1894 Sonntag dm 23. September Amts- unb Anzeigeblatt für den TLrers Gieren. chralisöeikage: Gießener Kamitienölätter. Dierteljähriger ZldonuementspreiA: 2 Warf 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraßc Wr.7. Fernsprecher 51. Neueste Nachrichten» Wolffö telegraphisches Lorrespondenr-Bureau. Thorn. 21. September. Ein Scharfschießen aus 600 Geschützen, das den Abschluß der 14tägigen FestungS- manöver bildet, hat heute Mittag in Gegenwart des Kriegs- Ministers begonnen. , Balassa-Gyarmat, 21. September. Nach Schluß des heutigen Manövers sprach der Kaiser beiden Corps- Commandanten seine Zufriedenheit für das vorzügliche Manöveriren aus. Der Kaiser reift Abends mit dem Prinzen Leopold von Bayern zur Hirschpürsche nach Visegrad. Newyork, 21. September. Meldung des Bureau Reuter. Einem Telegramme aus Colon in Columbien zufolge ist der Präsident Nunez am Dienstag an gastrischem Fieber Shanghai, 21. September. Reuter - Meldung. Eine Depesche aus Kobe bestätigt die aus chinesischen Quellen stammende Meldung, daß bei dem Seegefecht am Yula- Flusse drei japanische Kriegsschiffe verloren gegangen feien; die Namen würden jedoch nicht angegeben. Die officrellen japanischen Berichte seien augenscheinlich unvollständig. Yokohama, 21. September. Den letzten Berichten zufolge betrug der Verlust der Japaner in der Schlacht bet Ptngyang 11 Offiziere und 154 Mann todt, 30 Ossi- ziere und 521 Mann verwundet. Den Chinesen wurden Cocofc» nn6 provinzielle». Sieben, den 22. September 1894. Abonnements Einladung Zum Bezug des „Giehener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1894 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" btc Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich- ten-Burcaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den —cser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhesscn ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur'Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhesscn betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- wcrthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen m H aus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Em gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als llnterhaltungsftoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. October den Anzeiger kostenftei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswätts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abounements- bettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung ersolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch). flott Gemacht. Warschau. 21. September. In Lipno im Gouverne- ment Plozk kam es anläßlich des Transports eines cholera- tränten Inden zu argen Ausschreitungen zwischen der PaUzei und sanatischen Juden. Zwei der letzteren wurden getötet, sechs schwer oerwundet. Der Gießener Anzeiger erscheint tägliche mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamiktendtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Nr. 223 Erstes Blatt halt der Broschüre. Berlin, 21. September. Wie der „Berl. Börsen- Courier" hört, wird zum Beginn der nächsten Woche der Finanzrath I. Rasalicz aus St. Petersburg, der wohl als die rechte Hand des gegenwärtigen russischen Finanzministers Herrn v. Witte bezeichnet werden kann, hier ein» treffen. Man nimmt an, daß die Reise desselben nach Berlin mit den im Zuge befindlichen Verhandlungen über Die Wieder- gewährung der Beleihungssähigkeit russischer Werthe im Zusammenhang steht. Kiel, 21. September. Für die im Sommer 1895 in Königsberg stattfindende Norddeutsche Gewerbe- Ausstellung ist eine Betheiligung der kaiserlichen Marine höheren Ortes in Aussicht gestellt worden. Oppeln, 21. September. Neuerdings wurden in Laura- hütte drei, in Slawitz zwei, in Siemianowitz eine Erkrankung an asiatischer Cholera sestgestellt. In Myslowitz und Laurahütie kamen je zwei Cholera- Todesfälle vor. , Oppeln, 21. September. Der Regierungspräsident hob wegen der fortdauernden Choleragesahr alle Krämer- und Viehmärkte in den Kreisen Oppeln, Kreuzburg und Myslowitz auf. Breslau, 21. September. Dem hiesigen „General- Anzeiger" zufolge ist die Ernennung des Fürsten v. Hatz- feldt-Trachenberg zum Oberprästdenten von Schlesien bereits erfolgt. , _ „ , Paris, 21. September. Die Blätter erörtern die Rede des Präsidenten Casimir Perier in Chateaudun und geben der Ansicht Ausdruck, daß man in dieser Rede den Mann der Pflicht erkenne. Wenn Dupuy dem Präsidenten der Republik etwa Opposition machen wollte, so sei Dupuys Niederlage unzweifelhaft sicher. Paris, 21. September. Seitens der republikanischen Presse wird constatirt, daß in der gestrigen Rede des Präsidenten Casimir Perier der Regierung ein in allen Punkten vollständig abgegrenztes Programm vorgezeichnet worden sei. Wenn die Regierung bestrebt sei, dieses Programm zu verfolgen, so würde durch daffelbe die Möglichkeit gegeben sein, jede weitere Ausdehnung der socialistischen wie auch der anarchistischen Ideen zu vereiteln. Loudon, 21. September. Telegraphischer Meldung aus Tokio zufolge bewegen sich japanische Truppen in Eilmärschen gegen Widschu und Mukden. — Die