Nr. 275 Der Hiekener Anzeiger erscheint täglich, Mit ÄnSnahme deS Montags. Die Gießener AamiltenStälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal bcigelegt. ________________ Freitag den 23. November______________________ Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. 1894 Vierteljähriger Aöonnementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezoqe» 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstrahe?!r.7. Fernsprecher 51. Zlints- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bcw folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. chratisbeikage: chießener Jamitienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisch er. Lorresponden,-Bureau. Potsdam, 21. November. Se. Majestät der Kaiser haben sich gestern Abend mittelst Sonderzuges von hier nach Schloß Rumpenheim begeben, um Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Friedrich daselbst heute srüh zu Allerhöchstihrem Geburtstagsfeste zu überraschen. Se. Majestät sind heute srüh 8 Uhr auf Station Mühlheim und 1j4 Stunde später zu Wagen in Rumpenheim eingetroffen. Von dort erfolgt die Abreise nach Letzlingen morgen Donnerstag früh. Wien, 21. November. Das Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf betreffend die Regelung der kauf« mäunischen Ausverkäufe in der Specialdebatte mit einigen Abänderungen an und begann die Debatte über den Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Trunksucht. Lyon, 21. November. Die katholische Missionsgesellschast erhielt eine Depesche des BiichosS von Hupe (China), nach welcher in Li-Tchuan eine heftige Christenverfolgung stattgefunden hat und zahlreiche Christen getödtet worden sind. Barcelona, 21. November. Der Anarchist Salvador, der Urheber des Attentats im Theatro Liceo, ist heute hin gerichtet worden. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen. London, 21. November. Nach einer amtlichen Meldung auS Tokio von gestern begann eine Abtheilung der ersten japanischen Armee am 18. d. M., 6 Uhr Morgens Hsinyen anzugretsen, das von chinesischen Truppen, deren Zahl auf 20 000 angegeben wurde, besetzt war, und nahm den Platz um 9 Uhr Morgens ein. Die Chinesen flohen in nordwestlicher Richtung. Pie Japaner eroberten mehrere Kanonen. Petersburg, 21. November. Die „Nowoje Wremja" vernimmt, wegen der Trauer um Kaiser Alexander III. werden die hiesigen Kaiserlichen Theater ein halbes Jahr, die Privattheater bis zum 4./16. December geschlossen bleiben.— Anläßlich deS Namenstages des Großfürsten Michael Nikolajewitsch statteten demselben gestern die Großfürsten und Großfürstinnen, unter ihnen auch die Großfürstin-Braut und die anwesenden ausländischen Fürstlichkeiten, Besuche ab. Petersburg, 21. November. Beim Großfürsten Wladimir fand gestern ein Diner zu Ehren der ausländischen fürstlichen Gäste statt. Heute waren die ausländischen Fürstlichkeiten zum Familiendiner im Anitschkow- Palais geladen. Prinz Ludwig von Bayern besuchte gestern die Kaserne deS Kaiserlichen Convois (kaukasisch uniformirte Leibwache), besichtigte eingehend daS Pferdematerial und ließ sich die Retterkunst der Mannschaften zeigen. Petersburg, 21. November. Der deutsche Botschafter General v. Werder wurde heute Nachmittag vom Kaiser in besonderer Privataudienz empfangen. Prinz August von Sachsen empfing gestern die sächsischen Mitglieder der deutschen Colonie. Se. König!. Hoheit Prinz Heinrich von Preußen und der Großherzog von Heffen dintren nächsten Freitag in der deutschen Botschaft. Newyork, 21. November. Präsident Cleveland kam heute auf einem Spaziergange bei Washington durch einen Fehltritt zu Fall und zog sich eine leichte Verrenkung zu, infolge deren er der Cabinetsitzung nicht beiwohnen konnte. Washington, 21. November. Auf die Anfrage des amerikanischen Gesandten in Tokio, ob die amerikanische Vermittlung Japan genehm sei, hat die japanische Regierung geantwortet, Japan würdige zwar das Gefühl der Freundschaft, von dem Amerika beseelt sei, andererseits aber sei der Erfolg der japanischen Waffen ein derartiger, daß Japan meine, China muffe Japan direct Vorschläge machen. Angesichts der Abwesenheit der chinesischen und japanischen Vertreter von Tokio und Peking wird in Washington der Antwort die Bedeutung beigelegt, die Verhandlungen zur Wiederherstellung des Friedens sollten durch die Vermittlung