$®nintag gute ’ ganzen Tage;-. Um 20 jifj, °~12 und 3-7 Uhr §aEe in Siam. - Pfg. 3701 ert 2® Wagoner-Regts. No. 24 kdir. Ttützel und der chellmeifter Kei-rr. kjmck«S> 8 Uhr präcis im r). 1893/94; \i\\xtö> dn unter* tuten; fatzmnner dafür; .s für da» Geschästtja! der Statuten mindesten: »rstand schriftlich zu adlungcn bitten mir t B-theiligaa- A er^rjtuttb. Ml«, it hochfeinen Gefck ÄRSJ ichhaltige N — noL •*«- *9 M b-M. wj Bf’ nin allen 1* IDO Ration tu Nr 98 Erstes Blatt. Samstag den 28. April 1894 Der Kieken,r Anzeiger erschkinl täglich, mit luSnahml deS Montag» Die Gießener Aa mi sien d täl ier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bkißtlcgt. Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Bierteljäbriger Abonnement spreir: 2 Mark 90 Pjg. mit Bringerlodn. Durch die Post dezogerr S Mark 50 Psg. Redaction. Expedition und Druckerei: ■ >i ii d. „ .... 0,726 „ 6s wird dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Erhebung der Umlagen in sechs Zielen, und zwar in den Monaten April, Juni, August, October, December 1894 und Februar 1895 erfolgen soll. An allgemeiner evangelischer Kirchensteuer werden von den Angehörigen der evangelischen Kirche pro 1 Mark Steuer- .apital 1,6 Pfg. erhoben. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Publication vor- 'rehender Uebersicht im Großh. Regierungsblatt am 21. d. Ms. erfolgt ist, und daß von diesem Tage an die Frist zum Vorbringen von Reclamationen läuft, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind. Gießen, den 24. April 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Im Interesse des Publikums wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Reclamationen gegen Einkommen* und Capitalrentensteueransätze 1. Abtheiluvg immer, aber auch Remonstrationen gegen Ansätze dieser Abtheilung, sowie Reclamationen gegen Einkommen- und Capitalrentensteuer- ansätze 2. Abtheilung möglichst schriftlich und zwar unter genauer Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechenden Gründe (wenn aber mündlich, nur an den Amtstagen Dienstags und Samstags) während der gesetzlichen Frist bei dem Unterzeichneten vorzubringen sind, damit der Commission das zur Beschlußfassung erforderliche Material demnächst unterbreitet werden kann. Gießen, den 1. April 1894. Der Vorsitzende: Bähr. Steuer-Commifsariat (tzietzen. Das Büreau befindet sich vom 1. Mai ab: Bahnhofstr. 71II. A m t S t a g e: Dienstags und Samstags Vormittags von 81/» bis 12 und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr. Deutscher Reich. nn. Darmstadt, 26. April. Die Zweite Kammer der hessischen Stände hat aus Anlaß der Verlobung der Prinzessin Alix von Hessen mit dem Großfürst* Thronfolger von Rußland die nachstehende Glück- Wunsch Adresse an Seine Königliche Hoheit den Großherzog gerichtet : Allerdurchlauchtigster Großherzog rc. Ew. Königliche Hoheit haben mittelst Erlasses vom 23. d. M. der zweiten Kammer der Stände von der Verlobung Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Alix Victoria Helene Louise Beatrix von Hessen und bei Rhein, Ew. Königlichen Hoheit geliebten Schwester, mit Seiner Kaiserlichen Höhest dem Großfürst - Thronfolger Nicolay Alexandrowitsch von Rußland Mittheilung zu machen geruht. Die zweite Kammer hat von diesem für die Großherzogliche Familie und für das ganze Land so hocherfreulichen Ereignisse mit lebhaftester Freude Kenntniß genommen und säumt nicht, neben dem Dank für die ihr gewordene Mittheilung Ew. Königlichen Höhest und Allerhöchstderem Hause ihre tiefempfundenen Glückwünsche darzubringen. Sie gibt dabei auch dem innigsten Wunsche und der frohen Hoffnung Ausdruck, daß der geschloffene Herzensbund ein reich gesegneter sein und zu einer unerschöpflichen Quelle des Glückes für daS hohe Paar sowohl wie auch für Ew. Königliche Hoheit und Allerhöchstderen Familie sich gestalten möge. Geruhen Ew. Königliche Hoheit diese aus dem Herzen kommenden Glückwünsche der zweiten Kammer, welche die erneute Versicherung landesfürstlicher Huld und Gnade dankbar anerkennt, huldreich entgegenzunehmen. In tiefster Ehrfurcht Ew. Königlichen Hoheit allerunterthänigste Zweite Kammer der Stände. Darmstadt, den 27. April 1894. Berlin, 26. April. Kaiser Wilhelm steht am Ausgange seiner Frühlingsreisen mit ihren so wechselvollen bunten Bildern. Nach Abstattung eines kurzen Besuches am Großherzoglichen Hofe von Weimar ist der erlauchte Monarch am Mittwoch Nachmittag als Gast des Grafen Görtz in Schlitz eingetroffen, um die nächstfolgenden Tage über in den ausgedehnten Forsten der Umgebung zu jagen. Soweit bekannt, gedenkt der Kaiser in den Vormittagsstunden des 2. Mai im Neuen Palais bei Potsdam, dem bevorzugten Sommerheim der deutschen Kalserfamilie, einzutreffen. Zur Stunde ist auch der mehrwöchige Aufenthalt der Kaiserin Auguste Victoria in Abbazia beendigt,- im Neuen Palais sieht man dem Eintreffen der hohen Frau und der kaiserlichen Kinder für diesen Samstag entgegen. — Die parlamentarische Lage im Abgeordnetenhaufe ist mit einem Male sehr unsicher geworden. Es sind eine Menge Gerüchte aufgetaucht, denen zufolge an diesem Samstag entweder die Vertagung des Hauses dis über Pfingsten hinaus oder ober sogar der Schluß der Session erfolgen solle, in welch letzterem Falle allerdings eine ganze Anzahl von Vorlagen, unter ihnen gerade die wichtigsten der Tagung, unerledigt bleiben müßten. Jedenfalls dürfte inzwischen eine Klärung der sonderbaren Situation eingetreten fein. — Die am Dienstag zur öffentlichen Zeichnung gelangte neue dreiprocentige Reichsanleihe im Betrage von 160 Millionen Mark ist, soweit sich das Ergebniß übersehen läßt, etwa 21/2mal gezeichnet worden. AnS diesem Resultate kann zunächst der an sich ganz erfreuliche Schluß gezogen werden, daß sich an der finanziellen Operation nur die große und kleine