Nr. 174 Erstes Blatt. Samstag den 28. Juli 1894 Der Hießeuer -«zeig» erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitienVtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger Kbonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Zlints- nnd Anzeigeblntt für bett Tiveis Gicfzcn. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. chratisöeikage: Hießener Iamitienökätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Bekanntmachung. Die von der Neustadt nach der Kirchstraße am Oswalds- garten entlang ziehende Straße ist von heute an bis auf Weiteres für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Zugleich wird in Erinnerung gebracht, daß das Befahren des Oswaldsgarten mit Lastfuhrwerken überhaupt verboten ist. Gießen, 27. Juli 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________I. V-: Roth.__________________ Bekanntmachung, betr.: Oberhessischer Obftbauverein, Vereinsbezirk Gießen. Arn Sonntag den 29. Juli findet in Bellersheim im .Rathhaussaale, Nachmittags um 3 Uhr, Versammlung statt, in welcher der Vorsteher der Pomologischen Gärten in Friedberg, K. Reichelt, einen Vortrag über „Oberhessische Obstsorten und ihren Werth zum allgemeinen Anbau" halten wird. Die Mitglieder des Oberhessischen Obstbauvereins und andere Interessenten werden hierzu freundlichst eingeladen. Der Vorsitzende des Bezirksvereins Gießen des Oberhess. Obstbau-Vereins: Dr. Wallau. Deutsches Reich. Darmstadt, 26. Juli. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin refften heute früh 7 Uhr nach Coburg, wo ein Aufenthalt bis zum 1. k. Mts. in Aussicht genommen ist- es werden daher sowohl am 28. d. Mts. als auch am 1. k. Mts. die Audienzen rc. hier ausfallen. — Sicherem Vernehmen nach ist das Programm der Uebersührung der Leiche weiland S. G. H- des Prinzen Alexander von Hessen von der Rosenhöhe auf den Heiligenberg zu Jugenheim nunmehr festgestellt. Dieselbe geschieht Samstag den 4. August in den frühen Morgenstunden in der Sülle und schließt sich die feierliche Beisetzung in dem neu erbauten Mausoleum um 8 Uhr an. Darmst. Ztg. Berlin, 26. Juli. Die Heimkehr des Kaisers von feiner Norlandsfahrt dürfte spätestens am Samstag stattfinden, da der Monarch für Anfang August einen Ausflug nach England plant. — Als Vertreter des Kaisers wohnte am Mittwoch und Donnerstag Prinz Leopold von Preußen der Jubelfeier der Universität Königsberg bei. Am Mittwoch Abend fand dort ein großartiger Fackelzug von vierhundert Studenten statt. — In der gegenwärtigen Zeit der sommerlichen Ruhe ist vom Gebiete der inneren deutschen Politik in der letzten Woche wiederum nicht viel zu berichten. In der jetzigen stillen und dennoch von mancherlei Sorgen erfüllten Zeit darf aber das deutsche Volk einen Lichtstrahl in der Thatsache erblicken, daß sich die Finanzkraft des deutschen Reiches doch stärker gezeigt hat, als man im vorigen Jahre noch annahm. Denn vor einigen Tagen hat der „Reichs- avzeiger" gemeldet, daß der Reichshaushalt des Jahres 1893/94 nach vollständigem Abschluß der Rechnungen einen Ueberschuß von 14 199 980 Mark und 18 Pfennig ergeben habe. Dadurch ist aber das deutsche Reich noch nicht von finanziellen Sorgen befreit, denn der Ueberschuß bezieht sich fa nur auf das alte Jahr. Doch stellt sich auf diese Weise das Budget des Jahres 1894/95 schon jetzt günstiger und das Deficit kleiner. Nach der Berechnung des Reichsschatz- secretärs, die in der Steuercommission niedergelegt wurde, beträgt der nicht gedeckte Betrag für das Jahr 1894/95 18 710 516 Mark. Hierbei war ein Ueberschuß von nur 3 926 000 Mark aus dem Vorjahre in die Einnahme gestellt. Jetzt hat sich also herausgestellt, daß dieser Betrag um 10 273 980 Mark größer ist und daß folgerichtig sich das Deficit auf 8 436 536 Mark beschränkt. — Der Bundesrath hat eine Anweisung zur zollamtlichen Prüfung von Mühlenfabrikaten erlassen. Es findet bet der Eingangsabfertigung von Kleie sowie bei der zollamtlichen Abfertigung von Mehl, welches mit dem Anspruch auf Zollnachlaß oder auf Ertheilung eines Einfuhrscheines zur Ausfuhr angemeldet wird, bis auf Weiteres das sogenannte Typenverfahren Anwendung. Zu diesem Zwecke sind den beteiligten Zollstellen eine Anzahl Mustertypen überwiesen. — Die Meldung von einer in der nächsten Session zu erwartenden Vorlage über eine Erhöhung der Brausteuer wird osficiös als unrichtig bezeichnet. Richtig sei aber, daß für den Fall, daß wider Erwarten die Erhöhung der Einnahmen aus dem Tabak sich nicht verwirklichen sollte, die Erhöhung der Biersteuer ganz von selbst wieder auf das Tapet komme. Ausland. Paris, 26. Juli. Die französische Deputirten- kammer hat in letzter Woche die schwierige Berathung des Anarchiftengesetzes ziemlich zu Ende gebracht und besteht über das Zustandekommen des Gesetzes kein Zweifel mehr. Der übele Zwischenfall, bezüglich des Preßparagraphen, wonach den Zeitungen verboten wird, über Prozeßverhandlungen gegen die Anarchisten zu berichten, wurde durch einiges Entgegenkommen der Regierung beigelegt. Auch der letzte große Sturm der Radicalen und Socialisten auf das Anarchistengesetz wurde glücklich abgeschlagen. Der radicale Deputirte Jaures stellte nämlich den Antrag, daß alle Minister, Deputirten und Senatoren, welche Bestechungsgelder annahmen oder bei anrüchigen Finanzgeschäften betheiligt find, als Anarchisten bestraft werden sollen, denn die Quellen der Anarchie seien die in den höheren Kreisen gegebenen schlechten Beispiele. Dagegen führte der Deputirte Dechanel aus, daß die Republikaner die Untersuchung aller bedenklichen Finanzgeschäfte, zumal auch der Panamaangelegenheit gefördert hätten. Man suche jetzt die alten abgethanen Dinge wieder aufzufrischen, aber diejenigen, welche von Panama redeten, hätten davon geträumt, den General Boulanger zum Staatsoberhaupt zu machen. Dechanel wies die Angriffe Jaures unter dem Beifalle der gemäßigten Republikaner und dem Widerspruche der Radicalen und Socialisten zurück. Die Socialisten wollten das Volk zur Revolution ausreizen, es würde ihnen aber niemals gelingen, Frankreich für sich zu gewinnen. Der Antrag Jaures wurde darauf mit 264 gegen 222 Stimmen verworfen und der Artikel 6 des Anarchfften- gesetzes auch angenommen. Heuefte Nachrichten. WolffS telegraphisch-« Correspondenz-Bureau. Berlin, 26. Juli. Die „Volkszeitung" veröffentlicht eine kaiserliche Entschließung, wonach die Aufstellung des Schulze-Delitzsch-Denkmals auf dem Hausvogteiplatz als ungeeignet bezeichnet wird. Der Polizeipräsident erwartet weitere Vorschläge vom Denkmals-Cornite. Königsberg, 26. Juli. Bei der Universitäts-Jubiläumsfeier in der Aula verlas Prinz Friedrich Leopold den Glückwunschbrief des Kaisers, worin es heißt: die Albertina habe nie die bei ihrer Gründung mitgestellte Aufgabe vergessen, im vorgeschobenen Grenzlande eine Bildungsstätte deutschen Geistes und deutscher Cultur zu werden - zugleich sei sie zum anerkannten Mittelpunkte der geistigen Interessen und des wissenschaftlichen Lebens geworden. Der Kaiser gedenkt der Zugehörigkeit von Gliedern des Herrscherhauses zur Universität als rectores magnificentissimi namentlich des Rectorats Kaiser Friedrichs und schließt mit Wünschen für das Wohlergehen der Universität. Der Rector dankte mit einem Hoch aus den Kaiser. Kopenhagen, 26. Juli. Der Großfürst-Thronfolger ist an Bord des „Polarstern" heute Nachmittag hier eingetroffen. Er wurde vom König, der königlichen Familie, dem Hof, dem russischen Gesandten und einer Deputation Osfiziere des russischen Regiments des Kronprinzen empfangen. Bukarest, 26. Juli. Der officiöse „Timpul" lehnt jede Verantwortung der Regierung für jdie diesjährige Industrie-Ausstellung, au der auch deutsche Aussteller theilnehmen wollen, ab. Depeschen 2eS Bureau .Herold". Berlin, 26. