Nr. 278 Erstes Blatt. Dienstag den 27. November 1894 Der chießtner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Itamikienvtätter werden dem Anzeiger Hvökhentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger Avountmentspreisr 2 Mark 20 Psg. mit Dringerlohn. Durch die Post bezogt« 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstrahe 7lr.7. Fernsprecher 51. Zlints- und Anzeigeblatt für den 16rcU Gietzen. P Hratisöeitage: Gießener Aamikienökätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolff« telegraohtsche« Korrespondenz-Bure« Berlin, 25. November. DaS Kaiserpaar begab sich zum heutigen Todtensonntag nach Potsdam in die Friedenskirche und legte am Sarge Kaiser Friedrichs einen kostbaren Kranz nieder. . . . , Berlin, 25. November. Es verlautet, P r i n z F r i e d r t ch Leopold begebe sich Mittwoch nack Weimar, um den Kaiser bei der Beisetzung deS Erbgroßherzogs zu vertreten. Rom, 25. November. In der vergangenen Nacht wurde in Reggio wiederum ein wellenförmiger Erdstoß verspürt. Wie ferner auS Messina gemeldet wird, wurden dort NachtS zwei schwache Erdstöße wahrgenommen, denen ein starker kurzer Centralstoß voranging. Der Bevölkerung bemächtigte sich neuerdings eine Panik. London, 25. November. Eine Meldung des „Reuter schen Bureaus" aus Shanghai von heute bestätigt wiederholt die Einnahme von Porth Arthur. Die Japaner ver- loren dabei zwei biß dreihundert Todte und Verwundete. Die Verluste der Chinesen sind noch unbekannt. Einer weiteren Drahtmeldung zufolge werden die japanischen Truppen von Port Arthur wieder eingeschifft, man weiß aber nicht, nach welchem Bestimmungsort. Petersburg, 25. November. Anläßlich der am Montag stattfindenden Hochzeit wird Montag oder Dienstag ein Manifest erscheinen- zahlreiche Gnadenacte, Erläfie von Steuerrückständen, Strafen rc. werden erwartet. Petersburg, 25. November. Die Kaiserlich russische musikalische Gesellschaft eröffnete eine Subscriptton zu einem Grabdenkmal für Anton Rubinstein. Die Beerdigung Rubinsteins erfolgt auf Staatskosten. Petersburg, 25. November. Anläßlich der morgen stattfindenden Vermählung des Kaisers werden die Truppen auf beiden Seiten des Newski-Prospects, auf einem Theile der großen Morskaja und auf dem Winterpalais-Platze vom Palais des Großfürsten Sergius Alexandrowitsch bis zum Winterpalais Spalier bilden. Da die kaiserliche Braut sich vom Palais ihres Schwagers, des Großfürsten Sergius Alexandrowitsch, in das Winterpalais begibt, werden sich vor ersterem Palais die an dem Brautzuge theilnehmenden Schwadronen des Leibgarde-Husaren-Regiments des Kaisers und des Leibgarde-UlaneN'Regiments aufstellen. Die Ehrenwache bei dem Palais des Großfürsten Sergius stellt daö Cadre-Bataillon des Leibgarde-Reserve-Jnfanterie-Regiments, dessen Chef der Kaiser bereits als Großfürst war. Auf dem linken Flügel der Ehrenwache, welche mit Fahnen und Musik ausrückt, nimmt das PagencorpS des Kaisers Aufstellung und ihm gegenüber das Alexander-Cadetten-Corps. Ferner bilden Spalier die verschiedenen Truppentheile und die Zöglinge der Militär-Lehranstalten. Die Mannschaften erscheinen in Paradeuniform mit grauen Mänteln ohne Trauerabzeichen. Morgen wird auch in allen evangelischen Kirchen Rußlands Festgottesdienft stattfinden. Deutscher Reich. Berlin, 24. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet: Einer Drahtnachricht der „Voss. Ztg." auS London zufolge hätte der auS Queenstown von Australien angekommene Postdampfer „Adriatic" die Nachricht von dem AuSbruch eines Aufstandes unter den Eingeborenen auf allen Inseln um Neuguinea überbracht. Allenthalben seien die Europäer ermordet und die Handelsstationen eingeäschert. An den zuständigen Stellen hier liegt, wie wir erfahren, eine Bestätigung dieser Nachricht nicht vor. In der mitgetheilten Form klingt sie auch nicht wahrscheinlich. — DieDorlage, betr. dieBekämPsung derUm- sturzb estrebungen, wird offenbar der politisch bei Weitem belangreichste gesetzgeberische Stoff der herangenahten Reichstagssession werden. Denn es ist zweifellos, daß die verbündeten Regierungen bemüht sein werden, eine Mehrheit für diese wichtige Vorlage zu gewinnen, welche gewünschte Majorität aber bei der eigenartigen Zusammensetzung des gegenwärtigen Reichstages noch ein sehr unsicheres Ding ist. Sollte daö Parlament nun das „Umsturz-Gesetz" ablehnen, so wäre es leicht möglich, daß regierungsseitig mit einer Auflösung des Parlaments geantwortet würde, so daß sich noch vor dem Zusammentritte des Reichstages die Aussicht auf neue innere Krisen sehr ernster Natur eröffnet. Inzwischen ist die genannte Vorlage seitens der BundesratheS bereits den zuständigen Ausschüssen überwiesen worden und kann man mit Bestimmtheit auf die Erledigung der Vorlage im Bundesrathe bis zum Beginne der Reichstagssession rechnen, da eS sich nach neueren Berliner Meldungen in der That bestätigt, daß dem Reichstage