1894 Mittwoch den 25. Juli Nr. 171 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnemcntspreis: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamirienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Der Kleiner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Amts- und Anzeigeblutt fflt den Tkveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutsches Reich. Berlin, 23. Juli. Kaiser Wilhelm ist auf seiner Heimreise von der Nordlandsfahrt am Sonntag Abend in Oldören angelangt. Am Samstag früh hatte der Kaiser bet prachtvollem Wetter nach dem 1000 Meter über dem Meer gelegenen Djubvand eine Tour unternommen, die er größten- theils zu Fuß zurücklegte. — Der Kaiser hat, wie die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, dem Prinz - Regenten von Bayern seine Theilnahme wegen der durch einen Wirbelsturm angerichteten Zerstörungen in Oberbayern ausgesprochen und für die heimgesuchten Ortschaften eine Beihilfe von 3000 Mark bewilligt. — Die Verleihung von Fahnen an die neuerrichteten vierten Bataillone der preußischen Infanterie- Regimenter wird, wie verlautet, im Herbst, wahrscheinlich am 18. October, durch den Kaiser persönlich in Berlin oder in Potsdam erfolgen. Es soll eine besonders eindrucksvolle Feier werden, zu dec alle deutschen Fürsten Einladungen erhalten. — Am Sonntag wurde in Schleswig unter überaus reger Betheiligung das zwölfte niedersächsische Sängerfest zugleich als 50jähriges Jubiläum des Liedes „Schleswig- Holstein meerumschlungen" gefeiert. Nachdem Samstag Abend ein Fest - Commers abgehalten worden war, fand Sonntag Vormittag ein Festzug, an dem 120 Vereine mit 1600 Sängern theilnahmen und Nachmittags ein großartiges Fest-Concert statt. Breslau, 22. Juli. Nachdem gestern im Laufe des Nachmittags mächtige Extrazüge mit auswärtigen Turnern hier angelangt waren, wurde um 8 Uhr Abends durch den Oberpräsidenten Dr. von Seydewitz das 8. deutsche Turnfest officiell feierlichst eröffnet. Zuerst begrüßte Oberbürgermeister Bender die Turner Namens der Feststadt, sodann brachten General von Lewinski das Hoch auf den Kaiser Wilhelm und Oberpräfident von Seydewitz das auf dessen treuen Freund und Bundesgenossen Kaiser Franz Josef von Oesterreich aus. Oberbürgermeister Bender übergab hierauf die Leitung des Festes dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses, Professor Böthke aus Thorn. Dieser dankte Namens der Turnerschaft für den herrlichen Empfang. Rechtsanwalt Wetzel aus München übergab sodann das Bundesbanner an die Stadt Breslau. — Der heutige Festzug fand bei dem günstigsten Wetter statt und nahm einen glanzvollen Verlauf. 16 000 Turner, 12 Prunkwagen und 17 Musikchöre nahmen Theil. Die Einwohnerschaft erging sich in begeisterten Ovationen. Ausland. — Die anarchistische Verschwörung in Prag zeigt sich als außerordentlich weit verzweigt, denn die Verhaftung von Mitgliedern des anarchistischen Geheimbundes werden fortgesetzt. Bis jetzt sind zwölf Personen davon betroffen. Die Polizei veranstaltete eine förmliche Razzia. .Sechzig Polizisten umzingelten zwei Häuser entlegener Stadt- theile und verhafteten acht Insassen, die gefesselt in das Stadtgefängniß eingeliefert wurden. Eine Hausdurchsuchung ergab compromittirende Correspondenzen und Gegenstände zur Anfertigung von Dynamitbomben. — In dem Grenz st reite, welcher zwischen Portugal und Deutschland in Afrika in der Kiongafrage ausgebrochen ist, schwärmen plötzlich die Portugiesen für ein Schiedsgericht, nachdem sie vorher rundweg erklärt hatten, daß Deutschland zu Unrecht das Kiongagebiet besetzt habe. Dabei beruft sich Portugal auf die Congoacte, wonach das Kiongagebiet allein Portugal gehöre. Wenn dies so klar aus den Congoacten hervorgeht, so wird Deutschland das Kiongagebiet sicher wieder an die Portugiesen abtreten. Deutschland hat mit dem Congo- staate aber auch einen Vertrag über die Gebietsbegrenzung abgeschlossen und es fragt sich, ob danach nicht das Ktonga- gebiet Deutschland gehört. Neueste Nachrichten. WolffS telegrrphtscheS Correspondenz-Bureiu Berlin, 23. Juli. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Der Reichskanzler theilte kürzlich den verbündeten Regierungen den Entwurf der vom Bundesrathe zu erlassenden Ausnahmebestimmungen für die Saison-Industrie mit. Der Entwurf sieht Ausnahmen vor für Präserven- und Conserven-Fabriken, Anlagen zur Herstellung von Schlitt- . schuhen und Schlittschuhtheilen, Anlagen zur Herstellung von Chocoladen, Zuckerwaaren, Honigkuchen, Bisquit, Christbaumschmuck und Spielwaaren. Für andere Saisonindustrien erkennt der Entwurf ein berechtigtes Bedürsniß nach Sonntags- i ruhe nicht an. Der Handelsminister ersuchte die Regierungs- ' Präsidenten, etwaige Wünsche auf Abänderung oder Ergänzung ' dieses Entwurfs, die aus den Kreisen der Betheiligten vor- ' gebracht würden, spätestens bis zum 15. August vorzulegen. Ostende, 23. Juli. General v. Winterfeld ist infolge eines Schlaganfalls plötzlich gestorben. Kopenhagen, 23. Juli. Prinz Heinrich von Preußen wird am nächsten Freitag an Bord deS Panzerschiffes „Sachsen" hier erwartet. Auch der Großfür st- Thronfolger trifft zur silbernen Hochzeit des Kronprinzenpaares hier ein. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 23. Juli. Nachträglich wird bekannt, daß bei der Schteßprobe mit dem Dowe'schen Panzer in den Schießständen der Gewehrprüfungscommtssion zu Ruheleben bei Spandau Major Brinkmann den Panzer mit unserem Jnfanteriegewehr aus einer Entfernung von 600 Meter glatt durchgeschossen hat. Berlin, 23. Juli. In dem Befinden des Professors Helmholtz ist eine kleine Wendung zum Besseren eingetreten. Mehr Grund zur Besorgniß als sein körperliches Befinden erregt der „Kreuzzeitung" zufolge sein seelischer Zustand, der fast Bewußtlosigkeit gleichkommt. Helmholtz glaubt sich in Amerika, und die Zeit von seinem Unfall bis in die letzten Tage herein ist in seinem Gedächtniß ausgelöscht. Berlin, 23. Juli. Der „Reichsanzeiger" bezeichnet die Angriffe der socialistischen Presse über angebliche Mißstände auf staatlichen Bauten als jeder thatsächlichen Grundlage entbehrend und widerlegt dieselben im Einzelnen. Berlin, 23. Juli. Wie der „B. B. C." hört, ist in der Nähe Berlins neuerdings ein Cholerafall vorgekommen. Ein Schiffer, der mit seinem Kahn in Charlotten- burg lag, erkrankte und ist leider gestorben. Die nöthigen Vorsichtsmaßregeln sind auf der Stelle getroffen worden. Berlin, 23. Juli. Wie aus Wernigerode gemeldet wird, ist dort gestern der General der Infanterie z. D., Graf v. Bose, gestorben. Wiesbaden, 23. Juli. Der Kaiser hat den Wunsch ausgesprochen, am Tage seines Besuches in Wiesbaden zur Eröffnung des neuen Theaters vor Besichtigung des Theaters das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu sehen. Es soll — dem „Rhein. Cour." zufolge — deßhalb am Vormittag deS Kaiserbesuches oder, wenn der Enthüllungsact die Zeit deS Kaisers, welcher nur einen Tag hier weilt, zu sehr in Anspruch nehmen sollte, einige Tage vorher enthüllt werden. Wien, 23. Juli. Der „Polit. Corresp." wird aus Rom gemeldet, die Aufhebung des Belagerungszustandes über Sicilien stehe unmittelbar bevor. Dem comman- direnden General werde die Leitung der Präfectur übertragen werden. Lemberg, 23. Juli. Der demnächst hier stattfindende polnische Aerzte- und Naturforschertag beabsichtigt, Beschluß ——BBSBB— Feuilleton. Der fslsche Preuße. Von Georg Payfen Petersen. (3. Fortsetzung.) Der Thatbestand war leicht ermittelt, da von keiner Seite versucht ward, ihn zu verdunkeln. In jugendlichem Leichtsinn, ungeachtet der sich nicht nur der Sündhaftigkeit, sondern auch der Strafbarkeit. seiner Handlung so wett bewußt war, wie solches bei einem zwölfjährigen Kinde überhaupt möglich ist, hatte Fritz verfälschtes Geld als achtes in Verkehr gebracht. Die mildeste gesetzlich zulässige Strafe für ein derartiges Verbrechen war damals und ist auch heute noch zweijährige Zuchthausstrafe, an deren Stelle für jugendliche Verbrecher Gefängnißstrafe von gleicher Dauer zu treten hat. Mochte man dem jungen Sünder auch in ausgedehntestem Maße Milderungsgründe zubilligen, so mußte doch, dem klaren Wortlaut des Gesetzes gemäß, gegen ihn auf Gefängnißstrafe erkannt werden. Das geschah, aber seine Richter selbst empfahlen den Verurtheilten der Gnade des Königs. Conrad Heßlein ging straflos aus; er war am Tage des Betruges noch nicht zwölf Jahre alt gewesen, ein Monat hatte daran gefehlt. Senator Erich machte eine kurze Ruhepause und strich mit der Rechten durch das volle Haupthaar, in welches sich hier und da schon ein grauer Faden mischte. Dann fuhr er in seiner Erzählung fort, anfangs mit leise zitternder Stimme, die aber bald einen harten, scharfen Klang annahm. Die ruckweise hervorgestoßenen Worte gaben Zeugniß von der tiefinnersten Erregung des Mannes und es sprach aus ihnen eine Bitterkeit, welche Männer der guten Gesellschaft nur äußerst selten zu verrathen pflegen. „Nein, meine Herren," begann er, „es ist Ihnen allen bekannt, daß Seine Majestät, unser