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Juni 1894 Gießener A nzeiger Keneral'-Mnzeiger. Redaction, tfrprbmon itnb Tnidfr«: Haririft W Fernsprecher 51. BierteljLhriger AOdnnnefntiprrl»: 2 Marl 20 Psg. nut Bring ertohn. Dvrtd die Poft bezogen S «orf >» Pfg. 2lsnts- und Airzeigeblcrtt für den Tireis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borin. 10 Uhr. chratisbeikage: chießener Aamikienblätter. Alle Annoncen-Bureau: de- In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den ..Gießener Anzeiger" entgegen. Abonnements - Einladung Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1894 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachcn entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben aus dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz O b e r h e s s e n ansässige Berichterstatter, isffdcr „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhcssen betriebenen L a n d w i r t h s ch a s t wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- wcrthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Untcrhaltungsstoff bieten. Außerdem werben die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewühltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. ausaeben zu wollen. Neuhinzuttetcnde erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Ten Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). Deutsche- Reich. Berlin, 24. Juni. Das Katserpaar weilt mit seinem drittältesten Sohne, dem Prinzen Adalbert, seit vorigen fkreitag in Kiel, von wo aus die Majestäten am 2. Juli ihre NordlandSreise antreten werden. Heute hielt der Kaiser nach vorangegangenem FeldgotteSdtenste Parade über die erste Matrosen-Division ab, wobei Prinz Adalbert, der „jüngste Lieutenant z. S.", alS schließender Ojfizier der ersten Compagnie sungirte. Am Montag nehmen die grotzen Re. gatten des kaiserlichen YachtelubS in der Kieler Bucht ihren Anfang. directen Befehl des Kaisers erfolgte Der- baftuna eines höheren Berliner Hofbeamten, deö Ceremonienmeisters und Rittmeisters a. D. v. Kotze, erregt in der Reichshauplstadt allgemeines Auf. sehen. %err v. Kotze ist dringend verdächtig, der Urheber von anonymen Briefen zu sein, in welchen seit g viele hervorragende Mitglieder der Berlin« Hofgesellschaft überaus schwere Verdächtigungen und Beschuldigungen ausgesprochen wurden. Lange suchte man vergeblich deni Ver. fasier dieser Schmähbriefe, welche in den Berliner Hofkreisen begreiflicher Weise Erregung und peinliche Verstimmung hervorriefen, zu entdecken, bis endlich kürzlich ein Zufall auf die Spur führte. Dieselbe wurde weiter verfolgt, und haben sich im Verlaufe der angestellten Untersuchungen und Er- örterungen schwerwiegende Gründe ergeben, welche aur Herrn v. Kotze als Derfafler und Verbreiter der anonymen Briese Hinweisen. Die Freunde des Verhafteten sind der Ansicht, daß derselbe die ihm zur Last gelegten Vergehen int Zustande geistiger Gestörtheit begangen haben müsse. Wie eS heißt, erfreute sich der genannte hohe Hosbeamte deS besonderen Vertrauens deS Kaisers, sodaß der Monarch durch die Ent- dcckung deS Vorganges im höchsten Grade schmerzlich berührt worden ist. Im Uebrigen besitzt die ganze Angelegenheit keinerlei politische Bedeutung. Berlin, 23. Juni. Zur Affaire deS verhafteten Cere« monienmeisterS v. Kotze wird neuerdings gemeldet, daß die Zahl der verläumdertschen Briefe mehr als 400 beträgt. Die Schriftzüge rühren anscheinend theilS von einer männlichen, theilS von einer weiblichen Hand her. Auffällig ist, daß nach der Verhaftung Kotzes neuerdings wieder vier anonyme Briefe an Mitglieder der Hofgesellschaft gelangt sind. Berlin, 23. Juni. In ,der Angelegenheit v. Kotze machen sich immer mehr Stimmen gellend, welche für die Unschuld deS Verhafteten plaidiren. Herr v. Kotze betheuert nach wie vor seine Unschuld. UebrigenS wird von zuverlässiger Seite gemeldet, daß nicht General v. Hahnke in der Wohnung v. KotzeS dessen Verhaftung vorgenommen, sondern daß sich letzterer auS eigenem Antriebe in die Wohnung beß Generals v. Hahnke begeben hat, um sich verhaften zu laffen, nachdem er die über ihn umlaufenden Gerüchte erfahren. Berlin, 23. Juni. Der „Nat.-Ztg." zufolge machte die englische Regierung gestern Nachmittag hier die amtliche Mittheilung, daß sie auf Artikel 3 deS eng l ifch-eon go- staatlichen Abkommens betreffend die Pacht eines 25 Kilometer breiten Streifens an der westlichen Grenze von Deutsch- Ostafrtka verzichte. Berlin, 23. Juni. Wie verlautet, wird die Kaiserin den Kaiser nur für die Dauer von 14 Tagen aus der Nordlandreise begleiten. Nach ihrer Rückkehr wird die Kaiserin sich nach Schloß WilhelmShähe begeben, wo dann auch die kaiserlichen Kinder schon eingetroffen sein werden. Berlin, 23. Juni. Der Kaiser hat unterm 16. d. M. bestimmt, daß bei der Kavallerie, der Feldartillerie, Fußartillerie und dem Train an Unteroffiziere, Gemeine, bezw. Trainsoldaten für gute Leistungen im Schießen — bei der Artillerie mit Geschützen — SchießauSzeichnungen nach der durch kaiserliche Ordre vom 27. Januar 1894 als Schützen- abzeichen eingeführten Probe zu verleihen sind. Berlin, 23. Juni. Daß „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht die kaiserliche CabinetSordre, betreffend Einführung der Litewka bei der Garde-Infanterie, den Eisenbahntruppen, den Jägern und Schützen, sowie neuer Chargenabzeichen für Litewken. Kiel, 23. Juni. Bei der heutigen Segelregatta beß Nordbeutschen Regatta-Vereins gewann S. M. Yacht „Meteor", an beffen Borb sich Ihre Majestäten ber Kaiser unb bie Kaiserin befanben, ben von Ihrer Majestät ber Kaiserin Friebrich gestifteten Ehrenpreis. In Klasse la er- hielt ben ersten Ehrenpreis Abmiral MontaguS „Carina", ben zweiten Preis die „Varuna" beS Fürsten von Schaumburg- Lippe. Nachmittags nahm ber Kaiser an bem Lawn-Tenniß- spiel in ber Marineakabemie Theil. Thorn, 23. Juni. Die Weichsel ist weiter im Steigen begriffen.