einstweilen nur dieser Gegenstand zugehen soll. Der Etat und die Vorlage über die Tabaköfabrikatsteuer werden dem Reichstage erst zu einem späteren Termine zugehen. Der Abschnitt der Session vor den Weihnachtsserien würde also vollständig für die Generaldebatte über den die Bekämpfung der Umsturzbestrebungen betreffenden Entwurf zur Verfügung stehen und sind hierbei sicherlich ebenso heftige wie intereffante Wortkämpfe im Reichstage zu erwarten. — Der Brude rzwi st im socialdemokratischen Lager, der auf dem Frankfurter Socialistentage so grell hervortrat, nimmt immer schärfere Formen an. Die Wortführer der norddeutschen und der süddeutschen Socialdemokratie befehden sich gegenseitig durch Kundgebungen in Versammlungen und in der Parteiprcffe mit steigender Erbitterung und Rücksichtslosigkeit, alle möglichen Vorwürfe wirft man einander an den Kopf. In einer der letzten Nummern des „Vorwärts" erklärt Bebel, offenbar im Zustande höchster Gereiztheit, er werde die von Vollmar herrührendcn Artikel nach der vollständigen Beendigung dieser Angriffe beantworten, mit Grillenberger laffe sich überhaupt nicht sachlich discutiren. Für solche Auslassungen, wie sie im „Volkswillen" veröffentlicht worden seien, habe er, Bebel, nur ein verachtungsvolles Schweigen. Nun sind die „Süddeutschen" wieder an der Reihe! — In Württemberg werfen die im nächsten Jahre bevorstehenden Landtagswahlen bereits ihre Schatten voraus. Vor Kurzem ist schon die Volkspartei mit ihrem Wahlaufruf auf dem Plane erschienen und ist ihr jetzt die deutsche oder die nationalliberale Partei mit einer gleichen Kundgebung nachgefolgt. Da sich an den bevorstehenden Landtagswahlen einerseits die neugegründete württembergische Centrumspartei, andererseits die württembergischen Socialdemokraten kräftig betheiligen wollen, so kann man dem Ausfälle der württembergischen Wahlen auch im übrigen Deutschland mit Jntereffe entgegensehen. Frankfurt a. M., 24. November. Wie die „Franks. Ztg." aus Petersburg meldet, werden die russischen Truppen an der Grenze von Korea erheblich v erst är k t. Zahlreiche Offiziere ans dem europäischen Rußland werden dorthin geschickt. Aus Petersburg allein sind bereits 72 abgereist, darunter zwölf Offiziere der Artillerie. Es verlautet, das dortige Heer werde auf fünf Divisionen gebracht. Kiel, 24. November. Se. Majestät der Kaiser verlieh durch Allerhöchsten Erlaß vom 7. November dem Dichter Klaus Groth die große goldene Medaille. Königsberg i. Pr., 24. November. Auf das Telegramm des Vereins der ostpreußischen Landwirthe an Se. Majestät den Kaiser ist folgende Antwort eingegangen: „Se. Majestät lassen für den Huldignngs grüß der zur Feier des fünfzigjährigen Jubiläums des ostpreußischen landwtrthschaft- lichen Centralvereins versammelten Landwirthe bestens danken und dem Verein auch für die Zukunft einen gesegneten Erfolg seiner Thätigkeit wünschen. Auf Allerhöchsten Befehl. FucanuS." Weimar, 24. November. Die Leiche des Erb- großherzogs trifft DienStag Abend 6 Ahr in Bebra ein und wird dort durch Vertreter der obersten Hof-, StaatS- und Militärbehörden empfangen. Die Leiche trifft Abends gegen 9 Uhr in Weimar ein, wo sie auf dem Bahnhofe durch den Großherzog und die Prinzen erwartet wird. Darauf erfolgt die feierliche Uebersührung nach der Hofkirche und die Einsegnung im Kreise der Mitglieder der fürstlichen Familie. Ueber Mittwoch bleibt die Leiche in der Hofkirche aufgebahrt- Donnerstag erfolgt die Betsetzung in der Fürstengruft. des Großmüthigen: dem ordentlichen Professor an der Landesuniversilät Ur. Hermann Siebeck zu Gießen, dem ordentlichenProfeffor anderLandeSuniversitätvr.PaulJörS zu Gießen, dem Oberamtsrichter Michael Bauer zu Bad- Nauheim, dem Oberforstmeister des ForstamtS Grünberg Karl Thaler zu Gießen. — Das Ritterkreuz II. Klasse deS Verdienstordens PH ilipps deS Großmüthigen. dem Rentner, Beigeordneten Karl Jaeger zu Schlitz- dem Districtseinnehmer der Districtseinnehmeret Gießen II, Rendanten Heinrich Stroh, dem Hauptsteueramtsrendanten bet dem Hauptsteueramt Gießen Johannes Dern. DaS Silberne Kreuz de S Verdienstordens Philipps des Großmüthigen dem Taubstummenlehrer Karl Heiland zu Friedberg, dem Gemeinde- und Klrchenrechncr Christian Leidisch II. zu Grüningen, dem Dirigenten des Kurorchesters zu Bad-Nauheim, Musikdirector Karl Machte, dem Stationsvorsteher Karl Lenz zu Großen-Buseck, dem unberittenen Wachtmeister Johannes Lang und dem Fuß- gendarmen Heinrich Peter Bach im Gendarmerie - Distrikt Oberhessen. — Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste : dem Gefangenwärter Johannes Jaeger zu Schlitz, dem Waldarbeiter in dem Laubacher Gemeindewald Peter Günther zu Laubach, dem Gemeindeforstwart Kaspar Balser zu Steinbach, Oberförsterei Schtffenberg, dem Salinenarbeiter bei der Saline Bad-Nauheim Christian Mörler II., dem Holzsetzer Johannes Weiß II. zu Strebendorf. — Da« Comturkreuz II. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Bade-Commiffar, Oberst z. D. Friedrich Arnold Hofmann zu Bad-Nauheim. — Das Allgemeine Ehrenzeiche n für treue Dienste: dem Forstwart der Forstwartei Rainrod, Förster Nicolaus Wolf, dem Zugführer bei den Oberhessischen Eisenbahnen Friedrich Stork zu Gießen, dem Weichenwärter bei den Oberhessischen Eisenbahnen Ludwig Röder zu Grünberg, dem Bahnwärter bei den Oberhessischen Eisenbahnen Johannes Wagner. — Ferner wurde ertheilt: dem ordentlichen Proseffor an der Landesuniversität Dr. Albrecht Thaer zu Gießen der Character als Geheimer Hofrath, dcm Rechtsanwalt Dr. Georg Schwarz zu Gießen der Character als Juftizrath, dem Kaufmann und Mitglied der Kammer für Handelssachen Georg Wortmann zu Gteßen, dem Bankier und Mitglied der Kammer für Handelssachen Siegmund H eichelheim zu Gießen, dem Fabrikanten und Mitglied des Provinzialausschusses der Provinz Oberheffen Karl Trapp zu Friedberg der Character als Commerzienrath, dem ersten Beamten bei dem Salinen- und Bergamt Bad- Nauheim und Vorstand der Badedirection daselbst, Bergrath Otto Weiß, der Character als „Geheimer Bergrath", dem Districtseinnehmer bei der Districtseinnehmerei Schotten Philipp Reitzel der Character als „Rendant", dem Haupt- kassier bei den Oberhessischen Eisenbahnen Jacob Kreuder zu Gießen der Character als „Rechnungsrath", dem Forst- wart der Forstwartei Großen-LindenJohannesMengeS der Character als „Förster". ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Grotz- herzog haben Allergnädigst zu verleihen geruht: das Comthurkreuz II. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen: dem Kaiserlichen Baurath Dr. Paul Wallo t in Dresden. •• Oeffentliche Sitzung des KreiSansschuffes deS Kreises Gießen am 24. November 1894. 1. Gesuch des Ludwig Muhl zu Großen-Ltnden um Concession zum Betriebe einer Schank- wirthschaft. Das Gesuch deS p. Muhl ist sowohl vom KreiS- alS auch vom Provtnzial-AuSschuffe mehrmals abschlägig be schteden worden, zuletzt wurde deffen Ablehnung unterm 3. d. M. vom Kreisausschuffe beschlossen. In der heutigen Verhandlung führte Gesuchsteller als neues Moment zur Begründung des Bedürfnisses an, daß in der Bahnhofstraße vier weitere Wohngebäude erbaut worden seien und daß die Kopfzahl der Bewohner gedachter Straße nunmehr auf etwa 160 angewachsen sei. Der KreisauSschuß beharrte bei seiner Ablehnung und setzte dem p. Muhl die Kosten sowie einen Aversional« betrag von 3 Mark zur Last. — 2. DaS gleiche Gesuch des Heinrich Weimer II. zu Daubringen hatte der KreiSausschuß in seiner nichtöffentlichen Sitzung vom 3. d. M. abschlägig beschieden, worauf Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt wurde. Gesuchsteller begründete daS Bedürfniß damit, daß nur drei Wirtschaften vorhanden, diese an Sonntagen meist überläßt und im Laufe der letzten Jahre auch zwei Wirthschaften eingegangen seien. Dem Gr. Bürgermeister ist die behauptete Ueberfüllung nicht gerade bekannt, wenn derselbe auch zugab, daß dieS zuweilen auch einmal vorkommen könne. Die ConcessionSertheilung wird wiederum abgelehnt und werden dem Gesnchfteller die Kosten sowie 2 Mark Aversionalbetrag Alle Annonccn-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" enigegen. Drprschm deß Bure« »Herold^ Amsterdam, 25. November. Die Regierung erhielt heute folgendes Telegramm auS Lombok: Eine Colonne holländischer Truppen ist gestern nach Saffari abgegangen, um die Familienmitglieder des RadjahS gefangen zu nehmen. Dieselbe stieß auf balinesische Truppen und es entwickelte sich ein Gefecht, in deffen Verlauf mehrere balinesische Häuptlinge gerbtet wurden. Die Holländer haben 2 Todte und 13 Verwundete aufzuweisen. Der alte Radjah wurde mit drei Mitgliedern seiner Familie nach Batavia abgeschickt. fteakc nttö Provinzielle, Gießer», den 26. November 1894. ♦* Anläßlich des Geburtstages Er. König!. Hoheit des Großherzogs wurden an nachbenannte Personen die nachstehend bezeichneten Auszeichnungen verliehen: Das Ritter- kreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps auferlegt. — 3. Gleiches Gesuch deS Johannes Volkert zu Alten-Buseck. Wie in den beiden ersten Fällen hatte der Kreisausschuß unterm 3. d. M. die Ertheilung der fragl. Concession abgelehnt, worauf von Setten deS Vertreters — Rechtsanwalt Jost — mündliche Verhandlung beantragt wurde. Begründet wird die Bedürfntßfrage im Wesentlichen damit, daß sich in unmittelbarer Nähe eine Ctgarrenfabrik befinde, deren Arbeiter den Wirthschaftsbetrieb wünschten, und daß die nächste Wirthschaft von Vogel namentlich im Sommer öfters geschlossen sei. In der fraglichen Straße hätten früherhin vier weitere Wirthschaften bestanden, ein Bedürfntß zur Errichtung einer zweiten Wirthschaft in jener Straße liege darum gewiß vor. Ein auf Veranlaffung von der Firma EmmeliuS anwesender Vertreter derselben erklärt, daß in der Ctgarrenfabrik zu