-K. 302 Erstes Blatt. Dienstag den 25. December 1894 Der -Kiener A«ielger erscheint täglich, »it Ausnahme btl Montags. Die Gießener M««tkie»StLlter werbe» bem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigdegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Diertrljahriger Avonnementsprei« r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringer lohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rebaction, Expeditio» und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- mrd Anzeigeblertt für den Ktds Gieren. Annahme vo» Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Barm. 10 Uhr. Hratisöeitage: chießener AamitienötäLter. Alle Annoncen.Buveaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsches Reich. Berlin, 22. December. Die gestrige Sitzung des GtaatsminifteriumS dauerte fünf Stunden, von 2 bis 7 Uhr. Berlin', 22. December. Die „Post" bezeichnet die Meldung, daß der preußische Finanzminister ersuchen wolle, den in der ReichStagS-Steuercommisston fast einstimmig ab- gelehnten QutttungSftempel als Landesstempelsteuer einzuführen, als aus der Luft gegriffen. Berlin, 22. December. Bor der zweiten Strafkammer deS Landgerichts I begann heute abermals ein Wucher- proceß. Angeklagt des gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wuchers ist der Agent Croner und Kaufmann Redlich. Berlin, 22. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des LegattonsrathS-Characters an den Prinzen Alexander zu Hohenlohe * Schillingsfürst, Prinzen von Ratibor und Corvey. Berlin, 22. December. Der Fernsprechverkehr zwischen Celle und Berlin ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt 1 Mk. Berlin, 22. December. Dem russischen General Sw et sch in, der die Thronbesteigung des Zaren Nikolaus am hiesigen Hofe anzeigte, ist das Großkreuz des Rothen AdlerordenS und dem Sohne des Generals, der als Offizier dem Leib-Garde-Husarenregiment angehört, der Kronenprden dritter Klaffe verliehen worden. Berlin, 22. December. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist es unrichtig, daß dem Reichstage die in der letzten Tagung nicht erledigte Zolltarifnovelle wiederum zugegangen fei. Berlin, 22. December. Die Abberufung des derzeitigen ruffifchenBotfchafterS amBerlinerHofe, Grafen Schuwalow, ist, wie die „Post" gegenüber gegen- theiligen Mittheilungen aus sicherster Quelle erfahrt, zur Zett noch nicht hier eingegangen. Es ist bisher weder im russischen „Reichsanzeiger" die Ernennung des Grasen Schuwalow zum General-Gouverneur von Polen veröffentlicht worden, noch ist in der hiesigen Botschaft bis heute Nachmittag eine amtliche Meldung darüber eingetroffen. Arotzdem erscheint die Rückberufung des Grafen sicher. Berlin, 22. December. Das „Armeeverordnungsblatt" enthält eine Cabinetsordre vom 17. November, wonach das Westfälische Husarenregiment Nr. 8 fortan den Namen Hufarenregiment Kaiser Nikolaus II. von Rußland führen soll. Berlin, 22. December. Die kaiserlichen Jagden in den Forsten von Königs-Wusterhausen sind am Freitag Nachmittag zu Ende gegangen, worauf der Kaiser mit seinen fürstlichen Gästen, dem König und dem Prinzen Georg von Sachsen, sowie dem Herzog von Altenburg, nach Berlin resp. Potsdam zurückreiste. Die sächsischen Herrschaften begaben sich alsdann sofort weiter nach Dresden, ebenso fuhr der Herzog von Altenburg wieder nach feiner Residenzstadt zurück. UebrigenS hatte an den Hosjagden in Königs-Wusterhausen u. A. auch der frühere preußische Ministerpräsident Graf Eulenburg auf fpecielle Einladung des Kaisers theilgenommen, was bekundet, daß Graf Eulenburg sich nach wie vor der kaiserlichen Huld erfreut. — Die Vorlagen über die anderweitige Regelung des Finanzwesens des Reiches und über die Tabaksabrtkatsteuer befinden sich nunmehr in den zuständigen Bundesraths-AuSschüffen zur Vorberathung. In Berliner parlamentarischen Kreisen ist man der Anschauung, daß die Specialerörterung der beiden Gesetzentwürfe in den Ausschüffen sich nicht allzulange hinziehen dürfte, so daß sie wohl bald an das Plenum des BundeSratheS zur definitiven Befchlußfaffung werden zurückgelangen können, lieber den Inhalt des neuen Tabaksteuer-Gesetzentwurfes find schon zahlreiche Einzelheiten bekannt geworden, so daß die amtliche Veröffentlichung des Entwurfs kaum noch etwas wesentlich ReueS bringen würde. Was die abermalige Vorlage über die anderwette Ordnung des Reichsfinanzwesens anbelangt, so erfährt die „Poft", daß der neue Entwurf die sogenannte Frankenftetn'sche Clausel — Ueberweisung bestimmter Summen aus gewiffen Zolleinnahmen des Reiches an die Einzelstaaten — in ihrem Rechtsbestande unangetastet läßt. Die Grundabsicht des Entwurfes soll dahin gehen, daß in einem fünfjährigen Zeiträume die Matricularbeiträge die Ueberweisungen nicht übersteigen dürfen. — Mtt der schwurgerichtlichen Derurtheilung des bisherigen antisemitischen Vertreters deS Reichstagswahl- kreiseS Schmalkalden-Eschwege, Leuß, zu dreijähriger Zuchthausstrafe und entsprechendem Ehrverlust in Sachen seines bekannten Schnutz- und Scandalproceffes ist daS Mandat des genannten Wahlkreises von selbst zur Er- । ledigung gelangt. Allerdings hatte Leuß noch vor Fällung des Urtheils wider ihn die Ntederlegung seines parlamentarischen