__________________________._______________________ Ausland. Lemberg, 23. Juni. Aus vielen Lanbbezirken lausen Melbungen von infolge ber Ueberschwemmungen herrschenber Hungersnoth ein- die Ernte ist vollstänbig vernichtet. Das Wasser fällt jetzt rapide. Nisch, 23. Juni. König Alexanber ist in Begleitung ber Minister Antonowic, Gjorgjewic unb mehrerer Mitglieber beS Staatsraths unb ber Spitzen ber Civil- unb Militär- Behörben hier eingetroffen. Er würbe von einer großen Menschenmenge begeistert empfangen unb fetzte Nachmittags feine Reife fort. Amsterdam, 23.. Juni. Ein Consorttum von Diamant enhändlern soll befchloffen haben, in Amerika Diamantenschleifereien eibzurichten, da ber Zoll von 30 pCt. bie Einfuhr nach Amerika zu sehr erschwere. Lattich, 23. Juni. Dem Untersuchungsrichter finb neuer- bingS toieber verschiedene Mittheilungen über bie Person des berüchtigten BaronS v. Sternberg zugegangen. Wie eine Dame aus Derviers mittheilt, habe ihr auS Ostende zurück- gekommener Gatte dort den Baron gesehen. Von anderer Seite wird behauptet, er holte sich in Basel auf unb habe sich dort, alS Arbeiter verkleibet, vom Polizeicommtssartar unen Paß ausstellen lassen. AuS Oran erhielt ber Unter- suchungSrichter bie Mittheilung, Sternberg fei von feinen Kameraben in der Fremdenlegion al» deutscher ober russische Spion betrachtet worden, da er sich ununterbrochen Notizen machte und öfter große Geldsummen zugesandt erhielt. Loadon, 23. Juni. Die Prinzessin Alix »on Hessen ist auS Harrogate hier eingetroffen, um mit der Prinzessin Heinrich von Battenberg in Walton on Thames Aufenthalt zu nehmen. Petersburg, 24. Juni. Heute Mittag ist daß vier Stack hohe Palaiß beß Fürsten Orleans eingestürzt. Biele Personen wurden unter den Trümmern begraben. Bis jetzt sind vier Leichen aus dem Schutt herauSgesördert worden. New-York, 23. Juni. Die ausständigen Bahnarbeiter und Metallarbeiter in Pennsylvanien Haden zahlreiche Waggons und Arbeitergeräthschasten in Brand gesteckt. Mehrere vorbereitete Dynamitattentate wurden noch rechtzeitig vereitelt. Neueste 2lad>rid>teit. WolfiS telegraphisches Lorrespondm»- Bureau- Kiel, 24. Juni. Heute Vormittag um 11 Uhr fand in Gegenwart deS Kaisers FeldgotteSdienst statt. Se. Majestät der Kaiser bezeichnete hierauf in einer Ansprache an die Marinetruppen den Eintritt Sr. Königs. Hoheit beß Prinzen Adalbert in bie Marine alß einen symbolischen Act unb roieß baraus hin, baß der Monat beß Eintritts von eminenter 'Bebeulung für die vaterländische Geschichte fei; er erinnere an Hohenfriedberg, an Waterloo unb an ben Tod weiland Sr. Majestät beß Kaiferß Friebrich. Contre-Abmiral Afchenborn bankte für-bie berMarine erwiesene Außzeichnung unb brachte ein Hoch auf Se. Majestät ben Kaiser aus. Prinz Adalbert nahm an dem Parademarsch und dem Ad- schreiten ber Front Theil. Der glänzenden Parade wohnten auch Ihre Majestät bie Kaiserin unb Ihre Königl. Hoheiten Prinz unb Prinzessin Heinrich bei. Poatybridd, 24. Juni. Bisher sinb in ber Kohlengrube „Albion",in welcher gestern eineExp l osion stattgesunben hat, 86 Tobte unb 17 Verwunbete aufgesunden worben. Eß be- finben sich noch 120 Bergleute in ben Schächten, über beten Schicksal bisher nichts festgestellt werben konnte. — AuS Paris, 23. Juni, würbe gemelbet' Heute Bormittag 10 Uhr reiste Präsibent Carnot, begleitet vom Ministerpräsibenten Dupuy unb bem General Borinß nach Lyon, woselbst er biß Montag verweilen wird. Sonntag Abenb wirb Carnot bei einem Festessen, zu welchem alle Bürgermeister ber Umgegenb Einlabungen erhalten haben, eine politische Rebe halten. Lyon, 24. Juni. Der Präsibent Carnot empfing heute Vormittag aus ber Präfectur bie Spitzen ber Behörden. Auch der Erzbischof CoulliL begrüßte ben Präsidenten Ter italienische Generaiconsul Basso stellte bie außroärtigen Consuln vor unb gab ben Wünschen für baß Gebeiheu Frank- reichß Außbruck. Am Nachmittag besuchte der Präsident tie Außstellung. Petersburg, 24. Juni. Der „Regierungsanzeiger" theilt mit, anläßlich der CommissionSberathungen über eine zeitweise allgemeine Herabsetzung der Getreide- außfuhrtarife habe daß Finanzministerium bie lieber- zeugung gewonnen, daß btefe Maßregel kaum bie inneren Getreidepreise werde heben können, dagegen würbe sie einen künstlichen PreiSdruck auf bie Häfen im Außlanb auSüden. Der Plan fei baher aufgegeben worben. Petersburg, 24. Juni. Bom 10. biß 16. Juni erkrankten bezw. starben an Cholera in ben Gouvernements Warschau 38 bezw. 19 Personen, Rabom 