Nr. 97 Freitag den 27. April 1894 Wcherrer Anzeiger Kmerat-Wnzeiger. Ärbartion, ©nirbihoir und t'ruÄrri: ^AutÄraM Ur.7. tfrrnfprcdrr 51. $irrtrfj56ri<|fr Aitinnrmciitsprrisr 2 Mark 20 Psg. mit Vriugtrlohn. Durch dir Post drzognk 2 Mark 50 Psg. Xft Kletjeaer Anjtiger erschrml täglich, mit LuSnahmk bei Montags. Di« (Sießrnrr Pa mi tirv -ka t trr mrrbrn bcm Anzngrr wöchentlich dreimal deigrlegt. Zlints- und Anzeigeblatt füv den Aveis Gieren. 7 ' ___1 ....... . , ■ - ■ ■ ■ 1L ■ ' 1 ------ «nnabme von «nzeigen zu btr Nachmittag- für be» AfrtftoY dlste Annoncen Bureaux beS In. und «u-lanbc- nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. ^HUUSUCUUl^. . Anzeigen für den ..«teßener Anzeiger- entgegen. Amtlichem Theil. Local-Polizeiverordnung für dir Gemeinde Hungen betr. die Ausführung der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881. Mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 17. April 1894 zu Nro. M.»J. 10 089 und mit Zustimmung des Krcisausschusses, wird nach Vernehmung Großh. Bürgermeisterei jungen und des Gemeinderaths daselbst auf Grund der Art. 32,34, 35, 36, 79 und 80 der allgemeinen Bau-Ordnung sowie des Art. 78 der Kreis- und Provinzialordnung für die Gemeinde Hungen Folgendes verordnet: Zu Art. 32. § 1. Wo öffentliche Canäle bestehen oder angelegt werden, muß die Ableitung des Küchen- und HaushaltungSwafferS, sowie des WafferS aus gewerblichen Anlagen, von den an die Straße angrenzenden Grundstücken in jene Canäle nach Anweisung Großh. Bürgermeisterei unterirdisch erfolgen. Die hierzu erforderliche Einrichtung, soweit sie nicht bei Herstellung des Canals durch die Stadt bereits ausgeführt ist, ist binnen Jahresfrist nach Inkrafttreten dieser Verord- nung, bezw. nach Fertigstellung des öffentlichen Canals durch die Anlieger zu erstellen. ' § 2. Wo öffentliche Canäle nicht bestehen, ist das Abfall- Waffer — vorbehaltlich der Bestimmung des § 4 — in wasserdicht gemauerten Senkgruben, welche möglichst luftdicht zu bedecken sind, zu sammeln,- die Gruben sind nach Be- dürfniß zu leeren und zu reinigen. S 8. Wo weder öffentliche Canäle vorhanden sind, noch die Anlage von Senkgruben möglich ist, bleibt es dem Großh. Kreisamt vorbehalten, bezüglich der Ableitung des Abfall- Wassers nach Maßgabe des einzelnen Falls die zur Verhütung polizeilicher Mißstände erforderlichen Anordnungen zu treffen. Sickergruben sind binnen eines Jahres zu beseitigen; neue derartige Gruben dürfen nicht angelegt werden. § 4. Feste Stoffe, wie Küchenabfälle, Sand, Asche und dgl., menschliche und thierische Aboangsstoffe, sowie ekelerregende oder schädliche Flüssigkeiten dürfen nicht in die Sinkkasten und städtischen Canäle eingeleitet werden. § 5. Der Eigentümer einer Hausentwässerungsanlage ist verpflichtet, diese nach näherer Vorschrift der Bürgermeisterei stets in gutem Zustand zu erhalten und regelmäßig zu reinigen. Etwa vorhandene Schäden sind auf seine Kosten zu beseitigen. Zu Art. 34 und 35. § 6- Abtritte in Winkeln müssen mit undurchlässigen Abfallröhren versehen sein, die in verdeckte wasserdichte Gruben oder sonstige gut schließende Behälter ausmünden. Da wo dermalen der Inhalt von Abtritten oder Pissoirs, sowie Ab- sallwasser, in eine Reule geleitet wird, ist dieser Zustand binnen 6 Monaten zu beseitigen. § 7. Winkel und Reule müssen abgeschlossen werden. Zu Art. 36. § 8. Die Anlegung neuer, sowie die Erweiterung bereits bestehender Düngerstätten, Jauchebehälter, Pfuhlgruben, Lagerplätze für Abfälle u. dgl. an den Straßen, öffentlichen Plätzen oder außerhalb des Otts an der Staats- oder Kreisstraße ist verboten. S 9. Unterläßt der pflichtige Grundbesitzer den ihm nach vorstehenden Bestimmungen obliegenden Verbindlichkeiten nachzukommen, so erfolgt die Ausführung durch die Stadt auf seine Kosten. § 10. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen unterliegen der Strafe des Art. 80 der Allgemeinen Bauordnung. Gießen, den 24. April 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutscher Reich. Berlin, 25. April. Kaiser Wilhelm wird von seinen FiühjahrSreisen am Mittwoch den 2. Mai im Neuen Palais bei Potsdam eintrrffen, um daselbst bis zum Antritte seiner üblichen Sommerreisen zu residiren. Die Ankunft der Kaiserin und der kaiserlichen Kinder auS Abbazia wird im Neuen Palais für diesen Samstag erwartet. — Im preußischen Abgeordnetenhaus? ist am DienStag eine wichtige Entscheidung gefallen, wohl die wichtigste der Session. In genannter Sitzung wurde nach zweitägigen, überaus lebhaften Debatten der grundlegende § 1 der Vorlage über die Errichtung von Landwirthschaftskammern, welcher das Princip der Errichtung von obligatorischen Kammern ausspricht, in namentlicher Abstimmung mit 230 gegen 109 Stimmen angenommen. Vorher war ein gemeinsamer Antrag der Abgeordneten v. Heede (natl.) und Reinecke (freiconservativ), der auf facultative Gestaltung der ganzen Einrichtung zielte, in gleichfalls namentlicher Abstimmung mit I 206 gegen 133 Stimmen abgelehnt worden. Für die Regie- I rungSvorlage stimmten die Conservativen geschlossen, weiter | die Polen, der kleinere Theil der Freiconservativen und fast das gesammte Eentrum, die Minderheit bildeten die Nationalliberalen und die Freisinnigen, der größere Theil der Freiconservativen und die Eentrumsabgeordneten Bumiller, Dangen- berg und Hodler. Mit dieser entscheidenden Abstimmung ist das Zustandekommen des hervorragendsten der Gesetzentwürfe der laufenden Landtagssession in Preußen gesichert. Von dem , weiteren Verlaufe der Berathung über die inhaltlich so wich- j tige, wie äußerlich so umfassende Vorlage in Betreff der LandwirthschaftSkammern wird jedoch die Ausdehnung der Session abhängen, möglicher Weise dürfte sie sich noch über daS Pfingstfest hinauSziehen, zumal ja das Herrenhaus bts jetzt noch gar nicht in die Lage gekommen ist, sich mit den meisten bedeutenderen Vorlagen der Session zu befassen. — Die bayerischen Mitglieder der Centrum-- । freiet io n deS Reichstages sollen angeblich gesonnen sein, der in der nächsten Reichstagssession zweifellos wieder- I kommenden Tabaksteuer-Vorlage zuzustimmen. Vorerst scheint ' diese zunächst in der clericalen „Deutschen RcichSzeitung" in Bonn aufgetauchte sensationelle Meldung nur den Character eines Fühlers zu haben. Dessen Zweck erhellt zur Genüge auS dem dieser Meldung beigefügten Nachsatze, eine solche Stellungnahme der bayerischen CentrumSmitglieder mache eS sehr wahrscheinlich, daß die vom Finavzminister Dr. Miquel angekündigte neue Tabaksteuer-Vorlage eine Mehrheit finden werde. — Ein lebhafter Wahl kampf ist in dem schleswig' holsteinischen