der amerikanischen Gesandten in Tokio und Peking gepflogen werden, die seit dem Beginn des Krieges mit der Wahrnehmung der Jnteress.n der beiden Länder beauftragt waren. Depeschen bet Burr« „Herold'. Darmstadt, 21. November. Nach hier eingelaufener Meldung aus Petersburg ist die Vermählung des Czaren Nikolaus mit der Prinzessin Alix osfictell auf Montag den 26. November angesetzt. Wien, 21. November. Nach Schluß einer in der vergangenen Nacht in Wiener Neustadt abgehaltenen Versammlung veranstalten die Arbeiter zu Gunsten des Allgemeinen Wahlrechts eine Demonstration. Sie durchzogen unter Hochrufen auf das Allgemeine Wahlrecht die Straßen und begingen allerlei Ausschreitungen. Die Ruhe konnte erst, nachdem Militär eingeschritten war, wieder hrrgestellr werden. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Budapest, 21. November. Die politische Lage wird fortdauernd als sehr kritisch bezeichnet. Neuerdings heißt es, Wekerle fei bereits zum Kaiser berufen. Man hält eine Ministerkrisis für nahe bevorstehend. Rom, 21. November. In Messina und in Reggio wurden heute abermals Erderschütterungen wahr- genommen. Antwerpen, 21. November. Der frühere Director deS „Wiener Prater" in der Antwerpener Weltausstellung hat in Bordeaux wegen bedeutender BermögenSverluste Selbstmord begangen. Lüttich, 21. November. Anläßlich der Untersuchung der Dynamitattentate fand die Polizei Schriftstücke, au« denen zu ersehen ist, daß die verhafteten Anarchisten mit dem -erüchtigten Baron Sternberg in Correspondenz gestanden haben und daß geplant war, an einem bestimmten Tage sechs große Gebäude mittelst Dynamit in die Lust zu sprengen. Loudon, 21. November. Die „Times" erfährt aus Odessa, daß der Befehl ergangen sei, bedeutende Truppenabtheilungen nach Wladiwostok zu senden. Die Truppen werden von zwei russischen Transportschiffen der „Freiwilligen Flotte" nach ihrem Bestimmungsorte befördert werden. Loudon, 21. November. Nach Meldungen, aus Peru haben sich in der Nähe Limas zahlreiche bewaffnete Aufständische angesammelt- man befürchtet ernste Unruhen. Zur Verhütung derselben find von der peruanischen Regierung Truppen abgesandt worden. Belgrad, 21. November. In Neg otin ordnete die Regierung für den Czaren Alexander ein Requiem an- die Geistlichkeit und die städtischen Behörden weigerten sich, demselben beizuwohnen. Chicago, 21. November. Ein in der letzten Nacht hier wüthenver heftiger Orkan richtete an den Gebäuden bedeutenden Schaden an. Der sechs Fuß hohe stählerne Schornstein deS Clubgebäudes der Universität ist eingestürzt und fiel mit voller Wucht auf daS Palais des Millionärs Handy. Die herabfallenden Trümmer verletzten circa 125 Personen. Feuilleton. Psshlbsuten-Bewohner. Don Friedrich Thieme. (Nachdruck verboten.) Der Eindruck der Lehre von der natürlichen Entstehung der Welt und des Menschen auf Geist und Herz ist ein derart gewaltiger, daß derjenige der naiven Erzählungen der I Poesie und Mythologie daneben vollständig verschwindet. Wer \ zum ersten Male eingeweiht wird in die Wunder der Entwickelung, der fühlt ordentlich den Hauch einer Offenbarung, deren Wahrheit er instiuctiv iu sich geahnt,» die ihm aber bisher verborgen blieb, eine neue Welt der Wahrheit und Vernunft thut sich vor ihm auf, mächtige Bilder erfüllen feine Seele. Von Stund an beschäftigt seine Phantasie lebendig daS Bild der Vergangenheit und Zukunft, hundert ! Fragen steigen ihm auf. Vor allem aber ruft er sich gern das Gemälde jener versunkenen Welten zurück, in welchen das organische Leben noch gigantische, gewaltige Formen trug: riesenhafte Schachtelhalm- und Farrenwälder tauchen auf vor seinem geistigen Auge, welche daS coloffale Mammuth durchwandert, während der geheimnißvolle Urvogel durch die Lüfte saust und ungeheure Eidechsen die Wasser und Sümpfe durchschwimmen. Dann ersteht vor seinem Geiste der Mensch der Vorzeit, wie er im gigantischen Daseinskämpfe mit den Riesenthieren seiner Zeit um sein Leben ringt. Wie mag er ausgesehen haben, dieser Vertreter der Gattung Mensch einer fernen Epoche? Meist entwirft sich der moderne Mensch ein ganz falsches Bild von seinem Urahn, er bringt ihn unwillkürlich in ein harmonisches Verhältniß zu den kühnen Dimensionen der vorsündfluthlichen Lebewelt und bewundert tn ihm eine Art Riesen, wie er solche in den Heldensagen der