17 bezw. 4 Personen; vom 3. Juni biß 9. Juni erkrankten in Plotzk 99 Personen, eß starben 50; in Kielce erkrankten vom 17. biß 19. Juni 14 Personen, eß starben 9 Personen. Constantin,pel, 24. Juni. Der Sultan empfing gestern der Erdgroßherzog Aböls Friebrich von Mecklenburg-Schwerin unb verlieh demselben baß Großkreuz fccß Dßmonie Ordens. Der Botschafter Fürst Radolin wohnte bem Empfange bei. Präsident Carnot ermordet! Lyon, 25. Juni. (Privatbepesche, bereits durch Extrablatt beß Gießener Anzeigers in ber Stadt veröffentlicht.) Als Präsident Carnot gestern Abend 9'J2 Uhr vomHaudelsPalast nach dem Theater fuhr, sprang ein Individuum aus das Trittbrett des Landauer- und versetzte dem P äsidcnten einen Dolchstich ins Herz. Der Rhonepräsect Richard, neben Carnot sitzend, stieß den Attentäter auf die Straße hinab. Der Attentäter wurde verhaftet. Er erklärte, Italiener zu sein, Cesario Giovanni Santo zu heißen und 22Jahre alt zu sein; er spricht schlecht französisch und wohnt seit sechs Monaten in Cette, er kam gestern früh nach Lyon. Im Theater wurde die Nachricht von dem Prä- fecten mitgetheilt, es gab furchtbare Scenen der Aufregung und des Entsetzens. Carnot, nach der Präsectur gebracht, starb um 123/4 Uhr. Wir erhielten weiter folgende Depeschen: Lyon, 25. Juni. Carnot nahm gestern Abend an einem Banket in der Ausstellung Theil. Nach dem Banket formirte sich vor dem Handelspalast eine lange Wagenrethe, Carnots Landauer als erster; neben Carnot saß der Rhone- präfect. Plötzlich sprang ein Individuum auf das Trittbrett des Wagens, welcher sofort hielt. Die Nächststehenden sahen Carnot zurücksinken, sie stürzten sich auf das Individuum,' das durch einen Faustschlag des Rhonepräfecten auf die Straße geschleudert wurde. Carnot hatte einen Stich in der Herzgegend; neben dem Großorden der Ehrenlegion drang unaufhörlich Blut hervor. Der Attentäter mußte durch eine große Anzahl Poltzeiagenten vor der Wuth des Publicums geschützt werden, er wurde sofort gefesselt und zur Polizeiwache gebracht. Der Mörder antwortete in sofort vorgenommenem Verhör ohne Erregung, er führte ein Arbeitsbuch mit sich, aus dem hervorgeht, daß er in Montevisconte, Provinz Mailand, geboren ist und sagte, er werde nur vor den Geschworenen sprechen. Inzwischen war der Wagen mit dem Präsidenten zur Präfectur gefahren. Carnot wurde mit Mühe aus dem Wagen gehoben und auf ein Zimmer gebracht. Bei der ärztlichen Untersuchung erlangte er die Besinnung wieder, er sagte mit deutlicher Stimme: „Wie Sie mir weh thun !" Dor der Präfectur harrte die Menge mit Schrecken auf den Gesichter. Das plötzlich verbreitete Gerücht, Carnot sei das Opfer eines Attentats geworden, rief furchtbare Bestürzung hervor. Um 9*/, Uhr kam der Ministerpräsident und antwortete auf die Rufe: „Es lebe Carnot!" mit den Worten: //Ruft nicht, der Präsident ist das Opfer des Attentats!" Im Theater harrten die Festgäste der Galavorstellung. Der Rhonepräfect erschien und theilte erschüttert dem Publicum die Ereignisse mit. Das Publicum verließ in dumpfem Schweigen das Haus. Ein um 11 f/2 Uhr ausgegebenes Bulletin besagte, daß der Zustand Carnots beunruhigend, aber nicht verzweifelt sei; bald darauf begann wieder der Blutverlust und um 12 Uhr 45 Min. starb Carnot. Lyon, 25. Juni. Der Attentäter, ein 22jähriger italienischer Anarchist, durchbrach, mit einer Bittschrift in den Händen, das Spalier, stieg auf das Trittbrett der Chaise und stach Carnot in den Rücken; die Wunde ist 15 Ctm. tief, die Leber durchbohrt. Zehn Gensdarmen retteten den Mörder vor dem Gelynchtwerden. Im Theater entstand beim Bekanntwerden des Attentats großer Tumult, man rief: „Rache, Tod !" Die Erbitterung gegen die Italiener ist groß. Ein italienisches Restaurant wurde von der Volksmenge zerstört. Paris, 25. Juni. Die Präsidenten des Senats, der Kammer, sowie die in Paris anwesenden Minister traten um 2 Uhr Morgens zu einer Berathung zusammen. Der Kriegsminister theilte mit, er habe an alle Armeecorps telegraphisch den Befehl ergehen lassen, die Truppen consignirt zu halten. Das „Journal officiell" wird im Laufe des Vormittags eine Bekanntmachung veröffentlichen, wonach der Präsident des Senats als Präsident der Nationalversammlung beschloß, die beiden Kammern zum Congreß auf den 27. Juni um 1 Uhr behufs Wahl eines Präsidenten der Republik einzuberusen. Die Wunde Carnots ist acht Centimeter tief. Während der Operation und Erweiterung der Wunde wurde der Körper plötzlich eiskalt, Dr. Poncet glaubte deshalb mit der Operation nicht fortfahren zu dürfen und um den Körper wieder zu beleben, Fußwaschungen mit siedendem Wasser vorzunehmen. Die Gattin Carnots war bereits nach Lyon abgereist, ehe das Telegramm mit der Todesnachricht eingetroffen. In Lyon wurden zwei Individuen verhaftet, wovon der eine sagte: „Ist gut gemacht!", der Andere hatte gerufen: „Es lebe die Anarchie!" Kürassiere mußten die Verhafteten vor der wüthenden Menge schützen. Die Blätter aller Richtungen geben ihrem Abscheu über das Attentat Ausdruck, welches um so unerklärlicher, als Carnot durch sein stets correcres Verhalten und die Lauterkeit seines Characters sich die Achtung aller Parteien erworben habe. Mehrere Blätter erscheinen