rürs ' Mtakn astige. Peare, ertheilt '■ft';?-* Mk. 1 ’ > 'heater- meinode Prof^r- ausetid)ne,eJh«ttt8l»äbA(n' KÄs«K"^ tiiog ,6tiebii'eDn___/ i flt^L Ut-— :in i^Ä^geiu^ /Q^jibP &•&»** Ä5 "«<6 N°dr M \tfoxtVi itttlftung, M aud) ohne tu vell^ru, M. tehu unkt Garanlik. *Et iW in Bcksmrken beb 1 -Ere: „Prlvat-Awtalt e Mooklngen, Bad.' W iineivandergehmegut mmer mit guter Bedimung H-rrn für gleich oder I. gesucht. MhednKli, Sahnpost beoorM. AuS, irten mit Angaben von Lage, reis unter Vir. 687 an die rb- Wohnung im dritten Stock iment in ruhiger geschützter -15. Mai ab gesucht- Preisangabe unter E. F. a» Bl. erbeten.________________ jroje harten t-Hagenäumt. gt6tr.be uiwwliL Sitnmtr der Ggped b. Mn^rnbe grauen suchen fctubt xnU Labinet und M Hause. Offerten unter . tzxped d. Bl 18«4 Fleilag en 26. Januar Nr. 21 Erstes Blatt Vierteljähriger £ Löouaemcntspreisr W 2 Mark 20 Psg. iyit Zlnits- und Zlnzeigeblatt für den Kreis Gießen Gratisbeilage: Gießener Kamitienbkätter Arbeitgeber jederzeit in der Lage sind, ohne belästigende Polizetvor- fohlen wurde. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. IVUllXIwll; HU» Vtv ° ’ Arbeiter groher Versammlungen bedürfen. Abg. Möller (natl.) spricht sich aus denselben Gründen wie Abg. Frhr. v. Stumm gegen die Anträge aus. An der Orgsntsation des Kampfes der Arbeiter gegen die Arbeitgeber würde unsere Cultur scheitern. Die Herren, die aus bloßen Theorien heraus die Anträge befürworten, täuschen sich Über die Consrquenzen derselben. Abg. Molkenbuhr (Soc.) tritt für die Anträge ein, die dem Terrorismus der Arbeitgeber-Vereinigungen einen Damm entgegen- ^^Nachdem die Abgg. Spahn (Ctr.) und Dr. Meyer (frs.Ver.) * im Schlußwort für die Anträge eingetreten, werden dieselben an eine fortdauern. Rom. 24. Januar. Es wird eine erhebliche Verminderung der Zurückziehung von Einlagen bei der Sparkasse constatirt. Die Neueinlagen sind vermehrt. — Den Abendblättern zufolge manifestirten die Studenten in Pavia gegen die Verweigerung außerordentlicher Prüfungstermine- zertrümmerten Fensterscheiben mit Schneebällen und stieße« die Thür des großen Universitätssaales ein. Man glaubt, die Studenten würden den Vorlesungen fernbleiben. Deutscher Reichstag. 34, Sitzung. Mittwoch den 24. Januar 1894. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Briugerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Z»ckutftrahe Pr.7- Fernsprecher 5L Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 24. Januar. Wie aus guter Quelle gemeldet wird, trifft Fürst Bismarck bereis Freitag Mittag 1 Uhr in Berlin ein, da der Kaiser den Wunsch geäußert habe« soll, den Fürsten schon vor dem GeburtstagStrubel zu sehe« und zu sprechen. Im königlichen Schlöffe werden bereit« Vorkehrungen zur Aufnahme des Fürsten Bismarck getroffen. : ordentlichen Verdienste des Fürsten Bismarck um das Deutsche i Reich vollauf anerkenne. Vielleicht sei es nicht zu kühn, an ! zunehmcn, daß gerade aus dieser Gedankenstimmung heraus '■ bei dem OrdenSfeste, an dem der Kaiser so viele Zeichen seines persönlichen Wohlwollens zu geben in der Lage war, - die Entsendung des Flügeladjutanten nach Friedrichsruh be- Berussveretne beitragen um entnimmt aus den Ausführungen des Vorredners die Bestätigung, daß die Berufsoereine auf jeden Fall von den Soctaldemokraten für ihre Agttationszwecke ausgenützt werden würden, womit dem Anträge das Urthetl gesprochen sei. Die Arbeiter fühlen sich übrigens selbst unter dem System der Gewerk- veretne nicht wohl. Bei den tradea onions dursten sie keinen Schritt selbstständig thun. Die unfreiesten Arbeiter sind gerade die soci^- demokralischen. Die Festsetzung des Lohnes kann dem Arbeiter nicht überlassen werden, weil dieser die Verhältniffe des Marktes zu wenig kennt. Jede Stärkung der Fachvereine ist eine Stärkung der Soctal- demokratte. Die vorliegenden Anträge sind nur Eedmbar unter der Voraussetzung etnes Schutzes der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Socialdemokratie entweder durch besonderes Gesetz oder durch Verschärfung des Strafgesetzbuchs, ferner unter der Voraussetzung des Schutzes der freien Arbeiter gegen iZwang von Seiten ihrer organifirten Genoßen. Ich glaube nicht, daß sich der Bundesrath so weit vergessen wird, die Anträge anzunehmen. o, , „ Abg. Schneider-Nordbausen (frs. Volksp.) ist für die Anträge. Gerade dadurch, daß beiden Theilen Gelegenheit gegeben werde, sich durch Vertrauensmänner zu verständigen, hoffen wir dem Frteven zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu dienen. Die englischen tradea onions wären erst recht socialtstisch geworden, wenn thnm die Anerkennung im Jahre 1871 verweigert worden wäre. Auch ieyr haben sich die englischen Gttverkveretne noch nicht vollständig zum Socialtsmus bekehrt. Uebrigens kommt hierauf an dieser Stelle wenig an; biet handelt es fich um d-utlch- arbeit«, bann man das Recht zur Organisation um so weniger verweigern kann, ats ore Herzogin von Toscana. Berlin 24. Januar. Der frühere Bureaudtrector des Reichstags/Geheime Canzleirath Bernhard Happel, ist in der vergangenen Nacht im 82. Lebensjahre nach kurzem Leiden verschieden. Er gehörte ursprünglich als Beamter dem Königlichen Kriegsministerium an, wurde in den ersten ver- einiaten Landtag 1847, später in die Nationalversammlung alS Bureaubeamter und dann im Jahre 1850 in das Abgeordnetenhaus berufen, welchem er bis zu seiner Ernennung zum Bureaudirector des Reichstages im Jahre 1872, zuletzt als Bureauchef, angehörte. Im Herbste 1879 