japanische Kriegsanleihe ist von der Bevölkerung dreimal über- zeichnet worden. , , , . London, 21. September. Aus Shanghai wird über das Seegefecht zwischen Japanern und Chinesen noch gemeldet: Alle bei demselben betheiligt gewesenen, nicht ganz zerstörten Kriegsschiffe wurden derart beschädigt, daß deren Reparatur Monate in Anspruch nehmen wird. Außer den drei in den Grund gebohrten chinesischen Kriegsschiffen wurden sieben andere chinesische Schiffe schwer beschädigt. Von der japanischen Flotte trugen nur zwei Heinere Schiffe Havarie leichter Art davon. Die Verluste der Japaner an Todten und Verwundeten betrugen insgesammt 66 Mann. Antwerpen, 21. September. Infolge des auf der Schelde herrschenden dichten Nebels scheiterten em italienisches und zwei englische mit Getreide beladene Transportschiffe. Zwei der Schiffe wurden heute Nachmittag wieder ** Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 5. September der Arbeiterin Elisabeth Hofmeister aus Bodenheim, im Dienste des Perlenfabrikanten L. Wagner zu Mainz, das allgemeine Ehrenzeichen „Für Verdienste" zu verleihen. Sitzung Großh. Handelskammer vom 14. September i»w- Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Homberger, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Die Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung definitiv Stellung zu der in Aussicht genommenen Erweiterung der Unfallversicherung auf solche Betriebe, die seither von der Ver- sicherung noch nicht umfaßt waren, namentlich, soweit Betriebe im Handel in Betracht kommen. In Uebereinstimmung mit der Großh. Handelskammer Mainz erklärte man sich im Princip für eine Erweiterung der Unfallversicherung, glaubte aber in wesentlichen Punkten, namentlich hinsichtlich der Form der Versicherungserweiterung, dem Entwurf die Zustimmung versagen zu müssen. Einzelne Handelszweige, mit denen tn erheblichem Umfang eine Lagerung von Fässern und Kisten re. in Kellern, Speichern u. s. w. und ein beträchtlicher Waaren- transport, ein Heben, Tragen und Fahren großer Lasten verbunden ist, erachtet die Kammer für durchaus versicherungspflichtig. Hinsichtlich anderer Handelsbetriebe, wie das Bank- und Agenturgeschäft, wünscht die Kammer von der Versiche- rungspflicht ausgeschlossen zu sehen. Die Erweiterung der Entschädigungspflicht der Berufsgenossenschaft, für deren fernere Beibehaltung sich die Kammer erklärt, auf Unfälle, welche versicherten Personen bei persönlichen oder anderen Dienstverrichtungen für den Betriebsunternehmer Motzen, hält man für geboten. Auch erachtet die Kammer es für zweckmäßig, daß in den versicherungspflichtigen Betrieben Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge, falls sie mit dem technischen Theil des Betriebs in Berührung kommen, ebenfalls für versicherungspflichtig erklärt werden. Dem Auftrag höchster Staatsbehörde entsprechend übermittelte die Kammer derselben ihre Stellungnahme zu dem fraglichen Entwürfe. Das Kaiser!. Patentamt theilt den Eingang der in unserm Bezirk gesammelten Waarenzeichen mit und dankt namentlich für die werthvolle Übersendung der aus die Tabakbranche bezughabenden Freizeichen. — Vom Grotzy. Ministerium des Innern und der Justiz ging der Kammer wiederum eine Zuschrift, betr. die Verpackung deutscher zum Export bestimmten Maaren zu, über deren Mangelhaftigkeit von den deutschen Consulen sehr geklagt wird. Etwaige Wünsche, näheren Aufschluß über die Herstellung einer allen Anforderungen entsprechenden diesbezüglichen Verpackung zu erlangen, bittet man an unö zu richten. — Von höchster Staatsbehörde ging der Kammer ferner die Abschrift eines Berichts des Kaiferl. GewerbeconsulS in Cairo, den deutschen Exporthandel nach Egypten betr., zu. Interessenten liegt derselbe auf dem Büreau zur Kennt- nißnahme offen. — Die Speditions - Firma Knauth, Nachod und Kühne übersendet der Kammer ein Exemplar des neuen Zolltarifs der Vereinigten Staaten von Amerika und stellt ihre Dienste den deutschen Exporteuren zur Verfügung. — Der Verein „Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin" veranstaltet am 17. uno lö. October l. I. eine Gersten- und Hopfenausstellung in Berlin. Man macht hiermit die Interessenten auf dieses Unternehmen mit dem Bemerken aufmerksam, daß die aw stellungssatzung-n auf unserem Biireau eingesehen werden können. — Das Directorium der polytechnischen Gesellschaft Gewerbeverein für Leipzig lenk: die Aufmerksamkeit der in- teressirten Kreise auf die seit 1890 in Leipzig bestehende, nunmehr wegen ihrer für die Aussteller vorteilhaften Wirkung zum dritten Male vergrößerte dauernde Gew erbe- ausftellung. Don Seiten der Ausstellungsleitung sind der Handelskammer eine Anzahl Anmeldescheine zugestellt worden mit der Bitte, diese den Gewerbetreibenden des Kreises zur Verfügung zu stellen und sind solche Scheine auf unferm Büreau in Empfang zu nehmen. — Da nach dem endgültigen Entwurf des Winterfahrplans bet &e' \. Ludwigsbahn Zug 41a an den Wochentagen in Wegfall kommen soll, wurde beschloffen, eine eingehend modificirte Eingabe an Großh. Ministerium der Finanzen zu richten, höchste Staatsbehörde möge die Direction der Ludwigsbahn veran- laffen, daß