hochseliger König, während der letzten Jahre seiner Regierung anders zu denken geruhte, als die übrige Menschheit. Dieser Umstand allein vermag zu erklären, weßhalb das Gnadengesuch des Verurtheilten trotz der Fürbitte seiner Richter abschlägig beschieden ward uud weßhalb mein Schulfreund wirklich ins Gefängniß wandern mußte, obgleich er doch völlig straflos gewesen wäre, hätte der betrogene Krämer nur vierundzwanzig Stunden mit seiner Anzeige gewartet. ES ist wahr, Fritz hat nicht lange das Brod der Gefangenen gekostet, denn seine Eltern waren wohlhabende Leute, die kein Opfer scheuten, um ihrem Sohne die Freiheit zurückzugeben, damit er nicht im Umgang mit anderen jugendlichen Verbrechern der Gefahr ausgesetzt wäre, sittlich vollends zu verkommen. Unsere Gefängnisse sind leider auch heute noch keine Besserungs-, sondern nur Strafanstalten. Dem Vater des Knaben gelang es, sich eine Audienz bei Seiner Königlichen Hoheit zu erwirken, welcher gerade damals die Stellvertretung unseres erkrankten Königs übernommen hatte, und mein Kamerad wurde sofort entlassen. Aber war dadurch in Wahrheit viel gewonnen? Zwei Lebensjahre waren ihm geschenkt, zwei wichtige Jahre in der Ent- Wickelung, die sonst im günstigsten Falle ungenützt verflossen wären- aber der Makel, mit Gefängniß bestraft zu sein, klebte dem Knaben einmal an und machte ihn nicht nur in unserem städtischen, sondern in jedem deutschen Gymnasium unmöglich. Seine Eltern waren somit gezwungen, für die künftige Laufbahn ihres Sohnes ganz neue Entschließungen zu fassen. Unser Fritz, der eine ausgesprochene Neigung zum medicinischen Sti-'.dium hatte und welchen seine Mutter die Tochter eines berühmten Arztes, im Geiste schon in die Fußtapfen des Großvaters treten sah, mußte auf die Erfüllung dieses Wunsches verzichten, und seine Eltern waren froh, als es ihnen endlich gelang, den Knaben außerhalb des engeren Vaterlandes in einer bekannten Erziehungsanstalt unterzubringen. Der Vorsteher derselben meinte zwar, es sei eigentlich nicht Aufgabe seiner Anstalt, „verwahrloste" Knaben zu bessern, doch wolle er in diesem Falle eine Ausnahme machen- wenn aber von irgend welcher Seite Beschwerden eiuliefen, müsse er sich die sofortige Entlassung des Knaben Vorbehalten. Man konnte dem vorsichtigen Mann diese Weltklugheit nicht sonderlich verübeln. Jedermann hält sich einen entlassenen Sträfling zehn Schritte vom Leibe, und dem Reu- müthigen begegnen die meisten Menschen fast mtt größerem Mißtrauen noch als dem Frechen- wäre bekannt geworden, daß sich in der Anstalt ein räudiges Schaf befand, die Eltern der gesunden Schäflein hätten gewiß nichts Eiligeres zu thun gehabt, als diese einem anderen Hirten anzuvertrauen. Aber zu Fritzens Glück drang Über sein Vorleben nichts in die Kreise seiner neuen Schulkameraden. Wie der Knabe fortan mit peinlicher Sorgfalt alles vermied, was ihn in den Verdacht bringen konnte, irgend eine Unrechtfertigkeit begangen zu haben, wie er hinfort Lug und Trug verabscheute, wie glühender Haß gegen jegliche Unehrenhaftigkeit sein Herz erfüllte, wie, er sich selbst wieder achten lernte und allmählich die Fähigkeit wieder gewann, das Auge frei zu erheben, wie er sich das volle Vertrauen seiner Kameraden, die herzliche Zuneigung seiner Lehrer erwarb, wie er sich die Liebe seiner Mutter zurückeroberte und die leichtsinnig verscherzte Achtung des geliebten Vaters, das alles läßt sich in kurzen Worten nicht schildern - genug, daß Fritz ein durchaus braver Jüngling ward, trotz seines jugendlichen Fehltritts. Noch aber hatte er diesen nicht völlig gesühnt. Er wollte sich dem Handelsstande widmen und hatte die Berechtigung zum Einjährig - Freiwilligendtenst erworben- welche Gründe hätte er angeben sollen, die es seinen Schulkameraden nicht auffällig erscheinen ließen, daß er sich von der üblichen Prüfung ausschloß. Dennoch war für unseren Fritz das Examen nichts als ein werthloses Scheingefecht, fehlte ihm doch für den Dienst als Freiwilliger die moralische Befähigung, das „sittliche Führungsattest" der Polizeibehörde. (Schluß folgt.) zu fassen über die eventuelle Zulassung der Mädchen und Frauen zur Universität, besonders für das medicinische Studium. Paris, 23. Juli. Der socialdemokratische Abgeordnete Bi Viani erklärte in der „Republique", das Vertrauens, Votum, welches die Regierung verlange, werde die Socialisten nicht abhalten, neue Anträge zum Anarchiftengesetz einzubringen und auf der Discussion bereits eingebrachter Anträge zu beharren. Mehrere