Völker kennen gelernt. Die Anthropologie vermag auf die Frage nach der äußeren Beschaffenheit des vorhistorischen Menschen zwar noch keine voll befriedigende Antwort zu geben, so viel haben die bisherigen Forschungen aber doch ergeben, daß jene phantastischen Vorstellungen der Wirklichkeit nicht entsprechen. „Der europäische Urmensch zeichnete sich keineswegs durch besondere Leibesgröße oder Körperkraft aus. Während unter den Säugethieren und Vögeln zur Zeit riesenhafte Formen auflraten, lassen die aus derselben herstammenden menschlichen Ueberrefte auf einen Körperbau schließen, der denjenigen des gegenwärtigen Mittelschlags kaum erreichte." (Reymond, Weltgeschichte I. 10.) In unendlich langen Zeiträumen entwickelten sich Sprache und Gesellschaft, gelangte der Mensch zum Gebrauch des Feuers und Werkzeugs. Wie in alten interessanten Büchern lesen die Schriftgelehrten aus den Ueberbleibseln der Ver- gangenheit mühevoll die Geschichte seiner Entwickelung. Wie er aussah, wie er lebte, wo er wohnte — alles suchten sie zu ergründen, und das Glück kam ihnen Mitt: unseres Jahrhunderts durch ein Ereigniß zu Hilfe, das wohl eine der wichtigsten Epochen in der Anthropologie darftellt: die Entdeckung der Pfahlbauten. Im Winter 1853/54 wurde nämlich bei niedrigem Wafferstande des Züricher Sees in einer zwischen Obermeilen und Dollikon gelegenen Bucht bei Nachgrabungen im Schlamme eine Schicht gefunden, welche, wie Dr. Moritz Alsberg in seiner „Anthropologie" (Seite 201) berichtet, „in bestimmter Anordnung in den Seeboden eingerammte Pfähle und zwischen denselben aus Stein, Knochen, Hirschhorn und dergleichen verfertigte rohe Geräthschaften enthielt, — Objecte, die zuerst von Ferdinand Keller als Ueberrefte menschlicher Wohnungen erkannt und von ihm als „Pfahlbauten" beschrieben wurden." Diese Entdeckung führte zu weiteren Forschungen, welche die Auffindung der Spuren ähnlicher Niederlaffungen in den Gewässern der meisten Alpenseenj, wie auch in manchen Binnengewässern Ober- Italiens, Ungarns, Kärnthens, Süddeutschlands, Mecklenburgs, Südsrankreichs und Irlands zur Folge hatten. Bis 1866 fand man allein in der Schweiz die Reste von 200 solcher Ansiedelungen, darunter solche von beträchtlicher Ausdehnung, welche nicht allein als menschliche Wohnungen benutzt worden sein, sondern auch zur zeitweiligen Aufnahme von Heerden und HauSthieren gedient haben mochten. So bildeten bei Wangen am Bodensee 30,000 bis 40,000 Pfähle ein Rechteck von 700 Schritt Länge und 120 Schritt Breite, „bei Roben- Hausen bedeckte der Pfahlrost eine Fläche von 13,000 Quadratmetern und die Station MorgeS am Genfer See besitzt sogar eine Ausdehnung von nicht weniger als 60,000 Quadratmetern." (Alsberg.) Doch nicht nur Spuren ehemaliger Wohnungen, nach denen man sich von der eigentlichen Beschaffenheit der auf den Pfählen errichteten Hütten kaum einen Begriff hätte machen können, wurden blosgelegt, sondern man entdeckte eine Anzahl Jahre nachher in einem bei Schussenried gelegenen Torfmoore eine noch theilweise erhaltene Hütte. So war man denn im Stande, sich ein anschauliches Bild von dem Leben der Menschen jener Zeit zu schaffen, um so mehr, als man aus der Untersuchung der bei den Pfahlbauten aufgefischten thierischen und vegetabilischen Substanzen — in welchen man zum größten Theil Ueberrefte der Mahlzeiten der einstigen Bewohner vor sich hat — ziemlich sichere Schlüffe auf die Fauna und Flora der damaligen Periode ziehen kann, soweit eben Thiere und Pflanzen tn Frage kommen, welche den Menschen zur Nahrung und Benutzung dienten. Fassen wir also einmal die bekannten Ergebnisse zu einem kurzen Bilde zusammen, versetzen wir uns mitten in jene Zeit hinein und folgen den Bewohnern einer Pfahlbauten- ansiedelung auf ihre künstlichen Inseln und in ihre Hütten. Von dem Bau und der Einrichtung einer solchen Behausung können wir uns einen ungefähren Begriff aus der von Frank gegebenen Beschreibung der oben erwähnten bei Schussenried aufgefundenen Hütte schaffen. Diese war 10 Meter lang und 7 Meter breit, stellte also einen Raum von ziemlicher Ausdehnung dar, der demjenigen unserer modernen Wohnungen nichts nachgibt. Die Hüttenwände bestanden auS gespaltenen Eichenpfählen, ihre Fugen waren mit seinem Thöne dicht verkittet- der Fußboden ruhte auf mehreren ziemlich dicken Lehmlagern, die