Nr. 172 Erstes Blatt. DonncrSIa-i den 26. Juli 1894 Der Htetzener Anjeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamitieaVtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General-Anzeiger. Vierteljähriger AboancmcnLspretSr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. > Durch die Post bezogen--. 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: SLutüraße Ar.?. Fernsprecher 51. Aints- un^ 2lnzeigeblcrtt für ben Ttreis (ßicfecit Gratisbeilage: Gießener Aamitienölätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Quarantäne eingerichtet für Solche, die aus Adrianopel nach anderen Orten der Türkei reisen. Bombay, 24. Juli. Ein Orkan hat im Westen Indiens große Verheerungen angerichtet. Tausende von Aeckern Landes wurden überschwemmt, die Ernte wurde vollständig vernichtet, die Eisenbahnen unterbrochen und an verschiedenen Orten zahlreiche Personen getödtet. Philadelphia, 24. Juli. Der wegen seiner Reise von Wien nach Paris in einem Koffer bekannte Schneider Hermann Zeitung behauptet,wie Dowe einen kugelsicheren Panzer erfunden zu haben, der aus Fasern von Kokosnüssen angefertigt ist. Diesbezügliche Versuche wurden angestellt. 224 Stimmen abgelehnt und darauf der erste Theil des Artikels 3 mit 316 gegen 180 Stimmen angenommen. Die Radtcalen und Socialisten beschweren sich, daß die Discussion unterdrückt werde und verlangen Vertagung bis morgen, die aber abgelehnt wird. Darauf wird der zweite Theil des Artikels 2 mit 327 gegen 148 Stimmen und dann der ganze Artikel 2 des Anarchistengesetzes angenommen. Deutsches Reich. Berlin, 24. Juli. Das hochherzige Beispiel des Kaisers, welcher unter Bekundung seiner Theilnahme an den Prinzregenten Luitpold für die durch einen furchtbaren I Sturmwind schwer geschädigten oberbayertschen Ortschaften 3000 Mk. gespendet hat, wird ohne Zweifel von vielen hoch- I herzigen Männern und Körperschaften in Deutschland Nach- I ahmung finden, und wird voraussichtlich in vielen deutschen I Städten eine Sammlung zu Gunsten der Noth leidenden I Oberbayern vorgenommen werden. — Die frühzeitige Einberufung des Reichstags soll doch stattfinden, und entspringt die Absicht der Reichsregierung, den Reichstag zu seiner Wintersession frühzeitig einzuberufen, in erster Linie dem Wunsch, diesmal eine gründliche Durchberathung der Steuerreform zu ermöglichen. Bekanntlich ist in der vorigen Session Alles, mit Ausnahme der Stempelsteuer, kurzer Hand, ohne jede ernsthafte Berathung abgethan worden. Das damals zu Stande gekommene Stempelsteuergesetz ist nun ein Tropfen auf einen heißen Stein. — Der preußische Handelsminister Freiherr von Berlepsch hat sich bei einem zu seinen Ehren in Sorau veranstalteten Esten, an dem mehrere Mitglieder der Handelskammer theilnahmen, über die von ihm geplante Neuorganisation der Handelskammer ausgesprochen. Der Minister sagte: Es sei nothwendig, wenn die Staatsregierung daS Gedeihen von Industrie und Gewerbe thatkräftig fördern wolle, daß dieselbe im Lande Organe besitze, welche mit Verständniß und Objectivität ihre Gutachten in allen wichtigen rommerziellen Angelegenheiten abgäben. Diese Körperschaften, wie sie hier durch die Handelskammer vertreten seien, mit mehr Befugnissen auszustatten und dadurch ihren Wirkungskreis zu erhöhen, sei sein Bestreben, an dem er als Freund der Selbstverwaltung, die sich im preußischen Staatswesen seiner Ansicht nach bestens bewährt habe, festhalte. Er beabsichtige, bei den Handelskammern Umfrage zu halten, wie durch eine Neuorganisation derselben am besten weiterhin die Interessen von Handel und Industrie gefördert werden könnten, und auf Grund dieser Gutachten, Ansichten und Wünsche werde er dann der Volksvertretung einen Gesetzentwurf vorlegey, der hoffentlich zu einer segensreichen Fortentwickelung von Handel und Industrie beitragen werde. — Aus Lissabo n kommt die Nachricht, daß die ,,Streitfrage" zwischen Deutschland und Portugal betreffs Kionga, das in dem südlichen Zipfel der Colonien Deutsch- Ostarika liegt, zum „Gegenstand einer Vermittelung gemacht werde." Eine solche Vermittelung ist nicht nöthig, da Kionga unbestritten Deutschland gehört. Coeofc* rrirö ptwhtjklkf» Gießen, den 25. Juli 1894 ** Zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhesteu wurde Herr Regierungsrath i. P. Carl Jost hier zugelasten. ** Die Bahnsperre wird, wie nunmehr feststeht, end- giltig beibehalten. Der bisherige „Versuch" damit soll zum 1. October eine wesentliche Erweiterung erfahren. Im Laufe des Etatsjahres 1895/96 soll sie auf allen Hauptbahn- strecken eingesührt werden, soweit dies bis dahin noch nicht geschehen sein wird. * ♦ Diebstahl. In einem Neubau der Hofmannstratze wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. dss. Nits, eine Kiste erbrochen und die darin befindlichen, den Arbeitern ge- hörigen Kleidungsstücke gestohlen. Den Thätern ist man auf der Spur. ... , * * Grober Unfug wurde in letzter Zeit in einem Neubau in der Ltebigstraße durch Schuljungen verübt, indem