Blätter sagen, die Regierung scheine erschüttert wegen der ungeschickten Concessionen, welche sie den Socialisten bisher gemacht habe. Loudon, 23. Juli. Wie die „Times" aus Shanghai meldet, ist auf eine Vermeidung des Krieges zwischen China und Japan nicht die geringste Aussicht vorhanden. Japan lehne alle Gegenvorschläge Chinas ab. Loudon, 23. Juli. Der Besitzer eines hiesigen kleineren Blattes hat mehrere anarchistische Drohbriefe erhalten, in denen ihm mitgetheilt wurde, daß er, sowie der Redacteur des Blattes nach Beschluß des anarchistischen Executiv Comites zum Tode verurtheilt worden seien. In der hiesigen Presse hat die Angelegenheit ungeheure Sensation hervorgerufen. Konstantinopel, 23. Juli. In einer Stadtgegend Stambuls wurden bis jetzt 110 beschädigte Häuser niedergerissen. Trotz der Verheimlichung der Behörden wurde festgestellt, daß durch das Erdbeben über tausend Personen den Tod gefunden haben. Localer «n- provlitzleller Gießen, den 24. Juli' 1894. ** Verkehrsuotiz. Wir verweisen hiermit auf die Bekanntmachung König!. Eisenbahndirection Hannover in heutiger Nummer, wonach vom 1. August weitere zwei Züge auf der Strecke Marburg-Weidenhausen eingelegt wurden. Deckblätter zu Taschen- und Aushangfahrplänen werden an den Fahrkarten Verkaufsstellen unentgeltlich abgegeben. ** Oberhesfischer Bieuenzüchterverein. Nachdem am vergangenen Sonntag die gut beschickte Ausstellung von Bienenvölkern, Bienengeräthen, Honig, Wachs, Waben :c. eröffnet worden, fand gestern Vormittag eine Besichtigung durch die Mitglieder sowie die Vornahme practischer Demonstrationen an den Stöcken statt. Die im Laufe des Vormittags zahlreich eingetroffenen Imker folgten mit Jnrereffe den Verhandlungen der Generalversammlung, die um 10 Uhr von dem Vorsitzenden, Herrn Pfarrer Ellenberger-Ortenberg, unter Anwesenheit der Herren Provinzialdirector Frhr. v. Gagern, Landesöconomierath Müller, Oberbürgermeister G n a u t h, der Vertreter der Sectionen u. s. w. eröffnet wurde. Der Vorsitzende erstattete eingehend Bericht über die Thätigkeit des Gesammtvereins sowie der Einzelvereine und constatirte, daß die edle Imkerei in unserer Provinz eine dauernde Pflegstätte gesunden- auch die nach der Wahl der verschiedenen Commissionen erstattete Rechnungsablage wurde mit Befriedigung entgegengenommen. Än die Referate der Herren Pfarrer Ellenberger • Ortenberg und Schrimpf - Butzbach schloffen sich anregende Besprechungen. Herr Pfarrer Ellenberger sprach über die Ruhrkrankheiten der Bienen, Herr Pfarrer Schrimpf über Königinnenzucht. — Als Ort für die nächstjährige Wanderversammlung wurde Nidda gewählt. — Eine Anzahl hervorragender Ausstellungsgegenstände wurden prämiirt und kamen recht ansehnliche Preise zur Vertheilung. Die Ausstellung von Honig hatte noch im Laufe des Vormittags eine umfangreiche Erweiterung erfahren- es wurde davon ein größeres Quantum zur Verloosung, die während der Verhandlungen stattfqnd, angekauft und repräsentirten die hübschen 2 Pfd.«Gläser mit ihrem aromatischen Inhalt recht ansehnliche Gewinne. Die Ausstellung von Bienengeräthen war gut beschickt; u. A. hatten ausgestellt: H. Haeckel- Göppingen, Ad. Perron-Vilbel, Weckfort-Nieder-Eschbach, Sch mid t - Großen-Buseck eine Anzahl Honigschleudern- mit Bienengeräthen waren vertreten: Heck - Nidda, Schmidt- Großen-Buseck, M ö ll er-Zahmen, Herch e-Ranstadt - mit Waben: Berta-Fulda- mit Hontgbehältern: Hühnergarth-Ehrings- hausen. Auch hiervon kamen Gegenstände zur Verloosung. Um 1 Uhr fand im Saale ein gemeinsames Mittagessen statt - bei demselben toastete Herr Pfarrer Ellenberger auf Se. Maj. den Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog, ein zweiter Toast galt dem Vertreter der oberen landwirthschaft- lichen Behörde, Herrn Landesöconomierath Müller, Herr Pfarrer Schrimpf brachte ein Hoch auf die Stadt Gießen und ihren Oberbürgermeister, Herr Landesöconomierath Müller auf den Oberh. Bienerzüchterverein und Herr Lehrer Spitz auf die Gäste aus. Während der Mittagstafel spielte die hiesige Regimentscapelle. Die Theilnehmer sprachen sich anerkennend über das Gebotene, besonders auch über Küche und Keller des Herrn Stein (den Tischwein lieferte Herr Saame) aus. Der Nachmittag vereinigte bei Concert die Bienenzüchter und deren Freunde und Familien, die zum Theil aus den entlegensten Orten der Provinz gekommen waren, in fröhlichster Stimmung bis zum Abend. Wir hoffen und wünschen, daß die diesjährige Versammlung des Oberh. Bienenzüchtervereins das Jntereffe