durch Schichten von Rundhölzern von einander getrennt waren, die obere Fußbodenschicht bildeten dicht aneinander gelegte Holzstücke. Der ganze Raum war in zwei Theile getheilt, welche durch eine Thür verbunden waren und von denen der größere jedenfalls als Schlaskammer, der kleinere, welcher die nach Süden gelegene Eingangsthür enthielt, als Küche und Stall diente. Ein Haufen Steine in der Ecke des letzteren war jedenfalls als der Rest deS ehemaligen Herdes anzusehen. (Schluß folgt.) H. Memel, 22. November. In der Kitadelle „Bremen" stehen seit heute früh große Vorräthe von Petroleum, Benzin, Aether und Schmalz in Flammen. Die Flammen haben bereit- den Wall durchbrochen und ein Schiff in Brand gesetzt. Loeal«, tut» provinzieller- Gießen, den 22. November 1894. ** Psychiatrische Klinik. Der Bericht des ersten Aus« schuffes der Zweiten Kammer über die Vorlage Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Anstellung und Besoldung eines Directors der psychiatrischen Klinik zu Gießen betreffend, hat den Abgeordneten Berg st räßer zum Berichterstatter. Es wird beantragt, 1) für Besoldung eines Directors der psychiatrischen Klinik zu Gießen vom 1. April 1895 ab einen Betrag von 5000 Mk. jährlich zu Lasten der Ueberschüffe zu bewilligen- 2) dem mündlich vorgebrachten Ansuchen, dem Director der psychiatrischen Klinik freie Wohnung in dem neuen Gebäude zuzugestehen, stattzugeben. ** Oberhesfische Bahubeamteu. Der Bericht des ersten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Gesetzentwurf, die Anrechnung pensionsfähiger Dienstzeit für die von der früheren Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft übernommenen Beamten und Bediensteten betreffend, den der Abgeordnete Vogt erstattete, sagt zum Schluffe: Wir billigen die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl hinsichtlich des Inhaltes wie der Form, als welche der etwas umständliche Weg der Schaffung eines besonderen Gesetzes nicht wohl zu umgehen war und beantragen demgemäß Annahme des Gesetzes. — Der Bericht desselben Ausschusses über das Gesuch der Weichensteller bei den Oberhessischen Eisenbahnen zu Gießen, Aufbesserung ihrer Wohnungsvergütung betreffend, den der Abgeordnete Wolfs kehl erstattet, kommt zu dem Anträge, die Kammer wolle dem Gesuche keine Folge geben. ** Militärdienstnachrichteo. Nies, Vicefeldwebel vom Landwehr Bezirk Darmstadt I zum Sec.-Lieut. der Res. des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 ernannt. ** Spar« und Leihkaffe Gieße«. Samstag den 24. November, Nachmittags 3 Uhr, findet im Cafe Balzer eine Besprechung statt, wozu die Vertreter der zum Bezirk gehörenden Gemeinden eingeladen werden. nn. Falsche Münzforten. Durch Verfügung des Großh. Ministeriums oes Innern und der Justiz sind der Großh. Prüfungs- und Auskunftsstation für die Gewerbe zu Darmstadt die bei den Staatsanwaltschaften und Gerichten eingehenden falschen Münzsorten zur Prüfung und Begutachtung überwiesen worden. nn. Oberhesfische Gewerbeausstelluug 1895. Der Orts- gewerbeverein zu Alsfeld veranstaltet im August 1895 gelegentlich der Generalversammlung des Landesgewerbevereins eine Ausstellung von Erzeugnissen der Industrie und der Gewerbe aus Oberhessen. Die Dauer der Ausstellung ist auf etwa 3 Wochen vorgesehen. Der Tag der Eröffnung ist vorläufig auf den 25. August n. I. festgesetzt und sind nur Erzeugnisse der Groß- und Klein-Industrie von Oberhessen ausstellungsfähig. Das Preisgericht wird aus Mitgliedern des Landesgcwerbevereins der unbetheiligten Provinzen bestehen und werden hervorragende Leistungen prämürt werden. Das Ausstellungs-Comite wird den Verkauf der ausgestellten Gegenstände vermitteln. Mit der Ausstellung wird eine Berloosung von Gegenständen der Industrie verbunden sein und auf dem Ausstellungsplatz werden Concerte während der Dauer der Ausstellung ftatlfinden. Das Ehrenpräsidium besteht aus: Kreisrath v. Grolmann, Bürgermeister Arnold, Landtagsabgeordneten Gundrum und Realschuldirector Haller. N. Nidda, 21. November. Bon Worcester in Eng« land ist die Nachricht hier eingetroffen, daß dieser Tage durch diplomatische Vermittelung von der Staatskasse ein Betrag von 2000 Mk. an das hiesige Amtsgericht ausgezahlt wird, welche Summe an die Verwandten der in Worcester verstorbenen Elisabethe Baron, einer geborenen Scheuner ausgezahlt