1894 Dienstag den 24. Juli Nr. 170 Vierteljähriger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sieben Gratisbeilage: Gießener Kamikienölätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Dir Gießener Atamtkiendlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießener -«rei-er erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition.' und Druckerei: Schutstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gießener Anzeig er Theil. BeklMNtmachMg, betreffend die Erweiterung des Wafferwerks der Stadt Gießen; hier Antrag auf Enteignung von Gelände zur Herstellung einer Auslaufkammer. Zum Zweck der Herstellung einer Auslaufkammer für die Wafferleitung der Stadt Gießen hat die Großh. Bürgermeisterei Gießen Namens der Stadtverordnetenversammlung Antrag gestellt auf Enteignung von 475 gm des Grundstücks Flur XX Nr. 264 der Gemarkung Großen-Bufeck, im MutationSverzeichniß zugeschrieben dem Konrad Gans II zu Großen-Buseck. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß 1. der Antrag der Großh. Bürgermeisterei Gießen vom 9. ds. Mts. nebst Auszug aus dem Sitzungs- Protocoll der Stadtverordnetenversammlung vom 5. ds. Mts., 2. der Meßbrief nebst geometrischem Plan und Gruud- buchsauszug, 3. der Plan nebst den Längen- und Querprofilen und eine Zeichnung der Auslaufkammer in der Zeit vom 24. Juli bis 7. August d. I aus dem Gemeindehause zu Großen-Buseck zu Jedermanns Einsicht offen liegen. Zur Verhandlung über den Plan und die zu leistende Entschädigung wird Tagfahrt vor der Local-Commission auf Freitag, den 10. August d. I., Vormittags 9 Uhr auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck anberaumt. Der Eigenthümer des oben bezeichneten Geländes und etwaige Nebenberechtigte werden in Gemäßheit des Art. 24 des Gesetzes über die Enteignung des Grundeigenthums vom 26. Juli 1884 hierdurch aufgefordert; a. Einwendungen gegen den Plan bei Meldung des Ausschluffes und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung, b. Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meidung der Unterstellung der Annahme des • Angebots, 1 c. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschluffes mit solchen, d. Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bei Meidung des Ausschluffes mit solchen, s. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die benachbarten Grundstücke oder im öffentlichen Interesse zur Sicherung gegen Gefahren und Nachtheile nothwendig sind, etwaige noch unbekannte Ansprüchen und Rechte an das zu enteignende Grundstück in dem oben erwähnten Termin vorzubringen. Wenn dritte Personen als dinglich Berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältniffe bei der Enteignung betheiligt sind, so muß sie der Eigenthümer sofort nach Zustellung dieser Bekanntmachung uns bezeichnen, andernfalls bleibt er für diese Ansprüche verantwortlich. Falls die Betheiligten bis zum 1. August d. I. sich über die Bestellung eines Sachverständigen nicht geetmgt und denselben der Commission bezeichnet haben sollten, wird die Ernennung eines solchen durch die Localcommission erfolgen. Gießen, am 20. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Nr. 33 des Neichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 19. d. M., enthält: (Nr. 2189.) Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 18. Juli 1894. Gießen, am 23. Juli 1894. Großhrrzogliches Kreisamt Gießen. __________________v. Gagern.__________________ Deutsches Reich. Berlin, 21. Juli. In der vielbesprochenen Jnnungs- und Handwerkerfrage empfiehlt die officiöse „Nordd. Allg. Ztg." den Innungen, statutarisch zu bestimmen, daß, wer überführt werde, Pfuscharbeit, sei es an Ramschbazare oder an Private und, wie es in diesen Fällen meist geschehe, zu Schleuderpreisen geliefert zu haben, von der Innung ausgeschlossen sein soll, so gewönne damit die Jnnungsmitglied- schaft den Character einer dem Publikum bezüglich der Güte der erhaltenen Leistung übernommenen Garantie. Diesen Vortheil würde das Publikum sehr bald zu würdigen verstehen und beide Theile, die Handwerker und ihre Kunden, würden sich gut dabet stehen. Im Weiteren aber würde durch eine solche statutarische Satzung in Verbindung mit dem im § 100 e der Gewerbeordnung den bewährten Innungen ertheilten Privileg der Lehrlingshaltung auch die Lehrlingsfrage ein ganz anderes Aussehen als heute erhalten. — Nach neueren Berechnungen haben sich die Finanzen des Deutschen Reiches bedeutend gebessert und soll das zu deckende Deficit für das neue Etatsjahr nur 8 Millionen Mark betragen. Die Reichspost, die ReichSetsenbahnen, die Wechselstempelsteuer, die Zucker-, Salz- und Brausteuer weisen alle erhöhte Einnahmen auf, zeigen also auch eine Hebung des Geschäftsverkehrs. — Der