trat er aus fernem Amte zurück und wurde vom 1. Mai 1880 ab in der ehrenvollsten Weise in den Ruhestand versetzt. Köln, 23. Januar. Im Anschluß an die Nachricht von der Aussöhnung zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck sagt die „Köln. Ztg.": Der Kaiser babe mehrfach seine Verstimmung über eine neuerdings hartnäckig laut gewordene falsche Austastung feines innerlichen Verhältnisses zum Fürsten Bismarck ausgesprochen. Es sei ihm von einem Thetle der öffentlichen Meinung untergeschoben worden, er lege ein besonderes Gewicht darauf, daß auf dem Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aarnlkiendlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Belgrad, 24. Januar. Die Vorstellung des neue» Cabinets erfolgt in einer Sitzung der Sk up schtina am Nachmittag. Zugleich wird der Schluß der ordentliche« Session erfolgen und es wird beabsichtigt, die Skupschtma zur ordentlichen Session erst auf den 1. November wiedtt einzuberufen. Die Regierung will die Skupschtma nicht auf- lösen, sondern sie rechnet auf die patriotische Unterstützung derselben und des Volkes und wünscht die Löiung der Aufgaben mit der gegenwärtigen Skupschtma zu versuchen, um beruhigend einzuwirken und ihr Gelegenheit zu einer möglichst ersprießlichen Thätigkeit zu bieten. , Belgrad, 24. Januar. Die Skupschtina wurde Nachmittags 4 Uhr eröffnet, die Galerien sind stark besetzt. Der Vorsitzende Katic theilte mit, daß der neu ernannte Minister Giorgjevic sein Mandat infolge des Austrittes ans der Fortschrittspartei niedergelegt hat. Sodann verlas Katto den Ukas, betreffend die Demission des Cabmets Gruic und die Ernennung des Cabinets Simic. Der Ministerpräsident verlas das Regierungsprogramm und machte sodann eine kleine Pause, während der Rika Popovic sich zum Worte meldete und zu sprechen begann. Der Ministerpräsident protestirte dagegen, da er noch Mittheilung machen wolle und begann ein Aktenstück zu verlesen. Er wurde jedoch überschrieen. Simic überreichte das Actenstück dem Vorsitzenden. Rista Popovic erklärte, das neue Ministerium besitze nicht das Vertrauen der Skupschtma. Nach Verlesung des Ukases, durch den die Skupschtina aufgelöst wurde, wurde die Sitzung unter Hochrufen auf den König geschloffen. Gießener Anzeig er Gmeral-Mnzeiger. nimmt zu. Paris, 24. Januar. Der Import Frankrerchs au8 Deutschland im Jahre 1893 betrug 334 Millionen (gegen - . , 337 Millionen in 1892), der Export nach Deutschland Abg?Sp°bn (Str.): Die Anträge bezweckten die Verlethung 334 Millionen (gegen 355 Millionen In 1892). ®et: <&V- der VermögenSsähigkett an die Berufsvereine, denen man sie nicht I port Frankreichs nach der Schweiz in? Jahre 1893 betrug vorenthalten könne, nachdem man sie allen möglichen Geldgesell- 150 Millionen (gegen 227 Millonen in 1892). — Gegenüber Ä Sn Ufie®"ur8S9ung IStSbS b« Zni auswärtigen Nachrichten erklärt eine den Journalen zug°g°ng-ne ttmmuna einer Behörde bedürfen. Die Zwecke der Vereine können I halbamtliche Note, daß die Verhandlungen wegen des Wern ganz verschieden sein: Unterstützung der Mitglieder, Rechtshilfe, Be- I > 0[[C8 zwischen Oesterreich-Ungarn und Frankreich lehrung rc. Er bitte, die Anträge ohne vorherige Eommisstons- > Verweisung anzunehmen. x . Abg. Rickert (frs. Der.) schließt sich bem an. Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim (natl.): ES handelt sich hier nur um dte Gewerkveretne und um die Organisation des Arbetterstandes; wir haben aber keinen Anlaß, uns die Errungenschaften der englischen Arbeiterbewegung anzuetgnen. Die englsichen Gewerkveretne bezwecken weniger die Hebung des Standesbewußt- seins, als dte Schürung des Klassenkampfes, sind fie boch auch be dem Bergarbeilerstrike vertragsbrüchig geworden. Für das Wohl der Arbeiter läßt sich auf Grund der bestehenden Organisation genug thun. Dte Erfahrungen mit dem Stickerei-Verband in St. Gallen, der sich auflösen mutzte, obwohl er Minimallohn und Normalarbeitstag in die Hausindustrie eingeführt hatte, beweisen, daß man von den Berufsvereinen für das Arbetterwohl nicht viel zu erwarten hat. Wir sehen deshalb keinen Grund zur Annahme des Antrags, wider fetzen uns aber der Eommissionsberathung nicht. Abg. Legren (Soc.): Der Antrag hat mit dcr focialdemo- kratischen Bewegung nichts zu thun. Der englische Beraarbeiterstrike war durch eine Lohnherabsetzung um 25pCt. verschuldet, die den Arbeitern ausgezwungen werden sollte. Welche Organisationen bestehen denn jetzt zu Gunsten der Arbeiter? Etwa die aus Grund der socialen Lersicherungsgefetze? Die nutzen: dem Arbeiter° wen g. Hier bandelt es sich um Vereinigungen, durch welche die Arbeiter auf Besserung ihrer Lebensbedtngungen hinwirken konnten. Unsere Arbeitgeber wollen eben den Arbeitern nicht das Recht zuerkennen, bei der Festsetzung des Arbeitsoertrags mitzuwtrken. In England haben die Arbeiter dies Recht nach schweren Kämpfen errungen und in Deutschland müssen wir auch dahin kommen. Dazu werden die Das Haus ist schwach besetzt. .. . Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Anträge des Centrums und der Freisinnigen, betreffend die eingetragenen XUSfatlb» I ^^^^P^sitzen?v.