Nr. 277 Erstes Blatt. Sonntag den 25. November Der chießcner Anzeiger nfdjtint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener A-mitieuvkäller werden dem Anzeiger wSchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. 1894 Vierteljähriger AdonncmcntspreiAe 2 Marl 20 Psg. mit Vringerloha. Durch die Post bezog«« 2 Marl 50 Psg. Redaktion, E^editio» und Druäerei: Kchukstrahe Kr.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen. chratisöeitage: Hießener Aamitienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. Nachrichten über den Saatenstand im Grotzherzogthnm Hessen um die Mitte des Monats November 1894. Ausammengestellt bet der Großherzoglichen Oberen landwirthschaft- lichen Behörde. N Provin unb en Saatenstanb. Note 1 — seh' juter, 2 — Ernteertrag in 100 kg pro ha juter, mittlere geringer ehr ar. 3 = r, 4 = , 5 — Stand 5 ErhebungSbezirke. r- 1 E s s xi II K । — 1 'M 8. o E S B 1 P 5 •e s a i i e c s C 8: K § — ZI Wir Win Provinz Starkenburg. J i Kreis Bensheim . — — — 120,— 12Ö|-3O — 2 „ Darmstadt. 2 2 2 21 30 3 4 „ Dieburg . „ Erbach . . 2 3 2 2 — 24 11 1X 5 „ Groß-Gerau —— — 2 —' 26 —— 6 „ Heppenheim — 2 1 19,5 100,60 48 7 „ Offenbach . 3 — 3 — 20 12O||- — Durchschnitt für Starkenburg 2.512 3 2 1,5 19 0)11551.71:46 Drovin» Oberhessen. L 24 35 8 9 Kreis Alsfeld . . „ Büdingen . 3,5 2 — 3,5 2 ß 2 25 20 180 22 100'30 10 11 12 „ Friedberg . „ Gießen . . „ Lauterbach. 3 2 2 1 11 3 2 1 15 24 120,40 H40 40 36 13 „ Schotten . 2 — |2 |2 19 |l00il40 33 Durchschnitt für Oberbeffen 2,4 -IIMI2 21 132)37 33 Provinz Rheinhessen. 14o||öO 14 Landw. Vereinsbezirk Alzey . . 3 r 2 24 — 15 Bingen . . 2 —— 21 100,76 60 16 * „ Flonheim . 2 2 2 36 170||95 85 17 Ingelheim. 2,3 — 2,3 2 24 12090 80 18 19 Mainz . . Nieber-Olm — l 2 2 28 20 120 70 120 30 3b 25 ro Oppenheim — — 2 3 32 160 90 1— 21 Osthofen — P 1 32 150,60 — 22 Psedbersheim 2 — 2 |2 14 80 50 40 23 Wöllstein . 2 2 — —1 — 40 24 Wörrstabt . 2 2 23 120.32 >— 25 „ M Worms 2 1— 1- — —l!— — Durchschnitt für Rhetnbrssen 2 1— 2 2,1 25 7 127 62 54 Durchschnitt für das Großherzogthum 2,32,3112,1111,8 f22 |25 50,2 44 Bemerkungen: Dte Erträge an Hafer und Grummet sind durch dte anhaltend nasie Witterung sehr geschädigt worden, ebenso war dte Bestellung der Wtntergetretdearlcn außerordentlich behindert. Roggen muhte entweder sehr schlecht untergebracht werden oder unbestellt bleiben, und von Wetzen ist nur ein Bruch- theil bestellt. Wo die Saat ausnahmsweise rechtzeitig erfolgen konnte, ist der Stand gut. Bet Kartoffeln wird über Faulen geklagt. Der Wein ist in Bezug auf Qualität gering, hinsichtlich der Menge tn geringeren Lagen befriedigend.__ Gefunden: 1 gold. Ring, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Taschenmesser, 1 Shlipö, 1 Schleier, 1 Taschentuch, 1 Henkelkorb, 1 Schachtel mit Inhalt, ein Kinderstrumpf, 1 Leine und 1 Kette Gießen, den 24. November 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Neueste Nachrichten» Wolff» telegraphisches Eorrespondevz-Bureau. Reggio di Calabria, 23. November. Der Regierungs- commissar Galli besuchte die durch das Erdbeben betroffenen Städte Bagnara, Pellegrina, Santa Eufemia, Sinopolt und San Procopio. Alle diese Orte find mit Ausnahme BagnaraS Trümmerhaufen. Um Krankheiten zu verhindern, müfien die Tobten nochmals beerdigt werden. In mehreren Orten liegen entstellte Leichen und abgertffene Gliedmaßen auf der bloßen Erde. Der Commissar hinter« ließ überall Geldunterstützungen und wies die Militärärzte an, Hilfe zu leisten. Daö Unglück ist furchtbar, es muß für 50 000 Personen vorgesorgt werden. In Messina kam in den letzten 24 Stunden kein Erdstoß tior; die Bevölkerung schöpft wieder Muth. In Milazzo wurden tn längeren Intervallen leichte Erdstöße mit unterirdischem Nollen wahrgenommen. Als Centrum des Erdbebens werden die liparischen Inseln betrachtet. Die Bevölkerung bringt dte Nächte tm Freien zu. Petersburg, 23. November. Nach dem veröffentlichten Ceremontal für die kaiserliche Hochzeit am 26.November wird der Tag durch 21 Kanonenschüsse angekündigt. Die geladenen Personen und Würdenträger versammeln fich Vormittags halb zwölf Uhr in verschiedenen Sälen deS Winierpalais. Die Ehrendamen der Kaiserin wohnen der Toilette der Braut bet, dte eine Krone trägt. Die Brautschleppe wird von vier Hofchargen getragen. 51 Kanonenschüsse kündigen an, daß der Zug sich von den Gemächern der Braut nach der Kapelle in Bewegung setzt. Voran schreiten Großwürdenträger, alsdann folgt die Kaiserin- Wittwe mit der Braut, hierauf der Kaiser, gefolgt von dem Hofminister und drei Generaladjutanten, der König von Dänemark, der König und die Königin von Griechenland, der Großherzog von Hessen und die anderen fürstlichen Gäste. Den Zug schließen die Senatoren, die Staattzsecretäre und sonstige Würdenträger. Der Kaiser, die Kaisertn-Wtttwe, die kaiserliche Braut, die Souveräne und Prinzen werden . an der Thüre der Kapelle von den Metropoliten, dem heiligen ■ Synod und dem Hofclerus empfangen. Sobald der Kaiser ' die inmitten der Kirche errichtete Estrade betreten hat, führt die Kaiserin Mutter ihm seine Braut zu. Der Erzhospriester überreicht dann auf goldener Schüssel die Eheringe, dte der Beichtvater dem Kaiser und seiner Braut an den Finger steckt. Nach der TrauungSceremonie treten die hierzu be- stimmten Souveräne und Prinzen heran, um dte Kronen über den Häuptern des Kaisers und seiner Braut zu halten. > Sodann folgt die Einsegnung der Ehe und die Fürbitte, i Hierauf nähern sich die Neuvermählten der Kaiserin zum ! Danke und empfangen die Glückwünsche der Souveräne und ' Prinzen. Hierauf wird das Tedeum angestimmt, wobei 101 Kanonenschüsse gelöst werden. Dte Majestäten begeben ' sich dann nach ihren Appartements, wo der Kaiser und seine ! Gemahlin die Glückwünsche des diplomatischen Corps, der Würdenträger und der Damen eutgegennehmen. Petersburg, 23. November. Der Kaiser drückte dem Vernehmen nach dem Communicationsminister seinen Dank für die umsichtigen Vorkehrungen anläßlich der Ueberführung i der Leiche Alexanders III. aus. Die Meldungen verschie- dener Blätter Über einen bevorstehenden Urlaub