Nr 18 Erstes Blatt. Donnerstag den 24 Mai 1894 Der chiehener Xejfigrr erschein» täglich, mit Ausnahme bcS Montags. Dir Sießcnrr AamiliendtLIier TO erben dem Anzeiger TOächentlich dreimal btißdtgL Gießener Anzeiger Keneral-Wnzeiger. Vierteljähriger X6#nHrmret5Frei»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. «eboction, Hptbitto» und Druckerei: -«t»rftraßcAr.7. Frrnfprcchrr bl. Aints- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenben Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. chratisöeitage: Gießener Kamilienblätter. Alle Annoncen-Burraux de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Amtliche»» Lheil. Bekanntmachung, betreffend das Ober-Ersatzgeschäft für 1894. Das Ober.Ersatz.Geschäft für 1894 wird im Kreise «letzen Freitag den 8. Juni im Nathhause zu Lich, Vor- mittags 8 Uhr, Samstag den 9. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Montag den II. Juni in dem Schulhause in der Schul- straße zu Gießen, 'Vormittags 8 Uhr, Dienstag den 12. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Mittwoch den 13. Juni daselbst, Vormittags 8 Uhr, Donnerstag den 14. Juni im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grünberg, Vormittags 8 Uhr, stattfinden. Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Grobherzoglichen Obrr-Ersatz'Commission im Bezirk der 49. Infanterie- Brigade in sämmtttchen Aushebungsorten zu ge* stellen: a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen, soweit denselben eine besondere Ladung zugeht ; b. die zum Landsturm I in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen; c. die zur Ersatz-Reserve in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen ; d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; e. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaßenen Soldaten; f. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden betontere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den betreffenden iinvcrzüalich zuzustellen sind. Dcr Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzewen. Die Mi- litärpflichtigen sind anßerdem anznweisen, ihre Loosnngsscherne mit znr Stelle ;n bringen. Die znr Benrtheiluug von Rcclamattoncn m Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen. Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anznzeigen unh ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weg- gezogen ist, zugleich auzugeben, wohin derselbe verzogen ist. Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- Ersatz-Geschäfte dis zum Schluß des gelammten Geschäfts selbst anwesend zu sein, um bei der Untersuchung von Feld- dienstuntauglichen sowie Invaliden eo. Auskunft geben zu können, auch haben sich dieselben darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechend, eine Stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle sind. Gießen, am 20. Mai 1894. Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Melior. Bekanntmachung, betr. die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Das Großherzogi. Ministerium des Innern und der Justiz hat der greifrau Doretle von Schenk zu Schweinsberg die Genehmigung zur Vornahme einer Verloosung von Gebrauchsgegenständen, deren Erträgniffe zum _ Besten des Einkaufs einer kranken Lehrerin in das Darmstädter Tiako- niffenbaus Verwendung finden sollen unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 8000 Loose zu 50 Pfennig da» Stück, ausgegcben werden dürfen und daß der durch einen beendigten Sachverständigen zu ermittelnde Werth der Gewinn- gegenstände mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose erreicht. Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum jedoch nur in der Weise gestattet worden, daß der Absatz der Loose nicht im Wege öffentlichen Verkaufs, sondern durch die Vermittelung von Privatpersonen stattfinden darf. Gießen, den 19. Mai 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 17. Mai 1894. Betreffend: Kreis Lehrer-Conferenz in Gießen. Die Srotzh. Krcis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Greises. Wir benachrichtigen Sie, daß rubr. Conferenz Mittwoch den 80. Mai, Bormittag 8% Uhr, im Stcin'schen Garten dahier abgehalten werden wird. Sie wollen den Lehrern Ihrer Gemeinden hiervon Kenntniß geben. Wir erwarten, daß dieselben schon mit den ersten Bahnzügen hier eintreffen, ebenso, daß sie die Liederbücher für den Gesang mitbringen. Die geistlichen Mitglieder der Schulvorstände werden zur Theilnahme freundlichst eingeladen. Zur Verhandlung bei der Lehrer-Conferenz kommen folgende Gegenstände: 1. Was kann die Schule zur Verbreitung volkswirthschaft- licher Lehren thun? Referent: Herr Lehrer Weyl in Wieseck. 2. Die Poesie und ihre Bedeutung für die Volksschule. Referent: Herr Lehrer Mohr in Grünberg. _____________p. Gagern. Bekanntmachung, betr. die KreiS-Lehrer-Conferenz in Gießen. Die Volksschullehrer des Eouferenz-Bezirks Gießen werden zu einer Gesangprobe für rubr. Conferenz auf nächsten Samstag den 26. Mai, Nachmittags 3 Uhr, in der Stadtknabenichule dahier (Oswaldsberg) eingeladen. Eine besondere Vergütung kann nicht verwilligt werden. Gießen, den 22. Mai 1894. Büchner, Schulrath. Bekanntmachung. Die Provinzial-^ohlenweide bei Merlau beginnt in diesem Jahr am 1. Juni. Die Fohlen müßen an diesem Tage zwischen 10 und 1 Uhr Mittags daselbst mit gezeichneter Halfter und Kette, sowie mit Gesundheitsschein von Großherzoglicher Bürgermeisterei ober Veterinärarzt abgeliefert und Samstag den 29. September d. I. um dieselbe Tageszeit abgeholt werden,- wobei der Besitzer beim Einfangen behilflich fein muß. Die Fohlen erhalten, neben Behandlung und Weidefutter auf circa 34 Hektaren, bei trockenem Wetter Kleegras oder bei naßem Wetter Heu und außerdem pro Tag und Stück 1% Pfund Hafer aus der Vereinskaße. Jeder Besitzer kann jedoch Haferzusatz in Natur oder durch Selbst- Zahlung geben lassen. Das Weidegeld für bezeichnete Zett von vier Monat betragt pro Fohlen 39 Mk. 04 Pfg. oder pro Tag 32 Pfg. und muß die Hälfte beim Eintrieb und die andere Hälfte vor dem 1. August I. I. an die Verwaltung resp. Groß- herzoglichen Baurath Dr. Dieffenbach in Grünberg bezahlt werden. Allenfallsige Kurkosten der Fohlen muß der Eigen- thümer bezahlen. Letzterer kann wegen begründeter Verhält- niße sein Fohlen zu jeder Zeit zurücknehmen und bezahlt bann nur die benutzte Weidezeit. Kranke und bösartige Thiere, sowie über l1/* Jahr alte Hengste, welche die anderen Thiere stören, können ausgeschloßen werden. Sollten außergewöhnliche Verhältniße eintreten, welche nach Beur- theilung der Verwaltung den Weidebesuch der Fohlen unmöglich