sie mehrere Baugegenstände zerschlugen, die Wände zerkratzten und die Eßgeschirre der Arbeiter verunreinigten. Da die Thäter ermittelt find, werden die Eltern den nicht unbedeutenden Schaden zu ersetzen haben. * * Ausstellung in Darmstadt. Die Betheiligung an der Fachgewerbe-Ausstellung für Hotel- und Wirthschaftswesen, I welche vom 5. bis 12. August d. I. im Städtischen Saalbau zu Darmstadt stattfindet, ist eine über Erwarten große, I so daß nicht nur sämmtliche Räume des Saalbaus in An- | spruch genommen, sondern noch Hallen errichtet werden müssen- die größte derselben soll mit dem Siemens'schen Drahtglas gedeckt werden. Unter den mannigsaltigen Schaustellungen wird u. A. eine vollständige Waschanstalt mit Motorenbetrieb, Kraut- und Stopfenschneidereien, welche in regelrechtem Betriebe arbeiten sollen, die Aufmerksamkeit auf I sich ziehen, ebenso werden Champagner- und Mineralwasser- I Apparate in Thätigkeit treten und Koch- und Heiz-Apparate der verschiedensten Art im Gebrauche gezeigt werden. Keltern und Kellergeräthe, Billards rc. sind bedeutend vertreten. Ein Champagner-Ausschank erster deutscher Schaumweinfabriken wird seine Anziehungskraft ausüben. Für die Dauer | der Ausstellung sind große Nachmittags- und Abend-Concerte I vorgesehen und ist daher auch in dieser Hinsicht gesorgt. In I der übrigen Zeit werden sowohl große Musikwerke, als I Musikautomaten neuester Construction ihre Weisen ertönen I lassen, und den Klaviervirtuosen ist reichlich Gelegenheit gr- I geben, Pianinos aus den hervorragendsten Fabriken zu I probiren. Erfreulicherweise haben fast sämmtliche Eisenbahn- Verwaltungen Deutschlands freie Rückbeförderung der Ausstellungsgüter zugesagt, und gewährt die Hessische Ludwigs- I Eisenbahngesellschaft am 5., 8. und 12. August den Aus- I stellungsbesuchern freie Rückfahrt auf ein einfaches Billet. Es ist noch zu berichten, daß der Vertrieb der Ausstellungs- I loose einen befriedigenden Fortgang nimmt. So kann diese Ausstellung in jeder Hinsicht als eine bedeutende und sehr reichhaltig beschickte bezeichnet werden und dürfte auch dementsprechend der Besuch ein großartiger sein. • * Für die Fleischpreise steht ein weiterer Aufschlag zu gewärtigen, was freilich nicht Wunder nehmen kann, wenn man sich erinnert, daß, veranlaßt durch Futternoth im Vorjahre, die Landwirthe genöthigt waren, alles irgend entbehrliche Vieh zu jedem Preise loszuschlagen, während angesichts der diesjährigen guten Futterernte die Leute bemüht I sind, ihren Viehstand wieder zu ergänzen. Dem „Fr. Journ/ I wird hierüber von sachverständiger Seile geschrieben: „Die Metzger werden im Laufe dieser Woche Versammlungen wegen Preisaufschlag abhalten. Wenn heute kein Vieh aus Oefttr- I reich eingeführt gewesen wäre, so würde die Stadt ihren eigenen Bedarf nicht haben decken können. Viele kleine Landwirthe kamen und kauften Rinder, um solche bei der I großen Futterernte anzubinden. Auch die Preise für Schweine Ausland. Paris, 24. Juli. Der weitere Verlauf der Berathung des Anarchistengesetzes in der französischen Deputirten- kammer am Montag und Dienstag war im Allgemeinen für die Regierungsanträge sehr günstig. Der Berichterstatter der Gesetzes-Commission theilte am Montag zunächst den neuen Text des Artikels 2 des Anarchistengesetzes mit. Der • Ministerpräsident Dupuy forderte die Kammer auf, als Zeugniß ihres Vertrauens dieser Entscheidung zuzustimmen und alle Gegenanträge zu verwerfen. Die Deputirten Brisson, Goblet, Naquet und Pourquerz protestirten in den schärfsten Ausdrücken gegen die Erklärungen Dupuys, welche sie als verfaffungswidrig und als einen neuen 2. December bezeichneten. Naquet und Pourquerz erhielten dafür den Ordnungsruf. Hierauf wurden zwei Unteranträge Charpentiers, wonach Niemand wegen eines Privatbriefes oder in seiner Wohnung geführter Reden soll verfolgt werden können, mit 297 gegen 166, beziehungsweise 283 gegen 176 Stimmen abgelehnt. Im weiteren Verlauft der Sitzung bekämpfte der Radicale Pelletan den Artikel 3 des Anarchistengesetzes, welcher die Strafe der Verbannung ausspricht, und erklärte, es würde eine Schande für die Republik sein, wenn eine solche Strafe für ein Vergehen, das nur in einer Ansicht bestände, festgesetzt werden sollte. Justizminister Guertn erwiderte, das Gesetz habe nur die Bekämpfung der Anarchie und nicht die Bekämpfung der anständigen freien Willens- Meinung im Auge, übrigens wäre die Anwendung der Verbannung von allen wünschenswerthen Garantieen umgeben und das ganze Land billigte die Gesetzesvorlage gegen die anarchistische Secte. (Beifall.) Ein von Balsan befürworteter Antrag, nach welchem es nur den Schwurgerichten zustehen soll, die Verbannung auszusprechen, wurde mit 219 gegen Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Correspondmz-Bureau. Berlin, 24. Juli. Der „Retchsanzeiger" meldet: Das kaiserliche Patentamt veröffentlicht aus Grund des Gesetzes I vom 12. Mai 1894 zum Schutze der Waarenzeichen ! Bestimmungen über Anmeldungen von Waarenzeichen. Berlin, 24. Juli. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Eine Uebersicht über die Betriebsergebnisse der deutschen Eisenbahnen ergibt pro Juni aus dem Personenverkehr Mehreinnahmen im Betrage von, 1,320,411 Mk., aus dem I Güterverkehr eine Mehreinnahme von 3,587,459 Mk. gegen I Juni des Vorjahres. Berlin, 24. Juli. Der ehemalige freisinnige Abgeord- nete, Stadtrath Gustav Eberty, ist gestern im Alter von 54 Jahren gestorben. Berlin, 24. Juli. Die Durchschießung des Dow e'schen Panzers bei den Versuchen, die von der Gewehrprüfungscommission in Spandau vorgenommen waren, | bestätigt die „Kreuzzeitung" und fügt hinzu, daß auch ein zweiter Panzer, den der Vertreter von Dowe zur Verfügung stellte, gleichfalls durchschossen wurde. Die Zustellung eines dritten ganz sicheren Panzers sei trotz gegebener Zusage nicht ] mehr erfolgt. Der Dowe'sche Panzer ist daher für milt- | tärische Zwecke gänzlich unbrauchbar. Petersburg, 24. Juli. Der „Regierungsanzeiger" theilt mit: Das Zolldepartement verfügte die Hinterlegung einer । Zollcaution für die nach Rußland eing ehenden Flußschiffe, weil 1893 allein bei dem Weichselzollamt Neschawa | 55 Schiffe, für die der Zoll 75,000 Rubel Gold betrug, nicht zurückgeführt wurden. Depeschen der Bureau „Herold*. Berlin, 24. Juli. Bei dem gestern gemeldeten Todesfall eines Schiffers in Charlottenburg hat es sich, wie bacteriologisch mit vollster Sicherheit festgestellt ist, nicht um asiatische Cholera, sondern lediglich um Brechdurchfall gehandelt. Berlin, 24. Juli. Verschiedenen Meldungen zufolge ist der Reichstagsbauverwaltung amtlich der Auftrag zugegangen, das neue Reich stagsgeb äud e bis Mitte October zur I Benutzung ferrigzustellen. Berlin, 24. Juli. Für den Aufenthalt des Kaisers in Cowes sind vier Tage, vom 7. bis 10. August, in Aussicht genommen. Die Abreise erfolgt voraussichtlich von I Wilhelmshaven aus am 5. August. Paris, 24. Juli. Der Proceß gegen Caserio wurde auf den 2. August vertagt. Paris, 24. Juli. Die Polizei verhaftete heute den Sohn des Directors der Revue Financiöre, welcher sich als I Anarchtst bekannte. Paris, 24. Juli. Die Kammer hat bis jetzt die vier ersten Artikel des Anarchistengesetzes angenommen. London, 24. Juli. Eine Kriegserklärung zwischen China und Japan ist noch nicht erfolgt, wird indeß jeden Augenblick erwartet. Japanische Kanonenboote sollen jedoch bereits koreanische Häfen bombardiren. London, 24. Juli. Aus Tanger wird gemeldet, Sultan Abdul Az iz habe am 21. seinen Einzug in die Hauptstadt Fez gehalten. Die Bevölkerung habe ihn jubelnd ausgenommen. Alle Stämme erkannten ihn als Sultan an. London, 24. Juli. Auf die Nachricht, daß China Truppen auf Korea gelandet habe, hat die hiesige Regierung an die chinesische und japanesische Regierung Telegramme gesandt, in denen sie dieselben auf die Folgen kriegerischer Verwicklungen aufmerksam macht und sie ermahnt, von den I Feindseligkeiten abzulassen. London, 24. Juli. Zuverlässigen Nachrichten aus Kon- stantinopel zufolge sind durch das Erdbeben über 1000 Menschen umgekomwen. Petersburg, 24. Juli. Die Vermählung des Thronfolgers ist nunmehr definitiv bis Januar 1895 verschoben. — In den letzten Tagen fanden mehrere Ver- I Haftungen wegen nihilistischer Umtriebe statt. Adrianopel, 24. Juli. Die Cholera wurde hier | amtlich ftstgestellt und in Mustapha Pascha eine fünftägige gingen in die Höhe- von Kälbern gar nicht zu reden. Die leeren umliegenden Bäder sind nicht daran schuld, sondern der Landwtrth will seinen Viehstand, der durch die vorjährige Mißernte decimirt war, wieder ersetzen." * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Erdarbeiter Karl Dotzauer aus Neideck in Böhmen vom Polizeiamt Gießen wegen Diebstahls- Kammmacher August Emig aus Ober-Ramstadt vom Amtsgericht Darmstadt I wegen Strafvollzugs - Bahnarbeiter Peter Falk aus Seifersbach von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Gottes- dtenftstörung- Dtenstknecht Adam Herold auS Schwarzenfels bei Gelnhausen vom Polizeiamt Gießen wegen Diebstahls- Dienstknecht Jacob Herd aus Lorsch vom Amtsgericht Offenbach wegen Unterschlagung- Taglöhner Martin Nikolaus Klein aus Hechtsheim von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Verübung unzüchtiger Handlungen- Fuhr- knecht Wilhelm Rehm aus Nieder-Florstadt, zuletzt in Bad Nauheim, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls und Unterschlagung- Bäckerbursche Jakob Sohns aus Geisenheim, zuletzt in Kelsterbach, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Diebstahls und Betrugs - Maurer Adam Pracht aus Nieder-Beerbach vom Amtsanwalt Osthofen wegen Betrugs. * * In der jetzigen Zeit der kalten Bader dürften die folgenden Baderegeln wohl am Platze sein. 1) Mit 15 bis 16 Grad Reaumur fange an zu baden. 2) Gehe langsam zur Bade-Anstalt. 3) Unterlasse das Baden nach reichlicher Mahlzeit, bade aber auch nicht völlig nüchtern. 4) Fünf Minuten angekleidet warten. 5) Rasch auskleiden und ins Wasser springen. 