des Ministers Kriwoschein beruhe auf reiner Erfindung. Der Kaiser empfängt morgen im Winterpalais eine Deputation der Städte Moskau, Petersburg re. — Heute wurde der Ehe- contract zwischen dem Kaiser und seiner Braut in Gegenwart der Minister von Giers und Woronzow unterzeichnet. Der Contract enthält Bestimmungen zu Gunsten der zukünf- ’ tigen Kaiserin für jetzt und für den Todesfall des Kaisers. I Petersburg, 23. November. An dem Diner bei dem S Botschafter v. Werder nahmen Theil Prinz Hetnrich, \ der Erbgroßherzog von Oldenburg, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, die deutsche Deputation, der russische Ehrendienst und die Mitglieder der Botschaft. Prinz Heinrich empfängt morgen die Vorstände der deutschen Vereine. Darauf findet ein Frühstück in der Botschaft statt, an wel- ' chem auch der Großherzog von Hessen theilnimmt. ■ Gestern beiuchte Prinz Heinrich die baltische Schiffswerft : und besah auch den im Bau befindlichen Kreuzer „Rosstjja". l Gestern reiften ab der Prinz von Siam, die Vertreter der ; Königin der Niederlande, der Herzog von Cumberland, die ; Landgräfin von Hessen, die belgische Deputation und einige ; Mitglieder der französischen Mission. Die Kaiserin- Feuilleton. Großherzog Ernst Ludwig. @iue Betrachtung zum 25. November 1894. (Nachdruck verboten.) Ludwig und seine Schwestern an dem auch viel zu früh dahingeschiedenen Vater, und dieser wiederum liebte seine Kinder aufs zärtlichste. Der jetzige Großherzog, bevor er die Wahl seines Herzens getroffen und die Prinzessin Viktoria Melita von Sachsen- Coburg-Gotha als Gemahlin heimgeführt, fühlte sich nach dem Tode des Vaters mit besonderer Bruderliebe zu der M. Die hochseltge Großherzogin Alice hatte noch kurz vor ihrem letzten Krankenlager den Plan aufgestellt, nach welchem der hessische Thronerbe, ihr geliebter Ernie, erzogen werden sollte. „Ein Edelmann im vollsten Sinne de s Wortes, ohne Prinz endünkel, bescheidenen- egoistisch, hilfreich, erfüllt von Pslichtbewußt- se in, Ehrgefühl, Wahrheitsliebe und der Achtung vor Gott und demGesetz, die allein frei machen." Das war das Ideal, welches der Großherzogin vorschwebte und welches sie dem Manne, Hofrath Mut her, entwickelte, der von ihr und dem Großherzog auserwählt worden war, Gemüth und Geist des Erbgroßherzogs zu bilden. Die Anlagen für eine glückliche Entwicklung waren vollauf gegeben. Aus der frühesten Kindheit der Knaben weiß die damalige Prinzessin Alice eine Reihe allerliebster Züge an die Königin von England zu berichten. Es spricht für das gute, fremdem Leid offen stehende Herz des kleinen Ernie, wenn derselbe gelegentlich deS Ausspruchs einer ihm lieb gewordenen Persönlichkeit, einer MrS.Orchard: wenn das und das geschieht, werde ich schon längst tobt sein . . , in Thräuen aus« bricht und ruft: „Nein, du mußt nicht allein sterben- ich mag eS nicht, daß die Menschen allein sterben- wir müssen Alle zusammen sterben." Im Schooße eines überaus glücklichen Familienlebens wuchs Ernst Ludwig heran. Auch nach der unaussüllbaren Lücke, welche der Tod der Großherzogin in den schönen KretS gerissen, blieb die Harmonie zwischen den übrigen Gliedern nicht nur ungetrübt, sondern vertiefte sich von Jahr zu Jahr. Mit großer Pietät hingen Ernst ihm im Alter und vielleicht auch im Charakter am nächsten stehenden Prinzesfin Alix, der nunmehrigen Alexandra Feo- dorowna, hingezogen. Schon die Großherzogin Alice hatte die äußere Aehn- lichkeit zwischen den beiden Kindern in einem Brief an die Mutter constatirt, indem sie schrieb: „Baby (also Alix) ist „Ella" sehr ähnlich, hat aber einen kleineren Kopf und ist lebhafter, mit Ernie's Grübchen und Ausdruck." Dem Großherzog ist die Trennung von dieser Schwester nicht leicht geworden. Beim Abschied mußte sie ihm mit Handschlag versprechen, sich nicht eher trauen zu lassen, bevor er gegenwärtig sein könne. Dies ist ja bekanntlich auch der Grund, weßhalb der Großherzog seinen Geburtstag, der ja auch der der Großherzogin ist, im Auslande zubringen muß. Für die Rückkehr des Gatten hat die Großherzogin für denselben eine sinnige Ueberraschung vorbereitet- sie hat dem hiesigen Maler und Reallehrer Heinrich Getrost zu einem Portrait gesessen (Röthelzeichnung), das sehr lebenswahr ausgefallen ist. Im Hoftheater wird man am Sonntag zum ersten Mal Rubinsteins „Dämon" geben, welchem ein von Otto Roquette gedichteter scenischer Prolog, betitelt „ F e st g r ü ß e", worin eine Odenwälderin und eine Koburgerin ihre Glückwünsche aussprechen, voraufgehen soll. Großherzog Ernst Ludwig hat viel übrig für die Kunst und ist selbst Ausübender in verschiedenen ihrer Zweige. Schon früh zeigte er bedeutende zeichnerische Anlagen, und bei mehr als einer Gelegenhett hat er bei Hofbällen, Arrangements lebender Bilder rc. die Zeichnung der Costüme entworfen und alle Angaben bis ins Detail hinein getroffen. Von seinen Ideen zeugen auch verschiedene Neuerung« im Hoftdeater. Sein ausgeprägt ästhetischer Sinn, sein Auge, das z. B. jeden Fehler in der Farbenzufammenstellung peinlich empfindet, duldet keinerlei Stillosigkeiten und anachronistische Verstöße in der Ausstattung. Es kommt die- natürlich der Gesammtwirkung der Stücke ungemein zu statten. Der Großherzog ist, was nicht unbekannt sein dürfte, außerordentlich musikalisch, kennt die alten und neuen Stil- arten der Oper und componirt in seinen Mußestunden selbst. Die Jnstrumentalcomposition „ErinnerunganJlinskoe" ist von den Darmstädter Musikern des öfteren als anregende und wirksame Nummer auf dte Concertprogramme gesetzt worden. Vor seinem Abgänge nach der Leipziger Universität nahm der Erbgroßherzog in Darmstadt Gesangsstunden bei Frau Pfarrer Knispel, die auch sämmtlichen Schwestern de- Großherzogs Unterricht ertheilt hat. Wäbrend seines Aufenthalts in Gießen war die GesangS- lehrerin des Erbgroßherzogs die jetzige Kammersängerin Fra« Matz - La n g s d v r f f. Ein Herr Heim ist der Clavierlehrer deS Großherzog» gewesen und hat ihm wohl auch den ersten ComPositiouS- unterricht ertheilt. Der Großherzog, der morgen in sein siebenundzwanztgsteS Lebensjahr tritt, ist in den zwei Jahren seiner