für die Bienenzucht in immer wettere Kreise trage. ** Vom Rudersport. Die Anregung des Kaisers hinsichtlich des Rudersports in studentischen Kreisen ist auch in Offizierskreisen auf fruchtbaren Boden gefallen. So gehen die Offiziere der Potsdamer Garnison mit dem Plan um, einen Ruderverein ins Leben zu rufen. Eine Bootswerft in Friedrichshagen ist bereits mit dem Bau verschiedener Ruder- und Segelboote betraut worden. ** Die Einstellung der Rekruten bei den Truppentheilen, für die gemäß der Cabinetsordre vom 15. März 1894 und der Ausführungsbestimmung die Fortsetzung des Rekruten- Einftellungstermins noch Vorbehalten ist, hat noch näherer Anordnung der Generalcommandos in der Zeit vom 11. bis 17. October d. I. zu erfolgen. ♦♦ Die Regiments Schuhmacherwerkstatteu der sämmtlichen Regimenter werden nach einer Verfügung des Kriegsministeriums im Jahre 1896 eingehen und alle Fußbekleidung alsdann in den Corps-Werkstätten angefertigt werden. Die Erfahrungen, die man alsdann macht, sollen dahin entscheidend sein, ob auch die anderen Handwerker - Abtheilungen der einzelnen Regimenter eingehen und nur noch Corps-Werkstätten bestehen bleiben. ** Der Getreidemarkt. Auf dem deutschen Getreidemarkt macht sich im Allgemeinen noch immer geschäftliche Unlust geltend, trotz wiederholter Ansätze zum Befferen. Auch die vorige Berichtswoche ließ diesen Character vorwiegend erkennen, denn obwohl anregende Auslandsberichte Vorlagen und auch die fortgesetzten schwankenden Witterungsverhältniffe einer Belebung des Geschäfts günstig zu sein schienen, so besserte sich schließlich die Tendenz doch nicht. Bei Weizen wie Roggen ließen starke Realisationsbedürfnisse keine bleibende, Preissteigerung zu, zumal die Kauflust recht matt war. Hafer wies dieselbe Verkehrsstille bei unveränderten Preisen auf, welche diesen Artikel schon seit Wochen characterisirt. Notirungen vom Berliner Productenmarkt, Alles per 1000 Kilogramm: Weizen 134—143 Mk., Roggen 115 bis 120 Mk., Hafer 130—162 Mk., Gerste 96 bis 165 Mk. Grimberg, 21. Jul. Die W asserleitungsfrage, die durch den zu einem wahren Mißstand auSgearteten beständigen Wassermangel zu einer brennenden geworden, ist durch einen kürzlich erfolgten Beschluß unseres Gemeinderaths einen guten Schritt ihrer Lösung entgegengeführt worden. Derselbe geht dahin, daß zu der Heraufbeförderung der nöthigen Wassermenge aus dem Brunnenthal ein Benzin- Motor beschafft werden soll. Mit der Ausarbeitung von Plänen und Voranschlägen ist der Herr Regierungsbaumeister Schmick zu Frankfurt a. M., der Leiter der Wasserwerks- Anlagen Queckborn-Gießen, beauftragt worden. Der Plan, die Stadtmühle, bezw. deren Wasserkraft anzukaufen und daselbst das Triebwerk einzurichten, ist aufgegeben worden, weil dem Gemeinderath der geforderte Preis von 30000 Mk. zu hoch erschien. Grünberg, 21. Juli. Ein hiesiger Einwohner entließ vor einiger Zeit seine drei Gänse zur Morgenpromenade, war aber nicht wenig erstaunt, als dieselben sich bereits nach Verlauf einer Stunde in gründlich gerupftem Zustande wieder präsentirten. Die Folgen dieses „Gänsemarsches" haben dieser Tage zu polizeilichen Weiterungen geführt. H. Hungen, 23. Juli. Bei uns ist plötzlich die Diph th e- ritis aufgetreten, hat in einem Hause ein Opfer gefordert, während ein zweiter Fall in derselben Familie gutartig verläuft. Die Krankheit ist offenbar von Außen eingeschleppt worden. — Die Ernte hat mit dem Kornschneiden begonnen, das aber durch Gewitterregen sehr oft gestört worden ist. Wir haben genügende Feuchtigkeit und müßten noth- wendig trockene, warme Erntewitterung haben. Die Gerste ist auch in den letzten Tagen ebenfalls in der Reife stark vorgeschritten, so daß sich die Arbeiten sehr drängen werden. — Die Zwetschenbäume hängen hier und in der Umgegend so schwer voll, daß Aeste brechen, obgleich die Bäume gestützt worden sind. Kleine Brennereien stellen ihre Apparate, Bütten und Fässer in die Reihe, um bet den guten Zwetschen- aussichten billiges Material erwerben und guten Zwetschen- geist Herstellen zu können. Einsender hat dies in früheren Jahren wiederholt gethan und stets ein befriedigendes Resultat erzielt, besonders, wenn er den Zwetschengeist einige Jahre lagern ließ und dann absetzte, wenn es längere Zeit kerne reichen Steinobfternten gegeben hatte. K. Ranstadt, 22. Juli. Heute Nachmittag nach 6 Uhr hatten unsere Einwohner das seltene Schauspiel, einen Luftballon direct über unserm Orte schweben zu sehen. Er ging in der Richtung nach Süden weiter und