Mandates ausgesprochen, selbstverständlich kam es aber auf diesen Schritt Leuß' nicht im Mindesten mehr an. j Die Parteiverhältnisse im Reichstagswahlkreise Schmalkalden- Eschwege sind recht zersplitterte und schwankende, so daß sich ‘ über den Ausgang der daselbst nothwendig werdenden Ersatz- । Wahl noch gar nichts muthmaßen läßt. ; Stuttgart, 22. December. Wie der „Staatsanzeiger für | Württemberg" meldet, finden die Landtags wählen am 1. Februar 1895 statt. Ausland. Bern, 22. December. Die ordentliche Wintersession der \ Bundesversammlung ist geschloffen. Die nächste Session beginnt am 25. März. Rom, 22. December. Die zur Vertheilung der Entschädigungssumme für die Opfer von Aignes-Mortes '• eingesetzte Regierungscommtssion hat beschlossen, 900 000 Lire ! zur Vertheilung zu bringen und 400000 Lire zur Gründung i einer internationalen Wohlthätigkeitsanstalt in Marseille zu { verwenden. Paris, 22. December. Deputirtenkammer. Der Präsident Brisson verliest ein Schreiben des russischen Botschafters Baron von Mohrenheim, in welchem der Kammer für die Sympathie Kundgebung anläßlich des Todes des Kaisers Alexander der Dank ausgesprochen wird. — Der Republikaner Denoix bringt einen Antrag ein, der dahin zielt, die Stellung einer Cautionssumme für die Zeitungen wieder einzusühren. (Lärm.) Denoix verlangt für diesen Antrag die Dringlichkeit, doch wird dieselbe mit 362 gegen 87 Stimmen abgelehnt. — Die Kammer genehmigte sodann einstimmig einen Credit von 200000 Francs für die Anwendung von Diphtherie-Heilserum. Loudon, 22. December. In der vergangenen Nacht wurde durch einen heftigen Sturm in England großer Schaden angerichtet. Nach den bisher aus der Provinz etn- gegangenen Meldungen wurden 12 Personen getödtet und viele verletzt, die Postdampfer erlitten Verspätungen. In Bradford wurden drei Straßenbahnwagen vom Sturm umgerissen. Auch auf See sind Unglücksfälle vorgekommen- bei Halyhead ist eine Barke gestrandet- man befürchtet, daß die Mannschaft, im Ganzen 16 Personen, ertrunken ist. Petersburg, 22. December. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen gestern eine außerordentliche persische Gesandtschaft, welche den Majestäten im Namen des Schahs die Insignien des Akdas Ordens beziehungsweise ein Perlencollier überreichten. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bure«v. Wilhelmshaven, 23. December. In der vergangenen Nacht wurde die Garnison wegen der durch die Sturm- fluth hrrvorgerufenen Gefahr für die Deiche alarmirt. Das Wasser ist im Fallen begriffen. Dresden, 23. December. Der König hat das Pro- te ct o rat über die im Jahre 1896 in Dresden stattfindende Ausstellung des sächsischen Handwerks und Kunstgewerbes übernommen. Hamburg, 23. December. Infolge des Nordwestfturmes von der letzten Nacht entstand hier eine ^Springf lnth. Die Elbe trat in mehreren Stadttheilen über die Ufer, sämmtliche Keller find überschwemmt. Das Waffer richtete überall bedeutenden Schaden an. In den niederen Stadttheilen ist der Betrieb der electrischen Bahn und der Pferdebahn eingestellt. Jetzt ist der Wind stiller - daS Waffer fällt. Sämmtliche Feuerwehren find in Thätigkeit, um die mit Kaufmannsgütern aogefüllten Keller leerzupumpen. Hamburg, 23. December. Auch in Altona ist durch die Springflulh der vergangenen Nacht der an der Elbe gelegene Stadttheil überflutet. Die Speicherkeller sind mit Waffer gefüllt. Der hier und in Altona angerichtete. Schaden ist noch nicht festzuftellen, wird aber auf mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Ueberall treiben Ballen, Kisten und Fäffer. Paris, 23. December. Es find ernannt worden: der französische Gesandte in| Belgien Bouröe zum Gesandten in Athen, der bisherige dortige Gesandte Graf de Mon- tholon zum Gesandten in Brüffel, der Botschastssecretär erster Klaffe Den aut zum Ministerresidenten in Luxemburg, der Botschaftsrat DeSprey zum Ministerresidenten in Montenegro. Sharleroi, 23. December. Durch zwei unmittelbar aufeinander folgende Dynamitexplosionen wurde in der vergangenen Nacht das HauS des CantineninhaberS einer Kohlengrube von Chatellineau 'teilweise zerstört. Der Sachschaden ist bedeutend. Es scheint ein persönlicher Racheact vorzuliegen. Gießen, ben 24. December 1894. * * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Grofitz erzwg empfingen am 22. December u. A. den Staatsanwalt Zimmermann von Gießen. * * Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Grofiherzog haben Allergnädigst geruht, am 30. November dem Pfarrverwalter Hermann Rückert in Griedel, Decanat Hungen, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen. * * Kunstvereiu. Gerade noch rechtzeitig zu einem für viele Mitglieder willkommenen Weihnachtsgeschenk ist daS Vereinsblatt für 1894 eingetroffen und zur Vertheilung gelangt: „Römerin", gemalt von Kaulbach, gestochen von D. Raab. — Dem Vernehmen nach wird die derzeitige Ausstellung nach den Feiertagen gewechselt werden, an diesen selbst aber noch täglich von 11 bis 3 Uhr geöffnet bleiben bei einem Eintrittsgeld von 20 Pfg. für Nichtmitglieder. * * Zur Einleitung deS Weihnachtsfestes. Heute Abend 5 Uhr nach dem Festläuten wird vom Thurme der Stadtkirche der Choral: „Vom Himmel hoch da komm ich her" und ebenso