r. Ims ldr i® btt (u, . u$T^L$L Ws uitttt T. g MZ- Hetzer SSs^gy** Uacher. r8nnen dauernd« rpeb d. Hi, ^^^eolebetivtA *i»«Ä ^^ntnr • Jö rmeegeBd~ inHirra,derilo| iw k“; «»«otwtN Ldl?Jxpj. bi, erki j„Hauswädch^- «ft thätig, wirb [1651 derE^.^Ni, Lehrling" tüchttgeAEm^. epert iÄ» tritt Lüft, BU Em ■bSRÄMj^ffc t- Kreu,platz 14, derh. Mää» er) sucht irgenb mensposteu ii oder sonstige» t unter sehr bt> sprücheu. (Sank werden. [1608 bitte mit, S. W. i. d. Gl. le Avnl ronb Dontiwr n reinliches ’fjra&t ibt 2 &od- ungm Mann, welch« Mtzt RtalichuVe dv tMWtUiln tintn ichen GWit zesucht. ißtn bei der Expeditioi W fcWt uf bit S-ÄUSL aüen0,iä»ttnbti,n >nd und M- WU.. r\W toni”' ..-s *53***L nblortfl'" Sonntag den 25. Februar Nr 47 Zweites Blatt 1894 Gießener Anzeiger Kenerat-Nnzeiger. «cbortion, (in>rbiti* und Drucker«: -<->5ßr«tze Ilr.H. Ker»|precher 61. ütkrtrljäbnyr >lonnrmrnts|»rfbl Wart 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post b^ogai 9 Mart 60 Psg. Dir «Lietzener 9«mU(cnlf AHtr »erden dem Anzeiger »öchentlich dreimal btigdtgL Der Gießener Anzeiger erlcheint täglich, mit Ausnahme deS Montags Amts- und Anzeigeblatt füt? den Tkveis Gieren. «Änatzm, vo» Anzeige» zu tzn «achmitt^S für de» ! frtQXrtttttft= wu Amtoncen-Vureaux de« In. und Auslandes ne^^ falgenden lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 UhL | ^gnUUSPCUUflC. (jfUlllUlCHlHUUCU Anzeigen für den .«ießenrr Anzeiger' mtygnu Amtliche» Theil. Bekanntmachung, da» Erfatzgefchäft pro 1894 betreffend. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jabr 1894 findet an den nach« benannten Tagen statt und zwar: I. Zu Sich im Rathhaussaale. Montag den 5. März, Vormittags vv 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eber» flttbt, Ettingshausen, Garbentcich und Großen-Linden; Di-nstag den 6. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Grüningen, Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Lanad, Lang.Göns und Langsdorf; Mittwoch den 7. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, > Münster, Nieder-Besstngen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- • Bessingen, Ober-Hörgern und Rabertshausen; Donnerstag den 8. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Rodheim, Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg. Freitag den 9. März, Vormittags von 9 Uhr an: Loosziehung i II. Zu Gießen in dem Schulhause in der Schulstraße. Samstag den 10. März, Vormittags von 8 Uhr an: \ Musterung ( der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf a. d. Lda., - Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen-Bufeck und Klein-Linden; Montag den 12. März, Vormittag von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1892 und 1893); Dienstag den 13. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1894) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinden Hattenrod und Heuchelheim; Mittwoch den 14. März, Vormittags von 8 Uhr an . derjenigen der Gemeinden Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck; Donnerstag den 15. März, Vormittags von 8 Uhr an: Loosziehung. III. Zu Grünbcrg im Gasthaus zum Rappen. Freitag den 16. März, Vormittags von 8'72 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Keffelbach, Lauter und Lindenstruth; Samstag den 17. März, Vormittags von 8V2 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Montag den 19. März, Vormittags von Uhr an: Loosziehung. Besondere Bestimmungen. 