und vertheilt werden soll. Vor länger als einem Menschenalter wanderte diese Frau nach England aus, sie. war fast ganz verschollen und vergeffen. Ein natürlicher Sohn von ihr wanderte damals nach Afrika, an das Cap der guten Hoffnung, wo er wahrscheinlich verstorben ist, denn von ihm hat man thatsächlich niemals ein Lebenszeichen erhalten. Die nach Worcester ausgewanderte Scheuner ver- heirathete sich dort und kam zu beträchtlichem Wohlstände. Sie starb, nachdem sie ihren Mann vor einigen Jahren beerbt hatte. Dem natürlichen, aber verschollenen Sohne vermachte sie 20,000 Mk., welches Bermächtniß aber nicht angetreten werden kann. Das Capital bleibt mit seinen Zinsen so lange stehen, bis die Verschollenheitserklärung erlassen werden kann. Die 20,000 Mk. (gerade 1000 Pfd. Sterl.) werden, da noch eine Reihe von Jahren verstreichen müssen, bis die Verschollenheitserklärung gerichtlich ausgesprochen werden wird, mit ihren Zinsen zu einer stattlichen Summe heranwachsen. Die Erblasserin bedachte in England auch die Verwandten ihres Mannes, sowie einige milde Stiftungen, sie muß also nach unseren Begriffen ein stattliches Vermögen besessen haben. Findet sich der verschollene Sohn nicht ein, so fallen die 20,000 Mk. mit den inzwischen ausgewachsenen Zinsen denjenigen Verwandten zu, welche jetzt einstweilen 2000 Mk. erhalten. [] Von der Ohm, 21. November. Die Hausfrauen beklagen sich über die schlechte Backfähigkeit des diesjährigen Roggen- und Weizenmehls. In der Thal bleibt sehr ost das Brot nach dem Backen niedrig und schlissig oder zeigt, wie man zu sagen pflegt, einen Wasserstriefen. Daß solches Brot ebenso wenig der Gesundheit zuträglich, als schmackhaft ist, bedarf keiner Versicherung. Der Grund dieser geringen Backfähigkeit des diesjährigen Mehls liegt ' einmal in der naßgewachsenen und naßheimgefahrenen, das s andermal in der häufig auf dem Felde ausgewachsenen Frucht. Es ist deshalb von ganz besonderer Wichtigkeit, ein Mittel zu kennen, das diese üblen Eigenschaften beseitigt und es möglich mackt, ein gesundes und wohlschmeckendes Brot zu gewinnen. Das Mittel hat der „Gießener Anz." bereits in einer Mittheilung seiner Rubrik „Verkehr, Land- und Volks- wirthschaft" bekannt gegeben, allein wir können es uns nicht versagen, wegen seiner großen Bedeutung für den Haushalt hier dasselbe nochmals namhaft zu machen, es ist das Kochsalz. Wie die Versuche Dr. Lehmanns darthun, wird durch 15 Gramm Salz auf 2 Pfund Brot, welches man im Einteigwasser dem Mehl zusetzt, die Verflüssigung des Klebers, die das sogenannte Schliffigwerden bewirkt, vollständig vermieden und infolge dessen ein wohlaufgegangenes, gesundes und wohlschmeckendes Brot gewonnen. An unfern Hausfrauen und Bäckern ist nun die Reihe, dies einfache Mittel auf seine Wirkung zu erproben. Groß-Strinheim, 20. November. Durch einen überaus frechen Diebstahl wurde dieser Tage ein Fuhrmann aus einem benachbarten Dorfe geschädigt. Der Mann hatte in einer Wirthschaft vor Hanau sein Pferd eingestellt, um vor Beginn des Kartoffelmarktes noch einige Stunden der Ruhe zu pflegen. Als er mit dem Morgengrauen schirren wollte, war das werthvolle Pferd, ein dänischer Wallach von hellbrauner Farbe mit kurzem, spärlichen Schweif, verschwunden. Von dem Thäter fehlt bis jetzt jegliche Spur. • Vom Odenwald, 17. November. Sehr lheuer kann , einen Tüncher aus B. ein Malerpinsel zu stehen i kommen. Der Tüncher hatte in dem Weiler F. bei einem Hofbauer den oberen Stock zu malen. Während der Frühstückstunde gerieten die kleinen Buben des Bauern über die Pinsel und versuchten mit Wagenschmiere das Scheuerthor ; anzustreichen. Der Tüncher war nun in großer Noth, da ; Ersatz nicht beschafft werden konnte. Kurz entschlossen ging 1 er in den nächsten Stall, schnitt einer Kuh die Schweishaare ; und dem Geisbock den Bart ab, und stellte sich, so gut es > gehen wollte, ein paar Pinsel her, die auch genügten. Leider i war aber der Besitzer der Thiere, ein Nachbar, nicht mit * diesem Frisiren einverstanden, sondern zeigte den Tüncher ; wegen „Sachbeschädigung" an und da der Thäter die ver- ! riegelte Stallthüre eigenmächtig geöffnet hatte, kann die Ge- | schichte auf eine starke Geldbuße kommen. im 15919296 5 647913 3 332036 2038 990 825 323 1230 002 116 000 594000 394286 930 600 291800 515034 Jahre 1888 vom