am 1. Feiertag Morgens um 7*/z Uhr vom Thurme der Johanneskirche ein Weihnachtschoral geblasen werden. * * Gedenket der Postboten! Es naht wiederum die Zeit, da wir Geschenke geben und empfangen. Man möge deshalb auch der Postboten gedenken- ihr Beruf ist ein schwieriger, und namentlich stellt die Zett um Weihnachten und Neujahr die größten Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit. Man erweist sich ihnen daher gerne dankbar mit einer Gabe. Oeffeulltche Lustbarkeiten. Da nach dem Polizei- strafgesetz am ersten WeihnachtSfeiertag sowohl als auch am Vorabend im Großherzogthum alle öffentlichen Lustbarkeiten gänzlich untersagt sind, haben dieselben also am heute und morgen auch in hiesiger Stadt zu unterbleiben. Dagegen sollen nach einer älteren Bestimmung für den zweiten Feiertag die Concessionen zu öffentlichen Tanzbelusttgungen nicht verweigert werden. * ♦ Ein Selbstmord Kandidat. Der Lehrling eines hiesigen Kaufmanns hatte sich am vorigen Samstag eine Unregelmäßigkeit zu Schulden kommen lassen und war ihm darüber Vorhalt gemacht worden. Er nahm sich dies sehr zu Herzen und beschloß, sich in der Lahn zu ertränken. An der Pferdeschwemme, woselbst die Lahn sehr seicht ist, ging er ins Wasser, besann sich aber bald eines Besseren und schaffte sich wieder heraus. Nachdem er in einem Hause der Lahnstraße die Kleider gewechselt, begab er sich wieder ins Geschäft. Auf Befragen erklärte er, daß er sich habe ertränken wollen, das Wasser fei aber gar zu kalt gewesen. * * Gebrauchsmuster-Eintragung. Ofen-Regulierscheibe mit von der Regulirschraube aus betätigtem Zeigerwerk, Hugo Buderus, Hirzenhain, 12.»11. 94. i. Haiuchen, 22. December. Die Jagd in unserer Gemeinde ist von sehr reichen Frankfurter Herren gepachtet. Es ist Wildschaden entstanden, aber bei Untersuchung desselben soll gefunden worden fein: Hunde hätten die jungen Obst- bäume benagt und die Losung der Hasen bei den beschädigten Bäumchen könnte auch von anders woher dorthin gelangt sein. Die beschädigten Leute haben nichts erhalten. Man kann nicht anders sagen als: es ist doch recht traurig für uns kleine Bauern, daß wir Millionären die Hasen zum Vergnügen halten müssen. Niemand weiß von uns, wie wir zu unserem Rechte kommen sollen. Die Gesetze und die Behörden wollen gewiß nicht, daß wir bei diesen schlechten Zeiten, wo wir unsere Steuern und Abgaben nicht erschwingen können und für unsere Frucht, Obst und Kartoffeln nichts lösen, auch noch die Obstbäume von Hasen ober Hunden verdorben bekommen. Viel trauriger ist es, daß Leute mit Millionen ein nobeles Vergnügen ausüben und glauben, Obstbäume thäten von Hunden benagt werden. Den kleinen Bauern kann man es ntcht verdenken, wenn sie nach und nach allen Muth verlieren. Am besten wäre es, die Ge- weinden behielten ihre Jagden für sich und schössen das ' Wild hinweg, die Bauern hätten mehr davon, wenn ihnen ihre Gewächse nicht verruinirt würden, und von den paar > Mark Jagdpacht in der Gemeindekasse spüren sie doch nichts. ? A Aus dem Großherzogthum Hessen, 23. December. Mit Rücksicht aus die grossen EinquartirungSlasten, welche eine Reihe um Mainz herum gelegener Gemeinden durch die Nähe eines grossen militärischen Uebungsplatzes fast ununterbrochen zu tragen haben und für welche eine sehr unzureichende und ebenso ungleiche Entschädigung geleistet wird, haben die Centrumsabgeordneten Dr. Schmitt-Mainz und Wasserburg-Mainz vor einiger Zeit in der zweiten hessischen Kammer beantragt, die Regierung möge der Kammer eine Vorlage zugehen lassen, wonach den in der Nähe von ständigen Uebungsplätzen liegenden Gemeinden die alljährlich durch die Einquartierungen erwachsenden besonderen Ausgaben aus Staatsmitteln zu ersetzen sind. Mit diesem Antrag beschäftigte sich letzter Tage der Finanzausschuß der zweiten Kammer. Die Berechtigung des Antrags wurde von keiner Seite bestritten, jedoch verhielt sich die Regierung der Consequenzen wegen ablehnend. Die Sache sei Reichssache und gehöre deßhalb, so betonten die anwesenden Regierungs- Vertreter, vor das Reich. Durch die Ordnung im Großherzogthum Hessen werde die Unbilligkeit, die in dem gleichmäßigen Satze für ganz Deutschland liege, nicht gehoben. Andererseits sei auch nicht zu verkennen, daß eine Gemeinde von der Einquartirung durch den steigenden Consum Vortheile erziele. Dagegen ließ die Regierung die Zustimmung erkennen, in Berlin das System der Zusätze zu den fixirten Einquartirungsgeldern in Anregung zu bringen. Ferner hat die Regierung erklärt, daß sie bezüglich der Erbauung von Baracken zur Unterbringung der auf dem „großen Sande" bei Mainz übenden Truppen mit dem preußischen Kriegs- mintsterium bereits in Verbindung getreten sei, aber von Berlin noch keine Antwort erhalten habe. Dermtfd?tes» • Frankfurt a. M., 23. December. Die Leiche des vermißten Kleiber PH. Schnell ist gestern Abend spät unter den Trümmern des eingestürzten Jöckel'schen Hauses in der Dreieichstraße aufgefunden worden. Die Feuerwehr nahm gestern Nachmittag die Aufräumungsarbeiten an der Unfallstätte wieder auf, nachdem fünfzehn Stunden seit den letzten Arbeiten durch das Militär verflossen waren, eine Ewigkeit für einen Menschen, der etwa noch lebend unter den Trümmern sich befunden