern erst nach dem dritten Tage. W. Bad-Nauheim, 24. August. Gestern Nachmittag fand eine Revision der hier zur Cur anwesenden Militärpersonen durch den neuernannten Corps-Generalarzt des 11. Armeecorps, Herrn Dr. Brünner, welcher mit bent Corps - Stabsapotheker, Herrn Dr. H ermann, dahier erschienen war, statt und konnte Revisor nur seine vollständige Zufriedenheit mit den Curerfolgen aussprechen. Nachdem derselbe sich bet dem Vorsitzenden des hiesigen Kur- und Verschönerungsveretns, Herrn August Wagner, über die Quartier- und Verpflegungsverhältnisse der Patienten er- kündigt hatte, nahm er in Begleitung des letzteren eine Besichtigung der Badehäuser, des Curhauses, der Anlagen und sonstiger Cureinrichtungen vor, und konnte hierbei constatirt werden, daß die Verbesserungen unseres Heilapparates gleichen Schritt mit den Fortschritten der Balneologie gehalten haben. Friedberg, 25. August. Gestern Mittag um 1 Uhr trafen unerwartet der Großherzog, die Großherzogin, die Prinzessin A lir, sowie die Prinzessin Victoria von Battenberg nebst Gefolge hier ein, verweilten einige Stunden im Großh. Schlosse dahier und reisten gegen Abend nach Schloß Wolfsgarten wieder zurück. Zum Empfang der allerhöchsten Herrschaften waren Geh. Regterungsrath Dr. Braden, sowie Premierlieutenant Arnold in Vertretung des BezirkS- commandeurs am Bahnhofe. A Mainz, 25. August. Durch den Vorstand des Mainzer Gewerbevereins fand heute Vormittag in Anwesenheit einer kleinen Anzahl freiwillig erschienener Gäste und mehrerer Vertreter der Presse die Eröffnung der Ausstellung von Arbeiten der Gewerbeschulen und Kunstgewerbeschulen des Groß herzogthums Hessen in dem majestätischen städtischen BezirksschulhauS an dem ,/Holzthore" hier statt. Von Palmen und frischem Grün umgeben, prangte im Vorsaal die Büste des Großherzogs, vor welcher die Erschienenen von dem Präsidenten des Gewerbevereins, Commerzienrath Releaux begrüßt und alsdann durch den Director Kübel durch die Ausstellung geleitet worden. Der Totaleindruck derselben ist ein wahrhaft großartiger und legt ehrendes Zeugniß ab für das Streben und Wirken der gewerblichen Lehranstalten in Stadt und Land. 32 Säle und Gänge sind mit Zeichnungen, Malereien und Schnitzereien u. s. w. ausgefüllt. Die jsichtbar an den Ausstellungsgegenständen zu verfolgenden Fortschritte der Schüler, das practtsche und übersichtliche Arrangement der ausgestellten Arbeiten und deren Reichhaltigkeit beweisen, daß die Anstalten größrentheils im Verhältniß ihrer Lehrkräfte auf der Höhe der Zeit stehen und geeignet sind, tüchtige Kräfte für das Gewerbeleben heranzubilden. Mainz, 25. August. Die Ueberreste der jüngst geländeten kopflosen Leiche wurden als die einer Kellnerin Bär aus Ebersheim ermittelt. Die Mutter des vor Jahren verschwundenen Mädchens erkannte die noch vorhandenen Kleiderfetzen, namentlich aber eine Schürze, die sich in der an der Leiche hängenden Ledertasche befand. A Mainz, 26. August. Die Gesammteinnahmen des verflossenen Schützenfestes, welche durch die Centralkaffe gingen, beziffern sich nach entgültiger Feststellung auf die bedeutende Summe von Mk. 586 000. Nachdem die etngelaufenen Rechnungen jetzt revidirt und reducirt worden sind, spricht man jetzt nicht mehr von einem Deficit, sondern von einem Ueberschuß und zwar wird derselbe übertriebener Maßen auf Mk. 30- bis 40000 geschätzt. BenSheim, 25. August. Einen lohnenden Nebenverdienst bietet die hiesige Schneckenzüchterei durch Ankauf der Weinbergsschnecke (Helix pomatia), die in unserer Gegend, besonders an den sonnigen und steinigen Abhängen in zahlloser Menge Vorkommen. Besonders wird das Etnsammeln dieses „Kriechwildprets" von unserer Jugend sehr forcirt. Für 100 Stück Weinbergsschnecken zahlt die Firma 20 Pfg. Im Schneckengarten, der eine bedeutende Fläche umschließt, wird das „Kriechwild" mit Kohl und Kleie gemästet. Um den Schnecken das Hinaufklettern an den Brettern des Zaunes zu verhindern, ist der Garten ringsum mit einem Wall von Sägespänen umgeben. Im October und November, nachdem die Mündung des Schneckenhauses mit einem festen Kalkdeckel verschlossen ist, beginnt der Versandt, welcher sich nach Frankreich, Italien und Spanien richten soll, wo die Schnecke als leckere Speise sehr geschätzt und gut bezahlt wird. Vernmischter» • F. Wetzlar, 