Regierung am vieles ernster geworden, aber die frische, sonnige Fröhlichkeit, welche damals die Gießener Gesellschast an dem jungen Studiosus so anheimelnd und sympathisch fand, hat er sich zu bewahren gewußt. Sein Wesen, das frei ist von aller zugeknöpften Förmlichkeit, wirkt wohlthuend auf seine gesammte Umgebung und auf Alle, die länger oder vorübergehend in seine Nähe kommen. Dittwe empfing gestern den Admiral Gervais. Der Kaiser zeichnete bei dem vorgestrigen Cercle sämmtliche Mitglieder der deutschen Deputation durch eine huldvolle Ansprache in deutscher Sprache aus. Sau Francisco, 23. November. Nach Meldungen aus Upia vom 7. November herrschte auf den Samoa-Inseln große Erregung, weil die Aufständischen keineswegs zur Unterwerfung gebracht sind. Man hielt den Sturz Malietoa's für sicher. Ein englisches und ein deutsches Kriegsschiff befinden sich in Apia. Dokohama, 23. November. (Reutermeldung.) Ein drittes japanisches Armeecorps ist aus Ujina, dem Hafen von Hiroshima, in vierzig Transportschiffen abgesegelt. Der Bestimmungsort desselben ist unbekannt, doch heißt es, daß die Truppen für Operationen am Aantsekiang bestimmt find. — Der japanische Finanzmimster macht bekannt, daß die Emission einer weiteren Rate von fünfzig Millionen VenS der bereits genehmigten Kriegsanleihe erfolgt. Der bisherige gesammte Anleihebetrag ist somit achtzig Millionen. Depesche» beS Bure« »Herold*. Berlin, 23. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." ver- »immt, es bestehe die Absicht, dem Reichstage zunächst nur die Umsturzvorlage zugehen zu lasten, der Etat soll erst später mit der Tabaksteuervorlage eingebracht werden. — — Die „Nordd. Allg. Ztg." hört, daß trotz der ungünstigen Finanzlage Preußens im nächsten Haushaltsvoranschlag nicht unbeträchtliche Summen für landwirthschaftliche Verbesserungen eingestellt werden sollen. Die Höhe derselben steht noch nicht fest. — Nach der „Nationalzeitung" tritt der Gouverneur von Kamerun, Zimmerer, demnächst einen Erholungsurlaub an. Während dieser Zeit soll derselbe durch den Landeshauptmann von Togo, Puttkamer, vertreten werden. — Das „Berliner Tagebl." meldet aus Petersburg, daß beim Darmstädter Hofe wieder eine selbstständige russische Gesandtschaft, wie unter dem verstorbenen Czaren, errichtet werde. — Die „Kreuz- zeitung" schreibt: In unterrichteten Kreisen glaubt man, der Botschafter Sch uw al off bleibe nur kurze Zeit auf seinem Posten, er soll die Stellung des Generalgouverneurs von Moskau erhalten. Berlin, 23. November. Wie aus Kiel gemeldet wird, wird nach den bisherigen Bestimmungen der Kaiser am Montag den 26. d. M. zur Vereidigung der Marinerekruten dort eintreffen. Auf Befehl des Kaisers wurde dieser Tage den Wittwen der bei der Katastrophe an Bord des Panzerschiffes „Brandenburg" verunglückten Werftarbeiter eine einmalige Unterstützung von je 150 Mk. ausgezahlt. Berlin, 23. November. Der Ausschuß des Handels- tag es erkannte die Nothwendigkeit eines erweiterten gesetzlichen Schutzes gegen den unlauteren Wettbewerb, ebenso gegen den Verrath von Fabrik- und Geschäftsgeheimnissen an. Köln, 23. November. Die „Köln. Ztg." verweist gegenüber den Meldungen der „Times" und des „Standard" über ein englisch-russisches Bündniß auf die im Jahre 1852 zwischen dem Czaren Nikolaus I. und dem damaligen englischen Botschafter ausgetauschten FreundschastSbezeugungen, deren unmittelbare Folge wenige Monate später der AuS- bruch des Krimkrieges war. England möge nur nicht glauben, daß alles so glatt ablaufen werde,- Deutschland ohne Weiteres aus der Entscheidung über die ostasiatischen Fragen auSzu- schließen, werde nicht angehen und Frankreich werde einen solchen Ausschluß sogar als eine directe Zurückweisung empfinden. Die „Köln. Ztg." versichert schließlich, daß die Annäherung Englands an Rußland eher bezwecke, Frankreich in Rußlands Gunst in die zweite Stelle zu verdrängen und zugleich England selbst gegen Frankreich den Rücken zu decken. Weimar, 23. November. Die Leiche des Erb- großherzogs von Weimar trifft am 24. November hier ein. Paris, 23. November. In der russischen Botschaft fand heute Nachmittag die Eidesleistung der hier ansässigen russischen Unterthanen statt. Der russische Geschäftsträger, das Botschaftspersonal und ein russischer Pfarrer wohnten der Eidesleistung bei. Loudon, 23. November. Hier eingetroffene Telegramme besagen, daß die Japaner Port Arthur viermal angegriffen haben. Bei dem ersten Angriff schlugen sie die chinesischen Vorposten zurück, die drei folgenden Angriffe mißlangen. Seit dem 20. November dauert die Beschießung des Hafens. Die Japaner setzen augenblicklich neue Truppen ans Land. Ein englisches Schiff warnt die Japaner vor der Schußlinie des Hafens. Gestern dauerte die Beschießung des Hafens den ganzen Tag. Petersburg, 23. November. ES bestätigt sich, daß der Czar Giers zu halten wünscht, während er Pobjedonoszew ganz fallen lassen will. ' San Franzisco, 23. November. Nach einer Meldung von hier hat ein deutsches und ein englisches Kriegsschiff vor Apia geankert, weil die Eingeborenen wieder eine bedrohliche Haltung angenommen haben. Sidney, 23. November. Von hier wird gemeldet, daß die Bewohner der Admiralitätsinsel infolge übermäßigen Genuffes gestohlenen Alkohols die Angestellten des Hafens niedermetzelten. Sie sollen in den benachbarten Dörfern ihre Exceffe fortgesetzt haben. Hiroshima, 23. November. Ein französischer Journalist und zwei Dolmetscher, welche die japanische Armee begleiteten, sind in di- Hände der Chinesen gefallen, von denen sie in der grausamsten Weise hingerichtet wurden. j Loeater rrnö Oesviirzßettes Gießen, den 24. November 1894. ** Zum Geburtstage Ihrer König!. Hoheiten unseres Großherzogs und nnserer Großherzogin. Der 25. November bedeutet in - diesem Jahre für unser engeres Vaterland einen Tag der doppelten Freude, denn ein seltenes Glück ist unserem Großherzoglichen Paare an diesem Tage in einem gemeinsamen Geburtstage beschieden. Großherzog Ernst Ludwig vollendet am 25. November sein 26. Lebensjahr, seine am 19. April d. I. zum Ehebunde mit ihm vereinigte Gemahlin Großherzogin Victoria Melita ihr 18. Lebensjahr. Wenn auch diesmal besondere Berhältniffe, in erster Linie die Trauer um einen hohen Anverwandten, dringend geboten, am 25. November selbst von als Ausdruck der Freude geltenden öffentlichen Feierlichkeiten abzusehen, so herrscht doch in jedes treuen Hessen Brust hohe Freude über die unserem Regentenhause beschiedene Doppelfeier. An unserem am morgenden Tage noch an der Newa weilenden Großherzog, an unserer in stiller Zurückgezogenheit in der hessischen Residenz, ihrer zweiten Heimath, gebliebenen Großherzogin wolle sich der Wunsch erfüllen, daß in dem neu beginnenden Lebensjahre sich Gottes Segen dem hohen Paare gnädig und in Freude, an tbelcher das ganze Heffenland Theil nimmt, erweisen möge. ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Grositz erzog haben Allergnädigst geruht, dem Forstwart der Gemeinde-Forstwartei Gambach,Eberhard Klein zu Gambach aus Anlaß seines am 23. November eingetretenen 50jährigen Dienstjubiläums den Character als „Förster" zu verleihen. ** Schulfeier. Die Doppelfeier des Geburtstages unseres hochverehrten Fürstenpaares wurde in der Stadtknabenschule durch Gesang und Ansprache gebührend begangen. Die Ansprache stützte sich auf das Schriftwort: „Fürchtet Gott und ehret den König!" und entwickelte in folgerichtiger Weise die Gefühle der Liebe, Verehrung und Treue fürs angestammte Regentenhaus derart, wie sie in der Brustbeines jeden treuen Unterthanen wohnen, aber auch schon in die Herzen der hessichen Jugend ihre Einkehr halten sollen. Der Ansprache folgte ein Choral, woran sich ein j Vortrag über die Urgeschichte Hessens schloß. Unter Ab- \ singung der Hymne und nochmaligem Hinweis auf die Be- • deutung des Tages fand die erhebende Feier einen würdigen j Abschluß. H. Neues Theater. Die gestrige Wiederholung des $ „Cornelius Voß" hatte Herrn Reiners erfreulicherweise j ein volles Haus gebracht. Die Darstellung, die nur in zwei . kleinen Rollen eine Neubesetzung zeigte, war recht gut, wofür sich das Publikum durch reichen Beifall dankbar erwies. ** In Steins Saalbau giebt Montag und Dienstag Abend die hier schon bestens bekannte Ober-Jnnthaler Concert- Gesellschaft Planer zwei Concerte. Das „Heidelberger Tageblatt" schreibt: „Die Jnnthaler Sängergesellschaft hat durch ihre vortrefflichen Leistungen gestern Abend zu den alten Freunden, die sie von ihrem ersten Auftreten hier schon besaß, viel neue hinzugewonnen. Sowohl die volks- thümlichen wie auch die mehr kunstvoll gehaltenen Gesänge kamen in schönster Weise zum Vortrag und wurden, wie auch ! die Darbietungen des ausgezeichneten Zitherspielers, mit ver- I dientem, reichem Beifall ausgenommen rc." * * Im Panorama (Neuen Bäue) kommen von heute ab wieder neue herrliche Reisebilder zur Ansicht, welche vergangenen Sommer angefertigt und noch nicht ausgestellt waren, nämlich das Lahn- und Nahethal, von denen uns die schönsten Punkte vorgeführt werden. Ferner sind die Badeorte Wiesbaden, Baden-Baden, Ems und Kreuznach bei der Serie vertreten. Wir empfehlen den Besuch ganz besonders, zumal diese Serie nur bis Samstag zur Ansicht aussteht. * * Sonntagsruhe vor Weihnachten bett. Eine längere Arbeits- und Verkaufszeit in den Handelsgeschäften Sonntags ist in der Weihnachtszeit gestattet und zwar hier an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten, den 9., 16. und 23. December. Es dürfen an diesen drei Sonntagen alle Läden ohne Ausnahme von 11 Uhr Vormittags bis 7 Uhr Abends geöffnet bleiben. * * Adreßbuch. Der letzte Druckbogen des Namens- verzeichniffes zum neuen Adreßbuch und zwar von PH. Scheid bis zum Schluß liegt von Montag den 26. d. Mts. Mittags bis Dienstag Abend zur Einsicht auf dem Büreau der Großh. Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, dem Meldebureau des Großh. Polizciamts und in der Verlagsbuchhandlung von C. v. Münchow auf. * * Der Getreidemarkt. (Berichtswoche vom 15. bis 22. November.) Es ist nicht zu verkennen, daß sich in den letzten Tagen die erhöhte Nachfrage nach Weizen auf den englischen und amerikanischen Märkten erhalten und ein kräftiges Anziehen der Preise herbeigeführt hat. Die Preiserhöhung der jüngsten wie der beiden vorigen Wochen für Weizen und Roggen hat indessen auf den einheimischen Märkten ein ziemlich starkes Angebot an guter Waare b.'wirkt, so daß in der Preissteigerung wieder ein Stillstand eingetreten ist. Für Weizen blieb indessen in der Hauptsache die Tendenz doch steigend, während Roggen wieder etwas sinkend war. Weizen wurde in Berlin und Leipzig für '122 bis 139 Mk., Roggen für 110 bis 117 Mk., Gerste für 92 bis 180 und Hafer für 108 bis 142 Mk. per 20 Gentner gehandelt. Altenstadt, 21. November. Heute wurde hicr unter dem Namen „Naturwissenschaftlicher Verein Altenstadt" ein Zweigveretn des „Deutschen Lchrervereins für Naturkunde gegründet, dem 16 Lehrer als Mitglieder beitraten. Der Zweck des Vereins ist: „Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Betheiligung an der Erforschung der natürlichen Verhältnisse der Heimath." Der Hauptverein wurde vor wenigen Jahren in Württemberg gegründet und hat sich aber schon über fast ganz Deutschland verbreitet- er besitzt bereits eine reichhaltige Bibliothek. Auf der Lehrmittelausstellung gelegentlich der heurigen All- i gemeinen deutschen Lehrerversammlung in Stuttgart erregte bie Reichhaltigkeit und das außerordentlich schöne Arrangement der Sammlungen seiner Mitglieder allgemeine Anerkennung. Darmst. Ztg. § Vom höheren Vogelsberg, 23. November. Was die Verzögerung der landwirthschaftlichen Arbeiten im Nachsommer durch die Witterung verursacht, ist durch die seitherig günstige Witterung wieder eingebracht worden. Heute ist nun endlich Frost eingetreten und sind dadurch die meisten Arbeiten im Felde geschlossen worden. Offenbach, 23. November. Ein eigenthümlicher Gegenstand ist dieser Tage gestohlen worden, nämlich der Stempel der Polizetverwaltung. Derselbe trägt als Umrahmung die Worte: „Die Polizeiverwaltung Offenbach- a. M." und als Wappen einen Eichbaum. Als Dieb erscheint der frühere Kaufmann und jetzige Hausbursche JohS. Mink aus Marienburg verdächtig, der