landete 1/21 Uhr glücklich in der Nähe Stockheims. Wie wir hören, war derselbe von zwei Herren, einem Baron und seinem Diener, besetzt und zwar erst gegen 6 Uhr in Homburg v. d. H. aufgestiegen. Er hat also die Strecke von ungefähr sieben Stunden in einer halben Stunde zurückgelegt. Offenbach, 20. Juli. Eine große Schlägerei entstand gestern Abend in einer hiesigen Wirthschaft, wobei leider ein Menschenleben zu Grunde ging. Einige nicht gut beleumundete Burschen vertranken mit mehreren „Freundinnen" eine gemeinschaftliche Geldsumme, die sie geerbt oder gewonnen haben sollen. Die erhitzten Köpfe verursachten schließlich Reibereien, in deren Verlauf ein schon mehrfach bestrafter Bursche, Namens Arnold das Messer zog und es einem gewissen Pfaff in die Brust stieß, so daß bald darauf der Tod eintrat. Die übrigen, die sich zwischen die Streitenden warfen, insbesondere der Wirth mit seinem Sohne, wurden ebenfalls zum größten Theil verletzt; auch Arnold wurde stark mitgenommen. Die herbeigerusenen Heilgehilfen hatten sehr viel zu thun. Der Mörder wurde verhaftet. Mainz, 21. Juli. Ein etwa 12jähriger Junge badete heute Morgen im Rhein bei Weisenau und wagte sich dabei zu weit hinaus. Da er des Schwimmens unkundig, sank er unter. Obwohl zwar Leute zur Stelle waren, wagte doch keiner von ihnen, dem Unglücklichen zu Hilfe zu eilen- ein gleichalteriger Knabe jedoch stürzte sich muthig in den Rhein und vollführte das Rettungswerk mit erstaunenswerthem Muthe. △ Mainz, 23. Juli. Das Symbol des deut sch e n Schützenbundes, die Bundesfahne, welche bis zum nächsten deutschen Bundesschießen im Verwahr der Stadt Mainz bleibt, hat seit einigen Tagen in dem Academtesaal des ehemaligen kurfürstlichen Schlosses hier Aufstellung gefunden. Auf einem hübsch decorirten Unterbau prangt das Bundesbanner zwischen den übrigen Fahnen des Bundes. — Der Schaden, der durch den jüngsten Brand im Fouragemagazin der hiesigen Garnisonsverwaltung entstanden ist, beziffert sich auf 92 600 Mk. — Ein Soldat des 27. Art.-Regiments verübte am letzten SamStag in Kostheim durch Zerschneiden btr beiden Pulsadern einen Selbstmordversuch. Dazu kommende Personen legten dem Selbstmordcandidaten einen Nothverband an und verbrachten ihn in das Milttärlazareth. — Die langjährige Balletmeisterin des hiesigen Stadttheaters, Fräulein Bohne, eine weit über die Theaterkreise hinaus geschätzte Dame, ist gestern in Folge einer Gehirnentzündung plötzlich gestorben. * Fulda, 17. Juli. Eine Nacht voll Schrecken hat der Gärtner Louis Boek aus dem benachbarten Dorfe Schwarzbach durchgemacht. Der etwa 50jährige Mann war zum Kirschenpflücken auf einen ganz jungen Stamm gestiegen, glitt jedoch von dem durch den Regen schlüpfrig gewordenen Baum ab, wobei ein Fuß sich zwischen zwei Aeste verfing, so daß Boek mit dem Kopfe nach unten hängen blieb. Trotzdem behielt er seine Besinnung, holte sein Taschenmesser hervor und suchte den Stamm zu durchschneiden. Als ihm dies zur Hälfte gelungen war, entfiel das Messer seinen Händen. Nunmehr suchte Boek, sich mit den Armen aus einen tiefer stehenden Ast stützend, sich aus seiner verzweifelten Lage zu befreien. Auch dieses mißlang, da der schwache Ast brach und nun fühlte Boek, wie ihm das Bein im Knöchel brach. Der Unglückliche wurde am anderen Morgen, nachdem er 16 Stunden in dieser qualvollen Lage verbracht hatte, bewußtlos, indeffen noch lebend aufgefunden und aus seiner gräßlichen Lage befreit. Da der Zustand bis zur Stunde sich etwas gebessert hat, hoffen die Aerzte, daß Boek mit dem Leben davonkommt. * Berlin, 20. Juli. Zum Gedächtniß des Todestages der Königin Louise wurden gestern in der Garnisonkirche zu Potsdam sieben Brautpaare aus dem dienenden Stande, die sich durch treffliche Lebensführung und häusliche Tugenden auszeichneten, getraut. Als Hochzeitsspende waren ihnen von dem Curatorium der Louisenstiftung je 450 Mk. gewährt worden. Der Trauung ging ein Gottesdienst vorauf. Dann betrat Hofprediger D. Rogge die Altarstätte und richtete an die Brautpaare eine längere Ansprache, in der er sie auf das erhabene Beispiel einer christlichen Ehe, das dem Volke durch Friedrich Wilhelm III. und Königin Louise gegeben war, hinwies. In Berlin war das Louisendenkmal im Thiergarten von reichem Blumenschmuck umgeben und schon in früher Morgenstunde das Ziel Vieler. Der benachbarte „Louisenstein" war gleichfalls mit Blumen geschmückt worden. * Wolfeubüttel, 22. Juli. Vorgestern wurde ein Unteroffizier vom Braunschweiger Husarenregiment Nr. 