in parlamentarischen Kreisen aufgetauchten Nachricht, daß der Reichstag wegen Berathung wichtiger neuer Vorlagen schon im October einberufen werden soll, wird in der officiösen „Nordd. Allgem. Ztg." widersprochen. Der Reichstag soll danach in diesem Jahre auch erst Mitte November einberufen werden. — Nach dreijähriger Abwesenheit ist der Retchs- commissar Major v. Wißmann wieder in Berlin eingetroffen. Er hat während dieser Zeit viel von Krankheit zu leiden gehabt. In den Kreisen der Freunde Wißmanns nimmt man an, daß er nicht wieder nach Afrika in die Tropen gehen wird. Man vermuthet, es werde ihm, bevor er definitiv aus dem Amte scheidet, ein Urlaub von einem Jahr bewilligt werden, den er zur Beschreibung seiner letzten Reisen benutzen dürfte. — Ueber dieUeberwachungsocialdemokratischer Rekruten in der Armee wird einem Berliner Localblatte geschrieben: Die Namhaftmachung der bezeichneten Rekruten in den Ueberwetsungslisten der Landwehrbezirke erfolgte zum ersten Male gelegentlich der Rekruteneinstellung im Jahre 1890. Mit dieser Maßregel ging die Zutheilung eines Theiles des brandenburgischen Ersatzes an die im äußersten Osten der Monarchie garnisonirenden Truppen Hand in Hand. Vom Jahre 1892 ab trat eine Classification insofern ein, als diejenigen Rekruten, die agitatorisch gewirkt haben, von den entweder regelmäßigen oder nur vorübergehenden Besuchern socialdemokratischer Versammlungen getrennt aufgeführt werden. Diese Mannschaften werden in unauf- Feuilleton. Der fatsche Preuße. Von Georg Paysen Petersen. (2. Fortsetzung.) Lag es dort wohlgeborgen? Konnte nicht der Vater zufällig in einem der Bücher lesen wollen und dabei das Päckchen entdecken? Nein, auch dieses Versteck tauchte nichts. Es ließ dem Knaben keine Ruhe,- noch spät in der Nacht stand er auf, zitternd vor Erregung holte er die ertragenen Groschen wieder hervor und mengte sie unter die Kupfermünzen seiner Sammlung. Dann suchte er sein Bett wieder auf, aber der Schlaf floh ihn, unruhig wälzte er sich auf ' seinem Lager umher. Tausend Möglichkeiten zogen an seinem Geiste vorüber,- entsetzlich, wenn auch nur eine derselben einträfe! — Er schalt sich, die mahnende Stimme des Gewissens zu betäuben, einen Narren- wie gering, wie verschwindend gering war doch die Wahrscheinlichkeit, entdeckt zu werden: der Krämer wohnte am anderen Ende der Stadt und kannte ihn nicht, deffen war Fritz sicher- aber wenn er Conrad Heßlein vielleicht erkannt hätte, wenn dieser sich durch ein unbedachtsames Wort verrieth, sich und ihn? Unsinn! Er würde schon schweigen. Endlich verfiel der Knabe in einen unruhevollen Schlaf voll beängstigender Träume. Ein Gensdarm saß auf seiner Brust und würgte ihn mit beiden Händen am Halse- immer fester und fester schnürten ihm die groben Fäuste die- Kehle zu - immer riesenhafter wuchsen die Glieder des Mannes, immer unheimlicher funkelten seine Augen. Nein, nicht ein Gensdarm war es, ein fauchend Ungeheuer, das ihn mit glühendem Athem zu ersticken drohte, das die Tatzen immer tiefer in seinen Hals krallte. Umsonst raffte Fritz alle Kraft zusammen, das Ungethüm abzuschütteln, umsonst schlug er mit den Armen wild um sich- eine Secunde noch und es war um ihn geschehen. Da ein letzter furchtbarer Ruck, ein Schrei — und Fritz erwachte. Angstschweiß troff ihm von der Stirn- er zitterte an allen Gliedern, aber es war doch nur ein Traum gewesen, ein entsetzlicher Traum. Gegen Morgen forderte die Natur ihr Recht und wieder I verfiel der von Gewissensbissen gefolterte Knabe in Schlafweit über die gewohnte Stunde hinaus schlief er, bis ihn endlich die Mutter weckte. „Kleide Dich schnell an, Fritz," k sagte sie ziemlich kurz, „Du sollst zum Vater kommen!" Im Wohnzimmer der Eltern saß der Vater am Sopha- i tische, vor sich das blaue Kästchen und einen großen Haufen Kupfermünzen, daneben die beiden Falschstücke und ein Häufchen Silbergroschen. Er hatte schon srüh am Morgen ein Lineal benutzen müssen und solches in Fritzens Schreibtisch gesucht; die dort herrschende Unordnung berührte ihn peinlich und als er einen abseits liegenden Kupferpfennig an den gehörigen i Ort legen wollte, entdeckte er dabet in dem blauem Kästchen die Silbergroschen. Das Fehlen des falschen Preußen erklärte ihm alles. Jetzt betrat Fritz das Zimmer. Der Morgengruß erstarb dem Knaben auf den Lippen. Schreckensbleich starrte er bald auf seine Münzsammlung, bald'auf den Vater. „Vergib mir!" kreischte er plötzlich auf, „Vater, vergib mir!" Mit weit vorgebeugtem Haupte blickte dieser seinen Sohn durchbohrend an. Das Anschwellen der Stirnadern, ein krampfhaftes Muskelzucken um Lippen und Mundwinkel ver- riethen die tiefinnerliche Erregung des jähzornigen Mannes, welcher — im Bewußtsein seiner