längere Zeit in der Nähe des Stempelkastens stand und nach deffen Weggang der Stempel vermißt wurde. vermischtes. * Marburg, 23. November. Ein trauriges Kindesleben! Die „Oberh. Ztg." schreibt: Von absolut zuverlässiger Seite erhalten wir folgende Zuschrift: „In einer Loaclblätter- Meldung findet man unter der Bezeichnung „W edergefundenes Kind" eine kurze Mittheilung, daß das seit Dienstag Abend- verschwundene Pflegekind des Gastwirths Küster am Hainweg jetzt aufgefunden ist. Unter anderem heißt es dann auch, das Kind habe sich entfernt, weil es eine leichte Strafe erhalten habe. Der betreffende Berichterstatter scheint nicht richtig über den Sachverhalt unterrichtet zu sein und man bleibt im Zweifel, ob hier Eigensinn des Kindes oder Rohheit des Pflegevaters vorliegt. Wir wollen an dieser Stellt' nicht ausführlich auf die Sache eingehen,' der werthe Leser dieser Zeilen mag entscheiden! Man bedenke nur, daß das Kind — ein 7 jähriges, gewecktes Mädchen — sich mit bloßen Armen, ohne eine auch nur einigermaßen warme Bekleidung, vor dem Vater flüchtete und lieber den Tod durch Erfrieren und Verhungern aufsuchen wollte, als dem Pflegevater in die Hände fallen. In diesem Zustande hat bann bafl arme Wesen auch tatsächlich zwei kalte neblige Novembernächte unb einen ganzen Tag im Götzenhain unter Sträuchern verborgen gelegen unb sich auf dem nassen kalten Erdboden kauernd mit von starkem Nebel naffem Laub zugedeckt. Die Stimme des suchenden Vaters hat das Kind gehört, aber sich vor Furcht nicht gemeldet. Am Donnerstag Vormittag fand man das Kind erstarrt auf, und es ist gottlob noch gelungen, dasselbe ins Leben zu bringen,- wenige Stunden noch hätten nach ärztlicher Aussage genügt, und das Kind wäre elendiglich umgekommen. — Hoffentlich wird der Arm der Gerechtigkeit schon strafend ausgestreckt fein; wie schön aber wäre cs, wenn vielleicht kinderlose, edle Leute sich der Erziehung solch armen Geschöpfes annehmen wollten, das von einer glücklichen Kindheit bisher wahrlich wohl kaum sprechen kann. Jedenfalls sollte man hoffen, daß unsere Behörden ein wachsames Auge für dies traurige Verhältniß in Zukunft haben werden." * Hanau, 19. November. Die Bahnhofsrestau- ration am hiesig en Ostbahnhofe (Bebraer Bahnhof) ist laut „Han. Anz." dem Inhaber des Palais-Restaurant in Kassel, Herrn Hoppe, übertragen worden. Der bisherige Pächter, Herr Deckelrneyer, zahlte 4200'Mk. Pacht, der neue Pächter hat 6000 Mk. zu zahlen und muß außerdem noch für die Beleuchtungskosten im Betrage von 3000 Mk. aufkommen, sodaß der zukünftige Pachtpreis sich insgesammt auf 9000 Mk. beläuft. Die Restauration geht am 1. December an den neuen Besitzer über. Die 36 bei der Eisenbahn- birection in Frankfurt a. M. eingelaufenen Pachtgebote bewegten sich zwischen 20000 unb 3000 Mk. — Infolge ber anbauernben Nässe sind auf ber Eisenbahnstrecke Hanau-Friedberg größere Dammrutschungen erfolgt. * Köslin, 19. November. Seit Donnerstag Abend war der Lieutenant Kupfer von der 12. Compagnie deS hiesigen Bataillons verschwunden. Seine Leiche, in Civil gekleidet, wurde gestern, wie die „N. Stett. Ztg." mittheilt, bei Pleuß- hagen unweit Solberg von der See auß anS Land gespült» Der junge Mann war in die See gegangen und hatte sich durch den Kops geschossen. Heute Mittag wurde die Leiche nach dem Garnisonlazareth gebracht, von wo sie morgen früh 6 Uhr in der Stille beerdigt wird. * Loudon, 23. November. Die Polizei verhaftete heute Nachmittag wegen gesetzwidrigen Wettens- 115 Mitglieder des Albertclubs in der Fleetstreet', des ältesten Londoner Sportclubs. Die Verhaftungen erregen in Sportekreisen großes Aufsehen. Die Verhafteten wurden mit Ausnahme ber Clubbeamten gegen Kaution bis zu ihrem morgigen Erscheinen vor bem Polizeigericht freigelaffen. * Warschau, 23. November. In Wlvclawek find der Todtengräber Chui ins ki, deffen Frau, feine fünf Kinder und ber Gehilfe in feinem am Kirchhofe hinter der Stadt belegencn Wohnhause ermordet aufgefunden worden. Die Mörder wurden anscheinend beim Leichenraub von dem Tobten- gröber überrascht. * Eine Million geerbt hat die Stadt Dresden von dem kürzlich verstorbenen Besitzer ber Hosmühle in Plauen bei Dresden, Commerzienrath Dienert. Die Stiftungs- beftimmungen setzen fest, daß die Zinsen zu wohlthätigen Zwecken unb zur Unterstützung gemeinnützig wirkender Vereine verwendet werden sollen. * Die Gesammtausgabe der poetischen Schriften von Georg EberS, ein Unternehmen, mit dem die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart sich selbst nicht minder ehrt, wie den allbeliebten Dichter, schreitet rüstig vorwärts. Heute liegen uni die Lieferungen 31 bis 41 vor. Sie bringen den Roman „Die' Frau Blirgermeisterin" zum Abschluß und enthalten ferner die beiden Romane „Die Schwestern" und „Ein Wort". Der erstere spielt in dem sagendurchwobeuen wunderbaren. Phaiaonenlande und erzählt unS die Leben!- fchicksale eines aus edlem Geblüt entsprossenen Schwesternpaare!, während wir in dem letzteren den Helden auf einer abenteuerlichen Fahrt durch Schwaben, Spanien, Italien und Holland begleiten, die ihn endlich das gesuchte Glück nicht in Ehre, Ruhm und Macht, nicht in der Kunst, sondern in der Liebe zur Jugendgespielin finden läßt. Die handelnden Personen erscheinen in lebensvoller Characterschtlderung vor unsere« Auge, und die zartesten Regungen de! Herzens, wie die gewalttgsten Ausbrüche der Leidenschaft sind gleich meister- hast geschildert in einer Sprache voll Grazie, Schwung und Feuer. Die bi! jetzt vorliegenden 41 Lieferungen von Georg Eberl gesammelten Werken können nach Belieben auch gleich in 9 elegant gebundenen Bänden zum Preise von ä Mk. 3.50 bezogen werden. Sie bilden für den Weihnachtstisch eines der schönsten Geschenke, dem namentlich die Sympathien der Frauenwelt in reichem Maße sicher sind. • Es ist gewiß nicht nur vom Schreiber dieser Zeilen, sondern von Allen bedauert worden, die einmal seine practische Reichhaltigkeit sich nutzbar machen kannten, daß bisher von Kürschners „Ouartlexion" seit 1888 keine Neuauflage mehr erschienen ist. Der handliche Quartband, der etwa das fünffache de! in