mit Trauerrand; einige conservative Blätter glauben, daß es sich um ein anarchistisches Attentat handle; die radicalen Blätter hoffen, daß Volkssreiheit und Volks- rechte unter dem Eindrücke des Attentats nicht zu leiden haben werden, da das Attentat von einem Italiener begangen worden sei. Cocott* un6 provinzielles. Gießen, den 25. Juni 1894. ** Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 20. Juni den außerordentlichen Professor bet der medicinischen Facultät der Landes-Universität Dr. Ferdinand Fuhr zum etatsmäßigen außerordentlichen Professor bei dieser Facultät zu ernennen. — Durch Allerhöchste Entschließung vom 20. Juni d. I. haben Seine Königliche Hoheit der Großherzo'g zu genehmigen geruht, daß der außerordentliche Professor Dr. Poppert in Gießen, so lange derselbe die Stelle des ersten Assistenzarztes an der chirurgischen Klinik der Landes- Universität bekleidet, den Titel: „Oberarzt der chirurgischen Klinik" führe. ** Ernannt wurden die Gefangenausseher am Landeszuchthaus: Heinrich Müller, Jakob Kumpf, Anton Hetnstadt, Philipp Winkes, Christoph Graulich, Christian Sch unk, Heinrich Daup ert, Adam Muth, Karl Heinrich Schüler und Otto Georg, am Gefangniß in Darmstadt: Ludwig Unverzagt und Friedrich Kraft, am Gefängniß in Mainz: Kaspar Stoll und am Provinzialarresthaus in Gießen: Heinrich Seim zu Gefangenaufsehern an der Zellenstrafanstalt Butzbach. ** Kirchliche Dieustaachrichten. Am 1. Juni wurde dem Pfarrer Landvogt in Fürfeld die kath. Pfarrstelle zu Oppenheim, mit Wirkung vom 1. Juli an, — an demselben Tage wurde dem Pfarrverwalter Fecher in Groß-Steinheim die kath. Pfarrstelle zu Fürfeld, im Decanat Bingen, mit Wirkung vom 1. Juli an — übertragen. X. Ernennung. Der seither an der hiesigen Stadtknabenschule angestellte Lehrer Herr August Feuerbach wurde mit dem 1. Juli l. I. zum Oberlehrer an der Schule in Bad-Nauheim ernannt. ** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hausen, Kr. Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Zwei mit katholischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindschule zu Oppershofen, Kr. Friedberg, und zwar die erste Lehrerstelle, mit welcher ein jährlicher Gehalt von 900 Mk. und Organisten- dtenst verbunden ist und zu der dem katholischen Pfarrer, sowie dem Ortsvorstand in Oppershofen das Präsentations« recht zusteht, und die zweite Lehrerstelle mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. ** Feuer. Durch glückliches Zusammenwirken verschiedener Umstände wurde heute eine Arbeiterfamilie vom Tode des Verbrennens bewahrt. Morgens gegen 5 Uhr brach in dem Hause Dreihäusergasse Nr. 11 auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus. Der erste und zweite Stock des fraglichen Hauses wird als Papierlager benutzt, während der dritte Stock von einer aus Mann, Frau und vier Kindern bestehenden Familie bewohnt wurde. Die Ehefrau bemerkte beim Erwachen das Feuer, aber der Treppenbau war bereits von den Flammen ergriffen. Der Vater mit dem jüngsten Kinde unter dem Arm sprang durch die Flammen und erlitt einige kleine Brandwunden. Die Mutter warf Decken und Betten auf die Straße und dann die drei Kinder, Mädchen von 8 bis 11 Jahren, zum Fenster hinaus. Die Kinder blieben unverletzt, nur eines derselben klagt über Rückenschmerzen. Dem thatkräftigen Eingreifen einiger Nachbarn gelang es, mittelst einer Leiter auch die Frau zu retten. Das Gebäude brannte aus. Die Familie ist um ihre sämmt liche Habe gekommen, die Möbel waren versichert. Durch das rechtzeitige und entschiedene Eingreifen unserer Feuerwehren wurde ein Weiterumsichgreifen des Feuers verhütet; es ist bei der Enge der Gasse, dem Zusammenstehen einer Anzahl alter, feuergefährlicher Lagerhäuser, Ställe u. s. w., fast wunderbar, daß nicht der ganze Complex den Flammen zum Opfer fiel. -m- Rudersport — Gießener Regatta. Auf der großen internationalen Regatta in Mainz betheiligte sich die hiesige Rudergesellschaft mit ihrem bekannten Einserfahrer, Herrn Albert Rübsamen, an zwei Rennen. Das erste derselben, den „Rheinpokal", gewann Herr Rübsamen mit großer Ueber- legenheit. Bei dem zweiten Rennen jedoch, bei dem „Meisterschaftsrudern für den Rhein" wurde das Boot desselben von den Wellen eines zu Berg fahrenden Dampfers derart ergriffen, daß die Ruder aus den Dollen gehoben wurden und das Boot selbst umfiel. So ging durch ein Mißgeschick der Titel „Meister vom Rhein" für Herrn Rübsamen verloren, wollen wir hoffen, daß er ihn bald wieder erringt. — Die Meldungen für die diesjährige Gießener Regatta sind sehr gut ausgefallen. Es haben sich zur Betheiligung an derselben 10 Vereine mit 23 Booten und 89 Ruderern gemeldet. Die einzelnen Rennen sind wie folgt besetzt: 1. Einser für Juniors: Wetzlarer Ruder-Club. Mainzer Ruder-Verein. 2. Vierer, Wanderpreis: Gießener Ruder-Gesellschaft. 3. Zweiter Vierer: Academischer Ruder-Club „Rhenus"-Bonn. Ruder-Verein Kassel. Oberräder Ruder-Gesellschaft. 4. Dollenzweier für Juniors: Ludwigshafener Ruder-Verein. Oberräder Ruder- Gesellschaft. 5. Einser, Lahn-Pokal: Gießener Ruder-Gesellschaft. 6. Vierer für Juniors: Frankfurter Ruder-Club. Gießener Ruder-Gesellschaft. 7. Zweiter Einser: Wetzlarer Ruder-Club. Mainzer Ruder - Verein. 