6) Bei erhitztem Körper und raschem Pulsschlag muß man sich vor dem Bade 10 bis 15 Minuten ruhig verhalten, bis das Baden ohne Nachtheil geschehen kann. 7) Bade nur 10 bis 15 Minuten - für schwächliche, nervöse Personen genügen 5 Minuten. 8) Beim Baden bewege man sich tüchtig, reibe die Brust und kühle fleißig den Kopf, um Kopfschmerz vorzubeugen. 9) Nach dem Baden trockne man zunächst die Füße, Arme und Beine, dann erst Leib, Brust und Kopf. 10) Nach dem Bade mache man sich Bewegung, bis der Körper sich erwärmt. 11) Bade bis 12 Grad Reaumur Wasserwärme herab ganz unbesorgt im offenen Bade. 12) Kinder unter 6 Jahren bade man im Freien an sonnigen Stellen mit Waffer, das den Sonnenstrahlen einige Stunden ausgesetzt war. W $$$ * * Bei der diesjährigen Herbstentlasiuug der Reservisten werden auch die letzten derjenigen Mannschaften nach der Heimath entlasten, welche noch im dritten Jahre ihrer Dienstpflicht genügt haben. Im Durchschnitt befinden sich bei jeder Compagnie etwa 12 bis 15 solcher Leute, denen aber das dritte Dienftjahr dafür Gewähr bietet, in zwei Jahren zu keiner Reserveübung eingezogen zu werden. Zugleich mit ihnen zur Entlassung kommen die ersten nach zweijähriger Dienstzeit ausgebildeten Mannschaften, womit der regelmäßige Turnus in der neuen militärischen Ausbildung beginnt. * * Lebensmittel-Preise Ende Mai 1894. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landes- statistik kosteten: Ochsenfleisch per Pfund Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweinefl. per Pfund Hammelfleisch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 Stück Städte mit Octroi Darmstadt 72 66 70 70 66 13,5 11,5 119-124 18 5-7 Mainz 72 60 75 70 60 12,5 11,5 92-113 18 5-6 Offenbach 70 56 70 70 60 13 12,5 112-122 21 5-7 Worms 72 70 72 68 64 10 10 103-117 17 5-7 Gießen 73 66 66 69 60 13 10 97-108 18 5-6 Städte ohne Octroi Bingen 75 ; 65 60 70 60 11,5 11 110-124 19 5-7 Bensheim 70 1 64 70 64 63 11,5 10 98—114 17 5-6 Alzen Friedberg 66 64 64 64 60 15 10 98-108 17 6-7 70 65 70 60 65 12 10,5 90-100 18 6 Alsfeld 65 60 65 59 — 11 10 90-100 16 4-5 Lauterbach 63 | 63 60 60 56 12 9 120 16 5 0. Obbornhofen, 23. Juli. Bor einiger Zeit brachte der „Gießener Anzeiger" die Nachricht: Die Arbeiten auf der Nebenbahnlinie Hun g en—Fri ed erg seien soweit vorgeschritten, daß mit der Geländeerwerbung in aller Nähe begonnen werden könne. Wir sind in der Lage, dies zu bestätigen und die sehr erfreuliche Thatsache htnzuzufügen, daß nun auch schon die Bahnhofsfrage für uns und unsere Nachbargemeinde Bellersheim entschieden ist. Dieser Tage waren nämlich die Herren Kreisräthe von Gießen, Friedberg und Büdingen in Berstadt beisammen und haben die Sache erledigt. Es giebt nicht zwei Bahnhöfe, sonder nur einen und er kommt mitten zwischen beide Dörfer zu liegen. Hierdurch wird bedeutend an Geld gespart und die Entfernung der beiden Dörfer nach dem Bahnhofe ist doch nur eine geringe. Der Bahnbau beginnt also sicher im Herbste. Anders ist die Sache mit Nidda—Widd ers h etm—Salzhausen—Echzell. Dort hat man noch ein Project aufs Tapet gebracht, die Leute streiten sich noch und die Folge davon ist, daß der Bau wirklich vorerst unterbleibt. A Groß Eichen, 24. Juli. Die Frau eines hiesigen Waldarbeiters fuhr gestern mit einem mit Kühen bespannten Wagen dem nahen Burgwalde zu, um Gras zu holen. Auf der Straße scheuten die Kühe vor einem Kinderwägelchen und gingen durch. Die Frau hatte die Leine fest um die Hand geschlungen, als plötzlich das eine Rad die Leine fing und nun dieselbe um die Nabe mit aller Kraft wickelte. Auf entsetzliche Weise wurde hierdurch die Hand verstümmelt. Der Zeigefinger wurde buchstäblich herausgezogen und fiel zu Boden- die übrigen Finger drückten sich breit und die Handfläche wurde zerquetscht. Die Flechsen waren handlang aus der Hand herausgezogen. Trotz der entsetzlichen Verwundung hatte die Frau noch so viel Geistesgegenwart, den abgedrehten Finger aufzuheben und das Gefährt dem Walde zuzuführen. Hier aber brach sie ohnmächtig zusammen. § Aus dem Ohmthal, 24. Juli. Die Kornernte hat seit gestern im ganzen Thale begonnen. Bereits reihen sich die Kornhaufen im Felde. Nach ihrer Anzahl zu ur- theilen, muß der Ausfall der Kornernte quantitativ ein guter werden. Das schöne Wetter begünstigt die Reife des Korns, die wahrhaft afrikanische Hitze aber erschwert die Erntearbeit. Das Thermometer zeigte heute schon Morgens acht Uhr 20 Grad R. im Schatten. — Das vorgestrige Gewitter- wetter war von ungemein starken Regengüssen begleitet, die so gründlich durchweichten, daß nunmehr bis zur Beendigung der Ernte keine Niederschläge mehr von Nöthen sind. Das Wasser der Ohm ist sehr gestiegen und sehr trüb, ein Beweis von der Stärke der Regengüste. BP Grüuberg, 23. Juli. Gestern feierte der „Ohm-Lumdathal-Sängerbund" in Weitershain sein viertes Bundesfest, das leider ähnlich wie seine Vorgänger durch sintfluth- artige Regengüsse große Störung erlitt. Erschienen waren außer den 13 Bundesvereinen noch einige