vielen Sprachen nachgeahmten kleinen Taschen- lexikonS deffelben Autors enthält, ist so recht ein Buch für den täglichen Gebrauch und zwar für alle Kreise. Wir geben daher mit ganz besonderer Freude die Nachricht wieder, daß Joseph Kürschner dabei ist, mit Unterstützung der meisten Kräfte, die 1888 feine Redaction bildeten, daS unentbehrliche Werk neu herauszugeben und zwar in einer namentlich nach Seiten der Illustration hin wesentlich vermehrten Auflage. Darauf, ob der neue Verlag des Lexikons in der Lage ist, das Buch wirklich — wie er beabsichtigen soll — für einen noch geringeren Preis auf den Markt zu bringen, wie 1888 (10 Mark) sind wir nicht wenig gespannt. Fast scheint daS unmöglich, sollte sich aber die Nachricht trotzdem bewahrheiten, bann wird Vielen die Wahl eines ansehnlichen, practischen, für jeden Fall, jedes Alter und jedes Geschlecht passenden und doch billigen Weihnachtsgeschenkes mit einem Schlage sehr leicht gemacht sein. m- * Die Thaisache, daß die Zahl bestrafter jugendlicher Personen von 12—18 Jahren von 30719 im Jahre 1882 auf 40 905 im Jahre 1890 (1891:46488!) gestiegen war, baß sie zuerst 9,3 % und 1890 bereis 10,7 % aller Bestraften auSmachte, legt die Frage nahe, ob das Gesetz diese Personen richtig behandelt. Nach den Vorschlägen der Internationalen kriminalistischen Vereinigung vom Jahre 1893 empfiehlt es sich (I), das Altar der Strasmündigkeit vom 12. bis auf das 14. Lebensjahr hinaufzurücken - denn Kinder unter 14 Jahren gehören in ihrer sittlichen Unreife und Unselbstständigkeit noch nicht vor das Forum des Strafrichters, sondern des Erzieher!, also nicht ins Gesängniß, sondern eventl. unter Zwangserziehung (Erziehungsanstalt),- die Ge- fangnißstrase, deren Tragweite sie gar nicht übersehen können, wirb auf sie kaum einen besiernden, oft aber durch allerhand Gefängnißbekanntschaften einen sehr schädigenden Einfluß aus- Iben; und schon die Rücksicht auf die Schulkameraden, zu denen solche Kinder aus dem Gefängntß zurückkehren, sollte diese Art der Bestrafung verbieten. Weiter empfiehlt eö sich, uach jenen Vorschlägen (II), bei Strafthaten jugendlicher Personen von 14 (jetzt 12) bis 18 Jahren in das Ermeffen des Richter! zu stellen, ob auf Strafe oder staatlich über- wachte Erziehung, ober auf beides, ober auf Ueberweisung an bte eigene Familie zu erkennen ist- denn die Entscheidung, die jetzt von dem Vorhandensein der zur Erkenntniß der (gerichtlichen) Strafbarkeit erforderlichen Einsicht abhängig ist, hat sich nicht blos nach dieser lediglich intellectuellen Entwicklung des Delinquenten zu richten, sondern auch hier wesentlich nach dem Maß, wie weit die Erziehung zum Abschluß gekommen ist, bezw. fernere Erziehung noch Aus- sicht auf Erfolg bietet, und nach den jeweiligen Famt- lieuverhältnissen - die Mannigfaltigkeit der hier mög- lichen Fälle aber rechtfertigt es, auch in den Strafmitteln Möglichst große Auswahl zu bieten. Endlich empfiehlt eS fich (III), sittlich verwahrloste Kinder und Jugendliche auch ohne das Vorliegen einer strafbaren Handlung der staatlich überwachten Erziehung (Zwangserziehung) zu überweise«- denn diese gilt schon bisher nur als eveut. (Sorrectur der verwahrlosten Erziehung, nicht als Strafe für jene Handlung, die Strafthat giebt dem Staat nur die Handhabe jum Einschreiten - warum aber darauf warten, wenn die Thatsache der Verwahrlosung vorliegt, eine Strasthat aber «ur nicht entdeckt oder angezeigt oder erwiesen wird? Bedürfen diese Kinder in ihren unglücklichen Derhältnisien weniger der Hilfe des Staates? Aus ihnen zumal rekrutirt fich die Verbrecherwelt- ist es klug, die Ausgabe von Hun- derten für bessere Erziehung zu sparen, wenn später Tausende verloren gehen, die jene Kinder, herangewachsen, dem DolkS- vermögen mit ihrer socialen Arbeit schuldig bleiben, und andere Tausende, die für Gesängnisie und Zuchthäuser aufzuwenden sind? Nichts ist theurer als die Verbrecherlaufbahn! Der Einwand, daß damit das Heiligthum der Familie ge- sährdet werde, ist hinsällig, denn einmal kommen nur solche Familien in Frage, bei denen vor jenem Heiligthum nichts mehr zu spüren ist, und sodann wird die Kostenfrage selber, abgesehen von allen Berusstnstanzen, schon vor Mißbrauch der richterlichen, ftaatltchen Befugniß schützen- auch das Be- denken, gewissenlose Eltern könnten diese Emrichtung benutzen, um ihre Kinder los zu werden, wird nicht durchschlagen, wenn sie zu den Erziehungskosten herangezogen werden, und wenn berücksichtigt wird, daß solchen Eltern die Kinder in deren eigenstem Jnterefie am ehesten wegzunehmen find. — Die vorstehenden Erwägungen haben gerade auch die Vereine für innere Mission in Hessen «ttb Baden erwogen, ernstlich die Gründung von Rettungshäusern für sittlich Verwahrloste im Alter von 14 bis 18 Jahren zu gründen. Sie hoffen dabei auf die Mitarbeit oller christlichen Volksireunde. ♦ Ge«ei»dehirti« und Nachtwächterin. In dem Orte Wettaburg bei Naumburg a. d. S. ist im 84. Lebensjahre eine Winwe g storben, die seit dem Tode ihres Mannes etwa 20 Jahre lang dessen Aemter eines Gemeindehinen und Nachtwächters in aller Form, und zwar unentgeltlich, versehen hat und sicherlich zur Zufriedenheit der Einwohner- schäft. In ihrem Testament hat sie dem Dorfe dann noch ein Vermächtniß von 600 Mk. ausgesetzt. --------,—— - Literatur unb Arrnst. — Ein elegantes kleines Geschenk für Domen ist der auch in diesem Jahre wieder erschienene Havde & Spener'sche Damen- Almanach (29. Jahrgang für 1895. Vertag von Haude L Lpener, Bertm). DaS äußerst geschmackvoll und fein ausgeilaitete Büchlein vereinigt in sich Taschenkalender, Notiz- und Tagebuch in zierlicher Form. Die von Jahr zu Jahr zunehmende Beliebtveit des Almanachs beweist schon hinreichend, daß nicht nur sein Aeuheres, sondern auch der practische, zweckentsprechende Inhalt, der durch geschickt aus- gewählle „Wochensprüchc" bereicheit wurde, den Beifall der Damenwelt verdient und gefunden hat. Eine gemüthvolle Erzählung auS der Feder der beliebten Novelltstin Gertrud Triepel erhöht noch den Reiz des Büchleins, welche« auch wegen seiner Billigkeit (Preis 2 Mark) bei jeder