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe von Ordensverleihungen an Königsberger Prosefforen aus Anlaß der 350jährigen Jubelfeier der dortigen Universität. Berlin, 26. Juli. Wie aus Heilbronn gemeldet wird, ist der württembergische Landtagsabgeordnete und frühere Reichstagsabgeordnete Härle gestorben. Berlin, 26. Juli. Die am 11. September 1892 errichtete Cholera-Commission tritt am 27. d. M. zu einer Conferenz zusammen, um festzustellen, ob bei der in Rußland an Ausdehnung zunehmenden Choleraepidemie die I Seitens der betreffenden Regierungspräsidenten angeordneten Vorbeugungsmaßregeln an der preußisch-russischen Grenze ausreichend sind oder verschärft werden müssen. Köln, 26. Juli. Bet Emmerich mußte aus einem durch einen Raddampfer geschleppten, aus Holland kommenden Schiffszuge ein Schiff entfernt werden, weil sich ein Cholerakranker an Bord befand. Die übrigen Schiffe wurden in Düsseldorf und in Köln ärztlich untersucht. Lemberg, 26. Juli. Der hiesige Club „Sibirien" hat alle noch lebenden Theilnehmer am Aufstande von 1863, welche damals nach Sibirien deporürt wurden, eingeladen, sich am 2. September zu einer in Lemberg stattfindenden festlichen Vereinigung einzufinden. Paris, 26. Juli. Wie „Gaulois" berichtet, hat der Advocat Dubreuil, welcher Caserio vertheidigen will, diesem angerathen, Berufung einzulegen gegen den Beschluß der Anklagekammer, welche ihn vor den Asstsenhof verweist, damit er als politischer Verbrecher vom obersten Gerichtshof abgeurtheilt werden könne. Madrid, 26. Juli. Die spanische Regierung wurde bei der französischen Regierung wegen des Aufenthalts Don Jayme, des Sohnes Don Carlos, in St. Jean de Luz vorstellig mit der Bitte, die französische Regierung möge Don Jayme ersuchen, seine Anwesenheit in St. Jean de Luz abzukürzen. Dieser Ort liege in der Nähe der Sornmer- restdenz der spanischen Königsfamilie und außerdem mehrten sich die Kundgebungen der Carliften täglich. Der Präfect der unteren Pyrenäen wurde beauftragt, das Ersuchen der französischen Regierung Don Jayme zu überbringen, worauf der letztere sofort seine Abreise bewerkstelligte- 80 Carlisten begleiteten ihn zum Bahnhofe. CocäU* mtfc Lrovtirzielles Gießen, den 27. Juli 1894. * * Die Conferenz der ev. Geistlichen der Provinz Oberhessen findet am 7. August I. I. in Gießen in Steins Garten statt. Professor D. Rei sch l e-Gießen wird auf derselben über „Die Bedeutung der Sitte für das kirchliche Leben" vortragen. Hierauf soll die Frage der „Leichenverbrennung" (Referent: Pfarrer Wissig in Bad-Nauheim, Korreferent: Pfarrer Wahl in K rtorf) besprochen werden. * * Diejenigen Studirenden des Finanz- und des Forstfaches, welche sich zu Anfang des Wintersemesters 1894/95 der Fachprüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre Meldungen unter Beifügung der im § 6 der Ordnung der Hochschulprüfungen im Finanz- und Forstfache in Gießen vom 25. Juni 1889 angeführten Belege bis zum 19. October dss. Js. bei dem Vorsitzenden der Großh. cameralistischen Prüfungs-Commission, Herrn Dr. Laspeyres in Gießen, einzureichen. * * Denkmals • Enthüllung. Heute Nachmittag 4 Uhr wird auf hiesigem Friedhof das dem verstorbenen Professor Dr. Eduard Schwan (einem Gießener Kinde) von seinen Freunden und Collegen errichtete Denkmal mit entsprechender Feier eingeweiht. * * Keilerei. Infolge des anhaltenden Regens hatten gestern die am Bahofumbau beschäftigten Arbeiter die Arbeit eingestellt und sich dafür in der am Platze befindlichen Kantine gütlich gethan. Es entwickelte sich hierbei eine Keilerei, wobei mit Schippen, Stöcken und auch mit einem Hammer darauflosgeschlagen wurde. Es setzte viele blutige Köpfe und wurden 13 Personen wegen Körperverletzung angezeigt. * * Verschüttet. Heute Vormittag wurde am Bahnhofsumbau ein Arbeiter durch nachrutschende Erde verschüttet und erlitt Verletzungen an den Beinen. Er wurde in die Klinik verbracht. * * Brod-Revision. Nachdem verschiedene hiesige und auswärtige Bäcker wegen zu leicht gebackenem Brode bestraft worden sind, hat man allenthalben Klagen darüber vernommen, daß das Brod in letzter Zeit nicht richtig aus- gebacken werde. Die betr. Bäcker und Brodhändler werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie sich ebenfalls strafbar machen, wenn sie Brod verkaufen, welches nicht ausgebacken und dadurch geeignet ist, die Gesundheit zu schädigen. * ♦ Verbandsfest der Mittelrheinischen evaug. Arbeitervereine in Friedberg Sonntag den 29. Juli. Nachmittags l3/< bis 21/i Uhr: Empfang der auswärtigen Vereine an der Bahn. 2'/z Uhr: Fest-Gottesdienst in der Stadtkirche (die Festpredigt hält Herr Pfarrer Dr. Rade von Frankfurt a. M.). 4 Uhr: Festzug mit Musik nach dem Hofe des Großherzoglichen Schlosses, daselbst: Begrüßungsansprache, Festrede des Herrn Pfarrer Naumann von Frankfurt a. M., Concert, Ansprachen, Liedervorträge. *» Der Berubeckffche Familienlag. Vorgestern und gestern | wurde in unserer Stadt, und zwar zum zwölften Male, ; der Familientag der Familie Bernbeck abgehallen. Nachdem bereits an dem vorgestrigen Tage eine große Anzahl von Gliedern dieser besonders in Hessen ansässigen, aber über alle Staaten Deutschlands verbreiteten Familie zu einer zahlreich besuchten Vorversammlung im Hotel Victoria erschienen war, in welcher über die verschiedenen Institute der Familie (monatlich erscheinendes Correspondenzblatt, Familienstipendium u. s. w.) wichtige Beschlüsse gefaßt wurden, und eine Neuwahl des Familienraths und der übrigen Familienbeamten stattfand, versammelten sich im Laufe des gestrigen Vormittags auf der Hardt etwa 100 Familienmitglieder und wurden dort von dem derzeitigen Vorsitzenden, Herrn Provinzialschulrath Dr. Carl Leimbach, Breslau, mit einer längeren Ansprache begrüßt, worauf über die