machen, so müßen letztere auf deßfallfige Aufforderung alsbald in bestimmt werdender Zeit abgeholt werden. Sonstige Auskunft ertheilt der genannte Grobherzogliche Baurath Dieffenbach. Laubach, den 18. Mai 1894. Der Präsident des landwirthfchaftl. Vereins von Oberheffen. Friedrich Graf zu Solms-Laubach. Deutscher Reich. Berlin, 22. Mai. Kaiser Wilhelm gedenkt Ende dieses Monats von seinem gegenwärtigen Jagdaufenthalte in Ostpreußen wieder in Beilin, resp im Reuen PalaiS bei Potsdam einzutreffen, lieber den Verlauf des gegenwärtigen JagdbesucheS dcS hohen Herrn in der genannten Provinz bringt der sogenannte Hosbertcht keinerlei Meldungen, eS scheint, als ob sich bei Kaiser derartige Veröffentlichungen verbeten habe. — Der Berliner AnwaltSverein hielt am Montag Abend eine auberordentliche Generalversammlung ab, um zn dem „Fall Brauseweuer" Stellung zu nehmen. Einstimmig genehmigte die von etwa 300 Rechtsanwälten besuchte Versammlung eine Resolution, welche die Haltung deS LandgerichtsdirectorS Brausewetter in dem von ihm geleiteten bekannten Prozeß gegen acht Berliner Redacteure scharf ver- urtheilt und dieselbe als im Widerspruch mit dem Geiste der Gesetzgebung stehend und als geeignet bezeichnet, der Achtung des Volkes vor der Rechtspflege Abbruch zu thun und eine gedeihliche Mitwirkung der Bertheidigung bei der Rechtspflege in Frage zu stellen. — Der friere Kanzler Leist von Kamerun, der zur Verantwortung für feine fragwürdigen Thaten nach Berlin beordert worden war, soll eS vorgezogen haben, von Kamerun — nach Amerika auSzukneifen. DaS würde eS freilich erklären, warum sich das Eintreffen dieses famosen Colonialbeamten in Deutschland biS jetzt so auffällig verzögert hat. Arrsland. Madrid, 21. Mai. In hiesigen maßgebenden Kreisen wird der Abbruch der HandelSvertragSverhand- lungen für die Verlängerung des modus vivendi zwischen Deutschland und Spanien als unvermeidlich bezeichnet. Fall- Deutschland auf spanische Producte den Maximaltarif anwende, werde Spanien sofort dieselben Maßnahmen gegen deutsche Exportartikel ergreifen. ____________________________________ Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bureau. Berlin, 22. Mai. Statistische Correspondenz. Rach amtlichen Berichten stellt sich der Saatenstand in Preußen Mitte Mai: Winterweizen 2,4, Sommerweizen 2,1, Winterspelz 1,9, Sommerspelz 3,0, Winterroggen 2,3, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2,4, Hafer 2,5, Kartoffeln 2,4, Erbsen 2,6, Klee 3,4, Wiesen 2,5. ES bedeutet 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering, 5 sehr gering. Die Befürchtungen deS Aprilberichts, daß anhaltende Trockenheit den Saatenstand verschlechtern könne, sind theilweise eingetroffen, insbesondere haben die Saaten in Ost- und West- Preußen gelitten. Die Nachtfröste im Mai richteten in einzelnen Gegenden schweren Schaden an. Aus Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen und der Rheinprovinz wird fruchtbares Wetter gemeldet. Bremen, 22. Mai. Laut der „Weser-Ztg." fielen in Hongkong viele Menschen einer pestartigen Seuch e zum Opfer. Alle Schiffe befinden sich in Quarantäne. Die Europäer blieben bisher von der Seuche verschont. Depeschen de- Bureau .Herold*. Berlin, 22. Mai. Der Bundesrath hält morgen eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Petition deS Centralausschußes für das in diesem Jahre in Mainz stattfindende elfte deutsche BundeSschießen, betreffend zollfreier Einlaß von Waffen und Munition für die Theil- nehmer an dem BundeSschießen. Berlin, 22. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht daS Gesetz, betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Berlin, 22. Mai. In leitenden Kreisen der Bundesregierungen wird zuversichtlich gehofft, daß die spanischen CorteS in naher Zeit den Handelsvertrag mit Deutschland annehmen. Berlin, 22. Mai. Wie man der „Franks. Ztg." auS Berlin mittheilt, wird auf Grund der bekannten Enquete in der Commission für Arbeiterstatistik eine r eichs g e s etzli che Beschränkung der Arbeitszeit im B äckerei- gewerbe beabsichtigt. Berlin, 22. Mai. Der Besuch deS Fürsten Bismarck in Halberstadt ist nach neueren Meldungen auS Fried- richSruh wieder fraglich geworden. « Prag, 22. Mai. AIS heute Beauftragte der Stadt- Vertretung an der Kadettenschule czechische Straßen- tafeln anbringen wollten, wurde fettend des Wachtposten- und de- diensthabenden Hauptmann- gegen die- Vorhaben protestirt. Der Stadtrath beschloß, dieserhalb Beschwerde beim Kriegsministerium zu erheben. Budapest, 22. Mai. Die Führer der ultramontanen Opposition im Magnatenhause, Grafen Czichy und Nicolau- Esterhazy, theilten in ihrer gestrigen Audienz beim Kaiser diesem ihren Entschluß mit, ihren Widerstand gegen da- Civilehegesetz fortzusetzen. Ob der Kaiser einen Pairschub vornehmen wird, erscheint zweifelhaft. Paris, 22. Mai. In der Wohnung des Abba Garnier, DirectorS der Zeitung „Peuple FranxaiS", wurde eine Bombe mit brennender Lunte gefunden. Die Lunte wurde noch rechtzeitig gelöscht. Man ist dem Attentäter auf der Spur. Die Bombe wog 6 Kilogramm und wurde vom Laboratorium für sehr gefährlich erklärt. Brussel, 22. Mai. „Peuple" publicirt einen Brief, nach welchem die Lütticher Justizbehörde die Geständnisse des Anarchisten Müller dadurch erzwungen haben soll, daß demselben mehrere Tage lang scharf gesalzene Speisen gereicht wurden, ohne jedoch seinem Verlangen nach Trinkwafser stattzugeben. Solches sei ihm erst verabreicht worden, als er ein volles Geständniß abgelegt habe. Das Blatt verlangt dringend Untersuchung der Angelegenheit. Loudon, 22. Mai. Die Delegirten zum Berg- arbeiter-Congreß erklärten sich sehr befriedigt von der Aufnahme in Berlin. Burt sagte, kleine Zwischenfälle hätten von dem Sprechen mehrerer Sprachen durcheinander hergerührt. Im Unterhause habe er öfters größere Unruhen gesehen. Er beklagt sich über die mangelhafte Uebersetzung der Reden ins Deutsche. Die Frage des Weltstrtkes erklärt Burt für verfrüht. London, 22. Mai. „Times" meldet aus Philadelphia, daß die Regierung der Vereinigten Staaten einer internationalen Verständigung gegen die Anarchisten geneigt sei. — Ueber den serbischen Staatsstreich sagt die „Times", die Crisis sei bisher localer Natur, werde aber nicht verfehlen, die Orientfrage wieder in den Vordergrund zu schieben. Belgrad, 22. Mai. Die Ruhe wurde bisher nirgends gestört. Von liberaler und fortschrittlicher Seite laufen fortwährend Ergebenheitsadresien ein. Die Führer der Ra- dicalen werden tn den nächsten Tagen eine Berathung über das weitere Verhalten der Partei abhalten- sie