Abgeordnetenhaus unter Wilhelm II. erhöht auf Bayern hat eine Krondotation von Sachsen Württemberg Braunschweig Großherzogthum Hessen Großherzogthum Oldenburg Sachsen-Coburg-Gotha Sachsen-Meiningen Sachsen-Weimar Schwarzburg-Rudolstadt Schwarzburg-Sondershausen Mk. // ii' // // // // 7/ // // // // Ueber die übrigen deutschen Staaten fehlen die nothwendigen Angaben. Dieselben werden auf etwa 8 Millionen Mark geschätzt. Die Krondotationen sämmtlicher deutschen Fürsten werden auf zusammen 40 Millionen Mark veranschlagt. Die Frage nach dem Privatvermögen der Fürsten läßt sich nicht einmal annähernd beantworten, weil dafür jeder Maßstab fehlt. * Die commandirenden Generale beziehen gegenwärtig 12000 Mk. Gehalt und 18000 Mk. Dienstzulage, daneben freie Dienstwohnung mit Mobiliarausstattung und Feuerungsmaterial und je 8 Fouragerationen. Dagegen sind die commandirenden Generale verpflichtet, auS der Dienstzulage von 18 000 Mk. auch die Kosten für Bureaubedürfnisse zu bestreiten. Sie erhalten aber 1500 bis 1800 Mark Zulage Vermischtes. * Köln, 20. November. In der Trinitatiskirche fand heute Nachmittag um 1 Uhr die Trauung des Reichscommiffars Major Dr. Hermann v. Wißmann mit Fräulein Hedwig Langen, Tochter des Geh. Commerzienraths Eugen Langen, statt, * Hamburg, 20. November. In der vergangenen Nacht brach in einem Hause in der Königstraße Feuer aus, sieben Personen wurden verletzt. Ein Kind ist in Folge der erhaltenen Verletzungen gestorben. - * Freiburg i. Br., 18. November. Gestern wurde die Leiche des stud.jur. Heinrich Boetticher aus Magdeburg zur Bahn geleitet. Der Verstorbene, Sohn des Magdeburger Oberbürgermeisters, ist an einer Dosts Antipyrin zu Grunde gegangen. Er hatte sich das Antipyrin in einer Apotheke ohne Recept verabreichen lassen, um einen belanglosen Schmerz zu stillen. Das Mittel führt? leider, da Boetticher mit einem Magen-Geschwür belastet war, nach einigen Tagen trotz aller ärztlichen Bemühungen in der Klinik seinen Tod herbei. Auf Grund des Scctionsbefundes begab sich eine Gerichtscommission in die betreffende Apotheke. Die Untersuchung führte zu einem positiven Ergebniß. Wie ein Privat-Tele- gramm der „Franks. Ztg." meldet, ist der Apothekergehülfe verhaftet worden; er soll Sublimat mit Antipyrin verwechselt haben. • * Die alte Rohheit. In einer Mainzer Wirthschaft saßen neulich Abend eine Anzahl junger Leute beisammen. Einer derselben verließ auf einige Augenblicke feinen Platz, als er sich wieder setzen wollte, zog ihm ein Anderer plötzlich den Stuhl hinweg und der junge Mann stürzte rücklings zu Boden; ein Strom Blut drang ihm sofort aus dem Mund, er hatte sich die Zunge halb durchgebiffen; gegen den Thäter ist Strafantrag gestellt. * Die Kroudotatioueu deutscher Fürsten. Der König von Preußen erhielt bis zum Jahre 1888 12*/z Millionen Mark. In Anbetracht der Theuerungsverhältnisse wurde die Dotation für je einen Registrator und 720 bis 1152 Mark Zulage für je fünf bis acht Schreiber. Diese Schreiber werden aus den Unteroffizieren gestellt. .Nunmehr sollen die Bureaukosten der Generalcommandos auf die Reichskaffe übernommen werden, bis auf den Betrag von 300 Mk., der aus der Dienstzulage bestritten werden soll. * Alhemlos und thronenden Auges kam am Dienstag Vormittag ein zehnjähriges Mädchen auf das Polizeibureau in der Brunnenstraße in Berlin gelaufen und berichtete dem Lieutenant wörtlich: „Lieber Herr Lieutenant, bitte kommen Sie doch gleich mit in unsere Wohnung, dort hat sich unsere gute Mutter aufgehängt, weil sie für uns fün.f Kinder nichts mehr zu essen hatte. Vater ist schon seit drei Wochen nicht mehr nach Hause gekommen!" Die Ermittelungen haben leider die traurige Wahrheit ergeben; denn man sand in der armseligen Wohnung die Mutter als Leiche vor. Ihre hinterlassenen fünf Kinder sind dem Waisenhause überwiesen worden, die Leiche der Unglücklichen wurde nach dem Schauhause gebracht. * Deutscher Durst. 45 Millionen Hectoliter Bier fließen alljährlich durch die Kehlen aller Deutschen. Ein Seebett von 2 025 000 Quadratmeter Grundfläche ober 225 Hectar würde bei einer Höhe von 2 Metern bis zum Rande gefüllt werden. 