Nr. 49 Erstes Blatt. Mittwoch den 28. Februar 1894 Amts- unb Anzeigeblatt für den Akveis Giefzen Hratisbeikage: chießener Kamitienölglter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Die Gießener AamikienSkLlier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Ter Hiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Appell an die deutsche Vaterlandsliebe, welcher von dem Hinweis aus die innige Verbindung der Hohenzollern mit der Mark Brandenburg ausgeht, die Großthaten deS Großen Kurfürsten berührt und dann in lebendiger Weise zur Pflege der Liebe zum deutschen Vaterlande auffordert. Der kaiserliche Redner erinnerte hierbei an eine characteristische Episode auS der holländischen Geschichte und gedachte dann der RuhrneS- thaten Kaiser Wilhelms I., deren sich das deutsche Volk immer erinnern möge. Im Weiteren erwähnte der Kaiser die schmerzliche Katastrophe auf dem Panzerschiffe „Brandenburg", hervorhebcnd, daß die ums Leben gekommenen Leute der „Brandenburg" wie echte Brandenburger gestorben und bis zum letzten Augenblicke ihrer Pflicht treu geblieben seien. Die Rede des Monarchen klang in einem Hoch auf die Provinz Brandenburg und die Brandenburger aus. Alle Annoncen-Blircaux br5 In- und AuSlandkS nchm,n Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg - Vierteljähriger AlonnrmrnkprrU: 2 Mart 20 Pfg. mit Bringerlobu. s Durch bu Poft btjogeit 2 Mark 50 Psg. Wfbartion, Srpednioa nnb Triirfcv«: ^«fiufflrdhc ^ir.7. FviU'pl Island immer noch ble Möglichkeit der Einfuhr lassen kann, .jdi würde für den Vertrag nicht etntretm, wenn ich glaubte, er schämge die Landwirthschast. Wenn es nöthig und möglich war, 1887 bi, landwirthschastlichen Zölle zu erhöhen ohne Compensation für ble Industrie, so wird eS sitzt auch möglich sein, diesen Vertrag irr Interesse der Industrie und ohne Benachthetliguny der Lanbwiilb- schast zu schließen. Der letzteren hat doch der Differentialzoll tciitn Nutzen gebracht, die Beseitigung desselben kann sie deßhalb auch r icht schädigen. Das Getreide hat dte Tendenz, die Schutzmaucr an der Stelle zu überschreiten, wo der Zollschutz am niedrigsten ist. D-s Getreide, das überhaupt nach Deutschland hereipkommt, ist daher schon jetzt mit nur 3>/, Mk. verzollt worden. Eine Uedetschwemmung mit russischem Getreide ist heute nicht zu befürchten, da sich heute die ganze Getretdebcwegung auf dem Weltmarkt regelt. Da- kann nur übersehen, wer den Kopf in den Sand steckt. Der Rogaenpret- richtet sich nach der Gefammtproduction, nicht nach der russifchen allein (Widerspruch.) Da- haben wir ja vor drei Jahren erfahren, a.s Rußland seine RoggenauSsuhr verbot und wir trotzdem vom Weltmarkt, von anderen Ländern, mit Roggen versorgt wurden. Ich btn ■ von jeher Anhänger des Schutzzolls gewesen, aber er ist nur ein Palltattvmtttel, Hand in Hand damit muß die Agrarreform gehen Es ist eine Entlastung der Landwirthschast anzubahnen. Wir hab.n seit August einen 71/. Mk.-Zoll gegen Rußland, trotzdem ist der Getreidepreis seitdem gefallen. Auch war seitdem der Inlandspreis in Deutschland an keiner Stelle um mehr als 3‘/i Mk. höher als d ' Weltmarktspreis. Der Kampszoll hat also in Bezug auf den G. treidepreis nichts genützt. Dte ungeheuren RoggenvorrSthe, bitvnn Vorredner zufolge in Rußland lagern sollen, sind ein Märchen. Verewigt man den Zollkrieg, so wird russisches Getreide, zu Mehl r r- mahlen, über meistbegünstigte Länder zu uns kommen. Der Einfluß des Rubelcurses auf den Getreidepreis wird durch zahlreiche anker, Momente paralysirt. Häufig haben wir bet hohem RubelcourS niedrige Getreidepreife und umg.kehrt. Es gibt auch keinen Staat, der auf 10 Jahre dte Gewähr einer nicht schwankenden Valuta geben könnte. Angesichts der Anträge auf Einführung einer gleitend, n Skala sollte man sich erinnern, daß 1887, als wir den 5 Mk.-Zoll einführten, der Rubel 180 stand. DaS würde heute, wo wir einen RubelcourS von 220 Haden, einem Zoll von ungefähr 3'/, Mk. enl- fprechen. Ich nehme dte agrartfche Bewegung nicht leicht, sie weist auf eine wunde Stelle in unserem wirihschaftlichen Körper hin. Es wird Ausgabe der Regierung und Aller sein, für Erhaltung eine« gefunden Bauernstandes zu sorgen und eine« gefunden Mittelstandes. Aber einer Strömung nachzugeben, über deren Endziele sich d e Führer wohl selber nicht recht klar sind (Rufe rechts: O ja!) das kann man von keiner Regierung erwarten. Und die Landwtrthschasi selber würde habet schlecht fahren. Zum Schluß fage ich den Mannern des -tollbeiraths meinen besonderen Dank. Dte Erfolge, die wir mit ihrer Mithülfe erreicht haben, werden von dauerndem Werth fein und auch ein dauerndes ersprießliche- Zusammenwirken verbürget. (Deisall.) , . Abg Gras Moltke (Rp.): ES handelt sich hier um dte Existenz unseres ganzen Vaterlandes. In Sachsen kann man schon sitzt bas Getreide nicht los werden, weil dte Händler aus ben russischen Vertrag warten. Wenn man sagt, die Differentialzölle spielen bet der Preisbildung keine Rolle, fo stimmt doch gerade die Linke für den Vertrag, weil sie davon eine Verbilligung des Getreides erwartet. Wäre der Vertrag nur auf drei Jahre geschloffen, so würde ein Thett meiner Freunde dafür stimmen können. Den berechtigten Kein der Agitation detz Bundes der Landwinhe kann nur Der verkennen, dem es an politischer Einsicht fehlt. Abg. Rickert (frf. Ver.) stimmt für den Vertrag in dem wirth- schafllichen Interesse des Osten-. Commtssionsberatdung ist zwecklos. Wie kann sich die Richte, nachdem sie zum Theil für den österreichischen Vertrag gestimmt hat, entrüsten, wenn an Rußland j(tr dasselbe bewilligt werden soll, was wir Oesterreich bewilligten! Wie kann man Rußland vorwerfen, es werde feine Verpflichtungen umgehend Das ist eine fchwere Beleidigung Rußlands. Heute wirf: man uns Kofakenfurcht vor; in den 50er Jahren waren es aber gerade die Conservativen, dte immer nur nach Rußland hörten. Der Bund der Landwtrthe hat keine Bedeutung mehr, nachdem er ann- semitischer Verein geworden. Hätte Fürst Bismarck dk Vorlage ein- gebracht, so würden Sie sie als Muster staatsmännischer Weisheit rühmen; aber den armen Giafen Eaprioi, den Mann ohne Ar unc Deutscher Reich-tag. 57. Sitzung. Montag bett 26. Februar 1894. DaS Haus ist gut, die Tribünen dicht besetzt. Aus der Tagesordnung: erste Berathung des russischen Handelsvertrags. . , , . .. . Abg. Graf Mirbach (conf.): Eine Continuttat zwischen dtefem mit dem rumänischen Handelsverträge ist s. Z. vorn StaatSsecretär v. Marschall in Abrede gestellt worden, was untere Position erleichtert. Eine Einwirkung auf Personenfragen liegt uns fern; in die Prärogative der Krone einzugretfen, überlasten wir Andern. (Beifall rechts. Zuruf links: Herr v. Plötz.) Herr v. Plötz steht nicht an verantwortlicher Stelle. Wir stehen im fcharsen Gegensatz zur jetzigen WtrthfckaftSpolittk; die Stimmen für uns sind seit der Abstimmung von 1891 im Land: stark gewachfen. Bei der HandelSvertragSpolitik wird zu viel Politik mit Wtrthschaftspoltttk vermengt. Ein Land, das uns am meisten