8. Dollenzweier: Ruder Gesellschaft Speyer. Wetzlarer Ruder-Club. Ludwigshafener Ruder-Verein. 9. Anfänger-Vierer: Heidelberger Ruder-Club. Academischer Ruder - Club „Rhenus" - Bonn. Ruder - Verein Kassel. Ludwigshafener Ruder - Verein. 10. Dollenvierer für Juniors: Wetzlarer Ruder - Club. Gießener Ruder-Gesellschaft. 11. Achter, Großherzogspreis: Gießener Ruder-Gesellschaft. Nennungsschluß: Samstag, 7. Juli 1894, Abends 8 Uhr. Nach diesem Ergebntß der Meldungen verspricht die diesjährige Regatta sehr gut besucht und interessant zu werden. Mögen nun unsere Ruderer eifrig weiter arbeiten, damit es ihnen gelingt, gegen die fremden Kämpen ehrenvoll und mit Erfolg zu beftehen. ** Marine Verein Gießen. Röhrles Bierhalle war am Samstag den 23. Juni Abends das Rendezvous einer zahlreichen Gesellschaft, welche, der Einladung des Marine-Vereins folgend, an den zum Besten der „Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" veranstalteten humoristischen Vorträgen des Mitgliedes Rudolf Rödiger und des beliebten Gesangshumoristen Jopp Kremer sich erfreute. Es soll demnächst eine gleiche humoristische (aoiree veranstaltet werden und möchten wir wünschen, daß der „Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" wieder ein größerer Betrag überwiesen werden kann. Möge jeder opferwillige Gießener fein Scherflein beitragen, zumal ihm einige frohe Stunden geboten werden. ** Sommerfest auf der Pulvermühle. Das gestrige vom Fechtverband Gießen-Lahr veranstaltete Sommer- fest auf der Pulvermühle hatte eine Theilnahme des Publikums zu verzeichnen, wie sie feit dem fast 10jährigen Bestehen des Vereins in Gießen noch nicht da gewesen ist. Es wurden 1824 Karten gelöst und im Ganzen 466,10 Mk. vereinnahmt. Rechnet man außer den erwachsenen Festtheil- nehmern die Kinder, sowie die nicht Entröe zahlenden zahl- ! reichen Vereinsmitglieder mit ihren Familien hinzu, so kamt man annehmen, daß 2500 bis 3000 Personen auf dem Festplatz anwesend waren. Neben dem fleißigen Besuch der Belustigungsbudeu hatte sich auch der Thierpark deS Herrn Schwan einer zahlreichen Besichtigung zu erfreuen. In Anbetracht dessen, daß der Schwesterverein „Waisenschutz" am nächsten Sonntag auf der „Schönen Aussicht" sein Sommer- fest abhält, hat der Fechtverband Gießen-Lahr die für diesen Tag bestimmte Nachfeier zu Gunsten des genannten Vereins in einer noch gestern Abend abgehaltenen Vorstandssitzung aufgehoben. * * Wegen Diebstahls und Körperverletzung wurde ein Arbeiter verhaftet. Derselbe hatte seinem angeheiterten Schlafcollegen Geld aus der Tasche genommen. * * Ausstchlsthurm auf dem Gleiberg. Wie uns mitgetheilt wird, ist der stark beschädigte Aus sich töthur m auf der Burg Gleiberg nunmehr wieder hergestellt und den Besuchern des Gleibergs geöffnet. Nichtmitglieder deS Glei- bergvereins zahlen für den Besuch des Thurmes an den Burgwirth eine Gebühr von 10 Pfg. - r. Annerod, 25. Juni. Am verflossenen Freitag bewegte sich ein Leichenzug durch unseren Ort, wie wohl hier noch keiner gesehen wurde. Galt es doch, dem allseitig beliebten und geehrten Bürgermeister Engelhardt die letzte Ehre zu erweisen. Die Leiche, vom Ortsvorstand getragen, mit dem Geistlichen, dem Beigeordneten und dem Vertreter Großh. Kreisamts an der Spitze, wurde von dem Kirchengesangverein, dessen Mitglied der Verewigte war, begleitet, dann folgten Ortsgericht, der Kriegerverein, die nächsten Angehörigen, die Vertretung der Bürgermeisterei Gießen und wohl gegen zwanzig Collegen des Verstorbenen, ferner Freunde und Bekannte von Nah und Fern, sowie die leidtragenden Glieder der Gemeinde Annerod. Die Betheiligung bei der Bestattung macht gewiß alles Lob über den Verstorbenen überflüssig. Wohl Alle, die den zur ewigen Ruhe Bestatteten näher kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Er ruhe in Frieden! Friedberg, 23. Juni. Die „Ev. Conferenz" für das Großh. Hessen beschloß bei ihrer Tagung zu Frankfurt a. M. am 2. April d. I., bald nach Pfingsten noch eine Versammlung in Friedberg Sbzuhalten, theils um die interessanten und zeitgemäßen Thesen des Pfarrers Lic. tlleol. Dr. Dieckmann in Mainz über „Vereinswesen und Familie", von denen nur die beiden ersten, mehr geschichtlichen, besprochen waren, vollends zu erledigen, theils um dem Gedanken einer Wiedei- verlegung des Versammlungsortes der „Eo. Conferenz" nach Friedberg, der sich aus verschiedenen Gründen empfiehlt, practisch näherzutreten. Diese sommerliche Versammlung soll nunmehr, von 11 Uhr Vormittags ab, am Mittwoch den 27. Juni 1894, im großen Saale des „Hotel Trapp" dahier stattfinden, und daran ca. 2 Uhr sich ein einfaches Mittagessen anfchlteßen. Sowohl das interessante Thema als die gute Jahreszeit und der vielen Conserenz-Mitgliedern so liebe Versammlungsort lassen einen zahlreichen Besuch ebensowohl erhoffen als erwünscht erscheinen. Ausdrücklich sei noch bemerkt, daß auch Nichtmitglieder der „Ev. Conferenz" bei der Versammlung und Berathung herzlich willkommen sind. △ Mainz, 24. Juni. Bei der heutigen Preisvertheilung zum elften deutschen Bundesschießen wurden aus den sechs verschiedenen Scheiben an folgende Schützen die ersten Preise vertheilt: Auf Festscheibe „Deutschland" der