1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen: Diejenigen, dem Großherzogthum Heffen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem andern Theile des Großherzogthums Heffen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten; b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus« oder Wirthschaftsbeamte, HandlungS« diener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehrburschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder da» Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen; c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslände geboren sind, und weder im Großherzogthum Heffen, noch in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten; und im Jahre 1874 geboren sind; ferner Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1892 bezw. 1893 zurückgestellt worden, ober nach ihrer gezogenen Rümmer bisponibel geblieben, b. h. nicht einberufen worben finb. Entbunben von ber persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, ober Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militär bien st ertheilt worben ist. 2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweitenober brittenmale erscheinen, haben ihreLoosungSscheine mitzubringen. 3) Wenn von einem Militärpflichtigen, ober für einen solchen von seinem Vater, ober seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wirb, so ist jur Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung an- beraumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt ober beglaubigt sein. Wenn bie Zurückstellung auf bie Arbeitsunfähig« tcit eines Familienangehörigen gcgrünbet wirb, s» hat ber betressende. Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission ein» zufinben. Noch nicht eingereichte AuruckstellungsausprüeHe finb bei ber Grobherzoglichen Bürgermeisterei vorzubringen unb bie Verhanblungen baldigst — unter allen Hm* ständen vor Beginn de» Ersatzgeschäfte- — an Feuilleton. /rankfttrttr Lhesterbrikf. (Originalbertcht für den „Gtetzener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) HehbelS Nibelungen. — Loheogrin. — Gastspiel von Friedrich Haase. Dr. M. Von allen N'.belungendramen alten und neuen Stil» — vom Wagner'schen „Ring des Nibelungen", der eine Welt für sich ist, kann hier nicht die Rede sein — hat die Tragödie Friedrich Hebbels die am schärfsten ausgeprägten Charaktere und die markigste Sprache. Der Kraft und Originalstil Hebbels paßt in der Hauptsache für die Nibelungen- sphäre, wie eigentlich kein anderer der Nachclassiker. Der reckenhafte Stoff der deutschen Vorzeit bot seiner Individualität den weitesten Spielraum. In der bürgerlichen Tragödie, für die Hebbel thatsächlich eine neue Phase vorbereiten half, scheiterte der Dichter zu oft an der Enge der Verhältnisse, in die er seine Personen hineingestellt hatte, eine Enge, die den Menschen wohl erlaubte, recht tief unglückl ch und qualvoll verfolgt zu werden, sie aber keine tragische Höhe gewinnen ließ. Erst die Literatur der Neuzeit ist im Stande gewesen, in solchen Fällen die Kluft, das Mißverhältniß zwischen Form und Inhalt auszugleichen. In dem Stoff von Siegfried und Kriemhild aber sand Hebbel, was er bisher vergebens gesucht batte und wonach feine Künstlelseele mit allen Kräften rang: die großen Normen unb Maße. Im Jahre 1862, auf der Mittagshöhe des Lebens, in der Vollreife des Mannesalters, ergriff er dieses Thema. „Mir scheint, daß auf dem vom Gegenstände unzertrennlichen mythischen Fundament eine rein menschliche, in allen ihren Motiven natürliche Tragödie errichtet werden kann und daß ich sie, so weit meine Kräfte reichen, errichtet habe." In diesen feinen Worten giebt sich seine Auffassung des Stoffes mit großer Deutlichkeit zu erkennen. Im Wesentlichen gleicht sie der aller anderen modernen Nibelungendichter. Die Theorie g ebt ja auch in Sachen der Kunst nicht den Ausschlag, sondern daö praktische Können. Das mythische Fundament hat Hebbel mit Willkür und nicht solid genug gelegt. Es zeigt sich daS in der Behandlung Brünhildens und Siegfrieds. Der Ersteren Ursprung und deS Letzteren Beziehungen zu dem verhängniß- 1 