leugnen jede Verbindung mit dem verhafteten Cebinac, den sie als agent provocateur im Dienste des Kronprätendenten Karageorievich bezeichnen. Newyork, 22. Mai. Die Überschwemmungen in Penesylvanien und im Staate New York haben große Verheerungen angerichtet. Mehrere Eisenbahnlinien mußten den Betrieb einstellen. — Heute sind 2 300000 Dollars Gold mit einem deutschen Dampfer nach Europa abgegangen. Aus den Verhandlungen der Ersten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 22. Mai 1894. Vor Eintritt in die Weiter-Berathung des Ftnanzbudgels erledigt daS hohe Haus zunächst die Vorlage, betreffend die Städteordnung. Geh. Rath Küchler stellt hierzu den Antrag, daß die den Kreisräthen in Art. 8 entzogene Cornpe- tenz in Disciplinarsachen denselben erhalten bleibe. Der Antrag sowie die Vorlage findet Annahme, ebenso die Vorlage der Regierung auf Befreiung gemeinnütziger Unternehmen, welche auf Erbauung von Wohnungen für Unbemittelte gerichtet sind, von Gerichts- und Stempelgebühren. Hiernach wird die Berathung de-s Budgets mit Cap. 127, Matrikularbeiträge, fortgesetzt. Das Cap. wird genehmigt. Zu Hauptabtheilung I der ordentlichen Einnahmen, Domänen, tritt das Haus den Beschlüssen Zweiter Kammer bei. Nur bei dem Ersuchen auf Untersuchung des Zustandes des in der Verwaltung des Staates stehenden Wiesenbesitzes verhält es sich ablehnend. Hauptabtheilung II, Regalien, wird nicht angenommen. Bei Cap. 4, Hauptabtheilung III, Jndirecte Auflagen, wünscht Fürst Isenburg-Birst ein die Befreiung der Hirtenhunde von der Hundesteuer. Graf Solms- Laubach ist dagegen. Das Haus tritt dem Beschluß Zweiter ? Kammer bei. Bei Cap. 7 beantragt Freiherr v. Hehl die Fortsetzung der Bahn Offstein—Worms bis nach Grünstadt, Graf Solms-Laubach fragt wegen der Weiterführung der Linie Hungen—Laubach bis nach Mücke. Finanzminister Weber erläutert den Stand der Arbeiten. Nunmehr erfolgt die Berathung über Capitel Tranksteuer vom Wein. Graf Solms-Laubach erklärt die E nstellung von 300 000 Mk. für unbedingt nöthig, obwohl er die Ungerechtigkeit der seitherigen Besteuerung anerkannt. Er bedauert, daß man im Bundesrath so rasch mit den Handelsverträgen gewesen sei, man hätte in einer so wichtigen Sache doch auch die gesetzgebenden Factoren des Londes hören können. Staatsminister Finger theilt nicht die Ansicht des Grafen Solms bezüglich der Handelsverträge, die im Jnter- esie des Reiches und der Gewerbe abgeschlossen seien. Geh. Commerzienrath Michel ist gegen die Weinsteuer, ebenso Freiherr v. Hehl, der sich auch mit den Handelsverträgen nicht einverstanden erklärt. Finanzminister Weber empfiehlt die Wiedereinstellung der 300 000 Mk. als Wetnsteuer. Der Antrag der AuSschußmajorität in diesem Sinne wird gegen 4 Stimmen angenommen. Nächste Sitzung Freitag. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 22. Mai 1894. Die Zweite Kammer der Stände setzte heute ihre Be- rathungen fort. Nach Bekanntgabe einer Anzahl neuer Einläufe tritt die Kammer in die Berathung der Vorstellung der Rentamtsgehülfen an den Rentämtern zu Lampertheim und Zwingenberg, Anstellung der älteren Rent- amtsgehülsen betreffend. Der Ausschuß beantragt Berücksichtigung des Gesuchs bei Großh. Regierung. Der Antrag wird einstimmig genehmigt. Ein Antrag des Abg. Wolz, die Progression für die Einkommensteuer betreffend,wird,nachdemGroßh.Finanz- Ministerium eine Vorlage in Aussicht gestellt, vorerst für erledigt erklärt. Auch die Abtretung der zum Landeseigenthum gehörigen , diesen beiden Vorstellungen in der Musikalienhandlung von Parzelle der Gemarkung Ober-Ramstadt wird genehmigt, j Challier stattfindet. desgleichen die Canalisation des Curhauses zu Bad-Nau- > heim, wofür 14000 Mark gefordert sind. Auch die Vor- läge der Negierung, wegen Erwerbung von Gelände zur Vergrößerung des Curparks, wird einstimmig genehmigt. Ein Antrag des Abg. Zinßer auf Abänderung des Gesetzes, die Capitalrentensteuer betreffend, wird für erledigt erklärt, nachdem der Antragsteller mit den von der Regierung in Aussicht gestellte Vorlagen einverstanden ist- ebenso die Vorstellung des Vereins der Großh. Geometer 1. Klasse auf Einführung des Instituts der Bezirks- geometer. Zu dem Antrag des Abg. Haas, die staatliche Unterstützung der erweiterten Volksschulen tn den größeren Landgemeinden und Landstädten betreffend, sowie zu den Gesuchen der Gemeinden Reichelsheim und Ober- und Nieder-Jngelheim ergreift Abg. Heidenreich das Wort, um vom socialpolitischen Standpunkt für den Antrag einzutreten. Geheimer Staatsrath Knorr hält im Interesse der Gleichheit eine staatliche Unterstützung nicht für gut. Erst sei der Nachweis zu erbringen, ob diese Schulen nicht mehr den localen als den allgemeinen Interessen dienen. Für den Antrag treten noch ein die Abgeordneten Graf Oriola, Friedrich, Wasserburg und Lichtenstein. Abg. Ullrich ist entgegengesetzter Ansicht, so lange mit der Uebernahme der Volksschulen aus den Staat nicht der Anfang gemacht worden sei. Abg. Haas vertheidigt den Antrag in eingehender Weise, erklärt sich aber auch mit dem Antrag des Ausschuffes einverstanden, Großh. Regierung zu ersuchen, zum Zweck der Unterstützung von solchen Schulen, wegen Uebernahme der Gehalte auf die Staatskasse oder in anderer Weise eine Vorlage zu machen. Der Antrag findet gegen 4 Stimmen Annahme- die übrigen Gesuche werden für erledigt erklärt. Die Regierungs Vorlage, Ernennung eines Professors für Chirurgie, wird ohne Debatte angenommen, ebenso der Antrag bezüglich der Tagegelder der Abgeordneten gegen 3 Stimmen. Eine lebhafte Debatte entspinnt sich über die Vorlage der Regierung wegen Herstellung einer Nebenbahn von Darmstadt — Roßdorf — Groß-Zimmern, wegen Fortführung de^ Bahn bis Groß-Umstadt. Ministerialrath Michel erklärt, daß die Fortsetzung dieser Bahn in Erwägung gezogen sei. Von einer Durchführung dieses Projects könne erst bann die Rede fein, wenn die anderen Nebenbahnprojccte ausgeführt seien. Die Abgeordneten Schönberger und Friedrich haben Bedenken in letzter Beziehung. Der Gesetz Entwurf wird hierauf gegen 2 Stimmen angenommen. Ebenso gelangt die Regierungs-Vorlage auf Bewilligung von 225 000 Mark für die innere Einrichtung des physi« kalifchen und electrotechnischen Instituts am Neubau der Technischen Hochschule zur Annahme. Am Schluß der Sitzung genehmigt das Haus noch die beantragte decretmäßige Anstellung des seitherigen Kanzleidieners Fr. Köhlers. Morgen früh Fortsetzung der Berathungen über Rückäußerungen der Ersten Kammer. totales und Provinzielles. Gieße«, den 23. Mai 1894. * * Zur Weiusteuer. Die Zweite Kammer lehnte nach einem uns am Schluß der Redaction zugegangenen Telegramm heute nochmals die von der Ersten Kammer beantragte Weinsteuer mit 28 gegen 11 Stimmen ab. * * Univerfitäts-Reitinstilnt. Wtr erhiellen folgende Depesche aus Darmstadt: Die zweite Kammer lehnte wiederholt nach der Rückäußerung erster Kammer die für das Reitinstitut geforderten 2880 Mk. mit allen gegen 14 Stimmen ab. * * Gießener Universitäts-Taschenbuch, S.