Gelegenheit als passendes Geschenk empfohlen werden kann. — lieber eine „sprechende Ubr" berichtet die bekannte und beliebte Familienzetischrift »Zur Guten Stunde^ (Berlin W., Deutsches BerlagShaus Bong & Co., Preis des Vrerzedntagshesies 40 Pfg.) Der Rubm der vermittelst Pdonograph sprechenden Puppe ließ einen Genfer Uhrmacher nicht schlafen, er ersann die sprechende Uhr, d. h. er versah eine Taschenuhr mit einem Edison Phonographen und setzte sie so in Stand, statt durch Glockenzeichen, wie die Repetir- uhren, durch eine Stimme die Stunden anzugeben. Auf dem Werke ist eine Kautschuckscheibe angebracht, welche 48 Rillen trägt, deren jede einer Viertelstunde entspricht. Sobald nun diese Scheibe durch einen Druck auf den seitwärts aus dem Gehäuse hervorragenden Stift in Bewegung gebracht ist, greift im entsprechenden Moment ein auf ihr ruhender Hebel in die betreffende Vertiefung, setzt den „Sprechanismutz" in Thatigkeit, und mit menschlicher Stimme verkündet die Uhr: „Es ist 12 Uhr" ober „es ist halb 4 Uhr", je nachdem. Auszug cm» den StandesaintOreglsteim der Stadt Gietzea. Aufgevote. November: 15. Karl Seng, Bierkutscher dahier, mit Anna Margarethe Hofmann Hierselbst. 17. Hrinrich Großbau*, Fuhrmann zu Kess'lbach, mit Elisabethe Großbaus daselbst. 17. Ei ich Theodor Adolf Friedrich Fündeling, Mechaniker zu Fri-dberg, mit Elisa Opper zu Stockhausen. 19. Johannes Albert, Taglöhner zu Horchhetm, mit Katharine Gehringer zu Coblenz. 20. Carl Schneider, OmnibuS- Kutscher zu Gießen, mit Elisabeth Margarethe Schneider Hierselbst. 20. Louis Bierau, Locomotioheizer dahier, mit Eltsa Köhler von Zell, Kreis Alsfeld. 21. Adolf Hotmann, Taglöhner zu Hanau, mit Henriette Karoline Johanna Baffer daselbst. 22. Georg Schneider, Schreiner zu Klein-Linden, mit Maria Müller daselbst. übdAiutttttttti« November: 21. Johinn Paulus Gehrlicher, Bierbrauer dahier, mit Mathilde Schwab Hierselbst. Weborttu. November: 12. Dem Orthopädist Oskar Höpsner ein Sohn, Otto. 15. Dem Maurer Heinrich MoSbach ein Sohn, Heinrich. 15. Dem Glaser Wilhelm Kreß eine Tochter, Luise. 16. Dem Gelb- gießcr Heinrich Schwan ein Sohn. 16. Dem Geschäftsführer Johann Heinrich Gustav Hager eine Tochter, Carla Anni Jula. 17. Dem Fuhrenunternehmer Heinrich Herzberger eine Tochter, Mathilde Rosa Katharine. 19. Dem Schloffer Karl Christian Schnecko ein Sodn, Karl Christian. 19. Dem Pfarrer Georg Schlößer eine Tochter. 19. Dem Schlosser Albert Haas eine Tochter, Gertrude Lisette Lina Auguste. 19. Dem Lokomotivheizer August Meckelburg eine Tochter, Mathilde Gertrud Marie. 19. Dem Flaschenbier- und Mtneral- wasscrhändler Wilhelm Förster eine Tochter. 19. Dem Kaufmann Salomon Sammet ein Sohn, Bernhard. 20. Dem Taglöhver Johann Philipp Mandler ein Sohn. 21. Dem Gärtner Victor Pechtold ein Sohn, Albert Sophron V ctor. 21. Dem Kgl. RegierungSbaumeister Wilhelm Horstmann ein Sohn, Paul Theodor. 22. Dem Schriftsetzer Albert Wolff ein Sohn, Alwin. ®tftorb«ne. November: 17. August Link, 35 Jahre alt, von Herdorf. 18. Betty Hanau, geb. Groedel, 44 Jahre alt, Ehefrau von Fabrikant Eduard Hanau dahier. 18. Heinrich Peter Nicolai, 79 Jahre alt, Mustk-r und Nagelschmied von Großen-Buseck. 20. H-lene Kraußer, 12 Jahre alt, Tochter von Apotheker Georg Kraußer zu Büdingen. 20. Marie Brück, Wittwe, 43 Jahre alt, von Bodenrod, Kreis Friedberg. 21. Katharine Ohlenmacher, 3 Jahre alt, Tochter deS verstorbenen Philipp Ohlenmacher zu Katzenelnbogen. 22. Forst- inspector Karl Koch, 73 Jahre alt, Oberförster i. P. dahier. Technische Fortschritte. — Ne«eS Jnftallations-System.für elektrische Anlage«. In den ersten Jahren der Gastechnrk warcn nur Wenige dazu berufen, Gasleitung zu verlegen, weil die Gasanstalten das Verlegen der Gasleitungen als ihr ausschließliches Recht betrachteten, gerade so wie später die ElectricitätSwerke sich das Monopol vorbehielten, die electrischen HauSleitungen zu verlegen. Die electrische Jnstalla- tionStechntk ist jedoch jetzt schon aus dieser engen Begrenzung herausgewachsen und in fast jeder Stadt Haden sich theils besondere Jn- stallationsfirmen gebildet, welche sich ausschließlich mit Verlegung von Hausleitunaen befaffen, theils haben verwandte Geschäfte, wie Gas- und Wasserinstallateure, die electrische Haustnstallation als neuen Zweig in ihren Wirkungskreis ausgenommen. Um jedoch das electrische Jnstallaiionswesen in das Bereich des Handwerks zu bringen, fehlte es bisher an einem einheitlichen System, wie es für die Gasleitungen vorhanden ist. Die Hansleitungen wurden nach Methoden verlegt, welche der Haustelegraphie entlehnt sind und der Willkür und Unkenntniß den weitesten Spielraum ließen. -Der Firma S. Bergmann & Co., Actien-Gesellschaft, Berlin, gebührt das Verdienst, in grundlegender Weise diesem llebelstand abgeholsin zu haben, indem durch sie ein HauSinstallalions-System zur Einführung kam, nach welchem jeder intelligente Handwerker in den Stand gesetzt wird, eine mustergiltige Installation auszuführen. Schloffer, Klempner und verwandte Handwerker, welche sich für das neue Jnstallattons- system interesfiren, erhalten nähere Auskunft von der FirmajS. Bergmann & Co. in Berlin. — «ule Berwerlhung der Treber dtrrch ei« «eves DSrrverfahre«. In gegenwärtiger Zett wtsfen viele Brauereien nicht, was sie mit den Trebern ansangen sollen, die keinen Absatz finden und nicht selten müssen große Mengen dieses ausgezeichneten Futtermittels schließlich weggeworfen werden. Insbesondere kleinere Brauereien vermögen sich keine kostspieligen Trockrnapparate anzuschaffen und deshalb sollten sie von einem Mittel Gebrauch machen, das ihnen so nahe liegt. Man lade die Treber aus dem Bottich aus einen Wagen, lasse sie eine Zett lang abtropfen, trage sie auf die Darre auf, bestreue sie gleichmäßig mit Viehsalz, Hetze die Darre ein und man hat in kurzer Zeit vorzügliche Trockentreber, die sich auf lange Zeie hinaus halten. Ein solcher Versuch wurde jüngst gemacht und derselbe hat sich ausgezeichnet bewährt, zumal eignen sich die auf diese Weise getrockneten Trebern sehr gut als Pferdefutter. Pferde, welche ein Drittel deS Hafers durch Trockentreber ersetzt