vollen Hort wird zwar beleuchtet, aber nicht ergründet. ES stand nicht in Hebbels Macht, den geheimen Lebensquell dieser Beziehungen aufzudecken. Dafür zeigt er sich als ein Meister dramatischer Charakteristik von dem Augenblick an, da er seine ! Helden auS dem Halbdunkel des Mythus in das helle Tages- ; licht der Geschichte führen kann. Die beiden ersten Theile - des Trauerspiels „Der gehörnte Siegfried" und „Siegfrieds Tod" sind bei Weitem nicht so einheitlich gebaut und klar gegliedert wie der dritte Theil „Sri em» Hildens Rache", in welchem Hebbel das Gemälde menschlicher Leidenschaften unter cuttureQen Gesichtspunkten behandelt. Das altdeutsche Epos erzählt, daß nach dem großen Blutbade in König Etzels Land: Etzel, der Gothenkönig Dietrich und der alte Waffenmeister Hildebrand die einzig Ueberlebenden sind. Bei Hebbel wird Dietrich zugleich zum Träger einer neuen besseren Ordnung. Die Kronen, die ihm das Schicksal überweist, nimmt er an „im Namen dessen, der am Kreuz verblich." Das Christenthum soll den Sieg über das Heiden- thum davon tragen! Die Besetzung eines Dramas, das fast mit allen Hauptpersonen des umfangreichen Epos wirthschaftet, ist wahrhaftig keine Kleinigkeit und mag dem Regiffeur viel Kopfzerbrechen kosten. Am ersten Abend waren die Rollen folgendermaßen vertreten: Siegfried: Herr Barthel, Kriemhild: Frl. Frank, Brunhilde: Frau Keller-Frauenthal, Hagen: Herr Diegelmann, Günther: Herr A. Meyer, Volker: Herr Roll, Frigga: Frau Ernst, Giselher: Herr Bolz. Das Frankfurter Künstlerpcrsonal muß so überaus an gestrengt in moderner Literatur arbeiten, daß der Uebcrgang von dieser zur sagenhaften Nibelungenwelt sich ziemlich ruckweise vollzieht und daS Resultat hiervon auf den Ton dcs Ensembles nicht auSbleibt. Die Neueinstudirung des unverkürzten „Lohengrin" und die damit verbundene Neuinscenirung ter populärsten aller Wagner Opern muß den Frankfurter Waanerianem ein Fest sonder Gleichen bereitet haben! Vierzig Jahre sind cs her, daß Capellmeister Gustav Schmidt, der Componist deS „Alibi" und der „Treuen Weiber von Weinsberg", während feiner Frankfurter Dirigeotenthätigkett den von Erfolg gekrönten Versuch machte, in der Ma-nstadt Schritt für Schritt der WagnerMusik Terrain zu erobern. Die „Striche" und „Stürzungen", mit welchen das Werk i dazumal in Scene ging, sind, wie wir aus competenter Quelle toiffen, sämtlich vom Dichtercompon sten selbst besorgt worden und also der Art, daß sie dem Werk keine Gewalt anthun und jedenfalls nicht seinen inneren Organismus schädigen. Mit diesen Strichen ist das Werk in die Welt hinauSgezogen unb hat sich die Herzen aller Kunstliebenden erobert, denen es in seiner Restituirung, welche man ebenso gut als einen Act der Pietät wie als ein Theaterexperiment bezeichnen kann, kaurt theurer werden dürfte. Die „Restituirung" verlängert hauptsächlich den zweiten und dritten Act. Die Arbeit der Chöre wird durch die beseitigten Striche am metfhn vermehrt. Neue Dekorationen und Costüme gaben dem Bühnenbild einen besonderen festlichen Glanz. Die „Ortrud" wurde durch Frau Ende-Andrießen verkörpert. Nach alter Tradition wird diese Parthie meist der Altistin übergeben, aber es liegt kein Grund vor, daß ste nicht auch von der ersten dramatischen Sängerin gesungen werden könnte. Frau Ende-Andrießen besitzt jedenfalls alle Mittel für dieselbe. Friedrich Haase, der gegenwärtig in Frankfurt ein längeres Gastspiel absoloirt, gehört nicht mehr zu den Jungen, aber er besitzt eine Kraft, der man die Jahre nicht anmerkt. Seine Domaine sind jene Seigneurs der alten Schule, die charmiren, hofften, auch hie und da ein bischen Weisheit predigen und im Uebrigen die Jugend vielfach an Thatkraft überflügeln. Der Gutzkow'sche „Königslieutenant", wie ihn Friedrich Haase