Reichstagswahlkreise Pinneberg-Segeberg entbrannt. Bekanntlich muß daselbst eine Nachwahl an Stelle Feuilleton. Dir Geschwister. Von JuliuS Olden. (^iachdruck verboten.) Das Sterbelager der aus dieser Welt scheidenden Mutter umstehen in einem alten Magnaten-Palast zu Budapest vier blühende Kinder; mit ihnen ein Geistlicher, langjähriger Freund der Familie, und der HauSarzt. _ Letzterer, welcher der zu Tode erschöpften Dame noch Hoffnung zuspricht, wird mit sanften Worten verabschiedet- er neigt sich auf die Hand, welche ihm die Schwerleidende reicht, und die Ohnmacht seiner Kunst bitter beklagend, verläßt er daS Gemach. Mit den geliebten Ihrigen und dem alten Freunde allein gelassen, beginnt die Sterbende von diesen Abschied zu nehmen. Dor ungefähr zehn Jahren schied der Gatte und Vater, ein angesehener ungarischer Graf, auS dem Leben, der liebenden mütterlichen Sorgfalt die Erziehung und Heranbildung der damals noch kleinen Kinder, wie auch die Verwaltung des bedeutenden Vermögens überlassend. Mit aufopfernder Selbstverleugnung, deren in solchem Maße nur eine Mutter fähig ist, sorgte die Gräfin unermüdlich für das Wohlergehen ihrer Kinder, und nun, da ihr Werk beinahe ganz vollendet — der Aelteste, ein Jüngling, zugleich Erbe der Titel und Würden seines Vaters, zählte einige zwanzig Jahre, während die Mädchen dreien Rosenknospen gleich erblühten — raffte auch sie der Tod aus dieser herrlichen Vereinigung. „Ich fühle mich sehr schwach," hauchte die Gräfin, „doch die Schmerzen haben nachgelassen und so will ich diese Ruhe benützen, um zu Euch zu .sprechen. Tretet näher, meine Kinder, betrübt Euch nicht übermäßig, denn wenn die Trennung von dem, was man liebt, auch eine unendlich schmerzliche, finde ich darin doch Erlösung von unsagbaren Leiden. — Hier der langjährige erprobte Freund Eures Vaters, Pastor Ronay, stand mir seit dem Dahinscheiden des Seligen stets als treuer Rathgeber zur Seite, und er versprach mir auch, Euch nicht zu verlassen- wendet Euch daher in allen ernsten Lebensfällen an ihn. Ich lasse Euch in blühenden Vermögensverhältnissen zurück. Dich, mein lieber Sohn, brauche ich nicht daran zu erinnern, daß Du mit den Würden Deines BaterS auch weitgehende Verpflichtungen gegen den Staat, die Welt und Deine Untergebenen übernimmst- Ihr, meine Töchter, seid reich genug, Euch standesgemäß in freier Wahl zu verheirathen." Nach einer Pause, während welcher sie sich zu sammeln schien, fuhr sie dann mit feierlichem Ernste fort: „In solcher Stunde soll alle Wahrheit das Tageslicht erblicken und so muß auch ich Euch ein Geheimniß enthüllen. — Ihr liebt Euch, meine Kinder, und glaubt, daß nichts Euere gegenseitige Zuneigung zu untergraben vermag- aber dennoch gibt es ein Wort, welches Zwietracht und Kälte in Euren Herzen stiften kann, und die Feier unseres Abschieds befiehlt mir, dies Wort nun zu sprechen. — Tretet heran, Dilma, Savolta, Ilka, und vernehmt: Eine von Euch ist nicht meine Tochter! — Mit gleicher Zärtlichkeit erzog ich Euch alle drei, ich wußte keinen Unterschied in meiner Liebe zu Euch und durch einen Zufall, den ich nicht genug segnen kann, seht Ihr Euch alle drei ähnlich. — BiS jetzt glaubte ich, über das Kind, welches Euer seliger Vater und ich einst angenommen, schweigen zu müssen - doch das Scheiden verlangt sein Recht, die Wahrheit zu hören und daher--" „Nein, nein, nein!" riefen wie aus einem Munde die drei Mädchen. „Enthülle unS nichts, Mama, zerreiße nicht das so innige Band, welches unß vereint." Sie hielten sich umschlungen, weinten sozusagen dieselben Thränen und warfen sich vor dem Lager der Sterbenden nieder, flehend, sie möge nicht ihr Glück zerstören. „Von Euch, meine Töchter," sprach die tiefgerührte Mutter weiter, „erwarte ich nichts anders, doch Euer Bruder, als nunrnchttges Familienoberhaupt —" „Bela denkt wie wir," rief Vilms, „er hat uns alle drei mit gleicher Liebe in fein Herz geschloffen, und ihm eine Schwester rauben, würde ihn tief schmerzen." „Gewiß," stammelte Graf Bela, vor innerer Aufregung sich kaum beherrschend, „und doch dürfte es vielleicht nöthig sein--" Ein bittender Blick der Mutter ließ ihn einhalten- er schwieg, auf seinem Antlitz prägte sich jedoch der Zwang auS, welchem er nachgegeben. Schon im nächsten Augenblicke erfüllte ihn eine schmerzvollere Sorge ganz: die so heißgeliebte Mutter hatte ihn an sich gezogen und ihn mit ihrem letzten Händedrucke segnend, hauchte sie die Seele auS. Den grenzenlosen Schmerz der unglücklichen, gänzlich verwaisten Kinder zu schildern, wollen wir nicht versuchen. Nach Beendigung der Trauerfeierlichkeitcn zogen sie sich aus den Familiensitz weit von der Hauptstadt zurück und Graf Bela bat den Herrn Pastor, sammt seiner Gemahlin dort bei ihnen seinen Wohnsitz aufzuschlagen, da er wohl noch zu unerfahren fei, um allen Pflichten eines alleinigen Beschützers dreier junger Damen entsprechen zu können. Ronau willigte gerne darein, da er als Pfarrer des der Familie gehörigen KirchensprengelS auch so seinem Berufe weiterleben konnte, nur mit dem Unterschiede, daß er nicht vorn bescheidenen Pfarrhause, sondern vom Herrenschlosse auS seinen Weg in die Kirche antrat. Pastor Ronay, der jüngere Sohn eines armen adeligen Stammes, mit Glücksgütern sehr stiefmütterlich bedacht, hatte aus Neigung das Studium, der Theologie gewählt und noch von der Universität her stammte die Freundschaft, welche ihn mit Gras BelaS Vater verbunden. In regelmäßiger Eintönigkeit verlief so die alles nivellirende Zeit. Die jungen Mädchen fingen allmählich an, sich in das Unvermeidliche zu schicken - nur Gras BelaS Antlitz verkündete noch immer tiefe Trauer und nichts vermochte den Trübsinn von seiner Stirn zu bannen. Im Zwiegespräch mit Pastor Ronay frug ihn dieser, waS er mit seiner nächsten Zukunft anzufangen gedenke. „Ich bin zu nichts fähig," lautete die Antwort, „und besitze kaum den Muth, an die Zukunft zu denken. Vorläufig hält mich die Minderjährigkeit meiner Schwestern zurück Sobald eine von ihnen verheirathet sein wird, stelle ich die zwei anderen unter ihren Schutz und bann" — fügte er seufzend hinzu — „gehe ich auf Reisen." (Fortsetzung folgt.) -es bisherigen Vertreters desselben, des zur conservativen » Partei gehörenden Grafen Moltke, stattfinden, nachdem dessen Mandat vom Reichstage für ungiltig erklärt worden ist. Bei der Nachwahl stehen sich nun nicht weniger als fünf oder sechs Candidaten gegenüber, nämlich je einer von den beiden freisinnigen Richtungen, ein nationalliberaler, ein soctaliftischer, ein conservativer und ein antisemitischer. Nach neueren Meldungen sollen sich zwar die beiden