Schwäche und mühsam seine Aufwallung bemetsternd — sich erhob und wortlos zur Thür htnausschritt, indem er einen Blick unsäglicher Verachtung auf Fritz warf. Gebrochen, vernichtet stand der Knabe da, vor Scham unfähig, das Auge zu erheben. Da hörte er das leise Weinen der Mutter- er stürzte ihr zu Füßen, er um« klammerte ihre Knie - reumuthig bekannte er alles und flehte um Verzeihung. „Geh auf Dein Zimmer, Fritz!" sagte die Mutter endlich und versprach dem Bittenden, mit dem Vater reden zu wollen. Der Knabe ging. Bald trat der Vater zu ihm herein. „Deine erste Pflicht ist es, das Unrecht ungeschehen zu machen," sagte er, ohne den Sohn eines Blickes zu würdigen und legte das unrechte Gut vor diesen hin, dazu ein Zehngroschenstück. „Geh hin und tausche Dir den falschen Thaler wieder ein; das Weitere findet sich hernach!" Es war eine bittere Stunde, in welcher sich der zwölfjährige Knabe aufmachte, um bei dem Krämer, den er gestern betrogen hatte, sein Unrecht zu sühnen. Schwer genug mag ihm der Gang geworden sein, denn er hat mir nochmals gestanden, daß er immer und immer wieder an dem Laden vorübergegangen sei, ohne sich hinein zu getrauen; endlich faßte er sich ein Herz und trug dem Händler sein Anliegen vor. Zu spät! Der Mann hatte noch am gestrigen Nachmittag den empfangenen Thaler als falsch erkannt, ihn in aufwallender Entrüstung sofort aufs Poltzeiamt getragen und dabei die Meldung gemacht, daß zwei Quartaner des städtischen Gymnasiums ihn mit diesem Geldstücke betrogen hatten. Die farbigen Klaffenmützen hatten die Knaben verrathen. „Du loser Vogel!" entgegnete der Krämer auf Fritzens kleinlaute Beichte, „wie heißt Du denn?" Der Junge nannte seinen Namen, den der Mann niederschrieb. „Ich werde mit Deinem Vater sprechen," sagte er dann, indem er das zurückerstattete Geld einftrich, „den falschen Thaler aber kann ich Dir nicht wiedergeben, ich habe ihn der Polizei ausgeliefert." Weder der Händler noch Fritz hatten eine klare Vorstellung von der Tragweite dieses letzteren Umstandes. Der Schaden war ersetzt, das Falschstück mit Beschlag belegt worden, damit war die Sache erledigt, so dachte der Krämer; Fritz aber schlich niedergeschlagen heim, wo er ohne Zweifel noch eine empfindliche Züchtigung zu erwarten hatte. Als der Knabe nun im Hause die falsche Münze nicht aushändigen konnte und berichtete, sie sei bereits der Polizei übergeben, erbleichte sein Vater; er eilte sofort zum Doctor Heßlein, dem Vater von Fritzens Mitschuldigen, und mit diesem zu dem betrogenen Krämer. Nach kaum einer Stunde standen alle drei Männer auf dem Polizeiamt, wo sich der Krämer bereit erklärte, seine Klage zurückzuziehen. Umsonst — die Sache war anhängig gemacht worden und — einmal der Staatsanwaltschaft überwiesen — konnte sie nicht mehr niedergeschlagen werden. (Fortsetzung folgt.) fälliger Weise überwacht. In der dienstlichen und außer- z dienstlichen Behandlung des Soldaten, der vor seiner Einstellung der socialdemokratischen Partei angehört hat, den anderen Mannschaften gegenüber wird nicht der geringste sonstige Unterschied gemacht. Berlin, 21. Juli. Der ehemalige Hauptmann O'Dan ne, welcher früher Erzieher des Kaisers Wilhelm gewesen ist und jetzt, nachdem er bereits früher wiederholt wegen Betrügereien gerichtlich zur Verantwortung gezogen worden war, eine dreijährige Haftstrafe wegen Betrugs verbüßt, wurde heute wegen schweren Urkundenfälschung zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. O'Danue hatte, um seine Flucht zu bewerkstelligen, einen staatsanwaltschaftlichen Entlassungsbefehl gefälscht. Der Staatsanwalt beantragte V/2 Jahre gegen O'Danne. Berlin, 21. Juli. Der Reichstagsabgeordnete v. I a g o w, der zum Landrath des Kreises Salzwedel ernannt worden und dessen Mandat dadurch erloschen ist, hat dem Bureau des Reichstages die Ntederlegung seines Mandats angezeigt. Herr v. Jagow gehörte zur deutsch-couservativen Partei und vertrat den zweiten Magdeburgischen Wahlkreis Osterburg- Stendal. Berlin, 21. Juli. Die „Statistische Correspondenz" beziffert den Saaten st and in Preußen Mitte Juli für Winterweizen mit 2,7, Sommerweizen 2,6, Winterspelz 2.0, Sommerspelz 2,0, Winlerroggen 2,5, Sommerroggen 2,7, Sommergerste 2,3, Hafer 2,3, Erbsen 2,4, Kartoffeln 2,7, Klee 3,1, Wiesen 2,5. Die Ernteaussichten gestalteten sich bester, als nach den Juniberichten erwartet wurde. Die warme Witterung und erheblicher Regen Übten günstigen Einfluß aus. Mit dem Mähen des Roggens wurde in den meisten Bezirken begonnen. Sommergerste verspricht eine zufriedenstellende Ernte. Hafer ist meist kurz im Stroh, Erbsen sind fast ausnahmslos von Mehlthau befallen. Die Kartoffeln sind vielfach lückenhaft aufgegangen, der zweite Schnitt des Klees