bedroht, Rußland, sollten wir niemals wtrth- fchaftlich stärken. Fürst BtSmarck, besten Blick ja allerdings durch den Besitz von vielen Tausenden von Aren getrübt war (Heiterkeit), hat sogar kurz vor der Ankunft des Ezaren in Berlin den russifchen Papieren die Beleihbarkest bet der Reichsbank entzogen. Schließen wir den Vertrag mit Rußland, fo verliert unser Vertrag mit Oesterreich für unsere Verbündeten jeden Werth. Art. 1 des.Vertrags sichert unseren Angehörigen ben Erwerb und Besitz von jeder Art von beweglichem und unbeweglichem Vermögen in Rußland, soweit dieses Recht Angehörigen einer fremden Ration überhaupt zusteht. Aber wenn Sie an den Fall Hohenlohe und an dte ganze Stimmung in Rußland denken, so sichert bk'e Vertragsbestimmung Rußland große Vortheile, während sie für un8 gar keinen Werth hat. Sie wild für unS fogar geradezu verhängnißvoll werben. Auch die Eifenbahntarif-Zusicherungen, die wir Rußland machen, sind sehr bedenklich. Durch die Herstellung birecter Frachttarife nach ben deutschen Häfen, besonbers Memel, Danzig, Königsberg, wie sie tm Schlußprotocoll vereinbart ist, bekommen wir eine verschärfte Con- currem russischen Getreibes. Ein Lanb bars sich überhaupt nicht in ber Weise sein Selbstbestimmungsrecht hinsichtlich ber Tarife nehmen lassen. Dte Staffeltarife stnb für Sübbeutfchlanb nicht so gefährlich, als man bort glaubt; burch ben vorliegenben Vertrag unb bk bartn vorgesehene Etfenbahnpolitik wirb aber Sübbeutfchlanb allerdings geschädigt. Der Schaden, den der Vertrag für dte deutsche Lanb- wtrthschast bringt, ist viel größer als der Nutzen, den die Industrie davon hat. Was für dte Industrie erreicht worden, ist auch nur ber scharfen agrarischen Opposition zu banken, während die Liberalen einen Vertrag mit Rußland um jeden Preis wollten. Wir werden hier im Falle ber Annahme bes Vertrags nicht bie Herabsetzung ber Jnbustrtezölle beantragen. Käme es freilich zur Auflösung, bann würben wir tm Osten auch das zu erwägen haben. (Richter: Rur zu' Umso besser!) Wie schlimm die Lage unserer Landwirthschast ist, hat neulich Minister v Heyden selbst zugegeben. Renlirte die Landwirthschast, so würde das mobile Capital sich gewiß darauf legen; aber Actien Gesellschaften für Güterbewtrthfchastung gibt es nicht. Wie anders rentiren dagegen industrielle Unternehmungen! Ein etgenihümltcher Zufall ist, daß Frankreich gerade jetzt feine Gktretdezölle erhöht. Der Reichskanzler warf uns vor, die Majorität an dte Stelle der Autorität fetzen zu wollen. Aber wir sind jetzt darauf angerokfen, uns selbst zu helfen und uns zu organifiren. Denn wie sagte Fürst Bismarck: „Artige Kinder fordern nichts, artige Kinder kriegen aber auch nichts." (Heiterkeit.) Die russischen Concessionen sind unzureichend, sie bleiben fast überall weit zurück hinter dem russischen Tarif von 1885 Dabet entsteht die Gefahr der Einfuhr russifcher Jnbustrtearttkel, besonders der Texltlindustrte, während andererseits den rulsifchen Eisenbahnen jeden Augenblick vom Staate der Bezug ausländischer Schienen rc. verboten werben tann. Beim Bestehen eines Differentialzolls spielt an sich bk Frage, ob gerade Rußland unS versorgen kann, keine Rolle; aber bei Roggen und Hafer bestimmt ben Preis, wer am billigsten probuckt unb vaS ist Rutzlanb Wenn wir keinen russischen Roggen bezögen, so würben wir ben Roggen von anberwäris beziehen, aber von weiter her unb teurer Daraus ergibt sich ber PreiSbruck, ben russischer Roggen auSübt Für bk Aufhebung bes Jbentitätsnachweifes wäre ich ber Reateruna fehr bankbar; aber eine Compensation für ben russischen Vertrag ist biefer Schritt nicht. Mit ber Schäbtgung ber Lanbwirth- schaft wirb bas Funbament d-S Staates schwer erschüttert. Basirt man ein Lanb nur auf die Exportindustrie, so ruinirt man fchlteßltch die Industrie selbst und ihre Arbeiter mitfammt der Landwirthschast. 1892 ist unsere Einfuhr um 60, die Ausfuhr nur um 11 Millionen Mark gestiegen. (Ruf: 1893!) Die Ziffern habe ich noch nicht. Redner streift dann den Emfluß des Rubelcourses auf die Getreide- dnfuhr aus Rußland. DaS System unserer Vertragspolitik culmtntrt in der Schädigung ber heimischen unb Bevorzuaung ber ausländischen Landwirthschast. ffiir halten an ber nationalen WirihschaftSpolitik des Fürsten Btsma ck fest. Wk halten es für ungerecht, baß die Lanbwkthfchast allem die Kosten ber Vertrags Politik tragen soll. Bet genügenden Eompenfokonen hätten wir vielleicht un'ere BeGießener Anzeiger Kmerat-Anzeiger. Bekanntmachung, tetr, die Erwerbung de- zum Umbau unb zur Erweiterung des Bahnhofs Gießen erforderlichen Geländes. Die Fortsetzung der am Samstag den 24. d. M. unterbrochenen Verhandlungen, insbesondere die Entgegennahme von Einwendungen nach Art. 24 des Gesetzes vom 26. Juli 1884, soweit hierzu noch keine Gelegenheit geboten war, die Verhandlung über die den Eigenthümern und den Pächtern zu gewährende Entschädigungssumme und Über das von den Sachv rständigen abzugebende Gutachten rc. wird Donnerstag den 22 März d. I., Bormittags 9 Uhr, in dem Negierungsgebäude dahier (Brandplatz Nr. 9) stattfinden. Die Betheiligtcn werden hierzu unter Wiederholung der in der Bekanntmachung Großherzogl. Kreisamts Gießen vom 30. Januar d. I. (Anzeige-Blatt Nr. 28) angedrohten Rechtsnachtheile geladen. Gießen, den 26. Februar 1894. Der Vorsitzende der Local-Commission. ________ Dr. Melior, RecfferungSrath.______________ Bekanntmachung. Alle diejenigen im Landwehrbezirk Gießen wohnenden Invaliden vom Feldwebel abwärts, welche infolge ihrer Theil- nahrnc an den von Deutschen Staaten vor 1870 geführten Kriegen invalide und zur Fortsetzung des activen Militärdienstes, beziehungsweise zur Erfüllung ihrer Amts- pflichten unfähig geworden sind — einerlei welcher Armee oder welchem Kontingente sie angehört haben — werden hier- mit aufgefordert, zur Erlangung der nach dem Reichs-Gesetz vom 14. Januar 1894 zu gewährenden Pensionszuschüsse sich unter Vorlage ihrer Mlitärpapiere und des Pensions- QuittungSbucheS persönlich oder im Behinderungsfalle schriftlich beim Hauptmeldeamt Gießen zu melden. Bemerkt wird noch, daß sich auch diejenigen Invaliden aus den vorbezeichneten Kriegen anzumelden haben, denen seither, weil im Civildienst angestellt, ihre f. Zt. zuerkannte Mtlitär-Jnvaliden-Pension nicht weitergezahlt wurde, auch wenn sie nicht im Besitze des Pensions-Ouittungsbuches sind. Die Meldungen haben bis spätestens 15. März 1894 bei der vorbezeichneten Stelle ftattzufinden. Gießen, den 22. Februar 1894. Großherzogliches Bezirks Commondo. Caspary, Oberstlieutenant z. D. und Commandeuer des Landwehrbezirks Gießen.