^Levetzow theilt daS Ableben des früheren Bureau- Rom. 23. Januar. Dem ,P°P°l° Romano" zufolge ^-^tni'n^$°&Sn^»^?6Vbm"“n Ä* telegraphirte der Präsect von Pisa an das Ministerium, daß Morgen. Abzahlungsgeschäfte, Novelle zum Jnvalttenfonds- trotz der Abmahnungen der Behörden eine Gruppe von Ury I 0e^ zufriedenen den allgemeinen Ausstand beschloß und die I 9___,,,, ,, .। ■<- 1 —' *" Arbeiter in den industriellen Etablissements bedrohte, sodaß Heateite dieselben die Arbeit einstellen mußten. Der öffentlichen Gewalt gelang es dreimal, die Demonstranten zu zerstreuen Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau, und einige Verhaftungen vorzunehmen, ohne von den Waffen Paris, 24. Januar. Das Zuchtpolizeigertcht verurtheilte Gebrauch machen zu wüffen. Das Ministerium ordnete ^n Anarchisten Merigeau, in dessen Wohnung Spreng- darauf hin den Abgang von Verstärkungen von Florenz nach ftoffe vorgefunden wurden, zu dreijähriger Gefängnißstrase. Pisa an. Paris, 24. Januar. Nach Meldungen aus Buenos- Paris, 23. Januar. Bei der Untersuchung einer an dem Ayres von heute stellt sich bei den A u fständischen i n Waarenhauskrintemps am vergangenen Sonntag gefundenen I Rio de Janeiro Mangel an Lebensrnitteln ein. Ein Bombe ergab sich, daß dieselbe mit Dynamit gefüllt war. Versuch der-Insurgenten, bei Nictheroy zu landen, wurde _______________ — zurückgewiesen. Eine Kugel tödtete einen Matrosen der portugiesischen Corvette „Mindello", doch ist nicht festgestcllt, von wo der Schuß abgefeuert worden ist. — Das gelbe Fieber Dßifttfcßcft * -Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. Fürst Bismarck keine i "ftd)'8U* Deretnigen. Sie können in einem Zimmer zufammrn- DertttzcyeS «ercy. Stelle finde. Dieser irrigen Ansicht gegenüber habe der Kaiser I kommen, um die wichtigste« Verabredungen zu treffen, während die Darmstadt, 24. Januar. Ihre Königlichen Hoheiten der : wiederholt betont, daß er der Letzte sei, der nicht die autzer- Großherzog und Hochdeffen durchlauchiigste Braut Prin- > " P‘ zessin Victoria Melita von Sachsen-Coburg empfingen heute Sc. Durchlaucht den Fürsten zu Ysenburg- Büdingen, Präsidenten der Ersten Kammer, Se Excellenz den Staatsminister Finger und den Obersten Freiherrn von und zu Egloffstein, Commandeur des 1. Großh. In- 1anterie-(Leibgarde.)RegimentS Nr. 115. Berlin, 24. Januar. Die ganz überraschend gekommene Nachricht von einer erneuten freundlichen Annäherung zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck hat in weiten Kreisen des deutschen Volkes lebhaften und freudigen Widerhall gefunden. Don Neuem lebt nun tn den Herzen aller Vaterlandssreunde die Hoffnung auf eine baldige und völlige Beseitigung der so betrübenden Ent- sremdung zwischen dem erlauchten Monarchen und dem Alt- reichSkanzler wieder auf, nachdem der zwischen ihnen im vorigen Jahre stattgefundene Depeschenwechsel ohne weitere sichtbare Folgen geblieben war. Hat doch jetzt der Kaiser einen seiner Flügeladjutanten, den Grafen Moltke, nach Friedrichsruh gesandt mit dem Auftrage, den Fürsten Bismarck zur Wiedergenesung von seinem jüngsten Jnfluenza- Anfalle Namens deS Monarchen zu beglückwünschen und dem greisen Reconvalescenten zur Stärkung Krankenwein aus den kaiserlichen Kellereien zu überreichen, und dies ist ein Entgegenkommen des Monarchen gegenüber dem ehemaligen Kanzler, welches gewiß nur im Sinne einer endgiltigen Wiederverständigung beider der deutschen Nation so teuren Männer gedeutet werden kann. Außerdem soll Graf Moltke dem Fürsten Bismarck noch eine Allerhöchste Einladung zur Theilnahme an der Feier des Geburtsfestes des Kaisers bei Hose übermittelt haben, was die Bedeutung des hochherzigen Schrittes des kaiserlichen Herrn noch mehr hervorheben würde. Dem Vernehmen nach hat Fürst Bismarck dem Kaiser für die erwiesene Huldbezeugung seinen tiefen Dank aussprechen und hinzusügen laffen, er würde, sobald dies sein Gesundheitszustand'gestatte, in Berlin erscheinen, um dem Kaiser persönlich seinen Dank auszusprechen. Jedenfalls berechtigt der ganze Vorgang zu der Erwartung, daß nunmehr die Schatten der „Mißverständniffe" zwischen dem Enkel Wilhelms I. und dem größten Mitarbeiter des unvergeßlichen Kaisers beim Wiederaufbau des Reiches bald gänzlich verschwinden und einem herzlichen gegenseitigen Einverständnifle Platz machen werden. Selbstverständlich ist ober jetzt ebensowenig wie . bei früheren Anlässen ähnlicher Art an eine Rückkehr des Fürsten Bismarck on die Spitze der Reichs- und Staatsgeschäfte zu denken, eine solche Möglichkeit erscheint nach Lage der Verhältniffe durchaus ausgeschlossen. Bemerkenswerth ist es aber immerhin, daß die Entsendung des genannten kaiserlichen Flügeladjutanten zum Fürsten Bismarck mit Wissen und Zustimmung der gegenwärtigen ersten politischen Berather des Monarchen erfolgte, denn es wird versichert, daß der Kaiser den Plan vor seiner Ausführung dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem Staatssecretär v. Marschall unterbreitete. — Anläßlich des bevorstehenden Geburtsfestes des Kaisers werden wiederum eine Anzahl Fürstlichkeiten als Gäste am Berliner Hofe weilen. Soweit bekannt, sind als solche angemeldet: Der König von Sachsen und deffen ältester Neffe, Prinz Friedrich August, der König von Württemberg, der Grobherzog und der Erbgrobherzog von Baden, der Grotz. Herzog von hesftn, der Herzog von Attenburg, der Fürst von Schaumburg-Lippe, sowie der Grobherzog und d>e Groß. Wie es heißt, hat sich gestern Graf Waldersee im Auftrage des Kaisers nach Friedrichsruh begeben. Berlin, 24. Januar. Das Aeltesten-Collegium der Kaufmannschaft hat dem Handelsminister mitge- iheilt, daß es in der Miiwirkung der Landwtrlhschaftskammern bei der Verwaltung der Productenbörse einen Eingriff in die Selbstverwaltung erblicke. Berlin, 24. Januar. Der Strike der Taxameter» Droschkenkutscher wurde