dieser Zug wieder zur Einstellung gelange. Desgleichen wurden die Schwesterkammern Frankfurt a. M. und Mainz um Unterstützung gebeten. •* Der Fackelzng, welchen gestern Abend die Schuler des Realgymnasiums und der Realschule ihrem aus dem Amte Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger. Annahmr von Anzeigen zu der Nachmittag- für den «okgcndcn Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. zweitausend Mann getödtet. Die Zahl der Verwundeten . fehlt noch. ___ Depeschen de» Bureou .Hervtd'. Berlin, 21. September. Wie der „Reichsanzeiger" mit- theilt, hat die Wittwe des Bauraths Wentzel der königl. Akademie der Wissenschaften die Summe von l'/z Mill. Mk. gestiftet zur Förderung umfassender, größere Aufwendung erfordernder wiffenfchaftlicher Unternehmungen aller Art. Jedem ordentlichen Mitgliede der Akademie steht das Vor- chlagsrecht für die Verwendung der Stiftung zu. Berlin, 21. September. Wie der „Localanzeiger" mit- theilt, wurde der Verfaffer der Broschüre „Der Wucher und feine Geldleute", Fritz Krause, polizeilich festgenommen. ES handle sich um ein ErrnittelungSversahren über den In- scheidenden Lehrer, dem Prof. Dr. Buchner darbrachten, zeigte eine recht stattliche Anzahl Fackelträger. Der Zug bewegte sich von der LudwigSftraße durch die Alicestraße nach der Wohnung des Herrn Prof. Buchner. Vor letzterer hielt ein Primaner eine Ansprache, die mit einem Hoch auf den Gefeierten schloß. Nachdem derselbe hierauf der in der Wohnung erschienenen Deputation seinen Dank für die Ovation ouSgesprochen, wurden durch die Militärcapelle einige Musikslücke aufgeführt. Der Zug setzte sich darauf wieder in Bewegung und zwar über die Liebigstraße, Bahnhofstraße, Neustadt nach Oswaldsgarten, woselbst unter dem „Gaudeamus igitur“ die Fackeln verbrannt wurden. ** Der Eisenbahuuufall, welcher sich am vorigen Mittwoch in der Nähe von Vilbel ereignete, kann vielen Reisenden als Warnung zu der bekannten Verordnung, „während der Fahrt mit der Eisenbahn sich nicht dem Fenster hinauszulehnen", dienen: Der am genannten Tage Abends 3/*10 Uhr von Frankfurt kommende Personenzug 101 traf mit eingeschlagenen Fensterscheiben an einem Wagen 3. Klaffe auf dem Vilbeler Bahnhof ein. Die Paffagiere dieses Wagens hatten etwa 1000 Meter vor dem Bahnhof Vilbel einen äußerst heftigen Schlag wahrgenommen, wobei die Fensterscheiben gleichzeitig zertrümmert einfielen und infolge dessen einige Paffagiere leichte Verletzungen im Gesicht erhielten. Die Ursache wurde bald festgestellt und ergab, daß eine Seitenthür eines Wagens 3. Klasse des nach Frankfurt fahrenden Zuges 104 aus ihren obersten Charnteren gefallen war, das untere Charnier hatte die Thüre festgehalten, somit hatte sich dieselbe derart nach unten geneigt, daß ein Berühren der sich an genannter Stelle kreuzenden Züge 101 und 104 stattfand. Kleine Beschädigungen an der einen Seite mehrerer Waggons des Zuges 101 fanden außerdem noch statt, die Thüre selbst, wurde an genannter Stelle in zerschmettertem Zustande durch einen Bahnbediensteten der Station Vilbel aufgefunden und aus dem Geleise entfernt. Wie nun, wenn Jemand sich „dem Fenster hinausgelehnt" hatte? ** Prämiirnug. Der Oberhessische Obstbauverein erhielt auf der Obftausstellung in Berlin folgende Preise: Für „Sortimentsausstellung" die große silberne Medaille des Vereins zur Beförderung des Gartenbaus, für „Verpackungsmethode" die silberne Provinzialvereinsmedaille, für „Aepfel. wein" die broncene Staatsmedaille, für „Beerenwein" von Lenz, Sturmfels ein Diplom, für „Sekt" von Sturmfels die broncene Provtnzialvereins-Medaille. ** Eine reiche Kartoffelernte steht in Aussicht. Drei an einem Strauch auf dem Nahrungsberg gewachsene Kartoffeln wurden ans heute vorgezeigt, welche das stattliche Gewicht von 31/4 Pfd. haben, wovon auf den größten allein l3/4 Pfd. kommen. ** Das Liebig-Denkmal in Gießen ist von der Liebigs Fleisch-Extract Compagnie als geeignetes Object zur Ausstattung ihrer neuesten, künstlerisch ausgeführten Plakate erkoren worden. Die rechte Hälfte des Plakats zeigt den Landungsplatz der Gesellschaft bei ihrer Fabrik zu Fray Bentos, an welchem zur Verschiffung ihrer Producte Seeschiffe bereit liegen- links davon erhebt sich das Gießener Liebig-Monument aus einem sehr naturalistisch ausgeführten Stillleben mit Wildpret und den verschiedensten Gemüsen, zwischen denen zwei naturgetreu abgebtldete Fleisch-Extract- Töpfe mit dem blauen Namenszuge lagern. Ein junger Koch in weißem Küchenanzng steht inmitten der Herrlichkeiten und reicht dem Erfinder einen Palmzweig dar. Geschmackvoll arrangirte Stierköpfe füllen die Ecken. Ueberaus fein und rasfinirt ist die Farbenzusammenstellung: Zu dem in einem satten Roth gehaltenen Fond des Plakats bildet die in Gold gehaltene Inschrift „Liebig Companys Fleisch-Extract" einen wirkungsvollen Comrast. ** Amtliche Meldung über den Stand der Cholera in Bürgeln: Die Desinfection der Baracke und ihres Inhalts ist vorgestern beendet worden. Gestern wurde mit dem Abbruch der Baracke begonnen. ** Ueber das Wetter ist mit Recht bis vor ungefähr 14 Tagen weidlich geschimpft worden. Wie verschieden aber zu