hätte. Die Mannschaften hatten Ordre, sich in Abtheilungen von je drei zu drei Stunden abzulösen und so lange zu arbeiten, bis der Vermißte gefunden oder das ganze Trümmerfeld abgesucht war. Um drei Uhr trat die erste Abtheilung an. Zuerst wurde der Rest der stehen ge- bliebenen Brandmauer umgeworfen, die für die Arbeiter immer noch gefahrdrohend war. Es wurde das vom benachbarten Neubau aus unternommen. Bei dem überaus schlechten Material des Mörtels genügten Stöße mit dem Hebel, die Mauer in sich selbst zusammenfallen zu lassen. Erst nach 11 Uhr stieß man auf die Leiche. Sie lag unter drei Meter hohem Schutt in dem Treppenhaus, das sich auf der nördlichen Seite des Hauses, entgegengesetzt von der Brandmauer befand. Zwei mächtige Balken lagen auf dem Rücken der Leiche, sie hatten die Brust vollständig eingedrückt. Die Arme waren vor das Gesicht gehalten, die Beine mit Schutt bedeckt. Mit eisernen Hebeln und Ducken mußten die Balken 75 Zentimeter hoch gehoben werden, ehe es gelang, den Körper hervorzuheben. Durch den bei dem Aufräumen anwesenden Schwager des vermißten Schnell konnte die Identität sofort nachgewiesen werden. Ein schon vorher reservirter Wagen des Heiliggeist'Hospitals führte die^Leiche auf den Friedhof. * Berlin, 22. December. Zu der Ermordung des Nachtwächters Ziegler wird gemeldet, daß es gelungen ist, drei der Thäter zu ermitteln und festzunehmen. ES sind dies die Schiffer Gebrüder Erbel aus Rüdersdorf und ein Schiffer Nelson. Einer der Verhafteten legte bereits ein umfaffendes Geständniß ab. Der vierte der Mörder ist noch nicht entdeckt. * 350,000 Weihuachtsbäume sind in diesem Jahre nach Berlin gebracht worden,- allerdings ist keine Aussicht vorhanden, daß die ganze Anzahl verkauft werden wird. Die Groß- und Kleinhändler werden sogar in diesem Jahre mehr übrig behalten, wie im Vorjahre. Immerhin läßt der Bedarf an Weihnachtsbäumen in Berlin darauf schließen, daß die zunehmende Verarmung weitester Volkskreise der schönen Sitte, einen Tannenbaum an den Christtagen in die Stube zu stellen, noch verhältnißmäßig wenig Abbruch gelhan hat. Wenn man aus der Zahl der gekauften Bäume schließen will, kann man annehmen, daß nur in wenigen Familien in Berlin am heiligen Abend die Christtanne fehlt. * Rawilsch, 22. December. Der Maurergeselle W o i d t ist unter der Anschuldigung, am 4. September 1886 den Posten am Pulverhause ermordet zu haben, verhaftet worden. In der Annahme, die Strafthat wäre verjährt, hatte ein anderer Maurer Bekannten gegenüber geäußert, daß er mit Woidt bei Wilderei in der Nähe des PulverthurmeS von dem Posten überrascht worden sei und daß Woidt diesen erschossen habe. Der Behörde wurde hiervon Anzeige gemacht- infolge dessen ist die Verhaftung des Woidt erfolgt. * Calder«, 20. December. Oas Nichtversichern seiner Schlachtschweine hat heute dem Landwirthe K. in dem Dorfe Sterzhausen sehr betrübte Weihnachten bereitet. Derselbe ließ seine zwei fetten Schweine schlachten, welche vom dortigen Trichinenbeschauer als „trichinenfrei" befunden wurden. Im genannten Dorfe fungirt nun auch ein Fleischbeschauer, dessen Besichtigung von einem ganz entgegengesetzten Resultat begleitet war - derselbe constatirte nämlich, daß in sämmtlichen Fleischtheilen große Mengen von Finnen vorhanden waren, so daß auf dessen Veranlassung beide Schweine im Garten vergraben werden mußten. Es möge dieses wieder ein Mahnruf fein: „Landmann, versichere deine Schweine.!" O. Z. * Kurzen Proceß machen die preußischen Behörden jetzt mit den Zigeunern. Man scheint das bisher übliche „Abschieben" von einem Ort zum andern jetzt aufgegeben zu haben und dazu übergegangen zu sein, die „Söhne der Pußta" birect ihren heimathlichen Gefilden zuzuführcn. So wurde dieser Tage von Berlin aus eine ganze Zigeunerbande sammt Kind und Kegel, Pferd und Wagen per Bahn an die österreichische Grenze geschafft. * Wege« eines Huies nm's Leben gekommen ist ein junger Lithograph aus Kassel. Derselbe war auf der Eisenbahn nach Oberzweren gefahren, und als er an der Station ausstieg, wurde ihm sein Hut vom Kopfe geweht und flog in die Geleise. Rasch sprang der Bursche dem Hute nach, trotzdem zugleich von der entgegengesetzten Seite ein Zug heranbrauste. Schon hatte er den Hut in der Hand und wollte gerade zur Seite springen, da faßte ihn die Maschine, schleuderte ihn zu Boden und trennte ihm glatt das Bein vom Rumpfe. Der Verunglückte wurde zwar sofort ins Spital verbracht, allein trotz aller Bemühungen der Aerzte trat alsbald der Tod ein. * Um das erste Gasthaus in Kamerun zu errichten, geht im kommenden Frühjahr der Kaufmann Herr Hoffmann, der vor Kurzem die durch ihr heldenmüthiges Verhalten im Kameruner Aufstand bekannte Schwester Margarethe Leue heimgeführt hat, mit seiner jungen Frau nach Kamerun zurück. Für die im Tropen Klima fo wichtige Ernährung der Beamten und ansässigen Kaufleme ist das Unternehmen von nicht geringer Bedeutung. Bisher waren die Europäer in Kamerun auf Conserven und auf Hühnerfleisch angewiesen. Ochsenfleisch ist nur selten zu haben, da die Thiere wild im Busch Herumlaufen und von den Eingeborenen, die keine Kugelbüchsen führen dürfen, nur schwer erlegt werden können. Auch an Wildpret ist in Kamerun Mangel- die