heute Vormittags auf einer Versammlung für beendet erklärt. — Die Handelsvertragscommission des Reichstags nahm heute Vormittag» das Uebereinkommen mit der Schweiz betr. den gegenseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz fast einstimmig an. — Dem Abgeordnetenhause ist der Vertrag zwischen Preußen und Lübeck zugegangen betreffend den Elbe-Trave- kanal nebst einem Gesetzentwurf über die Gewährung eines Beitrags Preußens zu den Kosten der Herstellung des Kanals durch Lübeck. — Der Bundesrath hält morgen seine regelmäßige Wochensitzung ab. Auf der Tagesordnung steht: Verlängerung des Handelsprovisoriums mit Spanien, der Gesetzentwurf betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten, die Vorlage betreffend die Anerkennung belgischer Prüfungszeichen für die Handfeuerwaffen in Deutschland, zahlreiche Petitionen. — Graf Herbert Bismarck erhielt eine Einladung zu der heutigen im königlichen Schlöffe stattfindenden Cour. Frankfurt a. M., 24. Januar. Die „Franks. Ztg." meldet aus Berlin, daß man in agrarischen Kreisen befürchte, die Aussöhnung des Kaisers mit dem Fürsten Bismarck könne zu Gunsten des deutsch-russischen Handelsvertrages verwerthet werden. Um dieses zu verhindern, sei bereits an den Grafen Herbert Bismarck telegraphirt worden. Mannheim, 24. Januar. Eine unter dem Vorsitze des Handelskammer Präsidenten Disfen6 stattgehabte Sitzung von Getreidehändlern sprach sich für die Aufhebung des Identitätsnachweises aus. Wien, 24. Januar. Wie die „Polit. Corresp." aus Konstantinopel meldet, bezeichnet man in dortigen diplomatischen Kreisen die Nachricht, daß Nelidow an Stelle Mohrenheims nach Parts versetzt werden soll, als vollständig unbegründet. Prag, 24. Januar. Da die Karlsbrücke immer stärkere Risse aufweist, befürchtet man ihren Einsturz. Rom, 24. Januar. Die Sammlungen für die Hinterbliebenen der Ermordeten von Aigues-Mortes betragen bereits 200,000 Lire. Odessa, 24. Januar. Zu der 1896 in Nischni- Nowgorod ftattfindenden russischen Kunst- und Industrie-Ausstellung melden sich schon viele ausländische Unternehmer, doch soll möglichst alles aus russischem Material und von Russen hcrgestellt werden. Wie verlautet, soll auch eine französische Abtheilung sich in der Ausstellung befinden. Der Aufenthalt der Prinzessin Melitta Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha in Darmstadt. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) „Ein feiner Regen prikelt herab Eiskalt wie Nähnadelspttzen . . ." An diesen Heine'schen Vers fühlte man sich unwillkürlich gemahnt beim Anblick des grauen, wolkenverhangenen Himmels, der am Dienstag über unserer Residenz hing. Nichtsdestoweniger flatterten die Fahnen und Flaggen lustig im Winde und boten in ihren verschiedenen Farben, aus welchen das Weiß-Grün von Coburg-Gotha besonders heiter und freundlich herausleuchtete, das festliche Bild einer Residenz, welche sich zur Begrüßung ihrer künftigen Fürstin anschickt. - Unter Regenschirmen wogte eine zahlreiche Menschenmenge so um die vierte Nachmittagsstunde Rhein- und Wil- helminenstraße auf und ab. Da, kurz vor Einfahrt des Zuges, klärte sich das Wolkengrau, der Regen hörte auf und ein flüchtiger Sonnenschimmer gab dem Straßenbikd sofort ein holderes Ansehen. Ein offener Wagen konnte benutzt werden, und da der Empfang keinen eigentlich officiellen Charakter trug, fuhren die Herrschaften im einfachen Zweispänner. Die junge Prinzessin saß neben ihrer Mutter, der Herzogin von Edinburg, ihr gegenüber unser Großherzog, rechts vom Herzog von Sachsen Coburg-Gotha. Auf die ihr von der freudig erregten Bevölkerung gespendeten Hochs und enthusiastischen Zurufe dankte die hohe Braut nach allen Seiten auf das liebenswürdigste. Die fremden hohen Gäste wohnen im „Alten Schloß", wo die grün-weiße Fahne aufgezogen ist. Am Abend des Ankunftstages fand im Theater Vorstellung bei festlich beleuchtetem Hause statt. Obschon längst bekannte Sachen das Repertoire bildeten, waren doch schon Mittags 12 Uhr sämmtliche Billets vergriffen. Die theatralischen Gerichte bestanden auS Opern-, Ballet- und Schau- spielkoft. Auf das allerliebste Brüll'sche Operchen „Grin- goire" folgte der durch sein prächtiges Farbensptel fesselnde Serpentinentanz und den Beschluß bildete des Frankfurter Schauspieler Schönfelds Lustspiel „Mit fremden Federn". Genau um 7 Uhr erschienen die Herrschaften in den Großherzoglichen ProseeniuMslogen rechts von der Bühne — die große Hofloge in der Mitte war für die Cavaliere und Hofdamen reservirt. — Hoftheaterdirector Wünzer erhob sich und rief mit seiner sonoren, markigen Stimme „Ein Willkommen dem hohen Brautpaare in diesen der Kunst geweihten Hallen, Se. Königl. Hoheit der Großherzog und die Prinzessin Melitta Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha sie leben hoch!" Begeisterungsfroh stimmten die Anwesenden in diesen Gruß ein, das an diesem Abend unter Leitung des Herrn Musikdirector Doebber stehende Orchester imonirte die Nationalhymne, und die Vorstellung nahm hierauf einen äußerst animirten Verlaus, da die betheiligten Künstler selbstredend mit Eifer und Energie bestrebt waren, Wort und Ton zu schöner Geltung zu bringen. Der heitere Schönfeld'sche Schwank, der eigentlich nichts anderes als ein großes „DerlobungSftück" ist, paßte so recht, in die Stimmung des festlichen Abends. Der Großherzog, der zwischen Braut und Mutter der Braut saß, unterhielt sich mit den Damen in den Pausen aufs lebhafteste. In der Nachbarloge befanden sich der Vater der