__ Deutscher Reich. Berlin, 26. Februar. Die Rede des Kaisers bei dem Festmahle, das Oberpräsident v. Achenbach den Mitgliedern des brandenburgischen Provinziallandtages am Sams- tag Abend gegeben bat, erweist sich als eine in verschiedener Beziehung bedeutsame und bemerkenSwerthe Kundgebung des erlauchten Monarchen. Bor Allem enthält sie einen mächtigen Halm, bekämpfen Sie. Sie bekunden den alten Geist, der sich gegen die Aufhebung der Leibeigenschaft auflehnte. Es wäre ja möglich, daß Sie mit oer Ablehnung des Vertrags den Rücktritt des Reichs- kanzlers erzwangen, aber die hohe Politik wird dann doch nicht Ihre Wege gehen. Wenn hier ein Werk gelungen ist, das selbst einem Napoleon nicht gelang, so solltm Sie sich zu solchem Erfolge Glück wünschen. Auch Fürst Bismarck hat wiederholt ausgesprochen, daß er Rußland von der Nothwendigkeit einer wirthschastlichen Vereinbarung zu überzeugen wünsche. Lehnen Sie den Vertrag ab, so haben Sie den dauernden Zollkrieg, der uns keinen Pfennig Nutzen, aber schweren Nachthell bringt. Weit mehr als die Landwirthschaft leidet die Rhederei, aber sie klagt nicht und bettelt nicht um Staatshilfe. Die landwirthschaflliche Agitation ist eben so gefährlich, wie die socialdemokratische. Man möge zu der Wirtschaftspolitik von vor 1879 zurückkehren, dann werde auch die Landwirthschast neu erblühen. Weiterberathung morgen. Neueste Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Hamburg, 26. Februar. Dem „Hamb. Corresp." zu« folge wurden zwei Czechen verhaftet, die im Verdachte stehen, anarchistische Agitatoren zu sein und anarchistische Flugblätter eifrigst verbreitet zu haben.j Stuttgart, 26. Februar. Am Samstag wurden hier vier hiesige Anarchisten verhaftet: Buchbinder Machner, Claviermacher Meixner, Buchbinder Biel und Buchbinder Hoffmann. Es verlautet, die Verhaftung sei erfolgt wegen Aeußerungen, die sie in einer socialdemokratischen Versammlung über die Propaganda der That gethan hätten. Paris, 26. Februar. Heute Vormittag wurden neun Anarchisten verhaftet und zahlreiche Broschüren und Papiere beschlagnahmt. Pisa, 26. Februar. Gestern Abend wurde im Theatro Nuovo während der Vorstellung des „Othello" eine Petarde durch das Fenster hinter der Bühne geworfen. Eine heftige Explosion erfolgte, die Fenster zersprangen. Der Orchester- dirigent ließ die Königshymne und die Garibaldthymne spielen. Das Publikum glaubte, es handle sichern einen zur bengalischen Beleuchtung gehörenden Effect. Es kam weiter kein Unglücksfall vor, der muthmaßliche Thäter ist verhaftet. Hammersest, 26. Februar. In letzter Woche wütheten hier orkanähnliche Stürme, wobei mehrere Menschenleben verloren gingen und großer Schaden angerichtet wurde. Die Walfischfängerftation bei Troldfjord wurde ganz vom Sturme weggefegt. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 26. Februar. Der Kaiser wird sich wahrscheinlich Ostern zum Besuche der Kaiserin nach Abbazia begeben, daselbst jedoch nur wenige Tage verweilen. Der Kreuzer „Prinzeß Wilhelm" soll den Kaiser begleiten. Berlin, 26. Februar. Gewisse Vorbereitungen, welche an entsprechender Stelle getroffen werden, lasten darauf schließen, daß der russische Thronfolger Mitte März nach Berlin kommt. Berlin, 26. Kbruar. Auf der heutigen außerordentlichen Plenarsitzung des Bundesraths wurde die Vorlage über Aufhebung des Identitätsnachweises berathen. , Berlin, 26. Februar. Anläßlich der heutigen Handel.s- Vertrags-Debatte war im Reichstage ein sehr zahlreiches Publikum anwesend. Lange vor Beginn der Sitzung konnte man keine Tribünenkarten mehr erhalten, vor dem Reichstagsgebäude hielten Schutzmänner die Ordnung aufrecht. Im Sitzungssaale waren beinahe sämmtliche preußische Minister und der Reichskanzler anwesend. Alle Fractionen waren sehr zahlreich vertreten. Berlin, 26. Februar. Die „Voss. Ztg." erfährt von vertrauenswürdiger Seite, Miqqel habe sich auf dem Festmahle des brandenburgischen Provinziallandtages in einer privaten Unterhaltung sehr deutlich gegen die Handelsvertragspolitik ausgesprochen. Er sei überzeugt, kein Agrarier werde für den deutsch-russischen Handelsvertrag stimmen. Miquel habe bei dieser Aeußerung so nahe beim Kaiser gestanden, daß der Kaiser sie hätte hören müsten. Kiel, 26. Februar. Der König von Dänemark übersandte aus seiner Privatschatulle 500 Mark für die Hinterbliebenen der auf der „Brandenburg" Verunglückten. Frankfurt a. M., 26. Februar. Die D e u t sch e R e ch t s - Partei wird ihre diesjährige Jahresversammlung im Spätsommer hier abhalten. — Die Beamten des Frankfurter Oberpostdirectionsbezirks beabsichtigen, dem kürzlich verstorbenen Oberpostdirector Geh. Oberpostrath H e l d b e r g ein Denkmal zu stiften. Pforzheim, 26. Februar. Eine hier ausgebrochene Typhusepidemie verursacht massenhafte Erkrankungen. Es sollen schon an hundert Personen von der Krankheit ergriffen sein. 26- Februar. Die Omladinisten, die trotz ihrer Verurtheilung sich noch auf freiem Fuß befinden, veranstalteten in den letzten Tagen in einem Gasthause gesellige Zusammenkünfte, bet welchen ihr Benehmen derart anstößig war, daß die Polizei aufs Neue zu Erhebungen gezwungen wurde. Paris, 26. Februar. Wie verlautet, hat sich der Ver- dacht, die Attentate in der Rue St. Jaques und im Faubourg St. Martin verübt zu haben, auf den bekannten Anarchisten Meunter gelenkt. Meunier ist unmittelbar nach Verübung der Attentate nach Lyon abgefahren und seitdem unauffindbar, rttrr 5e^UQT. Der Papst nahm gestern die ersten Glückwünsche zum Jahrestage seiner Krönung entgegen. Der Siegener Bankkrach vor Gericht. (Ortginalbericht des „Gießener Anzeigers"). (Nachdruck verboten.) W. Siegen, 26, Februar. I. Nicht blos im Siegerlande, sondern weit über dasselbe hinaus hat der im September v. I. erfolgte Zusammenbruch des als überaus sicher erachteten „Siegener Bankvereins" großes Aufsehen, Bestürzung und Schrecken hervorgerufen. Wennschon in den letzten Jahren ungetreue Bankiers, Directoren und Kassirer nicht eben zu den Seltenheiten gehörten, so fand doch das Treiben der Siegener Herren „Brüggemann und Genossen" besonderes Interesse, weil ihre Manipulationen von besonderem Raffinememt zeugten, weil sie allein es fertig brachten, ein großes, sehr gut fundirtes Bankinstitut auf Actien zu ruintren und weil durch den Krach die Geschäftsund Jndustriewelt des Siegerlandes sehr stark in Mitleidenschaft gezo^n und beunruhigt wurde. Bereits Anfangs August v. I. tauchten Gerüchte in Siegen und Umgegend auf, welche die Lage des Siegener Bankvereins als kritisch bezeichneten und auch bereits die Verwaltung angriffen. Es erschienen daraufhin „Eingesandts" und dergleichen, welche kurzweg Alles ableugneten und „volles Vertrauen" zur Verwaltung verlangten. Jndeß nützte gegenüber den horrenden Summen, um die es sich handelte und gegenüber der unerhörten Wirtschaft, die in der Leitung des Bankvereins herrschte, sehr bald alles Vertuschen nichts mehr; nachdem der Kassirer Kölsch bereits vorher entlasten war, wurde auch Ende August Bankdirector Brüggemann seines Amtes enthoben und der Krach in seinem ganzen großen Umfang wurde offenbar. Die Stimmung, die Erbitterung, welche im Publikum Platz griff, als man die Lage übersah, giebt ein in der Siegener Localpreste erschienener Artikel sehr charakteristisch wieder: „Ein Fall gleich großer Gewiffen- losigkeit, man darf sagen Schändlichkeit, ein frivoleres Spiel mit dem Eigenthum, den heiligsten Interessen Hunderter von