Nr. 146 Zweites Blatt Dienstag den 26. Juni 1894 Amts- und Anzeigeblutt fnv den Tiveis Giefzeir chratisbeitage: chießener Kamilienökälter 2lmtlid?cr Theil ^OcOKMUKlät^ CD MM 5284 fast um das Pscharr ist ericht ver i und da er keinen Grund srinen Brief beendet, schloß ihn, Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. 6tr Dunkelheit der Nacht den Betreffenden schoß nun Josef Schmid in der bestimmten es der Wirthshans wäre, der nichts Gutes in der Aufregung gegen die vor dem Fenster Als dann die Schmid'schen vor das HauS Id l«’4- tJl hMtrck H.nU urtheilte Alois Hüber, Schlossergefelle aus Passau, und Josef Samson, Tüncher von Dürwangen, zu lebenslänglichem Zuchthaus. Beide hatten, um im hiesigen Untersuchungs' gefängntß aus brechen zu können, ihren Mitgefangenen, den Schneidergesellen Ulrich Krempel, erschlagen. Naumanns*/1 MI mnrstin/ laden, die meistens nach Westfalen gingen. Ernte übertrifft den vorjährigen reichen Ertrag Doppelte. * München, 23. Juni. Der Großbrauer heute Mittag am Schlagfluß gestorben. * Nürnberg, 23. Juni. Das Schwurg Antwort. Bei nicht erkennend, Annahme, daß im Sinne habe, stehende Person. Feuer, die Lippen wölbten sich noch über zwei volle Reihen Perlenzähne, wie bei einer maisrischen Jungfrau, und dem dunklen Haar hatte sich noch keine Schneeflocke des Alter« beigemischt. „WaS gedenkst Du nun zu thun?" wiederholte Frau v. Adlar und ließ, ihre Schritte hemmend, das Auge auf der Tochter rohen, welche einen Brief laS. Da blickte die Leserin auf- ihr Anblick glich dem Auf- flattern eines Vogels. Die Augen der beiden Frauen be- gegncten sich. In jedem Augenpaar spiegelte sich die innigste, herzlichste Liebe, die Freude, sich zu sehen, in dem jüngeren die kindliche Ehrfurcht, in dem älteren die mütterlichste Zärtlichkeit. „Ich denke, wenn er kommt, ihm mit dem festen Ent- schluß entgegenzutreten, nur dies eine Mal noch mich d.m Zauber seiner Gegenwart hinzugeben, noch einmal mich zu sonnen in den Strahlen seiner rehbraunen, leuchtenden Augen und dann ... dem Proseffor die Hand zum Bunde zu reichen." „DaS wirst Du nicht thun, mein Kind," klang eS der Tochter abwehrend entgegen, während die Hand der Mutter den blonden Lockenkops streichelte- die Spannung, welche zwischen Such Beiden geherrscht, ist ja gewichen und die beängstigenden Nebel, welche die Baronin von Taube herauf- beschwor, sind vor der Sonne der Erkerntniß zerronnen. Der Professor ist von edlem uud wohlwollendem Gemüth, von Hellem und klarem Geist, von lauterem und reinem Leben, von einnehmendem und bescheidenem Wesen im Umgänge, aber verheirathen wird er sich niemals. Die Wissenschaft ist seine Braut und sie wird eS immer bleiben." (Schluß folgt.) Piertrl|i6rigrr x A6onnfmnbtati*tr d201 Ä"’Ä Heuernte W H. E. Settut. Der Hiebe«» A«ztlg,r erscheint täglich, mit Au-nahme de- MontagS. Die Gießener Aa misten v kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Feuilleton. Dss Morsrblümchen. Novellette von Friedrich Bücker. (6. Fortsetzung.) Der Diener ging kopfschüttelnd ab. Zehn Minuten später stand daS Frühstück mir dem duftenden Kaffee auf einem sauber gedeckten runden Tischchen dem Attachü bequem zur Seite. „ Der Diener blieb im Salon, um aufzuraumen. Er konnte sich heute nicht genug über die Umwandlung wundern, die mit seinem Herrn vor sich gegangen war. Wte lange hatte er den Attachö zum Frühstück nicht rauchen sehen und heute blieS er wieder Wolke auf Wolke seiner Havannah in die Luft- dabei schrieb er heute mit einem Eifer, daß die Feder förmlich über das Papier Schlitt- schuh lief, während er in