Braut, Prinzessin Alix und die Schwester der Braut. Die Herrschaften blieben im Theater bis zum Schluß der Vorstellung. Bei dem heutigen brillanten, klaren Winterwetter war das Neue Palais in den Mittagsstunden fortwährend von Leuten aus allen Gesell'chaftskreisen umringt, die sich keine Ein- oder Ausfahrt entgehen lassen mochten. V- Heute Abend findet nun der costümirte the dansant statt, ZU dem die Vorbereitungen in größter Heimlichkeit getroffen sind und über dessen Programm in der Presse noch kein Wörtchen verlauten durfte. Ich bin nun in der glücklichen Lage, den Leserinnen Ihres geschätzten Blattes doch einige Details ausplaudern zu können. An diesem Abend wird erstens ein origineller englischer Tanz aufgesührt werden, bei welchem die Damen die faltigen Gewänder ähnlich wie beim Serpentinentanz zu werfen haben. In der vorderen Reihe tanzt der Großherzo g mit Prinzessin Alix, und der Herr von Frankenberg mit Frl. von Fabrice. Dann kommt eine Blumenquadrille, bei deren Arrangement auch ein sehr erlesener Geschmack gewaltet hat. Folgende „Blumen" erscheinen: Heckenrose, Nelke, Lilie, blaue Wasserrose, Chrysantemum, Butterblume, Kornblume, Marguerite. Ich könnte Ihnen auch mittheilen, wie diese Blumen im bürgerlichen Leben heißen, aber aus Discretion unterlasse ich es. Die Herren kommen in grünen Fracks, Escarpins, die Blume der Partnerin im Knopfloch. Ein „Menuett", für welches auch ein sehr originelles Costüm gewählt ist, bildet die dritte Glanznummer des Tanzprogramms. An diesem Abend empfängt die Prinzessin Braut von ihrem hohen Bräutigam zum Geschenk einen nach Material und Arbeit überaus kostbaren Fächer, der aus dem Atelier des Hofjuweliers Wondra hervorgegangen ist. Die Prinzessin Melitta Victoria wird voraussichtlich bei uns bis zum Freitag Morgen verweilen. Am Freitag Abend begiebt sich der Großherzog nach Berlin zum Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers. Dr. E. M. Locales rrnd provinzielles. Gießen, den 25. Januar 1894. ** Technische Notiz. Nach einer Statistik des Kaiser!. Patentamtes sind, wie uns das Intern. Patentbureau von Heimann u. Comp. in Oppeln schreibt, im Jahre 1893 14265 Patent-Anmeldungen und 6430 Patent-Ertheilungen erfolgt. Den Löwenantheil hat wie immer Berlin mit 771 Patent-Ertheilungen. Gar keine Patente sind nach Waldeck und Pyrmont, sowie den Hohenzollerschen Landen ertheilt worden,' 1 Patent-Ertheilung hat Schaumburg-Lippe aufzuweisen- das Großherzogthum Hessen ist mit 103 Patent-Ertheilungen vertreten. Die meisten Patent-Ertheilungen, nämlich 300, sind auf dem Gebiete der hauswirthschaftlichen Geräthe zu verzeichnen, die wenigsten — je 4 — auf dem Gebiete der Korbflechterei und des Salinenwesens. (Obengenanntes Patentbureau ertheilt den geschätzten Abonnenten dieses Blattes Auskunft und Rath in Patentfachen gratis.) ? Alsfeld, 24. Januar. Zu der bereits mjtgetheilten Verhaftung eines Handwerksburschen in einer hiesigen Herberge wegen Verausgabens von falschen Zweimarkstücken ist noch ergänzend zu berichten, daß es zwei Handwerksburschen waren, welche angeblich aus Norddeutschland stammen und ein Zweimarkstück zu Begleichung ihrer Zeche in einer Wirth- schast hinterlegten. Ganz zufällig nahm der Wirth dies Geldstück, um bei einem benachbarten Kaufmanne Einkäufe zu besorgen. Dieser erkannte sofort, daß das Geldstück gefälscht sei. Rasch eilte der Wirth zurück, aber die Handwerksburschen hatten sich inzwischen aus dem Staube gemacht. Der Wirth zeigte den Vorfall der Polizei an und es gelang, die beiden Vögel in einer anderen Herberge zu verhaften. Hier sand man noch in einem Versteck ca. 160 neue falsche Ein- und Zweimarkstücke, die dem Gerichte überliefert wurden. Offenbar hat man es hier mit zwei Mitgliedern einer Falschmünzerbande zu thun. E. Echzell, 20. Januar. Die Diphtheritis, welche im vergangenen Sommer so heftig bei uns, in Bingenheim und Nidda wüthete, ist endlich als erloschen zu betrachten, wenn auch hier und da noch vereinzelte Fälle auftauchen. Aehnlich ist es in dem benachbarten Weckesheim, von welchem Ihre Zeitung Nachricht gebracht hatte. Dagegen ist bei uns seit Kurzem eine heftige Keuchhustenepidemie aufgetreten, die wiederholt Opfer gefordert hat. Merkwürdig ist, daß vor 15 oder 20 Jahren Diphtherie, Masern, Scharlach und andere Kinderkrankheiten meistens im Spätjahre (wenn sich die Zunder Erkältungen zuzogen) auftraten- im Frühjahre und Sommer, beim Eintritt warmer Witterung, verschwanden die Plagen. Jetzt treten sie zu jeder Jahreszeit auf. — Unsere Gemeinde wird demnächst eine Vicinalftraße nach dem benachbarten Wölfersheim bauen, wo bedeutende Braunkohlenwerke sind. Die Wölfersheimer Braunkohlen erfreuen sich großer Beliebtheit und werden ziemlich weit befördert. Der neue Weg wird die Abfuhr der Kohlen bedeutend erleichtern. Bei dem Wegneubau, welcher ca. 30000 Mk. kosten kann, wird den jetzt nicht ober wenig beschäftigten Arbeitern, besonders auch den Leuten, die unbeschäftigte Gespanne haben, Gelegenheit zu Verdienst gegeben. Derartige Bauten sind bei der gegenwärtigen mageren Zeit sehr am Platze, denn auch die Arbeitgeber finden ihre Rechnung dadurch, daß sie reichliche und billige Hilfskräfte anwerben können. nn. Darmstadt, 23. Januar. Die vierte ordentliche evangelische Landessynode trat heute Morgen um i/210 Uhr unter dem Vorsitz des Oberlandesgerichtsraths Heinzerling im Sitzungssaale der Zweiten Ständekammer zu zweitägigen Berathungen zusammen. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichtsanzeigen fand zunächst die Beeidigung der neueingetretenen Mitglieder, Divisions- psarrer Noack, sowie Oberstlieutenant Otto, statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung beschloß die Synode den Erlaß einer Adresse an Seine Königliche Hoheit den Großherzog ans Veranlassung seiner Verlobung mit der Prinzessin von Coburg Gotha. Zunächst erfolgt nunmehr die Berathung der Vorlage des Großh. Oberconfistoriums betr. den Nachweis des Vermögens st andes der unter der Verwaltung Großh. Oberconfistoriums stehenden Fonds in der Budgetperiode 1880/85. Die Vorlage wird genehmigt. Ein Antrag des Abg. Stromberger, betr. Ablösung der Acci- denzien, welche niedere Kirchendiener zu beziehen haben^ sowie desselben Abgeordneten auf Ablösung der Accidenzien für kirchliche Functionen der Organisten, Cantoren und Lectoren gibt zu längerer Debatte Veranlassung. Der Antragsteller, sowie die Synodalen Dieffenbach, Hager u. A. treten warm für die Ablösung dieser Accidenzien ein. Seitens des Oberconfistoriums sprach man sich dahin aus, daß es erwünscht und den Gemeinden zu empfehlen sei, daß auch die Fixirung der Gebühren, welche den Lehrern als Organisten und Kantoren zukommen, sowie der Kirchendiener erfolgen möge. Dagegen müsse es ablehnen, eine zwangsweise gesetzliche Fixirung zu beantragen, da zu befürchten fei, daß dadurch Mißstimmung in den Gemeinden erregt werde. Um indessen nach Möglichkeit dazu beizutragen, daß die Organisten rc. vor dem infolge der Aufhebung der Accidenzien der Geistlichen ihnen drohenden Einnahmeausfall bewahrt bleiben, werde das Oberconsistorium an die Kreisämter das Ersuchen richten, auf eine vertragsmäßige Fixirung der fragl. Gebühren hinzuwirken und zugleich die Geistlichen anzuweifen, die Bemühungen der Großh. Kreisämter nach Kräften zu unterstützen. Auch der Ausschuß theilt die Erwägungen des Großh. Oberconsiftoriums und beantragt daher, den Antrag für erledigt zu erklären. Die Synade beschließt mit 24 gegen 22 Stimmen demgemäß. — Ein Antrag des Synodalen Heß, betreffend die Erhöhung des Betrags ber Pensionen der Wittw en und Waisen von Geistlichen von 850 auf 1000 Mk. wird einstimmig für erledigt erklärt, nachdem Seitens des Kirchenregiments, sich dahin ausgesprochen wurde, daß dasselbe die Frage in ernstliche Er- wcgung gezogen habe, ob und wie weit ein erhöhter Zuschuß des Centralkirchenfonds in die geistliche Wittwenkaffe in Aussicht genommen werden könne, um die Verhältnisse der Pfarr- wittwen und -Waisen aufzubessern. Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, würden aber so gefördert, daß bei Aufhebung des Voranschlags 1895/1900 bestimmte Entschließungen gefaßt werden könnten. Eine Erhöhung der Wittwenpenfionen ist nicht projectirt, sondern die Bewilligung von Waisengeldern neben den Pensionen. —• Nunmehr erfolgt tte Beantwortung der Interpellation des Abg. Dr. Dieffenbach, betreffend die Neuordnung der kirchlichen Vermögens-Verwaltung. Der Interpellant wünscht Erleichterung nach dieser Richtung hin herbeigeführt, weil man augenblicklich noch zuviel in der Bureaukratie der Staatsverwaltung stehe. Seitens des Präsidenten Gold mann wird erklärt, daß die Frage im Schoße des Consistortums in Erwägung gezogen worden fei. Das Consistorium stehe der Frage sympathisch gegenüber, halte aber augenblicklich den Zeitpunkt nicht für geeignet, der Synode dementsprechende Vorlage zu machen. Ober- consiftorialrath Köstlin spricht sich ebenfalls dahin aus. — Eine weitere Interpellation des Abgeordneten Dr. Rieger auf Ausarbeitung einer Agende für die ev. Landeskirche wird Seitens des Oberconsiftoriums dahin beantwortet, daß dasselbe zwar das Bedürfniß nach einer solchen in vollem Maße würdige, aber sich auch die großen Schwierigkeiten nicht verbergen könne, auf welche man bei Ausarbeitung einer solchen Agende stoßen würde. Insbesondere sei aus Zweckmäßigkeitsgründen so lange zu warten, bis die in Preußen geführten Verhandlungen zum Abschluß gekommen seien. Damit ist die heutige Tagesordnung erledigt. Morgen früh 9 Uhr Sitzung. nn. Darmstadt, 24. Januar. Landessynode. Die Sitzung wird heute um ^10 Uhr eröffnet. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe und Berichtsanzeigen tritt die Synode sofort in die Berathung des vom Kirchenregiment der Synode unterbreiteten Leitfadens für den Religionsunterricht in den evangelisch-unirten Gemeinden des Großherzogthums. Bei der Generaldebatte erklärte Oberconsistorialrath Dr. Köstlin, daß es dem Kirchenregiment von der höchsten Wichtigkeit gewesen sei, für die ev. Landeskirche ein Werk zu schaffen, das allen Anforderungen itt Kirche und Schule genügen möge. Glaube die Synode jedoch noch Wünsche in der einen oder anderen Richtung zu haben, so sehe das Oberconsistorium gerne diesen Wünschen entgegen. Nur möge man das mit Mühe zusammen- gefügte Werk nicht zerstören, sondern demselben wenn möglich eine einstimmige Annahme bereiten. Die Einführung des neuen Katechismus soll nicht auf dem Wege des Zwanges vor sich gehen. Die Synodalen Dieffenbach, Kalbhenn, Wahl u. A. machen an der Zusammenstellung des Katechismus- stoffes eine Reihe von Ausstellungen. Oberconsistorialrath Walz schlägt daher vor, daß der Sonderausschuß alle an dem Werk etwa gemachten Ausstellungen sammeln und dem Oberconsistorium mittheilen soll. Nach der Einzelberathung des 104 Abschnitte umfassenden Leitfadens tritt die Synode dem Antrag des Ausschusses, der sich mit dem Inhalt der Vorlage einverstanden erklärt, einstimmig bei