derselben Zeit die Temperatur im Deutschen Reich war, ergibt sich daraus, daß in Danzig seit etwa 6 Wochen kein Regen gefallen ist und infolge der herrschenden Hitze kürzlich dort mehrere Leute vom Hitzschlag betroffen worden sind. ** Die nächstjährige internationale Geflügel- und Vogel- ansstellung wird in Mainz statifinden. ** Saatgut- und Molkerei-AuSstellung in Wetzlar. Zum ersten Male versucht der Kreis Wetzlar eine Ausstellung zur Belehrung der Landwirthschaft zu arrangiren. Der erste Versuch ist nun, wie jetzt festgestellt werden kann, derartig geglückt, daß die Ausstellung für jeden Landwirthschaft Treibenden von allergrößtem Jntereffe zu werden verspricht und können wir daher unsere verehrten Leser nicht eindringlich genug auffordern, dieselbe zu besuchen, um aus dem dort Gebotenen Nutzen zu ziehen. ** Der Getreidemarkt. Im Getreidemarkt machte sich während der abgelaufenen Berichtswoche eine etwas bessere Stimmung geltend. Speciell zeigte sich in Roggen ein ziemlich erhebliches Deckungsbtzdürfniß, welches ein entsprechendes Anziehen der Preise in diesem Artikel zur Folge hatte, auch Weizen profitirte einigermaßen von dieser günstigeren Tendenz. Recht fest war im Allgemeinen wieder Haser, da die Deckungsfrage in letzterem Artikel sich stets erneuert, was selbstverständlich auf die Preise belebend zurückwirkt. Die inzwischen eingetretene schöne Herbstwitlerung scheint die anhebende Haussebewegung zunächst nicht beeinträchtigen zu wollen. Notirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm 124 bis 140 Mk., Roggen 112 bis 120 Mk., Gerste 95 bis 130 Mk., Hafer 107 bis 146 Mk. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Der Arbeiter Leonh. Hch. Andr. Barth aus Buckau, zuletzt in Groß-Gerau, vom Amtsgericht Osthofen wegen Körperverletzung- Fuhrknecht Martin Bindewald aus Ober- Seibertenroth, zuletzt in Eichelsdorf und Glashütten im ' Dienst, vom Untersuchungsrichter I in Gießen wegen Meineids- Posthilfsbote Carl Horn aus Hungen, zuletzt in Gießen, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Unterschlagung- Taglöhner Johann Anton Walter aus Wiffels- heim und Schuhmacher Joh. Eberle aus Langenkandel vom Amtsgericht Offenbach wegen Strafvollzugs. ** Statistik des Biehstandes in Hessen. Aus den Mittheilungen der Centralstelle für die Landesstatistik des Groß- herzogthums Hessen entnehmen wir folgende intereffante Daten über den Viehstand im Großherzogthum: Der Viehstand der Provinz Starkenburg beläuft sich auf 20,777 Pferde, 105,931 Stück Rindvieh, darunter 62,261 Kühe, 27,312 Schafe, 101,144 Schweine, 56,006 Ziegen, 9693 Bienenkörbe- Ober- heffen besitzt 16,240 Pferde, 150,571 Stück Rindvieh, darunter 83,423 Kühe, 62,356 Schafe, 106,953 Schweine, 27,043 Ziegen, 9045 Bienenkörbe. Die Provinz Rheinhessen hat einen Vteh- stand aufzuwetsen von 15,422 Pferden, 65,139 Stück Rindvieh, darunter 45,062 Kühe, 1609 Schafen, 38,816 Schweinen, 32,109 Ziegen und 13,669 Bienenkörbe. Die größte Anzahl von Pferden hat der Kreis Friedberg mit 5133, an Rindvieh der Kreis Gießen mit 31,909, darunter 17,785 Kühe, an Schafen ebenfalls der Kreis Gießen mit 12,657, an Schweinen der Kreis Friedberg mit 26,474, an Ziegen der Kreis Bensheim, an Bienenkörben der Kreis Alzey mit 4326. Die Gesammtbestände des Großherzog- thums betragen: 52,439 Pferde, 321,641 Stück Rindvieh, darunter 190,746 Kühe, 91,277 Schafe, 246,913 Schweine, 115,158 Ziegen und 32,407 Bienenkörbe. ** Victnalienpreise im Monat August. Nach den Ermittelungen der Großherzogl. Centralstelle für Landesstatistik schwanken in 11 Städten des Großherzogthums die Preise für Ochsenfletsch a) mit Beilage zwischen 68 und 76 Pf., b) ohne Beilage zwischen 85 und 93 Pf., für Rind- oder Kuhfleisch a) mit Beilage zwischen 60 und 70 Pf., b) ohne Beilage zwischen 70 und 80 Pf., für Kalbfleisch a) mit Beilage zwischen 60 und 76 Pf., b) ohne Beilage zwischen 75 und 86 Pf., für Schweinefleisch a) mit Beilage zwischen 60 und 80 Pf., b) ohne Beilage zwischen 75 und 100 Pf., Hammelfleisch a) mit Beilage zwischen 60 und 70 Pf., b) ohne Beilage zwischen 65 Pf. und 100 Pf., Schasfleisch a) mit Beilage zwischen 50 und 56 Pf., b) ohne Beilage zwischen 63 und 75 Pf. Das billigste Ochsenfleisch mit Beilage ist in Alzey (68 Pf.), das theuerste in Darmstadt, Gießen, Bensheim (76 Pf.), der Höchstpreis für Rind- oder Kuhfleisch mit Beilage wird gezahlt in Darmstadt, Worms, Gießen, Bingen, Bensheim, Friedberg und Lauterbach, der Niedrigstpreis in Mainz- Kalbfleisch ist am theuersten in Darmstadt, am billigsten in Lauterbach, Schweinefleisch am theuersten in Offenbach, am billigsten in Friedberg, Hammelfleisch am theuersten in Darmstadt, Offenbach und Alsfeld, am billigsten in Bensheim, Bingen, Alzey und Lauterbach. — Die Brodpreise schwanken zwischen 12 und 9,5 Pf. per V2 Kilo für gemischtes, zwischen 11 und 9 Pf. für Roggenbrot,- die Butterpreise zwischen Mk. 1.30 und 89 Pf. per Kilo - Milch kostet 16—21 Pf. per Liter, Eier 5-8 Pf. das Stück. ** Nachklänge ans dem Manöver. „Andre Städtchen, andre Mädchen" — „Es lebe der Reservemann!" — schallt es aus den dichtgefüllten Dorfschenken. Die Poesie des Soldatenlebens