nicht zum Bund gehörige Nachbarveretne, die alle in ihren Einzelvorträgen und dem Gesammtchor ein eifriges Vorwärtsstreben erkennen lassen. Alsfeld, im Juli. Herr Decan Karl Müller erhielt auf ein zum Geburtstage des Fürsten Bismarck letzthin eingesandtes Begrüßungsgedicht folgende Antwort: „Für Ihren poetischen Glückwunsch sage ich mit Freuden über die gelungene Fassung desselben meinen verbindlichsten Dank, v. Bismarck." Weiter meldet die „Darmst. Ztg", daß der Fürst die Widmung zur zweiten Auflage des Werkes „Thiere der Heimath" von Adolf und Karl Müller bereitwillig angenommen hat. Mainz, 24. Juli. Der Husar, der vor einigen Wochen in dem benachbarten Hochheim durch Unvorsichtigkeit den Husaren Louis Falk derart verletzte, daß Falk an der erhaltenen Verletzung verstorben ist, wurde von dem Milttär- grricht zu einer längeren Festungsstrafe verurtheilt. Die Publikation des UrtheilS erfolgt erst nach dessen Bestätigung durch den Kaiser. * Berlin, 22. Juli. Ein Mordversuch ist am SamS- tag Abend auf eine junge Dame, die in dem Fiebach'schen Geschäft an der Ecke der Schwedterstraße als Kasfirerin an- geftellt ist, verübt worden. Wie das „Kl. Journ." berichtet, hatte der Thäter, der früher in dem Geschäft als Handlungsgehilfe angestellti war, schon lange das junge Mädchen mit seinen Liebesanträgen verfolgt, fand aber bei der Kassirerin keine Gegenliebe. Aus Aerger darüber machte er der Dame schon oft große Schwierigkeiten in der Geschäftsführung und verfolgte sie nach wie vor in wahrhaft aufdringlicher Weise. Das Fräulein klagte schließlich der Frau Fiebach ihre Noth und diese theilte dies ihrem Manne mit, der dem jungen Manne zum 1. Juli seine Stellung kündigte. An diesem Tage verließ derselbe auch das Geschäft und die junge Dame hatte seitdem vor ihrem Verfolger Ruhe. Der Handlungsgehilfe hatte indessen den Plan zum Morde gefaßt und ver- schiedene Male dem Mädchen aufgelauert, das jetzt das Geschäft stets nur in Begleitung verließ. Dem Verfolger fehlte nunmehr jede Gelegenheit, mit dem Mädchen wieder zusammen- zutreffen. Er kaufte sich eine Perrücke und einen falschen Bart, machte sich vollkommen unkenntlich und kam am Samstag Abend nach 8 Uhr in den Laden von Fiebach, wo er zehn Briefmarken verlangte. Erft als ihm die Kassirerin dieselben reichte, erkannte sie zu ihrem Entsetzen ihren Verfolger. Dieser feuerte drei Schüsse auf die Erschreckte ab, von denen zwei oberhalb der Leber in den Körper drangen. Der Thäter entfloh, stellte sich aber noch in der Nacht der Behörde. * Trier, 20. Juli. Die nächste Schwurgerichtstagung wird sich wiederum mit einer Dorsliebestragödie zu beschäftigen haben. In der hiesigen Strafanstalt befinden sich zur Zett in Untersuchung der Stellmacher Meurer aus Deuzen bei Kirchberg und die Wittwe des Ackerers Schneider aus Stipshausen. Die beiden standen in Beziehungen und trachteten schon seit Monaten, den Mann der Schneider aus dem Wege zu schaffen. Ende des vergangenen Monats gelang ihnen die verbrecherische That. Das Weib sandte ihrem ahnungslosen, im Walde arbeitenden Manne vergiftete Speisen, nach deren Genuß der Mann in wenigen Stunden starb. Die Frau hat schon ein umfaffendes Geständniß abgelegt, Meurer leugnet jedoch noch hartnäckig seine Theilnahme an dem Verbrechen, obwohl schon vachgewtesen ist, daß er das Gift in Caub gekauft hat. Außerdem wurde ein Zettel aufgefangen, den er im Untersuchungsgefängniß zu Rhaunen seiner Geliebten zu schicken versuchte und auf dem die Worte standen: „Immer nein sagen, nur immer nein sagen." * München, 24. Juli. Am Sonntag ist der bekannte Bergsteiger Jakob Emanuel vom Aggenftein 140 Meter tief ab gestürzt und sofort tobt geblieben. Die Leiche wurde nach Schönbühl gebracht. Rom, 22. Juli. Als eine Gesellschaft von drei Herren und zwei Damen — nämlich ein wohlhabender Einwohner von Albano, Giorni, mit seinen beiden Töchtern, ein städtischer Beamter, Angeloni, und ein Angestellter des Kriegsministertums, Cipelleti, gestern Morgen von Albano nach Genzano fuhren, wurden sie in einem Gebüsch von sechs bewaffneten und mas- kirten Räubern an gefall en und gezwungen, all ihr Geld und ihre Schmucksachen auszultefern. Das geschah auch, da die Gesellschaft unbewaffnet war. Die Räuber erbeuteten ungefähr 180 Francs. Da vor einem Monat auf dem Wege von Marino nach Frascati ein ähnlicher frecher Raub statt- gefunden hat, so herrscht in der ganzen Gegend große Auf- regung. * Loudon, 24. Juli. Herr Pinker, der gestern früh Cap Grisnez verließ, um auf dem Wasserdreirad über den Canal zu setzen, wird als verloren betrachtet. Weder besonders ausgesandte Boote noch die heutigen Canaldampfer haben ihn zu Gesicht bekommen. * Barcelona, 22. Juli. Ein tragisches Eretgniß hat hier stattgefunden. In einem Schlafzimmer einer herrschaftlichen Wohnung brach Feuer aus. Es gelang, daffelbe sofort zu löschen, allein man entdeckte dennoch in einem Bette zwei halbverkohlte Leichen. Es waren die Ueberreste der jungen Hausfrau und ihres Zimmermädchens. Ein