Antilopen sind selten und im hohen Grase schwer zu schießen- sonst giebt es nur Affen und Alligatoren. Es bleibt nur die Wildtaube und der scheue graue Papagei, letzterer allerdings in Suppen oder Pastete delicat. — Es wird gehofft, daß das neue Gasthaus mit einer kleinen Gemüsegärtnerei, sowie mit Stallungen für Schlachtvieh, das die Dampfer regelmäßig vom Süden mitbringen könnten, verbunden wird. Literatur und Arrnft. — Am papierene« Zeitalter müßte Deutschland von Rechtswegen die tonangebende Macht fein, denn in der Fabrikation und im Konsum von Papier steht cs, wie wir dem soeben erschienenen 12. Bande von Brockhaus' Conversations-Lexlcon entnehmen, allen andern Nationen weit voran. Leider gehören dazu aber noch andere Machtmittel, die bei uns bedrohliche Lücken zeigen. Auf solche weist der neue Band hin, und zwar im Artikel „Panzerkreuzer". Der Reichstag, dessen neues Heim bereits durch eine prächtige Holzschnitttafel vorgeführt wird, wird sich den Argumenten im „Brockhaus" nicht entziehen können! Dasselbe klare Urtheil ist allen wichtigen Artikeln des genannten Conoersations-Lexicons eigen. Brockhaus wählt feit 100 Jahren unter den bestehenden Lehrmeinungen über einen Gegenstand diejenigen aus, die nach der Ansicht feinet Redaction zukunftsreich sind. Da jede neue Auflage zeigt, dass die vorhergehende ihre Zeit richtig verstanden hat, können wir auch der gegenwärtigen in ihrem Urtheil, ihrer Auswahl von Meinungen vertrauen. Auch in diesem Bande finden wir Kunstbeilagen in vollendetster Ausführung, die Hauptbilder der größten Maler aller Zeiten darstellend, wie wir sie noch nirgends besser reproducirt gesehen haben. Unübertrefflich beweisen dies im 12. Bande die Tafeln „Niederländische Kunst" und die herrliche Madonna Murillo's. Mit der im 13. Bande zu erwartenden Sixtinischen Madonna Raffael's wird die 14. Auflage 4 Marienbilder enthalten, welche zu interessanten Vergleichen anregen, wie deutsche, italienische und spanische Meister der schwierigsten Aufgabe der Malerei und Plastik gerecht geworden sind. Unter den ca. 9000 (!) Artikeln dieses Bandes ragen die der „Oesterreich-Ungarischen Monarchie" besonders hervor. Begleitet von 7 Karten und einer farbenprächtigen Tafel der Kron- landswappeli beweisen die umfangreichen Artikel ihre Herkunft aus der Feder von Autoritäten ersten Ranges. Von den vielen mit Karten und Planen ausgestatteten Städteartikeln sei nur Paris erwähnt. Die Festung Paris hat eine besonders eingehende Darstellung im Text und auf der Karte erfahren, doch ist einem Deutschen angesichts der neuesten Blüthen französischer Spionenfurcht nicht zu rathen, von seinem aus dem „Brockhaus" erlangten gründlichen Wiffen in Paris selbst etwas verlauten zu lassen. Was wir im Artikel Neu-Aork über die Wohnungsverhältnisse in einigen Städten Amerikas gegenüber denen in Europa erfahren, ist für unfern Con- tinent nicht erfreulich. Daß auf dem Gebiete der Technik, der Volksund Landwirthschast das Beste und Neueste geboten wird, ist selbstverständlich; Artikel wie Papierfabrikation, Oefen, Obstbau, Nah- rungsmittel, Normalarbeitstag, Ortskrankenkasse seien hier genannt. Bei den Biographien tritt die Raschheit zu Tage, mit der die Redaction trotz des ungemein complicirten Apparates von über 400 Mitarbeitern den Tagesereignissen zu folgen versteht: ist doch schon der neue Czar Nicolaus II. als solcher aufgesührt! An Jllustrationsmaterial umfaßt der 12. Band 83 Tafeln, darunter 10 Chromotafeln, 26 Karten und Pläne, und außerdem 211 Textabbildungen. Vergleicht man mit diesen Zahlen die der frühem Bände, so erkennt man, daß Brockhaus, entgegen der viel geübten Gepflogenheit, am Anfänge mehr Illustrationen zu bieten als später, mit jedem Bande den Reichthum an Kunstblättern steigert. Kein besseres Weihnachtsgeschenk wüßten wir anzurathen, als die vorliegenden 12 Prachtbände von Brockhaus' Conversalions-Lexicon (drei Piertel des Werks) in geschmackvollem Wandregal. Landwirlhschastliche Winke und KaLhschiäge. Rückblicke auf das Jahr 1894. A Aus Oberhefsen, Ende December. Mehr als je haben wir in diesem Jahre Ursache, einen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr zu werfen, denn die Verhältnisse werden für den Landwirth immer schwieriger, die Hoffnung auf anbermeite Hülfe nicht größer; Selbsthülfe und genossenschaftliches Zusammenwirken in Verbindung mit Fleiß und Sparsamkeit sind darum die Hauptfactoren für ein gedeihliches Weiterkommen, wie wir es schon vor Jahren in diesen Blättern oft und klar ausgesprochen haben. Betrachten wir in erster Linie einmal, was uns das Jahr 1894 in meterologischer Hinsicht gebracht hat, denn von der Witterung hängt der Landwirth vorzugsweise ab. Ein ungemühliches Jahr ist es gewesen, weil die Witterung sich fast nur in Extremen bewegt hat. Der Januar brachte uns in seiner ersten Hälfte scharfen Frost bis zu — 120; es war hell und trocken, fast keine Schneeflocke kam 6 zur Erde nieder. Um die Monatsmitte wurde es mild, reichlicher l Segen brachte die erwünschte Feuchtigkeit; Bäche, Flüsse und Gräben füllten sich mit Wasser, die Wiesen wurden tüchtig getränkt, der I Wasserspiegel in dem Brunnen hob sich. In der letzten Januarwoche ’ i vom 24. bis 31. gab es noch einmal drei