vorgestern gefaßten Beschlüsse Bericht erstattet und der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Mitglieder der Familie in feierlicher Weise gedacht wurde. Die Hauptversammlung genehmigte alle in der Vorversammlung gefaßten Beschlüsse und vereinigte sich sodann zu einem von den verschiedensten ernsten und launigen Trinksprüchen gewürzten Festessen- Die Feier des nächsten Familientags, welche über zwei Jahre wieder hier stattfinden wird, soll in noch größerem Rahmen ausgeführt werden, weil dann der Familienbund auf eine zwanzigjährige Vergangenheit zurückschauen darf. Da der jetzige Senior der Familie seinen Wohnsitz zu Philadelphia har, so wurde er hier durch den Subsenior, Herrn Pfarrer Carl Bernbeck, Queck, vertreten, doch darf gehofft werden, daß der nächste Familientag zum dritten Male die Freude haben wird, den greisen Senior in seiner Mitte begrüßen zu dürfen. ** Die Eingabe des Vorstandes des deutschen Tabakvereins an das Reichsschatzamt in Sachen der Steuerenquete lautet u. A.: „Wir sind einstimmig der Ansicht, daß der eingeschlagene Weg schlechterdings nicht geeignet ist, die regierungs- seits angestrebten Zwecke zu erreichen. Ist doch u. A. con- statirt worden, daß die Fragestellung selbst in den verschiedenen Theilen Deutschlands nichts weniger als eine gleichartige ist, bezw. gewesen ist, ja daß dies nicht einmal für die verschiedenen Theile eines und desselben Bundesstaates zutrifft - ist es uns doch bekannt, daß in einem Theile des Königreichs Preußen überhaupt nur die Erhebung der Zahl der verschiedenen Arten von Arbeitern gepflogen worden sei. Bei einer solchen Verschiedenheit der Fragestellung ist aber ein befriedigendes Gesammtergebniß um so weniger zu erwarten, wenn wir die Art und Weise in Betracht ziehen, in welcher vereinzelt die Fragestellung selbst besorgt wird. Bezüglich der Organe, die in einzelnen Staaten verwendet wurden, hat man sich nicht nur nicht überall solcher Beamten bedient, welche das nach unserem Erachten erforderliche Sachverständniß besitzen, sondern man hat mannigfach subalterne Polizetorgane dazu herangezogen. Was aber den Inhalt der gestellten Fragen selbst angeht, so ist doch die Anfrage bezüglich der beschäftigten Arbeiter selbst im Wesentlichen bereits durch die Berufsgenossenschaftsregister festgelegt- das genügt aber notorisch nicht, weil kleinere Betriebe sich naturgemäß leicht der polizeilichen Beobachtung entziehen, das ist ja längst die begreifliche Klage der Tabaksberufsgenossenschaft selbst. Wie viel schwerer ist es erst, die Hausarbeiter festzustellen? Wir verweisen auf Westfalen und unsere Hansestädte. Wie kann ein richtiges Ergebniß erwartet werden in einer Branche, in der zahleiche Arbeitgeber nicht bekannt sind? Wir glauben daher allen Grund zu haben, den Ziffern, welche die angestellte Enquete ergeben wird, sehr zweifelnd gegenüberzustehen und bei den naheliegenden Folgerungen speciell soctalpolttischer Natur, die daraus gezogen werden könnten, erachten wir uns für berufen, diese Besorgnisse heute schon auszusprechen. . . Trotz all dieser gewiß beachtenswerthen Bedenken glauben wir nur einer Pflicht der Loyalität zu genügen, wenn wir unseren Mitgliedern empfehlen, den an sie ergehenden Anforderungen voll Genüge zu leisten. Mehr können wir natürlich nicht thun; eine Gewähr dafür, daß die Mitglieder unserer Anregung Folge geben, kann kein Verein, auch der unserige nicht, übernehmen. Unter allen Umständen aber wollen wir heute schon darauf Hinweisen, daß wir nach Lage der Sache nicht zugeben können, daß aus der im Laufe befindlichen Enquete aus den mehrfachen vorstehenden Erwägungen irgendwelche schlüssige Folgerungen gezogen werden können. Dieses hier auszusprechen, erachten wir als eine selbstverständliche Ehrenpflicht unseres Vereins." * * Bank für Süddeutschlaud. Von den auf Guldenwährung lautenden Noten der Bank für Süddeutschland sind noch immer Stücke im Werthe von 91,658 Mk. 58 Pfg. bis jetzt nicht zur Rückzahlung präsentirt worden. Diese Stücke sind wohl zum größten Theile verbrannt, verloren oder in sonstiger Weise abhanden gekommen.' * * Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York City N. A.: Henry Leonhardt, 46 Jahre alt, aus Offenbach a. M. Salem Township, Carroll Co., Jll.: Georg Dunker aus Flensungen. * * Warnung, nach auswärts Bestellungen aus Lebensmittel zu machen. Folgende Warnung veröffentlicht der „Badische Schutzverein gegen wucherische Ausbeutung des Volkes": Galizische Händler bieten in Inseraten der Tagesblätter „frische, feine Tafelbutter", sowie „feinsten Blüthen- Honig" zu auffallend billigen Preisen unter Nachnahme an. Bei dem Schutzverein gegen wucherische Ausbeutung des Volkes für das Großherzogthum Baden sind schon mehrfache Beschwerden eingegangen von Solchen, die auf die genannten Inserate hin Bestellungen gemacht hatten. In einem Falle war dem Besteller statt des „feinsten Scheibenblüthenhonigs" eine Waare von total ungenießbarer, ekelhafter Beschaffenheit zugegangen. Ein Besteller von neun Pfund „feiner Tafelbutter" erhielt gegen Nachnahme des Preises von neun Pfund ein Packet, das nur 6*/2 Pfund enthielt, und auch das war keine feinste Tafelbutter, sondern eine ungenießbare Waare, übelriechend und von einer Menge Unrath durchsetzt. Re« clamationen der Geschädigten waren erfolglos. Der Schutzverein hat die k. k. österreichische Staatsanwaltschaft um strafrechtliche Verfolgung angegangen. ff Lich, 26. Juli. In dem benachbarten Muschenheim ereignete sich gestern Abend ein gräßliches Unglück. Der 10 jährige Sobn des dortigen Einwohners St. goß nämlich im Beisein der Mutter in die brennende Lampe Petroleum. Hierbei explodlrte die Lampe, und alsbald stand der arme Junge in lichten ^Flammen, sodaß er zwei Stunden später seinen fürchterlichen Brandwunden erlegen ist. Die Kleider der Mutter fingen gleichfalls Feuer, und soll auch diese nicht unbedenklich verletzt sein. Möchten doch alle schon vorgekommenen derartigen Unglücksfälle endlich einmal zur Warnung und Vorsicht dienen. -b- Bellersheim, 23. Juli. Obgleich man in unserer Provinz vielfach von der Rapscultur abgekommen ist, baut man in hiesiger Gegend immer noch diese Oelfrucht, wenn auch nicht mehr in derselben Menge wie früher. Die diesjährige Rapsernte ist beendigt und es hat auch bereits der Ausdrusch stattgefunden, was gewiß jeden Landwirth inter- essiren muß. Wir haben in diesem Jahre 6% bis 7*/2 Centner Raps pro Morgen geerntet, was ein sehr befriedigendes Resultat ist, wenn man erwägt, daß der Doppelcentner gegenwärtig mit 20 bis 21 Mk. bezahlt wird. In dem schlechten Jahre 1893 ernteten wir z. B. IV2 Centner pro Morgen. Die Rapsfelder werden nicht etwa noch mit Kohlraben, Dickwurzeln oder einer anderen Futterpflanze besetzt, sondern werden