Alten-Buseck zusammen etwa 150—160 Personen, darunter vielleicht 20 Fremde, beschäftigt seien. Für diese Arbeiter sei ein Bedürfniß zur Errichtung der neuen Wirthschaft nicht vorhanden, die Leute aus dem Orte könnten nach Hause gehen, die Firma Emmeltus wäre bereit, die Arbeitspausen von 20 auf 30 Minuten zu erweitern. Der Kreisausschuß beschloß, die nachgesuchte Con- cessiou wiederholt zu versagen, dem Gesuchsteller auch die Kosten des Verfahrens und einen Aversionalbetrag von 3 Mk. zur Last zu setzen. * • Theater-Verein. Auf Veranlassung deS Vorstandes des Theater-Vereins hat sich die Gießener Omnibus- Gesellschaft bereit erklärt, am Schluß der Vorstellung nach fünf verschiedenen Richtungen hin Wagen fahren zu lassen, und zwar Wagen Nr. 1 über Kreuz—Seltersweg— Bahnhof,kWagen Nr. 2 über Markt—Bahnhofstraße—Bahnhof, Wagen Nr. 3 über Markt—Schulstraße—Grünbergerstraße, Wagen Nr. 4 über Wallthor—Ostanlage—Südanlage—Westanlagen, Wagen Nr. 5 über Markt—Kreuz—Neuenweg — Ludwigstraße. Der auf 20 Pfg. festgesetzte Fahrpreis ist in Anbetracht der späten Stunde und da derselbe gleichzeitig dazu dienen soll, den geplagten Beamten der Omnibus- gesellschaft eine Extravergütung zu verschaffen, ein durchaus angemessener. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, fahren schon am Mittwoch Abend (Strakosch-Vorlesung) die Omnibusse die angegebenen Touren. Ueber Alexander Strakosch lesen wir in der Wiener „Neuen Freien Presse": „Aus Mailand schreibt man uns: Alexander Strakosch, der bekannte Bortragsmeister, hat vor einigen Tagen auch Mailand seine Kunst gezeigt, und zwar im hiesigen Deutschen Sprachvereine, dem auch eine Anzahl Oefterretcher angehört, und der es im sechsten Jahre seines Bestehens auf nahezu 200 meist verheiratete Mitglieder gebracht hat. An beiden Vortragsabenden war der geräumige schöne Saal des „Grand Hotel Continental" dicht gefüllt und der Beifall groß. Besonders packend erwies sich der Vortrag dramatischer ©eenen: der Thurmseene aus den „Räubern", des großen Monologs aus „Faust", verschiedener ©eenen aus „König Lear" und namentlich der berühmten Forumscene aus „Julius Cäsar". Aber auch die kleineren Dichtungen von Heine, Schiller und Copps, die zum Vortrage gelangten, wurden voll gewürdigt. Das gewaltige biegsame Organ des Redners, der, wie gewöhnlich, Alles frei vortrug, und seine ausdrucksvolle Geberdensprache machten großen Eindruck,- bisweilen freilich schienen sie fast allzu mächtig für den immerhin beschränkten Raum, was man aber gern der Begeisterung zugute hielt, welche die herrlichen Dichterwerke in dem Vortragenden erregten. Die hiesigen Deutschen würden sich sehr freuen, wenn Meister Strakosch sein Versprechen baldigen Wiederkommens einlöste. * • Das Geschenk, welches die hessischen Städte anläßlich der Vermählungsfeier des Großherzoglichen Paares widmeten, ist fertiggestellt und kommt jetzt im Schaufenster der Hos- silberwaarcn - Fabrik von E. L. Victor in Darmstadt zur Ausstellung. * * Unvorsichtig. Am Donnerstag Abend fuhr ein Knecht mit einem Bterwagen durch die Etsenbahn-Barrivre in der Frankfurterstraße, bevor dieselbe vollständig geöffnet war. Er riß mit seinem Wagen einen Theil der Barriöre fort und wird sich, wenn auch nicht wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports, so doch wegen Sachbeschädigung zu verant- Worten haben. * * Ausgeruckt. In verflossener Nacht entfernte sich heimlich aus seiner Schlafstelle, und zwar durchs Fenster, ein Arbeiter und nahm seinem Schlafcoüegen unter Anderem die Taschenuhr mit. Der Dieb wurde am Bahnhofe noch erwischt und verhaftet. Die gestohlenen Sachen fanden sich «och in seinem Besitz. * * Eine Keilerei, die eine Anzeige wegen Körperverletzung nach sich zieht, fand in verfloffener Nacht in der Westanlage statt. * • Verhaftet wurde am vorigen Samstag ein von Darmstadt aus verfolgter Arbeiter wegen Diebstahls und ein junger Bursche aus Wteseck wegen Betrugs rc. * * Diebstahl. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag haben Diebe wiederholt der Ackermann'schen Cigarrenfabrik einen Besuch abgestattet und ca. 9—10000 Cigarren entwendet. Den Weg nahmen dieselben durch ein offenstehendes Fenster von der Gartenseite aus. * * Betrug. Ein Ehepaar eines benachbarten Dorfes wurde in letzterer Zeit durch einen r af f intrten Betrüger arg gerupft. Dasselbe hat einen Sohn, der Kaufmann gelernt, und sich in der Fremde befindet. In langer Zeit hatte der in der Fremde, unbekannt wo, weilende Sohn nichts von sich hören lassen, bis eines Tages ein Brief aus Oesterreich eintraf, worin er mittheilte, er sei krank und stellenlos und brauchte Unterstützung, die ihm daraufhin auch von den Eltern in vollem Maße gewährt wurde. Von jetzt ab trafen regelmäßig Briefe ein, auch eine Rechnung über VerpflegungS- kosten in einem Krankenhause und alles wurde prompt berichtigt. Vor einigen Tagen nun traf ein Brief vom richtigen Sohn ein, worin er feinen Eltern mittheilte, daß er sich in guter Stellung befinde und daß es ihm nach wie vor recht gut gehe. Die Eltern, sehr erstaunt, auf einmal zwei Söhne in der Fremde zu haben, theilten der Polizei die Sache mit und wurde der Pseudo-Sohn, als er wieder um Geld schrieb, verhaftet. Derselbe entpuppte sich als ein geriebener, schon oft bestrafter Betrüger, Namens Jeschke aus Frankfurt a. M. Derselbe hatte sich den Militärpaß des betr. jungen ManneS zu verschaffen gewußt und auf Grund dieses die Betrügereien verübt. * * In Gebrauchsmustern wurde folgende Eintragung vollzogen : Kegelförmige Metall-SchutzhÜlse, oberhalb der Zwingen- fcheibe an Jagdstöcken: Brüder Schmidt, Gießen, 1. 