solide Capitalistenwelt des Landes, nicht aber auch die unsolide Börsenspeculation betheiligt hat. Anderseits kann freilich die Reichsregierung mit dem ZeichnungS- refultat keinen besonderen Staat machen, namentlich nicht gegenüber den glänzenden äußerlichen Ergebniffen der Staatsanleihen Frankreichs und anderen derartigen Subscriptionen bei unseren französischen Nachbarn. Wenn auch bei der regelmäßig massenhaften Ueberzeichnung französischer Anleihen offenbar mancherlei künstliche Mittel mit zur Anwendung gelangen, so operirt man hierbei doch mit einer unleugbar hochentwickelten finanziellen Technik und geschäftlichen Geschicklichkeit. Wenn sich die leitenden Finanzgrößen in den Berliner Regierungskreisen die Franzosen in letzterer Beziehung zum Muster nehmen wollten, so könnten gewiß auch in Deutschland bei künftigen Anleihen bessere Zeichnungsrefultate erzielt werden, was dem Reichs- und Staatscredit sicherlich nur zum Vor- theil gereichen würde. Neueste Nachrichten. WotffS lelegr-phischcS Eorrespondenz-Bureau. Berlin, 26. April. Die Stadtverordneten nahmen die Magistratsvorlage, betreffend die Berliner Gewerbe- Ausstellung im Jahre 1896, mit dem Antrag Kalifch an, wonach die Versammlung sich die Beschlußfassung über den zu leistenden Beitrag für den Fall vorbehält, daß ein anderes Terrain als der Treptower Park gewählt wird. Budapest, 26. April. Abgeordnetenhaus. Der Ackerbauminister besprach die Tumulte in Hodmezoe-Vasarhely und hob hervor, daß die Regierung eine Verbesserung der Lage der Feldarbeiter mit allen möglichen Mitteln anstrebe. Auch in anderen Gegenden sei das Elend groß, jedoch sei es nicht zu Tumulten gekommen. Das Haus nahm sodann den Handelsvertrag mit Rumänien in zweiter Lesung an. Depeschen deS Bure-u .Herold*. Berlin, 26. April. Die „Nationalztg." läßt sich versichern, zur Zeit fei keinerlei Aenderung in der Stellung des Reichskanzlers zum preußischen Staatsministerin m, insbesondere auch nicht die Wiedervereinigung des Reichskanzleramts mit dem preußischen Ministerpräsidium beabsichtigt. Berlin, 26. April. Die „Nordd. Allgem. Ztg." spricht in einem Leitartikel über die Steuer- und Finanzfrage die Hoffnung aus, daß in der nächsten Reichstagssession eine befriedigende Lösung dieser Fragen werde gefunden werden, der nicht nur eine große finanzielle, sondern auch eine erhebliche nationale Bedeutung innewohne, sodaß ihr gegenüber parteipolitische Gesichtspunkte in den Hintergrund treten müßten. Das Blatt führt weiter aus, die Bundesregierungen hielten an der stärkeren Heranziehung deS Tabaks, an der ganzen Grundlage der in der vergangenen Session eingebrachten Tabakfabrikatsteuervorlage fest. Berlin, 26. April. Das Herrenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung die Vorlage betr. den Elb-Trave-Canal an. Der Gesetzentwurf betr. das Pfandrecht und die Zwangsversteigerung von Privateisenbahnen wurde an die Commission zurückoerwiesen. Sodann nahm das Haus den Gesetzentwurf betr. Stempeloerwendung der Notare und die Novelle zur Hannoverschen Wegebau Ordnung an. Morgen stehen Petitionen, die Secundärbahn-Vorlage und Etatberathung auf der Tagesordnung. Berlin, 26. April. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die internationale Uebereinkunft, betreffend Maßregeln gegen die Cholera, nebst dem Protocoll über, ben Beitritt von Großbritannien und Irland zu derselben ist von Deutschland, Oesterreich Ungarn, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Irland, Italien, Luxemburg, Rußland und der Schweiz ratb ficirt worden. Ftiedrichsruh, 26. April. Fürst Bismarck empfing heute Mittag 12 Uhr die Abordnung, welche ihm die von den Frauen und Jungfrauen des Bergischen Landes gewidmete Adreffe überreichte. Hamburg, 26. April. Die Militärvereine aus dem südwestlichen Holstein unternehmen am 3. Mai eine große Huldigungsfahrt zu,m Fürsten Bismarck nach Friedrichsruh. Leipzig, 26. April. Dem hiesigen Generalanzeiger wird vom Kladderadatsch mitgetheilt, Polstor ff habe thatsächlich bei dem Duell mit dem Legationsrath v. Kiderlen-Wächter eine Verletzung der Lunge davongetragen,- das Befinden des Verwundeten sei indeß befriedigend und Lebensgefahr vorläufig nicht vorhanden. München, 26. April. Kaiser Wilhelm hat zufolge einer im Rathhause eingelangten Nachricht beschlossen, daß die Schack'sche Gemäldegallerie in ihrem bisherigen Heim an der Brtennerstraße in München zu verbleiben habe. Heute Vormittag versammeln sich beide städtischen Collegien in einer Cumulativsitzung, um diese für München so erfreuliche Nachricht in officieller Weise entgegenzunehmen. München, 26. April. Die Mainummer des „Süddeutschen Postillon" (Ernst'scher Verlag) wurde gestern confiscirt. Die Druckplatten, die aus der Maschine gehoben werden mußten, wurden beschlagnahmt. Wien, 26. April. Die Staatsanwaltschaft confiscirte 140000 Flug blätter, die die Aufforderung zur Maifeier enthielten. Brünn, 26. April. Die Polizei hat alle für den 1. Mai geplanten Aufzüge und Versammlungen strengstens untersagt. AM AW Budapest, 26. April. Aus Vasarhely wird gemeldet, in der gestrigen Muntcipalausschußsitzung seien schwere Anklagen gegen den Oberstadthauptmann Nagy wegen der Unruhen erhoben und dessen sofortige Suspendirung beschlossen worden. Gestern kamen in Vasarhely neue Crawalle vor, wobei abermals viele Verhaftungen vorgenommen wurden. Die Rädelsführer in Vasarhely sollen auch die Arbeiterdemonstrationen in Szegediu veranlaßt haben. Loudon, 26. April. Das Unterhaus hat gestern mit 281 gegen 194 Stimmen in zweiter Lesung die Bill betr. Einführung des Achtstundentags in Bergwerken angenommen. Die unionistischen Blätter begrüßen die Annahme des Achtstundentags vor dem 1. Mai als geeignet, England große Unruhen zu ersparen, ohne daß die Production verringert werde. Loudon, 26. April. Die nordamerikanische Bewegung der Arbeitslosen gewinnt immer größere Ausdehnung. In Montana und Indiana bemächtigten sich große Arbeiter- massen der Züge. Die Bewegung characterisirt sich als agrarische und gegen Aufhebung der Tarifbill gerichtet. Die Stärke der Theilnehmer an der Maifeier in Washington wird auf 50000 Personen geschätzt. Loudon, 26. April. Die osficiellen Ernteberichte aus den Vereinigten Staaten lauten größtentheils sehr günstig,- nur in Californien und den nordwestlichen Staaten sind weniger befriedigende Resultate zu verzeichnen. Amsterdam, 26. April. Bei den Wahlen zur zweiten Kammer wurden 42 Anhänger des Ministers Tak und 45 Gegner desselben gewählt. 