27. August. Hier fand gestern Abend um etwa 9 Uhr in einem Hause eine Gasexplosion statt, die dasselbe im Innern arg verwüstete. Wie ein Wunder ist es zu betrachten, daß die Catastrophe nicht directe Menschenopfer forderte, doch ist eine Frau infolge des Schreckens schwer erkrankt. Wären nicht des warmen Wetters halber Thüren und Fenster offen gewesen, so würde wohl das Haus nicht mehr stehen. Eine Thüre flog auf die Straße, der Treppenbau ist zerstört. Das Gas scheint infolge einer Beschädigung in der Straßenleitung durch die Erde in das Haus gedrungen zu sein. * Frankfurt a. M., 25. August. Die Enthüllung des monumentalen Schützenbrunnens, welcher aus dem Ueberschuß des neunten Bundesschießens in Frankfurt a. M. errichtet worden ist, fand heute Nachmittag in Anwesenheit des Finanzministers Dr. Miquel, der zur Zeit des Bundesschießens Präsident des Festausschusses, des Bildhauers Eckart, des Schöpfers des Denkmals, der Spitzen der Behörden und unter Betheiligung der Schützen-, Turn- und Gesangvereine statt. * Düffeldorf, 25. August. In Rheydt entdeckte die Polizei ein großes Falschmünzernest. Bedeutende Vor- räthe falschen Geldes und zahlreiche Werkzeuge wurden beschlagnahmt. An der Spitze der Falschmünzerbande stand ein wegen Münzverbrechens bereits vorbestrafter Uhrmacherderselbe wurde mit einer Anzahl von Mitschuldigen verhaftet. * Berlin, 25. August. In Moabit wurde diese Nacht der streitsüchtige Arbeiter Hallas, als er den Nachtwächter mit dem Messer bedrohte, von diesem nach einem vergeblichen Schreckschuß tödtlich am Hals verletzt. ♦ Ein Landmann in der Nähe von Rillkerode im Münster- lande las, wie der „Magdeb. Ztg." geschrieben wird, vor Kurzem in seinem Kreisblatte folgende Anzeige: „Für 5 Mark erhält jeder Landwirth eine Anweisung, sein Heu innerhalb zwölf Stunden gut und schnell zu trocknen. Gegen Einsendung des obigen Betrages an M. Zomali, postlagernd' Pest, wird Anweisung ertheilt." Der Landmann, der sich über die vielen Regentage geärgert haben mochte, sandte 5 Mark ein. Nach einiger Zeit erhielt er aus Pest einen umfangreichen Brief. Er öffnete ihn und entnahm ihm einen großen Bogen Strohpapier, dem ein weißes gedrucktes Zettelchen entfiel mit den lakonischen Worten: „Setze Deinen Backofen gut in Brand und breite das Heu auf dem Gewölbe gut auseinander, jedoch nicht zu dick, und nach zwölf Stunden wird es trocken sein." Man kann sich das lange Gesicht des Bauern denken, als er den Schwindel erkannte. * Ein lustiges Stucklein! Wurde da in einem Orte an der Donau in Bayern ein Geistlicher versetzt. Man beschloß, aus Dankbarkeit den Herrn mit einem festlichen Abschied zu feiern. Der Wirthssaal war geschmückt, Blumenbouqets prangten auf dem Festtische, zahlreiche Gäste hatten sich eingesunden, die Blicke des Festredners waren starr auf die Thüre gerichtet, allein derjenige, dem die Feier galt, erschien nicht. Der Herr Biervater und dessen besorgte Gattin schauten sich die Augen aus dem Kopfe, es half nicht. Hochwürden kam eben nicht. Stunde um Stunde verrann, man dachte hin, man dachte her, aber alles Denken über das unerklärliche Ausbleiben blieb erfolglos, es ließ sich kein Grund hierfür finden. Endlich kam Licht in die Finsterniß- über das Geheege der Zähne eines der Feftgäste drängte sich die bedeutungsvolle Frage: „Haben wir denn den hochwürdigen Herrn zur Abschiedsfeier eingeladen?" Tableau! Diese Kleinigkeit hatten die Festgeber in ihrem Eifer ganz — vergessen, und das dunkle Räthsel war gelöst. Literatur und Kunft — DaS neueste Heft (8) der unter der Redaction von Bertha -von Suttner im Verlage von E. Pierson in Dresden erscheinenden Zeitschrift »Die Waffen nieder!" hat wiederum einen mannig- ialtigen und reichhaltigen Inhalt. Wir heben aus demselben Nachstehendes hervor : A. Gundaccar von Suttner: Der sechste Weltfriedens - Congretz. — Moritz Adler: Entlarvte Friedensseste. — Ernst Böhme : Der Krieg und die christliche Kirche. — M. von Egidy: Versöhnung. — Leo Tolstoi: Die erste Schwalbe. — Hermann Rollet: Gute Freunde. — Björnstjerne Björnson: Bries an die Herausgeberin. — Ein Memorandum. — Ethischer Bund. — Internationale Friedens-Etnschreibe-Bücher. — Zettschau. — Gegen die Friedensbewegung. — Gegen den Krieg. — Vermischtes. — Correspondenz. — Literarisches. — Oesterreichische Gesellschaft