Ehrenpreis des deutschen Kaisers, ein silberner Humpen im Werthe von 2000 Mark an Feilhauer-Berlin; auf Feldfestscheibe „Berlin" der Ehrenpreis des Prinzregenten von Bayern, ein prachtvoller Doppelbecher an Dünwald- Mühlheim a. Rhein; auf Feldscheibe „Mainz" der Ehrenpreis der Stadt Mainz 2000 Mark in Baar, an Knaupp-Deggingen; auf Standfest- scheibe „Heimath", Ehrenpreis des Großherzogs von Hessen, ein prachtvolles Prunkstück in der Form eines Schiffes, an Somerbromm-Lambrecht; Standfestscheibe „Frankfurt", Ehrenpreis des Kaisers von Oesterreich, ein prachtvoller Humpen an Merkens in Glarus; Standfestscheibe „Leipzig", Ehrengabe des Großherzogs von Baden, werthvolles Silbergeräthe an Dreikorn-Lauf. Weiter lassen wir die Schützen der Reihenfolge der Ehrenpreise nach folgen, wobei wir uns indeß der Zeit und des Raumes wegen darauf beschränken müssen, den Werth des jeweiligen Preises anzusügen: Auf Fe st scheibe „D e u t s ch l a n d" : 2. Lutz - Jnstenbark (1400 Mk.), 3. Böcke-Glarus (500 Mk.), 4. Außner-Eppan (500 Mk.), 5. Wäninger-Regensburg (500 Mk.), 6. Bösel - München (500 Mk.), 7. König - Pfaffenhofen (Ein Oelgemälde), 8. Schneider-Nürnberg (300 Mk.), 9. Oberle-Aschaffenburg (300 Mk.), 10. Schodel-Nürnberg (300 Mk.). Auf Stand- f e l d f e st s ch e i b e „Berlin": 2. Widtmann - München (800 Mk), 3. Ochsenhirt-Offenbach (500 Mk.), Streibisch- Karlsruhe (430 Mk.), 5. Keßler-Rheinwasser (350 Mk.), 6. Estelmann-Landau (300 Mk.), 7. Pfeil-Höchst a. M. (250 Mk.), Balbach-Nierstein (250 Mk.), 9. Kapke-Berlin (250 Mk.), 10. Biedste-Bern (200 Mk.). Auf Feldfestscheibe „Mainz": 2. Bildstein-Bregenz (950 Mk.), 3. Neuburg Fürth (540 Mk.), 4. Ebner-St. Gallen (500 Mk.), 5. Hollmann-Hannover (425 Mk.), 6. Levi Florenz (350 Mk.), 7. Heil-Darmstadt (300 Mk.), 8. Kranzler-Berlin (250 Mk.), 9. Dr. v. Pochinger-Buchnau (250 Mk.), 10. Mackmeck. Berlin (ein silberner Lorberkranz). Aus Standfest scheibe „Heimath": 2. Staufer-Nürnberg (2000 Mk.), 3. Rumpf- Mainz (600 Mk.), 4. Dresselt-Arnstadt (550 Mk.), 5. Huber- Frauenstein (500 Mk), 6. Schulz-Joachimsthal (50 Dukaten), 7. Bischoff-Offenhach (500 Mk.), 8. Egli-München (450 Mk.), 9. Petri-Wiesbaden (300 Mk.), 10. Wagner-Höchst a. M. (250 Mk.). Auf Feldfestscheibe „Frankfurt": 2. Zeitz-Sülzbach (600 Mk.), 3. Hochbüchler Reichenhall (500 Mk.), Rixdorf — Ortsnamen unleserlich (400 Mk.), 5. Krempe - Kandorf (350 Mk.), 6. Speth - Braunschweig (250 Mk.), 7. Huppe - Offenbach (250 Mk.), 8. Fäser- Württcmberg (250 Mk.), 9. Freiherr von Feilitzsch Neu-Ulm (250 Mk.), 10. Hoffmann - Heidelberg (200 Mk.). Auf '•«rte tln •i Kr.r ’*«*» an btn tu. . ?Ot,tn QUl’h1 ranR ffeiStien |U ttfttnen ,**• lg,Wti7u,Be» «ÄK’Ä '"7°S--»°«b-»e°„ । ' * M HK non ' , ® *1« belieb,,, "tdieleh!,,^ : mit b«, : öfm Sextreter Grokk. : ^Kirchengesavgvnrin' | 8?llli h” folgten F“ Angehörigen, die 3en und wohl gegen ferner Freunde und eleidttagenden Glieder . Mg bei der Bestattung ! rstorbenen überflliistg. i statteten näher kannten, ? wahren. Er ruhe in i '• Conserenz" für dar 1 iß zu Frankfurt a.M. noch eine Berfammlung i interessanten und zeit« eol. Dr. Dieckmann milie", von denen nur < n, besprochen waren, Gedanken einer Wiede»- ,/Eo. Consereoz" nach n Gründen empfiehlt, cliche Versammlung soll ab, am Mittwoch den i „Hotel Trapp" dahier I ein einfaches Mittag- , essante Thema als die ; nz-MMern so liebt en Besuch ebensowohl Mich sei noch bemerkt, onsrrevz" bei der Der- । Kommen sind. eutigrnPreisvertheilunz wurden aus den sich» Schützen die ersten 1 )eutschland" der Ehren- •ner Humpen im Werlhe [in; aus Feldfestschkibe igenten von Bayern, ein d- Mühlheim a. Rhein; reis der Stadt Mainz »gingen; auf 6mW’ roftbenog« •»“ W' ..meine« W ■ ibe ,Jt«n!fiitl । ®Snn‘ »M ®'lh,<8,tÄ“ j, Schutzen der Rah - £S,®B 91 ;«|B Oelgemälde), y' *;,ex Uni Stau" 100 Im mann - l. 7 Streik (500 y-)i ® Ml.), lheinivasier (b fl, 7. ^‘llA$&Serli* M^?,?eldf-^ Dl!.). «•& *>- <51)0 *>' "6161 ? tln 750®'j' anjlw;? io ‘juaitne» 0 A u.ftfd)«1“ 3. Ru«pi' i (2ÖÖ°^f\ 5. Hubel' nöl (550> ibe Ä f>od)* 400 <5 rrD0" 200 [berg XattrHir Siegel unverletzt) Autachten.1 Die in Ihren Kellern aul einem von uni bqeiAnelen daffe entnommene Bierprobe war in Bqug auf ihre äußeren @tflni(*aftrn von glanibtller, schöner Farbe, von kohllnsäurnttchtw. von Mal» und Hopsen herrührendem, reinem vollmundigem und kiäfttgew Geschmack und von angenehmem Geruch. Auf Grund obiger Untertuchungveraebntsie entspricht da» de treffende Wiener Lagerbier in Be»ug auf seinen Gehalt an einzelnen Bettandtheilen vollkommen normalen Verhältnissen, wie dieselben nur bei gut vergohrenen, gepflegten und gehaltreichen Bieren vor» kommen rttach der chemischen Analyse ist dai Wiener Lagerbier von Surrogaten wie QdnHaupt von fremden, olfo auch conseroirenden Zusätzen vollkommen tret und in jeder Beziehung als ein reines Bier zu bezeichnen, das nach einem rationellen Brauversahren her gestellt wurde. Wenn man aber außerdem den verhältnitzmätzig hohen Gehalt an tfjtract bei geringem Alkoho'gehalt berücksichtigt, so sind wir in der Lage, erklären zu müssen, datz die uns vorgelegte Bierprode mit zu den gehaltreicheren deutschen Bieren bei Handels zu zählen ist, welchem, seines Gehalts