500000 Hectar ober ungefähr 90 Quabratmeilen in hoher Cultur befinbliches Land sind nothwendig, um bei vollem Ertrag die Menge Gerste zu erzeugen, welche zur Herstellung dieses Bieres gebraucht wird. * Die drei K's der Kaiserin. In einer Skizze über die deutsche Kaiserin bezieht sich Arthur Warren in „The women at hörne“ auf einen Ausspruch des Kaisers Wilhelm II., der da sagt, er könne nichts besseres für die Wohlfahrt seines Landes denken, als daß jedes deutsche Mädchen dem Vorbilde der Kaiserin folgen und gleich derselben ihr Leben der Pflege der drei K's widmen würde: Kirche, Kinder und Küche. Der Kaiser verabscheut emancipirte Frauen und zieht eine Gattin, die Konfitüren zu machen weiß, einer solchen, die Regierungssragen zu beurteilen verstehe, bei weitem vor. Die Kaiserin erfüllt diese Ansprüche vollkommen: Sie legt trefflich Obst ein und kümmert sich nicht tm geringsten um Polink. Sie geht um 1/2^0 Uhr zu Bette und steht um 6 Uhr auf. Gespeist wird um 1 Uhr, um 8 Uhr wird ein einfaches Nachtessen eingenommen. Sie überwacht ihre sieben Kinder — sechs Knaben und ein Mädchen — sorgsam beim Lernen wie beim Spielen. Auch um die Dienerschaft kümmert sie sich, und eine der wenigen von ihr bekannten Aeußemngen gilt der Dienstbotenfrage. Sie lautet: „Nach meiner Ansicht entspringt der unbefriedigende Zustand unserer Dienstleute dem Umstande, daß die Hausfrauen sich zu wenig um ihr Wohlergehen kümmern. Die hauptsächlichste Klage der Dienerschaft geht dahin, daß sie viel Arbeitsstunden und zu wenig persönliche Freiheit haben. Aber wenn wir ihnen mehr Freiheit gewährten, würden wir sie großen Versuchungen aussetzen. Wir sollten daher Alles aufbieten, um ihnen .ihre Mußestunden im Hause so angenehm als möglich zu machen: vor Allem, indem wir ihnen heitere, luftige Wohnräume zuweisen, was, wie ich fürchte, nicht immer der Fall ist. Ich hoffe, die Baumeister werden das im Auge behalten, wenn sie künftig Häuserpläne entwerfen. Ferner sollten in verschiedenen Theilen der Stadt Dienstbotenheime errichtet werden, wo dieselben sich Abends treffen und vor Allem Sonntag Nachmittags versammeln könnten, um ihre gemeinschaftlichen Interessen zu besprechen und womöglich über ihre häuslichen Pflichten in Vorträgen unterwiesen werden. Die Hauptfrage, im Hinblick auf unsere weibliche Dienerschaft ist ihre Moralität; denn wer wäre von größerem Einfluß aus den Character unserer Kinder als die Dienstmädchen, die im täglichen Verkehr mit ihnen stehen." * Der Hochzeitskorb, welchen Czar Nicolaus II. für seine Braut, die nunmehrige Großfürstin Alexandra Feodorowna, in Paris bereiten läßt, soll ein wahres Wunderwerk sein. Dem „Neuen Wien. Tagbl." wird hierüber Fol-- gendes mittheilt: Der Korb hat einen ganz bedeutenden Umfang und besteht völlig aus achtem Goldgeflecht. Den Verschluß bildet das russische Kaiserwappen. Als Einfütterung wurde ein in den russischen Farben gewirkter schwerer Brokat verwendet. Der Inhalt ist nahezu vollständig; man sieht die kostbarsten Spitzen in allen Farben, nur ein Artikel fehlt noch: das für die Juwelen bestimmte Fach nämlich ist noch leer. Die Agenten des russischen Kaiserhauses suchen eben noch nach Juwelen und Perlen. Vorerst gilt es, den Brautschmuck anzufertigen. Das Perlenhalsband muß nach und nach zusammengestellt werden und man zahlt die Prachtstücke dieser Perlen mit je 10 000 Mk. Während große Brillanten verhältnißmäßig leicht zu erhalten sind, ist es außerordentlich schwer, große Rubine und Smaragde aufzu- treiben, die in fortlaufender Reihe die gleiche Größe zeigen; Geldangebote allein genügen nicht, gleiche Stücke in der gewünschten Größe sind sehr selten. * Eine heitere Gebühreugefchichte wird von einem Berliner Gerichtsberichterstatrer wie folgt erzählt: Zwei Prozeßgegner hatten durch ihre Vertreter, die Rechtsanwälte Dr. St. und Fr. II., eine Einigung erzielt, und die Anwälte liquidirten ihren Clienten verschiedene Gebühren, und zwar Fr. 50 Mk. und St. 20 Mk. Als bei den Parteien die Liquidationen eingetroffen waren, verständigten sich die versöhnten Gegner mittels Telephon über die Summe, die ihnen in Rechnung gestellt worden war. Es erhielten nun die Anwälte von ihren Klienten je einen Brief; in dem an St. war zu lesen: „Sie haben zwar nur 20 Mk. liquibirt, da aber der Gegner 50 Mk. an seinen Anwalt zu zahlen hat, gestatte ich mir, Ihnen ebenfalls 50 Mk. zu senden." Der Brief an Fr. lautet: „Sie haben zwar 50 Mk. liqui- dirt; da aber der Gegner nur 20 Mk. an seinen Anwalt zu. zahlen hat, gestatte ich