der letzten Zeit, wenn ihn nicht Amtsgeschäfte in die Canzlei riefen, den ganzen Vormittag auf dem Sopha verträumte und Punkte und Snrche studirte. Und dabei schrieb er heute, ohne sich nur nach ihm, dem Diener, umzusehen, wo er doch in der letzten Zctt auf alles, was der Diener that, achtete und beständtg tadelte 3 Psg. zurückgegangen. Heute wurden ea. 3000 Körbe ver- Die heurige seinem Sessel um, den vollen freudigen Blick auf den Diener richtend. „Diesen Brief trägst Du sofort zu Frau von Adlar und händigst ihn der Freifrau, nicht der Tochter, Person! ch eia. Sollte sie Fragen an Dich richten, so entschuldige Dich durch große Eile. Erfahre ich, daß Du auch nur ein über- flüssiges Wort gesprochen haft, so bist Du entlassen. Richte Dich also danach." Der Kammerdiener nahm den Brief entgegen und fragte, ob er dem gnädigen Herrn bei der Toilette behilflich sein sollte. „ . „Nein, ich werde mich allein ankleiden. — Apropos, den Anzug, den Du über dem Arme hast und den ich gestern benutzte, werde ich nicht mehr tragen - ich schenke ihn Dir unter der Bedingung, ihn zu verkaufen." Als der Kammerdiener den Salon verlieh, war ihm, wie dem Schüler im Faust, von alle dem so dumm, als ginge ihm ein Mühlrad im Kopfe herum. Eine Stunde später hatte der Attache einen dunkeln eleganten Anzug angelegt, verließ seine Wohnung und schlug den Weg nach dem nächsten Platze ein, wo er sicher sein durste, eine Droschke erster Klaffe zu treffen. Verruchtes. * Berlin, 23. Juni. DaS Schwurgericht verurtheilte Frau Nindorf aus Charlottenburg zum Tode. Die Verurtheilte hatte vor fünf Jahren ihre zehnjährige Tochter vergiftet und sich infolge dessen von Gewissensbissen getrieben, selbst bezichtigt, als sie im vorigen Jahre wegen anderer Vergehen im Gesängniß saß. * Koblenz, 21. Juni. Der Kirschenhandel hat seinen Höhepunkt erreicht. Infolge des eingetretenen Regenwetters sind die Preise, trotz der starken Nachfrage, bis auf S®S!S; „Was denkst Du nun zu thun?" sagte srau ». Adlar zu ihrer Tächter, wahrend sie da« Tischchen, welche« da« zweite Frühstitck trug, zur Seite schab und ernt Zimmer. elastische Bewegungen, Anna« Mutter, trotz jener ang.nehm.n Kittp°-Me welch, den Franer.der besieren Ges.lllchast in ihren r-is-r-n Jahren g-° wird. In ihrer Jugend muhte sie -in- seltene Schönheit gewesen sein Das dunkle Auge strahlte noch in ungebrochenem Die Hau Hellen: Georg'Bitior'Ooell« > und -elenerr-ouek bei SlitkM', Blaftt'und im fianbt vor' nnen; M Ä«* chkl-rä. ■ Ikörbe eb (D. E.P; 60552) ichst praktisch. n Originalpreisen -hne,*”* Eingesandt. Gießer», 25. Juni 1894. Allen Verehrern unsere» Altreichskanzlers sei hiermit ein Merkchen, empfohlen, das soeben im Verlage von Carl Krebs in Gießen erschienen ist. ES sührt den Titel: »Der eiserne ÄamUt im deutschen triebe." Diese von Paul GrotowSky herau»- aegebene Gedichtsammlung enthält natürlich nicht alle aus BiSmarck bezüglichen Dichtungen. Der Herausgeber hat mit Recht die große Maste „dilettantischer Hurrahpoesie" unberückstchtigt gelassen und nur eine wohtgelungene Auswahl der besten und zahlreichsten BiSmarck- Gedichte geboten, die ein schöne« dichterisches Bild von dem Wirken des großen ManneS geben. Der Sammlung geht ein Sonett GeibelS auS dem Jahre 1844 voraus, dessen Schlußverse: „Ein Mann ist noth, ein Nibelungenenkrl, daß er die Zeit, den lollgewordenen Renner, mit ehrner Faust beherrsch' und ehrnem Schenkel" wie ein prophetischer Hinweis auf die Person deS ersten Kanzlers klingen. In den sich anschließenden Abschnitten mit den Sonderüberschriften „dem Grafen und