kalte Tage, bann wurde ; es wieder naß und regnerisch bis zum Schluffe. Im Februar (Hornung oder Kothmonat) setzte sich das nasse Wetter fort, dem sich heftige Luftbewegungen zugesellten. Besonders heftig wurden die Stürme am 11. und 12. Februar; hierbei ist interessant, daß genau fünf Monate später, am 11. und 12. Juli ebenfalls heftige Stürme in Deutschland wütheten. Am 13. Februar gab es etwas Schnee, der aber bald wieder verschwand. Die Felder wurden wieder blos, es gab ziemlich kräftigen Frost, auch Stürme traten wieder auf bis zum Monatsschlusse. Mild und angenehm begann der Monat März; dabei war es etwas feucht und windig. Nach der alten Witterungsregel hatten mir am 6. Schneegestöber. Auf den 10. März (den bekannten 40 Ritter) mar es mild und feucht, was auf ein gutes Frühjahr schließen ließ. Acht Tage später, auf Palmarum, gab es Reif. Das Welter wurde ?nOrRenl°t ^iter, genau wie in den beiden vorhergehenden Jahren 1892 und 1893 um dieselbe Jahreszeit. So blieb es den ganzen Marz bis zu seinem Schlüsse am 31. Der wetterwendischeste Monat des Jahres, der April, verleugnete auch im Jahre 1894 seinen Character, wie er es in den beiden vorausgegangenen Jahren gelhan hatte; wolkenlos heiter waren seine Tage und Nächte. Letztere brachten deshalb meistens Reif, der aber den knospenden Bäumen und Sträuchern nicht schadete. Der Winter hatte die Tragknospen der Bäume nicht geschädigt, das ^ruchtholz war trefflich ausgeretst. Bis zur.Monatsmitte war die Obstbaumblüthe in ihrer ganzen Pracht erschienen, aber bedenklich wurde die Trockenheit wieder. Das Giundwasser sank immer tiefer in den Brunnen, der Erdboden bekam Risse; glücklicherweise stellte fiw ein sanfter Strichregen ein, der alles erqultfie. Am 18. April batten wir das erste Gewitter, dem am 19. Helles, kühles Wetter mit Nordostwind folgte. Die letzte Aprilwoche brachte reichlichen 9ciedelschiag bei ziemlich kühler Temperatur, doch ohne Frost. Wiesen und Getreidefelder gedeihen zusehends. Die Obstbaumblüthe verlies ohne jede Störung, die Bäume setzten massenhaft Früchte an. Der Wonnemonat Mai schien die Rolle mit seinem Vorgänger getauscht zu haben, denn in der Nacht vom 5. auf 6. gab es Frostschaden, der sich hintentzach glücklicherweise als nicht sehr gefährlich erwies. Der Mai blieb kühl und feucht. DaS Halmgetreide wurde so mastig, daß es sich zum Theil lagerte und darum als Viehfutter abgernäht werden mußte. Die dritte Maiwoche wurde rauh und windig. In der letzten Maiwoche zeigte sich wieder Trockenheit; aus dem Vogelsberge kamen Klagen. Im Oberwalde erfror das Laub an den Bäumen. Glücklicherweise schaffte der Juni Abhülfe, er fing mit Gewitter und Regengüssen an. Während am 7. Juni in Wien ein heftiges Hagelwetter tobte, batten wir in unsrer Gegend Sturm mit Gewitter und Platzregen. Die zweite Juniwoche vom 7, bis 14. brachte weiteren Regen und eine solche Temperaturerniedrigung, daß man die Oefen Heizen muhte. Die Feldarbeiten wurden verzögert, das Unkraut wucherte stark. Die dritte Juniwoche blieb ziemlich unbeständig; manches Heu litt Noth; erst mit Sommeranfang gab es gutes Heuwetter. Die letzten Junitage waren wolkenlos, heiß und trocken. Die ersten zehn Tage im Juli blieben heiß und trocken, auf trocknen Berglagen begann das Kornschneiden. Am 11. und 12. Juli tobte ein Sturm in Deutschland, wie er selten vorkommt; es zeigten sich hierbei kleine Windhosen und Wirbelstürme, welche den Ehaussee- staud und den Ackerboden von leichten Grundstücken thurmhoch in die Luft führten, die Atmosphäre zuweilen fast undurchsichtig machten, Bäume und Häuser schädigten, Telegraphenstangen umrisserr u. f. w., ähnlich wie es am 11. und 12. Februar der Fall war. Nachdem sich der Sturm, welcher keinen Regenniederschlag aufkommen ließ, ausgetobt hatte, brachen am 13., besonders am 14. Juli schwere Gewitterregen nieder, welche vielen Ackerboden wegschwemmten. Am 14. Juli wüthete in Oberbayern ein Cyclon, der eine große Anzahl von Ortschaften in bedauerlichster Weise ruinirte. Es ist interessant zu sehen, wie die gewaltigen Unwetter am 7. Juni in Wien und am 14. Juli in Oberbayern sich bet uns durch schwere Gewitter- nnd Platzregen erkenntlich machen. Am 16. Juli beginnt das Kornschneiden wieder, es wird aber nochmals durch schlechtes Wetter unterbrochen. Vom 23. bis 24. Juli brütete eine tropische Hitze über den Fluren; am 26. brachen neue Gewitterregen hernieder, so geht es bis zum Monatsschlusse. Der Aufruhr in den Elementen wahrend der beiden letzten Julidekaten war ein gewaltiger, nur mit Mühe und unter großen Anstrengungen konnten die Erntearbeiten verrichtet werden. Nachdem die Witterungserscheinungen in den sieben ersten Monaten des Jahres ziemlich eingehend besprochen worden sind, können wir uns bei den fünf letzten Monaten um fo kürzer fassen, weil sie sich alle fünf gleichen. Verkehr, Land- nnd VolEswirthschaft. «rünberg, 22.December. Fruchtpreise. Weizens 11,92, Korn JL 11,24, Gerste jtL 9,40, Hafer JL 9,86, Erbsen JL 0,00 Linsen JL 00,00, Wicken JL 00,00, Lein JH. 00,00, Kartoffeln ^0 00, Samen JL 00,00 Eingesandt. Viehversicherung. Wie uns rnitgetheitt wird, haben eine Anzahl hiesiger Metzger eine Viehversicherungskasse in dem städtischen Schlachthof