von der Dame selbst geschriebener Brief gab Aufschluß über das Geschehene: sie habe in Erfahrung gebracht, daß ihr Mann mit dem Zimmermädchen ein Verhältniß habe und deßhalb habe sie beschlossen, das Mädchen zu sich ins Bett zu rufen, das Bett mit einigen Litern Weingeist zu überschütten und sich sammt dem Mädchen zu verbrennen. Die Dame hat ihren Plan ausgeführt. * Die Erziehung der Hand. „Die Hand und nicht der Kopf muß Beginn und Grundlage der Erziehung sein." Das ist das neue Dogma einer Zukunftspädagogik, die in Amerika im Entstehen begriffen ist. Der umwälzende Factor in dem Unterrichtssystem ist nach diesen Kundgebungen die — Schreibmaschine. „Die Kunst des Schönschreibens und jede andere Handfertigkeit schließen einander aus. Nun aber ist die Nothwendigkeit der Schönschreibekunst bedeutend geringer geworden, seit Thpewriten und Stenographiren in Gebrauch gekommen sind. Diese zwei neuen Methoden, die Gedanken zu fixiren, werden in verhältnißmäßig kurzer Zeit mit der gegenwärtigen Schreibmethode aufräumen, die nur noch ausnahmsweise für bestimmte Zwecke angeordnet werden wird. Jedermann wird dann den Gebrauch der Schreibmaschine erlernt haben- mit der Hand zu schreiben wird man nur noch insoweit lernen, um mit seiner Namensunterschrift Documente zeichnen zu können." „Der Aberglaube, daß ein wohlerzogener Mensch eine schöne Handschrift haben müsse, hat Millionen Menschen der Möglichkeit beraubt, einen glänzenden Verstand und einen starken Willen zu entwickeln." „Die Natur selbst hat uns in dem Tastsinn das Hauptmittel gegeben, Lebewesen zu erziehen." Während also die alte Schule ihren Unterricht mit dem Lesen begann, um darauf zum Schreiben und dann erst zum Zeichnen zu gelangen, wird, die Zukunftsschule in genau umgekehrter Stufenfolge mit dem Zeichnen beginnen, dann zum Schreiben übergehen und ganz zum Schluß erst im Lesen unterrichten. „Die alte Schule erzog die Menschen durch Worte und Symbole zu Leuten, welche viel reden können und wenig thun- die neue Schule aber wird die Menschen durch eine gründliche Ausbildung der Handfertigkeit zu selbständigem Wollen erziehen und zu der Geschicklichkeit, seinen Willen in die That umzusetzen." * Die durchschnittliche mechanische Tagesleistung eines Arbeiters. Behufs Ableitung eines für wissenschaftliche Untersuchungen brauchbaren Durchschnittswerthes hat Franz v. Rziha in Wien Studien über die mittlere Leistung eine« Arbeiters angestellt, die zu sehr interessanten Ergebnissen führten. Alle menschliche Arbeit kann nur auf Kosten der Körperwärme des Arbeitenden ausgeführt werden. Diese Körperwärme wird verbraucht zunächst zur Erhaltung deS Körperzustandes selbst durch ununterbrochene, mechanische Jnnenarbeit, welche vom Willen unabhängig ist, dann zur Ausführung freigewollter äußerer mechanischer Arbeit einschließlich der Denkarbeit. Soll der Beharrungszustand des Körpers aufrecht erhalten bleiben, so kann neben schwerer mechanischer Außenarbeit nur wenig willensfreie Denkarbeit geleistet werden, und umgekehrt. Der Handarbeiter ist also im Jrrthum, welcher dem Kopfarbeiter körperliche Anstrengung abspricht. Alle gewollte Arbeit findet ihre normale obere Grenze in der vom Verdauungsvermögen geregelten täglichen Nahrungszufuhr und dem physiologischen Nährgehalt der letzteren- wird sie darüber hinaus vergrößert, so kann der normale Körperzustand nicht erhalten bleiben. Der Zustand der Ermüdung am Ende einer Arbeitsschicht tritt dadurch ein, daß der ganze physiologische Wärme - Antheil, welcher von der Natur nach dem Gesetze des 24 stündigen Stoffwechsels zum Verbrauch für die tägliche mechanische Außenarbeit bestimmt ist, thatsächlich verbraucht worden ist. In diesem Stadium bedarf der menschliche Körper stundenlanger Ruhe und des Schlafes behufs Ansammlung von neuem Arbeitsvermögen. Der Wiener Forscher hat nun daS mechanische Aequivalent der täglichen Ermüdung aus einer großen Anzahl von Messungen der wirklichen Tagesleistungen eines Arbeiters bestimmt. Die Tagesleistungen sind je nach der Arbeitsart etwas verschieden. Sie betrugen beim Ziehen 110 000 Meter-Kilogramm, d. h. sie sind gleichwerthig der Arbeit, welche aufgewandt werden muß, um 110000 kg Im hoch zu heben. Beim Emportragen von Lasten beziffert sich daS tägliche mechanische Aequivalent auf 122168 Meter ffKilo- gramm, beim Steigen einer Treppe auf 140000 und beim Arbeiten am Hebel auf 146 954. Im Durchschnitt ergiebt sich aus dreißig Beobachtungen als Tagesleistung eines Arbeiters 127 415 Meter Kilogramm. Für ganz kurze Zeit und unter besonderen Verhältniffen, z. B. in Momenten von Lebensgefahr, kann die Leistung erheblich höher werden und auf 100 Meter-Kilogramm die Secunde steigen, weil aus dem großen Vorrath vorübergehend mehr verausgabt werden kann, als dem normalen Ersatzvermögen entspricht. Doch sind dies eben Ausnahmen, welche die normale Gesammtleistung nicht wesentlich beeinflussen können. Die secundliche Leistung ist je nach der Thätigkeitszeit verschieden- für eine fünf- bis achtstündige wirkliche Thätigkeit während einer zwölfstündigen Lohnschicht beträgt sie 7,0 bis 4,4 Meter- Kilogramm die Secunde, für eine 38/* * bis 6stündige wirkliche Arbeitszeit der 8ftündigen Lohnschicht beträgt sie 9,4 bis 6,0 Meter-Kilogramm. Ohne Kenntniß der Schichtdauer kann man annehmen, daß die für die Secunde geleistete Menschenstärke gleich Vi2 Pferdestärke zu setzen ist. • Za einer Badewanne ertrunken ist in Berlin der 22 Jahre alte Reisende Luitpold Auerbach. Als er sich im Badezimmer befand, wurde er von epileptischen Krämpfen befallen, fiel mit dem Kopfe in die gefüllte Wanne und er- trank. Die Leiche wurde in daS Schauhaus gebracht. Verkehr, Canb* unb Volksrvirthschaft. 