der Friedensfreunde. — Briefkasten. — Bei reichlichem Inhalt und vorzüglicher Ausstattung kosten „Die Waffen nieder!" jährlich nur 6 Mk. Technische Fortschritte. — . Bekanntmachung. Nachdem durch Verfügung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 17. August 1894 das durch Großherzogl. Steuer- Eommiffariat aufgestellte Hebregister für die Beiträge zu den Kosten der Handelskammer für executorisch erklärt worden ist, wird dasselbe der be stehenden Vorschrift gemäß 8 Tage lang, vom 28. August bis 5. September 1894, auf dem Bureau der Firma A. Heichelheim mit dem Anfügen offen gelegt, daß etwaige Einwendungen gegen dasselbe binnen dieser Frist vorzubringen sind, und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden werden. Gießen, den 27. August 1894. Großherzogliche Handelskammer: 7027 __Koch.____________________________ Brückenbau. Die zum Neubau einer gewölbten Brücke über die Lahn bei Dutenhofen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, nämlich:] I. Zimmerarbeiten A. Die Spundwände zu JL 2761,00 * B. Das Lehrgerüst „ „ 1110,00 387 jM II. Maurerarbeiten „ „ 6392,41 III. Maurermaterialien „ „ 7287,50 IV. Steinhauerarbeiten „ „ 9970,00 V. Herstellung der Wegerampen „ „ 7197,10 VI. Geländer (Schmiedeeisen) „ „ 1850,00 sollen öffentlich vergeben werden. Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag, den 1. September, Mittags 12 Uhr, einzureichen. Anschlag, Zeichnungen und Bedingungen liegen vorher zur Einsicht auf. Die Ertheilung des Zuschlages bleibt vorbehalten. Wetzlar, 23. August 1894. 7038 Der Kreisbaumeister: W. Witte. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Die an der Neubauflrecke Niederwalgern-Weidenhausen gelegene, bisher nur für den Personen- und Gepäckverkehr eingerichtet gewesene Haltestelle Lohra wird am 1. September d. I. auch für den Eilgut- und Güterverkehr, sowie für die Abfertigung von Leichen und lebenden Thieren eröffnet, Die Abfertigung von Fahrzeugen ist vorläufig ausgeschloffen. Directe Abfertigung findet vom genannten Tage ab statt mit den Stationen der Preußischen Staatsbabnen, der Olden- burgischen und der Oberhessischen Bahn, sowie mit den Stationen des Norddeutschen Eisenbahn-Verbandes (Braunschwei, gische Landes-, Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn rc.) Ucber die Höhe der Frachtsätze ertheilen die betheiligten Dienststellen auf Anfrage Auskunft. Hannover, den 24. August 1894. Königliche Eisenbahn-Direction zugleich Namens der betheiligten Ver- 7025 waltungen. 5293] Ein Hau! mit flott gehendem! Spezereigeschäff, wobei auch Wirthschaft betrieben werden kann, ist unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näh. »ei d. Exped. d. Bl. Zum diesseitigen Lokalgütertarife vom 1. April 1890 wird der vom 1. September 1894 ab gültige Nachtrag 30 herausgegeben, welcher u. a. Entfernungen für die in den Güter- rc. Verkehr neu aufgenommene Haltestelle Lohra enthält. Der Nachtrag kann von den betheiligten Güter-Abfertigungsftellen bezogen werden. Hannover, den 24. August 1894. 7024 Königliche Eisenbahn-Direction. ML Schlachthaus. Freibank. [7050 Heute und morgen: SdjroemeJTeird), nicht ladenrein, per Pfd. 59 Pfg. Backsteine, Feldbrand la. Qualität. Jedes Quantum billigst. Rahe «nd gute Abfahrt, auch können dieselben an die Baustelle geliefert werden 6226 Andr. Euler. 6558] Um vor Herbst noch damit zu räumen, empfehle Pferdedecken zu bedeutend herabgesetzten Preisen. ________Heinrich Wallach. In Anfertigung von Gartenspalier, Hütten, Hallen, WaschpstScken,»aumsta«ge«,Rosenstangen, sowie allen in dieses Fach etn- schlagenden Arbeiten empfiehlt sich unter Zusicherung prompter, reeller und billiger Bedienung [6757 August Helfendem, ____________Weserstraße 8._______ Trockener Dielensand, Streusand, Weißbinder- u. Maurersand kann zu jeder Tageszeit abgeholt, sowie an die Baustelle geliefert werden. Näheres zur „Stadt Marburg." 6756) A. Helfenbein. Gr. Schellfische rc. per Pfd. 20 Pfg., frische Zufuhren in Eispackung, garan« tirt frische Waare, I im Rebstock. Fst. marinirte neue holl. Vollhäringe empfiehlt 6677 H. Nassauer. Speisekartoffel. Schneeflocke«, prima, pro Centner Mk 2,75, Ruhm von Haiger, weiß- fleischig extra, vr. 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Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.