7 Neuwahlen sind notwendig, wovon in 6 Districten der Sieg der Gegner Taks gesichert erscheint. In 3 Wahlkreisen steht das Ergebniß noch aus. Amsterdam, 26. April. Minister Tak reichte wegen des für ihn ungünstigen Ausfalls der Wahlen seine Entlassung ein. Lissabon, 26. April. Bei der hier herrschenden Epidemie handelt es sich nun doch um asiatische Cholera. Gestern kamen 78 Erkrankungen, aber kein Todesfall vor. Belgrad, 26. April. In Hofkretsen erzählt man, Exkönig Milan werde demnächst ins Ausland reisen und die Königin Natalie zur Rückkehr nach Serbien zu bewegen suchen. Man verspreche sich von diesem Schritte einen günstigen Einfluß auf die Bevölkerung. Konstantinopel, 26. April. Die türkische Regierung bestellte 200000 Mausergew ehre in Deutschland. Sitzung -er Stadtverordneten am 26. April 1894. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Faber, Grünewald, Habenicht, Helfrich, Homberger, Keller, Löber, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schwall, Simon, Vogt und Wallenfels. Durch Beschluß der Stadtverordneten Versammlung war dem früheren Besitzer der Röhrle'schen Brauerei, Pöschel, auf Widerruf gestattet worden, vom Brunnen an der Marburgerstraße nach seiner Brauerei eine Wasserleitung durch städtisches Gebiet legen zu lassen. Inzwischen hat die Richtung der Schottstraße, in welch letzterer ein Thetl der fraglichen Leitung liegt, eine Regulirung erfahren, nach welcher ein Theil Gelände an Private abgegeben wurde- infolge Bebauung dieses Geländetheils hat sich die Nothwendigkeit ergeben, die bezeichnete Wasserleitung in die Schottstraße zu legen. Die hierfür Seitens der Gebr. Röhrle nachgesuchte Erlaubniß soll auf Widerruf erheilt werden. Das Gesuch des Herrn Th. Brück um Erlaubniß zur Errichtung eines Schuppens am Schiffenberger Weg wird, vorbehaltlich des Widerrufs und ausnahmsweise, unter der Bedingung befürwortet, daß genannter Schuppen mindestens 25 Meter von der Straße entfernt und möglichst parallel zu derselben gestellt wird. Das Gesuch des Herrn W. Noll IV. um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen an seinem Hause in der Nordanlage wird beanstandet. Die Baudeputation hat ihren auf Beanstandung gerichteten Antrag damit begründet, daß bei Anlage der Schaufenster zur Ladeneinrichtung zu wenig Rücksicht auf die Fenstereintheilung und die Fensteraxen des oberen Stockwerkes genommen sei, woraus ein Verstoß gegen § 28 des Ortsbaustatuts entstehe. Das Gesuch des Herrn Carl Schleenbecker um Er- laubntß zum Bauen am Leihgesterner Weg wird von der Tagesordnung abgesetzt, weil über dasselbe noch nicht in der Baudeputation verhandelt werden konnte. Herr Zugführer Gerhards hat um Erlaubniß zum Bauen in seinem Garten (früher Buseck'schen) in der unteren Lahnstraße nachgesucht. Die Baudeputation hat beantragt, die ausnahmsweise Genehmigung zu versagen, da das fragliche Baugelände außerhalb des Bebauungsplanes liege, auch für die Wetterführung der Lahnstraße und die nöthigen Uferbauten Pläne noch nicht ausgearbeitet seien. Die Versammlung schloß sich dem Anträge der Baudeputation an. Die Vorschule des Gymnasiums wird bekanntlich auf Kosten der Stadt unterhalten und lag die Kasseverwaltung derselben seither in den Händen des Herrn Univ.-Rentamt- manns Schmitt. Zufolge Zuschrift Großh. Ministeriums hat die Finanzdeputation beantragt, daß die Stadt, unter Verzichtleistung auf Führung besonderer Rechnung, die Kasseverwaltung auf die Stadtkasse übernehme; die Versammlung, erhob diesen Antrag zum Beschluß. Gelegentlich der Budgetberathung fragte Herr Schm all an, ob es sich nicht ermöglichen lasse, die Abfuhr de^ Tonnen in die Nachtzeit zu verlegen, weil die Abfuhr am Tage mit allerlei Mißständigkeiten verbunden sei. Auf dieserhalb bet dem derzeitigen Unternehmer eingezogenen Erkundigungen wegen der Mehrkosten hat derselbe berichtet, daß die Abfuhr, wenn sie nur in der Zeit von 9 Uhr Abends bis 7 Uhr Morgens geschehen .könne, ungefähr das Doppelte der bisherigen Sätze kosten würde, demnach 1 Mark per große, 80 Pfennig per kleine Tonne. In Rücksicht auf die erhebliche Vertheuerung der Abfuhr, sowie in der Erwägung, daß diese Arbeit während der Nacht weniger sorgfältig ausgeführt werde, auch der Zugang zu den Tonnen zum großen Theile nur durch Mitwirkung der Hausbesitzer ermöglicht und somit diesen selbst Schwierigkeiten bereitet würden, daß dann auch die sogenannte geruchlose Abfuhr während der Nacht stattfinden müßte, hat die Baudeputation, obwohl auch sie eine Verbesserung des bisherigen Abfuhrsystems für wünschenswerth erachtete, beantragt, es bei der bisherigen Art der Tonnenabfuhr zu belassen. Die Versammlung trat diesem Anträge bei. Die gelegentlich der Budgetberathung von Herrn Keller gestellte Anfrage, ob es im Interesse einer glatteren Abwickelung der Geschäfte nicht zu empfehlen sei, die der Bürgermeisterei ertheilte Befugntß zur Vergebung von Arbeiten aus freier Hand bis zum Betrage von 50 Mark auszudehnen auf 200 bis 300 Mark, hat die vereinigte Bau- und Finanzdeputation beschäftigt. Die vereinigte Commission hat nach Anhörung des Stadtbauamts, welches die