25. Juli. Marktbericht. Aus dem gestrigen Woch^Ett kostete- Butter vr. Md. 1.0(>-1,20 Hübneretcr 1 Stück 6 1 2 Stück 00—00 A- Käse pr. St. 5—8 A. KäsemÄte or St- 8 A, Erbsen pr- Liter 17 A, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. 1,10—1,^, Hahnen pr. St X 0,50—1,20, Enten pr. St. X 1/70 MB MO, Ochswfleisch pr Pfd 74—78 A/ Kuh- u. Rindfleisch pr. Psd. ——70 A, Schweine^ fleisch pr. Md. 60-70 A, Kalbfleisch pr. Md. 60-66 A, Hammel- fleisch pr. Md. 58-68 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6.00-10,00 X, Weißkraut pr. Stück--A, Zwiebeln pr. Emtner 9,00-10,00 ^ PiHItb pr. Ater 16 -20 A, Enteneier 2 St. 11 A. Gänseeier 10 A Kirschen pr. Pfd- 6—8 A- ___________ Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 25. Juli, »wischen 11 und 12 Uhr: Waffer 19, Luft 26°. Rübsamen'sche Badeanstalt. WSchenUiche Uebrrficht bet Todesfälle i« Gießen. 29. Woche. Vom 15. Juli biS 21. Juli 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 23,53 °/«bezw. 11,76 nach UIuSVdjE ber Drtefr ernten. ES starben an: Zusammen: Erwachsme: im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr: Diphtherstis Lungentuberkulose Tuberkulose anderer Organe 1 (1) 1 — 1 MD 2 (1) 1 — 1 (D Lungenentzündung 1 1 — — Neublldungen Sonstige benannte Krankheiten 1 (1) 1 (1) 3 (2) 2 (2) 1 — Selbstmord 1 1 — — Summa: 10 (5) 6 (3) 2 2 (2) A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ie< ÄikOße direkt au» der yabrik also au» erster Hand v von Elten & Keussen, Crefeld, in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe de» Gewünschten. Wermiethungen. 6149] In meinem Neubau, Löberstr-, Zuschneide-Schule der 1 und 2. Stock mit je 5 g r. ____. Frankfurt a. M 9 Grosse Gallasstrasse 9 (Ecke der Kirohnerstrasse). ff. Pilsener ) 7i Flafc Dunkel Münchner \ 20 Pfg. | Polysulfin gesetzlich geschützt. Unbedingter Erfolg notariell bealaubiut. notariell beglaubigt. vermischte Anzeigen Damen- 6152] Zweiter Stock zu vermiethen- «rünbergerstratze 4». 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Gegenstand. ewinn- Nr. ]ooS- Nr. 385 Glas Honig 240 1450 399 217 1452 410 232 1470 414 106 480 429 248 1484 431 219 1497 443 Eine Bienenhaube 9 1501 459 Glas Honig 59 1519 467 92 1523 474 226 1532 483 86 1547 499 42 1554 509 79 1570 516 160 1574 524 58 1582 540 45 1595 542 74 1610 559 172 1615 563 187 1628 579 147 1636 581 100 1649 592 98 1654 610 154 1662 619 Eine Wabe'nzange 16 1675 628 Glas Honig 107 1690 633 Eine Bienenhaube 21 1691 645 Ein Reinigungs-Werkzeug 36 1709 658 Glas Honig 87 1713 670 94 1726 675 126 1737 684 144 1742 697 75 1756 709 Ein Wabenmesser 26 1763 712 Glas Honig 246 1777 722 99 1789 734 245 1795 741 115 1804 754 141 1820 763 61 1821 771 97 1835 783 145 1847 798 82 1859 804 Ein Wabenmesser 14 1870 813 Glas Honig 178 1878 825 Eine Pfeife 12 1885 839 Glas Honig 185 1892 844 859 ff M 236 46 1903 1916 868 200 1929 872 Eine Wabenzange 19 1931 885 Glas Honig 49 1944 893 148 1955 907 81 1969 920 135 1977 928 163 1983 937 134 1998 941 125 2004 956 113 2019 965 218 2024 973 167 2032 982 220 2041 1000 181 2055 1009 ff II 57 2070 1011 Eine Btenenwohnung 7 2071 1023 Glas Honig 110 2083 1039 140 2097 1048 71 2101 1051 205 2111 1066 64 2123 1072 184 2136 1088 Ein Honigsieb 30 2147 1093 Glas Honig 250 2153 1107 118 2168 1115 198 2173 1122 211 2188 1131 Eine Wabenzange 18 2199 1146 Glas Honig 206 2202 1160 237 2217 1164 227 2225 1176 Ein Bienenvolk 2 2240 1182 Glas Honig 66 2248 1199 192 2251 1201 90 2266 1213 40 2273 1229 179 2290 1234 225 2292 1250 122 2308 1253 235 2317 1262 Eine Wohnung 34 2326 1280 GlaS Honig 51 2340 1287 157 2341 1299 183 2355 1308 104 2367 1319 116 2372 1330 242 2385 1335 85 2392 1343 119 2405 1352 214 2418 1366 Ein Bienenvolk 196 2426 1380 4 2434 1385 Glas Honig 143 2450 1399 56 2453 1401 54 2467 1416 63 2476 1430 153 2485 1433 tf tr 105 2492 Loos- Nr. Gegenstand. Gewinn- Str. Loos- Nr. Gegenstand. 10 Glas Honig 189 200 GlaS Honig 12 210 202 fj ff 23 215 218 ff ff 40 155 221 Eine Wabenzange 47 243 236 Glas Honig 60 146 244 w ff l 68 176 253 w tf i 78 150 261 n ff 1 85 60 276 ff If 100 68 288 tf ff | 103 Ein Wabenmesser 13 298 ff If 111 GlaS Honig 188 301 If If 123 168 319 tf If | 134 Ein Bienenvolk 1 324 W ff 149 Glas Honig 231 333 If ff | 156 191 348 ff If . 