an läslichen Bestandthellen wegen, ein bedeutender Nährwerth zukommt und daher sehr empfohlen werden kann. Darmstadt, den 1«. Juni 1894. Chemisches Untersuchungsamt. (Siegel.) Der Vor stand gez. Dr. H. Weller Pilsener vier (Siegel unverletzi). Gut achten. Die In Ihren Kellern aus einem von uns bezeichneten Faste entnommene Bierprobe war In Bezug auf Ihre äußeren Eigenschaften von glanzheller, schöner Farbe, von kohlensäurereichem, von Malz und Hopfen herrührendem, reinem, voll» mündigem und kräftigem Geschmack und von angenehmem Geruch. Aus Grund obiger Untersuchungsergebnisse entspricht das tetnffenbe Pilsener Bier In Bezug auf seinen Gehalt an einzelnen Bestandtheilen vollkommen normalen Ber hältntssen, wie dieselben nur bet gut gegoltenen, gepflegten und gehaltreichen Bieren vorkommen. Nach der chemischen Analyse ist da« Pilsener Bier von Surrogaten wie überhaupt von fremden, also auch con fervlrenden Zusätzen vollkommen frei und In jeder Beziehung als ein reines Bier zu bezeichnen, das nach einem rationellen Brauverfahren hergestelli wurde. Wenn man aber außerdem den hohen Gehalt an Extrakt bei verhältnißmäßig geringem Aiko Holgehalt berücksichtigt, so sind wir in der Lage, erklären zu müssen, daß die uni oorg« legte Bierprobe mit zu den gehaltreichsten Barren des Handel« zu zählen ist, welchem, seines hohen Gehaltes an löslichen Bestandthellen wegen, ein sehr bedeutender Nährwcrth zukommi und im Vergleich zu rrtttm „Pilsener Bier" denselben sogar übertrifft und deshalb sowohl für Kranke oder Reconvalescente, wie überhaupt für schwächliche Personen, sehr empfohlen werden kann. Darmstadt, den 14. Juni 1894 Chemisches Uirtersuchungsamt. (Siegel) Der Vorstand: gez. Dr. H. Weller. L>tandscheibe „Leipzig" 2. Zimmermann New Uork (650 W.), 3. Außer Epphan (500 Mk.), 4. Metzger-Hamburg (425 Mk.), 5. Klaußner-Nürnberg (300 Mk), 6. Koch- Stuttgart (250 Mk.), 7. Gottle-Karlsruhe (250 Mk.), 8. Bogt-Butzbach (225 Mk.), 9. Laverge Hannover (200 Mk.), 10. Luft-Offenbach. Seit den letzten drei Tagen war der Schützenplatz immer zum Erdrücken voll und ist Dank der endlich eingetretenen guten Witterung nicht nur kein Deficit, sondern wahrscheinlich noch ein nennenSwerther Ueberschuß zu 1 erwarten. Mainz, 23. Juni. Der Andrang zu dem Festplatze deS deutschen BundeSschteßenS war heute Abend ein ganz bl deutender. Auf dem Platze spielten fünf MusikcorpS. Es wurde ein Feuerwerk abgebrannt, an welches sich eine Fackelpolonaise schloß. Bei der Feldfestscheibe „Deutschland" loosten Feilhauer-Berlin und Lutz JnSbruck um die ersten Preise, da beide je 36 Ringe hatten. Feilhauer erhielt den KuiserpreiS, einen prachtvollen Pocal, Lutz ein Bild und 1( 00 Mark baar, zusammen im Werthe von 1400 Mark; letzteren Preis hatte der Schützenverein in Hannover gestiftet. vermischtes. * Bonn, 23. Juni. Der Raubmörder Lethen, der einen Rentier auS Godesberg mittelst Beilhieben ermordet hatte, wurde heute vom hiefigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt. * Berlin, 23. Juni. Zu der demnächst stattfindenden Distanz »Radfahrt Dresden-Berlin sind bereits 111 Anmeldungen eingegangen. Darunter befinden sich viele der bei den Distanzfahrten Wien Berlin und Mailand-München beiheiligt gewesenen Radfahrer. * Wien, 24. Juni. Bei dem heutigen österreichischen Radsahrer-Derby gewann den ersten Preis Lehr- Frankfurt, welcher bei dem ersten und zweiten Laufe als Erster ans Ziel gelangte; den zweiten Preis erhielt Banker» PtttSburg, welcher bei dem dritten Laufe, an dem Lehr nicht theilnahm, Erster blieb; der dritte Preis siel Opel-Frankfurt zu. Am Rennen betheiligten sich inigesammt acht Radfahrer. Beim ersten Laufe stürzten mehrere Fahrer, einer derselben wurde bedenklich verletzt. Ein Zuschauer, welcher beim Stürzen der Radfahrer umgerisien wurde, mußte bewußtlos fortgetragen werden. * Bern, 23. Juni. Die Armenanstalt in Utzigen, 8 Kilometer von Bern, steht in Flammen. Diese beherbergte einige hundert Personen. * London, 23. Juni. Auf der Kohlengrube „Albion" bei Pontypridd in SüdwaleS fand heute Nachmittag eine Explosion statt, während 200 Berglrme unter Tage waren. DaS Schicksal der Meisten ist noch unbekannt; indesien wird bereits der Tod mehrerer Arbeiter gemeldet. * üin Studentenstreich. Folgender „Ulk" ist, wie man dem Börsen-Eourier mitteilt, am letzten Samstag in Berlin von einigen Söhnen der alma mater in Scene gesetzt worden. Bei einem Frühschoppen, der sich bis in die späten Nach- mittagSstunden ausdehnte, hatte sich einer der Theilnehmer derart bezecht, daß er einschlies und nicht zu ermuntern war. Um ihn zu erwecken, wurde eine Spazierfahrt gemeinschaftlich vorgenommen; da auch dies keinen Erfolg hatte, so brachte man ihn zum Lehrter Bahnhof und setzte ihn in ein Coupö 2. Klaffe des um 7 Uhr 20 Min. abführenden Schnellzuges. Der academische Bürger schlief hier den Schlaf der Gerechten weiter und zwar so fest, daß er auch bei der Ankunft in Hamburg um 10 Uhr 56 Min. kaum zu ermuntern war. Mit vieler Mühe wurde er von anderen Pasiagieren aus dem Coupö und auf die Straße geschafft. Noch halb schlas» trunken irrte der Musensohu in der Hansastadt umher und entschloß sich, da er absolut seine „Bude" nicht finden