freisinnigen Parteien in Pinneberg-Segeberg inzwischen auf einen einzigen Candidaten geeinigt haben, auf den zur Bolkspartei gehörenden Rector Kopsch-Berlin, dennoch bleiben noch genug Bewerber um das frei gewordene Mandat übrig. Auf alle Fälle erscheint eine Stichwahl unvermeidlich, wie es anderseits bereits ebenso feftfteht, daß an derselben die Socialdemokraten betheiligt sein werden. — Prinz Heinrich von Preußen wird, wie sich die „Polit. Corresp." aus Petersburg in Uebereinstimmung mit entsprechenden Meldungen in anderen Blättern berichten läßt, im Laufe des Sommers zu einem zehntägigen Besuche am Petersburger Hofe erwartet. Sollte dieses angekündigte Ereigniß wirklich stattfinden, so würde es gewiß als ein neues erfreuliches Zeichen für die fortschreitende Besserung in den Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Petersburg und weiter zwischen Deutschland und Rußland zu betrachten sein. Ausland. — Aus den ländlichen Districten von B a s a r h e l y im mittleren Uogaru sind dieser Tage ernstliche Arbeiter- unruhen gemeldet worden. In einer Besprechung der Unruhen im Basarhelyer Comitate im Abgeordnetenhause gab Ministerpräsident Dr. Wekerle zu, daß dieselben nur die Symptome eines tiefer wurzelnden Uebels seien, zu dessen Bekämpfung die Regierung eine wirthschaftlich-admtnistrative Doppelaction eingeleitet habe. Einstweilen scheint die Ordnung in den unruhigen Bezirken wieder hergestellt zu sein, trotzdem -gilt die dortige Lage noch als sehr besorgntßerregend, da die aufreizenden Agitationen nicht nur in die eigentliche Land- arbeilerschaft, sondern auch in weite Kreise der Bauern selber hineingetragen worden sind. — In der portugiesischen Hauptstadt und ihrer Umgebung mehren sich die Erkrankungen an der angeblichen CH ole rin e in bedenklicher Weise, die durchschnittliche Zahl der täglichen Krankheitsfälle hat bereits 100 überschritten. Der Verdacht liegt außerordentlich nahe, daß es sich bei der Lissaboner Epidemie nicht um die verhältnißmäßig harmlose Cholerine, sondern um die wirkliche, asiatische Cholera handelt. Zum Mindesten ist es höchst auffällig, daß die portugiesischen Behörden Prioatdepeschen über die Epidemie sorgfältig zurückhalten und daß weiter Spanien in Valencia, Badajoz und Tuy Desinfectionsstationen gegenüber dem portugiesischen Nachbar hat einrichten lassen. Die Todesfälle infolge der in Lissabon herrschenden choleraartigen Krankheit sind vorläufig allerdings noch sehr gering. — In der nordamerikanische» Union geht man infolge des Massenausstandes der Bergleute in Pennsylvanien immer haltloseren Zuständen entgegen. Der Kohlentransport auf vielen Linien ist auf ein Minimum zusammengeschrumpst, die industrielle Thätigkeit ist in einer ganzen Reihe von Staaten durch den Bergmannsstrike schon vielfach gehemmt. Ueber die verschiedenen Züge der Arbeitslosen gegen Washington liegen augenblicklich keine neuen Nachrichten von Belang vor. (S. Depesche des Bureau „Herold".) Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Abbazia, 2a. April. Die deutsche Kaiserin sah heute Vormittag mit den Prinzen einem von der Bemannung des Schulschiffs „Moltke" in vier Booten veranstalteten Wettrudern zu. Nachmittags unternahm die Kaiserin einen Ausflug auf der Aacht „Christabel". Depeschen des Bureau „fcerolb*. Berlin, 25. April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das am 1. Mai in Kraft tretende Reichsstempelgesetz. Berlin, 25. April. Die „Kreuzztg." erfährt zu der dieser Tage durch die Blätter gegangenen Meldung über die Eröffnung des neuen Reichstagsgebäudes, es werde mit allen Kräften dahin gearbeitet, das Reichshaus, wie Kaiser Wilhelm einst das neue Parlamentsgebäude bezeichnet habe, bis zum Herbst definitiv fertig zu stellen. Der Zeitpunkt der Uebergabe und die Gestaltung der etwaigen Feierlichkeiten hingen indeß einzig und allein von den Entschließungen des Kaisers ab. Berlin, 25. April. Soweit bis jetzt zu übersehen ist, wird die gestern aufgelegte Reichsanleihe von 160Millionen zweimal überzeichnet werden. Berlin, 25. April. Nach den „Berliner Neuesten Nachrichten" ist ein hoher Beamter des kaiserlichen Marstalls auf Befehl des Kaisers gegenwärtig mit gründlichem Studium aller auf die Rennverhältnisfe bezüglichen Angelegenheiten und dabei in Frage kommenden Einzelheiten, soweit die Armee dabei betheiligt ist, beschäftigt. Berlin, 25. April. Wie das „Berl. Tagebl." aus Coburg telegraphisch meldet, curfirt dort das Gerücht, nach welchem die Kaiserin mit den Prinzen zum Besuch dorthin kommen solle. Berlin, 25. April. Der „Vorwärts" fordert an der Spitze des Blattes zu einer allgemeinen, großartigen Feier des 1. Mai auf. Frankfurt a. M., 25. April. In außerordentlicher General-Versammlung beschloß der hiesige socialdemokratische Verein, sich an den im Herbst stattfindenden Wahlen zur Stadtverordneten-Versammlung zu betheiligen. Der Antrag, daß die Mitglieder des socialdemokratischen Vereins verpflichtet sein sollen, ihren Gewerkschaften anzugehören, der schon auf der Tagesordnung der vorigen General- Versammlung gestanden hatte, wurde auch diesmal nicht erledigt; er hat wenig Aussicht auf Annahme. Mannheim, 25. April. Die Behörde hat den für den 1. Mai von den Socialdemokraten geplanten Umzug verboten. Schivelbein (Pommern), 25. April. Unter den Schulkindern ist die Genickstarre mit epidemischem Character aufgetreten. Sämmtliche Schulen sind geschloffen worden. Köln, 25. April. Die „Köln. Ztg." bezeichnet in einem Petersburger Telegramm alle angeblich sicheren Nachrichten über den Vermählungstag der Großfürstin Xenia für verfrüht - es sei nur bestimmt, daß die Hochzeit im Sommer in Peterhof ftattfinde, da auf den eigenen Wunsch und im Einvernehmen mit seinen kaiserlichen Eltern der kranke im Kaukasus weilende Großfürst Georg der Vermählung seiner Schwester beiwohnen möchte. Fiume, 25. April. Die zu Ehren der deutschen Kaiserin im hiesigen Communaltheater veranstaltete Galavorstellung ist glänzend ausgefallen. Das Haus war herrlich geschmückt, der Aufgang zur Loge der Kaiserin mit tropischen Gewächsen decorirt. Leider erschien die Kaiserin nicht, dagegen deren Gefolge, sowie alle Offiziere vom „Moltke". Lemberg, 25. April. In der Ortschaft Zielona, im Bezirk Husiatyn, kamen zwei Choleraerkrankungen vor. In Siekierczyna ist ein Erkrankungsfall zu verzeichnen. Lemberg, 25. April. Eine in hebräischer Schrift abgefaßte Broschüre, welche die Arbeiter zur Betheiltgung an der Feier des 1. Mai auffvrdert, ist behördlich beschlagnahmt worden. Rom, 25. April. Hier verlautet, der Prinz von Neapel sei zum Vertreter des Königs bei der Hochzeit des Großfürsten-Thronsolgers von Rußland bereits designirt. Rom, 25. April. Der russische Geschäftsträger beim Vatikan, Iswolski, wurde telegraphisch nach Petersburg berufen und ist sofort nach dort abgereist. Es sollen unerwartete Schwierigkeiten in Betreff der polnischen Kirchenfrage eingetreten sein. Paris, 25. April. Im Budget des Kriegsministers soll die Vermehrung des Effectivstandes der Armee um 34 000 Mann projectirt sein. Liffabon, 25. April. Gestern sind 90 Erkrankungen an Cholerine zur Kenntniß der Behörden gelangt. Rewyork, 25. April. In der Nähe Washingtons bemächtigten sich etwa 1000 Arbeitslose eines Eisenbahnzuges, vertrieben die Passagiere, besetzten den Zug und zwangen das Zugpersonal, sie nach Washington zu fahren. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 25. April 1894. Die Verhandlungen werden um 9 Uhr eröffnet. Zunächst gibt der Präsident dem Hause die Notification der Verlobung der Prinzessin Alix mit dem Großfürst-Thronfolger von Rußland bekannt und verliest- ein Dankschreiben des Großherzogs für die Glückwünsche des Hauses anläßlich seiner Vermählung. Sodann erklärt die Kammer die angefochtene Wahl des Abg. Pfannstiel im siebenten Wahlbezirk der Provinz Oberhessen (Homberg-Grünberg-Ulrichstein) für gültig. Der Beschwerde des Nie. Helwig II. zu Lorsch wegen verweigerter Rechtspflege und der Vorstellung des Wilhelm Anthes zu Lich wegen Heranziehung zur Einkommen- und Capitalrentcnsteuer wird keine Folge gegeben. Hiernach tritt das Haus in die Weiterberathung des Hauptvoranschlags für 1894/97, insbesondere der ausgesetzten Posten. Zunächst werden für ein neues Amtsgerichtsgebäude zu Pfeddersheim 98 000 Mk. genehmigt. Für das neu zu erbauende Pfarrhaus zu Holzhaufen n erben 20 000 Mk. bewilligt. An Einnahmen aus Brückengeld und Uebersahrten sind 210 742 Mk. vorgesehen. Abg. Schmitt fragt bei der Regierung an, wie es mit seinem Antrag wegen Aufhebung des Brückengeldes stehe. Finanzminister Weber erklärt, daß dieser Antrag erwogen werde, aber noch nicht spruchreif sei. Für Reichssteuern werden 7 620 000 Mk. im Einver- ständniß mit der Regierung ins Budget eingestellt und für ein Dienstgebäude in Offenbach nachträglich die mehrgeforderten 6000 Mk. für den Bauplatz, also jetzt 124 000 Mk., in Aus- gäbe gestellt. Nunmehr erfolgt die Berathung wegen Einstellung von 300 000 Mk. in das Budget als Tranksteuer von Wein. Von den Abgeordneten Wasserburg, Schmidt, Dael v. Köth und Pennrich ist ein Antrag auf Strich dieser Summe eingelaufen. Der Ausschuß stellt im Einverständniß mit der Regierung den Antrag, diese Summe vorerst ins Budget einzustellen, um dann in späterer Sitzung über das neue Weinsteuergesetz zu berathen. Abg. Wolfs kehl begründet in eingehender Weise diesen Antrag, damit Zeit gewonnen werde, das neue Weinsteuergesetz kennen zu lernen. Abg. Pennrich ist es ganz gleich, woher die Regierung die Mittel zur Deckung nimmt, ob durch eine Landeslotterie oder sonst wie, nur nicht durch Besteuerung des Weins. In gleichem Sinne sprechen die Abgeordneten Jöst und Ulrich, die von einer Weinsteuer absolut nichts wissen wollen. Finanzminister Weber erklärt, die Regierung beabsichtige, diesen Betrag nur in das Budget einzustellen, um dasselbe bilauciren zu können und in der Voraussicht, daß das neue Weinsteuergesetz die Sympathie des Hauses finde. (Zuruf: Niemals!) Dasselbe sei so liberal und so gut ausgearbeitet, wie nur irgend ein Gesetz eines anderen Saates. Werde das Gesetz nicht angenommen, so stelle er eine Steuererhöhung in Aussicht. Abg. Wasserburg erklärt sich gegen die Einstellung der 300 000 Mk. ins Budget, weil er ein klares Budget haben will. Er wünscht keine Einnahmen jetzt eingestellt, die später wieder gestrichen werden. Finanzminister Weber erwidert: Wie es sich um Ausgaben gehandelt habe, sei der Abg. Wasserburg nicht so ängstlich gewesen. Er warnt entschieden davor, die Regierung zu einer Steuer-Erhöhung zu veranlassen. Noch niemals habe man eine solche so leicht genommen, wie heute. Diese müsse aber eintreten, wenn das Weinsteuer - Gesetz nicht genehmigt werde. Auch Miuisterialrath Krug warnt das Haus, die Einstellung des Betrags abzulehnen. Der Abg. Metz-Gießen kann den Wein nicht als ein Steuerobject anerkennen. Die Abgeordneten Schmidt und Ulrich sprechen ebenfalls gegen den Regierungs-Antrag. In namentlicher Abstimmung wird hiernach die Einstellung von 300 000 Mk. als Tranksteuer von Wein mit 22 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Nachdem noch eine Adresse an Ihre Großh. Hoheit Prinzessin Alix beschlossen wird, schließt das Haus heute seine Sitzung. Cocales unb ^provinzielles. Hießen, den 26. April 1894. ** Einige oberhessische Abgeordnete haben den Antrag gestellt, die Burg Münzeuberg für den hessischen Staat zu erwerben. Der Antrag hat nachstehende Begründung: „Die Burgruine Münzenberg, ein Denkmal sowohl der deutschen Baukunst als auch der vaterländischen Geschichte, geht immer mehr dem gänzlichen Verfall entgegen. Sowohl der Besitzer, als auch die besonders interessirten hessischen Geschichtsvereine sind nicht in der Lage, größere Summen für die Erhaltung der Ruine oder den Wiederaufbau der Burg aufbringen zrr können. Der Staat wird sich — nachdem im Budget seither schon eine Summe dafür ausgesetzt war — nicht der Ausgabe entheben können, größere Summen für diesen Zweck flüssig zu machen." Es tritt bann die Frage ein, soll der Staat größere Summen hergeben für ein Bauwerk, das fremden Besitzern gehört? Die Antragsteller verneinen dies und glauben, wenn es gelingt, die Burg in den Besitz des Saates zu bringen, der Letztere bann für Erhaltung unb Wieberaufbau ber Burg mehr als seither interessirt sein bürste. ** Das Telephon im Kriegsdienste. Währenb ber bies- jährigen Herbstmanöver sollen versuchsweise Telephon- abtheilungen gebUbet werben- fallen bie Versuche günstig aus, so sollen schon in Friebenszeiten befonbere Telephonabtheilungen gebildet werden. Schlitz, 25. April. Der Kaiser ist mit Gefolge heute Abend 6 Uhr hier eingetroffen unb von einer zahlreichen Menschenmenge lebhaft begrüßt worben. d. Geilshausen, 24. April. Die Schülerzahl hiesiger Gemeinbe hatte sich in ben letzten Jahren so erhöht, baß ein Unterbringen berselben im alten Schulhause auf bie Dauer nicht mehr möglich war unb würbe beshalb vor bret Jahren zum Neubau eines Schulhauses geschritten. Wie aus den Geburtsauszügen ber letzten Jahre ersichtlich, steht auch ferner eine Zunahme ber Schülerzahl fest unb tritt beshalb mit dem 1. Mai l. I. bie Errichtung einer zweiten Stelle in Kraft. In Anbetracht aber ber Kosten, bie ber