Personen, wie solches hier zu Tage tritt, ist Wohl ganz ohne Beispiel. Ein Taumel scheint diese Menschen, die kaltblütig Millionen fremden Geldes opferten, ergriffen zu haben, das Gefühl himmelschreienden Unrechtes ihnen ganz abhanden gekommen zu sein. Sie, die noch bis zum letzten Augenblick dreist und frei sich bewegten, das Wirthshaus besuchten, die gewohnte Heiterkeit zur Schau trugen, sie erscheinen heute durch den Aufenthalt hinter Gefängnißmauern mehr geschützt als bestraft: „die allgemeine Empörung würde vielleicht vor der Lynchjustiz nicht zurückschrecken, ließen die Verderber so vieler Existenzen sich öffentlich blicken." Und dabei kannte man damals noch nicht einmal die ganze Schändlichkeit des Verfahrens, durch welches u. A. eine Firma mit so und so vielen Gesellschaftern systematisch ins Verderben gelockt worden. Das Interessanteste an der Sache ist, daß der Hauptangeklagte, der Director Brüggemann, an der Spitze jener Leute stano, die mit sittlicher Entrüstung in öffentlicher Versammlung die „Vergeudung" von Geldern aus dem Stadtsäckel brandmarken wollten; diesem Mann ist zu jener Zeit, da er bereits ein für das Zuchthaus reifer Verbrecher geworden, zugejubelt und zugejauchzt worden. In anerkennenswerther Weise ist man bemüht gewesen, den falltten Bankverein noch zu halten, weil man von dem gänzlichen Zusammenbruch die schwersten Schädigungen für den Credit des Siegerlandes befürchten durfte. Man kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß es richtiger sei, etn neues, dem Bedürfniß sofort entsprechendes Institut zu schaffen und so wurde nach verhältnißmäßig kurzer Zeit, unter selbstloser Betheiligung hochangesehener Männer, die „Siegener Bank für Handel und Gewerbe" ins Leben gerufen, die ihren ersten und vornehmsten Zweck, die durch den Zusammenbruch geschaffenen Schäden zu heilen, vollkommen erfüllt. Heute beginnt nun Hierselbst vor der Strafkammer der Proceß gegen die vier Angeklagten, denen die Schuld an dem großen Bankkrach beigemessen wird, gegen den Director Brüggemann, Kassirer Kölsch, Bankrevisor Schröder, Mühlenbesitzer Franz, sämmtlich zu Stegen. Um summarisch darzuthun, was den Angeklagten vorgeworfen wird, Folgendes: Die ActiemGesellschaft „Siegener Bankverein" (früher eingetragene Genossenschaft „Credit-Derein") ist mit einem Actien- Capital von 1 200 000 Mark gegründet- die Reservefonds betragen 315 000 Mark. Diese gesammten Summen im Betrage von rund lTj2 Millionen M ark sollen durch den Krach verloren- sein. Der Unv schlag des Instituts betrug 1892 ca. 90 Millionen Mark, die Depositen waren ca. 1 Million Mark. Brüggemann und Kölsch sollen absichtlich zum Nachtheil der Gesellschaft gehandelt, wissentlich falsche Darstellungen über die Vermögenslage des Bankvereins gemacht, durch Differenzhandel mit Börsenpapieren übermäßige Summen verbraucht haben- Brüggemann ist ferner noch der Erpressung beschuldigt. Schröder ist angeklagt, als Mitglied des Aufsichtsrathes absichtlich zum Nachtheil der Actien-Gesellschaft gehandelt zu haben- endlich soll Franz die drei anderen Angeklagten zu ihren Verbrechen angestiftet, ihnen Hilfe geleistet und als Schuldner durch Dtfferenzhandel übermäßige Summen verbraucht haben. Der „Siegener Bankverein" zählte zu seinen Kunden die Firma Kaufmann und Mühlenbesitzer Franz u. Co. in Weidenau bei Siegen, für welche er die Geldgeschäfte abwickelte. Genannte Firma machte große, anfangs glückliche, später unglückliche Börsengeschäfte- zum Ausgleich der Verluste suchte Franz beim Bankverein übermäßigen Credit nach, der ihm in solcher Höhe gewährt wurde, daß die Bank im Frühjahr 1893 eine bedeutende Unterbilanz harte. Brüggemann und Kölsch haben nun, angeblich um die Bankoerluste wieder einzubringen, an der Berliner Börse auf Rechnung des Bankvereins speculirt und dabei ca. 1 Million Verluste erlitten. Der Differenzhandel der Bank und die großen an Franz gewährten Credite wurden durch unterlassene Buchung und fein ausgeklügelte Wechselschiebungen dem Aussichtsrath verborgen - ferner wurden derartig gefälschte Bilanzen unterbreitet, daß der Aufsichtsrath noch 7 Procent Dividende auswarf, als der Bankverein schon im Concurs sein mußte. Mittels eines durch Franz gefälschten Wechsels wurde dessen Schwager Fuchs, der Theilhaber und Verwalter der Firma „Fuchs u. Co." war, um Franzs Ehre zu retten, zum Wechsel-Accept ge- nöthigt- darnach kamen andere Wechsel für Fuchs und nicht nur dieser für seine Gefälligkeit und Gutmüthigkeit, sondern auch die Gesellschafter seiner Firma wurden durch den von Franz und Brüggemann schlau angelegten Plan ruinirt. Schröder, der Bankrevisor, soll eines Tages Wechsel von Franz u. Co. auf der Bank gesunden haben, die den Ver- mögensverhältnisteu der Firma nicht entsprachen und er soll vorsätzlich dem Aufsichtsrath keine Anzeige gemacht haben. Soviel in Umrissen, die Einzelheiten wird die heute beginnende Verhandlung ergeben. _ totales nrrd prooittslelles* Gießen, den 27. Februar 1894. ** .Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten' Versammlung Donnerstag den 1. März 1894, Nachmittags 4 Uhr pünktlich. 1. Gesuch des Georg Hilgen wegen Belastung eines errichteten Gartenhäuschens am Schiffenbergerweg. 2. Gesuch des Johannes Keßler um Erlaubniß zum Bauen an der Marburgerstraße. 3. Verkauf des nicht ladenreinen, aber noch genießbar befundenen Fleisches. 4. Anschaffung von Schlachthaus-Inventar. 5. Verwerthung von Lauberde aus der städtischen Gehölzschule. 6. Benennung der Straßen- hier: der Straße im Teufelslustgärtchen. 7. Die Lieferung von Photoqraphien Alt. Gießens für die Großh. Hofbibliothek. 8. Ausbau der Steinstraße zwischen Marburgerstraße und Schottstraße. 9. Die Beaufsichtigung des Bürgerhospitals- hier: Einrichtung des derzeitigen Metall- Eichlocals zu Krankenräumen. 10. Das Local der städtischen Eichanstalt zu Gießen- hier: das Metall Eichlocal. 11. Ge- such des Adam Siebert um Concession zum Wirthschaftsbetrieb 'm Hause Bahnhofstraße 50, Hotel Stern. 