berechtigt zu guten Hoffnungen. Breslau, 21. Juli. Zum 8. deutschen Turnfeste prangt die Stadt im schönsten Festschmuck. Bor- und Nachmittags trafen über 12,000 fremde Turner mit einigen dreißig Sonder- und fahrplanmäßigen Zügen ein. Trotz des riesigen Verkehrs wickelte sich alles in größter Ordnung ab. Die Feftstimmung ist allgemein. Stuttgart, 21. Juli. Die thierärztlichen Landesvereine von Baden, Elsaß, Hesten, Heffen-Nastau und Württemberg waren erstmals zu gemeinsamer Tagung hier versammelt- mehrere Hundert Thierärzte Südwestdeutschlands waren anwesend. Es sprachen Oberregierungsrath Lydtin- Karlsruhe über die Staatsthierheilkunde, Professor Vogel- Stuttgart über die Fieberbehandlung, Obermedicinalrath Lorenz-Darmstadt über Serumtherapie und Professor Ltpke- Stuttgarl über Immunität. Arrrlarr-. Wien, 21. Juli. Nachträglich wird nach hier gemeldet, daß am 16. d. Mts. auch in der Gegend von Königgrätz ein Erdbeben stattgefunden hat. Daffelbe dauerte circa eine halbe Minute, verursachte jedoch keinen Schaden. Die Erdstöße wiederholten sich am 17. dreimal. Rom, 21. Juli. Dor der englischen Botschaft platzte in vergangener Nacht eine Eisenbombe, ohne tndeß Jemand zu verletzen oder sonstwie erheblichen Schaden anzurichten. Mailand, 21. Juli. Caserio schrieb an den hiesigen Advocaten Podreider, er möge seine Verteidigung übernehmen. Pari«, 21. Juli. Während der Leichenfeier für den Academiker Lelonte de LiSle hatte sich ein schlecht gekleideter Mann, aus dessen Rocktasche ein großes Messer hervorsah, in die vorderste Reihe der Theilnehmer vorgedrängt. Als er neben Du Taigny, dem Vertreter des Präsidenten Casimir Perier stand, zog er das Messer hervor, warf jedoch dasselbe fort, da er sich überwacht sah. Der Mann, ein Straßenverkäufer Namens Dumas, wurde verhaftet. Er soll geisteskrank sein. Paris, 21. Juli. Gutem Vernehmen nach ist die Vereinigung der öffentlichen Sicherheitspolizei mit der Polizei- präfectur beschloffene Sache. Paris, 21. Juli. Dem „TempS" wird aus Douai gemeldet, daß daselbst ein von der Polizei verhaftetes Individuum beim Verhör erklärt habe, wenn Caserio seinen Anschlag verfehlt hätte, würde er — der Verhaftete — Carnot ermordet haben. Obgleich der Verhaftete ziemlich geistesschwach sei, lege man seinen Angaben doch einigen Werth bei, da seine Beziehungen zu mehreren berüchtigten Anarchisten erwiesen seien. Lyon, 21. Juli. Drei höchst gefährliche Anarchisten wurden in einer Kaserne verhaftet, als sie Brochüren aufreizenden Inhalts unter die Soldaten ver- theilten. Lyon, 21. Juli. Der Präsident des Assisenhofes besuchte gestern Caserio in seiner Zelle, welcher erklärte, daß er von der Berufung in keinem Falle Gebrauch zu machen beabsichtige. — Die Anarchistenfrage in Frankreich scheint der Regierung zunächst keine Verlegenheiten zu bereiten, denn die Deputirtenkammer setzte die Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die Unterdrückung des Anarchismus ohne Zwischenfall fort. Mehrere Anträge der Soctalisten und Radicalen, welche dahin gingen, daß den Schwurgerichten die Aburtheilung der Vergehen der anarchistischen Presse erhalten bleibe, wurden abgelehnt. Charpentier (Socialist) vertrat seinen Antrag, wonach zwischen der Aufreizung von Militärpersonen zum Ungehorsam in Friedenszeiten und in Kriegszeiten ein Unter- schied gemacht werden soll und rief damit starke Bewegung hervor. Der Präsident ertheilte mehrere Ordnungsrufe. Der Antrag Charpentiers wurde darauf mir 426 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Hierauf nahm die Kammer den Artikel 1 des Gesetzentwurfes, wonach die Vergehen der narchistischen Presse den Zuchtpolizeigerichten überwiesen werden, mit 297 gegen 205 Stimmen an. Brussel, 21. Juli. Von den in Anderlues vor zwei Jahren bei einer Explosion schlagender Wetter umgekommenen 300 Arbeiter konnten bis jetzt 80 Leichen geborgen werden. Man glaubt, in der nächsten Zeit wettere 70 Leichen zu Tage fördern zu können. Loudon, 21. Juli. In den nächsten Tagen wird bei Gladstone eine weitere Augenoperation vorgenommen. Loudon, 21. Juli. Die beiden Anarchisten Camphell und Guenin, welche in einer Anarchistenversammlung in Dover die Ermordung der Königin und ihrer Familie gefordert hatten, werden Mitte nächster Woche vor das Schwurgericht gestellt werden. Petersburg, 21. Juli. An Cholera erkrankten, resp. starben vom 15. bis 21. Juli in Petersburg 1292 bezw. 584, vom 14. bis 19. d. M. in Kronstadt 58 resp. 18., vom 8. bis 14. d. M. in Warschau 63 bezw. 25. In den Gou- vernements Petersburg 247 resp. 34, Warschau 157 resp. 77, Kowno 76 resp. 27, Nowgorod 1 resp. 1, Tula 1; vom 1. bis 14. Juli in den Gouvernements Grodno 32 resp. 15, Radom 243 bezw. 103; vom 1. bis 7. Juli in Kurland 11 resp. 8, in Livland 2 resp. 1, in Petrikau 10 resp. 3, in Plozk 47 resp. 16. Warschau, 21. Juli. Der Commandant der gesammten Grenzwache der westlichen Gouvernements hat angeordnet, daß die ihm unterstellten Offiziere kein polnisches Dienstpersonal haben dürfen. Warschau, 21. Juli. In Folge der Ausbreitung der Cholera wurden auch im Wetchselgebiet die Reservistenübungen sistirt. Neueste Nachrichten. Depeschen de» Bureiui »Herold". Altona, 22. Juli. Eine Feuersbrunst vernichtete während der verfloffenen Nacht im Dibbern'schen Posamentier- waarenlager bedeutende Waarenvorräthe. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Mark. Paris, 22. Juli. Das neue Anarchiftengesetz ist durch den von der Kammer angenommenen Zusatzantrag derart abgeschwächt, daß die Regierungsvorlage verurtheilt erscheint. Heute tritt die Commission zusammen, um zu sehen, was noch zu retten ist. Loudon, 22. Juli. Ein Telegramm aus Shanghai meldet ein dort umlaufendes Gerücht, daß zwischen China und Japan der Krieg erklärt sei. Die Chinesen blockiren die nördliche Zufahrt des Jangtsakiang und nöthigen die Schiffe, beim Fort Wusung zu passiren. In Aokohama ist die Nachricht verbreitet, daß 12 000 Mann chinesischer Truppen nach Korea abgehen. Die Lage ist beunruhigend. Cecdei mtfc j)rsvin;1elle» Gietzeu, den 23. Juli 1894. * * In dem Staatsbudget für die Finanzperiode 1894/97 sind Mittel vorgesehen, aus welchen im Bedürfntßfalle die Aufbefferuug der Peufioueu der vor dem 1. April 1891 in den Ruhestand versetzten Civtlbeamten und der seiner Zeit nicht in den Verband der Königlich Preußischen Armee übergetretenen hessischen Offiziere und Militärbeamten erfolgen soll. Nach den Erläuterungen zu der betreffenden Anforderung steht die Entscheidung über die Gesuche um Aufbesserung der Ruhegehalte dem Staatsministerium zu, an welche Behörde demgemäß etwaige Anträge zu richten sein werden. Im Uebrtgen ist hervorzuheben, daß der erhöhte Ruhegehalt im Ganzen den Betrag von 3600 Mark nicht überschreiten darf, auch eine Aufbesserung nicht bewilligt werden kann, wenn der betreffende Pensionär notorisch, bezw. nach Ausweis seiner Einschätzung zur Einkommensteuer aus anderen Quellen ebensoviel oder mehr zu beziehen hat, als die zulässige Pensionserhöhung (bei einem Ruhegehalt bis zu 2000 Mark: 10 pCt., bei Ruhegehalten von,2000 Mark bis zu 3600 Mark: 10 PCt. von 2000 Mark und 5 pCt. für den verbleibenden Theil betragt. * * Feuer. Heute Nacht gegen 1 Uhr gerieth die Herrn Chr. Jungblut Rodheimerstraße No. 2 gehörende Scheune auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in Brand. Das Feuer griff verhältnißmäßig schnell um sich und ist es dem raschen Eingreifen beider hiesigen Freiwilligen Feuerwehren zu verdanken, daß dasselbe auf seinen Heerd beschränkt blieb. Bereits nach ^stündigem kräftigen Eingreifen konnten die Wehren wieder abrücken. Es brannte das Dach, sowie die Vorräthe der Scheune nieder. Die Holzwände sind stark beschädigt. iM * ♦ Brandstiftung. Gestern Abend zwischen 10 und 11 Uhr wurde ein in der Senkenbergstraße in der Nähe des botanischen Gartens lagernder Haufen Deckreißig in Brand gesteckt. Trotzdem man bereits den Feuerschein am Himmel gesehen, wurde das Stürmen noch glücklicherweise dadurch verhindert, daß Soldaten das Feuer alsbald löschten. * Blitzschlag. Bei dem ersten gestern Nachmittag stattgehabten Gewitter schlug der Blitz in einen im Felde an der Marburgerstraße sitzenden Kornhaufen und entzündete denselben. "* Selbstmordversuch. Am SamStag Abend wurde ein Handwerksbursche in bie Klinik ausgenommen, welcher einen mißlungenen Selbstmordversuch durch Ertränken in der Lahn unternommen und sich dann die Pulsadern zu öffnen versucht hatte. Als Ursache gab er ein langjähriges unheilbares Leiden an. • * Durchgegaugened Pferd. Heute Vormittag ging einem Fuhrmanne am Kirchenplatz das Pferd mit einem mit altem Eisen beladenen Wagen durch. Eine Eisenplatte war vom Wagen herunter dem Pferde gegen die Hinterbeine gefallen, wodurch eS wild wurde. Der Fuhrmann erlitt eine Verletzung am Hinterkopfe. * * Zur Statistik fder deutschen Universitäten. Auf dew 21 deutschen Universitäten weilen zur Zeit 32 618 Studenten, von denen 4575 der theologischen Facultät angehören und zwar kommen auf die evangelische Theologie 3260, auf die katholische 1315 Studirende. Die Zahl der Juristen, Cameralisten und Forstwissenschaftler beläuft sich auf 7506, die der Mediciner, Chirurgen und Pharmaceuten auf 8551, die der Philosophen, Philologen und Mathematiker auf 7176. Auf diese Zahl von Studirenden kommen 2513 akademische Lehrer, nämlich 1779 ordentliche Professoren, 550 außerordentliche Professoren, 61 Honorarprofessoren, 705 Privat- docenten, Assistenten, Repetenten