10.94. n Lollar, 25. November. Zn Großherzogs Geburtstagsfeier, welche wegen des gleichzeitigen Todtenfestes still begangen wurde, hatten in Lollar der Bahnhof, die Schule, das Hüttenwerk, die Villa Buderus und das Vereinslocal des Kriegervereins Flaggenschmuck angelegt. Die 5 Krieger- vereine des Kirchspiels marschirten geschlossen und mit wehenden Fahnen zum Gottesdienst nach Kirchberg, in welchem der vielseitigen Bedeutung des Tages als Geburtstag des LandeS- vaters und Höchstdeffen Gemahlin, als Schlußstein deö Kirchenjahres und als Todtenfest gebührende Würdigung zu Theil wurde. Sehr zu Herzen gehend wies der Herr Pfarrer auch darauf hin, daß die Versammelten, speciell die Krieger, an diesem Tage auch ihrer gebliebenen Kameraden sich erinnern sollten, was dadurch bekräftigt wurde, daß die Vereine nach Schluß des Gottesdienstes das gemeinsame Kriegerdenkmal, vor dem Abmarsch, umzogen. Der Verein Lollar trat, nach kurzer Ansprache und einem kräftigen Hurrah, den Rückweg an. Nidda, 22. November. Der Mensch, der den neulich gemeldeten Raubmordversuch im ©chottener Wald verübt hat, ist, nachdem er gestern Abend in das hiesige Amts- gerichtsgefängniß verbracht worden war, heute früh unter starker Bedeckung geschloffen nach Gießen abgeführt worden. Als Weg nach der Bahn wurde der hinter der Stadt her- führende Pfad gewählt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Trotzdem hatte sich eine zahlreiche Menge in der Nähe des Gefängniffes eingefunden. Der Betreffende machte in seinem Aeußeren so recht den Eindruck eines Zuchthäuslers. Sein Opfer, obwohl schrecklich zugerichtet, ist noch am Leben. Darmst. Ztg. Gambach, 24. November. Dem Forstwart der Gemeinde- Forstwartei Gambach, Herrn Eberhard Klein, wurde vom Großherzog aus Anlaß seines am 23. November stattgehabten 50jährigen Dienstjubiläums der Character als „Förster" verliehen. Anläßlich des Jubiläums fand gestern Abend in der Wirthschaft des Herrn Müll ein Festesten statt, woran sich die Forstbeamten von Butzbach und der Umgegend zahlreich beteiligten. A Mainz, 25. November. Ueber die Verwendung des sich auf über 50,000 Mk. belaufenden Überschusses vom elften deutschen Bundesschießen sind einer gestern stattgehabten Sitzung der verschiedenen Ausschüsse folgende Vorschläge gemacht worden: Mk. 34,000 soll die Mainzer Schützengesellschaft erhalten und zwar aus dem Grunde, weil sie sich vor dem Schützenfest bereit erklärt hat, zur Deckung eines etwaigen Deficits Mk. 25,000 beizutragen. Mk. 16,000 sollen wohlthätigen Anstalten zufallen und ferner will man eine dauernde Erinnerung an das Fest schaffen, Über welche der Landesausschuß mit dem hiesigen Verschönerungsverein in Unterhandlung treten wird. — Bei den letzten Manövern der hessischen Truppen hat ein Soldat des 117. Regiments dadurch den Tod gefunden, daß ihm ein einjährig-freiwilliger Arzt aus Versehen statt eines schmerzstillenden Mittels ein Löffel Carbol eingab. Der Arzt ist letzthin von dem Militärgericht fretgesprochen worden- derselbe hat sich aber dem Vater des Verstorbenen gegenüber freiwillig verpflichtet, alljährlich mehrere hundert Mark zu bezahlen. Vermißtes, * Frankfurt a. M., 23. November. Die „Kl. Pr." schreibt: Am Dienstag Abend fand der Kassirer der Reichsbank beim Kaffenabschluß, daß ihm 20,000 Mark fehlten, die er im Laufe des Tages zu viel ausgegeben haben mußte. Die Direction der Bank setzte die Polizei in Kenntniß, die daraushin auf Ersuchen bet einem Ausläufer der Deutschen Genossenschaftsbank, der im Auftrage seiner Bank am Dienstag einen größeren Betrag erhoben hatte, am Mittwoch Morgen Haussuchung vornahm. Inzwischen stellte es sich heraus, daß das Bankhaus D. und I. de Neufville, das am Dienstag 20,000 Mk. bet der RetchSbank erhoben, statt 20,000 Mk. 40,000 Mk. erhalten hatte. Der Kassirer des Bankhauses sand diesen Jrrthum erst am Mittwoch Vormittag und benachrichtigte dann sofort die Reichsbank. * BreSlau, 24. November. Wie der „Brest. General- Anzeiger" meldet, lauerte heute früh 8 Uhr der 22jährige Maler Teich ert auS Liegnitz in einem dunklen Hausflur in der Albrechtstraße hierfelbft dem Geldbrtefträger Hübner auf und versetzte demselben