aufstellte, ist lange Typus und Vorbild für alle anderen Repräsentanten der Rolle geblieben. Bei seine« jetzigen Gastspiel in Frankfurt verschmäht Haase diese Glanz« und Bravourparthie und begnügt sich mit kleineren, auch theilwetse leichteren Aufgaben. Seine Visitenkarte Überreichte er dem Publ-kum als Fürst KamoiSki in dem Claar'schen Schauspiel „Die Schwestern"- den slavischen Edelmann behandelt der Künstler nach allen Regeln des guten Tones. Ferner trat der Gast auf in Courceys Einakter „Eine Bekehrung", in der Plauderei „Ein unbarmherziger Freund" von W. Augustsohn, in dem Lustspiel „Ein feiner Diplomat", frei rach Scribe, in dcm Einakter „Eine Parthie Piqu et" und in Kotzebues „Die beiden Klings berg". Zu guterletzt und zwar in der „Emilia Galotti" soll bei diesem Gastspiel dann auch noch das klassische Drama eine gewiffe Berücksichtigung erfahren. bie Ersatz'Commission einzuscnden. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. 4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Harthörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS öorbanbrnftin von Epilepsie ist bord) bie riMicbr Erklärung von winbesteu- drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten. 5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Ersatz-Commission das Loos. 6) Die Großherzoglichen Bürgerweistereie« haben fäwwtltche ihrer Gemeinde angehörigen ober in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige auf Grunb ber ihnen bereit- zngeganaenen Stammrollen zu ber Musterung vorzuloben. Bemerkt wirb hierbei, baß Militärpflichtige, welche sich auSwärrS aufhalteu, zur Musterung nicht gelaben werben bürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsort gestellungspflichtig ftnb. Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Musterungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren 4/3 Stunde vor ber bestimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten. Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krankheit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen. Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Donnerstag den 8. März im Rathhaus zu Lich, Mittwoch den 14. März in dem Sch ul Hause in der Schulstraße zu Gießen, Samstag den 17. März imGasthauszumRappen zu Grünberg, die Claiststeirurig der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots I und ber Ersatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen I und gewerblichen Verhältnisse statt. Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehr- I männer ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurückstellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen. Gießen, den 16. Februar 1'894. Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Melior. Bekanntmachung, betr. General-Versammlungen des landwirthschaftlichen Bezirksoereins Gießen. Freitag den 2. März 1894, Vormittags 10 Uhr wird auf Lonys Bierkeller (Westanlage) zu Gießen eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder der landwirthschaftlichen Bezirks- und Orts-Vereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen über den Besuch der Ackerbauschulen zu Alsfeld, Büdingen und Friedberg und den der Obstbauschule zu Friedberg von Schülern aus dem Kreise Gießen rc. 2) Vortrag des Unterzeichneten über Credit und die Strafbarkeit des Mißbrauchs desselben auf Grund der neueren Gesetzgebung. 3) Vortrag über Be- und Entwässerung der Wiesen. Referent: Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger zu Alsfeld. Korreferent Herr Culturingenieur Wißmann von Gießen. Gießen, den 14. Februar 1894. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost. Vermischtes. * Berlin, 18. Febr. Im Januar haben hierselbft 16907 Wohnungsumzüge, sowie 266 Miethserhöhungen und 729 Mieihsermäßigungen stattgefunden. Die Zahl der un- vermtetheten Wohnungen und Gelasse hat sich auf 28 364 belaufen, während davon im October 1893 noch 31 339 vorhanden waren. ♦ Der Werth der Weizenernten der nordamerikanischen Hiiton aul den Zähren 1890—93 und die Nachtheile deS PreisfinkenS für den amerikanischen Landwirth. Nach 'den statistischen Ermittelungen ergibt sich das folgende Zahlenbild 7 Menge je im Dollar- Durchschnitt 1890 399262000 Bushel, 81,3 c = 334773678 1891 611 780000 „ 83,9 „ = 513472711 1892 515949000 „ 62,4 „ = 322111881 1893 396132000 „ 53,8 „ =213171381 Im Jahre 1893 ist also gegen das hinsichtlich der Ernten menge fast gleiche Jahr 1890 der Weizen Nordamerikas 485 Millionen Mark weniger werlh als 1890, also sind auch aus der letzten Ernte den nordamerikanischen Landwirthen 485 Millionen Mark wen'ger Einnahmen erwachsen und die Landwirthe in Nordamerika haben unter der Ueberproduction des Weizens verhältnißmäßig wohl noch mehr zu leiden wie die Landwirthe Deutschlands. * Der musikalische Hund. Ein fahrender „Künstler" hatte letzthin einen Hundecircus in einer kleinen Gemeinde des französischen Südens aufgeschlagen. Mitten in ber Vorstellung kündigte er eine Sensationsnummer an. „Azor", sein kleiner Lieblingshund, sollte auf dem Clavier spielen. Das gelehrige Thier sprang auf seinen Stuhl und begann die „Marseillaise". Plötzlich erhob sich ans der ländlichen Zuhörerschaar ein Spaßmacher und rief mit lauter Stimme: „Wo is die Katz? Such! Such!" Worauf Azor mit gespitzten Ohren von den Tasten abließ und sich auf dem Stuhl im Kreise drehte. Aber welche Ueberraschung. Das Clavier spielte ganz munter fort ... Es war ein mechanisches Piano! * Ein Gruß per Luftballon. Vor einer der Auffahrten des Ballons „Phönix" war, wie jetzt erzählt wird, nach der Windströmung berechnet worden, daß der Weg durch die Luft wahrscheinlich gerade über die Stadt Altenburg hinweggehen würde. Diesem Aufstiege hatten der Prinz Albert von Sachsen Altenburg und seine Gemahlin als Zuschauer beigewohnt und den Führer des Ballons ersucht, wenn möglich, einen Gruß in Altenburg zu bestellen. In der That konnte dieser Auftrag ausgesührt werden, der Ballon flog quer über die genannte Stadt hinweg, und aus einer Höhe von 4500 Meter wurde der Brief mit dem Gruße nach Altenburg hinabgeworfen, wo er an seine Adresse richtig gelangte. I . £( hervorraaend feine Special - Cigarre r nPIWPIQQ (pr. Stück 6 4), Kennern besonders zu jjLUul HUlUU । empfehlen, im Alleinverkauf bei 1116 (»-P. «r. ,»91 -wo Fr. Leo, Srltetsweg. Holzversteigerung. Aus den Abth. Hasenkopf, Tempel, Sommerberg, Spiegelacker, Fichtenbaum, Rückars, Fmckenhecke und Buchenberg werden versteigert: 1) Dienstag den 27.Februar: Buchen: 58,3 rm Scheiter, 44,5 rm Knüppel, 3960 Wellen, 86 rm Stöcke; Eichen: 58 rm Scheiter, 40 rm Knüppel, 3030 Wellen, 99,5 rm Stöcke; Nadel: 2 rm Scheiter, 1 rrn Knüppel, 1700 Wellen, 2,6 rrn Stöcke; Weichholz: 150 Wellen. Das im Tempel bet den Eisteichen lagernde Eichen- und Nadel-Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz wird nicht vorgezeigt, es kommt Mittags 12 Uhr zum Ausgebot; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zusammenkunft Morgens 9V2 Uhr am Forstgarten im Hasenkopf. 2) Donnerstag den 1. März: A Eschenstämme von 17 bis 37 cm Durchm. und 4 bis 5 m Länge mit 1,04 fm; 25 Flchtenstämme von 12 bis 45 cm Durchm. und 8 bis 20 m Länge mit 24,36 fm; 3 Kiefern- siämme von 32 bis 48 cm Durchm. und 10 bis 12 m Länge mit 4,23 fm; "19 Fichtenstangen von 9 bis 11 cm Durchm. und von 7 bis 9 m Länge mit 1,13 fm; Buchen: 41,4 rm Scheiter, 29,4 rm Knüppel, 4220 Wellen, 78 rm Stöcke; Eichen. 