und schließlich noch 142 Sprach- und Exercitienmeister. Der Zahl der ordentlichen Professoren nach folgen die Universitäten so aufeinander: Berlin 84, München 68,* Leipzig 66, Bonn 64, Göttingen 63, Breslau 62, Straßburg 60, Halle 54, Tübingen 51, Marburg 47, Königsberg 46, Greifswald 44, Heidelberg 43, Erlangen 42, Gießen 41, Jena und Würzburg 37, Kiel 36, Rostock 31, Münster 22. In Deutschland kämen also nach- diesen Zahlen auf einen ordentlichen Professor etwa 18 bis 19 Studenten. Das tatsächliche Berhältniß ist aber ein ganz anderes, indem an größeren Universitäten die Professoren oft wett über 300 Zuhörer haben, während an kleineren die Zahl derselben oft beträchtlich unter die angegebene Durch- fchnittsziffer sinkt. Die hohe Zahl der Docenten an den größeren Universitäten könnte leicht zu einer Unterschätzung der kleinen Universitäten führen. Man darf aber aus der großen Zahl der Docenten nicht den Schluß ziehen, daß die Studiengelegenheit an einer solchen großen Universität besonders günstig sei. Das ist keineswegs der Fall, eher trifft das Gegentheil zu. Es fehlt dort ein wichtiges, ja unumgänglich nothwendiges Moment akademischen Lehrens und Lernens, nämlich der persönliche Verkehr des Lehrers und der Schüler- Unter den 84 ordentlichen Professoren Berlins ist wohl keiner, dem es möglich wäre, mit dem auf ihn entfallenden Bruch- theil der dort weilenden 8450 Studenten in nähere Berührung zu kommen. Grade für die Fächer, in denen^'sich mit der Vorlesung noch practischeS Arbeiten verknüpfen soll, ist dies aber nothwendig. Man kann deshalb behaupten, daß die kleinen Universitäten für die Wissenschaft eine Lebensbedingung sind und eine straffe Centralisation wäre auf diesem Gebiet von keiner günstigen Wirkung. * * Die 34. Wauderverfammlung deS Oberheffischen BieueuzüchtervereiuS wurde gestern Nachmittag durch eine Ausstellung von Bienenvölkern, Bienengeräthen, Honig und Wachs eröffnet, die sehr reich beschickt ist. Neben dem hier und in der Provinz Oberhessen gewonnenen Honig ist auch solcher aus Rheinhessen, welcher sich durch helle Farbe auszeichnet, ausgestellt. Von hiesigen und benachbarten Ausstellern waren u. A. gestern vertreten: Lehrer Grün vor» Reiskirchen mit sehr schönem Honigsortiment, Waben und einem Bienenvolk, Zöck l er-Gießen mit Honig, präparirterr Bienen und Wachs, Ph. Bauer-Gießen mit Honig, Lehrer Böckner-Heuchelheim mit Honig, Aug. Saame-Gießen mit Honig und Wein, Ltndenstruth-Beuern mit Honig, Lehrer Döll-Wieseck mit Honig und Wachs, Völsing- Garbenheim mit Honig, Zimm er - Wieseck mit Honigs Lehrer Spitz-Gießen mit Honig, Schneider-Heuchelheim mit Honig, Patz-Gießen mit Honig. Wir kommen auf den wetteren Verlauf der Versammlung zurück. A Ruder-Regatta. Theilweise begünstigt von schönstem Wetter wurde die Vierte Ruder-Regatta auf der Lahn gestern Nachmittag 3 Uhr eröffnet. Der Besuch auf dem Regattaplatz mar ein recht guter, und mit Interesse, welches zeitweilig größter Spannung Platz machte, wurden die einzelnen Nennen verfolgt. Dem während der Pause nach dem sechsten Rennen niedergehenden Gewitter hielten die Besucher tapfer Stand. Glücklicherweise folgte mit Beginn der weiteren Rennen das schönste Wetter, welches den ganzen Abend anhielt. Die Leistungen der Mannschaften waren recht befriedigend, ganz besonders sei das gute Training der Gießener Rudergesellschaft hervorgehoben, welches der Juniormannschaft zum Siege verhalfen. Die Bahnlänge betrug für sämmtliche Rennen 1900 Meter stromabwärts. Die Vorrennen fanden Vormittags statt. Die Haupt-Rennen hatten folgenden Verlauf: 1. Einser für Juniors. Ehrenpreis nebst einem Ehrenzeichen. Am Start: R. Groß vom Wetzlarer Ruder- Club und Hch. Klein vom Mainzer Ruder-Verein. Letzterer übernahm vom Start ab die Führung und ging mit 8 Min. 2/ß Sec. durchs Ziel; Groß - Wetzlarer Ruder - Club mit 8 Min. 26 */5 Sec. 2. Erster Vierer. Wanderpreis der Stadt Gießen. Ehrenpreis nebst 5 Ehrenzeichen. Gewinner in 1893: Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania". Am Start erschien Gießener Ruder • Gesellschaft und ging mit 7 Min. 10 Sec. über die Bahn. („Germania" in 1893: 6 Min. 56 y6 Sec.). 