mit einem Mester mehrere Stiche- darauf versuchte er, dem Briefträger feine Geldtasche zu entreißen. Auf das Hilfegeschrei des Letzteren eilten Leute herbei und es gelang, den Thäter festzunehmen. Der Geldbriefträger trug eine bedeutende Summe bei sich. * Hamburg, 24. November. In Boberg bei Bergedorf ist in der vergangenen Nacht ein Bauernhaus vollständig nieder geb rannt. Aus den Trümmern wurden heute bte verkohlten Leichen der drei alten Bewohner des Hauses, Namens Schreck, Perschen und Klingenberg, hervorgeholt. Auch Vieh ist verbrannt. Man glaubt allgemein, daß Raubmord und Brandstiftung vorliegt. Bon dem Thäter fehlt jede Spur. Vor Ausbruch des Feuers wurde in dem Hause Licht bemerkt. ’ Die Liebigs Fleifch-Exttact Compagnie London hat eine Vereinbarung mit der Compagnie des Produits Kemmerich in Antwerpen dahin getroffen, daß letztere ihre Fleisch Extract- und Pepton-Fabriken in Santa Elena und San Javier der Compagnie Liebig zu ausschließlicher Benutzung zur Verfügung stellt. Mit kommendem Jahr wird die Compagnie Liebig auch dort unter Leitung von aus Fray Bentos entsandten Kräften in bisheriger bewährter Weife und genau nach den Vorschriften deS Erfinders, Baron Justus von Liebig, die Herstellung von Fleisch Extract für ihre eigene Rechnung beginnen. Gleichzeitig übernimmt die Compagnie Liebig die Herstellung und spätestens am 1. Juli 1895 den Vertrieb deS Professor Dr. Kemmerich'schen Fleisch Peptons, um auch die für diesen Artikel bestehende Nachfrage befriedigen zu können. Näheres über die Vereinbarung, die angesichts der grasen Verbreitung des Liebigs Fleisch Extrakts das Interesse der weitesten Kreise erregen wird, finden unsere Leser im Anzeigentheile des heutigen Blattes. * Eine schreckliche Hochzeitsfeier fand am Donnerstag in der Behausung des in der Reinickendorferstraße zu Berlin wohnhaften Rentiers E. statt. Dort wurde die Hochzeit der einzigen liebreizenden Tochter mit einem jungen Eisenbahn- beamten ans Stettin gefeiert. Wirth und Gäste befanden sich in der fröhlichsten Stimmung, als gegen Mitternacht der Hochzeitsvater anfing sich zu beklagen, daß er nach dem Scheiden seines Kindes nun ganz allein dastehen würde- diesen Klagen folgten Vorwürfe gegen den Schwiegersohn- die Vorwürfe endeten in einer Fluth von Schmähungen gegen den jungen Mann. In eine immer heftigere Erregung geratend, packte er schließlich den Schwiegersohn und suchte ihn zu erwürgen. Die Gäste bemerkten mit Schrecken, daß sie es mit einem plötzlich irrsinnig Gewordenen zu thun hatten. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es, den Bräutigam dem Tobsüchtigen zu entreißen, dessen Hände wie Eisenklammern seinen Hals umschlungen hielten. AIS man E. endlich von seinem Opfer getrennt hatte, zerschlug er Tische und Stühle und warf durch die zertrümmerten Fenster Alles, was er nur erlangen konnte. Die Anstrengungen, den herkulisch gebauten Mann zu bewältigen, erwiesen sich als vergeblich. Seine Kräfte waren ins Kiesige gewachsen, und gleich einem wilden Thiere schlug und biß er um sich, so daß man sich ihm nur mit äußerster Gefahr nähern konnte. Durch den entstandenen Lärm war das HauS, ja selbst die Straße in einen förmlichen Aufruhr geraden. Von den Hausgenossen herbeigeholt, erschien schließlich die Polizei an der Stätte des Schreckens und Entsetzens, aber erst den Anstrengungen und dem muthigen Vorgehen von vier kräftigen Beamten gelang es, den Rasenden zu fesseln und mittels Droschke nach der Jrrenstation der Charitee zu Überführen. * Ein technisches Kunststück wurde am Dienstag in Straubing in Anwesenheit des kgl. Oberbaudirectors v. Siebert und des kgl. Oberbaurathes Matthels durch die Maschinenbau-Actiengesellschast Nürnberg, vormals Kramer- Klett, unter Leitung des Directors der Gesellschaft Herrn Rieppel ausgeführt. Es wurde nämlich die ganze, 90 Meter lange hölzerne Brücke über die Donau von ihrem bisherigen Standort auf einen 15 Meter weiter flußabwärts gelegenen verschoben. Der Zweck dieser Arbeit war: die alte Brllcken- stelle zur Erbauung einer neuen Brücke frei zu machen und die alte nun seitlich verschobene Brücke während der Erbauung der neuen als NothbrÜcke zu benützen. Die Vorarbeiten hierzu hatten schon im Juli begonnen und bestanden in der Herstellung von starken hölzernen Gerüsten, auf welchen die jetzige Brücke auf ihre neuen Stützen, die ebenfalls von Holz gebaut sind, verschoben werden sollte. Die Brücke wurde auf kleine, eiserne Rollenwagen gesetzt, welch letztere auf Eisenbahnschienen liefen und durch. Winden angetrieben wurden. Die Verschiebungs-Arbeiten begannen Morgens 9 Uhr und waren Mittags 3 Uhr beendet, sie dauerten mit Abrechnung der den Arbeitern belassenen Erholungspausen 4Vz Stunden. Das ganze Brückengewicht beträgt ungefähr 6000 Gentner. Um diese bedeutende Last von der Stelle zu schieben, waren nur 20 Arbeiter erforderlich. Schon Frühmorgens