treibt gerade am Schluß der Manöver, vor der Entlassung der alten Mannschaft, so recht ihre Blüthen. Welch anstrengenden Marsch hatten doch, so wird dem „D. T. A." vom 19. d. M. geschrieben, gestern die Infanterie-Regimenter Nr. 115 und 116! Sie zogen von Traisa über Nieder- und Ober-Ramstadt, Ober-Modau, Reinheim und Lengfeld ins Gefecht bis vor Groß Umstadt und bezogen um 4 Uhr Quartier in der Gegend von Groß- Bieberau- ein Weg von etwa 50 Kilometer. Gar Mancher blieb am Wegrain erschöpft zurück, aber bald bricht der Soldatenhumor wieder durch und des Tages Mühen sind vergessen. Sehr gelungen ging es in dem letzten Biwak bet Reichelsheim zu. Die zwei- und dreijährige Mannschaft begrub nach alter Sitte mit großer Feierlichkeit die nun entbehrlichen kostbaren Löffel. „Offiziere" mit Stroh Abzeichen und Schärpen führten im Parademarsch die Bataillone vorüber. Die nahen Waldungen lieferten die wuchtigen Waffen, mit denen die Compagnien die üblichen „Griffe" klopften. Mancher Zuschauer staunte über die Schneidigkeit und den nordischen Accent, wie diese Vogelsberger und Odenwälder Söhne sie von ihren früheren Vorgesetzten abgeguckt und abgelauscht hatten und jetzt als „Avancierte" zum Ausdruck brachten. Alles klappte, wenn nur die Offizierspferde, die man sich aus dem nahen Biwak der Dragoner geholt und die freilich nicht die edelsten ihrer Rasse waren, sich mit etwas mehr militärischem Schick benommen hätten. So aber mußten die meisten vor der Compagnie förmlich fortgeschoben werden, andere schlugen nach allen Himmelsgegenden aus und nicht wenige trugen unter dem Gelächter der wirklichen Offiziere die ungewohnten Reiter mit dem Strohzügel im Galopp zurück in das Lager ihrer vierbeinigen Kameraden. — „O, welche Lust Soldat zu sein!" — Heute geht es noch einmal mit der ganzen Division gegen den markirten Feind, der sich von Wersau nach Dieburg zurückzteht, und dann zur Garnison — zur Heimalh. F Friedberg, 21. September. Die Anlieferung und Verarbeitung der Zuckerrüben ist im besten Gange. Die zu Ende gegangene Woche mit ihrem Hellen, warmen Sonnenschein war von günstigem Einfluffe auf die Rüben, deren Zuckergehalt bei dieser Witterung sich täglich bessert. Einsender und seine Nachbarn erzielten 12, 12^ und 13 pCt. Zucker, womit man zufrieden sein kann. Friedberg, 20. September. An 205 Dienstboten ihres Bezirks oertheilt die Sparkasse „Mathildenstift" gegenwärtig Prämien von je 10 Mk. Die prämiierten Dienstboten sind länger als 5 Jahre bei einer und derselben Herrschaft, haben gute Führungszeugniffe und sind bei der Herrschaft in Kost und Wohnung. Darmft. Ztg. F. Ans dem südlichen Kreise Friedberg, 21. September. Das Obstgeschäft belebt sich immer mehr und zwar durch einen Factor, der im vorigen Herbste ausgeblieben war, nämlich: Die Württemberger Händler. In unserem Kreise ist es gerade so, wie kürzlich aus dem Kreise Büdingen im „Gießener Anzeiger" gemeldet wurde, nämlich: es gibt reichlich Zwetschen und Birnen, aber weniger Aepfel. Das- selbe Verhältniß besteht in ganz Südwestdeutschland und daher kommen nun die Württemberger Consumenten und helfen unseren Markt beleben und bessern. Man bietet bereits 6 Mk. und darüber für Schüttelobst, während es in voriger Woche nur 5 bis Mark galt. Für befferes Brech- und Tafelobst zahlt man willig 10 Mark und darüber. H An8 dem Horloffthale, 21. September. Die Sechserdeputation, welche nach Darmstadt ging, um unsere Bahn- angelegenheiten an allerhöchster und höchster Stelle zur hochgeneigten Berücksichtigung und möglichsten Beschleunigung zu empfehlen, war gerade abgereist, als ein Telegramm vom Hofmarschallamte eintraf, welches die Herren auf Samstag den 23. d. Mts. zur Audienz bei Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzoge befahl. Da die Herren aber nun doch in Darmstadt waren, machten sie ihre Besuche beiden Herren Ministern und Räthen, wo sie mit ausgezeichneter Freundlichkeit ausgenommen und ihnen die Zusicherung gemacht wurde, daß das Project mit allen Kräften gefördert würde. Eine Sitzung des Finanzministeriums, in welcher darüber beschlossen wird: ob der Anschluß in Oberwtddersheim oder in Nidda zu erfolgen hat, steht in aller Nähe bevor. Die Herren betonten noch besonders, daß die beiden Linien Hungen-Friedberg und Nidda-Friedberg gleichzeitig angefangen und vollendet werden müßten. A Mainz, 21. September. Die allgemeine deutsche Gartenbauausstellung wird übermorgen, Sonntag Abend, geschloffen. Der Besuch derselben war ein überaus zahlreicher und wird es jedenfalls zu einem finanziellen Ueber» schuß kommen. Der Schluß der Ausstellung erfolgt mit einem großen Gartenfest, welches mit einem Feuerwerk und Illumination der gesammten Ausftellungsanlagen abschließt. — Die hiesige militärische Conservenfabrik hat ihren Betrieb wieder ausgenommen. Der Betrieb wird nicht den früheren Umfang haben,^da ein Theil der für die Armee und die Marine benöthigten Fleischconserven in Spandau angefertigt wird. Die Lieferung des Großviehes wurde sowohl für die hiesige wie auch für die Spandauer Conservenfabrik der Firma Simon & Heister hier übertragen. — Die Verwaltung der Hessischen Ludwigsbahn