Gemeinbe burch ben Schulhausbau erwuchsen, sowie ber weiteren Opfer, bie sie burch die Erbauung der Bahnlinie Grünberg-Londorf bringen muß, hat Großh. Ministerium bes Innern und ber Justiz in dankenswerthester Weife ber Gemeinbe zur Bestreitung ber Kosten ber zweiten Stelle einen jährlichen Beitrag von 300 Mk. aus Staatsmitteln überwiesen. R. Reichelsheim i. d. W., 24. April. Die hiesige höhere Bürgerschule hat ihr Sommersemester begonnen. Am Schluffe bes Wintersemesters fanb eine öffentliche Prüfung unb ein Actus statt,. wobei bie Schüler zeigten, daß sie in der Anstalt etwas Tüchtiges gelernt haben. Von ben ab- gehenben Schülern erreichten zwei die Obertertia in Büdingen, zwei andere widmeten sich dem Postsache, einer will sich dem Lehrerberufe widmen, einer tritt in das Rechnungsfach ein unb brei wibmen sich ber Lanbwirthschaft. Neuaufnahmen sinb bereits fünf erfolgt, weitere stehen in Aussicht, wenn die (Konfirmation ftattgefunben hat. Das Schulgeld beträgt jährlich 120 Mk. Die Schule wird von Söhnen ber Beamten, Geistlichen, Lehrer, Gewerbtreibenben und Oeconomen besucht unb ist ein ausgesprochenes Bebürfniß für bie hiesige Gegenb, weshalb eine Eingabe an die Staatsbehörbe nach Darmsiabt um weitere Beihilfe gerichtet worben ist. Es wirb beabsichtigt, mit ber Schule ein Mäbcheninstitut zu verbinden. Da unser Städtchen auf ber Bahnlinie Friebberg-Nibba eine Bahnstation erhält, woburch bie jungen Leute ber Umgegenb schneller unb bequemer hierher gelangen können, steht ein weiteres Aufblühen ber Schule in sicherer Aussicht. — Aus unseren Felbern unb in ber ganzen Umgegenb sieht es gut aus, besonbers ist bie Blüth e ber SDbftbäume eine wunderbar schöne. Mit ben lanbwirthschaftlichen Arbeiten ist man jetzt, in ber letzten Aprilwoche, bereits ungemein weit vorgerückt. Es fängt an wieber staubig zu werben, dem ein leichter, feiner Sprühregen, welcher anfängt, herabzurieseln, abzuhelfen scheint. Wenn nur kein Kälterückschlag eintritt, heißt es allgemein, er würbe gewaltig schaben. Frühobst, Zwetschen unb Birnen haben fast größtentheils verblüht, bie Aepfelbäume stehen im schönsten Blüthenschmuck. Mainz, 25. April. Gestern hat sich im Hofe eines hiesigen Wagners ein sschrecklicher Unglücksfall zugetragen. Ein Solbat ber 2. Compagnie bes 118. Regiments ff, Während der dies« ti(ud)8®ti(t mm» e Strfuty gänftiß aus, ; Etle^onaMljtilungtn ttzieller, :n 28. April 1894. :tet haben den Antrag ' hefsischrn Staat hstehende Begründung 'al sowohl der deutschen Geschichte, geht immer Sowohl der Besitzer, slschen Geschichtsvereine 'en für die Erhaltung r Burg ausbringen zu idem im Budget seither l war — nicht der Summen für diesen dann die Frage r eben für ein Bawerf, Antragsteller Mir m |t, die Burg in den tere dann für Erhaltung als seither interessrrt \\t mit W tM einer zchreichen m. ie Schülttzahl hiesiger ihren so erhöht, daß ein hulhause aus die Dauer weshalb vor drei Jahren hritten. Wie aus Sen Mich, steh' aa-h stnicr id tritt deshalb ml tcm er zweiten Steile osten, die her Gemeinde wie der weiteren Opfer, ilinie Grünberg-isondors n des Innern und der bet Gemeinde zur—' t einen und t0 . . K»iS* !N ifhi • ■öüboft Wie es ci btoMe’w 10 1 Stute. ju,’* H bi, gfg, 5Btl" "ich „(j (|n ,Irl^ Flechen eben. MbieSiniteaun. * «K 22 Stjen Brohh. Hohek Nwfet das haur heute erwiesen. , itL Diehiefise^^' S°l» '"'Lien «b. 3M« hen ^2'be:^ Das /• Söhnen da ^ adjt und d*?MWtnd' Behörde btab« den ist' ü verbinden- iw«tni Leute otl rt t)t ein L-n •** L Ä *« «fSjt jet " Arbe'ten "S . beretts w e>- *W. s,;; wollte einen Baumstamm nach einer anderen Stelle des Hofes tragen, fiel aber zu Boden und wurde von dem Stamm erschlagen. • Berlin, 25. April. Gestern Abend erschoß sich der 24jährige Schriftsteller Julius Kops-Derone, Heraus« gebet einer Localcorrefpondenz, weil feine für Sonntag bevor« stehende Heirath wegen feiner zerrütteten Verhältnisse rückgängig wurde. • Berlin, 24. April. AuS Ragnit in Ostpreußen wird der „VolkSztg." gemeldet! Die ganze Familie des KäthnrrS ZebedieS in Werstenhoff ist daS Opfer eines Raubmordes geworden. Die Räuber überfielen dieselbe Rächt-, erschlugen den Mann mit einer Holzaxt und spalteten der Frau und zwei Kindern die Schädel. Den Räubern muß eS bekannt gewesen sein, daß ZebedieS kürzlich eine größere Geldsumme eingenommen hatte, doch sind nur 30 Mark den Räubern in die Hände gefallen. * Braunschweig, 22. April. Dem Post • Museum ver« bieme eine dem „Br. T. B." vorliegende Reich-post karte überwiesen zu werden, welche zur Zurücklegung de- kleinen Wege- von Bechelde nach Braunschweig 18x/2 Jahre gebraucht hat. Ausgegebcn ist die Karte am 22. September 1880 in Bechelde und die eingedruckte Marke von der dortigen Post am selbigen Tage entwerthet. Dann traf die Karte laut Poststempel am 20. April 1894, Abends 8—9 Uhr in Hannover ein und wurde am nächsten Tage denn auch glücklich in Braunschweig dem nicht wenig erstaunten Adresiaten, einem hiesigen Geschäftsmann, zugestellt, beffen Bewunderung noch um einige Grade stieg, als die Reich-post für die Bestellung der Karte, weil sie den heute nicht mehr gütigen lila Markenaufdruck trug — — noch ein Strafporto von zwanzig Pfennig erhob! ’ Brüffel, 24. April. Der dreifache Giftmord in Antwerpen fährt fort, daS allgemeine Interesse so in Anspruch zu nehmen, daß von nichts Anderem die Rede ist. Mm. Joniaux ist heute unter strenger Aussicht in Brüssel angefommen, um vor dem Brüsseler Appelldof Einspruch gegen den Beschluß der Antwerpener Anklagekammer zu erbeben Die Sache wirb morgen vor bem Appellhof verhandelt. ES ist jeboch fein Grunb vorhanbcn, diesen Beschluß aufzuheben, und eS wirb allgemein bic einfache Bestätigung desselben erwartet. Wirklich neues Material hoben die letzten Tage nicht zu Tage gefördert. Am Moniog veröffentlichte die „Jndvpendance beige" ein neues I. terview eines ihrer Mitarbeiter mit der Geliebten Alfred Ablays, Marte Roguet, welche einfach daS schon Bekannte bestätigte, nämlich, daß ihr Alfrd Ablay von dem Mordverdacht nach dem Tode der Leone Ablay gesprochen, und daß sie selber die größte Befürchtungen hegte, als Alfred von Paris ab« reifte, um in Antwerpen einige Tage in der Familie Joniaux zuzubringen. Sie erzählte auch — und daS ist dem Unter« suchungSrichter mitgetheilt worden, — daß vor ungefähr drei Jahren Mm. Joniaur eine Summe von 30000 Frcs. sich von dem noch lebenden Sohne Alfred AblayS borgte. Ich habe mehrere frühere Bekannte der Madame Joniaux gesprochen. Alle bezeugen, sie sei eine sehr energische Frau gewesen, außerordentlich eigensinnig, herrschsüchtig und in Geldangelegenheiten