12. Desgleichen der Frieda Löwenstein im Hause Schloßgasse 9. B. Die Gießener Freiw. Feuerwehr hielt gestern Abend im „Frankfurter Hof" eine Generalversammlung behufs Vorstandswahl ab. In Anwesenheit von 88 Mitgliedern eröffnete der zweite Hauptmann, Herr Gail, die Versammlung und theilte ein Schreiben der Großh. Bürgermeisterei und des Großh. Polizeiamts dahier mit, nach welchem die Wahl des seitherigen ersten Hauptmannes, Herrn Grün, nicht genehmigt wurde. Herr Grün verzichtete auf etwaige Wiederwahl und forderte die Kameraden auf, einmüthig zusammenzutreten und einen Mann zu wählen, der befähigt sei, das Corps in seiner bisherigen Blüthe zu erhalten- er schlug den langjährigen Steiger-Obmann Herrn Wieg an dt vor. Nachdem von verschiedenen Seiten der frühere Hauptmann Herr Möhl in Vorschlag gebracht wurde, erfolgte die Abstimmung. Als erster Hauptmann wurde Herr Wiegandt mit 55 gegen 29 Stimmen, welche auf Herrn Möhl fielen, gewählt. Zum ersten Beisitzer wurde Herr G r ü n mit 59 gegen 21 Stimmen gewählt. Die durch die Wahl des Herrn Wiegandt zum Hauptmann frei gewordene Stelle des Steiger- Obmannes wurde Herrn Wack, als dessen Stellvertreter Herrn Räuber gewählt wurde, übertragen. ** Ueber den russischen Handelsvertrag sprach gestern Abend in der vom Vorstande des Freisinnigen Vereins einberufenen, zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung Herr Bankdirector Th orw art-Frankfurt. Die Bewegung zu Gunsten des deutsch-russischen Handelsvertrags bezeichnete Herr Thor- wart als die größte seit Errichtung des deutschen Reichs. Die Geschichte der Handelspolitik knüpfe an den Namen Bismarck an, welcher s. Z. den ersten Handelsvertrag mit Frankreich einleitete, seine Versuche indeß, Deutschland sonst gegen da« Ausland abzuschließen, seien fehlgeschlagen. Redner ging nach einigen Bemerkungen über das Entstehen der ^ampfzölle zur Besprechung der hauptsächlichsten Punkte des russischen Handelsvertrags ein, letzteren wirthschaftlich als einen Triumph des neuen Curses, politisch aber als einen Friedensvertrag bezeichnend. Wie nachtheilig die bisherigen Kampfzölle für Deutschland gewesen, ginge daraus hervor, daß die Einfuhr an Werthen von 215 Millionen Mark in 1880 zurückging in 1892 auf 129 Millionen Mark, daß die Ausfuhr Rußlands sich in dem gleichen Zeitraum verminderte von 245 Millionen auf 214 Millionen. Deutschland habe großes Interesse an dem Zustandekommen des Vertrages, denn Rußland werde infolge fortschreitender Cultur und Ausdehnung seiner Verkehrswege immer aufnahmefähiger für die bei uns erzeugten Maaren. fWtr stünden nach dem Vertrage zu Rußland im Zustande der Meistbegünstigung, ein weiteres werthvolles Zugeständniß in dem Vertrage liege in den 10 Jahren seiner Dauer. Wir genössen auch höhere Zollermäßigung als Frankreich. An der Hand statistischen Materials gab Herr Thorwarr eine Reihe von Beispielen, wie nachtheilig der bisherige Zollkrieg auf unser Erwerbs- und Wirthschaftsleben eingewtrkt habe- die Fortdauer der Minderausfuhr hätte zahlreiche Arbeiter- entlaffungen zur Folge gehabt. Es fei deshab natürlich, daß sich von dem neuen Vertrage alle Berufs-Jntereffenten viel versprächen, besonders werde sich der Verkehr in unseren Häfen und Grenzgebieten, der auf ein Minimum gesunken gewesen, wieder heben. Die Concessionen, die wir Rußland mit dem neuen Vertrag gemacht, bestünden lediglich darin, daß wir das russische Getreide zu denselben Zollsätzen über unsere Grenzen ließen, wie dasjenige anderer Länder. Der dieserhalb herrschende Unwille der Agrarier und Großgrundbesitzer sei unverständig- Deutschland sei auf die Einfuhr fremden Getreides angewiesen, mindestens 30 Millionen Doppelcentner müßten eingesührt werden, um unseren Bedarf zu decken, von der Einfuhr habe Rußland ungefähr die Hälfte geliefert. Der Preis des Getreides werde nicht durch die Zölle vermindert, sondern er werde vom Weltmarkt vorgeschrieben, in Chicago oder London, nicht aber von Rußland, daS seinen Ueberschuß (nebenbei bemerkt nur 2 pCt. seiner Erzeugung) nach dem Weltmärkte bringe, wenn ihm der directe Absatz nach bestimmten Gebieten durch Zollschranken versperrt werde. Die freisinnige Partei sei allerdings mit dem Handelsvertrag noch nicht zufrieden, sie betrachte ihn nur als eine Abschlagszahlung auf ihre Forderung nach völliger Freigabe der Getreideeinfuhr. Redner legte weiter durch. 11 °.di, '» ft” *“fcfatj1. J'Stu« 189), nfe» *443 * fcfc” T?»* i. «’s*» 7 Benennung fr« für di, “ft'Hefa ! Mutijuu. °ttzeitlgenMetall- städtische A°cal. 11. @e, DlrthschastSbetrieb 12- DeSgletcheu lc »• e[t gestern Abend lIunfi behufs Bot. Wern eröffnete Versammlung und gelmeifteret und eichem dir Wahl ca ÄrLn, trity 's etwaige Wieder- "üthig zusammen« befähigt sei, dar teni er schlug den Wiegandt vor. 'ühere Hauptmann erfolgte die Ab- Herr Wiegandt !nn Möhl fielen, irün mU59 gegen Wahl deS Herrn stelle des Steiger, ffeo Stellvertreter n. rach gestern Abend lins einberusrnrn, wg Herr Vand oegung zu Gunsten ichnete Herr Thor- i deutschen Reichs. an den Namen Vertrag mit Frank« land sonst gegen das Redner ging nach er -'mpfzölle zur eussislyen Handels« Lriumph des neuen irtrag bezeichnend. . sür Deutschland lhranWerthenooa ng in 1892 aus Ruhlands sich in 245 Millionen aus . Jntrresir an brat -land werde infolge einer Verkehrswege ugten Maaren. M im Zustande der olles Zugeständnis bren seiner Dauer. Ifl als Frankreich. > Herr Tharwarr der biShertge Zoll- stsleben eingew rv zahlreiche Arb^iier' deshab natürlich, SS ;> * ""Ä :ier ^Geotzgrun^ 7 30 ÜstiÜionrn öLn Bedarf um uE M# d/ch die rde Ni» DOtgt« n ®£isib/ * : 2 P®' , Üiec« neun lb^ , n per- Zo^-^it dew allerdl"^ nut i- i!t;a inj Zahlen dar, daß der Getreidepreis bei steigenden Zöllen gesunken sei. Auch der Einwand der Agrarier, daß man mit einem Lande keinen Handelsvertrag schließen könne, welches keine Valuta habe, sei hinfällig durch die Thatsache, daß trotz deS Fallens des Rubelcourses die Getreidepreise schon gestiegen seien. DaS Getreide könne sich ebenso wenig in seiner Preisgestaltung dem Gesetz von Angebot und Nach« frage entziehen wie andere Producte und Erzeugnisse- nach schlechten Ernten sei die Nachfrage stärker, als nach reichlichen, die Zölle änderten daran nichts. Wenn mau sich vergegenwärtige, wer denn eigentlich Nutzen von den Zöllen habe, so sei nachgewiesen, daß 57 pCt. unserer Landwirthe gar kein Getreide verkaufen könnten, die übrigen aber in ihrer Mehrheit so wenig, daß ihnen Vortheile auS höheren Zöllen gar nicht erwachsen könnten. Der geringe Bortheil der Zölle werde aber vielfach ausgewogen durch die Vertheuerung der Verbrauchsgegenstände. Die Folge einer Ablehnung deS Handelsvertrags würde ein Sinken der Arbeitslöhne in der Industrie und in deren Folge auch der land- wirthschaftlichen Producte sein. Nach stattgehabtcn Erwitte« lungen sind in Deutschland 42 pEt. der Arbeiter in der Landwirthschaft und 45 pCt. in Handel und Gewerbe beschäftigt, die Jndustriearbeit überwiege sonach die der Land« wirthschaft, weshalb die freisinnige Partei im Namen der industriellen Arbeiter fordere, daß der Handelsvertrag zu Stande komme. Auch das Gesammteinkommen von Handel und Industrie in Deutschland sei größer als daS aus der Land- wirthschast. Trotzdem seien mit den Jahren die Erträge der Landwirthschaft ganz enorm gestiegen, im Vergleiche zu früheren Zeiten lieferten heute die Güter fast das Doppelte an landwirthschaftlichen Erzeugnissen. DaS Verlangen nach dem Zustandekommen deS russischen Handelsvertrag- sei all« gemeiner, als man in agrarischen Kreisen annehme, weitere Kreise der landwirthschaftlichen Bevölkerung wünschten ihn selbst, wie die an Reichstagsabgeordnete ergangenen Aufforderungen bewiesen. Er (Redner) möchte deshalb nicht an der Stelle derjenigen Abgeordneten stehen, die bezüglich der Zölle vorher Versprechungen gegeben, ohne den russischen Handelsvertrag zu kennen, und nun, zwischen Vaterland und Sonderinteressen gestellt, nicht mehr Herr ihrer eigenen Entschlüsse und Versprechungen seien. Die Losung der Freisinnigen Partei