und nimmt somit den vom Oberconsistorium vorgelegten Entwurf an. Bezüglich des Titels soll der Name „Katechismus" gewählt werden. Oberconsistorialrath Walz dankt der Synode für ihren einstimmigen Beschluß und bezeichnet es als einen erhebenden Moment, daß nach 70jährigem Bedürfniß ein Werk entstanden sei zum Wohl und Segen der evangelischen Kirche. — Hiermit ist die Tagesordnung erledigt. — Ein Antrag wegen Stellungnahme der Synode und des Kirchenregiments zu der vom w berl®,ofej. '»eilt kita,’1* d,' 8b«r. A'Ste “«er ^°"d» in £"*> Wutigt 6„ "b«'i- ’« w A. Acci- ^iung ber'?n?Qi!Cn' '°A° La„ccil«ii» dchn ««?? "- M=6 fei □ b«» 8tfe» : 9Mlche man bei Ausarbeitung e. Insbesondere sei aus iu warten, bis die in um Abschlnst gekomM rdnung erledigt. W* LandessP-de- „Jffnef. *tot* «I***1*« x,n8 fflr den Reu aelisch'unirten Ge- S Bei ter •«* nr MltN, dast iS , «tizkeii «ew-imk > fyl für nächtliche Obdachlose 36093 Personen, nämlich 35 072 Männer und 1021 Frauen. Im städtischen Obdach befanden sich am 1. November 51 Familien mit 270 Personen, darunter 15 Säuglinge - am 1. December war der Bestand 60 Familien mit 198 Personen, darunter 18 Säuglinge. ♦ Bor einiger Zett suchte ein technisches Bureau in Berlin gegen monatliche Vergütung von 50 Mk. einen Schreiber. Hierauf meldeten sich insgesammt 213 Personen, darunter 11 frühere Offiziere, 7 ehemalige Gelehrte und zwar 4 Philologen, 2 Juristen, 1 Mediciner - 116 Bewerber gehörten dem Kaufmannsstande an und nur 75 derselben waren berufsmäßige Schreiber. * Fünfzig Jahre auf dem Meeresgrund. Die norwegische Barke „Elsa Anderson" hat das Wrack einer englischen Brigg in Galvefton, Texas, eingebracht, die vor 50 Jahren untergegangen ist. Em unterseeisches Erdbeben bei den Faröer- Jnfeln brachte die Brigg wieder an die Oberfläche des Meeres. Der Rumpf des Schiffes war mit Seemuscheln bedeckt. Die unteren Schiffsräume enthielten aber wenig Wasser. In der Capilänscajüte sand man mehrere eiserne Kisten. Die darin befindlichen Schriftstücke waren breiartig geworden bis auf einen ledernen Sack. Dieser war so hart, daß man ihn mit einer Axt aufschlagen mußte. In dem Sacke befanden sich etwa tausend englische Souoereigns vom Jahre 1809. Auch waren mehrere Uhren und eine Perlenschnur darin, die vom Seewaffer natürlich völlig werthloS gemacht worden waren. Man fand in dem Schiffe außerdem drei Menschenfkelette. * Ein schlafender Abgeordneter und ein wachender Präsident. Man berichtet aus Dresden, 21. Januar: Folgender .Zwischenfall ereignete sich kürzlich im sächsischen Landtage: Als im Laufe der Debatte der Socialdemokrat Stolle-Gesau gegenüber dem antisemitischen Abg. Schubert-Chemnitz die * Frage aufwarf: „Besinnt sich denn Herr Schubert nicht mehr auf die Zeit, wo er im söcialdemokratischen Verein war, oder hat er da geschlafen?" legte sich der Präsident Acker, mann ins Mittel und rief dem Redner zu: „Ich kann nicht dulden, daß Sie sagen, Herr Schubert habe geschlafen." Abg. Stolle: „Herr Präsident, ich habe nicht gesagt, daß der Abg. Schubert in der Kammer geschlafen hat, sondern vor Jahren außerhalb der Kammer." Präsident Ackermann: „Ich kann auch nicht zugeben, daß der Abg. Schubert außerhalb der Kammer geschlafen hat." — Nachdem Herr Ackermann ob dieser Bemerkung einen großen Heiterkeitserfolg erzielt hatte, konnte Abg. Stolle in seiner Rede fortfahren. Erklärung. Nachdem das „Gießener Tageblatt" durch die Veröffentlichung eines vollständig erlogenen Artikels, in Sachen des sog. Millionenprocesses und der 175000 Mark Anwaltsge- bühren, so gründlich hereingefallen war, hätte man glauben sollen, daß für die Folge, wenn eine Ente zufltegt, man mit mehr Vorsicht solche Vögel besichtigen werde. Aus der jüngsten Leistung in Nr. 19 des Blattes, unter der Spitzmarke „Unglaublich aber wahr", deren Einsendung ähnlichen Motiven entflossen sein mag, wie die frühere Tartarennachricht — sie stammt auch aus demselben Personenzirkel — ist ersichtlich, daß die Sucht noch Sensationsnachrichten stärker als die Vernunft und der Sinn für Wahrheit ist. Die thatsächlichen Verhältnisse bezügl. der Frage, ob das Werk unberechtigter nnd illoyaler Weise Krankenunterstützungen, die den Bergleuten von anderer Seite zufließen, in Abzug bringt, sind folgende: Die Leistungen an Krankenunterstützungen liegen nicht dem Bergwerkseigenthümer ob, sie sind vielmehr Sache der Knappschastskasse, die eine statutarische Verfassung besitzt. Dieses Statut ist auf Grund des Gesetzes errichtet und. von der oberen Bergbehörde genehmigt, auch von den Mitgliedern selbstverständlich anerkannt. Jedes Mitglied besitzt ein Exemplar dieses Statuts. Dasselbe regelt die Verwaltung, die Beiträge und Letstungen der Kasse in der vollständigsten Weise und weder das Werk selbst noch irgend eine Person kann davon abweichen. Die Krankenunterstützungen, welche die Knappschaftskasse gewährt, bestehen 1. aus Krankengeld, nach Klassen festgestellt- 2. aus freier Kur und Arznei. In Bezug auf die Krankenunterstützung ist reichsgesetzlich und statutenmäßig ausdrücklich bestimmt, daß Mitglieder, welche anderweit Krankenunterstützung beziehen, nur insoweit Krankengeld erhalten, als dasselbe mit allen Unterstützungen zusammen den von der Verwaltungsbehörde für die Stadt Gießen festgesetzten ortsüblichen Tagelohn nicht übersteigt. Den Betrag der zu erwartenden Unterstützungen aus anderen Vereinen geben die Mitglieder schon bei der Aufnahme an. Auf Grund dieser Angaben werden alle derartigen Unterstützungen in Anschlag