3. Zweiter Vierer. Ehrenpreis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Ruder-Gesellschaft nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start: Ruder-Verein Kaffel, Ruder- Gesellschaft Oberrad. Es zeigt sich ein scharfes Rennen der im Anfang sich gletchbleibenden Gegner, bis nach y3 Bahnlänge Ruder-Gesellschaft Oberrad spurtet und die Führung mit über3 BootSlängen erhält.,Ruder-Gesellschaft Oberrad 7Min. 13 Sec., Ruderveretn Kaffel 7 Min. 48 .Sec. 4. Dollenzweier für Juniors. Ehrenpreis nebst 3 Ehrenzeichen. Am Start: Ludwigshafener Ruder- Verein, Ruder-Gesellschaft Oberrad. Ludwigshafener Ruder- Verein setzte scharf ein, jedoch gewann Ruder - Gesellschaft Oberrad die Führung und ging mit 8 Min. 413/5 Sec. durchs Ziel, Ludwigshafener Ruder-Verein 8 Min. 59 Sec. 5. Einser. Lahnpokal, gestiftet vom Deutschen Ruder - Verband. Wanderpreis nebst 1 Ehrenzeichen. Gewinner 1893: Herr Alb. Rübsamen von der Gießener Ruder- Gesellschaft. Derselbe ging auch diesmal allein über die Bahn in großartigem Stil, würdig des Meisters von Deutschland. Zeit: 7 Min. y4 Sec. (gegen 7 Min. 45 Sec. in 1893)» Herzog empfingen am 21. Juli u. A. den Profesior Br. Elbs von der Landesuniversität Gießen. Mainz. 21. Juli. Der in weiten Kreisen bekannte Bürgermeister Clan ter von Monzernheim ist heute Morgen verstorben. Er wurde vorgesten von einem wild gewordenen Stiere zusammengerissen und derart verletzt, daß er den erhaltenen Wunden erlag. Derte^e, Land, und volk»wirth,chaft. Grünberg, ! 21. Juli. Fruchtpreise. Weizen JL 14,38. Korn X 13,78, Gerste X 12,98, Hafer X 15,44, Erbsen X 00,00, Linsen 00,00, Wicken A 00,00, Lein JL 00,00, Kartoffeln JL 5,04, Samen vtL 19,94. Bekanntmachuug Betr.: Die Löber'sche Stiftung. Aur obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mark jährlich an A11 ä« ^en in Gießen geborenen, verwittweten Handwerker zu vergeben, welcher VTÖLITVI. Ö.UÖ» [6062 Bekanntmachung, j qm «Ndr. Euler, Stetnstraße 7, N da- 69] Wohnung von 6 Zimmern und qm bei 31 qm bei diensttauglicher Vogelsberger Rasse im Alter von Vit bis 5825] Gnauth. Flur 6092 v. Gagern. Thurmefih 1663 qm 1663 qm da- 1662 qm 2494 qm da» da- da- da- da- am da- Mermiethungen. 6044 da- Acker Acker Flur Flur Flur Flur Flur 25 Flur 25 Flur Flur Flur Flur Flur vor da- Acker Acker Acker Acker da« Acker daselbst, Nr. 90 — 2900 Wagen u. v. a. 6104 Geitzler, Gerichtsvollzieher. 25 Nr. 149 - 1081 der Rodhohl, 25 Nr. 159 — 2694 Flur 23 Nr. 157 — 1950 qm Acker daselbst, Tannin, Schwefelspan, Schwefelfade«, Raffinade, Korke, Filtrirpapier, Pergamentpapier, Eolophoninm, Salieylsilnre, Hansenblase dem Weiher, Nr- 49 — 3213 qm Acker vorzüglicher Qualität in verschiedenen Sorten stets vorräthig. 2 Jahren Gr. Bürgermeisterei Wieseck. dem Weiher, Flur 25 Nr. 43 - 2262 qm Acker daselbst, Das Pferdefleisch ist das gesündeste Fleisch. 2 Psd. Pserdesteisch kocht eine kräftigere und schmackhaftere Suppe als 3 Psd. Ochsenfleisch. Empsehle prima Fleisch ä Psd. 30 Psg. [6046 Kestler, Roßschlächter. daselbst, t 18 Nr. 1,5 — 294 qm Grabgarten 18 Nr.^Nico — 206 qm Acker da- einen guten Ruf besitzen, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt haben und wahrhaft dürftig sein muß. Anmeldungen werden von heute an binnen 8 Tagen auf dem Bureau der Armenkasse entgegengenommen. Gießen, den 20. Juli 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. ____ Aeikgeöotenes. Cafe-Conditorei Kettler. Dienstag den 21. August, Nachmittag? 3 Uhr, selbst, 18 Nr. 10 — selbst. der alten Sandkaute, 31 Nr. 91 — 9125 qm Wiese Futzbodenanftrich, sowie alle übrigen Lacke u. Farben empfiehlt August Noll, 2793] Bahnhofstr. 51. Flur 23 Nr. 158 — 5088 qm Acker da- selbst, Flur 24 Nr. 68 — 3350 qm Acker au dem Barresgraben, Flur 24 Nr. 105 — 2819 qm Acker halben Zehnten Flur 24 Nr. 106 — 282s qm Acker selbst, Nr. 48 — 3050 qm Acker selbst, Flur 25 Nr. 50 — 3212 qm Acker Flur 25 Nr?102,s — 1781 qm Acker auf auf der Warth, Flur 25 Nr. 42 — 3488 qm Acker vor sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem »tetttett Victor Hugo von Nor- beck zur Rabenau in der Gemarkung Gießen gelegenen Immobilien LlnSein- On>‘ÄVa-%'37 qm HoftMhe zwischen dem Mittelweg und der Chausiee, 18 Nr- 1,3 — 294 qm Grabgarten TUy des Hrn. Buchhänd- $>vV ÄUUCH ier Krebs ist per 1. October anderweit zu vermiethen. 4354 I. H. Knhr, Sonnenstraße 25. Gährmaschiueu Weinsteinsllure, Ein Kaden> geschäft betrieben wird, ist per November a. c. zu oer- miethen. Räumlichkeiten nach Bedarf vorhanden. 6057 E. rteinhLnser, Neuen Bäue 17. 6 Jun'ior» Vierer. Ehrenpreis, gestiftet von Gießener Damen, nebst fünf Ehrenpreifen Am Start : Frankfurter Ruder.CIub, Gießener Rndergefellichaft. Ersterer bekommt bU Führung und geht mit 7 Min. 14'/; See. durchs Ziel, Gießener Ruderzefellschaft in ehrenvoller Niederlage mit 7 Min. 201/k Sec. 7 Zweiter Einser. Ehrenpreis nebst 1 Ehrenzeichen. Am Stan- Mainzer Ruder-Verein, Wetzlarer Ruder-Club. Da« Rennen hatte noch etwas unter dem während der Pause niedergegangenen Regen zu leiden. Wetzlarer Ruder-Club konnte gegen Mainzer Ruder-Verein trotz größter Bemühung nicht aufkommen, infolgedessen Mainzer Ruder - Verein mit 7 Min. 5775 Sec., Wetzlarer Ruder - Club mir 8 Min. 10»/- Sec. die Bahn zurücklegte. 