gegenüber dem Handelsvertrag sei: Nicht den Junkern und Agrariern nachgcben, sondern gerecht werden den Forderungen deS Volkes. Nach lebhaftem Beifall und nachdem der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Metz, dem Redner den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte, beantragte und befürwortete Herr Rechtsanwalt Grünewald folgende Resolution: Die heutige allgemeine Versammlung von Wählern des ersten hessischen ReichStagSwahlkreiseS erblickt in dem Abschlüsse des deutsch-russischen Handelsvertrags eine werthvolle Förderung der Thätigkeit des deutschen Gewerbes und Handels, sowie der Interessen der deutschen Arbeit- nehmer. Sie richtet daher an den Reichstag daS dringende Ersuchen, dem Handelsverträge seine Zustimmung ertheilen zu wollen, indem sie zugleich den Vertretern der hessischen Reichstagswahlkreise gegenüber die bestimmte Erwartung ausspricht, daß sie mit allen ihren Kräften für die Annahme deS Vertrages fettens des Reichstags eintreten werden. Diese Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Der Antragsteller sprach die Hoffnung auS, daß solche Kundgebungen, wenn sie auch auf bte antisemitischen Abgeordneten nicht wirkten, doch vielleicht den nationalliberalen Abgeordneten, die schwer an der Bürde ihres vom Bunde der Landwirthe ihnen aufgebundenen imperativen Mandats trügen, die Kette sprengen helfen würden. Herr Professor Stengel von Marburg forberte schließlich zu energischem Eintreten gegen die Agrarier auf, falls Reichstagsauflösung erfolgen sollte. Dermifcbtc». ♦ Berlin, 26. Februar. Bei einem Feuer in der Essigfabrik von Kühne, Neue Grünstraße, ist heute ein 78jähriger Arbeiter erstickt. • Seeheim, 23. Februar. Ein hiesiger Einwohner hatte auf dem Grundstück seines Nachbars an einem prachtvollen Kirschbaum ca. 50 überhängende Aeste abgesägt und so eine Verstümmelung des Baumes herbeigeführt. Das Feldgericht hat den Schaden auf 50 Mk. taxirt. Gegen den Thäter ist Anklage erhoben. Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eigene« Fabrik — schwarze, weiße u. farbige o. 75 Pf. bis Mk. 18.06 pr Meter — glatt, gestreift, tarrtert, gemustert, Damaste rc (circa 240 versch. Qual- und 2000 versch Farben, Dessin« k ) W Porto- und steuerfrei in- Hau»!! Catalog und Muster umgebend- (122 6. Hennebergs Seiden-Fabrik (k. k.«»«.). Zürich. Holzversteigerung. In den zur Freiherrlich von Nordeck zur Nabenau'schen Nachlaßverwaltung gehörigen Waldungen des Reviers Friedelhausen sollen Freitag den 2 März l. I. in den Districten Burgwald und Stangenwald versteigert werden: 20 Eichen-Stämme von 32—57 cm mittl. Durchmesser mit 20,47 cbm, 8 Fichten-Stämmemitl.IOcbrn, 75 Fichtenderbftang. m. 2,10 cbm, 350 Fichten-Neiöstangen, 22 rm Buchen- u. Eichen-Scheit, 6 rm Eichen- u. Kiefern-Knüppel, 10505 Buchen-, Eichen- und Nadel- Holz-Wellen, 12 rm Eichen-Stöcke. Die Zusammenkunft findet Vormittag« 9 Uhr am Ausgang der Kreisstraße Friedelhausen auf die Marburgerstraße im District Burgwald statt. Friedelhausen, 26. Februar 1894. 1705____________Schneider. Versteigerung der zum Nachlaß der Frau Geheimen Medicinalrath Phöbus gehörigen Mobilien. Mittwoch den 28. Februar, Nachmittags 2 Uhr werden Löberftrafle Nr. 4 die Möbel, als: Tische, Stühle, Sophas, Spiegel, zwei Glasschränke, Zrleiderschränke, ein Schrank mit Schiebladen für Sammlungen,Nachttische, Waschtische, l Nähtisch u. s. w., alles in Eichen- Holz, sowie Gold- u.Silbersachen, Bilder, ein großer Teppich, ein weißseidener Chawl, ferner Bücher: Goethe, Schiller, Wieland, etwa 40 Bde.Garten- laube u. s. w. versteigert. 1591_______F. Hoffmann. Fortsetzung der Versteigerung des Nachlasses der Frau Geh. Med.- Rath Phöbus Donnerstag den 1. März, Mittags 2 Uhr wobei unter anderem auch ein Pierers Conversations- Lexicon, sowie Meyers Handlexicon zum Ausgebot kommt. ' [1731 _________F. Hoffmann. Mittwoch den 28. d. M., Nachmittags 2 Uhr werben im Bieker 'scheu Saale versteigert Möbel aller Arten, 1 Pianiuo, 2 vollst. Betten, 2 neue Sophas, 15 Spiegelgläser, 2 ov. Biiberrahmen, 150 Blu- weuvasen, 1 großes Lpielwerk 2 Stücke Leincn, 1 Echlcudermosch'ne, WirthStische und -Stühle, 1 Hav-lock, 1 Damenkleid, 1 Pferd, mehrere Wagen, 1 Kuh u. a Geißler, 1721 Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung, betreffend: Die Ausübung der offenen Armenpflege in der Stadt Gteßen. In Gemäßheit der §§ 1 und 2 der in obigem Betreff erlassenen Satzungen bringen wir nachstehend die Eintheilung der Bezirke, und die Namen der Bezirksvorsteher, deren Stellvertreter und der Armenpfleger für die Dauer der nächsten drei Jahre zur allgemeinen Kenntniß. Gießen, 23. Februar 1894. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Gnauth. Offene Armenpflege der Stadt Gießen. Löberstroße, Lonystraße, Ludwigstraße, Neuenweg, Riegelpfad, Stevhanstraße, Südanlage, Weidengasse, Wilhelmstr. IV. Bezirk. Seltersweg, Bahnhof- und Franksurterstraße. Bezirksvorsteher: WilbUm Rudolph, Musikalienhändler. I. Bezirk: Wallthor-u. Mar burgerstr. Bezirksvotsteher: Wilhelm Herbert, Schuhmacher. Stellvertreter: Ehr. Bansa, Direktor. Armenpfleger : Eberhard Dort, Kaufm. Heinrich Leib, Schneider. Paul Röhrle, Procurist. Karl Schäfer, Schreiner. Heinrich Schirmer. Fabrikant. Hermann Spieß, Rentner. Philipp Wacker, Schuhmacher. Bezeichnung der Straßen: Brandgasse, Brandplatz, Braugasie, Hundsgasse, Kanzleiberg, Lindengasse, Lindenplatz, Marburgerstraße, Ostanlage, Nr. 3—15, Rodberg, Schloßgasse, Wallthorstr, Wieseckerweg, Wiesenstr- II. Bezirk: Altstadt und Ostend. Bezirksvorsteher: Hermann Döring, Sparkassenrechner. Stellvertreter: Louis Wolff, Buchhalter. Armenpfleger: Ehr. Albach, Real- Gymnasiallehrer. Ehr. Faß, Backer. Louis Fuhr, Kaufmann. Gustav Pah, WeinhSndler. Georg Schwan, Messerschmied. Franz Senner, Rentner. Dr. Thaer, Professor. Gust. Windecker, Kaufmann. Bezeichnung der Straßen: Tceihäusergasse, Diezstr., Eichgärten, Gartenstrahe, (Siünbergciftr., Hessenstraße , Kaplaneigasse, Licherstraße, Ludwigsplatz, Mäutzburg, Marktplatz, Marktstraße, Moltkestraße, Nahrungsberg, Neuebäue, Ostanlage v. 1—20 ab, Rittergasse, Schiffenbergerweg, Schulstr., Senkenbergstraße, Sonnenstraße, Wagengasse, Wettergasse, Wo'.f- ftrahe. III. Bezirk: Neuenweg und Südend. Bezirksvorsteher. Prof. Dr. Wimmen- ♦j* - p" auer. Stellvertreter: Alex. Wilker,Revisor. Armenpfleger: Ludwig Hein, Kaufm. L. Heyligenstädt, Commerzrth. Eduard Klinket, Kohlenhändler. Martin Loos, Lithograph. H. F. Nassauer, Kaufmann. Ludw. Pirr, Metzger. Dr. Pitz, Realgymnasiallehrer. Emil Schmidt II., Mechaniker. Karl Schwan, Schuhmacher. Bezeichnung der Straßen: Alicestraße, Bismarckstraße, Bleichstraße, Erlengasse, Goethtstraße, Ka- plansgassc, Katharinengasse, Kreuzplatz, Leihgesternerweg, Liebigstraße, Gießen, den 23. Februar 1894. Stellvertreter: Dr. Alker, pract. Arzt. Armenpfleger: Dingeldey, Pfarrer. LouiS Hahn, Kohlenhändler. Th. Haubach, Nähmaschinhdlr. Joh. Lenz. Schreiner. Karl Orbig, deSgl. L. Seipp, Rcalgymn.