mir, Ihnen ebenfalls nur 20 Mk. zu senden." Als die beiden Anwälte sich diese Brief- und Gebührengeschichte im Anwaltszimmer erzählten, wurden alle Kollegen dis zu Thrünen — erheitert. Literatur und Knnft — Eerumtherapiej'und Serumtherapie — das ist die -Ueberfchrift eines Be-irag4 aus der Feder des weitbekannten Vr. Lahmann in dem soeben erschienenen vierten Hefte der beliebten Smilienzeitschrift Universum. Jeder, der den Namen deS Der- sers kennt, wird auch wissen, dost dieser letztere nicht von dem Enthusiasmus, der jetzt einen «rohen Tbeil der Gelehrten- und Laten- welt aus Anlaß der Entdeckung deS Heilserums erariffeo hat, beeinflußt wird, sondern die effectiv erreichten und bei Anwendung deS neuen Heilmittels noch zu erhoffenden Erfolge mit kritisch klarem Blick prüft und danach sein Urtbell bildet. Der leichtversiändttch geschriebene Artikel, welcher sicher das «DflemeinbitrTeffe_ i Anspruch nehmen wird, verdient namentlich von den deutschen Muttern gelesen zu werden. _________ — „Unsere Damen am Billard" betitelt sich eine Skizze von Jenny Ris-Neumann im 5. Hest der illustrtrten Halbmonatsschrift ,«om ryelS zum TUet* (Stuttgart, Union Deutsche DerlagSqesrtUchafi), die namentlich durch dm reizmdm Bilderschmuck daS Auge ftffelt und die verschiedensten Posen dieses ebenso decenten alS vom sanitären Standpunkt emvsehlmswerthen Sport? auf« An- mutbtgste zur Geltung bringt. Die glänzende Jllustrationstechnik, die sich schon auf dem Umschlag so vortheilhafr bemerkbar macht, ,eiert auch in diesem Heft wahre Triumphe in Schwarz- und Buntdruck. _____________ — Gustav Adolfs Kalender und Hessischer Hausfreund für da- Jahr 1H1)5. Der „GustamAdoUs-Kalenber", welwer schon im vorigen Jahrgang eine Biographie Gustav Adolfs gebracht hat, trägt dem in diesem Jahre statth-rbenden JubiläumSfene nochmals besonders Rechnung durch die geschichtliche Erzählung „Gustav Adolfs Rdrinsahrt" von Konrad Fron und andere näher oder ferner darauf bezügliche Beiträge. — Der „Hessische Hausfreund" enthalt neben einer Weltumschau von christlichem Standpunkte u. A. mehrere gröhere Erzählungen — „Wie das HildebrondLlied niedergeschrieben wu.de", „Aus dem Leben eines Bettlers", „Der JudenondreS", „Deutsche Sprichwörter" — meist von practtsch-socialer Tendenz. — Beide Aalender kosten nur je 25 Psg. Universität» • Nachrichten. Strahburg i. E., 19. November. An der Kaiser Wilbelms- Unioerfität sind während bet offenen JmmatticulationSzeit 351 Stu- dirende (gegen 346 m Winter 1893 94) neu immatrtcultrt worden und zwar 22 in der theologischen, 137 in der rechts- und staats- wissenschaftltchen, 97 in der m.dicintschen, 34 in der philosophischen und 50 in der mathematischen und naturwtffenschaftltchen Facultät. verkehr, Land« «ni» Volkrlvirthichast — Nach dm statistischm Ermittelungen des Vereins deutscher Eism- und Stahltndusttieller belief sich die Roheisenproduetion des Deutschen Reiches (einschliehlich Luxemburgs) im Monat October 1894 auf 490 934 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 133 035 Tonnm, Bessemerrobeisen 32 508 Tonnen, Thomasroheisen 241181 Tonnen und Giehereirobeifen 84 210 Tonnen. — Die Production im October 1893 betrug 437 183 Tonnen, im September 1894 473070 Tonnen. Vom 1. Januar dis 31. October 1894 wurden probuctrt 4 579 180 Tonnen gegen 4 084 056 Tonnen im gleichen Zeiträume bes Vorjahres. 8otte8die«ü in der Synagoge. SamStag, ben 24. November. Celebrirurrg deS Geburtstages Ihrer «önigl. Hoheiten । des Großherzogs und der Großherzogin. Vorabenb 4» Ubr, Morgens 9‘» Uhr, Nachmittags 3°° Uhr j Sabbathausgang 5,s Uhr- Gottesdienst der i-raclitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abenb 4*6 Ubr, SamStag Vormittag 8^ Uhr, Nachmittag , 3 Uhr, Sabbathausgang 515 Uhr. j "" ' --- 1 < GS übertrifft in Geschmack unb Geruch ber Holländ. Rauchtabak von B. Becker in Seefen a. H. alle ähnl. Fabrikate. Ein 10 Pfd.- ! Beutel fco. 8 Mk. 7830 9544 Visitkarteii Ischen Druckerei nebnt ligen Preisen An- und Verkauf von Effecten. Einlösung sämmtlicher Coupons. Bevorschussung von Werthpapieren. Conto - Corrent - Verkehr. Jh Seidenstoffe « direkt aus der Fabrik von VON Elten & KeilSSen, Crefeld, in jedem Maaß zu beziehen. Schwarze, farbige u. weiße Seidenstoffe, Sammte, Plüsche und Belvets. 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