durchaus gewandt. Der Director der hiesigen Agentur der amerikanischen BersicherungSgesellschast „Gresham", bei welcher Alfred Ablay versichert worden war, sagte mir|, er habe von ihr Spitzfindigkeiten gelernt, die er nicht ahnte - sie habe die internationale Gesetzgebung über da- Versicherungswesen besser gekannt als er selbst. ES steht auch fest, daß Madame Joniaux nicht die Wahrheit gesagt hat, als sie von den Selbstmordgelüsten ihres BruderS sprach. DaS bezeugen die letzten Briefe von Alfred Ablay an seine Geliebte, Marie Roguet, die jetzt in den Händen dcS Ge« richts sind. Falsch ist auch Alles, was die Angeklagte über die Morphiomanie und Krankheit ihres Bruders behauptet hat. Die schriftlichen Gutachten von fünf Aerzten, die anläßlich der Versicherung Alfred Ablay besichtigten, liegen vor und alle stimmen darin überein, daß derselbe ein sehr gesunder und starker Mann war. Nach dem, waS bis jetzt bekannt ist, scheinen somit die Anklagegründe gegen Madame Joniaux sehr triftiger Natur zu sein. * Hinrichtung eine» Muttermorders. In Dijon (Frankreich) wurde bei 42jährige Metzger Laureau, ber seine Frau unb seine Mutter ermorbet und eine Nachbarin tödtlich ver« j tounbet hatte, hingerichtet. Als Muttermörder mußte er mit ! einem schwarzen Schleier über dem Kopf und barfuß zum I Schaffst schreiten. * Ebefia, 25. April. Im großen Getreidefäl- v schungS'proeeß wurden 4 Angeklagte vom Bezirksgerichte i schuldig befunden und 3 freigesprochen. Es handelt sich in ’ bem Prozeß um bic Lieferung von minderwerthigem Betreibe ; an bas Lanbschaftsamt bes Gouvernements Slamara während ; ber letzten Hungersnoth. Die Landschaft hatte unter Ver- j Mittelung deS vereidigten Kiew scheu Börsenmaklers Wainstein - v. Ainhorn unb Bernstein, bie im Namen der Firma Drey' fuß auftraten, gegen 1000 Waggons Weizen, Roggen und ! Mais für ungefähr 500 000 Rubel gekauft. Wainstein war verpflichtet, das Korn auf den Stationen der Südwestbahn zu ( empfangen unb seine Versenbung zu controlliren, thatsächlich ; waren von seiner Seite gar keine Empfänger auf den Stationen - Ainhorn und Bernstein versandten das Getreide selbst durch ihre Agenten uud erhielten nach Vorzeigung der Bahnquittungen baß Geld von Wainstein in Kiew voll auSgezahlt. Auch beim Empfange an Ort unb Stelle wurde das Getreide von der Landschaft nicht untersucht, da sie der Ehrlichkeit WainfteinS traute, die Waggon- wurden auf verschiedenen Eisenbahnstationen eilfertig entgegengenommen. Anfangs gingen dem LandschastSamt auch keine Klagen über die mangelhafte Qualität deS Getreides zu, erst als bie Obeffaer Staatsanwaltschaft bie Behörbcn von Ssamara ba» rauf aufmerksam machte, baß e- nothwendig sei, baß vom Süben kommende Gettetbe zu prüfen, erklärte bie Landschaft 125 Waggon- neu eingetroffenen Weizen- für untauglich. Darauf legte bie Firma Dreyfuß bie Sache im Guten bei, stellte ber Landschaft statt de- für untauglich erklärten Ge« treides völlig brauchbares, entschädigte die Landschaft für bie Verluste, entließ Ainhorn unb Bernstein und stellte die Versendung schlechten Getreide-, welche- 21 bi- 30 Procent untaugliche- Beimengsel unb barunter auch Kornrade enthalten hatte, ein. * Daß der Berliner Witz den Dowe'schen Panzer bereits „fructificirt", darf nicht überraschen, da er den Ereignissen ja stet- dicht auf dem Fuße zu folgen pflegt. So wird jetzt folgende Scherzfrage colportirt: „Ihren Ueberrock gaben Sie wohl von Dowc machen lassen?" „Warum denn?" „Nun, er sieht so verschossen aus." Sd>ift»nad> richten» Hamburg, 25. April. Hamburg - Amerikanische Packetsahrt- ALtien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika Linie. Postdampfer „Hungaria" ist am 22. April, 9 Ubr Morgen-, von Hamburg via Boston in Baltimore angekommen. Postdampfer „Elberfeld" ist am 23. April in Vera Eruz eingetroffen. Postdampfer „Allemannia", von Hamburg nach W-st- indien bestimmt, ist am 24. April, 7 Ubr Morgen-, von Grimsby nach Havre abgegangen. Postdampfer „Flandria", von St. Thoma- via Havre nach Hamburg zurückkchrenb, ist am 24. April, 11 Uhr Morgen-, Lizard passirt. Postdampfer „Bohemia" hat am 24. April, 11 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Newyork fortgesetzt. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag, den 27. April, Passahfest. 7 Tag. Vorabend 7»o Ubr, Morgens 8M Uhr. Sam-tag, den 28. Avril 8. Tag Vorabend 6" Uhr, Morgen- 8»° Uhr, Nachmittag- 4* Uhr, Festausgang 8» Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Estern-Echlußfeft: Freitag den 27. unb Samstag den 28 April. Donnerstag Abend 7« Uhr, Freitag Vormittag 8®J Uhr, Freitag Abend 7« Ubr. Samstag Vormittag 8M Uhr, Sam-tag Nachmittag 3” Uhr, Samstag Abend 810 Uhr. Gräsereiverpachtung. Montag den 30. April l. I., vormittags 10% Uhr, soll bie Orasnuvung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen unb Heuchelheim für bas laufende Jahr loos- weise an Crt und Stelle öffentlich versteigert werben. Zusammenkunst am rechten Lahn- user unterhalb der Wieseckmündung. Mainz, den 24. April 1894. Großh. Wafferbauamt Mainz. 3700 I. E.: Schmitt._______ Hoygeld-Erhebung. Künftigen Samstag den 28. April d. I. soll die zweite auswärtige Erhebung von Freiherrlich von Rabenau'schen Holzgelbern stattfinden, und zwar: 1. von Vormittag- 8—11 Uhr in der Wirthschast des Herrn Karl Ranft in Beuern; 2. von Mittags 1—3 Uhr in der Wirthschast de» Herrn Ferdinand Gurrtrum in Reiskirchen. Londorf, 24. April 1894. Der Rentmeister. 3674 Schmidt. Dienstag den 1. Mai, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den «derhard Keuyer Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 26 Nr. 265,« — 50 qm Grabgarten amurderften Riegelpfad zwischen den Wegen, Flur 26 Nr. 265,$ — 643 qm Hofraithe daselbst, Flur 25 Nr 261,i — 647 qm Zimmer- platz daselbst, öffentlich meistbietend versteigrtt werden. Gießen, 18. Avril 1894. Grvßh. Ortsgericht Gießen. I. 21.: Bogt. 3497 Aufforderung. Die Rechnungen über Lieferungen und Arbeiten für die Universitäts- Institute aus dem abgelaufenen Rechnungsjahr — l. April 1893/94 — sind, soweit dies noch nicht geschehen, alsbald bei den betreffenden JnstitutS-Directoren einzureichen. Gießen, den 25. April 1894. Großherzogliches Univ.-Rentamt. 3699 Schmitt. Freitag den 11. Mai, I Nachmittag- 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Adolf Vogt in Gießen gehörige Hof- raithe: Flur 1 Nr 783—381 qm in der Sonn öffentlich meistbietend versteigert werden Gießen, 30. Mär» 1894. Großh. Ort-gericht Gießen. I. A: Vogt. 2796 Jeilgeöotenes. ML SWtijm. Freibank. [3710 Heute und morgen: Kuhfleifeh, nicht ladenrein, per Psd. SO Psg. Fleisch-Aufschlag! psttdcÄtisch L W- 30 plg , stets gut und frisch zu haben. 