17 nach der hiesigen Landesstrafanstalt gebracht. Derselbe ist, dem hiesigen Kreisblatt zufolge, vom Kriegsgericht in Hannover zu 2^2 Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus dem Soldatenstande verurtheilt worden, weil er Mannschaften seiner Schwadron, die über eine von ihm verübte Soldaten- mißhandlvng auszusagen im Stande waren, zu der falschen Aussage verleitet hat, sie hätten nichts gesehen. * Neustadt a. H., 17. Juli. Eine lustige schichte. „Bären aufbinden" — ist nicht schwer, „Bären anbinden" — auch nicht viel mehr, „Bären pfänden" — aber sehr. Das erfuhr ein hiesiger Gerichtsvollzieher, dem das harte Loos zugefallen war, einen wirklichen und leibhaftigen Meister Petz zu „versiegeln". Während der Winzinger Kirchweihe hatte das Pfandobject noch die schaulustige Menge erheitern müssen und nun sollte er gar mit Leib und Leben für seinen Herrn eintreten. „Undank ist der Welt Lohn," brummte er vor sich hin, als ihm die Kunde des bevorstehenden Schicksals wurde. Der Eigenthümer brummte aber nicht nur, sondern machte Demjenigen, der ihm den „Petz" kunstgerecht versiegeln wollte, ganz absonderliche Andeutungen. So kams, daß die heilige Hermandad der Frau Justitia ihren Arm leihen mußte. Und darnach wurde nicht nur der Bär, sondern auch zwei Schlangen gepfändet, die sich Tags vorher noch lieblich um den Leib einer holden Maid winden durften. * Caustatt, 23. Juli. Der ledige Taglöhner Mannß hat aus Eifersucht gestern die Ehefrau des Taglöhners Hipp erschossen und dem Taglöhner Hipp drei und sich selbst zwei Schüsse beigebracht. * Menschenhandel. Aus Budapest wird berichtet: Seit dem Monate Mai gelangen an die Polizeibehörde Anzeigen über verschwundene Bonnen und Gouvernanten, welche von hiesigen Parteien aus der Schweiz und Frankreich nach Budapest berufen wurden, jedoch nicht an ihrem Bestimmungsorte eintrafen. Bisher sind zwölf solcher Anzeigen erstattet worden. Es sind durchwegs junge hübsche Mädchen. Vorige Woche sollte die Gouvernante Juliette Gardeux aus Basel eintreffen, die ein hiesiger Advocat für seine Kinder engagirt hatte. Das Fräulein kam jedoch nicht an, weshalb der betreffende Advocat die polizeiliche Anzeige erstattete. Die sofort gepflogenen Erhebungen förderten nun Folgendes zu Tage: Juliette Gardeux war am 11. Juli auf dem Westbahnhof angekommen und hatte das Gepäck einem Dienstmann übergeben, den sie auch nach der Wohnung des Advocaten fragte. Während dieses Gespräches trat ein älterer Mann auf das Mädchen mit den Worten: „Ich bin der Vater jenes Herrn, der Sie engagirte, ich bin gekommen, Sie abzuholen." Hierauf half er dem Mädchen in einen Wagen und fuhr mit demselben davon. Seitdem ist Juliette Gardeux spurlos verschwunden. Die Polizei stellte Weiteres fest, daß dieser Mann mit dem Eigenthümer einer ehemaligen Stellen-Vermittlungsanstalt identisch sei, dessen Inhaber aus Budapest verschwand, nachdem die Polizei in Erfahrung gebracht hatte, daß er einen schwungvollen Mädchenhandel nach dem Oriente betreibe. Die Polizei glaubt nunmehr, daß sich dieses Individuum in der Gegend von Komorn aufhalte und die dortige Gendarmerie fahndet eifrigst nach demselben. * Das Mittagsschläfchen hat soeben in einem Corps-Befehl General Poillone de Saint-MarS, der Befehlshaber deS 5741 6147 I 6044 d Neue Grünekerne L r» 2T» aKaI ä mÜa in grotze^ Stock, bestehend aus 4 Zimmern, Wasser- yf CtICT V lr PC Auswahl leitung und allemZubehör, per 1-October _ 1___ nn z / rn r» * .....- zu nenn- Dammstr. 31 an der Nordanlage empfiehlt LouiS Sony, Bahnhofst -7. bei 6014 eingeschränkt werden Wir erinnern unterm 18. Mai d. Nobert Stuhl, Neustadt 23. Strebel-Tinte, J J.Rickersche Buchhandlung,Giessen. Tannin, Sckwefelspan, Schweselsaven, Raffinade, Korke, Ailtrirpapier, Pergamentpapier, Eolophonium, SalieylfLnre, Hausenblase Gießen, 24. Juli 1894. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Für Ausstattungen empfehle in großer Auswahl Stickereien einzigen rothen Stern in weißem Felde trägt. An der gewählten Stelle hat das Meer eine Tiefe von ungefähr 70 Fuß. Man beabsichtigt das Hotel auf 60 eisernen in daS Meer gesenkten Casions von je 15 Fuß Durchmesser zu erbauen. Der Platz liegt außerhalb der Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten oder irgend eines anderen Staates und es werden daher die Unternehmer keine Steuern zu bezahlen haben und keinem andern Gesetze unterworfen sein, außer den eigenen Bestimmungen. Die Bildung einer Insel in der projectirten Weise ist kein unmögliches Werk, es sind nicht einmal in technischer Hinsicht große Schwierigkeiten zu über- winden. Die Lösung der gestellten Aufgabe ist ausschließlich eine finanzielle Frage. Wenn die Kosten, die auf eine Million Dollars geschätzt sind, gedeckt werden können, so kann die Insel bald aufgeführt werden. Die Unternehmer behaupten übrigens, über die Capitalien bereits verfügen zu können. Das neue Territorium soll den Namen „Atlantis" erhalten. 