hatte sich eine große Anzahl Schaulustiger an der Baustelle eingefunden, um dem höchst seltenen Vorgänge beizuwohnen. Begreiflicherweise hat dieses seltene Ereigniß auch im Kreise der Techniker das regste Interesse hervorgerufen, und waren schon Tags vorher eine große Anzahl Ingenieure aus allen Richtungen herbeigeeilt. * Ein Duell, bei dem die Secundanten verwundet werden, ist fein alltägliches Ereigniß. In einem kleinen ungarischen Orte hat sich der merkwürdige Fall zugetragen. Bei einem Zweikampfe versagte die Waffe des einen der beiden Duellanten, worauf die Secundanten die Pistole übernahmen, um sie zu untersuchen. Dabei zersprang der Lauf und beide Secundanten wurden an den Händen verwundet. Das „Duell" war damit beendigt und die beiden Gegner verließen unberührt den Kampfplatz. Schiffsnachvichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 24. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Saale, Capt.fH. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13. November von Bremen und am 14. November von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Eingesandt. Gießen, 26. November 1804. Die von allen Schichten der Bevölkerung freudig begrüßte Einrichtung einer Omnibus-Berbindttng in hiesiger Stadt kann begreiflicherweise nur dann extsttren, wenn sie von den Interessenten — und das sind alle Emwohner von Gießen — wirksam unterstützt wird. Wir bemelken, daß nach dem Jubel der ersten Wochen der Verkehr innerhalb der Stadtgrenzen auf ein Minimum gesunken ist, und diese Gleichgültigkeit gegen ein so bedeutsames und wichtiges Unternehmen ist um so auffallender, als an den Geldsäckel des Einzelnen doch nur die geringe Anforderung gestellt wird, wöchentlich ein paar Ntckelstücke zu opfern. Jeder, dem die fortschreitende Entwicklung unsrer Stadt am Herzen liegt, sollte in seine Ausgaben einen kleinen Betrag aufnehmen, um die OmnibuS-Gesellschaft zu unterstützen und damit ihr Fortbestehen zu sichern. Gießen ist auf dem Wege, sich in die Reihe der größern Städte zu stellen, mögen die Einwohner den Beweis liefern, daß ein so nützliches Institut, wie die OmnibuSgesellschast, vom Opierwillen Einzelner ins Leben flerufcn, von der Geiammtbeit unterstützt und gehallm wird. Wir h "en, daß dieser Appell nicht ungehört verhallt. Citerahir und ICnttfL Der «uderapparat de» Deutsche« Kaisers ist in dem ivucn (9.) Hette der lUuftnrten Famtlienzettschrtit „Für Alle Welt" (Berlin W., Deutsches VcrlagShauS Bona L Co., Preis des Vierzehn» tagShefieS 40 Pfg) beschrieben und abgebtldet. Kaiser Wilhelm- Interesse für den Rudersport ist bekannt, weniger dagegen, daß er sich von dm practtschen Arzte Dr. Ewer in Berlin einen Apparat d-tt construtren lasten, an dem er täglich Mu»kelübungen vorzu- nehmen pflegt. Der Apparat gleicht dem mittleren Thetle etneS Rennbootes, er ist dementsprechend mit einem in Schienen laufenden Rollsitz und mit einem verstellbaren Fußbreit ausgestaltet. Der elastische, allmählich zu überwindende Widerstand des WasterS wird durch den der Luft ersetzt. DaS Ruder, daS durch drei Kugelgelenke nach allen Richtungen hin geführt werden kann, wirkt bei der Ruderbewegung auf einen in einem Mcsfingrohr gehenden Kolben; ein ver stellbarer Schlitz in dem Messingrohr gestattet die Lustreguliiung; je größer die Ocstnung, desto mehr Lust kann unter die Kolben dringen und um so leichter ist die Arbeit. Der Drehpunkt dcS Ruders kann auch verändert werden, und hierdurch erzielt man gletchsallS eine Regulirurrg der Arbeitsleistung, die sich steigert, je mehr die Drehpunkte genähert werden. Den Rückgang des Ruders erleichtert eine Spiralfeder. Die geleistete Arbeit läßt sich sehr leicht berechnen; man hat nur rrothig, einen Manometer auf eine im Messingrohr vorgesehene Oeffnung zu schrauben und den Ausschlag zu notiren; da die Kraft der Spiralfeder bekannt ist. sind alle für die Berechnung erforderlichen Daten vorhanden. Der Kaiser hat sich über den wohlthätigen Einfluß dieser Körperübung auf fein Befinden wiederholt und anerkennend ausgesprochen. — Soeben ist der 84. Jahrgang de« so beliebten und weitverbreiteten SeskeS Schreib «ndGeschäftS-KalevderS erschienen. Als pract'fchftev Rottzbuch für Jedermann bietet er: 1 Kalender und Notizenblätter für alle Tage des Jahres, 1 Kalender der Juden, 1 Kastabuch, die Jnteresten-Rechnung von 3 bis 6pCt., Umrechnungstabellen von 6 verschiedenen Wäbrungen in die jetzige Deutsche Reich«- «ährung, Dielt wichtige und höchst interessante, im Geschäfttzleben wohl zu verwendende Notizen, IPost- und Gebühren-Tarif für Telegramme, 1 ausführlichen DerloosungS - Kalender, sowie sehr verwerthdare statistische Notizen in Betreff deö ÄroßberzogthumS Hessen und schließlich 1 ausführliche Genealogie des Regenten und aller hohen fürstlichen Häuser u»d zwar olleS die» — sauber und solid gebunden — zu dem Preis von Mk. 1.25, zu welchem daS handliche Büchlein in