gegründet, welche mit dem 1. Januar 1895 ihre Thätigkeit ausnehmen fofl’ Für die Landwirthe als Viebproducenten, für die Handelsleute und Metzger vom national-ökonomischen Standpunkt ist die Constituirung dieser Versicherung auS ganz nahe liegenden Gründen von hervorragender Bedeutung und wird dieselbe einem längst gefühlten Be- dürfniß entsprechend, in hohem Maße dazu beitragen, die interessirten Kreise mit der strengen sanitätspolizeilichen Controle, wie sie auf Schlachthöfen im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege unbedingt gehandhabt werden mutz, zu befreunden, dieselben mancher Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten zu entheben. Da die Leitung des Vereins nicht in schwacher Hand liegt, so ist für eine reelle, solide Geschäftsführung Garantie geleistet, die Lebensfähigkeit zweifelsohne, zumal die Vereinsfotzungen streng den hierorts in Frage kommenden Verhältnissen angepaßt sind. Briefkasten. E. D. Wir finden Ihren Namen nicht im Studenien-Verzeichniß, haben aber das „Eingesandt" an die entsprechende Stelle (natürlich ohne Namensnennung) dtrigirt. Red. kirchliche Anzeigen der Stadt Giehen. Katholische Gemeinde. Die Weihnachtsfeier im Caf6 Leib am 1. WeibnachtS- feiertage beginnt nicht um 5, sondern um 4 /, Uhr. Henneberg-Seide — nur ächt, wenn birect ab meiner Fabrik bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 60 Pf. bisMk. 18.65 per Meter-glatt, gestreift, (arrlrt gemustert, Damaste re. (ca. 240 versch Qual und 2000 versch. Farben» Desstns re.), porto- und steuerfrei Ins Haus. Muster umgehend. 8081 M Seidenstoffe । direkt aus der Fabrik von von Elten L Keussen, Örefeld, 4U beziehen. Schwarze, farbige II. weihe Seidenstoffe, Sam mte, Plüsche und Beweis. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten- Concursverfahren. lieber das Vermögen des Friedrich Wilhelm Rcufchliug zu Klein-Linden wird auf Antrag des Gemeinschuldners, da nach dem vorgelegten Vermögens -Verzeichniß eine Ueberfchuldung vorliegt, heute, am 22. December 1894, Vormittags 10 Uhr, das Concursverfahren eröffnet. , Der Kaufmann Ferdinand Hoffmann in Gießen wird zum Concurs- verwalter ernannt. Concursforderungen find bis zum 21. Januar 1895 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch 30. Januar 1895, Vormittags 9 Uhr, — vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Concursmasse gehörige Sache in Besitz Laben oder zur Concursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter bis zum 21. Januar 1895 Anzeige zu machen. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen. Langermann. 10389 Cognacbrennerei 6g. Scherer & Co. Langen, Hessen. Aerztlien e mp foulen. sowie seit Jahren beliebte Punsch-Essenzen als Arrac. Bum-, Portwein-, Burgunder-,Pun*eh u. Punsch- Royal. 10372 Alleinige Niederlage: Adolf Geisse, Giessen, Verkaufsstellen in: Annerod Bellersheim Berstadt Berstadt Büdingen Burkhardsfelden Dillenburg Dillenburg Dillenburg Gedern Gr.-Rechtenbach Gröningen Gummersbach Hattenrod Herborn Hirschberg Klein-Linden Lang-Göns Lang-Göns Laubach Ludwigshütte Leihgestern Nidda Schotten Staufenberg Steinbach Steinberg "Wallau Wetzlar "Wiesenbach BürgermeisterHofmann, A. G. Gutbrod. Fritz Stiehl. Carl Conrad. M. Kahn Söhne. Gastwirth Schmidt. J. Arnold. W. Steinmüller & Sohn. Phil. Rock. F. W. Hild. W. Decker. Phil. Jung, a. d. Burg. C. Weil, im Schwanen. Anton Müller XXVIII. W. Klipstein. Gg. Frohnhäuser. Phil. Arnold. C. Grölz. Ph. Cellarius (Post). W. Heibertshausen. C. Balser (Einhorn). B. Schneidmüller. C. Manneschmidt J. L. Friedrich. D. C. Lückhoff. bei: Louis Weller. Conr. Bopp. H. Alter. Aug. Wolf. Gg. Appel. Unübtrtrofitit Kneipp'- Krönter-Wr (gesetzlich geschützt) Lrztlich vielfach begutachtet von Emil Dopp, Bruchsal, Baden nur aus den edelsten und feinste« Heilkräuter« und Wurzeln desttl' Ktert, wirkt derselbe apetiterregend und von wunderbarrr Heilkraft bei allen Magevb,fchwerde«. 10366 Hauptniederlaae in Gießen bei K. Kettler, Eonditorei u. erstes Wiener CafL. 10404 Vrima Kuh- U. Rindfleisch Georg Dörrrer, Neustadt 49. Danksagung. Für unser evangelisches Schwesternhaus sind mir durch Herrn Rentamtmann Lynker JL 54.20 übersandt worden, nämlich: 1) durch Herrn Oberkellner Pfitzner vom Stammtisch im „Prinzen Carl"..........JL 51.00 2) Erlös von Cigarren-Abschnitten..... „ 3.20 in Summe JL 54.20 deren Empfang ich mit herzlichem Dank für die Geber und Sammler, besonders auch Herrn Oberkellner Pfitzner, der sich das ganze Jahr hindurch der Mühe unterzogen hat, hiermit bescheinige. Gießen, den 24. December 1894. Gg. Schlosser. Pfarrer. Bekanntmachung. Freitag den 28. ds. Mts., Abends 8 Uhr, findet eine Generalversammlung des Consumvereins Altenbnfeck, e. G. m. u. H., im Saale der Louis Rabenau Wittwe statt, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1) Ergänzungswahl des Aufsichtsraths. 2) Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Altenbuseck, am 24. December 1894. Für den Vorstand: 10375 Rau, Director. 