8. Do llen-Zweier. Ehrenpreis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Ruder - Gesellschaft nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start: Ludwigshafener Ruder-Verein, Wetzlarer Ruder-Club. Nach scharfem Kampf siegt Ludwigshafener Ruder-Verein mit 8 Min. 19V5 Sec. über Wetzlarer Ruder-Club mit 8 Min. 25 Sec. 9. Anfänger-Vierer. Universitätspreis, gestiftet von dem Professoren - Collegium der Universität Gießen, nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start (durch das Vorrennen entschieden): Acad. Ruder-Club „Rhenus"-Bonn, Heidelberger Ruder-Club. empfiehlt die Adler-Drogerie, Seltersweg 39, Otto Schaaf. der Sandkaute | öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 9. Juli 1894. Großh. Ortsgericht Gießen- I. A-: Bogt. 5710 Das Rennen gestaltete sich zu einem recht interessanten, „RhenuS"-Bonn kann gegen den trefflichen Schlag der Heidelberger nicht auskommen, so daß Heidelberger Ruder - Club mit 7 Min. 8 Sec. siegt, Acad. Ruder Club „RhenuS"-Bonn bei sonst guter Führung 7 Min. 182/5 Sec. 10. Dollen-Vterer für Juniors. Ehrenpreis, gestiftet vom Regatta - Comite, nebst 5 Ehrenzeichen. Am Start: Gießener Ruder-Gesellschaft, Wetzlarer Ruder-Club. Erstere übernimmt vom Start ab die Führung und geht mit 7 Min. 3P/5 Sec. durchs Ziel. Wetzlarer Ruder-Club gibt nach 3/6 Bahnlänge das Rennen auf. Damit waren die Rennen beendigt. Hierauf erfolgte unter lebhafter Begrüßung der siegenden Mannschaften die Preisvertheilung. Am Abend vereinigten sich noch Ruderer und Nicht - Ruderer nebst Familien in Steins Saalbau zur Reunion, mit welcher das schöne Sportfest seinen Abschluß fand. ** Kalligraphie-Cursus. Herr Kalligraph Gottlieb wird nunmehr seinen angekündigten Schönschreibcursus im Hotel Schütz eröffnen und werden Meldungen daselbst noch entgegengenommen. Herrn Gottlieb stehen die besten Empfehlungen zur Seite und steht hier durch seine seit Jahren abgehaltenen Kalligraphie-Curse im besten Andenken. Darmstadt, 22. Juli. Se. König!. Hoheit der Groß- i 55^5] Schöne Mansarden-Wohunng best. aus 4 Zimmern nebst allem Zubehör an ruhige Mielher zu vergeben. 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Flur 18 Nr. 13 — selbst, Flur 18 Nr. 16,7 — 2900 qm Acker selbst, Flur 18 Nr. 18,7 — 6242 qm Acker selbst, Flur 18 Nr. 14 — 3825 qm Acker " selbst, Flur 18 Nr. 21 — 3400 qm Acker Flur 18 Nr.^22Vi° — 2337 qm Acker da- Flur 18 N?23,s — 2082 qm Acker daselbst, Flur 18 Nr. 24,3‘/ioo — 1712 qm Acker daselbst, Flur 23 Nr. 149 — 6825 qm Acker (auf dem Aulweg, binterchem Weiher, 7b| 3n meinem Neubau, Dteinstraße ll», nächst der Nordanlage, ist der zweite Stock mit 5 Zimmern und allen Bequemlich- : «eben de« Marttlauben sofort oder ! später zu vermiethen. 6088 I. Rotheubergei:, Lindenplatz 8. Daselbst: 1 Kassenschrank, 1 Secretär, ‘ Schreibpult zu verkaufen. » 6089] Die Parterrewohnung Grün- ^-AA^bpult zu verkmrfen.------ beraerstr. 24, anderweit zu vermiethen.1 5117] Zwei freundliche Zimmer sofort Wilhelm Hammel, Grünbergerstr. 27. zu vermiethen. Dammstraße 41. Stallung, Remis-, Burschengelatz, allem Zubehör Mort zu vermiethen. 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Die Arbeiten und Lieferungen zur Erweiterung des Bahnwärterhanses Nr. 3 (an der Licher Straße bei Gießen), veranschlagt zu rd. 1200 Mk, sowie zur Errichtung eines Stallgebllrrdes bei demselben im Anschläge von rd. 900 Mk sollen vergeben werden- Die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen liegen aut dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten sowie des Herrn Eisenbahnbaumeisters Roth in Gießen zur Einsicht offen- Schriftliche Angebote sind bis zum 3. August hierher einzureichen. Alsfeld, den 21. Juli 1894 Der Großherzogl. Etsenbahnbaumeister- 6095__Simon._________ Mittwoch 25. Juli l. I., Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: 1 Saloneinrichtung, mehrere Atm* mereinrichtnngen, 1 eichenes Buffet, einzelneSophas,Kleiderschränke,Spiegel, Bilder, Glasschränke, 12 vollst.Betteu, Meyers Conv-Lexicon, mehrere Jagdflinten, 1 Sommerwagen, 1 Landauer, 4 Kühe, 1 Pianino, 1 Hobelbank, 2 schw- Zwei Keller unter dem Schulhause in der Schillerstraße sind anderweit Flur 2b Nr. dl - 3212 qm Acker dazu vermiethen. Näheres über Be- - — '“ij ‘ dingungen und Preis ist bei der Heidelbeeren treffen heute Dienstag in der Schul' »ratze zu billigem Preis ein» 6103s__________Ferber, Dienstmann. Neues Sauerkraut empfiehlt H. Klotz, Mäusburg 17. (6036 Oute Speisekattosseln, (Arührosa), pro Gentner 8 Mk. 50 Pfg. frei ins . )aus- [6109] «itz, Marburgerstr. 65. Alte Kartoffeln i verkauft Z Lein, Walltborstr. 19- Kauft Thurmelin mit bet Schutzmarke: „ein Jnsekten- jäger", fabrizirt von A. 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