-S. 1894. Herausgegeben von der Unwersitäts Buchhandlung Frees und Ta sch 6. — Das sehr reichhaltig ausgestaltete Büchlein dürste bm Studirenden ein gerngesehener, willkommener Begleiter sein, denn es enthält eine Fülle practischer Notizen, das vollständige Vorlesungs Verzeichniß, sowie einen literarischen Anhang. * * Vortrags-Abend. Heute Mittwoch Abend finden in Steins Garten die von Frl. Emma Brahms angekündigten recitatorischen Vorträge statt. * • Das Ensemblegastspiel von Mitgliedern des königlichen Theaters in Caffel ist nunmehr definitiv für den 29. und 30. Mat festgesetzt. Von einer dritten beabsichtigten Vorstellung mußte leider Abstand genommen werden, da der Saal in Steins Garten vom 31. ab durch bas Fest ber „Teutonia" mit Beschlag belegt ist. Die Casseler Künstler werben uns an ben zwei Abenben mit zwei Novitäten bekannt machen. Am 29. Mai gelangt „Der Herr Senator" zur Aufführung. Dieses Lustspiel hat über alle beutschen Bühnen seinen Siegeslauf genommen. In Cassel wurde es im Laufe von 6 Wochen 11 mal vor ausverkauften Häusern gegeben, was mit bem vorzüglichen Ensemble unb ber Meisterleistung bes Herrn Jürgensen tn ber Titelrolle zuzuschreiben ist. — Am 30. wirb „Der ungläubige Thomas" von Laufs unb Jacobi aufgeführt. Dieser Schwank ist eine köstliche Satyre auf ben Dilletantismus, ber mit Hypnose unb Suggestion Unfug treibt, unb bietet ben Herren Iaritz^ Jürgensen unb OpPmar Gelegenheit zur Entfaltung ihres komischen Talentes. — Wir machen nochmals barauf aufmerksam, baß ber Kartenvorverkauf zu * * Turnerisches. Dem Gau Hessen ber deutschen Turnerschaft, welcher bemnächst sein Gaufest in Marburg abhält, gehören bie Vereine in folgenben Orten an: Marburg, Biebenkopf, Laasphe, Frankenberg, Rauschenberg, Gemünben a. Wohra, Kirchhain, Amöneburg, Gießen, Lollar, Grünberg, Hungen, Heuchelheim, Homberg a. Ohm, Krofdorf, Klein« unb Groß-Lmden, Robheim, Laubach, Lich, Wetzlar, Wieseck, Nibba, Ortenberg, Schotten, Bübingen, Stockheim, Bleichenbach, Gebern, Lauterbach, Alsfelb, Schlitz, Butzbach, Friebberg, Bab Nauheim, Wölfersheim, Ufingen, Ansbach, Pfaffenwiesbach — zusammen 43 Vereine. * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Fa^onbreher David Botz um aus Seligenstadt wegen Strafverbüßung, von der Staatsanwaltschaft Darmstadt- Taglöhner Franz Imhof I. von Gonsenheim wegen Diebstahls, von ber Staatsanwaltschaft Mainz - Schlosser Georg Friebrich Neidig aus Haag und Taglöhner Franz Christ aus Mainz wegen schweren Diebstahls, vom Polizeiamt Mainz, Kellnerin Auguste Winter aus Kindelbrück wegen Meineids, Commis Karl Wolter von Neustadt a. M. wegen Sittlichkeits- Verbrechen, von bem Untersuchungsrichter II. in Mainz. * * Für unsere Briefmarkensammler. Die rumänische Regierung hat eine neue Ausgabe ihrer Postwerthzeichen veranstaltet, welche mit bem 1. Juli allgemein in Umlauf gesetzt werben soll. Soweit bie alten Vorräthe erschöpft sinb, gelangen bie neuen Marken schon jetzt für einzelne Werthe zur Ausgabe. Die Zeichnung, bie bei allen Marken verschieben ist, ist mit ber größten Sauberkeit ausgeführt. Sie zeigt im Mittelscbilb bas wohlgelungene Bilbniß bes Königs Karl unb bei einigen in zwei kleinen länglichen Seitenschilbern je eine Kornähre, bas Sinnbilb bes Ackerbaues. F. Aus dem Kreise Friedberg, 17. Mai. Das hauptsächlichste Hanbelsgewächse unseres Kreises, wie überhaupt der Wetterau, die Zuckerrübe, hat in ben letzten Tagen sehr erfreuliche Fortschritte gemacht. Die jungen Pflänzchen find sichtlich vorwärtsgegangen ober wie ber technische Ausdruck heißt: aufgelaufen und erhalten bereits bie zweite Behackung. Wenn nicht alles trügt, darf auf eine quantitativ unb quält« tativ recht befrlebigenbe Ernte gerechnet werben. Manche Gemarkungen unseres Kreises haben tn ber Pfingftwvche eine sehr reichliche, anbere eine geringere Menge Bodenfeuchtigkeit erhalten, es steht aber überall gut in ben Felbern. — An manchen Orten hat man schon Gras zu Heu gemäht, weil letzteres sehr zusammengeschwunden ist- das Gras ist aber noch recht weich, daher fällt es beim Trocknen sehr zusammen und gibt keine großen Massen. Die Qualität des Futters ist eine treffliche. — Die Frühkartoffeln gehen sehr schön auf und wachsen bet dem seltenen Wachswetter zusehends. Es scheint, die Eisheiligen gehen dieses Jahr in rücksichtsvollster Weise an uns vorüber — doch wollen wir den Tag nicht vor dem Abend loben, denn im vorigen Jahre hatten wir noch in ber ersten Juntwoche starke Frostschäben. Offenbach, 19. Mai. Leute, welche sich gewerbsmäßig mit Wahrsagen, mit Prophezeihungen aus gewissen Zeichen und Merkmalen, mit Auslegung von Träumen unb begleichen Gaukeleien abgeben, werden nach ber hessischen Gesetzgebung bestraft. Daß dem so ist, mußte in ben letzten Tagen eine hier wohnenbe Frau erfahren, welche einem Mädchen in einer Weise bie Karten schlug unb einen Traum auSlegte, baß baffelbe feine bereits vollzogene Verlobung wieder rückgängig machte. Mainz, 19. Mai. Eine entsetzliche That beging gestern Nachmittag ber seit einiger Zeit im Spital wegen Geistesstörung untergebrachte Cigarrrnarbeiter Habitz von hier. Derselbe benutzte einen unbewachten Augenblick bazu, um auf bas platte Dach bes nach ber Weißliliengaffe zu gelegenen Neubaues zu gelangen, schwang sich auf bie dasselbe umgebende Brüstung und stürzte sich auf bas Straßenpflaster. Furchtbar verletzt wurde ber Unglückliche roieber ins Spital gebracht, wo er alöbalb starb. Habitz hatte früher ein eigenes Cigarrengeschäst, wUches aber nach unb nach zurückging, bi« ber Genannte schließlich in Concurs gerieth. Mainz, 19. Mai. Die Fahrt beut scher Turner nach Italien hat nach ben von Theilnehmern nach ihrer Heimath gesanbten Nachrichten an verschiebenen Orten zum Austausch ber herzlichsten Sympathiebeweise zwischen ben Angehörigen ber beiden befreundeten Nationen Gelegenheit gegeben. In Göschenen wurde der Fußmarsch angetreten und der Gotthard im Schnee erstiegen, ber bis zu 1 Meter hoch lag. In Lugano empfingen ber erste Vorsitzenbe be« Schweizerischen Turnerbundes unb ber beutsche Consul die Turnfahrer- ber Gemeinberath gab ihnen ein Fest. In ber Villa Carlotta nahm