raschen-Foimat durch jede Buch und Papierhandlung, sowie von dem Verleger — 6. W. LeSke in Darmstadt, Promenaden-Straße Nr. 5 — zu beziehen ist. — Sociale» Shrisicntbum, Vorträge und Aussätze über die großen Fragen der Gt von JuliuS Werner, Pfarrer in Bkckendo.f (früher in Hohenthurm bet Hall,) (Ladenpreis 3 Mk, in Ganzleinen gebunden 4 Mk.). Eine vortreffliche Schrift, welche von allen Denen, die sich um das Volks Wohl zu kümmern haben, gelesen zu werden verdient. Spitlplatt der vereinigten frankfurter Ltadttheatcr vperndauS. Dienstag den 27. November Glöckchen des Eremiten. Mittwoch den 28. November. Obersteiger. Donnerstag den 29. November: Figaros Hochzeit. Freitag den 30. November geschlossen. Samstag den 1. Dccember: Tannhäuser. Sonntag den 2. December, Nachmittags 3% Uhr: Obersteiger. Abends 7 Uhr: Martha. Schauspielhaus. Dienstag den 27. November: Die Kameraden. Mittwoch den 28. November: Don Carlos. Donnerstag den 29. November: Schmetterlingsfchiacht. Freitag den 30. November: Vasanta- sena. SamStag den 1. Dec/„ - 2337 qm Acker daselbst, Flur 18 Nr. 23»/io — 2082 qm Acker daselbst, Flur 18 Nr. 24»'/.oo - 1712 qm Acker daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 12. November 1894. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A.: Bogt. 8924 Versteigerung. Mittwoch den 5. December l. I., Nachmittag- 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlocal, SelterSweg.11, gegen Baar- zahlung: 1 Clavier, 1 Eisschrank, 1 Berticow, 1 Nähmaschine, 1 Oelgemälde, SophaS, Commode, Kleider- und Küchenschränke, 1 Regulateur u. a m. Gießen, den 26. November 1894. 9638 Mulch, Vollziehungsbeamter. Submission. Die Füllung des Ciskellers in den Gr. neuen Kliniken soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf demVerwaltungSbüreau genannter Anstalt Nachmittags von 3—6 Uhr eingesehen werden. Offerten sind bis Freitag den 30. Novbr. 1894, Mittags 12 Uhr, dahier einzureichen. Gießen, den 19. November 1894. Großh. Direktion der neuen Kliniken. 9537 RESTE unserer sämmtl. Artikel, besonders von Baumwoll-Flanellen, Leinen und Halbleinen, Weißen Hemdentuchen, Bettzeugen, Handtuchdrellen, Schürzenzeugen, Druckzeugen, Cattunen re. verkaufen wir bis Weihnachten zu bedeutend ermäßigten Preisen. 9623 C. Röhr & Co. — 6242 qm Acker 3825 qm Acker da- 8400 qm Acker da, Bekanntmachung. Die Liebig s Exlracl of Meat Company, Limited, London, bringt hierdurch zur Kenntniß, daß sie — veranlaßt durch die stetig wachsende Nachfrage für ibr Aleisch-Cx- tract, zu deren Befriedigung die auSgedeinten Fabriken zu Kray BentoS sich aus btc Dauer als unzureichend erweisen dürften — eine Vereinbarung mit der Compagnie des Prodnits Kemmerich, Antwerpen, in der Weise getroffen hat, daß Letztere ihre Aicisch-Cxtract- und Pepton- Fabriken in Sta Clena und Tau Javier der Compagnie Liebig zu ausschließlicher Benutzung zur Verfügung stellt. Mit kommendem Jahr wird die Compagnie kiebig auch dort unter Leitung von aus Aray Bentos entsandten Kräften in bisheriger bewährter Weise und genau nach den Vorschriften des Erfinders, Baron Justus von Liebig, die Herstellung von Aleisch-Cxtract für ihre eigene Rechnung beginnen. Gleichzeitig übernimmt die Compagnie Liebig die Herstellung und spätestens am 1. Juli 1895 den Vertrieb des Prof. Dr. Kennnerich'schen Fleisch Peptons, um auch die für diesen Artikel bestehende Nachfrage befriedigen zu können. Wie das Fleisch-Cxtract, wird auch in Zukunft das von der Compagnie Liebrg ui den Handel gebrachte Fleisch-Lepton der vorherigen Controlle de- DirectorS des wissenschaftlichen Departements der Gesellschaft, Pros. Dr. Max von Pettenkoser, sowie seine« Delegirten, Pros. Dr. Carl von Voit, München, unterliegen. Die Compagnie Kemmerich wird vorläufig den Verkauf sowohl ihre« Flcisch-CxtraeteS, als ihres Fleisch-Peptons unverändert fortführen, um ihn für beide Artikel spätestens am 1. Jult 1895 einzustellen. (0631 MAGGI5 Suppenwürze ist frisch eingefroren bei: ___ W. M. Noll, Ederstratze 1. Die leeren Original - Fläschchen A 66 Pfennig werden zu 45 Pfennig und diejenigen d Mk. 1.10 zu 70 Pfennig mit Maggi'S Suppenwürze nachgesüllf. Sämmtliche Backzuthatm zur feinen Bäckerei empfiehlt Wilh. Haas, 9641 Bleichstraße 21. Neuheiten W gifdjbrihrn, ?nf6bnhni, W ■ Thkkscdkckkli.Kchlastkck., ■ | Srftüfdicii u.Stcppbfdirn ■ 9637 empfiehlt A ■k Fritz Nowack & H^Ausstatt.- 9857 Schellfische gr. u. fr. Waare, 25^dPfd. im Nod»too tz 3 Guter Stalldünger $u verkaufen. P. Kennel, Riegelpfad. 50—60 Centner la. inagnum bonum- Kartoffeln zu kaufen gesucht. 9645 Zu erfragen in der Exped. d. Bl. «et lästigem Husten. Heiserkeit rc flieht es kein bessere» Mittel al« [8698 Lchctticr's ttnchkihonig. Zu hab. i Fl. m. Schützin. fc 60 u. 100 4 öei «. o. ». Wallenfels, Gießen. 9639) Meine jetzigen Geschäfts« räume am Neuenweg — Laden, große Sager« refp. 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