gebracht und sind auch die hier in Betracht kommenden Kriegervereinsunterstützungen berücksichtigt worden, dies im Hinblick auf Art. 23 des Statuts, wo ausdrücklich vorgeschrieben steht, daß das Krankengeld „mit der anderweit bezogenen Krankenunterstützung zusammengerechnet den ortsüblichen Tagelohn nicht übersteigen darf", und hat man hiernach die Berücksichtigung dieser regelmäßigen Unter« stützungsgelder für richtig gehalten. So ist seit Einführung der Gesetze verfahren worden und Niemand hat sich darüber beklagt. Wohin würde es auch führen, wenn ein Arbeiter im Krankheitsfälle die im Voraus bestimmten, ihm bekannten Unterstützungen, welche höher sind als der Lohn für Gesunde, voll erhalten würde. Es wird der Leitung der Knappschaftskasse nicht einfallen, freiwillig gespendete Unterstützungen Dritter bei ihrer Krankengeldberechnung einzubeziehen, es ist aber auch von solchen, abgesehen von den freiwilligen Leistungen des Werks selbst, nichts bekannt geworden. Wir wollen näher auf die freiwilligen, regelmäßig oder gelegentlich erfolgenden Leistungen des Werks nicht emgehen — es, wird kein Kranker, keine Wittwe und Waise dorten Noth leiden — wir wollen aber doch die Einrichtungen aufzählen, die zum Zwecke der Unterstützung der Arbeiter bestehen. Das Werk besitzt nämlich abseitens der oben genannten Knappschaftskasse eine, von dem Bergwerkseigenthümer ausschließlich dotirte, besondere Unterstützungskasse für Invalide, Wittwen und Waisen, welche ebensoviel leistet, als die Knappschaftskaffe, sodaß die Hülfsbedürftigen doppelte Unterstützung genießen. Das Werk zahlt ferner die Beiträge zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung ganz allein, sodaß jeder Arbeiter schon hierdurch ein Beträchtliches spart. Endlich erhält jeder Arbeiter seinen täglichen Verbrauch an Kaffee unentgeltlich und Reconvalescenten sowie altersschwache Leute empfangen Wein und Fleisch zur Kräftigung. Die Summen aller dieser freiwilligen Werksunterstützungen belaufen sich auf Tausende im Jahr. Es entspricht nicht unserem Sinne, diese Thatsachen hier bekannt zu geben, es zwingt uns aber der gegen uns lancirte gehässige Angriff, der in versteckter Form Befriedigung der Habsucht auf Kosten der Arbeiter uns vorwtrft, zur Auf- klärung der Verhältnisse. Hinlänglich bekannt dürfte übrigens sein, daß dem Besitzer des Gießener Braunstein-Bergwerks eine humane Behandlung der Arbeiter wie eifrige Fürsorge für deren Wohl und Wehe sehr am Herzen liegt, und daß die Leitung des Werks bestrebt ist, diesen Intentionen gerecht zu werden. Da dies allgemein in der hiesigen Bevölkerung und auch dem Einsender des Artikels genau bekannt ist, so erscheint,es auffällig, daß er einen Wunsch, dem gegenüber man sich gewiß nach Möglichkeit entgegenkommend verhalten hätte, nicht bei der richtigen Instanz angebracht hat, sondern einen Weg und eine Form gewählt hat, durch welche die Annahme nahe gelegt wird, es habe ihn nicht, oder doch nicht allein der Wunsch geleitet, dem Interesse der Kriegervereinsmitglieder zu dienen. Wenn von „riesigen Summen", „ungeheuerer Ausbeute", „vorzüglicher Dotirung des DirectorS" gesprochen wird, so erwecken solche Ausfälle aus der Feder eines Mannes, der sonst kein Verächter deS Capitals und guter Dotirung ist, leicht den Argwohn, daß nicht gute Absicht und Fürsorge für vermeintlich gedrückte Arbeiter allein diese Feder geführt hat, sondern daß auch ein Stück Neid und Mißgunst mitwirkte. Gicficner Braunstein-Bergwerk. Eingesandt. Gießen, 24. Januar 1894. a. In der gestrigen »Gießener Zeitung* ist unter der Aufschrift: „Unglaublich, aber roabt" eine r> Nähmaschine Singer-System D. R. Patent 63970. Die Triplex-Maschine macht drei verschiedene Rahtarte« und außerdem prachtvolle Stopfe« tn Weißzeug und Tricot ohne ve- sonderen Apparat. Die Handhabung ist überaus einfach und leicht Da- Verschiebe« eines Hebels genügt, «m eine andere Stichart hervorzurufen. Th. Haubacli rtllhmslchinkii- u. hhrraichmdluug, Sahnhofßrslik 40, eine Srtppt. = Nettestes Geschäft dieser Branche am hiesigen Platze. = Eigene Reparatur-Wertstütte. 1722 vermischte Anzeigen. Heute Freitag 3°/o Reichsanleihe 3«/i% do. 3% Preuß. Consols 3Vt% do. DiSconto-Lo«mumd.-Asth. Darmstädter Bank-Art Dresdener Bank-Art Nordd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^Nct Oest. Credtt-Art Ital. Mittelmeerbahn Act Gelsen. Bergw>Art 20 Frankm-St. 20 do. tn - ,i •fär * - icr* "8,(’ Ifc*'"' a bt" i Win __ »« >°« J hi 1 «"fiter k tlhee « fÄ "^fe xmfffits Familienbuch. Iästrlictr erfeijeinen 28 Äefte. 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Januar er., Nachmittags 5 Uhr wird im Main» Weser - Bahnhof dahier eine Grube Dünger öffentlich meistbietend versteigert. [736 Gießen, den 25. Januar 1894. Königliche Etsenbahn-Statton. 723] Ein kleines Capital erster Hypotheke ist mtt 4pCt. zu verleihen. _________________B. «atzenstein. 725] Mein großer Garte«, links der Grünberger Chaussee, ist auf mehrere Jahre zu verpachten. Hch. Sack, Schreinermeister. 687] Zwei ineinandergehende gut möblikte Zimmer mit guter Bedienung von ruhigem Herrn für gleich oder 1. April d. I. gesucht. Nähe der Kliniken und Bahnpost bevorzugt- Ausführliche Offerten mit Angaben von Lage, Etage und Preis unter Nr. 687 an die Exp d. Bl- erb. Ortsgcwerbeverein Gießen. Dienstag den 30. Januar 1894, Abends S1^ Uhr im Saal des Cafä Balzer: MitcheiiiMU übet „WkM und seine Anssteiinng" von einem Besucher derselben. 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