ber Herzog von Meiningen eine Huldigung ber deutschen Landsleute entgegen. Besonders herzlich gestaltete sich ber Empfang in Mailanb am Bahnhof und später in ber Turnhalle, wo zur Begrüßung bie beutsche unb bie italienische Nationalhymne angestimmt unb bann in Reben unb Siebern ben guten Beziehungen zwischen Deutschen unb Italienern begeisterter Ausbruck gegeben wurde. Tausende hatten am Bahnhof der ankommenden Turner geharrt, die EovivaS unb Umarmungen wollten fast kein Ende nehmen. Mainz, 21. Mai. Elftes deutsches Bundesschießen. Die Bauten auf dem Festplatz sind nun im Rohbau feitiggefteflt unb zeigen schmucke, flotte Formen. Jetzt wirb bte Ausschmückung innen unb außen in Angriff genommen. — In allen Straßen, welche ber historische Festzug berührt, haben sich Comites gebilbet, um in Gemeinschaft ben Bau von Triumphbogen, bie Aufstellung von Flaggenmasten unb bie sonstige Ausschmückung ber Straßen zu betreiben. Die Betheiligung an bem Festzuge ist aus allen Theilen ber Bevölkerung eine erfreulich rege, sodaß alle Gruppen zur Ausführung kommen können. Die historischen Costüme werben größtentheils in Berlin und «• 'tn Ort.« axb|»tg il» uback «iA «AJV* VT*' «*t «Gl«: »l’f? S>toi- 'ff ® "9 F»ich 1 Christ aus ffeOnc^ ^Atletd-, fiommü J> Eittlichketti. ^^Mawz. ver. ltJetn ln Umlauf «Mt "schöpft fuib, y. 11 elnzelne Werthr zur n Marken Dti|d)iebtn Mhlt. 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S «-«»-»L,n ®1 4’* >-»-» e„i jiW n Wvn'"9°" '" Lm Ne onder- mr 8^- f Bahnhof i>°nd 7die d-M^ dann / Sa mischen Dealst Sundes ; deutsch/^d . 8'»'1« S<- >!>*5 »«-Eli- in München angefenigt, ebenso liefert Berg & Vlotho in Berlin die Ausrüstung für dre Pferde, sammt den Herold und Turnterschabracken, den Pferderüstungen u. f. w. — Die Uebergabe der BundeSfahne von Berlin an den Vertreter der Stadt Mainz geschieht auf dem Gutenbcrgplatze während deS FestzugeS. — Für die Rhein fahrt bis zum Fuße deS Niederwald - Denkmals hat die Köln- Düsseldorfer Dampfschifffahrt' Gesellschaft drei neue große Salo, dumpfer zur Verfügung gestellt. Die Beleuchtung der User und Höhen bei der Rückfahrt wird nach den getroffenen Verabredungen und bei dem Jntereffe, welches die Rheinbewohner den^Fcsie enlgegenbringen, ein herrliche» Schauspiel abgeben. -^Auch aus dem stammverwandten Oesterreich wird zahlreicher Besuch erwartet. Der W i e n er Schützenverein hat 100 Fest- karten und ebeusovrel Schießbücher bestellt, der Stadtrath der Stadt Wien einen Ehrenpreis von 100 Dukaten in der Easette gestiftet. Von sonstigen, neucrdkngS gcftiftdcn Ehrenpreisen sind noch zu erwähren: Bremer Schühenverein je 2 jO Mk. auf Scheibe H.imath und Deutschland- Central- Ausschuß für das 11. deutsche Bundesschieben 500 Mk. - westfälischer Schützenbund Leinen Gebilde; Schützengesellschaft Al^eh ein Pokal t. W. von 100 Mk.- Schützen verein •'Hefe en 125 Mk. - Bockenheimer Schützenverein dnc 8 mm Scheibenbüchse i. W. von 200 Mk.- kgl. privil. Schützen- verein Augsburg baar im Etui 100 Mk.; Hanauer Schützenverein ein Silberhumpen i. W. von 2U0 Mk.- Schützen Corporation Aschersleben ein Bowle i. W. von 45 Mk. - Schützengesellschast Groß Gerau eine Kupferbowle i. W. vo i 100 Mk, Franz Kerz Mainz, Schriftführer des Schieß- AuSfchuffeS, 120 Mk. - Randelkaffe der Mainzer Schützen- geirllschaft 100 Mk. - Donnerstags Kegelgesellschaft btt Ren» ni iger - Mainz 125 Mk. - Schützenmeister Reinhard-Frankfurt a. M. ein feines Damastgedeck für 12 Personen t. W. von 55 Mk. - F. Fritsch, HofoptikuS in Wien, ein Baro- und Thermometer i. W. von 40 Mk. A Mainz. 22. Mai. Der Verein Mainzer Kaufleute Latte in einer gestern Abend stattgehabten Versammlung eine Resolution gefaßt, durch welche der Vorstand genannten Vereins beauftragt wurde, bei dem Ministerium in Darmstadt wegen der von dem Abgeordneten Dr. Schmut-Mainz in der Zweiten Kammer erwähnten Mißstände bei den hiesigen Gerichten vorstellig zu werden. Insbesondere soll in der Vorstellung daraus hingewirkt werden, damit künftighin bei den Amtsgerichten die HandelSprozeffe eine raschere Erledigung staden und alle Streitfälle in Handelssachen ohne Unterschied des WenheS deS Streitobjectes von Laiengerichien abgenrtheilt werden. — Die durch eine Reihe von Zeitungen gegangene Mittheilung von der Haftentlassung der vor einigen Tagen unter dem Verdacht der Spionage in dem Weichbild der hiesigen Festung verhafteten Franzosen hat sich nicht bestätigt. Dieselben befinden sich noch in Haft und wurden gestern Nachmittag unter Gensdarmeriebedeckung in Begleitung der Staatsanwaltschaft in zwei Chaisen nach der Stelle gebracht, wo sie die Aufnahme gemacht haben sollen. Die bei den Verhafteten aufgefundenen Papieren sollen, wie verlautet, nebst den Acten dem Reichsgericht in Leipzig eingesandt werden. Rach dem Pariser „TempS" heißen die beiden Verhafteten R-pel und Bontinot und sind bei dem Architecten Boesch in RetmS angestellt. vermischtes. Ms. Kassel. 22. Mai. Gestern Abend um 10 Uhr ist eS am Altmarkt und Mittelstadt, sowie den angrenzenden Straßen (in der Nähe des JustizpalasteS, Polizeigefängniß, Polizeipräsidium am Steinweg) zu einem blutigen Straßen- crawall gekommen, sodaß das Militär schließlich alarmirt wurde und mit blank gezogener Waffe einschreiten mußte. Die Ursache war eine sehr geringfügige; ein betrunkener Maurer hatte sich mit empörender Unanständigkeit benommen, indem er mehrere Kinder, die in der Trainkaserne in einem Kinderwagen Brod geholt hatten und die ihm für seine schwankenden Bewegungen nicht weit genug auS dem Wege gingen, in der Weserstrabe stark belästigte, ja sogar den Wagen umwarf, die Brode herausschleuderte und den Kinderwagen gegen einen Baum schlug rc. Auf daS Lamento der Kinder kam ein Schutzmann und verhaftete den Betrunkenen. Dieser widersetzte sich in der üblichen Weise dem Schutzmann, gebcrbetc sich wie rasend und warf schließlich den Polizisten zur Erde. Jetzt kamen nun weitere Schutzleute und mehrere Trainsoldaten herbei, welchen es gelang, den Wüthenden zu bändigen und zum Polizei - Arrest beim Justizgebäude zu tranflportiren. Unterwegs versuchten nun eine Anzahl Maurer, die auf der Straße' standen, den Gefangenen zu befreien, eS kam zu einem Handgemenge, wüsten Geschreie und Gejohle, die Menschenmenge schwoll zusehends an und wurden die Schutzleute dermaßen in die Enge getrieben, daß sie von ihren Säbeln Gebrauch machten. Jetzt fiel nun aber ein Hagel von Steinen von allen Seiten, sodaß mehrere Schutzleute und Cipilpcrsonen verletzt wurden. Da die zur Stelle befindlichen zehn Polizisten den immer mehr an- wachsenden