hat eine lobenswerthe Anordnung getroffen. Dieselbe hat nämlich bestimmt, daß auf ihren Linien mittellose Kranke, Blinde, Taubstumme, Waisen, Krankenpflegerinnen, sowie die Zöglinge der Kadettenanstalten die Schnellzüge ohne Lösung von Zuschlagskarten benutzen können. Im Uebrigen können bei der Ludwigsbahn Schnellzüge mit erhöhtem Fahrpreis von allen anderen Militär- Personen mit Militärfahrkarten nur gegen Lösung der vorgeschriebenen Zusatzkarten benutzt werden. Vom Odenwald, 20. September. In Erbach ging vor vier Wochen zwei Metzgern ein Ochse durch. DaL Thier war alsbald ganz verwildert und konnte nicht eingefangen werden- auch mehrere Treibjagden blieben erfolglos. Am Dienstag Abend erlegte der Forstgehülfe Köbler im Gemeindewald vermittelst einer Kugel das stattliche und seltene „Wildpret". Von der Bergstraße, 20. September. Die Hopfenbauer sind auch dieses Jahr leider abermals wieder enttäuscht- denn in den letzten Tagen wurden bereits viele Verkäufe abgeschlossen. Je nach Lage und Qualität wurden 50 bis 80 Mk. pro Centner erlöst. In früheren Jahren hat öfter der Centner 150 bis 200 Gulden gekostet. N. H. B. Unserem Buchner. Von Einem von anno 60. Bejahrte Väter, Söhne blicken heut Gerührt und dankbar auf zu ihrem Lehrer, Der goldnen Samen emsig ausgeftreut, Des Guten, Wahren Fördrer stets und Mehrer. Der unentwegt ein Menschenalter fast Geweckt, gepflegt der Jugend beste Triebe - Der nie gemurrt hat unter jener Last, Die nur ertragen hilft — Geduld und Liebe. Gar wundersam und gar empfindlich ist Das Denken unsrer lieben Jungen - Wer da den rechten edlen Tact vergißt, Ist ernstlich nicht ins Leben eingedrungen. Hier lag die Kunst: — Kein einseitiger Zwang, Mit Güte und Humor die Strenge paaren, Kein Unterschied, kein hoher, niedrer Rang, Er rechnete mit Menschen, Gaben, Jahren. Wie lockt sein Ruf, wenn er an uns erging: „Um zwei Uhr morgen gehen wir in Heßler!" Da gab es Keinen, der nicht Feuer fing, Kein Schläfer, Drücker und auch kein Vergeßler. Das waren Stunden, lehrreich, lusterfüllt, Die unsre jungen Herzen fast berauschten - Wenn wir den Wald durchstreiften froh und wild Und dann dem klaren ernsten Vortrag lauschten. Der Meisten Steckenpferd war die Chemie - Ich selbst hab kein Diplom darin beseffen, Die Ungeheuer, ich vergaß sie nie, Die Formeln all von chemischen Prozeffen. Gar oftmals standen wir in Reih und Glied Und Mancher hatte etwas — abbekommen. Das stärkte sehr und wie die Wange glüht, So hat auch rasch die Weisheit zugenommen. Noch wirksamer war sein geflügelt Wort: „Verehrte Herrn! Ihr Großen und ihr Kleinen, Ich seh, ihr liebt den schönen stillen Ort, Drum dürst ihr heute auch zum Thee erscheinen!" Ja, Wahrheit istS, wir saßen oft bis Acht Und schrieben, lernten, ach und durften schauen, Wie unser lieber Buchner sich in^treuer Wacht Den kräft'gen, süßen, schwarzen Thee that brauen. Ein ernstes Wort, ein Lob zur rechten Zeit, So hast Du unser Knabenherz bezwungen,- WaS Du erhofft für uns in jener Zeit, Ist wohl nicht ganz, doch ist gar viel gelungen. Du sahst entwickeln sich die junge Schaar, Du sahst sie gehn — im Leben sich entfalten, Du gabst Dein gutes Theil so manches Jahr, So mög auch Gott Dein Theil Dir jetzt erhalten. A«»Mg aus den Stan&esamtoregijtam der Stadt Gießen. «ufgebote. September: 14. Bernhard Johann Waldemar Wachter, Installateur tu Gießen, mit Johannette Krieb Hierselbst. 17. Peter Zimmer, Schutzmann dahier, mit Margarethe Wallenfels zu Oden- dausen. 17. Wilhelm Steinmüller, Maurer dahier, mit Anna Gltsabethe Eiff Hierselbst. 17. Dr. Carl Schmidt, pract. Arzt zu Saarwellingen, mit Hedwig Wilhelmine Bauckhage zu Trier. 17. Karl Christian Konrad Quandt, Kaufmann dahier, mit Anna Maria Wilhelmine Hollmann dahier. 19. August Carl Velke von Kleinoels, Kutscher dahier, mit Luise Christine Ltsette Schäfer von Oehrtngen, wohnhaft Hierselbst. 19. Johann Carl Neurath von Steinberg, «reis Gießen, Schreiner dahier, mit Luise Maria Schmidt hterselbst. 19. Johann Joses Paul Malek, Schloster zu Offenbach a. M., mit Luise Georgine Haubach Hierselbst. 20. Karl Ludwig Ernst Petri, Lackirer dahier, mit Katharina Eltlabetha Geist hterselbst. 20. Christian Volkmann von Heuchelheim, Bahnarbeiter dahier, mit Christine Will von Sichertshausen, wohnhaft dahier. 21. August Christian Rath, Müller zu Wetzlar, mit Emma Dorothea Benner hterselbst. 21. Christoph Konrad Dröll von Langen, Sattler und Tapezier dahter, mit Katharine Weber dahier. Ehef»Ueß«uge«. September: 15. Johann Friedrich Htllgärtner, Taglöhner dahier, mit Ottilie Lang von Wieseck, wohnhaft dahier. 21. Friedrich Hermann Jlgner, gebürtig von Leipzig-Thonberg, Posthilfsbote dahter, mit Anna Althaus von Babenhausen, Kreis Schotten. Sedorerrr. September: 8. Dem Taglohner Christoph Steih ein Sohn, Karl. 8. Dem Gastwirth Eduard Hildebrandt ein Sohn, Heinrich Karl Hermann August. 10. Dem Metzger und Wirth Moses Keßler eine Tochter, Helene. 10. Dem Former Friedrich August Schmidt ein Sohn, Willy Wilhelm Heinrich. 14. Dem Realgymnastallehrer Theodor Schaumann ein Sohn. 14. Dem Postbilfsboten Philipp Lemp eine Tochter, Auguste Emilie Philipvtne. 