erhalten, nehmen sie sehr gern und es ist nicht im Geringsten zu bemerken, daß ihnen die Treber nicht einen oollwerthigen Ersatz für den Hafer bieten würden. Einen Unterschied zwischen derart hergestellten und auf treueren Apparaten getrockneten Trebern gibt es kaum. - Verbesserte DögraSschmiere für Leder. Dieses von Dr. Raymond Combret tn der französischen Fachzeitschrift: „Lee corps groa. ind.L empfohlene Verfahren eignet fich für alle Ledersorten und beruht auf dem Zusätze der ernpyreumatischen Oele ober des aus der Birke gewonnenen Theers. Dieser besonders in Rußland gewonnene Birkentheer, der durch trockene Destillation der Birkenrinde allein oder gemischt mit den Rinden von Nadelhölzern hergestellt wird, ist in der Leder Industrie wohl bekannt. Man weiß, daß das russische Leder durch den eigenthümlichen Geruch, die Weichheit und Undurchlärsigkeit für Wasser sich ganz besonders vor anderen Ledersorten unterschetdet. -r Dr. Combret emulstonirt, einer Mit- theilung der .Wien. Drog.'Ztg." zufolge, in Centrifugen das Birken- theeröl mit Moöllon (dies ist ein oxydirteS Oel thienschen Ursprungs) (Jhran) zu einer gleichmäßigen Paste und können biS 50 pCt. von dem Birkentheeröl dem Movllon htnzugefügt werben. Diese neue DSgrasschmiere bringt sihr leicht in bie Hauptporen beS Lebers ein unb wirb bauernb in benfeiben festgehalten. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gietzcn. Evangelische Gemeinde. Getraute. MarkuSgemeinbe. Dm 21. November. Johann Paulus Gehrlicher, Küfer zu Gießen, und Mathilde Schwab, Tochter des verstorbenen Zimmermanns Johann Georg Schwab zu Gießen. Gelaafte. Matthäusgemeinbe. Den 18. November. Dem Schaffner Johann Heinrich Preis ein Sohn, Otto Heinrich Georg, geboren den 30. September. MarkuSgemeinbe. Den 18. November. Dem Müller Heinrich Hammel eine Tochter, Margarethe Elisabeth, geboren ben 24. October. Denselben. Dem Kaufmann Georg Mootz ein Sohn, Georg Heinrich Wilhelm Fricbrich, geboren ben 17. September. Johannesgemeinbe. Den 22. November. Dem Musiklehrer Peter Volk eine Tochter, Katharine Caroline, geboren ben 26. October. Bankgeschäft 9544 Giessen <£€ JileinG) Marktstr. 4 An- und Verkauf von Effecten. Einlösung sämmtlicher Coupons. Bevorschussung von Werthpapieren. Conto - Corrent ■ Verkehr. Neueste Soebm erschim vollständig: Weltmanns OM-WkR des DkuWn NW, dritte, von Direktor W. Kett neubearbeitete Auflage, mit 31 Städteplänen, 3 Karten u. 275 Wappenbildern. In Halbleder geb. 15 Mk. oder 26 Lieferungen zu je 50 Pf. (Hn HilfSbuch ersten Ranges, enthält in ca. 70,000 Artikeln alle auf Deutsch, land bezüglichen topographischen Namen, sämtliche Staaten und deren Berwallungsbezirkesowie alle irgendwie erwähnenswerten Ortschaften, die Einwohnerzahlen, die Erhebungen über die ReligionSverhält- nissc, Angaben über die Lerkchrsanstalten, Banken, Behörden, Kirchen, Schulen, die Garnison, Gerichtöorganisation, Industrie, Handel und Gewerbe sowie zahlreiche historische Notizen. = Prospekte gratis, die erste Lieferung zur Ansicht durch A jede Buchhandlung. --- Ä Verlag des Hidliograp «fischen Instituts, Feipfig - Wien. Verkehr, Cattö» ttttö volkrwirthschaft. Gießen, 24. November. Auf dem am 20. unb 21. b. Mts. hier abgehaltenen Vieh markte waren auf getrieben: 927 Siück Rinbvieh unb 874 Stück Schweine. Durch ben lebhaften Hanbel bei allen Viehgattungen waren bie Preise etwas höher als auf ben lebten Märkten. Nächster Markt Dienstag ben 11. unb Mittwoch den 12. December b. I., am letzteren Tage auch Krümermarkt, letzter Markt in 1894. •Mt«, 24. Novbr. Marktbericht. Auf dem heutigen SöodbenmarTt kostete: Butter pr. Pfd. X 1.00—1,10, Hühnereier nr. Stück 17—8 4, 2 Stück — 4. Käse pr. St. 4—8 4, Käsemttte «r. 6t 8 Erbsen pr. Liter 16 Starten pr. Liter 28 4, Tauben nr Baar X 0.70—0,90, Hühner pr. Stück X 0 85—1,00, Hahnen pr.6t.X0,70—1,20,6nten pr. 5t X 1,40—1,80, Gänse pr.Pfd.48— 60, Ochfevfl. pr. Psb. 76 - 80 Kuh- u. Rindfl. pr.Pfd. —70 Schweinefleisch pr. Pfd. 66-76 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 68—70 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 60—70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50—5,00 X, WeiÄrcmt pr. Stück---A, Zwiebeln pr. Gentner 3,00-3,50 X, Milch pr. Mer 16-20 A, Enteneier 2 ©t - 4, Gänseeier - 4- 1165001 i Seiten Text.1 Artikel. 980 Brock haus’ — —------- Konversations-Lexikon. 300 Karten. 130 Chromos. | Tafeln. 9500 |Abbildungen.[ 14. Auflage. Jubiläums-Ausgabe. 16 Gaulle geb. ä 10 M. | lUUÜUUl Unentbehrlich für Jedermann. Soeben, erscheint: 66 [übertrifft tn Geschmack und Geruch bet HollLnd. Ua«chtabar von B. Becker in Seele« a. H. alle ähnt Fabrikate. Ein 10JJfb.s Beutel fco. 8 Mk. 7830 F —===*, Auskunft unentgeltlich! empfiehlt In verschiedenen Preislagen und mit genauer Auskunft C. Stiasny 8 Marktplatz 8 9597 Eingang Wogengasse. empfiehl, in verschiedenen Preislagen mb mit genauer Auskunft, Ueber s oüftttnti Annahme folgenden I schreibt bk n Wir ha berechtigt« sprachen wur! tzocialdrmokr ist. Man ka Mt von der deren Mißbr, legitim find, nnd Zeitzüge! divgS die 8o‘ Abende und ittnotttiU ? Dai ft tiger regen! schaftliche L Vernunft ü Arbeitgeber handelt tofri Anwendung TtaatSwegei Bemühungev Streben get die Entwili dieser Puol uns -er Ze keit -rängt jum The/l Sarricatureoi Bewegung er nanzen ist Tagt, dir r werden bllti mitMütz gegen Eleni man will ei treue jedem Seinen ohn empfang bo: Das a Dü Östlich d * inflN Der Kietentt >' krschnnttö sit SuSnah Uontac Ainr t Belt alle s, leit dem letz von fich t, "Schützes öffentliche , °ußerordent! ^aume kein render brr ^ubentenau: ?"Ml big d|t« 6lubt„ '? N I Itl kj ?eM« 1(; *H£ AS! M»*S* S---L; Mtt 9'n'btl 1X betr. JranKfurter Mlööel'nkagazin 87 Seltersweg 87 empfiehlt f,in reichhaltiges Lager in Kasten- u. Polstermöbeln. 9612 BiUigste Berechnung. A. Ossmann, Tapezier. Billige Spitzen, zu verkaufen. 9617 ______________ Neuenweg 2 II. «1er meiner leistungsfähigen Tiefbohr Apparate kommt dieser Tage nach Annerod bet Gießen und nehme ich noch Aufträge auf Tiefbohrui'gen nach Wasser, Kohle rc. entgegen. L. 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