-Lehrer. K. Steinberger, Bäcker. Bezeichnung der Straßen: An den Bahnhöfen, Bahnhofstraße, Franksurterstraße, Grabenstraße, Lie- btgstraße.Löwengasse, Maigasse, Plock- sttaße, Schanzenstraße, Seltersweg, Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Westanlage, Wolkeugasse. V. Bezirk: Neustadt, Hamm- und Rodheimerftraße. Bezirksvorsteher: L. W. Plank, Kfm. Stellvertreter: Emil Prstor, desgl. Armenpfleger:Ehr. Euler II., Lackirer. Dr. Grein, Pfarrer. ♦ K. Hahn, Oberlehrer. Gg. Marx, Spengler. Jul. Möhl, Schlachthausverw. Hrch. Sack, Schreiner. Hrch. Schwan, Gelbgießer. Herm. Tr«ppinger, Bleicher. Herm. Weidmann, Schuhmacher. Bezeichnung der Straßen: Hammstraße, Hardt, Kornblumengasse, Krosdorferstraße, Lehnstraße, große Müblgasse, kleine Mühlgasse, Neustadt, Nodheimerstraße, Sandgasse, Schützenstraße. VI. Bezirk: Nordend. Bezirksvorsteher: Karl Loos, Kaufm. Stellvertreter: H.Förtsch, Bierbrauer. A r m e n p f l e g e r: Wernh.Brück, Schneider. Martin Dörr, Schlosser. Louis Hellmold, Weißbinder. C. Leib, Lehrer. E. H. Müller, Schreiner. Gg. Spies, Uhrmacher. Johs. Trapp, Postschaffner i. P. Justus Vogel, Lackirer. I. C. Wallenfels, Färber. Bezeichnung der Straßen Asterweg, Aus der Bach, Burg- graben, Dammstraße, Ederstraße, Flügelsgasse, Kirchenplatz, Nord anlage, Schillerstraße, Schottstraße, Steinstraße, Weserstraße, Wetzsteinstraße, Zozelsgasse. Stadt Gießen. Die Armen-Deputation der Gnauth. Holzvcrstcigerungcn in Gräflicher Oberförsters faubadj. I. Dienstag den 6. März d. I bei Freienseen 1) im Kreuz- seenerberg: 500 rm Buchen-Stammprügel, 12 rm Kirschbaum- Prügel, 160 rm Buchen Reiserprügel, 20 Buchenstangen (Langwieden) ; 2) im Wetterauerberg, Jmfenhau, Eichelgarten: 50 rm Birken-, Ktrschbaum-, Weich- und Nadelholz-Prügel, 10 rm Buchen- rc. Stöcke, 118 rm -Reiserprügel, 67 rm «Stammreiser in Schichten, 59 rm Fichten-Schichtreisig (Bohnenstangen rc.); 3) im. Hoherain, Wintersberg und Kändelrain: 50 rm Buchen» Scheiter II. Kl., 160 rm «Stöcke, 200 rm »Reiserprügel; 4) in den genannten Districten (ausschließlich Hoherain): Kohlreiser und Lesholz abtheilungsweise; II. Mittwoch den 7. März d. I. bei der Friedrichshütte 1) im Eichberg: 250 rm Buchen-Scheiter, 70 -Prügel, 55 rm «Stöcke, 150 rm »Reisig, 7 Buchenstämme von 35—63 cm Dchm. —8,38 cbm, 940 Fichtenstangen (Lattenstangen, Leiterbäume rc.) — 27,06 cbm, 6 Lärchenstangen — 0,76 cbm; 2) im Altcgericht: 120 rm Buchen-Stammreiser (Schichten); 3) im Borngraben: 18 rm Buchen Stöcke, 90 rm Reiser; 4) im Bolpertskopf: 1 Eichenstamm (zu Glaserholz rc. tauglich) von 60 cm Dchm. und 5m Länge, 30 Buchenstangen (Langwieden); 5) im Gichern: 50 rm Buchen« Stöcke, 70 rm -Reiserprügel, 4 Eichenstammabschnitte von 39—60 cm Dchm. bis 2,80 cbm (Glaserholz rc.); 6) int Bolpertskopf und Giehern: Kohlreiser und Lesholz abtheilungsweise. Zusammenkunft jedesmal um 10 Uhr Vormittags am ersten Tage bei der Schreinersmühle, am zweiten auf der Staatsstraße zwischen Eichberg und Lauterbachswäldchen. Das Holz unter Nr. I. 2—4 kommt auf der Schreinersmühle, das unter II. 2—6 auf der Friedrichshütte und zwar an beiden Tagen Mittags von 1 Uhr an unvorgezeigt zum Ausgebote. Laubach, den 24. Februar 1894. 1741]__________________________Gräfliche Qberförsterei. Holzversteigerung. Freitag den 2. März sollen in der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms, District „Pfaffenmark", nachfolgende Sortimente öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr am Runden Wieschen. Brennholz. Buchen: 15 rm Scheit, 14 rm Prügel, 12 rm Stöcke, 430 rm Buchenstammreisig, 450 Reisholzwellen. Eichen: 42 rm Scheit, 6 rm Prügel, 54 rm Stöcke, 990 Reisigwellen, 2 rm Weichholz. prügel, 5 rm Weichholzreisig, 70 Weichholzwellen, 10 Fichtenwellen. Ferner werden abgegeben ca. 30 fm Wagner- und Grubenholz aus dem District Jsselscheid. Offerten mit Preisangabe für letzteres sind an die Fürstliche Oberförsterei zu richten. Hohensolms, den 26. Februar 1894. 1704 Fürstliche Oberförfterei. Mittwoch den 11. April, Nachmittags 2Ve Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Karl «ermann Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Versteigerung. Freitag de« 2. MLrz, Mittag» 3 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal gegen Baarzahlung ei« Pferd. Gteßen, den 27. Februar 1894. Flur 1 Nr. 666 — 75 qm Hofraithe auf Mulch, Pfandmetster. 1726 Aeilgebotenes Nr 17 Neuen Baue Nr. 17. [1743 Gießen, 27. Februar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen- I. A-: Bogt. Akademische Vortrage Mittwoch den 28. Februar, Abends 8 Uhr in der Univerfitalsaula: in flottem Betriebe, an lebhafter Bahnstation, mit geringer Anzahlung |« »er« kaufen.______ — kaufe«. §-äh- auf Aafr. unt W. 745 1744] 3-4000 gebrauchte durch Haasenyei« Studentenkarten auch bei dem Univ.-Hausmeister zu haben. ----J—T—-----n----Te------- : 1729] Ein kleiner «astenschrant zu Ein feines Gasthaus verkaufen.______Bismarckstraße 10, I. 1739] Ein noch guter Herd zu oer- Stadt Main». 1701 wegen preiswerth zu verkaufe«. i Wo? sagt die Exped. d. Bl. (1710 lb99J «ine sehr gute «etge ,« verkaufen.Sel erbweg 67. In UniversttLtSstadt Marburg ist ———« dne hertschasti. Scübullg (auch für ein Pensionat geeignet) wegen stMslt ANgel-SlyeUflslyt Todesfall für 36,000 Mark, mtt geringer offerirt billigst Anzahlung zu verkaufen. Naher, u. Eduard Fuckert, H. 744 durch Haasenstei« & Bögler, “ ' B.«ö., Marburg.11714 ; Ein Haus ÄÄ Eigarren-Fabrik oder auch zu jedem Ge« schäft geeignet, steht Familirnverhiltniffe Den Empfang sammtlicher Neuheiten in Kleiderstoffen, sowie Regenmänteln, Promena-es, Jaguets und Capes in reichster Auswahl, zeige ergebenst an. 8. Weimersheim Nachfolger. Warnung vor Täuschung! o H w 9 L ro a» o © P » B fr fr 8 ft n cr bS » 9 ft ft “9 • 9 * 9 s e O NM <* ft 9" a OD O ce Qm ■ O 3 fN ti © © ru « M Ä i> d Giessener Concerherein. Sechstes Concert (102. Vereinsjahr) Samstag den 3. März 1894, Nachmittags 5 Uhr, in der Stadtkirehe. unter Leitung des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner. Mitwirkende: Fräulein Dorothea Schmidt aus Hamburg (Sopran); Frau Louise Geller aus Magdeburg * Alt); Herr Heinrich Hormann aus Frankfurt a. M. (Tenor); Herr Adolf Müller aus Frankfurt a. M. (Bass): der akademische Gesangverein hierselbst und das Vereinsorohesten Programm. „Samson“ Oratorium von G. F. H a e n d e 1. Aus dem Englischen des Milton. Frei übersetzt und bearbeitet von J.F. v. Mosel. Eintrittskarten für Niohtmltglleder sind in der Musikalienhandlung von Ernst Cha liier (Rudolphs Nachf.) zu folgenden Preisen zu haben. Sperrsitz im Schiff der Kirche Mk. 3,00 do. auf der Orgelbühne „ 3,00 Unnummerirter Platz im Schiff der Kirche oder auf der ersten Emporbühne .....