umgebrochen und bleiben liegen, was bekanntlich einer halben Brache gleichkommt. Hierdurch kommt der Acker in einen ausgezeichneten Zustand und trägt im folgenden Jahre alles, was man von ihm verlangt. Der Bau von Handelsgewächsen, hier von Oelgewächsen, ist also immer noch zweckmäßiger als von Halmfrüchten, Hafer ausgenommen, welcher auch noch rentirt. In der Gegend von Blofeld wird noch Mohn (Magsamen) gebaut, der ein treffliches Oel — viel feiner als Raps — liefert und ebenfalls gute Erträge liefert. Darmstadt, 26. Juli. Die hiesige socialdemokratische Partei hatte die Absicht, bei dem von derselben am 29. Juli l. Js. auf dem Herrgottsberg dahier projectirten Waldfeste einen Umzug mit Musik durch die Stadt zu veranstalten und eine rothe Fahne einzuweihen. Das Großh. Polizeiamt har die Einweihung der rothen Fahne und den Umzug verboten. Das Waldseft wurde jedoch, soweit es nur in Con- cert und Tanz besteht, zugelassen. Sprendlingen (Rheinhessen), 25. Juli. Die Anmeldungen zur Beschickung der im September d. I. hier stattfindenden landwirthschaftlichen Ausstellung lausen zahlreich aus allen Theilen Deutschlands ein. Der über 10,000 Quadratmeter umfassende Hofraum ist bereits fast vollständig vergeben. Firmen allerersten Ranges betheiligen sich in großartiger Weise. Einige bauen eigene Pavillons von 200 bis 350 Quadratmeter Bodenfläche. Andere beanspruchen Räume von 300 und 500 Quadratmeter. So sind bis jetzt schon fünf vollständige Dreschgarnituren angemeldct, die im Be^ triebe gezeigt werden. Dampflocomobilen, electrische Motoren und Petroleummotoren werden ebenfalls im Betriebe zu sehen sein. Die Vorbereitungen zur Ausstellung gehen lebhaft voran. Eine große Terrasse für Gärtnerei-Anlagen ist im Bau fertig. Ein hiesiges Hotel hat sich gezwungen gesehen, eine Dependenz einzurichten, um die Gäste unterzubringen, die jetzt schon für die Zeit der Ausstellung Zimmer bestellt haben. Das Comitv mußte ein^n Wohnungsausschuß bilden, um für die Vertreter auswärtiger Firmen geeignete Wohnungen zu beschaffen. Verrnischtes. * Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Dinka-Neger im Zoologischen Garten haben Mittwoch ihre Schaustellungen begonnen und sich zunächst vor einer großen Anzahl Eingeladener producirt. Die Truppe besteht aus etwa 40 Personen, worunter 8 bis 10 Weiber und, außer zwei halbwüchsigen Buben, zwei Kindern, einem Mädchen von drei Jahren und einem Baby, das bei den Vorstellungen meist auf dem Rücken seiner Mutter als stummes Anhängsel mitspielt. Die Männer sind langgewachsene Kerle mit dünnen Leibern und noch dünneren Beinen, erscheinen aber doch kräftig und bewegen sich zugleich lebhaft und in gewissem Grade graciös. Die Frauen, meist kleiner, haben gedrungenere Gestalten, ohne gerade sehr corpulent zu sein. Die Heimath der Leute liegt am linken User des weißen Nil, also im nordöstlichen Afrika, etwa unter dem 10. Grad nördlicher Breite - ihre Hautfarbe ist tiefschwarz, wie mattes Ebenholz, das Haar wollig, die Nägel gelblich roth. Die erste Arbeit nach ihrem Einzug in den Zoologischen Garten war die Herrichtung von Kochherden, einfache Löcher mit einem Wall von Backsteinen und Lehm, auf welchen die Gesäße über flackerndem Holzfeuer erwärmt werden. Dann wurden Hütten gebaut, die in ihrer dichten Mattenumkteldung recht guten Schutz gegen die Sommerluft bieten müssen. Daneben stellte man allerhand Geräthe auf (einen Wasserkühler, eine Salzmühle, einen Folterklotz) und die Einrichtung des Dinka-Dorfes in natürlicher Größe war fertig. — Die eigentlichen Vorstellungen bestehen aus Spielen, Tänzen und Gefechten, Alles von Gesängen begleitet, die gar nicht so unmelodisch klingen, wie mau es sonst wohl von wilden Völkern hörte. Dabei spielen ein Brauttanz und eine Huldigungs-Cere- monie eine große Rolle. Die Weiber machen bei Allem mit und auch das kleine Mädchen nimmt immer Theil, es ahmt die Bewegungen der Großen nach, ist dabei schon ganz sicher und wird mit seinem posfirltchen Wesen bald der Liebling der Besucher sein. In ein rothes Sammetkleidchen gesteckt, sieht das Kind sehr nett aus und weiß sich ganz gut zu benehmen- es ist das Einzige von den'Schwarzen, das ein Sacktuch hat, mit welchem es beim Trinken sorgsam sein Kleidchen schützt. — In der ersten Bekanntmachung waren acht Vorstellungen für jeden Tag angekündigt, das hat sich aber bei der unermüdlich lebhaften Weise, in welcher die Leute ihre Productionen ausführen, als zu anstrengend erwiesen und so hat man jetzt die Zahl auf fünf Vorstellungen reducirt, welche um 10, 111/2, 31 /2, 5 und 6*/2 Uhr beginnen und je 30 bis 40 Minuten dauern. In der übrigen Zeit sitzen, stehen oder liegen die Leute herum, schwatzen, singen, nähen, kochen, rufen sich einander in ihrer Sprache allerlei zu und bieten ein immer interessantes, manchmal sehr lebhaftes Bild von ihrem heimüthlichen Treiben. — Ein großer Theil der Besucher zahlt gerne noch einmal 20 Pfg. extra, um sich die einzelnen Vorgänge ganz in der Nähe anzusehen. An diesem Sonntag ist das Eintrittsgeld für den Zoologischen Garten auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt, was der interessanten Schaustellung gewiß viele Besucher auch aus der Umgebung von Frankfurt zuführen wird. * Berlin, 25. Juli. Die „Voss. Ztg." enthält heute folgende Verlobungsanzeige: Als Verlobte empfehlen sich: Franz Emberg, Leipzig, Manieh aus Dahomey, Amazone des Königs Behanzin, z. Zt. Berlin, Passage-Panoptikum. * Berlin, 26. Juli. Ein verhängnißvoller Zusammenstoß zwischen Soldaten und Civilisten hat, wie ein Localberichterftatter meldet, am Sonntag Abend in Rehagen bei Klausdorf stattgefunden. Mehrere Soldaten des zweiten Eisenbahnregiments, das zum Zweck größerer Bahn- und Brückenbau-Uebungen dort gegenwärtig in Quartier liegt,, hatten sich in einen Tanzsaal begeben, in dem sich auch viele Bauernburschen befanden. Mit diesen kamen die Soldaten infolge von Eifersüchteleien wegen der Tänzerinnen in Streits bei dem die Soldaten die Seitengewehre gezogen haben sollen. Dies aber gab den Bauernburschen Veranlaffung, sich auch ihrerseits zu bewaffnen. Sie drangen mit Heu- und Mistgabeln, dicken Knüppeln usw. auf die Soldaten ein. Ein Unteroffizier wurde schwer verletzt- er hatte einen tiefen Stich in die Brust erhalten. Der Schwerverwundete schleppte sich nach seinem etwa 8/< Stunden weit entfernten Quartier, wo er dem Tode nahe anlangte. Er wurde hier zwar sofort in ärztliche Behandlung genommen, jedoch war der inzwischen erlittene Blutverlust ein so starker gewesen, daß er am.kommenden Morgen auf dem Transport nach dem Garnisonlazareth im Tempelhof verstarb. * Landsberg a. d. W., 23. Juli. Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts standen ein Rittergutsbesitzer und Standesbeamter aus dem Kreise Soldin- und sein Rechnungsführer, angeklagt der Urkundenfälschung- und Beihülfe dazu. Der Standesbeamte war beschuldigt, die Eintragungen, die von dem zweiten Angeklagten in die- Standesamtsregister gemacht worden waren, unterzeichnet zu haben, obgleich er bei den Eintragungen selbst nicht zugegew gewesen war. Der Angeklagte gab zu seiner Rechtfertigung, an, daß ein ähnliches Verfahren, wie er es angewandt, im Soldiner Kreise vielfach von den Standesbeamten geübt werde-, er sei sich nicht bewußt gewesen, eine strafbare Handlung zu begehen, auch habe er selbst seinen Rechnungsführer wegen Unregelmäßigkeiten bet den Eintragungen zur Anzeige gebracht. Demgegenüber bekundete der als Zeuge geladene Landrath, daß er den Angeklagten schon früher auf das Gesetzwidrige seiner Handlungsweise aufmerksam gemacht habe. Zur Anklage standen acht Fälle aus dem Jahre 1891. Das Urtheil lautete gegen den Standesbeamten auf ein Jahr drei Tage Gefängniß, gegen den Rechnungsführer auf zehn Tage Ge- fängniß. * Braunschweig, 22. Juli. Ein interessanter Fall be-- schäftigt gegenwärtig viele Aerzte und Pädagogen. Es Han-- delt sich um ein hier lebendes echtes und rechtes Wunder-- ki.nd, das kaum zweijährige Söhnchen des hiesigen Schlächtermeisters P. Das Kind liest jedes Wort, ob geschrieben oder gedruckt, ob in deutscher oder lateinischer Schrift, wie auch zusammengesetzte Ziffern, schnell und sicher» Am 1. Juni wurde der Kleine drei hiesigen Aerzten vorgeführt. Das Erste, was das Kind in der Wohnung des Sanitätsraths Dr. Berkhan that, war, daß es unbefangen Bücher, die auf dem Tische lagen, nahm und daraus einzelne Worte richtig vorzulesen begann. Die Untersuchung ergab, daß der Knabe im Alter von anderthalb Jahren öfters von der Großmutter spazieren geführt wurde und sich dabei mit lebhaftestem Interesse nach der Inschrift von Firmenschildern^ u. f. w. erkundigte. lieber alles mußte ihm Auskunft er- theilt werden. Aehnllch ging es auch im elterlichen Hause mit Büchern und Zeitungen und so lernte das Kind die Buchstaben und Wortbilder, wie auch zusammengesetzte Ziffern spielend, ohne daß seine Erzieher die Absicht gehabt hätten, ihm dergleichen Kenntnisse beizubringen. Der Knabe zeigt, abgesehen von seiner wunderbaren Lesekunst, völlig die gleiche körperliche und geistige Entwickelung wie andere Kinder seines Alters. Nur fällt in seinem Benehmen öfters eine auffällige nervöse Hast und auch ein wenig Trotz aus. * Aus Württemberg, 24. Juli. Eine Familien- Tragödie wird aus Heidenheim berichtet: Eine junge Frau ertränkte sich heute Nachmittag mit ihren zwei kleinen Kindern, einem Knaben und einem Mädchen, im Canal bei Neubolheim. Als der Mann um 6 Uhr von der Fabrik helmkam und die That vernahm, schoß er sich eine Kugel in den Kopf. Häusliche Zwistigkeiten sollen dem „S. M." zufolge die Ursache sein. — Gestern Nacht IO1/» Uhr sprang aus dem Zug 239 ein Reisender aus Stuttgart, der, vom Schlafe erwacht, sich im falschen Zuge befindlich wähnte, heraus. Er kam auf die Schiene zu liegen, sodaß die nachfolgenden Räder ihm den Körper über der Brust entzwei schnitten. * Wien, 26. Juli. Gestern sind hier abermals mehrere Personen vom Hitzschlag betroffen worden. Auch aus den Provinzen wird große Hitze gemeldet. * Wien, 26. Juli. In Baden vergiftete sich aus Gram über den kürzlich in der Irrenanstalt erfolgten Tod ihres Gatten die beliebte Schauspielerin Helene Horak mit Cyankali. * Budapest, 26. Juli. Gestern sind 16 Personen auf der Straße vom Hitzschlage betroffen worden. Vor dem Volksbade entstand ein heftiger Tumult, weil zahlreiche Personen wegen Ueberfüllung der Badeanstalt nicht baden konnten. ♦ Loudon, 25. Juli. Der schon verlorene gegebene Radsahrer Herr Pinkert, welcher auf dem von ihm erfundenen Wasser-Dreirad über den englischen Canal zu fahren unternahm, ist gestern von einer Fischerschmacke in höchst erschöpftem Zustande aufgefunden und nach Boulogne gebracht worden. Pinkert, der von Cap Grisnez aufbrach, war nicht gar weit aufs Meer hinauSgekommen, als ihn die Fluthströmung an der französischen Küste ergriff und aus seinem Kurse verschlug. Ein Anfall von Seekrankheit machte ihn vollends hilflos. Trotz seiner bitteren Erfahrung von der Gefährlichkeit seines Unternehmens soll er entschlossen sein, die Ueberfahrt noch einmal zu versuchen. * Dürfen in einem offenen Geschäfte Angestellte wahrend der Geschäftszeit Blumen im Knopfloch tragen. Diese „weit-, erschütternde", eigentlich ewas absurd klingende Frage wurde vor Kurzem an Gerichtsstelle entschieden. In einem großen Modewaarengeschäfte in Berlin bediente ein junger Mann eine Dame, als der Chef an ihn herantrat mit der Aufforderung, die im Knopfloch befindliche Blume zu entfernen. In der Geschäftsordnung sei vorgeschrieben, daß die Herren im dunklen Anzuge zu erscheinen hätten, daß Blumen getragen werden dürften, sei nirgends erwähnt. Der Angestellte befolgte trotz mehrmaliger Aufforderung nicht den Wunsch seines Chefs. Die Folge war, daß er veranlaßt wurde, das Geschäft zu verlassen. Der junge Mann klagte auf Geha^tsentschädtgung für sechs Wochen. Er ist mit seinen Ansprüchen abgewiesen worden, weil der Angestellte im Geschäft sich den Anordnungen des Chefs zu fügen hätte. * Telephonlegung im Trabe. Wie berichtet wird, haben in den letzten Tagen zwei Cavalleriepatrouillen im Trabe binnen vier Stunden eine dreißig Kilometer lange Telephonleitung zwischen Berlin und Potsdam hergestellt. Zu diesem Zwecke verließen in früher Morgenstunde zwei Cavalleriepatrouillen, je ein Offizier und zwei Ulanen- unterosfiziere, Berlin und Potsdam zu gleicher Zeit. Ausgerüstet war jede Patrouille mit einem vollständigen Telephonapparat, den der eine Unteroffizier in einem Lederüberzug auf der Brust trug, und seinem Vorrath von ganz dünnem Stahldraht auf Rollen, jede Rolle mit 1000 Meter. Das Legen der Leitung begann in Berlin vom Wachtgebäude aus dem Pionierübungsplatze an der Hasenheide aus. Nachdem das Ende des Leilungsdrahtes mit der im Wachthause bereits befindlichen Stadtleitung in Verbindung gebracht war, nahm der gleichzeitig mit dem Fernsprecher ausgerüstete Unteroffizier die Rolle. Sie in eine Art Klammer mit Handgriff steckend, so daß sie sich leicht in seiner Hand um sich selbst drehte, ritt er vielleicht dreißig Schritt voraus und machte dann Halt. Inzwischen hatte der zweite Unteroffizier seine Lanze durch eine mit einer Gabel am Ende versehene Stange um die Hälste verlängert. Der von der Rolle des ersten Unteroffiziers ausgehende Draht wurde mit der Gabel gefaßt, bezw. durch dieselbe geleitet und dann von dem zweiten Unteroffizier mit der verlängerten Lanze in die Kronen der an dem Saume der Hasenheide stehenden Bäume gelegt. Jetzt wurde Trab eommandirt. Der Offizier gab die Richtung