Ausschreibung von städtischen Arbeiten im Betrage zwischen 50 und 300 Mark als verhältnißmäßig zu großen Anfwand erfordernd bezeichnet, auch durch Umfrage in Darmstadt, Worms, Mainz und Offen bach erfahren hat, daß dort die Befugniß zur freihändigen Vergebung von städtischen Arbeiten eine ausgedehntere ist, beantragt, neben der dem Bürgermeister ertheilten Befugniß bis zum Betrage von 50 Mark der Baudeputation die Befugniß zu ertheilen, Arbeiten bis zum Betrage von 200 Mark aus der Hand zu vergeben. Dieser Antrag wurde nach kurzer Debatte, in welcher u. A. Herr Löber sich dafür aussprach, daß diese Art der Vergebung sich nur auf besonders dringende Arbeiten beschränken solle, zum Beschluß erhoben. In einem der Bürgermeisterei zugegangenen Schreiben wendet sich die in einer Versammlung zu Limburg gewählte Commission an die Communalverbände, Kreise, Bürgermeistereien und Prtvatinteressenten mit dem Ersuchen um einen Beitrag zu den Kosten, welche die Projectbearbeitung der Canali- sation der Lahn bis zur preußischen Grenze event. bis Gießen verursachen würde. Die Canalisation soll, abweichend von früheren Plänen, in größerem Maßstabe durchgeführt und damit erstrebt werden, Wasserfahrzeuge von größerer Tragfähigkeit direct vom Rhein die Lahn entlang zu bringen. Die mit der Berichterstattung beauftragten Herren Scheel und Schiele erklärten sich übereinstimmend in eingehendem Bericht gegen die angesonnene Beitragsleistung. Es sei nach Lage der Sache nicht anzunehmen, daß die Schifffahrt auf der Lahn mit der beabsichtigten Canalisation die in dem Ausschreiben der Commission in Aussicht gestellte Ausdehnung auf den Transport größerer, für unsere Gegend hauptsächlich in Betracht kommender Gütermassen erreiche- dazu fehle in erster Linie das Wasser. Störungen im Transport von Rohproducten, wie sie durch wechselnden Wafferstand, Hochwasser, Els u. s. w. herbeigeführt würden, vertrage aber die hierbei in Betracht kommende Industrie nicht- für Eisenerze, Schiefer, Kalk rc., die von hiesiger Gegend verladen würden, bestünden billige Eisenbahntarife, ebenso für Coaks, Kohlen rc., die allenfalls als Rückfracht anzusehen sein würden. Sowohl die Handelskammer in Limburg, wie der Kreisausschuß des Kreises Wetzlar hätten sich gegen das Project erklärt und somit fehle, abgesehen von sonstigen Umständen, jedes Interesse für Gießen. Auch die Bau- und Finanzdeputation hat sich im Sinne der Referenten geäußert und beantragt, vckn einer Beitragsleistung zu den Kosten der Projectbearbeitung abzusehen. Die Versammlung schloß sich dem Anträge ihrer Commissionen auf Ablehnung des Gesuchs an. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung bringt Herr Wallenfels eine in der „Mitteldeutschen Sonntagszeitung" enthaltene Notiz zur Sprache, in welcher der mit dem Amte eines Armenpflegers vertraute Herr Louis Fuhr wegen angeblicher Benachtheiligung einer unterstützungsbedürftigen Wittwe angegriffen worden ist- Herr Wallensells fragt an, was Seitens der Bürgermeisterei zur Rechtfertigung des Herrn Fuhr geschehen solle, ob insbesondere eine Erklärung, die man ihm in Anbetracht seines schweren Amtes schuldig sei, erlassen werden solle. — Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte, die Acten hierüber nicht vorliegen zu haben, doch sei ihm das Wesentlichste aus den Vorgängen in Erinnerung. Es handle sich um eine Notiz in der „Mitteldeutschen Sonntagszeitung", in welcher sowohl die Armenpflege hier wie das System der auf die Armenpflege bezüglichen Gesetzgebung kritifirt wurde. In dem betreffenden Artikel sei erwähnt worden, ein Arbeiter habe um Vorlage von je 10 Mark gebeten, um seine Kinder in die Klmik einweisen zu können, es sei ihm darauf von Seiten des Oberbürgermeisters erklärt worden, daß er, wenn ihn die nachgesuchte Unterstützung bewilligt werde, seines Amtes als Beisitzer des Gewerbegerichts verlustig gehe- daraufhin habe der Arbeiter seinen Antrag zurückgezogen. Kurz darauf habe sich ein Schutzmann nach den Verhältnissen des Arbeiters, über Miethe, Beschäftigung u. s. w. erkundigt. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte hinzu: Es sei richtig, daß der betr. Arbeiter Antrag auf Aufnahme in die Armenpflege gestellt habe, die Armendeputation habe den Antrag genehmigt, man habe ihm auch erklärt, daß er seine politischen Rechte infolge dessen nicht verliere. Letztere Zusicherung habe sich indeß nicht als ganz zutreffend erwiesen, wo es sich um die Thätigkeit als Beisitzer des Gewerbegerichts handelte, hier seien die einschlägigen Bestimmungen schärfer, als in Bezug auf Gemeinde- rc. Wahlen - die Aufnahme in die Armenpflege würde den betr. Arbeiter allerdings die Möglichkeit benommen haben, Beisitzer des Gewerbegerichts zu bleiben, des sei ihm mitgetheilt, er auch an die freiwillige Armenpflege, den Allg. Verein, verwiesen worden, dort würden ihm seine Rechte gewahrt bleiben. Vom Vorsitzenden des Vereins sei dem Arbeiter auch Unterstützung zugesagt worden. Was die in dem Artikel beanstandete Haltung des Schutzmannes betreffe, so sei allerdings nicht in Abrede zu stellen, daß betr. Schutzmann sich allzusehr in der Rolle eines Armenpflegers, die ihm nicht zustehe, gefallen habe- u. A. habe derselbe Rathschläge in Bezug auf eine billigere Wohnung ertheilt, dem Arbeiter vorgehalten, daß er sein früheres Gewerbe aufgegeben u. s. w., während dem Schutzmann lediglich die Aufgabe zustand, Auskunft über die Aufenthaltsverhältnisse einzuholen. Nach der bezeichneten Veröffentlichung sei der betr. Arbeiter vor die Bürgermeisterei geladen worden und habe dort erklärt, daß er die Veröffentlichung im „Sonntagsblatt" nicht gewünscht, er sei dankbar für das Entgegenkommen des Oberbürgermeisters und der Armendeputation und des Allg. Vereins für Armen- und Krankenpflege, doch müsse er erklären, daß ihm das Benehmen des Schutzmannes nicht gefallen habe. — Der zweite Fall, bezüglich dessen Herr Fuhr angegriffen worden, betreffe eine Wittwe mit zwei Kindern. Die „Mitteldeutsche Sonntagszeitung" habe den Fall so dargestellt, als sei auf Veranlassung des Armenpflegers die ihr bewilligte Miethe von 5 Mk. auf 3 Mk. herabgesetzt, weil die Kinder für ihre Verhältnisse zu anständig gekleidet seien. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte dazu: es sei constatirt, daß die Wittwe vom erstem Tage ihres Hierseins unterstützt worden sei, und zwar mit Milch für ein krankes Kind und Brot- an dessen Stelle trat dann eine monatliche Miethunterstützung von 8 Mark. Die ganze Unterstützung sei aber zurückgezogen worden, nachdem man in Erfahrung gebracht, daß der Familie eine für ihre Verhältnisse erhebliche Erbschaft in liegenden Gütern und baarem Gelbe zugefallen sei. Auf die an den Redacteur der „Sonntagszeitung" gerichtete Aufforderung, acten- mäßig Beweis für das in fragl. Zeitungsnotiz Enthaltene zu erbringen, habe sich derselbe auf der Bürgermeisterei eingefunden und nach Vorlage der Acten sich bereit erklärt, die Sachlage in der nächsten Nummer der „Sonntagszeitung" richtig zu stellen. Er (der Herr Oberbürgermeister) glaube, daß nach diesen Darlegungen die verletzte Ehre des Herrn Fuhr als Armenpfleger wieder hergestellt sei. Weiter erklärte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß er sich auf Zeitungsartikel, in denen städtische Einrichtungen kcitisirt würden, nicht veranlaßt sehe, durch die Zeitungen wieder zu antworten. Er behalte sich vielmehr in allen, in den öffentlichen Blättern zur Sprache gebrachten Fällen vor, die Sachlage actenmäß festzustellen, geeignete Schlüsse daraus zu ziehen und da, wo es angängig, Abhilfe zu schaffen, damit aber auch den Fall für erledigt zu erklären - zur freiwilligen Mitarbeit an den Blättern durch Veröffentlichung allenfallsiger Rechtfertigungen fühle er sich nicht berufen, dazu stünden ihm andere Wege offen. CocoUs unb £rot>ht$teUc$, Hießen, den 27. April 1894. ** Oberhesfischer Geschichtsvereiu. Am Himmelfahrttage wird der Frankfurter Geschichtsverein einen Famtlien- Ausflug nach dem Gleiberg unternehmen,, und wurde unser Verein von Frankfurt aus zur Betheiligung freundlichst aufgefordert. Gemeinsamer Gang durch die Burgruine, ein kurzer Vortrag über die Geschichte des Gleibergs, Mittagessen im Rittersaal und gemeinschaftlicher Rundgang in Gießen zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten ist beabsichtigt — wenn es nicht ein meteorologisches Minimum anders will. Genaueres wird an dieser Stelle und im Jn- seratentheile des Blattes noch mitgetheilt werden. *» Diebstahl. Vorgestern Abend wurde in einer Wirth- schaft der Rodheimerstraße die Kasse gestohlen. Der Dieb wurde in der Person eines Schlossergesellen ermittelt und zur Anzeige gebracht. N. Nidda, 25. April. Die Pfarrconferenz des Decanates Nidda fand heute hier statt. Die Herren waren zahreich erschienen, von dem herrlichen Frühlingswetter angelockt. Nach dem Mittagessen, welches im Gasthofe „Zur Traube", dessen Küche und Keller Treffliches leisteten, eingenommen worden war, fand eine kleine, aber onimirte Nachsitzung im „Gambrinus" statt. Es war eine in jeder Beziehung wohlgelungene Conferenz. Vivat sequens! G. Gelnhaar, 26. April. Die Pracht des 1894er Frühjahrs macht sich auch bei uns, auf unserer rauhen Höhe geltend, denn die Birnbäume blühen in noch nie gesehener Fülle und Schönheit. Aepfelbäume wollen bei uns nicht recht fort. Dagegen blühen die Kirschen des VogelsbergeS, die Schlehen, auch dieses Jahr sehr reichlich und die Halmfrüchte sehen gut aus. Das Jahr 1894 kann manches gut machen, was 1893 verdorben hat. LÜ«S (dR ler T«E >» tfUtae'. etoiHi* I » Tse uen>! i ;Mwlra |e ltl Bezug aui öu ü0*[ttn,ba§erto •/ wahrend btm Sdiafc. ’/ Auskunft über die -'cach der bezeichneten vor die Bürgenueifterei / daß er die Vnöffent- ^"scht, er sei dankbar ürgemeisterS und der eins für Armen- und !»/ daß ihm daS Befallen habe. - Der hr angegriffen worden, Die Mteldeutfche mgchellt, als fei auf )x bewilligte Mich M le Kinder für ihrcStt' HerrOberbürgetMer statirt, daß bit Sittot icrftützt toorira sei, und d und $rot; an drffm Miethuaterstühung von sei aber zuMgezogen ebracht, daß der Familie @ibfd)aft in litgtnbtn fti, Huf bit an den ’ti&ufforbtning'ücttn- aotiz Enthaltene zu n- nmchnel rlv^undru tW| W Sachlage io W Mg zu ftellro. Mbr, daß nat diesen MN Fuhr alS^vco» cklärte Herr Obeckrzer- jeitungsartikel, in to® en, nicht ver-M ch. motten. Er Wlir sich n Blättern zur actenmäß jWftm, ,d da, wo es ongänys, .tti Fall für erledigt z° in den Blättern durch tigungen fühle er sich e Wege offen. inzieller. btn21.V‘1W i. internes»-» $£*** ititt verden. Dorheim, 24. April. Auf de« Dorheimer Hof steht riae Kuh Vogelsberger Rasse, die täglich siebzehn Töpfe Milch gibt, wovon 3 Pfund Butter gewacht werden. Eine solche Seltenheit verdient erwähnt zu werden. Kirsthaus Knhkopf, 22. April. Heute fand dabier eine Versammlung von Kameraden deS früheren Scharfschützen« Bataillons statt, wozuTheilnehmer theilweise aus weiterer Entfernung gekommen waren. Viele hatten sich io 30 bi» 35 Jahren nicht mehr gesehen und nahm die Versammlung einen recht auimirten Verlauf. Auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Groß« Herzog wurden dreifache Hochs ausgebracht. Auch des Com« maodeurS deS früheren Scharfschützencorps, Herrn Oberst Anschütz in Darmstadt, wurde gedacht und demselben in einer Depesche eine Begrüßung übersandt. Mainz, 26. April. Die städtische Finanz« com miss ton erklärte nach der „Frkf. Ztg." mit 5 gegen 3 Stimmen, vom finanziellen Standpunkte aus sei nichts gegen die Gewährung eines Platzes für das Heine« Denkmal einzuwenden. Vermißtes» • Frankfurt a. M., 