168 95 353 ff If I 174 103 370 ff ff ' 185 Eine Wabenzange 17 ’ 379 ff * Gewinn- (gegen ix an o. Nr. Glas Honig 102 Eine Wohnung 35 GlaS Honig 70 Ein WachSschmelzer 10 Glas Honig 149 76 tf 48 H 223 tf v 156 tf II 130 U v 41 H 209 tf 152 139 V ft tf If 138 249 Eine Bienenhaube 8 Ein Bienenvolk 3 Glas Honig 201 88 tr 244 199 <• 133 w 1* 114 tf tf 11 u 216 194 If 239 Eine Wohnung 33 GlaS Honig 78 158 w 20.3 ff 177 131 241 u 162 II 129 Eine Wohnung 6 Glas Honig 89 212 tr 120 Ein Wabenmesser 247 28 Glas Honig 50 Eine W abenxanae 23 Eine Honigschleuder 32 Glas Honig 197 Ein Wabenmesser 15 GlaS Honig 91 127 tf V H H tf tf n 11 u ii tf 83 132 69 84 47 62 ■ If If ft Eine Wabenzange 161 228 22 Glas Honig 230 Eine "Wabenzange 173 25 Glas Honig 101 Ein "Honigsieb 165 31 Glas Honig 109 If 38 Eine Schleuder 5 Glas Honig 213 195 u 96 128 n 180 tf 166 171 u 234 52 207 72 121 169 193 164 190 Eine Jmkerpfetfe 11 Glas Honig 238 137 Ein Wabenmesser 136 ,27 Glas Honig 53 ff 67 u w 77 208 n 233 Ein Reinigungs-Werkzeug 37 Eine Bienenhaube 20 Glas Honig 55 ff If 224 ff 112 108 If If If 174 170 117 Ein Wabenmesser 111 43 142 29 1844 PROGRAMM. 5m* Volksbelustigungen. Tanz im Freien. *3W£ Kletterbaum re. re. 6178 6166 XXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXXXXX Die ersteCognae-Brennerei XXXXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXXX Ein Mädchen oder tagsüber zu tagsüber zu !—127/7 21. Obl.u.BaS.III. spart. 6174 2 Kindern ges. Nordanlage 18 pari. geziemend in Kenntniss zu setzen. 6177 Gegen hohe Provision find in allen Orten des Großh. Hessen Agenturen einer renommirtenUusallversicher««gs- gesellschast zu vergeben. Bewerber mit la. Referenzen wollen Offerten sub.X. Y. Z. an Haasenstein & Vogler, A.'G. Mainz einsenden. 6158 Die Verbindung „Rhenania“ I. A.: Fiedler, XX F.-M. Abmarsch: 2 Uhr vom Ludwigsplatz. ■ ■■ krb । Neben-Verdienst. Am nächsten Sonntag, den 29. Juli, findet das Berbandssest mrttelrhemrscher ev. Arbeitervereine in Friedberg statt. Zahlreiche Be- theuigung unserer Mitglieder ist erwünscht. Zur Hinfahrt soll der Zug 12 Uhr 6 Mm. benutzt werden, da das Fest um 2 Uhr beginnt. Die Bethemgung bei der Mitfahrt muß bei einem unserer Vorstandsmitglieder oder in unserem Vereinslocal bis spätestens Donnerstag, 26. d., Abends, angemeldet «erden.[6112]Der Vorstand. Hcbtction: A. Scheyd«. — Druck unb B erlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Shr. Pietsch) in Gießen. Ale heutige Mirmmer umfaßt 6 Seiten. Eintritt pro Person 20 Pf. — Die Festmnsik wird Msgesiiljrt uon der ganzen Capelle des Kaiser-Wilhelm-Regiments, unter persönlicher fkiluiig des Grüsch. Mfiiidirertors Herrn Krautze. Donnerstag den 26. Juli, Abends: Gemeinsame Uebung beider Wehren. Abmarsch pünktlich 815 Uhr. — In Helm. 6110 Der Branddirector. te ftgeMkS 1894 | Zahnarzt Jaeger * X ist bis zum 6. August verreist. 6165 X Nächsten Sonntag de« 29. Juli 1894: Allgemeines Volks - Waldfest mit Tanz- und Kinderbelustigung, Spielen, Schaukel, amerikanischem Karoussel u. bergt im Gießener Stadtwald, Sicher Straße, zweite Schneise rechts. Herrenkarte 20 Pfg. *36® 3^ Damenkarte 10 Pfg. Hierdurch erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere lieben A. H. A. H. I. A. VA., sowie Freunde und ^Bekannte von dem am 24. ds., Nachmittags 472 Uhr erfolgten Ableben unseres lieben I. A. Apotheker Otto Ehlert, aus Siegen, Todes-Anreige. Verwandten und Freunden hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Georg Gravelius, Heizer an der Oberhessischen Eisenbahn heute Morgen lU/4 Uhr nach langem, schweren Leiden, sanft dem Herrn entschlafen ist. 6179 Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gietzen, Londors, State« Island, 25. Juli 1894. Die Beerdigung findet morgen, Donnerstag, Nachmittag 6 Uhr vom Trauerhaus, Bahnhofstraße 18, aus statt. Samstag den 88. Juli: Abends: --------------- Festcommers int Stammlocal. Sonntag den 89. Juli: Morgens 6 Uhr: Weckruf. Morgens 11 Uhr: Früh-Concert in Steins Garten. Nachmittags 3 Uhr: Abmarsch vom Stammlocal nach dem Festplatz. Von 724 Uhr ab: GROSSES CONCERT. Montag den 30. Juli: Vormittags 10 Uhr im Schiihenhans: Großes Früh-Concert. Eintritt frei. Um 1 Uhr: Kemeinsames Krühstück. Nachmittags 4 Uhr: Abmarsch vom Stammlocat nach dem Festplatz. Daselbst: GROSSES CONCERT. Mngen ein Cljorgtfängen, nnfrr persönlicher Leitung des Sapellmeiüers rom stigenlilch. Volksbelustigungen, als: Holzschuhlausen, Eselrennen, Schubkarrenrenuen, Wettlaufen, Der Familien-Abend aufk/^? ^Ader schönen Aussicht findet nichtWLl am 26., sondern am 28. statt. 6160 Der Vorstand. Großes Volksfest am Festplatz: Schützenhaus ----- - - den 28., 29. und 30. Juli. — ■ — 2 bis 3 Schneider „1r7O können Arbeit haben bei M. Kuder. 6172 Marktstraße 25. 6167 I für eine Annoncen Expedition ' vLUUJllyt bei gutem Verdienst gesucht. ! l aonlon Offerten an K. Hellmuth, I Pforzheim erbeten. 6101 Deutschlands Mert Auchtjolz, Grünberg, Schlesien, Zweighaus Köln a. 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