an, nur solche Wege und Chausseen wählend, die zur Seite mit hohen Bäumen versehen waren. Der die Rolle führende Unteroffizier immer 30 Schritt voran, der zweite den abgewickelten Draht immer flott in die Gipfel der Bäume werfend, sprengte die kleine Patrouille lustig in den Morgen hinein. War die Rolle ganz abgewickelt, also ein Kilometer Leitung gelegt, wurde gehalten. Der erste Unteroffizier saß ab- um seine in die Erde gesteckte Lanze schlang er das Ende des Drahtes und dieses wieder verband er mir dem Apparat. Das Telephon war eingeschaltet und die Verständigung mit der AusLangsstelle wurde nachgesucht. Der Anruf der letzteren wurde dadurch bewerkstelligt, daß der Unteroffizier auf einem ganz winzigen Horn ein kurzes Signal gegen eines der beiden am Telephon befindlichen Hörner blies. Er brauchte seinen Anruf nicht zu wiederholen- denn kaum war fein Signal gegeben, als auch schon ein gleiches Signal vom Abgangsort deutlich durch den Apparat ertönte. Die mündliche Verständigung wurde nun ebenfalls geprüft, dann schleunigst der Apparat ausgeschaltet, der Draht einer neuen Rolle mit dem abgelaufenen verbunden, und weiter ging es in dem Trabe. Bei Teltow trafen beide Patrouillen zusammen - Signale wurden durch die Apparate beider Endpunkte gegeben, dann die Drähte mit einander verbunden, wobei die Apparate miteingeschaltet blieben und die Führer beider Patrouillen hatten die Genugthuung, mitanzuhören, wie die in Berlin und Potsdam an den Endapparaten stehenden höherep Offiziere sich lobend über das schnelle Legen und sichere Functionieren dieser neuen Art von Fernsprech- einrichlung aussprachen. Dann wurde Befehl zum Aufnehmen der Leitung gegeben. Beide Patrouillen machten den Weg, den sie gekommen, wieder zurück, dabei den Draht wieder einsammelnd. * Heber die Fahrgeschwindigkeit der Schnellzüge haben in der letzten Zeit auf verschiedenen Linien des Eisenbahn- Directionsbezirks Breslau interessante Versuche darüber stattgefunden, ob sich die Fahrgeschwindigkeit der Schnellzüge bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 90 km in der Stunde steigern läßt, eine Geschwindigkeit, die z. B. auf den Strecken Berlin—Hamburg und Berlin—Köln für einzelne Schnellzüge bereits emgeführt ist. * Ein schwerer Unfall hat sich auf dem Schießplätze Falkenberg bei Neiße ereignet. Zwei Soldaten vom dortigen Wachcommando, der Kanonier Jankowski vom 21. und der Gefreite Werner vom 6. Artillerie Regimente fanden in der vorigen Woche einen sogenannten Blindgänger, d. h. eine nicht crepirte Granate. Derartige Geschosse pflegen, nachdem sie auf dem Boden angelangt sind, noch eine Strecke weiter zu rollen und hierbei eine Furche zu ziehen. Die genannten Soldaten gingen einer solchen Spur nach und sanden denn auch in einem Gehölze das Geschoß liegen. Jankowski, der schon 29 Granaten entladen hatte, wollte auch dielen Blindgänger unschädlich machen. Die Granate crepirte ; aber plötzlich, riß Jankowski den Leib auf und warf seinen Körper 50 Schritte weit durch die Luit. Der Unglückliche war sofort tobt. Werner wurde durch 18 Splitter der rechte Oberarm zerriffen, der nur noch von einem Muskel an der Schulter festgehalten wurde. Von dem Todten ist im Interesse ärztlicher Feststellungen eine photographische Aufnahme gemachte worden. * Schnitzeljagd zu Fuß. Vom „Luxhof", einem Restaurant in Straßburg, entfernte sich der Fuchs mit einer Tasche voll rother Papierstücke während deö Frühschoppens, er hatte ab und zu einige Papierschnitzel auszuwersen und durste nur in einer Kneipe gefangen werden. Eine halbe Stunde nach dem Weggange des Fuchses begann die Jagd. Die Fährte führte zunächst zum „Tiefen Keller", von dort zum „Münchener Kindl", dann zum „Spaten", weiter zum „Löwenbräu", zum „Dachs", zur „Germania", zum „Tivoli", zum „Baeckehiesel" und endlich entdeckten die Jäger den „Fuchs" in der Wirthschaft „Wo der Fuchs den Enten predigt". Die wilde Jagd hatte ihn müde gemacht, er saß da und — schlief. Da überall von den Jägern die Fährte genau bewachtet und untersucht und dabei das bei den Jägern übliche feuchte „Rendezvous" gemacht wurde, so war auch die Jägerschaar in feucht-fröhlichem Zustande, als das Hallali geblasen wurde. * Mehr alS tausend Neger rüsten sich in den Vereinigten Staaten von Amerika, das Land zu verlassen und nach dem schwarzen Erdtheile zurückzukehren, aus welchem ihre Großväter geraubt worden sind. In Abtheilungen von je 200 treten sie die Rückwanderung an, die erste befindet sich jetzt schon unterwegs. Den verheiratheten Negern wird man in der Republik Liberia, ihrem Reiseziel, je 20 ,Acker Land anweisen, den unverheiratheten je 10 Acker. Leicht kann es den Schwarzen, die auf einer wesentlich höheren Stufe der Cultur stehen, als die Neger im Innern Liberias, zu denen sie sich jetzt begeben, nicht geworden sein, diesen Entschluß zu fassen. Und er spricht nicht nur für die traurige Geschäftslage in der Union, sondern auch für das freudlose Leben, welches die Neger trotz der Emanzipation in den Südstaaten Nordamerikas jetzt noch führen. Die fortgesetzte Ausübung der „Lynchjustiz" gegen die Neger, welche durch einen schlimmen Zufall in den Verdacht gerathen, sich eines Verbrechens schuldig gemacht zu haben, mag viel dazu beitragen, ihnen den Verbleib in dem Lande ihrer Geburt unleidlich zu machen. * Wie man gedruckt wird, davon erzählt der berühmte amerikanische Dichter, Journalist und Schriftsteller Br et Harte aus der Zeit, da er noch der vielgeplagte Redacteur einer Revue war, folgende köstliche Anekdote: Da war ein gewisser Willy Wilkins. Der kam jeden Tag und brachte ein Manuskript. Bald ein Gedicht, ; balb eine Skizze, bald einen dickleibigen Roman, die er alle mit mich selber rührender Gewissenhaftigkeit zurückbekam. Eines Tages kam er wieder. „Mein Herr," sagte er, „wenn Sie glauben, daß ich Ihr Narr bin, dann irren Sie sich." — „Wieso?" fragte ich erstaunt. — „Sie glauben, ich wüßte nicht, daß Sie meine Sachen nicht lesen? O, ich weiß es sehr wohl, aber diesmal — und er schlug mit der Faust auf den Tisch — diesmal sollen Sie lesen oder ich will nicht Willy heißen." Und bei diesen Worten zog er ein Gedicht — gleichzeitig aber auch einen Revolver aus der Tasche. — „So," sagte er dann, „jetzt lesen Sie, sonst . ' ." und er machte eine Bewegung mit dem verdammten Dinge, dem Revolver, die mir mit einem Male ein lebhaftes Jntereffe für Willy Wilkins Werke einflößte. Ich las also. — „Nun," fragte er, als ich fertig war, „werden Sie es drucken?" — „Nein," entgegnete ich. — „Und Sie werden doch drucken, denn entweder Sie versprechen mir, daß Sie'S drucken oder ich mache Sie kalt wie einen tollen Hund." — Das half, und — ich versprach. Da ich mein Wort stets zu halten pflege, hielt ichs auch diesmal. „Damit