Menschenstrom nicht zurückzuhalten vermochten, das Geschrei und Gejohle immer drohender und wilder wurde, — es waren viele Tausende Arbeiter versammelt, welche die Straßen bis über dtc Fuldabrücke bis zur Unterneustadt dicht besetzt hielten — so wurde schließlich eine Schwadron Husaren alarmirt, die mit blanken Säbeln langsam Straßen und Plätze säuberte. Die Hauptanstister des CrawallS, 25 Personen, wurden festgenommen und ins Geiängniß abgeführt. » Atzmannshaufen, 19. Mai. Heute Nachmittag wurde über FreiligrathS Wohnung in der „Krone" die von bauer modellirte Marmorbüfte in Anwesenheit der Schwiegertochter des Dichters, zahlreicher rheinischer Schriftsteller und einer großen Volksmenge enthüllt. Unter einem poetischen Wethegruß, von Rittershaus gedichtet und gesprochen, fiel die Hülle; darauf hielt Stelter-Wiesbaden die Festrede. An den EnthüllungSact schloß sich ein Festessen. • Daß Brüder Stimm ■ Denkmal. Da- große Comite für Errichtung emeS GrtmmdenkmalS in Hanau beschloß, Herrn Proseffor Eberle-München auf Grund eines gegen» fettigen Vertrages eint Verlängerung der Frist zur Herstellung des Denkmals zu bewilligen. AuS dem zur Verlesung gelangten ttaffenberichle war zu ersehen, daß die Höhe deS DenkmalSfondS 83,645.56 Mk. beträgt. • Leipzig. 22. Mai. Der Postmsiües't Ulrich ist seit Sonntag nach Unterschlag von Werihbriefem im Betrage von mehreren hunderttausend Mark flüchtig. * Thor», 22. Mai. Der an asiatischer Cholera erkrankte Altsitzer DombowSki in Waldeck ist gestorben. * Ein Nachzügler zum Hannoverschen Eptelerprozeß ist in der Person deS Kausmannö Ludwig ©lauter am Donnerstag in einem Berliner Gasthofe ergriffen und fest' genommen worden. Er war ein specieller Genoffe deS in Newyork befindlichen BaronS v. Zedlitz und hat in Gemeinschaft mit diesem einem RechtScandidaten, sowie auch einem Gutsbesitzer in hiesigen „vornehmen" Localen größere Summen, und zwar nach Annahme der Behörde durch falsches Spiel abgenommen. • Paris. 19. Mai. Einen Blick in den Sumpf bei großen Haupstadt gewährt ein kleiner Vorfall, der sich hier vor mehreren Tagen auf einem Polizeicommiffariat ab gespielt hat. Ein Mann in mittleren Jahren, eine höchst anständige Erscheinung, suchte den Commiffar auf und machte ihn mit kummervoller Miene zum Vertrauten feiner Sorgen: „Ich habe einen Sohn", sagte er, „der ungeeflhtet aller väterlichen Liebe, mit der ich ihn stets umgeben, ungeachtet alles Zuredens und der besten Rathschläge, vorn rechten Wege abgewichen ist. Er ist tn schlimme Gesellschaft geraden und hat sich neuerdings im Verein mit einem Arbeiter aus einer Wagenfabrik und einem verlotterten Grafen, der mit Zweirädern handelt, auf den gewerbsmäßigen Diebstahl von Velocipeden verlegt. Eine nichtsnutzige junge Person von achtzehn Jahren, mit der er zusammenlebt, hat ihn zu dieser Verirrung gebracht, um die Mittel zur Befriedigung ihrer kostspieligen Neigungen zu erlangen." Der Polizeicommiffar, der alle Tage seines Lebens traurige Dinge vernimmt, sprach dem betrübten Vater und Biedermann seine Theilnahme als Mensch und seine Anerkennung alS Beamter dafür aus, daß er selbst die Bürgerpflicht erfülle, dergleichen schlimmes Treiben zur Kenntniß der Behörden zu bringen, entließ ihn mit einigen paffenden Trostworten und setzte dlc drei Genoffen bei dem Geschäft mit anderer Leute Zweirädern hinter amtlichen Verschluß. Bei dem einleitenden Verhör zeigte sich der ungerathene Sohn zuerst ziemlich spröde und nichts weniger als mittheil- sam. Erst als er fand, daß der Polizeicommiffar gut unterrichtet und sein eigener Vater der Gewährsmann für die ihm zur Last gelegten Uebelthaten war, wurde auch er Plötzlich ganz offenherzig. „Der Alte" — bemerkte er — „hat eine falte, aber fthr kühne Stirn. Ec hat mir eine besondere Ausbildung geben lassen und mich selbst zum Stehlen an- geleitct. Wir sind nur deshalb miteinander zerfallen, well ich die Sache nicht im Großen betrieb. Er hatte mich daS Colbert-Jnstitut besuchen lassen, um die nöthige Vorbildung zum Eintritt in ein großes Bankhaus zu erwerben. Dann sollte ich durch musterhafte Führung mir das Vertrauen meines Vorgesetzten erwerben, eines schönen Tages 100,000 bis 150,000 Franken unterschlagen und verschwinden. In Belgien ober anderswo wären wir wieder zusammengetroffen. Mittlerweile lehrte er mich erst Handwagen und bann Zweiräder stehlen, die wir dann dem Grasen S. verkauften. Und dann nach alledem vergaffte er sich in meine Geliebte, und weil sie mich ihm vorzog, ist er auf den Gedanken gekommen, mich einspinnen zu laffen, um bei ihr allein Hahn im Korbe zu fein. Ich bin es, der ihn zur Anzeige bringt." Der trotz feiner langen Erfahrungen über diese Eröffnungen einigermaßen verblüffte Polizeicommiffar veranstaltete ohne Säumen Nachforschungen nach dem bekümmerten Vater und fand, daß die Angaben des ungeratenen Sohnes ihre Richtigkeit hatten. Darauf wurde denn auch der würdige Biedermann, der die Behörden auf die Spur des Verbrechers geleitet, hinter Schloß und Riegel gesetzt, und nunmehr warten Vater und Sohn sammt ihren Hehlern den weitern Verlauf der Untersuchung und die für ihre Leistungen im Strafgesetz vorgesehene Ahndung ab. ♦ Da8 Geheimnis bei Dowefchen Panzers scheint in Kiel ermittelt zu sein. Ein Herr, der den Panzer unmittelbar nach einem Schuß untersuchte, machte folgende Feststellungen: Auf dem Grunde deS SchußlocheS ließ sich durch daS Gefühl eine Metallplatte erkennen, über der sich ein Wergpolster mit Leberbezug befanb. Die Rückseite ließ sich beutlich als Papptafel erkennen. Auf die Aeußerung: „Da ist ja vorn Wergpolsterung mit Leder und hinten Pappe! erwiderte Dome: „Dies ist allerdings richtig, soll aber nur daS dazwischen liegende Geheimniß (sic) schützen." — Was nun dieses Geheimniß selbst anbelangt, so besteht dasselbe höchst wahr- scheinlich aus nichts Geringerem als aus einer Stahlplatte von vielleicht 15 x 15 Centimeter Fläche und 20 Millimeter Stärke. Erfahrungsgemäß bietet 10 Millimeter starker Krupp sch er Patentstahl Schutz gegen daS Feuer der mobernen Gewehre- ist die Platie aber 20 Millimeter stark, fo ist daS Durchschießen unter allen Umständen ausgeschlossen. Diese Platte ist auf der Papptafel befestigt, weich' letztere gleichzeitig verhindert, daß beim Beklopfen die Konturen der Stahlplatte erkannt werden können. Ferner überträgt diese Pappplatte den Schlag deS Geschoffes auf die ganze Brust und ist somit doppelt unentbehrlich. Die Polsterung ist nicht nur erforderlich zum Auffangen der zerschellten Geschoßstücke, sondern auch zur Dämpfung des Klanges, welchen baS_ auf die Stahlplatte schlagende Geschoß verursacht. Sv findet diese märchenhafte Erfindung ihre natürliche und sehr naheliegende Erklärung. ♦ Wie heute an manchen Schulen der Geschichtsunterricht aufgefaßt wird, dafür citirt die „Breslauer Zeitung" folgendes Beispiel: „Nach den neuen Lehrplänen ist ein Buch von dem Rector Adelt in Ohlau bearbeitet, das fich betitelt „GeschichtS- tabcDen für Mittelschulen und höhere Mädchenschulen." In diesen Tabellen wird auch die neueste Geschichte betjanbeh. DaS Bach ist in einer höheren Mädchenschule in BreSlau, vielleicht auch in mehreren, in Gebrauch. Die Schülerinnen der sechsten Klaffe, kleine Mädchen im Alter von 8 bis 9 Jahren, lernen nun an der Hand deS Buche- au» her neuesten Geschichte: 1881. Kaiser Wilhelm erläßt zur „Heilung der socialen Schäden" eine Botschaft über die Kianken und Unfallversicherung der Arbeiter. 