26. April. Bei einer Kessel« explosion in der Brauerei Henninger dahier sind 5 Per« sonen verunglückt, darunter die Mitglieder der Maschinen- und Brauuteosilieofabrik von Graner & Weltin in (Son« stanz, Emil Graner, der noch in der Nacht seinen Wunden erlegen ist. Schwerverletzt ist noch der Kupferschmied Dröll auS Langen, leichter verletzt der Monteur Bernhard Schwarz aus Freiburg i. Breisgau, der Jsolirarbetter Adolf Zindel aus Offenbach und der Lehrling I. Distel von hier. * Coburg, 25. April. Depeschenverkehr während der Coburger Festtage. In den Tagen vom 16. bis 22. April sind bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Coburg folgende Telegramme verarbeitet worden: Am 16. April 587 Stück mit 10 458 Worten, „ 17. „ 549 n // 11 543 n „ 18. „ 732 H // 16 597 n „ 19- „ 1088 // n 29 635 u , 20. „ 1087 M •t 22 800 n „ 21. „ 920 n M 19 231 M „ 22. „ 664 H n 14 127 u Zusammen 5627 Stück mit 124 391 Worten. * Iserlohn, 25. April. Der seltene Fall, daß eine Ar« -eiterin siebzig Jahre ununterbrochen bei einer und der« selben Firma beschäftigt ist, ist hier zu verzeichnen. Die Wittwe Lindemann feierte am Sonntag ihr 70jähriges Jubiläum als Arbeiterin in der Nadelfabrik von Stephan Witte u. Co. Die Greisin geht noch Tag für Tag ihrer gewohnten Beschäftigung nach. • Gladbeck, 25. April. Durch schlagende Wetter verunglückten auf Zeche „Graf Moltke" drei Bergleute, zwei von ihnen erlitten schwere, einer leichtere Brandwunden. * München, 26. April. Heute Nacht halb 12 Uhr er« stickten beim Aborträumen in der Zenettistraße drei Arbeiter. Di« Feuerwehr wurde zur Hilfeleistung requirirt. * Athen, 26. April. Der König kehrt heute zurück. Er ist von dem Anblick deS durch daS Erdbeben ver« ursachten Unheils erschüttert. Die Erdstöße dauern fort, doch sind sie nur schwach. AuS Besorgniß vor UnglllckSfällen wird der Gottesdienst hier im Freien abgehalten. • Madrid, 26. April. In Gero na pfiff ein Trupp lunger Leute die aus Rom zurückgekehrten Pilger aus. Die Polizei zerstreute die Manifestanten. • Tob in den Bergen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem Jaufenpaffe (2100 Meter), der daS Eisackthal mit dem Paffeier« bezw. Etschthal verbindet. Ein Ehepaar in mittleren Jahren fand hier einen traurigen Tod durch Erfrieren. Peter Margreiter und seine Gattin trafen, von Innsbruck mit dem Frühzug kommend, dieser Tage in Sterzing ein und brachen nach bescheidenem Mittagsmahle von Gasteig, «m Fuße deS JaufenS, trotz aller Warnungen auf, um nach St. Leonhard in Paffeier zu gelangen, ein Weg von acht Stunden. Beide waren ganz ungenügend ausgerüstet. Von der letzten Ortschaft, Kalch, führt ein, wörtlich genommen, nur fußbreiter Steig durch den oft mannshohen Schnee. Der geringste Fehltritt genügt, um den Wanderer bis an die Brust in den mürben Schnee versinken zu laffen. Ungefähr eine halbe Stunde unterhalb des auch im Wlnter bewohnten Jochhauses (einer der höchsten Behausungen in ganz Tyrol) brachen die Beiden erschöpft zusammen. Die Frau starb noch in derselben Nacht. Nebon der Leiche seiner Gattin harrte der Mann auf daS Morgengrauen. Dann spannte er über sein todteS Weib die beiden Schirme, welche sie mitgenommen hatten, um die Leiche vor dem fallenden Schnee zu schützen, und machte sich m't übermenschlicher Anstrengung daran, den Rückweg anzutreten. Allein nach wenigen Minuten brach auch er zusammen. Nachmittags kam ein Handwerksbursche, der nach Meran wollte, auf demselben Wege daher. Er sand den Mann sterbend. Weinend, mit leisen Worten, konnte er seinen Namen nennen und um Hülfe bitten. Bis zur Brust im Schnee watend, erreichte der Handwerksbursche die Leiche der Frau und endlich das Jochhaus, von welchem sofort Leute abgingen. ES war jedoch zu spät/ auch der Mann war bereits tobt. Er lag aus dem Rücken, tief eingebettet, die Hände eingegraben im Schnee. Sein mehr als vierund« zwanzigstündiges Leiden war vorüber. * lieber einen interessanten Kampf zwischen einer Kreuz, ottet und einem Haushahn wird aus Königsberg i. Pr. berichtet: Der Waldwärter S. zu Moditten in Ostpreußen, deffen Wohnung am Waldesrande liegt, hörte letzthin Mittags, daß sein Hahn auf dem Hofe einen gewaltigen Scandal machte und auch die Hühner ihm dabei treulich halfen. Als S. nun auf den Hof trat, um nach der Ursache dieser unge« wöhnltchen Aufregung des Hühnervolkes zu forschen, bemerkte er, wie der Hahn auf einen Gegenstand am Strauchhausen mit erhobenen Flügeln zueilte, aber immer wieder zurückwich. Bald hatte der Waldwärter auch den Gegenstand erkannt/ es war eine große Kreuzotter, die halb emporgerichtet am Strauchhausen, wie um ihren Rücken zu decken, lehnte und angreifende Bewegungen auf den Hahn machte. Mit einem Male richtete sich das Reptil fast zu ganzer Länge empor und im nächsten Augenblick hatte sich dasselbe um den Hals des Hahnes gewunden. S. kam nun dem Hahn schnell zu Hülse, faßte die Kreuzotter, wie er eS im Walde bei seinen Arbeiten schon oft gemacht hatte, mit kräftiger Hand schnell hinter dem Kopf und hielt den Hals des ThiereS so lange zugedrückt, bis eS erstickt war. Etwa drei Stunden später lag der Hahn verendet auf dem Hofe, daS Gift des Reptils war ihm tödtlich geworden. * Umschrieben. Baron: „Herr Lieutenant, weshalb haben Sie denn die Tochter vom reichen Commerzienrath L. nicht geheirathet?" — Lieutenant: „Die Familie war leider dagegen!" — Baron: „Und die Tochter?" — Lieutenant: „Na ... die gehört doch zur Familie!" Schiffsnachvichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 26. April. (Per transaklantischm Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel, Capitän Th. Jüngst, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 17. April von Bremen und am 18. April von Southampton abgegangen war, ist gestern, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommm. Der Poftdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 24. April wohlbehalten in New-, york angekommen. Der Dampfer ^Pennsylvania" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. April wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, Land- und VoUrrvirthschaft. O Grünberg, 26. April. Der heute dahier abgehaltene „Pfingstmarkt" nahm bei recht günstigem Wetter einen guten Verlauf. Der Rindviehmarkl zeigte schwache Auffahrt. Die Preise standen namentlich für Kühe nicht auf der Höhe des Ostermarktes. Zuchtkälber wurden mit 60 bis 80 Mk. bezahlt, einjährige Rinder galten 150—160—170 Mk., zweijährige Rinder 180 bis 190 Mk., Kühe 230 bis 250 Mk. Das Jungvieh war sehr begehrt und zeigte gute Preise. Der Schweinemarkt war mit Ferkeln sehr stark befahren. Bet sehr hohen Preisen entwickelte sich ein recht flotter Handel. Die Ferkel geringerer Qualität wurden per Paar im Durchschnitt mit 40 bis 50 und 50 bis 60 Mk. bezahlt, diejenigen befferer Qualität mit 60 bis 70 und 70 bis 75 Mk. Läufer waren verhältntßmäßig wenig vorhanden. DaS Paar wurde durchschnittlich mit 90 bis 100 und 100 bis 125 Mk. verkauft. Sturdueg, 25. April. Fruchtmarkt. Rocher Dell« X 12.30, weißer Weizen X 12.00, Jtoie X 9.80, Gerste X 7.65, Hafer X 7 30. ____________ — Der «aatenstand in Rußland. Da infolge de« deutsch- russischen Handelsvertrages die Ernte in Rußland künftig einen größeren Einfluß al« bisher auf die Getreidepretfe auSüben wird, so ist eS wichtig, den Saatcnstand in Rußland zu kennen. Nach den bei dem russischen Finanzministerium eingegangcnen Mttthetlungen hat sich der Stand der Winterseaten im europäischen Rußland Witter gebessert. In dem Gebiete nordöstlich von der Linie V>val-8arizyn war Ende Februar und Anfang vorigen Monat» reichlich Schnee gefallen, so daß den Saaten dort bet e'ner Temperatur von 5 bi» 15 Grad unter 0 keine Gefahr drohie Südwestlich von diesem Gebiet bt» zur Linie Riga - NowolscherkaSk und Zaiizyn war die Schneedecke zumeist ungenügend, in den Niederungen standen Wafferlachen, doch scheint die Hoffnung berechtigt, daß die Saaten keinen Schaden gelitten haben, da sowohl in dem bezeichneten Landstrich wie überhaupt in den schneclofen Gegenden milde Witterung eingetreten ist. Auch aus den übrigen GebtetSthellen lauten die Nachrichten günstig, doch ist bet der gegenwärtigen Jahreszeti selbstverständlich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß in Rußland sowohl der Saatenstand durch starke Nachtfröste wie auch durch große Dürre, die im Steppenlande am gefährlichsten ist, so sehr beeinträchtigt werden kann. _____________ — Dampfervervtndnng Araukfuri«Rotterdam. Am 20. d. MtS. traf der Etldamp'cr „William Egon & Co. Nr. 6", der Rheinischen Transport - Gesellschaft William Egan &. Co. in Frankfurt a. M. gehörig, von seiner Probefahrt tm Frankfurter Hafen ein und nimmt nun seine regelmäßigen Fahrten »wischen Frankfutt und Rotterdam auf. Der Egan'sche Etldampferdtrnst ist nun vollständig, und es verkehren jetzt wöchentlich drei dtrecte Eildampser auf der Strecke Frankfurt-Rotterdam hin und zurück. Literatur und ICitnft — Wie soll ein junges Paar am zweckmäßigsten seine Einrichtung treffen bei einem Jahres-Einkommen deS Mannes von 3600 Mark und einer Mitgift der Frau von 3000 Mark. — Zur Bethetligung an der Lösung dieser Frage forderten gegen Ende de» vorigen JahreS die bekannten Zeitschriften »Modenwelt" und „Jllustrtrte Arauen.Zettung" auf und setzten für die drei besten Arbeiten Preise von 150, 100 und 50 Mark aus. Die Bethetligung an dieser Eoncurrenz ist eine ganz besonder» rege gewesen, lieber 500 Frauen haben sich damit befaßt, jungen Ehepaaren Rath zu erthetlcn, wie sie ihr Heim, auch bet geringen Mitteln, zweckmäßig und doch behaglich einrichten können. "Nach' der Entscheidung de» Preisgerichts erhielt den ersten Preis (150 Mark) Frau Marie Rose, geb. Sasse, in Leipztg-Plagwitz, den zweiten (100 Mark) Frau Margarethe Stern in Berlin, während der dritte (50 Mark) Frau Charlotte Marr in Chemnitz zugesprochen wurde. Außerdem wurden die Arbeiten von acht Damen ehrenvoll erwähnt. Da die preis- gekrönten Arbeiten in der .Modenwelt" und „Jllustrirten Frauen- Zeitung" veröffentlicht weiden sollen, so wünschen wir, daß sie zu Nutz und Frommen Vieler zur Bekämpfung einer gewtffen Ehescheu dienen mögen. kirchliche Anzeige« der Stadt Giehen. Svaugeltsche Gemeinde. Gottesdienst. I« der rtadttirche. Sonntag den 29- April, Rogate. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: MilitärgotteSdienst. Pfarrer Dingeldey. , ,, Nachmittags 2‘/t Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Schlosser. 3«t der AohanrreSkirche. Sonntag den 29. April, Rogate: Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst der Johanne»- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Sonntag den 29. April, 5. Sonntag n. Ostern: SamStag: Nachmittags um 41 r Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6>j, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6»/, Uhr erste hl. Messe; um 7‘/t Uhr AuStheilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite hl. Meffe; um 9‘/» Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittag» um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. SeiHhjft direkt au» der Fabrik also au» erster Hand v von Elten & Keussen, Crefeld, io iedem Maah xu beziehen. Man verlange Muster mit Anaabe de» Gewünschten. Aas nervöse Jahrhundert nennt man unsere Zeit, die tm Banne des die Nerven erregmden Bohnenkaffees steht. Doch bricht sich immer mehr die richtige Er- kenntntß Bahn, daß der Zusatz von Kathreiners Kneipp-Malzkaffu das beste Mittel ist, die schädlichen Eigenschaften des Bohnenkaffees abzuschwächen. (1 Letzte Holzversteigerung in der Freiherrlichen Bbersörsterei Rsdrnsn. Es werden versteigert: Mittwoch den 2. Mai aus den Diftricten Eibischenhain, Range, auf der Donau: Stämme: 2 Eichen = 1,28 fm, 8 Fichten — 4,73 fm; Scheiter rm : 6 Buche, 75 Nadelholz/ Knüppel rm: 91 Buche, 32 Eiche, 277 Nadelholz, 21 Erle; Reisig rm: 1127 Buche (darunter ca. 1000 rm sogen. Schlagrciser), 72 Eiche, 1409 Nadelholz; Stöcke rm: 2 Nadelholz. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im District Range bei Brennholz Nr. 1155. Da» Holz im District Erbischenhain sowie das Wind« und Dürrholz wird nicht vorgezeigt. Nähere Auskunft ertheilt Forstwart Leyerer, Odenhausen und Forst« watt-Aspirant Peter, Weitershain. Papiermühle, den 25. April 1894. Freihecrliche Oberförsterei Rabenau. Schlotterer. 3737 frankfirt a.W.—AkrhMch— »njnifdjrr Wervrrkkhr. Am 1. Mai d. I. gelangt der Nach, trag V zum Tarife für den vorbezeich- «eten Güterverkehr zur Einführung. Nähere Auskunft ertheilen die Güter, Abfertigungen. Gießen, den 23. April 1894. 3733 Großh. Directton der Oberhesfischen Eisenbahnen. frankfutt a. W.—MrhMchkr WmmKkhr. Am 1. Mai b. I. gelangt der Nach- ■ trag V zum Tarif für vorbezeichneten । Güterverkehr zur Einführung. Nähere Auskunft über beffen Inhalt ertheilen die Güterabfertigungen. Gießen, den 23. April 1894. 3734 Großb. Direktion der Oberhesfischen Eisenbahnen. Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreis- strastenwarts mit dem Sitz in Odenhausen oder .Hesselbach soll demnächst wieder besetzt werden. Bewerber haben chre Meldungen unter Angabe von Alter, Wohnott und seitherige Beschäftigung unter Beifügung etwaiger Zeugnisse über frühere Arbeitsleistungen ähnlicher Art bis längstens 12. Mai l. Js. bei dem Bezirksbauaufseher Maringer in Grünberg einzureichen. Gießen, den 25. April 1894. Der Kreis ausschuß des Kreise» Gießen. 3730 v. Gagern._________ Verdingung. Die zur Wiederherstellung des südlichen Nebengebäudes und des Kirchengebäudesim städtischen Hospital erforderlichen Maurer-, Lchreiner- und Weistbiuder- arb eiten sollen: Freitag den 4. Mai l. Js., Vormittags SM/g Uhr, auf dem Stadtbauamte verdungen । werden. 3747 Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen daselbst zur Ein« sicht offen, auch sind Formulare für Angebote, die bis zu dem genannten Termin beim Stadtbauamte einzureichen sind, dort erhältlich. Gießen, 25. April 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth._________ Verdingung. Die Schreiner- und LVeist- binb er arbeiten, insbesondere das Legen von Riemenböden im Gebäude der Bürgermeisterei sollen: Freitag den 4. Mai d. Js., Vormittags 9 Uhr, auf dem Stadtdauamte, woselbst ArbeitSbeschreibung und Bedingungen offen liegen, vergeben werden. Angebote auf vorgeschriebenem, beim Stadtbauamte erhältlichem Formular sind dorthin bis zum genannten Termine einzureichen. Gteßen, 26. April 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 13748______Gnauth.__________ 3754] Acker am Krofdorf er Weg zu verpachten- H. Schreinermeister. Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 19. lf. MtS. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 28. April ab auf Freiherr!. Rentei zu Londorf in Empfang genommen werden. Ueberweisung Montag den «30. April. Papiermühle, den 24. April 1894. Freiherrliche Oberförsterei Rabenau. 3732 Schlotterer._________ Mentliche Glönbigkranfforbcrnsg. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß der Konrad Huber IV. Eheleuten von Stein« ftirth sind binnen 8 Tagen, bei Mei- dung der Nichtberücksichtigung bei Re- gulirung des Nachlasses, dem unterzeichneten Gerichte anzumelden. Bad-Nauheim, 24. Aprll 1894. Bauer. 3742 Nene Matjes-Heringe soeben eingetroffen bei 3746 L. Kalkhof. Verdingung vanErdarbciftu. Die Anschüttung des Erdkörpers zur verlängerten Wilhelmstraße, bis zur Ebelstraße, in der Zeit von jetzt bis 15. Juli d. I. auszuführen, soll Mittwoch den 2. Mai d. I., Bormittags W/s Uhr auf dem Stadtbauamte vergeben werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamte offen, wohin Angebote auf vorgeschriebenem, dort erhältlichem Formular bis zum genannten Termine verschlossen einzureichen sind. Gießen, den 26. April 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 3749_______Gn auth._________ CMculMchhren. In dem Eoncursverfahren über das Vermögen des Restaurateurs Bernhard Stern zu Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeich- niß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die -nicht verwerthbaren Vermögens- stücke der Schlußtermin auf Dienstag den 22. Mai 1894, Vormittags yj 11 Uhr vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Gießen, 21. April 1894. Großherzogliches Amtsgericht. Gebhardt. 3743 Aeilgeöotenes. Statt. Schlachthaus. Freibank. [3752 Heute und morgen: Stierfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 40 Pfg. 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Marienburger L^B.-Act. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß mir infolge freundschaftlicher Uebereinkunft, an Stelle unseres bisherigen Oberagenten, Herrn Louis Hahn, nunmehr dem Herrn Christoph Arnold, Marktstraste 28 in Gießen die Oberagentur der von uns vertretenen Gesellschaften für Giesten und Umgegend übertragen haben. Der Genannte ist zur Aufnahme von Anträgen und zur Entgegennahme von Prämiengeldern für die untengenannten Gesellschaften berechtigt. Offenbach a. M., im April 1894. Die General-Agentur: der Wilhelms in Magdeburg, Allgem. Nerjichernngs-Altien-Gesellschast (Abtheilung für Unfall- und Lebensversicherung) I. M. Weber. Geschäfts-Empfehlung. Eröffne mit dem Heutigen hier ein Schuhmachergeschäft und halte mich einem verehrlichen Publikum bestens empfohlen. Anfertigung nach Maast, ebenso Reparaturen prompt und reell. Achtungsvoll Somsvericht so« L. WasserscMeben, Bank-MM Frarrkfmter Börse vom 27. 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