unsere Leser sehen, was für ein Schund selbst einer Revue wie der unseren zugeschickt wird, drucken wir folgendes Gedicht ab", und nun folgte das Gedicht. Auf meinem Pulte aber lagen vorsichtshalber zwei Revolver. Das Blatt war noch feucht, als Willy Wilkins eintrat. Jnstinctiv griff ich nach der Waffe, er aber lachte. „(Sie sind ein verdammter Kerl," sagte er, „aber man kann Ihnen nichts übet nehmen. Sind die Dinger wirklich so schlecht?" — „Miserabel," entgegnete ich mit dem Ausdruck der tiefsten Ueberzeugung. — „Na, Sie müssens verstehen," sagte er, „und wissen Sie was, ich schreibe nie wieder eine Zeile, da, meine Hand darauf!" und er reichte mir seine Hand hin, die ich freudig ergriff mit dem stolzen Bewußtsein, ohne zu wollen der Menschheit ein Wohlthäter gewesen zu sein. * Hebet das^Baterlaud des Herings herrschen getheilte Ansichten, doch sind die zuverlässigen Autoritäten der Meinung, daß dieser „Freund des Armen" in den Polarseen heimisch sein müsse. Alljährlich treten Myriaden dieser Fische einen Zug nach dem Süden an und nachdem sie Norwegen und die Fjorde umschwommen haben, theilen sie sich in zwei große Schwärme, von Ebenen der eine nach dem baltischen Meere, der andere nach der Nordsee, die holländische Küste entlang und in den englischen Canal abgeht. Schiff-nachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertrtten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 26. Juli. sPer transallantischen Telegraph.) Der Postdampfer H. H. Meier, Capt. M. Moller, vom Norddeutschen LlA in Bremen, welcher am 12. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.__ — Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. Hamburg, 25. Juli. Neueste Nachrichten über die Be- weaunaen der Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie. Postdampfer „Colonia", von Hamburg nach Westindien bestimmt, ist am 24. Juli, 8 Uhr Morgens, von Grimsby nach Havre abgegangen. Dampfer „Baumwall", von Montreal kommend, hat am 23. Juni, 6 Uhr Abends, von Gravesend die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Post- damvfer „Russia" hat am 24. Juli, 2 Uhr Nachmittags, von Havre die Reise nach Newyork fortgesetzt. Postdampfer „Flandrta", von Mexiko und Westindten kommend, hat am 24. Juli, 2 Uhr Nachmittags, von Havre die Reise nach Hamburg fortgesetzt und hat am 25. Juli, 5 Uhr Morgens, Dover passirt. Postdampfer „Teutonia" ist am 24. Juli in Colon angekommen. Dampfer „Grimm" hat am 24. Juli, 4 Uhr Nachmittags, von Boston die Reise nach Baltimore ortgesetzt. Dampfer „Gothia", von Stettin nach Newyork bestimmt, ist am 25. Juli, 6 Uhr Morgens, von Swtnemünde nach Helsingborg abgegangen. Dampfer „California" ist am 24. Juli, 5 Uhr Nachmittags, von Newyork via Scandinavien nach Stettin abgegangen. kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 29. Juli. 10. Sonntag nach Trinitatis. In der Stadttirche. Vormittags 9*/z Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr : Kinderkirche. Pfarrverwalter Dr. @r ein. Sonntag den 5. August (11. S. n- Tr) Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgemeinde im Vormittagsgotesdienst. In der JohanneSkirche. Vormittags 7b/i Uhr: Pfarrer Dingeldey, zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lukaspemeinde. Vormittags 9'/r Uhr: Gymnasiallehrer Professor Trümpert aus Darmstadt. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinde: Pfarrer Dingeldey. Pfarrer Dingeldey wohnt jetzt Göthestratze 44. Katholische Gemeinde. Sonntag den 29. Juli. 11. Sonntag nach Pfingsten- Samstag: Nachmittags um 4Ve Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 61/a Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6i/a Uhr erste hl. Messe; „ um 71/2 Uhr Austheilung der hl. Cornrnunion; Vormittags um 8 Uhr zweite hl. Messe; „ um 9Va Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Äottksbienft in her Synagogr Samstag, den 28. Juli. Vorabend 7^ Ubr, Morgens 8»° Uhr, Nachmittags 4°° Uhr SabbathauSgang 91)0 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abend Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 900 Uhr. Verkehr, Land- tmb volkrwirthschaft. § Ulrichstein, 26. Juli. Ein überaus günstiges Wetter war unserem dreitägigen Jako bi markt, der gestern und an den voraus- gehenden-Tagen hier abgehalten wurde, bescheert. Regnete es doch am vorausgehenden Sonntage sehr stark und heute gießt wieder ein Landregen in Strömen vom Himmel. An den beiden ersten Markttagen herrschte bei Rindvieh und SchweinenM recht bewegter Handel. Die Auffahrt an Rindvieh war ziemlich gut, an Schweinen sehr stark. Die Preise für beide Ptehgattungen erhielten sich auf der seitherigen Höhe. Saugkälber bezahlte man je nach Qualität mit 40 bis 60 Mk., Kühe erster Qualität galten über 400 Mk. Das Paar Ferkel zweiter Sorte kostete 45 bis 50 Mk., erster Sorte 50—60—65 Mk., Läufer 70 bis 90 Mk. Der gestrige Markttag gehörte dem Krämer- und Vergnügungsmarkt. Es hatte sich hierzu eine sehr starke Anzahl von Besuchern aus der Umgegend eingefunden. Dem Tanzvergnügen im Freien machten am Abend starke Gewitter ein verfrühtes Ende. Briefkasten. Reservist K. Bett. Unterstützung der zu Friedensübungen einberusenen Reserve- und Landwehrmannschasten verweisen wir Sie im Anschluß an unsere Notiz in vor. Nr. auf die im Verlage von Emil Roth hier erscheinende Sammlung von Reichsgefetzen. Verlangen Sie aus dieser Sammlung die Nr. 165 zum Preise von 20 Pfg., welche das Gesetz nebst den dazu gehörigen Ausfuhrungs- vorschriften enthält. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 27. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17, Luft 14°. Rübsamen'sche Badeanstalt. ___Seidenstoffe - direkt aus der Fabrik von VON Elten & KeilSSCn, Crefeld, in jedem Maaß zu beziehen. Schwarze, farbige u. weiße Seidenstoffe, Sammte, Plüsche und Lelvets. Man verlange Muster mit 2lnßa6e des Gewünschten. Molliges Wohlbehagen Kinde, die zum Waschen und Laden derselben Doerings Seite mit der Eule benutzt Das Kind empfindet, wenn es mit dieser vortrefflichen Seife gewaschen robb, kein Brennen, kein Spannen, kein Jucken, es befindet sich mollig, es erhält eine sehr schöne Hani, und was die Hauptsache ist, es wird durch diese Seife das gefürchtete und äußerst schmcrzlicke Wundsein der Kinder nicht hervorgerufen. Für 40 Pfg. ist diese überaus milde, ärztlich empfohlene Kinderseife zu haben. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 6223 •xtt ** Mit Helm Danksagung G215 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Gravelius. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei unserem schweren Verluste sagt Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Dr. Grein, herzlichsten Dank 6024 Schule. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen Giessen, 26. Juli 1894, Die Beerdigung findet Samstag den 28. Juli, Nachmittags 6 Uhr, verkauft Karl Vuler, ^UUlWlUy 6205) Hammstr. b. Gnauth. 6213 vom Sterbehause, Grünbergerstrasse 47, aus statt. 6225 Wermietyungen. 2 5826] Gnauth. Gnauth. 6214 [6221] Das Commando. rc. XXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXXXX* | Zahnarzt Jaeger * Die Gießener 6165 X ist bis zum 6. August verreist. zu Frankfurt a. Main Vermischte Anzeigen E 61111 Ein erfahrenes und zuverlässiges gegen hohen Lohn sofort gesucht- Nähere« durch die Exved. d Bl. Lampenfabrik« V) Velbert 208, Land, 1894. 4631 Fran Julins Fnllbeck. e _cn .2 MiA Annah «olgender Neues Sauerkraut empfiehlt H. Kloh Mäusbura 17- 6036 Lösch' 18jähris von ttni Aus die rbenfalk Bekanntmachung. Mittwoch, den 1. August d. I., Nachmittags 3 Uhr, werden im Hofe des Bürgerhospitals Fabrikmässiger Betrieb ausgeschlossen. Otto Fritz, Kunstmaler, Bleichstrasso 24, Hinterhaus. Ltitvngvcotalogk, KostcnvoranichNig« gratis und franko. Billigste fflxclB« aotirung. Äröhrrc Jnsertlonaaustrüge in den niedrigsten Pauschalpreisen. tr.-'^urcnu tu ,,nink|ui l n. TL, Kaisers!, , wa. 6169| Anständiges Mädchen aus bürgerlicher Familie sucht Stelle als zweites Mädchen od- Stütze d. Hausfrau. Adr. tu der Exp- d. Bl. gefl. niederzulegen. 6224] Kleine Familienwobnung zu oerm- per 16. August. Wolf, Bahnhofstr. 32. In dem ehemals Belloff'schen Hause in der Sonnenstraße find zwei Zimmer alsbald zu vermtethen. Näheres über Bedingungen ist auf der Bürgermeisterei, Zimmer Nro- 15 zu erfragen. Gießen, den 12. Juli 1894. Großh- Bürgermeisterei Gießen- Pensionat Holthusen, Darmstadt, Nheinstraße Nr. 17. Junge Mädchen finden zu ihrer wetteren Ausbildung in Wissen- schaffen, Sprachen, Musik u. Handarbeiten unter sorgfältigster Leitung freundliche Aufnahme. Gelegenheit zur gründlichen Erlernung des Haushaltes, einschl- Kochen, Backen, Einmachen rc- ist geboten- 4630 Näheres durch die Vorsteherin Arau LH. Holthusen Wwr. Hiermit die schmerzliche Nachricht, dass heute Nachmittag 4V2 Uhr unser geliebter Gatte, Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel iS gewinnen, er iiiiihh aber selbst im E ungllnstigst. Falle nicht ganz den hal- *33 gebrochen 8 Uhr A Wohnhän Feuerweh wehr ist mannjdia1 zu bamp fürchtet der Cobl dir Eise der Pei Der du • dua 2 W' Erdbe fäine Menb worden allein c folgte < Erhrbu in cke rr'inz sein, L>/e S * unb bit Für Hausirer! Lohnende 10 Pfg-Artikel bei Krämer, Neustadt 78 (Wirthschaft). Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospekt.über das bekannte Kochbuch von Henriette Davidis bei, aus den wir besonders unsere geehrten Leserinnen hiermit aufmerksam machen. Davidis Kochbuch kann als billiges nnd praktisches Hülssmittel für die Küche allen Frauen und Köchinnen nicht warm genug empfohlen werden, und wird namentlich für die jetzt beginnende Einmachezeit jeder Haushaltung unentbehrlich sei«. W Maschinenfabrik tiieMsen, vorm. A. Menges, bestehend aus Wohnhaus und Fabrik- gebiiuden mit 2700 qm Areal, wird mit allen dazu gehörigen Maschinen, Werkzeugen rc- DienStag den 7. Anguft, Nachmittags 21/2 Uhr auf hiesigem OrtSgericht versteigert. Bet annehmbarem Gebot kann der Zuschlag sofort ertheilt werden- Nähere Auskunst ertheilt 6133 F. Hoffmann. 6220] Frdl Mans.-LogiS, 2 grade u. schr. Z. n. all. Zub. sofort billig szu vermiethen. Verlängerter Asterweg 48- Verdingung. Die Manrer-,Zimmerer-, Dachdecker-, Schreiner-, Schlosserund Weischinderarbciten sowie Eisenlieferung zur Ausführung von baulichen Aenderungen im vormals Petri'schen Hause (Neustadt 37) Zollen Mittwoch, den S. August, Vormittags 10 Uhr, auf dem Stadtbauamte öffentlich verdungen werden. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf dem Stadt- bauamt offen, woselbst Formulare für Angebote, die bis zur obenerwähnten Stunde daselbst einzureichen sind, verabfolgt werden. Gießen, den 26. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Zitherlehrer 5164 Adolf Arnold Gießen, Vleichstraße 12. Kunstgerechter Unterricht nach anerkannt bester Methode. lieftrung von Maslerßeinen. Die Lieferung von etwa 80 cbm. Pflastersteinen 1. Sorte aus Basalt frei Baustelle (Straßenkreuz der Ostanlage mit Senckenberg, und Moltke« straße) soll Dienstag den 31. Juli, Vormittags W/2 Uhr aus dem Stadtbauamte vergeben werden. Die Bedingungen liegen daselbst offen. Angebote pro cbm sind verschlossen bis zum genannten Termin dahin einzureichen. Gießen, 27. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. nscheir Danksagung! Meine beiden Kinder Martha und Helene litten jahrelang an skrophulöser Augenentzündung; die Augen waren stets roth, entzündet, schmerzten, thränten, eiterten nnd hatten Flecken- Herr Dr. med. Volbeding homöopath. Arzt in Düsseldorf, heilte beide Kinder in ein paar Wochen nur durch Etnnchmen- Mich selbst befreite der Herr Doctor ebenfalls in kurzer Bett von anhaltenden Seitenschmerzen, die durch Rippenfellentzündung zurückgeblieben waren und meine Mutter von bereitslange bestehendem schwerenMagen- und Leberleiden. Dem verehrten Herrn Doctor meinen innigsten Dank. izener freiw. Feuerwehr Dienstag, 31. Juli, Abends S Uhr: Urbartton • fl. Sch epda — fjvuif uah Bert«w o Psft Nur sofortige ßaargewinne! In jcdcrZIcliiing fiirjeden Thcilnclnncr oiu Knrnntlrt sicherer Treffer I = 20 Millionen Mark g- in Treffern i\ Mk. 500000, 400000, 300000 etc,, zus. nur ca. 40025 ganze o Loose mit 10025 Treffer, gelangen o durch die jetzt wieder neu beginnen- o den, 12 aufoinundorfolg., jo einer am Erwten Jeden Monat* **" stattlindonden chanootiroichen, grossen ~ Baar - Vcrloosungeii staatlich conzossionirter Titel unbc- " dingt zur Auszahlung. 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Juli, während des ganzen Tages. Eintrittspreis für den Zoologischen Garten 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg). Agnarium ÄQ Pfg,________[6209 Marburg in Hessen. Gegenüber dem Bahnhof links (Omniliiiügcfcllfiliiift beabsichtigt, den Hufbefchlag ihrer zehn Pferde bi« Ende dieses Jahres in Lub- Mission zu vergeben. Offerten sind bis 29. dsS. an den Vorstand elnzureichen- 2 bis 3 Schneider können Arbeit haben bet M. Kuder, Marktstraße 25.6|67 Ein Lehrling mit guter Schulbildung und schöner Handschrift kann zum l. Octover er. in einer hiesigen «igarrenfabrik, Aufnahme finden. Selbstgeschrie- bene Offerten unter 6158 an die Gxped. ds »l. erbeten.(6153 Solider cautionsfähiger Manu, welcher durch mißliche Verhältnisse anher Stellung gekommen, sncht irgend einen Posten als Vereinsdiener, Aassirer oder dergl. Näh. Aus- knnft bei der Exp. d. Bl. 6217] Tüchtige Maschinennäherin gesucht. Kaplaneigasse 7.__ 6218] Ein ordentliches zuoerlässtges Dienstmädchen, von 16 bis 18 Jahren gesucht. 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