3718 Kefzler, Pferdcmetzger. Levendfrische [3713 Schellfische Cabliau, Hechte, Zander, empfiehtt C. G. Kleiirhenn. Irische Schellfische etc. 1503__im »Rebstock^. Donnerstag Abend r Schellfische. 3685___________Emil Crfrifl. Fische! frisch! Sämmtliche Sorten ,u jeder Zett zu Haden bei Frau Schmidt, Tiefenweg 10. Lebende Barden stets zu baden. 3708 (SanderSheimer Sanitätskäfe. 34 Nieder l.: E. D. Sleindenn. Babnhosftr. Senfsaat empfiehlt die Adler-Drogerie von 3393 Otto Schaaf, Seltersweg 39. Herrenhemden «ach Matz werden unter Garantie des guten PasienS in kürzester Zeit geliefert. Reiche «uSwahl in Stoffen und Einsätze«. Geschw. Heerzj 3703 Renenweg 7. EM Portland-Cement-Fabrik Karlstadt a. Main vorm. Ludwig Roth in Karlstadt a. M. GrösstesyCementwerk Bayerns empfiehlt ihr vorzügliches Fabrikat unter Garantie für höchste Festigkeit und unbedingte Zuverlässigkeit. Produktionsfähigkeit der Fabrik: 250,000 Fass pro Jahr. Pünktliche und gleichmässige Ausführung auch der grössten Aufträge wird zugesichert. Telegramm-Adresse : Cementfabrik Karlstadtmain. 2432 Welz, vorm. F. E. Winter Nacht Ecke Lindenplatz-Wallthorstr. G. 0. Gebauer Nacht Parfümerie franpaise: Specialit.: Legrand, Roger u. Galtet, Pinaud, Botöt und Pierre. Pears’Soap, Sargs u. Spielhagens Kalodont. 67 Seltersweg (Franz Eyserbeck) Seltersweg 67 Flügel u. Pianinos der berühmten Hofpianofortefabriken 773 Steinway and Sons, Schiedmayer & Söhne, Heinr. Knauss Söhne, Rich. Lipp Sohn, Steingräber & Söhne, Selinke & Sponnagel, W. Ritmüller & Sohn, Zeitter & Winkelmann etc. etc. Violinen, Bogen, Zithern, Saiten. Vermiethung von Pianos« Reparaturen. — Stimmungen. — Sorgfältige Arbeit. Mässige Preise. — Langjährige Garantie. Gebrauchte Instrumente werden in Zahlung genommen. Hirsespreu iKetzkartoffeln, XÄ*' empfiehlt die Adler-Drcaer^ von 3557] Schulstratze 6. 3261 w ää । • Kinderwagendecken [3662 in reicher Auswahl, empfiehlt zu billigsten Preisen Ernst Bloedner 3646 Seltersweg. sehr gut ^halten, öiuiinv, billig zu verkaufen. 3721_____________Licherstratze 3, 1. 3708] «in sechsjähriger brauner nordd. Wallach, zugfest und fehler, frei, ist z« verkaufen. Wo? sagt die Expedition.____________ Fussbodenanstrich, schnell unb hart trocknend, in jeder gewünschten Farbe, sowie alle Oelfarben Lacke, Pinsel rc. billigst. 12811 6ustav Walter, Mänsburg 13. Feinstes Sauerkraut, „ Essig-u. Salzgurken empfiehlt Carl Lehrmund Wwe., 3265 Neuenweg 36. Fussbodenanstrich, schnell und hart trocknend. sowie alle übrigen Lacke und Warben empfehlen billigst A. & G. Wallenfels, 3484 81 Marktplatz 21._______ Tod Tod allen Ratten und Mäusen durch FröhlkcS „Scillitin“, f. Meirichen u. Thiere ungefährlich In Dosen i 60 u. 100 Pfg. nur allein ächt bei Gustav Walter, 3305________MLuSburg 18, «ietzen. Fft. Gothaer Cervelatwurst empfiehlt 3509 L. Kalkhof. Aachener Badeofen D. R.-P. 18000 Stück in Betrieb mit nenen Verbesserungen in 5 Minuten ein warmes Bad! bis heute unerreicht in Schnelligkeit der Heizung und Gasersparniss. Preisgekrönte Gasheizöfen. Prospecte gratis und franco. 3231 J. G. Houben Sohn Carl Aachen- Wieder Verkäufer an fast allen Plätzen. QDBBj Dermietsiungen. 3713] 6itt LogiS zu vermiethen bei Schreiner Hetz, Kaplansgasfe 25. 3698] ein kleines KamMenlogiS zu vermiethen. Neustadt 33. 3702] Bleichstraße Nr. 4. HauS mit «arten zu vermiethen, eo. zu verkaufen. Näheres «. KleeS, Agent, Süd-Anl-18. 3411] Bergstr. Nr. 1 Wohnung im mittl. Stock — 7 Zimmer u- Zub. — zu vermiethen durch Architekt Stein. 3661] eine Mausarvenwohnung zu vermiethen. Bahnhofstraße 62. 3645] ein kleines Familienlogis per 1. Mai l. I. zu vermiethen. ___ KaplanSgaffe Nr. 19, 3650] Ein Familienlogis m. all. Zub. bis 1- Ium zu perm. I. Becker, Schottstr. 17. 3655] Frenndl. Familienlogis zu vermiethen-___________Kaplansgasfe 18. 3582] Zwei kleine Zimmer und Küche mit Garten sofort zu vermiethen. Zu erfragen Wetzlarerweg 30._______________ 3027] Wegzugshalber ist der 2. Stock ver 1. Juli zu vermiethen. 3027 _______H GrSninger, Steinstr. 43. 31021 Westanlage 17, Bel-Etage, per 1. Juli d. Js. zu vermiethen.__________ 1581] Der mittlere Stock, 4 auch 5 Zim. mit Zubehör, ist per sofort zu vermiethen._________________Mrchstraße 2. 3412] Sofort zu bezieh, zwei 5 Zimm-- Wobn. mit Zubeh, i. schönst, freier Lage, prachtv. Aussicht Auch gebe dieselben mit 3—4 Zimmern ab. Christ. Pfeiffer, an Steins Garten. 3076] Wohnung von 4 Zim. u. allem Zubeh. zu verm- Verlängerter Asterweg 48. 35011 LogiS von 4 Zimmern u- Zubeh, im 2. Stock, per 15. Juli zu vermiethen. I. Ktingelhöffer, Asterweg 26. 3659] MöbttrteS Zimmer mit Ta. bind.___________Alicevratze 27. 3658] ein möblirtes Zimmer zn verm._________vleichstratze 18, 3. 3574] Ein möblirtes Zimmer zu ver, miethen.___________________Asterweg 5. 3558] Zwei unmöbl. oder ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Seltersweg 57. 3560] Schön mödl. Zimmer zu verm. Frau Postsecretär Ebert, Asterweg 29*/io. I 3418] ein schön möbl. Zimmer zu vermiethen._______Asterweg 6. 1. St. 1498] Möbl. Zimmer, eoent. mit Cabinet, zu vermiethen. L. FrohnhLnser, MäuSburg 7. 1422] Möblirte Zimmer zu vermiethen mit und ohne Pension- Asterweg 2. 3588] Möbl. Wohn- u-Schlafzim. u. ein- zelnes Zim. zu verm Ludwigsplatz 3, 3 3219] Freundlich möbl. Zimmer in ruhiger Lage zu vermiethen. Näheres in der Expedition d. Bl. 3488] Möbl. Zimmer zu vermiethen- Bleichstraße 11, mittlerer Stock-___ 3623] Ein einfach möblirtes Zimmer zu vermiethen.______SetterSweg 61. 2891| Zwei unmöbl- Zimmer, event. mit Mittagstisch, an Herrn oder Dame zu vermiethen-__________Dammstraße 41. 3719] An eine alleinstehende Person sind zwei Zimmer zu vermiethen, sofort oder 1- Juni beziehbar. ________I. Rnckffuhl, Steinstraße 47. 3712] Einfach möblirtes Zimmer zu vermiethen. Bleichstraße 15, Hinterhaus 3704] Ein kleines möblirtes chen zu vermiethen Neuenweg 7. 3715] Möblirtes Zimmer. ________________Bleimstratze 13, 1. 3686] Die seither vom Corps „Teutonia" innegehabte Kneipe (im Wiener Hof), ist vom 1. Juni l. I. ab anderweitig zu vermiethen. Näheres bet I. Horrnann, Mäusburg. Vermischte Anzeigen. Atelier ^für Portraitsmaierei. Unterricht im Einzelnen, als auch Monatscursen. Otto Fritz, Kunstmaler 24 Bleichstrasse 84. [1437 3680] ein Kaffenschrank, 57 cm hoch, 47 breit, 35 tief, gegen einen kleineren zu vertauschen oder zu verkaufen. Näheres in der Expedition d- Bl. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir infolge freundschaftlicher Uebereinkunft, an Stelle unseres bisherigen Oberagenten, Herrn Louis Hahn, nunmehr dem Herrn Christoph Arnold, Marktstraße 28 in Gießen die Oberagentur der von uns vertretenen Gesellschaften für Gießen und Umgegend übertragen haben. Der Genannte ist zur Aufnahme von Anträgen und zur Entgegennahme von Prämiengeldern für die untengenannten Gesellschaften berechtigt. Offenbach a. M-, im April 1894. Die General-Agentur: der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, der Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft und der Wilhelms in Magdeburg, Allgem. Versicherungs- Actikn-Gefellschast (Abteilung für Transportversicherung). E Berck. C. Hahn. Die General-Agentur: der Milhelma in Magdeburg, Allgem. Nersicherungs-Altien-Gesellschaft (Abtheilung für Transportversicherung) I. M. Weber. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. d., Nachmittags i/23 Uhr, vom Trauerhause, Kreuzplatz, aus statt. 3720 Bezugnehmend auf vorstehende Bekanntmachung empfehle ich mich dem geehrten Publikum zur Aufnahme von Versicherungs-Anträgen und bin zu jeder Auskunft gerne bereit. 3697 Gießen, im April 1894. Christoph Arnold, Marktstraße 28. Todes-Anzeige. Lieben Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß gestern Abend 11 Uhr unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Rüger nach kurzem Krankenlager sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen, 26. April 1894. Tödes - Anzeige Giessen und Darmstadt. 3724 Die Beerdigung findet statt von der Aliceschule, Oswaldsgarten, Samstag den 28. d. 31., Morgens 11 Uhr. Gestern Abend 11 Uhr verschied sanft nach längerem Leiden unsere gute Gattin, Mutter, Grossmutter, Schwester und Schwägerin Elise Zinsser, geb. Vogel. Um stille Theilnahme bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Zinsser. GasleillliW und Reparaturen an solchen werden unter Garantie sorgfältigster Arbeit zu den billigsten Preisen ausgeführt. Heb. Schaifstaedt, Gas- und Wafferleitungsgeschijft, Schanzenstraße 12. Telephon 35. [3435] Telephon 35. 3637] Festsitzende Bruthennen (Glucken) werden gesucht. ________Pulvermühle. Pferde znm Schlachten werden stets angekauft. [23 Keßler, Roßschlächter. 4000 Mark als 1. Hypothek, auf neues Wohnhaus mit Garten, gegen 4% gesucht. Offerten unter G. H. an die Expedition. 3644 3616] Für ein zweijähriges Kind werden gewissenhafte kinderlose Leute als Pffegeettern gesucht. Bewerber wollen ibre Adresse in der Exped. unter Nr. 3616 niederlegen. 3616 * 3486] Junger angehender Kellner oder Kellnerlehrling wird gesucht. _____________________S-ff. Sos. LackirerlehrUuaZ sucht__________Ä. Leib, Kirchstraße 2. 2 Kchuhmachergesellen sucht W. Zernickow. Bad Nauheim, Burgstraße Nr. 15. Auch wird ein braver Junge in die Lebre genommen________________3642 Lehrling mit guten Schulkenntnissen für ein hiesiges Colonialwaarengeschäft gesucht. Zu er» fragen in der Expedition.___________3692 HchmieSegeselle iÄ Wilhelm Schäfer, Schmied, 3722__________Alten • »rrseck. Ein Schlosserlehrling kann eintreten. Wo? sagt die Exped. 3705 Junger Mann sucht bis Mitte Juni eo. 1. Juli Stelle als angehender CornrniS in einem Colonialwaarengeschäft. Näheres A. Pauli, Specereigeschäft, 3690_______Langsdorf bei Hungen. 3639] Ein junger Kaufmann sucht per 1. ober 15. Mai in der Nähe des Selterswegs ein möblirtes Zimmer mit vollständiger Pension, Ha« milienanschlutz. Offerten unter 8.100 an die Expedition d. Bl.________________ Gesucht für Mitte Mai ein zuverlässiges, gut empfohlenes Mädchen für Küche und Haus. Frau Prof. Krüger, 3635______Frankfurterftraße 4, 3. Mädchen daS alle Hausarbeit versteht, wird per 1. Mai gesucht. 3629 _______________»ahnhofffratze 8. 3711] Tüchtiges Dienstmädchen ae- sucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl. Sofort gesucht ein anstelliges, sauberes Dienstmädchen mit guten Zeugnissen. Frau Ludwig Racke, 3707______________Westanlage 15. 3714] Jüngere Mädchen, vom Lande, suchen alsbald Stelle durch Vermiethfrau Geybicke, Bahnhofstraße 43. 3717] Jüngeres Mädchen für einige Stunden am Tage zu einem Kinde ge- sucht. Südanlage 15, 3. Stock.__ Zoologischer Garten zu Frankfurt a. M. Sonntag den 29. April, während des ganzen Tages: Eintrittspreis 50 M, Kinder 25 M, Aquarium 20 ptq. Im kleinen Saal des Gesellschaftshauses von 10—12 und 3—7 Uhr Vorstellung der Krao ‘^3? 18jähr. Tochter einer merkwürdig behaarten Familie in Siam. Besonderes Eintrittsgeld 20 Pfg. 3701 ____ Nachmittag und Abend: Ak Doppel Concert 5g ausgeführt von der Musik des Großh. Hess. Dragoner - Negts. No. 24 (Leibdrag.-Regt.) unter Leitung des Herrn Musikdir. Stützet und der Kapelle des Gartens unter Leitung des Herrn Kapellmeister Keiper. Kaufmännischer Verein Gießen. Ordentl. General-Versammlung am Samstag den 28. April, Abends 8 Uhr Präeis im Vereiusloeal (Poftkeller). Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1893/94; 2. Rechnungsablage, Wahl der Revisoren; 3. Statuten-Aenderung in Betreff des ^34: Vergrößerung des Vorstandes, sowie des § 21: Erhöhung der Jahres-Beiträge seitens der unterstützenden Mitglieder auf Mk. 10; 4. Wahl des Vorstandes; 5. Wahl einer Commission zur Revision der Statuten; 6. Wahl des Aufnahme-Ausschuss es, sowie der Ersatzmänner dafür; 7. Berathung und Feststellung des Voranschlages für das Geschäftsjahr 1894/95; 8. Eoentl. weitere Anträge, die nach § 51 der Statuten mindestens 6 Tage vor der General-Versammlung dem Vorstand schriftlich zu unterbreiten sind. Wegen der Wichtigkeit der Verhandlungen bitten wir unsere Mitglieder um recht zahlreiche Betheiligung und rechtzeitiges Erscheinen. 3414 ____________________________Der Vorstand. Deutsches Haus in Wetzlar, erstes Bier- und Restaurationslocal, mit hochfeinen Gesell- fchaftsräumen. Münchener, Hanauer und Wetzlarer Ex Portbier. Gute reine Weine nnd reichhaltige Küche bei 3716 eigener Schlächterei. Zur Beachtung! Unserer werthen Kundschaft zur gefälligen Kenntniß, daß wir uns nicht getrennt haben, wie irrtümlicher Weise angenommen wird, und unsere Wohnung nach wie vor Tiefenweg Nr. 9 sich befindet. 3709 Hochachtungsvoll Kröck & Müller, Schwalbs Nachs., Dachdeckermstr. Licht- und Kraft-Anlagen. Wir suchen für unsere überall vorzüglich eingeführten Ea- bricate geeignete Herren als Vertreter. 12jährige Specialität. üeber 1200 duBtriezweigen. sasa Elektrotechnische Fabrik Rheydt Max Schorch die., Rheydt, Rhpr. Zur Confirmation empfehle mein Lager in Gesangbüchern von den billigsten bis zu den feinsten Einbänden, sowie Confirmations-Gra tnlationskarten in großer Auswahl. 2752 Wilhelm Klee, Marktssrahe 2. Netzactioa! Ä. Scheyda. — Druck and Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gießen.