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M' ohne Unterbrechung erfolgen konnte, ist der Wasservorrath inzwischen so sehr zurückgegangen, daß die Wasserabgabe für die nächste Zeit wieder ist in mit Wasser verdünnter & Kuhmilch bester V Ersatz für Muttermilch od. auch neben j Muttermilch zu J rtk. reichen. Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwaaren-Fabrik Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickte«, gewebte« ««d andere« reinwollenen Sachen und Elbfölle« haltbare «nd gedieaene Stoffe für Damen, Herren und Kinder, sowie Portiere«, Schlafdecken und so weiter in den modernsten Mustern bet billigster Preisstellung und schnellster Bedienung^^ un& Musterlager in Gießen bei: LouiS Rothenberger Wtw., Neuenweg 22. 5732] Kleineres Haus mit Garten und großem Hofraum, zu jedem Geschäft paffend, an der Grünbergerstraße zu Der; kaufen. Näheres in der Exped. d Bl. Zwei Comptoirpulte nebst Stühlen find billig abzugeben. 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Und darin liegt uns die Gewähr für ein gutes Gelingen dieses sich so glanzvoll einführenden Unternehmens Allen bisherigen Traditionen entgegen erscheint „Für Alle Welt" nicht nur in einem reizend entworfenen farbenprächtigen Umschläge, der ungemein bestrickend wirkt, sondern auch in den Text sind zahlreiche wundervoll abgestimmte farbenprächtige Illustrationen hineingestreut und äugerst geschmackvoll arrangirt. MmHawJ im Interesse eurer Kinder vergesset ULUlier 1 ntd)t: Laut ärmlichem UdbeUe ist die w- DoeringaSeitemit der Eule*WÖ bte beste, mildeste und reinste Kinderfeste. Kein Brennen, kein Spannen, kein Wundsein. Preis nur 40 Pfg. Ibb7 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. von 6 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags gerechnet werden kann. — Diese Einschränkung wird voraussichtlich von Mittwoch den 25. Juli l. I. wieder eintreten müssen. Dielensand wird derselbe zur Baustelle geliefert. 6064 August Helfender«, Weserstr. 8. Tuch- und Buxkinstoffe ä Mk. 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Die Kasernen haben auf diese Weise nach Möglichkeit Kühle, Dunkelheit und Stille zu bieten und diese Unterbrechung der Aufregungen eines langen Sommer» tages wird unseren Leuten sehr heilsam sein . . . Zwischen 2 und 3 Uhr, je nach der Waffe, den Anstrengungen des Tages und der Hitze, wird Tagreveille geblasen und der ausgeruhte Soldat hat seine Dienftbeschäftigung fröhlich wieder aufzu» nehmen." — Also ein zwei- bis dreistündiges Mittagsschläfchen in kühlen, verdunkelten Räumen — das ist in der That eine „Ferien-Colonie", jedenfalls aber für das körperliche Wohl« befinden der Mannschaft nicht von Nachtheil. * Ein Hotel inmitten des Atlantischen Oceaus. Zu den in jüngster Zeit projectirten, großartigen Unternehmungen zählt, wie dem „Extrablatt" das Patentbureau I. Fischer in Wien mittheilt, auch die künstliche Bildung einer Insel, etwa 10 bis 11 Meilen von der Küste Song Islands, der bekannten New-Dork gegenüberliegenden Insel, entfernt int offenen Meere. Auf dieser Insel soll ein Sommerhotel errichtet werden zu Gunsten derjenigen, die während b&t heißen Zeit einen kühlen Aufenthalt genießen und von der Mosquito- plage befreit sein wollen. Der Gründer dieses Unternehmens, Herr Charles Coen, und eine Anzahl von Mitbetheiligten wählten vor Kurzem den Platz für dieses schwimmende Hotel und legten daselbst eine Boie aus, die eine Flagge mit einem 579/] Wefianlage 26, zweiter Stock (5 Zimmer rc) per Oktober an ruhige, kleine Familie zu vermiethen. 5774] Kamilie««LogiS im zweiten empfi hlt die Adler-Drogerie, Seltersweg 39, Otto Schaaf. . Bekanntmachung. Vom 1. August d. I. ab, verkehrt auf der Strecke Marburg-Weidenhausen ein 3. Zugpaar wie folgt: Zug-Nr. 476 Marburg ab 12» Weidenhausen an ist Nachmittags; Zug Nr. 475 Weiden- Hausen ab 2*5, Marburg an 348 Nachmittags. Die Abgangszeiten von den Zwischenstattonen sind aus den ausgehängten Schalteranschlägen ersichtlich. 6116 Königliche Eisenbahn Direetton. 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