1884. Erwerbung der ersten deutschen Colonien in Afrika. 1888. Am 9. März stirbt Kaiser Wilhelm, am 15. Juni Kaiser Friedrich. Kaiser Wllheim II. besteigt den Thron und führt die social politische Gesetzgebung fort. Schirmherr deS Friedens. Förderer der BolkSwohlfahrt. Helfer der Armen und Bedrängten. Treuer Wächter des Rechts. 1890. Eröffnung der internationalen Arbeiterjchutzconferenz. BiSmarck erhalt feine Entlassung. Helgoland zurück- erworben. Schulconferenz. 1891. Gesetz über die JnvaliditätS- und Altersversicherung tritt in Kraft. Tod des General-Felbmarfchall- v. Moltke. Deutschland, Oesterreich und Italien erneuern zum Zweck der Erhaltung deS Friedens den „Dreibund". Dazu bemerkt die „Poft": Wir möchten Dem hinzu» fügen, daß uns dieser Tage der Baier eines vierzehnjährigen Mädchen-, das eine Berliner höhere Schule besucht, seufzend erzählte, sein Töchterchen hätte einen Au'iatz anzufertigen über das Thema: „Warum und wodurch siegte Kaiser Wilhelm I. bei Sedan." * Eine böse Ooncorrenz hat Proseffor Falb in einem — Aal erhalten. Gin in der Mark erscheinendes Provinzialblättchen erzählt allen Ernstes: „Der verstorbene Vater deS Gutsbesitzers W. in BieSdorf hat, wie festgestellt ist, vor 85 Jahren einen Aal in einen auf dem Hofe befindlichen Brunnen gesetzt. Derselbe Aal befindet sich noch jetzt im Brunnen, ist wohlauf und dient dem jetzigen Besitzer als Wetterprophet, indem er bei WittetungSveränderungen den Sand aufwühlt und so daS Waff'cr trüot. Allerhand Hochachtung vor dem wetteranzeigenden Aalgreis! Schisssn schlichten. Hamburg, 20. Mai. Hamburg - Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika Linie. Postdampfer „Ftand'ia" hat am 18. Mai, 9 Uhr Abends, von Havre die Reise nach St. Thomas fortgesetzt. Postdampfer „Colonia" ist am 19. Mai von Hamburg und Havre in St. Thomas eingetrosten. Postdampfer „lilbeiftlb“ ist am 19. Mai von St. Thomas via Havre nach Hamburg abgegangen. Postdampser „Rulsta" ging am 19 Mai, 1 Uhr Nachmittag« , von Newyork bittet nach Hamburg ab. Postdampfer „Venetia" ist am 19. Mai, 9 Uhr Morgen«, von Steitin in New- york eingetrosten. Postdampfer „Polynesia" ging am 19. Mai, 2 Uhr Nachmittags, von Baltimore nach Hamburg ab. Postdampfer „Holfatla", von Westindien kommend, hat am 19. Mai, 10 Uhr Avtndö, von Havre die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Postdampfer „Polaria" ist am 19. Mai, Nachmittags, von Hamburg yin Antwerpen nach Montreal abgegangen. Postdampser „Valrsia", von Hamburg nach Westlndien bestimmt, ist am 20. Mat, 3 Uhr Nach mittags, in Havre eingetroffen. Postdampfer „Nhaetia" ist am 20. Mai, Vormittags, von Hamburg via Havre nach Newyork abgegangen. Postdampfer „Moravia" ist am 20. Mai, 3 Uhr .stach mittags, von Hamburg via Havre in Newyork angekommen. Citeratar rind Annst. — Führer durch Weilburg und Umgebung. Im Auftrag des TaunuS - Club Weilburg herauSgegeben von C. Spielmann. Verlag von H. Diester weg, Weilburg. Preis 1 Mk. 30 Pf. Die Herausgabe dieses hübsch ausgestatteten, illustrirten und mit Plänen und .starten versehenen Führers erfolgte deshalb, weil ein solcher für das Nordostgebiet des TaunuS und den Südosten des Westerwaldes iy)d) gefehlt hat. Als Ausgangspunkt ist Wellburg gewählt, was dessen Lage, Naturschönheiten und historische Vergangenheit rechtfertigt. Nach allgemeinem Ueberbltck in Bezug auf die geologischen Verhältnisse, die Fauna und Flora be8 Zourengebldei, enthält das Werk die Beschreibung von 60 Touren, fürwahr eine reiche Auswahl für den rüstigen Wanderer und Naturfreund. DaS Werkchen ist Allen, die im Laufe des SommerS eine Tour in da« mittlere und untere Lahngebiet unternehmen wollen, bestens zu empfehlen. Eingesandt. Siehe«. 21. Mai 1894. Der »ießener Ziiherclub (WohlthLtigkeiisverein) feiert in den Tagen deS 10. und 11. Juni d. I. fein Sommerfest wieder auf dem wiederholt vergrößerten Festplau auf der „Schönen Aussicht" und zwar in Gestalt eines VolksiesteS. Sicherlich wird dem Verein wie auch in früheren Jahren aus den Äreifen der Bürgerschaft eine der guten Sache angemessene Unterstützung zu Thell werden. Die hierzu erforderlichen Vorbereitungen sind schon feit längerer Zett In Anprin genommen.________________________ Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gietzm. 20. Woche. Vom 13 Mai bis 19. Mai 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Milttür). Sterblichkeitsziffer: 32,94°/«bezw. 14,11 nach AuSfchl. der Ortsfremde». Kinder Ln m. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 2.-15 Jahn 3 (2) 4 (2) l.LebenStahr: iw Diphtheritls 4 (3) Hungentuberculofe 4 (2) Akuten, chronische Erkrankung des Herzens 1 1 — — Neubildungen 1 (1) 1 (1) — — Sonstige benannte fcranhjeiten 3 (1) 3 (1) — — Selbstmord 1 (1) 1 (1) — —— Summa: 14 (8) 10 (5) 1 (1) 8 (2- Temperatur der Lahn und der Lust nach Reaumur gemeffrn am 23. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 11. Luft 11». n Rübsamen'fche Badeanstalt. wenn zu fti noth' und l kam. und küche Ache »höhe Familienbillets bis zu 4 Personen . . Kipling // " be Der Anfang der Concerte wird durch den „Gießener Anzeiger 50 Pfennig. Preis pro Heft: Krausse, Großherzoglicher Mafikdirector. 4335MW 4396 Stahl. flÄplbrtftptt 1 dreitheiltger. großer, wird billig abgegeben von Emil Atschvach. 4413 4409 Die unterzeichnete Brauerei läßt Karl Krphe Buchhandlung Adil IMP US, Lottnenstr. 2S. Der Vorstand. Actien-Brauerei Gießen Jeikgeöotenes i (Äiffenreif) zu verkaufen. Näheres im 4410 Postkeller. 4412 • Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, 4416 Ehr. WM. Schmiedern., Krofdorf Norbd. Lloyd-Act. Frau Müller, Teufelslustgärtchen 23. Wen« Bankver^Art 9t*L MMümeerLehs Art 125.70 Kt!