10379 Giessen—Lauterbach. Schotten. OOOOOOOOOOOOOOOOOO009000 8 - - 10387 8 ooo oooooo oooooooo ooopop Minna Heuser Wilhelm Haas Kaufmann, er lobte. Giessen, "Weihnachten 1894. Statt jeder besonderen Anzeige! Lina Schmidt, Hermann Duchardt, Verlobte. Am dritten Feiertag Frühconeert Wiener Hof. 10386___________J, Hormon. Schneiders Restaurant (Oswaldsgarten) Am dritten Feiertag 10401 Früh-Concert. Stadt München. Am dritte« Feiertag 10394 1 Festsaal (Cafe Leib). Am 3. Weihnachlsskiertag: Großes Abend-Conccrt ausgeführt von der Capelle des 2. Grotzh. Hess. Jns.-RcgtS (Kaiser Wilhelm) Nr. 116 untir Leitung ihres Musikdirectors Herrn C. Krauße. 10382 Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pfg. kW Gießener Ruder-Gesellslhast. Nächster Vereinsabend: Donnerstag, 27. cr. (3. Feiertag) Abends 8x/2 Uhr, im „Hotel zum Rappen", verbunden mit W eihnachtsfeier. Geschenke zur Verloosung (Mindestwerth Mk. 1.—) sind rechtzeitig bei Herrn A. Werner (Reuenbäue) abzugeben. — Auch unsere passiven Mitglieder sind freundlichst eingeladen. 10388 __Der Vorstand. Bürgergeseüschast. Donnerstag, den 27. Deecmber (3. Feiertag) Abends 8 Uhr im „Hotel Einhorn" W eihnachtsfeier. Loose ä 50 Pfennig sind bis zum 3. Feiertag, Mittags 12 Uhr, bei Mitglied Gustav Gerhardt zu haben. 10386 Der Vorstand. Der Weihnachts-Familieuabend findet am Sonntag, den 30. December, Abends 8 Uhr, in der Turnhalle des Turnvereins am Oswalds Garten statt. Zur Verloosung bestimmte Geschenke wolle man an demselben Tage, Nachmittags zwischen 3 und 5 Uhr, dortseldst abgebcn. 10377 Der Vorstand. Giessener Mohlthiitigkeits- Zitherclub verein. -■we Am 2. Weihuachtsfeiertag: 1ÄLL "MS im Festsaal („Cafe ßeifr"). Anfang Abends 7 Ahr. Entree a 1 Mark. Karten im Vorverkauf zu haben bei Herrn Conrad, Mäusburg und Abends an der Kasse. Mitglieder gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte frei. NB. Am 1. Weihnachtsfeiertag Nachmittags bei Mitglied Herrn Sorg er („Schöne Aussicht"). 10397 ________________________Der Vorstand.______ Von heute an und bis über die Feiertage kommt das von früheren Jahren rühmlichst bekannte 10198 Früh-Concert. Salvator Zur Anfertigung von Fawilien-örutoto (Gebnrts-, Verlobung^-, Vermählnngß-Anzeigen, Trauerbriefen etc.) empfiehlt sich die . Brühl’sche Druckerei Z Schttlatrasse 7. 10365 ^Am Mktleu Feiertag Im M Marburg - I. Arnold, Wetzsieinstraße. L. Berger, Steinstraße. E. Hildebrand, Licherstraße. aus der Brauerei H. Förtsch in folgenden Wirtschaften zum Verzapf: Stadt Cassel Am dritten Feiertag Tanzmusik wozu ergebenst einladet ‘ in Euler, Wallthorstraße 33. Am dritten Feiertag T8BGE 10395 tBet int Hause einen unbenutzten Raum hat, und denselben sehr gut rentabel machen will, lasse sich gratis und franco Prospecte und Auskunft kommen W. Leyerer. vonderLhenmitzerWasch-Mangelfab-ik,OttoPuppert,Chemnitzi.L. [4189 ;(9. Starke, Neustadt 11. H. Knoch, Heuchelheimer Mühle, l K. Heinzerliug, Schiffenbergerweg. Restauration zum Pfau. Am dritten Feiertag 10407 grosses Früh-Concert. Ecl. Böhm. Früh-Concert. Zum Aquarium, wauthorstr. s. Am dritten Feiertag: 10380 Früh-Concert. FEST-MENU im Hotel-Restaurant Kaiserhof für die Weihnachts-Feiertage. Erster Feiertag von 1—3 Uhr Couvert a Mark 1.50 Pastetchen a la reine Krebs-Suppe Schinken in Burgunder mit Maearoni Poularde Compot und Salat Vanille-Eis mit Waffeln. Zweiter Couvert ä Mark 1.50 Brabanter Schnittchen Oxtail Suppe Steinbutte mit Sauce hollandaise Schwarzwurzel mit Rehziemer Couvert ä Mark L.— Pastetchen ä la reine Krebs-Suppe Rhein-Salm mit Butter und Kartoffeln Schinken in Burgunder mit Macaroni Poularde Compot und Salat Vanille-Eis mit Waffeln. Feiertag Couvert a Mark 2.— Brabanter Schnittchen Oxtail-Suppe Steinbutte mit Sauce hollandaise Schwarzwurz 1 mit pommerscher Gänsebrust 10396 Wieseck, 23. December 1894. Die Beerdigung findet den 25. December um 3 Uhr Nachmittags statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Zimmer und Frau. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mittheilung, daß unser lieber Sohn Wilhelm heute Abend um 8 Uhr nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Mandel-Pudding mit Sauce Chateau. Behziemer — Compot und Salat Mandel-Pudding mit sauce Chateau. Mache ausserdem das wohllöbliche Publikum auf exquisite Weine, sowie Speise-Abendkarte aufmerksam. — Speisesaal, Club, Billard-Zimmer und Salon sind während der Festtage ständig geheizt. 10399 Hochachtungsvoll W. Reinhold. heute neue Sendung bei Heb. Arnold II., 10400 Marktstr. _10374] Frische Schellfische und ge» räucherte Ä. Bücklinge empfiehlt billigst ________E. Dort, Walltborstraße 45. Große beste Dualität __________________im »Rebstock." Gestrickte Kerrenwesten in großer Auswahl empfiehlt zu sehr billigen Preises, 10217 Wilhelm Seuling ___________Wetzsteinstraße 45. Wachstuch, «nmmitischzeng in fertigen Decken und 10279 Stückwaare; Ledertuch Mertuch-Schürzen __Spindborde W aschseiler ta großer Auswahl zu niedrigen Preisen M Heinrich Wallach. Hinrahmen von Bildern in den billigsten bis hochfeinsten Rahmen. 10081 J. Hirz Seltersweg 22. js. Kmchmg, selbstgezüchteten und prämiirt, ver^ kauft per Pfund 1 Mark, in größerem Quantum billiger Ph. 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Coursbericht von J. Kurs «fc Co«, Giessen, Kahnhofstrnßk 63. Frankfurter Börse vom 21. December 1894. 3V»°/o DeutscheRetchsanl. 104.35 4t/5°/o Oesterr. Silberrente 82.00 3% Preuß. Consols 95.50 41/0 Ung. Gold-Rente 10 .80 3