14. Dem Restaurateur Christian Riegelmann ein Sohn. 14. Dem Kaufmann Adolf Geisse Zwillinge, eine Tochter und ein Sohn. 15. Dem Locomotivheizer Carl Orbtg ein Sohn. 15. Dem Taglöhner Karl Becker eine Tochter. 15. Dem Betriebsleiter Anton Dorsch eine Tochter, Hedwig Marie | Elsa. 15. Dem Schuhmacher Markus Kahn ein Sohn, Gottfried. I 17. Dem Kaufmann Carl Orbig ein Sohn. 17. Dem Metzger Georg Ruthsatz ein Sohn, Otto Louis. 17. Dem Kaufmann Georg Mootz ein Sohn. 18. Dem Kaufmann August Philipp Rinn ein Sohn, August Ludwig. ÄtHortHW. September: 14 Eltsabethe Scherer, 2 Jahre alt, Tochter von Steinbrecher Peter Scherer zu Oberndorf. 15. Jacob Ganß, 78 Jahre alt, Handelsmann von JeSberg. 15. Ella Clara Dorothea Hahn, 12V, Jahre alt, Tochter von Locomotivsührer Konrad Habn dahier. 15. Wilhelm Biedenkopf, 5 Jahre alt, Sohn von Heinrich Biedenkopf zu Gambach. 16. Auguste Magdalene Johanna Kinkel, 5 Monate alt, Tochter von Bieibrauer Karl Kinkel II. dahier. 17. Emma Luise Maria Berger, 7 Monate alt, Tochter von Bäcker Daniel Berger dahier. 17. Anna Arnold, 4 Jahre alt, Tochter von Maurer Heinrich Arnold IV. von Steinbach. 18. Katharine Lang, geb. Lange, 44 Jahre alt, Ehefrau von Maurer Philipp Lang dahier. 18. EleonorejOncken, geb. Thadrn, 80 Jahre alt, dahier, Wittwe des verstorbenen Advokaten Anton Wilhelm Oncken. 19. Bertha Rühl, 7 Jahre alt, Tochter von Taglöhner Ludwig Rühl zu Braunfels. Auszug aus den Kirchenbüchern Ver Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde. •rtratxte. Matthäusgemeinde. Den 15. September. Johann Friedrich Hillgärtner, Taglöhner zu Gießen, und Ottilie Lang, Tochter des verstorbenen Ackermanns Johannes Lang zu Wieseck. Den 21. September. Friedrich Hermann Jlgner, Posthilfsbote zu Gießen, und Anna Althaus, Tochter des verstorbenen Taglöhners Johannes Althaus zu Bobenhausen- Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 16. September. Dem Metzger Heinrich Klein ein Sohn, Konrad Fritz, geboren den 10. August. Denselben. Dem Weißbindermeister Friedrich Zutt ein Sohn, Theodor Heinrich, geboren den 9. August. Markusgemeinde. Deu 16. September. Dem Gerichtsvollzieher Dietrich Born eine Tochter, Gertrude Wilhelmine, geboren den 4. August. Denselben. Dem Metzger Adam Dietz eine Tochter, Minna, geboren den 26. August. Denselben. Dem Taglöhner Friedrich Htllgärtner ein Sohn, Johann Karl Wilhelm, geboren den 9. August. Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Zell ein Sohn, Heinrich Friedrich, geboren den 26. August. Denselben. Dem Bäckermeister Georg Kell ein Sohn, Ludwig Christian Emil Johannes, geboren den 29. August. Denselben. Dem Dachdeckermeister Philipp Kröck ein Sohn, Louis Wilhelm Philipp, geboren den 13. August. Denselben. Dem Schlossermeister Daniel Kleinke ein Sohn, Konrad Wilhelm Gottlieb August, geboren den 5. August. Lukasgemeind e. Den 16 September. Dem Poltzetamtsgehilfen Ludwig Sier ein Sohn, Willy Heinrich Johann Karl Leonhard Ludwig, geboren den 18. August. BttthUU« Matthäusgemeinde. Den 19. September. Katharine Lang, geb. Lange, Ehefrau deS Maurers Phlltpp Lang, gestorben den 17. September. Lukasgemeinde Den 16. September. Maria Metz, geb. Jäaer, Ehefrau des Schneiders Franz Metz, alt 29 Jahre, starb den 13. September. JohanneSgemeinde. Den 18. September. Ella Hahn, Tochter des Locomoitvführers Konrad Hahn, alt 12 Jahre, starb den 15. September. Den 20. September. Eleonore Oncken, geb. Thaden, Wil we des Rechtsanwalts Wilhelm Oncken, alt 80 Jahr«, starb den 18. September. Dettttye, CanO* und volkswirthsehaft, «iefiie, 22. Sept. Marktbericht. Aut bem heutigen Wochennmrkt kostete: Butter pr Pfd. X —.90—1,05, Hühnereier pr. stück 6—7 4, 2 Stück - 4- Käse pr. 6t. 4—8 4, Käsemaste pr. St. 8 4, Erbsen vr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 28 4, Taub« pr- Paar X 0,50-0.75, Hühner pr. Stück X 0,90—1,20, Hahnen vr. et. X 0,50- 0,85, Enten pr. St- X 1,60 bis 1,90, Ochsevflrffch vr. Pfd 74-78 4. Kuh- u. Rindfleisch pr. Pfd. 7—70 4, Schweinefleisch pr. Md. 66-76 4, N^lb fleisch pr. Pfd. 68-70 4, Hammel» fleisch pr. Pfd. 58—68 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50-6,50 X. Weißkraut pr Stück--4, Zwiebeln pr. Gentner 4,50—5,50 X, Milch pr. Stttr 16 -20 4, Enteneier 2 St. 11 4, Gänseeier 10 4- Elutlgart, 21. Septbr. (Allgemeiner Deutscher VerffcherungS- Verein.) Im Monat August 1894 wurden 533 Schadevfalle durch Unfall angemeldet. Von diesen hatten 2 den sofortigen Tod und 8 eine gänzliche oder thellweise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekaffe starben in diesem Monat 43. Neu abgeschlossen wurden im Monat August 3568 Versicherungen. Alle vor dem 1. Juni 1894 der Unfall-Versicherung angemeldeten Schäden incl. der Todes- und JnoalidttätS-Fälle .sind bis auf die von 85 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirt. Briefkasten. Herrn B. in L. „Deutsche Volksbaugesellschaft, Eingetr. Genoffenschaft mit beschr. Hastpfl." Bureau: Berlin W.. Unter dm Linden 30. Vertreter in Frankfurt a. M.: Ewald Rocht, Blumen- straße 13. Die Gesellschaft versendet illustrirte Prospecte mit Hauser- anstchien und Plänchen gratis. Die uns vorliegenden Häuserentwürfe sind reizmd. Kleine Bauskizzen roerben zu 20 Pfg., große zu 60, colorirte zu 75 Pfg versandt. Vorsitzender deS Aufsichtsraths ist Otto Fürst zu Stolberg-Wernigerode. 