-»l«rr-Dr2c«a 3 -St. — Frankfurter Ämk-Dtrcout 8 pLt. 4399 7.— 6.— 2.20 0.50 statt, kunst- Jährlich 24 HefU fAlRTEGAUA1 1^0 BERTIL ä 6 Bogen in ümschUg. offen. 4401] 4171] Braves Mädchen auf 15. Juni gesucht. Näheres Kirchenplatz 21. Personenbillets . Kaffenpreis . . a n Geißler. Gerichtsvollzieher. 1. Ziehung 16. Juni. Loos (gültig für 2 Ziehunge WF 1 matt, w 44 11 Loose IO Mark Jt // // // 146.701 ver. KSuigr-Lemrech^Aet. untern: matt. %OL/V Daudet zudachen. Gießen, am 22. Mai 1894. Der Kreisingenieur: Männerturnverein! Die Anmeldelifte sür das Gauturnseft in Marburg liegt jeden Abend bis znm Freitag in der Turnhalle zur Einsicht 4406] «emüfe- sowie Dickwurzpflanzen sind zu haben Frau SlöS, Schiffenbergerweg 52. Cyclus von Abonnements-Coneerten einzuladen. Die Concerte finden in den Stein scheu Loealitäten Dieselben werden mit Militärmusik ausgeführt, wozu ein musik- und liebendes Publikum ergebenst eingeladen wird. Der Abonnements-Preis für 6 Concerte beträgt: Mermielhnngen. 4403] Ein LogiS zu vermiethen. Schreiner Hetz, Kaplansgasse 25. 4395] MSblirte Zimmer, auf Wunsch mit roller Pension, vermietbet C. Hetz Wittwe, Lindenplatz 11. Frcitsg den 25. Mai l. I , Vormittags 11 Uhr, werden auf Antrag der Firma Gebr. Rosenbaum zu Gießen in deren Lager — Westanlage — in Folge handelsgesetzlicher Bestimmungen 20 Centner Hafer gegen Baarzahlung versteigert. Weimar-Loose. Gew. i. W. v. 50 000, 20 000 JL rc. Ausaug Abends V2S Uhr. Eutree 50 Psg. kannt gegeben. Die Abonnements-Liste circulirt- desgleichen nimmt die Musikaliew Handlung des Herrn Ernst Challier Abonnements entgegen. Poularden. Guppenhühner und Ea- dfÄiüti« ewpeWt s. E. Klcmhenn Oberhessischer Geschichtsverein. Donnerstag den 24. Mai, Abends 8 Uhr im Cato Ebel: Vortrag des Herrn Privatdocenten Dr. Collin: Ueber Professor Karl Friedrich Bahrdt. Von Mitgliedern eingeführte Gäste haben Zutritt. Der Zahl der Mitglieder betrug Anfangs des Jahres 1893 . . . Zu gingen in 1893 Daher Mitglieder stand Ende 1893 da ein Abgang nicht stattgefunden hat. Hausen, den 12. Mai 1894. Landwirthschaftlicher Consumverein Hausen, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Atzbach, Director. Mack, Rendant. Redacttonr A. Scheyda. — Lrruck und Verlag s« Brühl'lcven Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Yummcr umfaßt 6 Seiten. Soeben erschien in meinem Verlage: Fliegende Blätter aus Hessen und Nassau, des landw. Consum - Vereins Hausen, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, am I. Januar 1894. ^TolstojY hOBORYKiy Ohnet bOTl Bekautttmckchttng Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen rc. bestehen zur Zeit- In Flensungen bei Herren Christian Steuernagel und Georg Herzberger, in Ilsdorf bei Herrn Beigeordneten Becker, in Groß-Eichen bei Herren Joh. Faust III. u. Gg. Rock, in Höckersdorf bei Herrn Gastwirth Hofmann, in Lardenbach bei Herrn Gastwirth Lein, in Stockhausen bei Herrn Carl Jochim, in Weickartshain bei Herrn Hch. Becker, in ttirschgarten bei Herrn Beigeordneten Loth, in Merlau bei Herrn Julius Schlosser, in Wettsaasen bei Herrn Bürgermeister Stein, in Nieder-Ohmen bei Herrn S. Frank, Kaufmann, in Bernsfeld bei Herrn Gastwirth Müller, in Weitershain bei Herrn Bürgermeister Faulstich, in Freienseen bei Herrn Joh. Rühl Wwe., in Babenhausen bei Herrn N. Reiß, Kaufmann, in Sellnrod bei Herren H. Hohmann und Wirth Horst, in Schmitten bei Herrn I. C. Schneider. Die Herren Verkäufer sind verpflichtet, die Postwerthzeichen u. s. w. zu keinem höheren Preise als die Postanstalten an das Publikum abzulassen. Mücke, Hessen, 22. Mai 1894. Kaiserliches Postamt. Philippi. 4407] Ein München tagsüber ge- qm LrHtt-Ntt. sucht. Neustadt 1, 2. Stock. -------- Deutsche Verläge-Anstalt In Stuttgart. la unserem Verlage erscheint: „Aus fremden Zungen“. empfiehlt Heinrich Wallach. liiiiikriirltriMniiigiiziii Giessen. Ausstattungsgeschäft für einfaches, mittleres und besseres Genre. 3682 TkWilhe, gifdjHcn, WMeii-NMW. WWe KkMsquelle. Föhnender Fagerbesuch. Ossmaam,Scitl7wes Absnnements-Concerte. 'M Steins Garten (Saalban). >i^Die Capelle des Infanterie - Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches Nr. 116) erlaubt sich hierdurch zu einem Znm i S Juni g «««. ein tüchtiges und braves Mädchen gegen hohen Lohn gesucht. Settersweg 19- GOBrshericht vo« EL Wasserleben, VankgelchM Frankftrrtsr SßrfR vom 23. Mai 1894. 1 Uhr 16 Min. tJOKAI PONTOPPIDAI •Aus Fremdenden1 Hnusgrsibtn^ Gesucht für die Ausflüge eines größeren Vereins ein gewandter «Harmonikaspieler, der zu Tänzen aufspielen und ev. die Begleitung von Chor- gesängen übernehmen kann. Offerten unter „Zieh-Harmonika" postlagernd Hauptpostamt Gießen erbeten. Gür ein Etf-nwaarengefchüft, Specialitüt Werkzeuge u. Beschlüge, wird ein Lehrling evang. «snfeffion, mit guter Schul, bildang. gesucht, «ost u. Logis im Hause Angebote unter A. V. be fördert die Expedition d. Bl. 4081 4324] Einen Lehrling sucht «. Walther. Schmiedemeister Herauigegeben von Joseph Kirschs er. Vielseitigstes Unterhalten gsblatt. Sammelstelle der besten und neuesten scbönwissemchaftlichen Werke des Auslandes. Durchaus eigenartig. Vertritt einen frischen, modernen Geist und bietet seinem Leser, was er sonst nirgends findet. Der Jahrgang 1893 wird Werke obengenannter i und anderer Autoren enthalten. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. Äö? Flotter Buchhalter und Correspondent JLx sofort, 2 möblirte verheil., sucht p. 1. October Stellung, woselbst er sich event. mit Kapital Zimmer, in der betheiligen könnte. Derselbe ist mit allen Comptoirarbeiten vertraut Nähe des Gymnasiums Offerten unter uni) schon gereist und dabei namentlich in hiesiger Gegend in Cigarren und Liqucur ein glänzendes Resultat erzielt. «Biantao ® r" *" mb miTfeparakm6 6™ Derselbe würde event. -in gutgehendes Geschäft übernehmen, gang, für kleinere Gesellschaft geeignet, Offerten mit näh. Angaben unter B. B. an die Cxp. d. Bl. 4417 bzugeben^ „Zum Lindenhof" MMieoee»e®®®®Be@e@®eeeeeee Mermischte Anzeigen. «kleineres Wohnhauö mit Garte« M in der Grünbergerstratze zu kaufen gesucht. Gefl. Offerten an die Exped. unter Rr. 250 erbeten. llfdnmationni gegen Stenern ff // b „ 4310) Ein Wagnerlehrling gesucht, E. 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Gold-Rente 97.6» 10155 50/0 Ital. Rente 76.06 89.50 30/0 Portugiesen 22.40 101.65 4°/e Griech. Monopol-Anl. 35.60 186.30 Lomb. E^-B^-Act. 84.60 134.00 Buschtheradcr 391.110 140.f'0 ElbthRl-Bahn-Act. 216.56 102.50 Gotthard-Bahn-Act. 165.80 103.12 Schweizer Nordost.-B^Rcr, 110 66 285.25 Mainzer E.-B^Aet. 113Ä10 76.8 Marienburger 84.20