„ 2,00 do. auf der zweiten Emporbühne „ 1,00 Für Studircnde auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise. Zur Hauptprobe am Freitag den 2. Märe, Nachmittage 5 Uhr. Unnummerirter Platz . . . Mk. l,C0 Approbirtes Kaifee-Surrogat, fabricirt von Werner Breuer in Köln a. Rh. Täuschung möglich ist. 1717 , Von Großh. Amtsgericht als Ge- 17091 BiSmarckstraße 16, I. MAGGI5 Schellfischen. Cabliau frisch aus der See im »Rebstock*. [1711 am Rheingaffenthor 1141(1). Gegründet 1800. Zahlreiche Versuche, anstatt des von mir in den Handel gebrachten „Approbirten Kaffee-Surrogates" andere minderwerthige Surrogate in gleicher oder ähnlicher, auf Täuschung berechneter Verpackung den Käufern meines Fabrikates unterzuschieben, veranlassen mich zu der nach- stebenden öffentlichen Erklärung und „Warnung": Mein „Approbirtes Kaffee-Surrogat" ist nur in einer Verpackung käuflich, welche meine Firma Werner Breuer in Köln a. Rhein am Rheingaffenthor 1141 (1) nnd meine Fabrikmarke trägt. Ich bitte deßhalb die verehrlichen Consumenten meines „Appro- birten Kaffee-Surrogates" beim Einkauf deffelben stets auf diese Kennzeichen der Verpackung zu achten, weil nur so ein wirksamer Schutz vor Die leeren'Original - Fläschchen k 65 werden zu 45 H und diejenigen st JL 1.10 zu 70 H mit Maggis Suppenwürze nachgefüllt. Zum Schellfischessen i. Hause. Hollman«, Kanzttiberg 9. am Mitlwoch Abend lade freundlich ein.! 1727J Gold. Vorstecknadelgefunden. 1712]H. Jer.tzen, im „R'bstock". I Abjuholen Ludwigsplatz 6, HI. Werner Breuer Köln, am Rheingaffenthor 1141(1). Suppenwürze « Carl Vieler, Kreuzplatz 6. außer der leichten persönlichen Bedienung nur etwas Haus- Metzelsnppe. I arbeit zu verrichten haben. Morgen-r 1720! Näh. Südanlage 5, 2 Trepp. U, Wellfleisch mit Kraut Vmiffklk für einige Stunden des 'M wozu ergebenst lin'adet Tages zu besetzen. —" Wilhelm Mayer. 1709]BiSmarckstraße 16, I richts-Taxator verpflichtet, empfehle ich mich zu Versteigerungen, Taxationen re. [1728 8. Mühlhausen, BiSmarckstraße 10. Ausgekämmte Haare kaust H Plank, Kaplansgasse 2. [1724 1722] Eine alleinstehende Dame sucht ein gesetztes Mädchen; dasselbe würde Wermiethungen. 1703) Südanlage 21: dritter Stock im Vorderhaus per 1. Mai zu vermiethen. 1725] Eine Stube mit Küche au ver- miethen. H Plank, Kaplansgasse 2 Vermischte Anzeigen. Postkeller. Heute Mittwoch Abend Textbücher zum „Samson“ ebendaselbst und am Haupteingang 10 Pfg. [1599 Passionsaufführung des Ev. Kirchengesangvereins, unter Mitwirkung der Concertsängerin Fräulein Dorothea Schmidt aus Frankfurt a. M. Sonntag den 4 März 1894, Abende 8 Uhr in der Stadtkirche zu Glessen. PROGRAMM. Als Jesus von seiner Mutter ging, für Chor und Altsolo A. Becker. O Lamm Gottes .... Joh. Eccard. Panis aneelicus .... Palestrina. Adoramus......Perti. Fürwahr er trug .... Fink Arien aus derMatthäuspassion von J.8.Bach. Soli für Orgel nnd Violine Eintritt unentgeldlioh. Die Plätze auf dem Chor und in den beiden vorderen Quadraten sind für die inactiven Mitglieder reservirt. Die Karten für 1893 gelten noch. Programme zu 20 Pfg. bei Herrn E. Challier und an den Kirchenthürcn. Freiwillige Beiträge werden in die Opferbüchsen erbeten. 1627 * Sektion Gießen Deutsch-Oesterreich. Alpen-Verein. Donnerstag d. I. März: Monatsversammluug im Veretnslocal (Cafe Ebel), Vs9 Uhr Abds. Vortrag: eine Besteigung des Aetna. _________________[1702] _____________ werden ffür 1 Mark an» A^Pfe gefertigt. [1723 _________H. Plank. Kaplansgasse 2. Für das Comptoir einer hiesigen Cigarrensabrik wird zu Ostern ein Lehrling mit guter Schulbildung gesucht. Selbstgeschriebene Offerten unter 1715 a. d. Expedition dieses Blattes erbeten. [1715 Ein zuverl. verh. Mann pens. Beamter) sucht irgend einen Vertrauensposten in einer Fabrik oder sonstigem gröfl. Geschäft unter sehr be- scheid. Ansprüchen. Ersord. Caut. kann gestellt werden. Offerten erbitte unt. S. W. an die Exped. d. Bl. [1608 E. K. Cr. V. Heute, Dienstag, die letzte Probe vor der nächsten Sonntag Vormittag stattftndenden Hauptprobe. Die Theilnahme daran ist, besondere Genehmigung in Ausnahmefällen vorbehalten, Bedingung für die Mitwirkung bei der Aufführung. 1738 Der Vorstand: Schlosser. 1846 Hurnverein. Das diesjährige Winterfest findet Samstag den 3. März er., Abends 8 Uhr, in der Turnhalle statt. 1733 Beim Eintritt wolle man gefl. die Mitgliedskarten vorzeigen. Kinder haben keinen Zutritt.__________________Der Vorstand. Generalversammlung Dienstag den 6 März I. I., Abends 8 Uhr im Bereinslocal. Tagesordnung: Bericht des Schriftführers, Kassenbericht, Vorstandswahl , Statutenveränderung, Vereinsangelegenheiten. Alter Crif 7 Sphmif? Alter KchiffeNergerwkg.1 1 ll£* V0ININIL. ^i^rnbrrprriorg. -chr Handelsgärtner — empfiehlt fich im Anlegen, Bepflanzung und Unterhaltung von Gärten und Grabstätten. Die Anfertigung von Kränzen, Bouquets rc., sowie aller sonstigen in das Fach schlagenden Arbeiten wird geschmackvoll bei billigster Berechnung ausgeführt. NB. Bestellungen nimmt auch Herr A. Dickor^, Schanzenstraße, entgegen.[1706 Geschäfts-Eröffnung. Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Mittheilung, daß ich mich am hiesigen Platze als Tapezier u. Decorateur etablirt habe. Durch meine Erfahrungen in größeren Städten bin ich im Stande, die mir übertragenen Arbeiten solide und geschmackvoll bei billiger Preisberechnung auszuführen. Muster in Zeichnung »N stehen zu Diensten. Hochachtungsvoll I Todes-Anzeige. 9 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mit- I theilung, daß unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Schwiegervater, ■ Bruder, Onkel und Schwager Herr Friedrich Alt 9 nach langem schweren Leiden gestern sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 27. Februar 1894. Die Beerdigung findet Mittwoch den 28. Februar, Nachmittags I 4 Uhr, vom Sterbehaus, Asterweg 17, aus statt. [1719 I SausbuMe. dauernde Stellung bet gutem Lohn. Näheres Bahnhofstraße 59.______[1740 1734] Ein braver Junge in die Lehre gesucht. Theodor Waldschmidt, ___________Spengler und Installateur. 17421 Ein Schretnergeselle erhält dauernde Arbeit H. Sack, Schreinerm 1736] Ein Schneidergeselle und ein Lehrling gesucht. _________P. Jaeobi, Altcesttaße 28. Für Schneider. 1732] Tüchtiger Arbeiter gesucht. __________________«sterweg 22. 1700] Eine «indersrau ob. -Frün« lein per 1. April oder 1 Mai gesucht. Näheres bei Frau Hüttenberger, SelterSweg 67._______________________ j -1745] Ein gut empfohl- Mädchen für Küche und Hausarb aus Ostern gesucht. Frau «. Kutscher BiSmarckstr. 20. 1735] Kindermädchen nicht unter 16 Jahren zum 1B. Marz gesucht. ________________Neuenweg 39, 2. St. 1707] Ein sol. reinl. Mädchen f. d. ganzen Vorm. ges. Wo? sagt die Exped. Tüchtige Knechte - , Stallschweizer, »leinknechte. Dienst- junge« rc. (brauchbare deutfchredende ! Leute vom Lande) vermittelt in Jahres» lohn überallhin schnell und billiger als ländere Agenten Rievenstahl, Ver- mtethungScomptoir, Berlin, Gr. Ham- burgerstr. 16. Näheres auf gefl. Anfrage Feuerversicherung. 1645] Eine der älteste« und größte« Feuerver sicherungd» Gesellschaften sucht tüchtige Vertreter gegen höchste Provision. Off. eub F. E. 593 an die Exped. d- Bl. ob. an Haasenstein tu Vogler, U.»G., Frankfurt a. M. Btbstttea; & Ächrtztzu. — Druck und Verlag h« Brühl'sch« Druckerei (Fr. Ehr. Pietschs in Meßen' Are heutige Dummer umfaßt 6 Seite».