konnte, einen Nachtwächter zu fragen, wie er nach der Tteckstraße komme. Erst nach längerem verhör erkannte der Bierselige, daß er fich nicht in Berlin, sondern in Hamburg befände und so blieh ihm nicht- andere- übrig, al- die Nacht Quartier in einem Gasthofe zu suchen und am nächsten Morgen nach Berlin zurllckzudampsen. Der Empfang hier soll ein glänzender und da- Wiedersehen ein sehr freudige- gewesen sein. Tic Biere der Actienbrauerei (tzieffen. ES ist wiederholt von Fremden versichert worden, daß man in Gießen ein recht gutes Bier zu brauen verstehe, und auch die Einheimischen, "bentn man hinsichtlich anderer Artikel eine gewiffe, wenn auch nicht immer berechtigte Vorliebe für von auswärts Bezogene- nachsagen muß, treten entschieden für da- Renommö de- heimathlichen Gebräues ein. Die Actienbrauerei Gießen hat die von ihr gebrauten Biere durch da- Chemische Untersuchung-amt zu Darmstadt untersuchenlaffen und hat durch diese Untersuchung da- allgemeine Urtheil über die Borzüglichkeit der Biere amtliche Bestätigung gefunden. Wir drucken nachstehend die un- im Original vorgelcgenen Gutachten deS Untersuchungsamtes über die vier von der Brauerei hergestellten Sorten ab. Grportbier (Wiener Brauart. Siegel unverletzt). Gutachten. Die in Ihren Kellern aus einem von uns bezeichneten Fasse entnommene Bierprobe war in Bezug auf ihre äußeren Eigenschaften von glanzheller, schöner Farbe, von kohlensäurereichem, von Malz und Hopsen herrührendem, reinem vollmundigen und kräftigen Geschmack und von angenehmem Geruch. Aus Grund obiger Untersuchungsergebnisse entspricht daS de» treffende Exportbler nach Wiener Brauart in Bezug auf seinen Gehalt an einzelnen Bestandthellen vollkommen normalen Verhältnissen, wie dieselben nur bet gut vergohrenen, gepflegten und gehalt reichen Bieren vorkommen. Nach der chemischen Analyse ist das Exportbier von Surrogaten, wie überhaupt von fremben, also auch conseroirenden, Zusätzen volkommen frei und In jeder Be» zlehung als ein reine- Bier zu bezeichnen, jdaS nach einem rationellen Brauversahren hergestellt wurde. Wenn man aber außerdem den hohen Gehalt an Exlract bei verhältnißmäßig geringem Alkoholgehalt berücksichtigt, so sind wir in der Lage, erklären zu müsien, daß die uns vorgelegte Bierprobe mit ju den gehaltreichsten, deutschen Bieren deS Handel- zu zählen Ist, welchem, seine- hohen Gehalte- an löslichen Bestandthellen wegen, ein sehr bedeutender Nährwerth zukommt und deshalb sowohl für Kranke ober NeconvaleSccnte, wie überhaupt für schwächliche Personen, sehr empfohlen werden kann. Darmstadt, den 14. Juni 1894. Chemische- Untersuchung- Amt. (Siegel.) Der Vorstand: gez. Dr. H. Weller. (Siegel.) Der Vorstand: gez. Dr. H. Weller. Bayerisch vier (Siegel unverletzt). Gutachten. Die in Ihren Kellern au6 einem von uns bezeichneten Faffe entnommene Bierprobe war in Bezug auf ihre äußeren Eigenschaften von glanzheller, schöner Farbe, von kohlensäurereichem, von Malz und Hopfen herrührendem, reinem, vollmundigen und kräftigen Geschmack und von angenehmem Geruch. Auf Grund obiger Untersuchungsergebnisse entspricht das betreffende Bayerische Bier in Bezug auf feinen Gehalt an einzelnen Bestandthellen vollkommen normalen Berbältniff n. wie dieselben nur bei gut vergohrenen, gepflegten und gehaltreichen Bieren Vorkommen. Nach der chemischen Anatyie ist das Bayerische Bier von Surrogaten rote Überhaupt von fremden, also auch conseroirendenZusätzen vollkommen frei und in jeder Beziehung als ein reine« Bier zu bezeichnen, daS nach einem rationellen Brauversahren hergestellt wurde. Wenn man aber außerdem den hohen Gehalt an Sxtract bei verhältnißmäßig geringem Alkoholgehalt berücksichtigt, so sind wir in der Lage, erklären zu müflen, daß die unS vorgelegte Bierprode mit zu den gehaltreichsten deulfchen Bieren deS Handel- zu zählen Ist, welchem, seines hohen Gehalte« an löslichen Bestandtheilen wegen, ein sehr bedeutender Nährwerts» zukommt und deshalb sowohl für Kranke oder Neconvalrscente, rote überhaupt sür schwächliche Personen, sehr empfohlen werden kann. Darmstadt, den 14. Juni 1894. Chemisches UnlersuchungS-Amt. Z>erfctyr, Land- unö Oolkiwirthschafi. Gründer-, 23. Juni. Fruchtpreise. Weizen X 1392, Korn X 14,Oo, Gerste X 13,50, Hafer X 16,40, Ei bscn X 00,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln X 5 80, ©amen X 00,CO. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 25. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Luft 17°. Rübsamen'sche Badeanstalt. 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Juli d. zu Staufenber! nämlich: 1) der al 2) der E 3) das ? Melio zur Einsicht de Termin z diese Arbeiten „Mittwoch, in das Gemeir diesem Termin ausgeschloffen. Gießen, Dr. • Berlin, Frau K/f-pi WmirfyUtt fjat\ vergiftet und [id selbst bezichtigt, gehen im Gesang * Wen;, seinen Höhepunkt Vetters sind die 3 Pfg- zurückgeg kden, die weift Ernte übertrifft Doppebe. * München, Mte Mittag am * Moberg, urtheilte Alois j 3oses Samson, T Zuchthaus. flsängnitz ausb ien Schneiderges Dss No (hRt Der Diener W" stand das tlntm sauber ßeb£ M Seite. 9 । Der Die^r t* ■* ' 'ile »lt Id Ktte er pw und heut- Ls »ätiu, bl to« °»d J* I W »eilen all J ? ’ t "J '°h-r 5 »Wen b,t