Bundeskanzler" (1844 bis 1870), „dem Fürsten und Reichskanzler" (1870 bis 1890), >em Recken in FriedrichSruh" (1890 diü 1894) können wir an der Hand der Dichtung die staatsmännische Arbeit Bismarcks im Krieg und im Frieden verfolgen, unS an der jub.lnden Begeisterung erheben, mit der die Sänger feine großen Erfolge feiern, ihn allerorten begrüßen, wohin ihn sein Weg sührt, und am Tage seiner Geburtstagsfeier in immer neuen Weisen ihm Dank und Verehrung zollen. Tann sehen wir den Helden „der in den Mühen langer Jahre für sich zu rasten nie begehrt und gern sich hätte bis zur Bahre im Dienst deS Vaterlands verzehrt" d»S Steuer deS Staatsschiffs aus d M Einölen, allen Nuancen, fertig zum ch unb hart trocknend, Wer, reiner, sireichsertizer relltrockenöllack mit Karbe, k, sofort trocknend, mit unb fügen, jurn Anstreicher, unb Wöben nöthigen Maaren , empfiehlt Satil Kischbach. inereö -auS mit Horten pofraum, zu jedem ScschLst :t Grünbergerstraße zu verlies In der Exped. d. Bl und mäkelte. Endlich war der Diener mit dem Aufräumen und Ad- stauben fertig, holte die Kleider, die der Attache am vergangenen Tage getragen, zum Reinigen aus der Schlafflube und da er keinen Grund mehr fand, noch länger im Salon und zwar weniger auS Dienstelfer Oeffentliche Impfung. Die diesjährige Impfung wird Mittwoch den 27. Juni, Mittwoch den 11. Juli, n ft 4. Juli, « n 18* « jedesmal Nachmittags von 3—5 Uhr im alten Rathhause abgehalten werden, und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen müssen, acht Tage später. Jmpfpflichtig im laufenden Jahre sind die im Jahre 1893 geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, die erst in 1894 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft. Es kommt nur Kälberlymphe aus dem Landes-Jmpf- iustitut zur Verwendung. Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine ein mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eigene Kosten die Impfung vornehmen lasten. Kinder, deren Zurückstellung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichfalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Gießen, den 25. Juni 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 5289] Gnauth. Pflichtfeuerrvehr. Donnerstag den 28. Juni, Abends Pünktlich 81/2 Uhr Uebung; auf Oswalhs Garten. Sämmtliche Rotten. — Ohne Eimer. 5286 Der Branddirektor. Obkthksffche Gesellschaft für Natur- undHeilkunde. Sommer-Generalversammlung Samstag den 7. Juki 1894 im „Kesstscherr Kos" (Joutz) in Butzbach. Abfahrt in Gießen 2 Uhr 21 Minuten Nachmittags. Sitzung mit iui|Tfii(d|nftlidjni Vorträgen und Mitcheilnngen 4 uhr. Gemeinsames einfaches Abendessen 7 Uhr. Rückfahrt nach Gießen 9 Uhr 12 Minuten oder später. Alle Mitglieder der Gesellschaft, sowie alle Freunde der Naturwissenschaften werden zur Theilnahme eingeladen. jeder "Wir empfehlen uns zur Anfertigung von: lus-W asserleitungen Art, als: Kalt- und Warm wässerigen, Closet- und Badeeinrichtungen U. 8, Wo in vorzüglicher Ausführung und unter Verwendung besten Materiales, sowie zur Vornahme von Reparaturen vorhandener Haus-Wasserleitungen. 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Juni 1894 zn gms? bedlutknd ermäßigten Preisen. W« Kirlhenplah, Speeial^Reste'Gesrhaft 4-26 KEIH REIBEN Grössere Bequemlichkeit Steins Garten. Hk«te Montag den 25. Iani: Grosses Militär-Concert ausgeführt von der Capelle des Kgl. Bayer. Infanterie-Regiments „Prinz Ludwig" (Nr. 10) von Ingolstadt unter Leitung des Herrn Musikmeister Schott. Anfang nu bei c. eir 0 zu d- eil In d, zwei tcinifi will. 6- Ast 6 jung ’»t (i ^kanutma«, Großh. 5