7775] Dieses geht nur Dich an liebe Leserin und daher bitte — sorgfältig lesen! Mit diesen ermunternden Worten wendet sich das der heutigen Nummer beiliegende Rundschreiben der „Deutschen Moden-Zeitung“ auch an unseren Leserkreis. Wir können den darin enthaltenen Ausführungen nur beipflichten, da wir in der That kein Familien- und Modenblatt kennen, welches für den billigen Preis von einer Mark vierteljährlich gleich Vorzügliches böte. Wir bitten daher unsere Leserinnen, der freundl. Aufforderung Folge zu leisten und dem Prospect, welchen die hiesige J. Ricker'sehe Buchhandlung in heutiger Nummer der 1 Stadtauflage beilegen liess, Beachtung zu schenken. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und theilnehmeuden Bekannten widmen wir hierdurch die schmerzliche Anzeige, dass unsere liebe, unvergessliche Tochter und Schwester Elisabethe Habenicht heute Mittag 1 Uhr nach mehrtägigem schweren Krankenlager sanft verschieden ist. 7723 Um stille Iheilnahme bitten Die trauernden Eltern und Geschwister. Giessen, den 22. September 1894. Die Beerdigung findet Montag den 24. September, Vormittags 10 Uhr, vom Sterbehause, Kirchenplatz, aus statt. Berlin-Südweftdeutscher i Güterverkehr. Am 1. October d.JS. gelangt der Nach, i trag VIII zum Gütertarif für vorbezeich, neten Verkehr zur Einführung. 7821 Nähere Auskunft über den Inhalt desselben eriheilen die Güterabfertigungen- Gießen, den 21. September 1894. Großh. Direction der Oberh Eisenbahnen. Obstversteigerung. Dienstag den 24. Septbr., Nachmittags 3 Uhr, wird im fiscalischen Garten zu Alten-Bnseck die diesjährige Aepfel-, Birnen- und Zwetschen - Ernte meistbietend versteigert. Gießen, den 18. Septbr. 1894. Großherzogliche Oberförsterei Gießen Block. [7787 Monlsg den 24. September, Nachmittags 2 Uhr, tm Adler zu Gießen sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Handkarren, dio. Wirthstische und Stühle, 3 Betten, 1 Velociped, versch. neue und gebrauchte Möbel, Oel- „ bilder rc- 7817 Engel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Montag den 24. Septbr., Vormittags 10 Uhr, lasse ich in meiner Wohnung weg-1 zugshalber folgende Gegenstände versteigern: div. Betten und Matratzen, 1 Waschtisch mit Marmor, 1 Nachttisch mit Marmor, 1 Schreibsecretär, Sopha, Tische, Bilder, Stühle, 2 Küchenschränke, Eisschrank und Küchen- geräthschaften, Gläser, Flaschen und allerlei Haushaltungsgegenstände rc. rc. J. Klipstein, 7798 Neustadt 1, I. Stock. 7555] Empfehle feinste, frische Cervelatwurst und Mettwurst. L. Pirr, Neven BLue. Vorzüglicher Birnhonig Früh- nnd Spät-Aepfel Frische Nüsse. 7779 K. Lyncker, Schiffenberg. Wollene und wasserdichte Pferdedecken, wasserdichte Wagendeckeu billigst bei 6536 Louis Wittich II., Sattler, Neustadt 6. Backsteine, Feldbrand la. Qualität. Jedes Quantum billigst. Nahe und gute Abfahrt, auch können dieselben an die Baustelle geliefert roerben- 6226 Andr. Euler. Q/ihrti mit Wohnung per Ans. nächsten Jahres zu vermiethen, event. Haus unter günstigen Bedingungen zu verkausen. G. W. Schneider 7750 Marktstraße 21. 7724] Schöner, großer Obst- und Gemüse-Garten : zu verkaufen Näh. bet Herrn OrtSgerichts- mann F. 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Handarb- grdl. erf., sucht Stell, zur selbstst. Führ. e. kl. bürgerl. HauSh. Dies w. gerne, ouß.Wasch.dg.Ärbth, wenn sien.e.zw Heimfind. Off.u.S.lQQa d.Exped- IIV* Wer schnell und mit geringsten Kosten Stellung stnde« will, verlange per Postkarte die „Deutsche Bacanzen- vost" in Eßlingen a. R. [4955 Der Wirth: Gastwirthschaft „Zum Adler [7803] Chr. Faber. 7778 wozu höflichst einladet 7799 Heute Sonntag den 23. September 1894, 7322 im festlich decorirten Saal Louis Treff & Cie. Tuchhandlung. Wirths©hafts-Er Öffnung*. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit Heutigem eine Gastwirthschaft „Zum Adler" eröffnet habe. Unter Zusicherung guter und reeller Bedienung bittet um geneigten Zuspruch ausgeführt von der Capelle des 2. «roßh. Hess. Inf.-Negimeats ör. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung des Großh. Musikdirectors Herrn C. Krauße. Anfang 4‘/2 Uhr. Bier im Glas. Entree 3» Pfg. Schützenverein Gießen. HerWreiMeßkil mit Mmgs-Fest Sonntag den 30. September und Moutag den 1. October. Sonntag den 30. September, Nachmittags: Concert und Montag den 1. Oktober, Abends: Preisvertheilang und Commers im Schützenhaus.[7806]Der Vorstand. Sonntag, den 23. September: Nachkirchweihe re ■ Heute Sonntag: 1IIIII CIlOIISSKlMS. M _______________________________________________________________7/70 tfranz uiteott. Den Empfang ihrer d Neuheiten $ für die Herbst- und Winter-Saison * zeigen hiermit ergebenst an £ Tanz-Untemcht. Mein neuer Cursus beginnt 7796 Montag, den 15. Oktober. Gefl. Anmeldungen erbitte möglichst vorher in meiner Wohnung Dammstraße Nr. 6 zu machen. Achtungsvoll Joseph Möhl. ReMectioni Ä. Echeyde. — Druck vnd Verl«tz Brühl'scken Druckerei /Fr. Ehr. Pietsch» «-"eßen Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.