19 rm Scheiter, 5,8 rm Knüppel, 650 Wellen, 8,2 rm Stöcke; Nadel: 14 rm Scheiter, 33 rm Knüppel, 2210 Wellen, 22,3 rm Stöcke; Weichholz: 4100 Wellen. Das im Buchenberg lagernde Eichen Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz, sowie das in Abtheilung Rückars zerstreut liegende Nadeb Holzreisig wird nicht vorgezeigt, es kommt Mittags 12 Uhr zum Ausgebot ; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zusammenkunft Morgens 9f/2 Uhr am Brauhofsweiher. 1475 Nähere Auskunft ertheilt der Großh. Forstwart Schlag zu. Baumgarten. Gießen, 18. Februar 1894. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Bekanntmachung. Nachdem Großherzogl. Kreisamt Gießen die von der Stadtverord- neten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 11. Januar d. I. beschlossene vorerstige Aufhebung der Baufluchtlinie in der Verlängerung der Bergstraße jenseits des Schiffenbergerwegs genehmigt hat, bringen wir dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung hierdurch mit dem Anfügen zur Kenntniß, daß die Einsicht des Planes auf dem Stadtbauamt Jedermann frersteht. Gießen, 21. Februar 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1577 Gnauth. 1177 Alsfeld, den 8. Februar 1894. Großherzogliches Ortsgericht Alsfeld. Arnold. Willen- n. Gntsoerßeigernng. Auf Antrag der Frau Eduard Specht Wittwe soll deren am Weg nach Altenburg, Gemarkung Alsfeld, gelegenes Anwesen, bestehend in Mahlmühle mit zwei Gängen, Walzenstuhl, Schrotgang, Scheuer, Stallung, großem Garten nebst 5 Morgen bei der Hofraithe gelegenen Wiesen und ca. 12 Morgen ganz in der Nähe der Mühle befindlichen Aeckern bester Lage, Mittwoch den 28. t. Mts., Nachmittags 4 Uhr, im Rathhause unter günstigen Bedingungen versteigert werden. Die Mühle sowie die Grundstücke werden erst einzeln und dann zusammen der Versteigerung ausgesetzt. Versteigerung der zum Nachlaß der Frau Geheimen Medicinalrath Phöbus gehörigen Mobilien. Dienstag den 27. Februar, Bilder, ein großer Teppich, ein weißseidener Chawl, ferner Bücher: Goethe, Schiller, Wieland, etwa 40 Bde.Garten- laube u. s. w. versteigert. 1591 F. Hoffmann. Nachlaß gehörigen Küchengeräthe Nachmittags 2 Uhr, werden Löberstraße 4 die zu diesem ein Küchenschrank u. s. w. und Mittwoch den 28. Februar, Nachmittags 2 Uhr die Möbel, als: Tische, Stühle, Sophas, Spiegel, zwei Glas- , schränke, Kleiderschränke, ein Schrank mit Schiebladen für Sammlungen,Nachttische, Waschtische, 1 Nähtisch u. s. w., alles in Eichenholz, sowie Gold- u.Silbersacheu, Mittwoch, 28. Februar, Nachmittags 2‘/i Uhr, Flur 38 Nr. 65,6 — 605 qm Hofraithe tm Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wesen, Flur 38 Nr. 56,5 — 4083 qm Wiese daselbst, Flur 45 Nr. 146 — 350 qm Acker am Galgenweg freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 21. Februar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt.. j 1528 Dorrellan Weikreua Kleider, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Karl Anghardt zweiter und Kiften, Koffer, Gehölz, Stnr- et>riniatt Augvardt vierter von toffeln, zwei Waschbüttchen, Gleken gemeinschaftlich gehörigen Jmmo- • ----- - - bitten: Ieilgeöotenes. Das beste und wirksamste Waschmittel der Neuzeit ist Gioths Parfü- mirte weiße Teig- seife. Nur ächt zu haben in jedem Seifengeschäft und größeren Colonial- waarenhandlnngen [161] o :o ■o c E -c o v> J= o K =5 c 'S FP No OK cf J n g Es p; g B ® ? Unser Pilsener ist beliebt w?gen seines vorzüglichen Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt. ES kostet 597 per r/z-Ltr.-Flasche 15 Pfg. Gebr. Röhrle, Exportbierbrauerei. 816] Ein Aweirad, sowie neun Bände Brehm» Thierleverr billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped- d. Bl- Beste mu> billigste Bezugsquelle Mr emrcnttrt ntat, doppelt gereinigt u. gewaschene, echt "** Bewettern. Wir versenden zollfrei, gegen Nach«. 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