e"t-nlatte„ ,-lnh **#K ~~——573 11 3*««, äbenb! Silu^T ltungtzblatt. 1,0 UmschiLg^ Kss» °er Frauenwelt, Me und ^ffus^roa 2000 »ttibUbeis&Ä'- nsch-H°LbL^' 'LL'L'""" ""•»«Mete also im tzanreu kn i«6w‘Ä nn W., Potsdamerstr. $f; ichte Sodener JLV 1 durch il)te £eilerio!9e. 1 cafarrhalischen Ent W", sind fxe unerreicht ytten. Bem Einkäufe Pastillen, beachte inan, :ner Bürctemeister-Anile- 85 H die Schachtel. [490 estattetes Lager von hs-AMM onleuchter (in den gang- thrungen, Glas u. \. ro.), Landarmen u. s. ro. in rmen und beivahtter Aui- emens- und Weaham- eften Huet’ffyn Gas der K/Wrper wird m\t it vorbereitet — tizm M T^MW-Actiu 1), \ow Ä -hchG»ch tgften Conßruclionen für übliche Zwecke. Apparate können in unseren i in Betrieb gezeigt werden. lerk Gießen. lüo ichtigen J u. Tran M x x sman. j| 34. « SMschist. 18941 [tu- twte Dnopot-^ul. sx®* ^Lsuraö^ 95.70 15.00 3. .90 35.30 89.97 971-00 aj'j.16 149.10 103.40 BZ 12.80 114-00 4 S,D Ni-Z f- JS is» Nr. 18 Zweites Blatt. Dienstag den 23. Januar 1894 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bt< MontagS. Die Gießener werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Gießener Anzeig er Keneral-Wnzeiger. Bierteljähriger ASonnementsprei» i 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezo-« 2 Mark 50 Pfg. »ednetion, Sxpkditio» und Druckerei: Zch»tstr«ßeAr.?. Fernsprecher 5L Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Feuilleton. Das Amulett. Eine Pferdegeschichte von Th. Müller-Plaktensteiner. (Schluß.) „Wollen Excellenz gütigst verzeihen, ich glaube behaupten zu dürfen," flötete Adjutant v. Stritter, an den diese Worte gerichtet waren, „daß es noch derselbe George Brown ist, den der Herr Oberstlieutenant immer ritt . . . allerdings sehr zu seinem Bortheil verändert." „Teufel, Sie können Recht haben, Stritter," gab die Excellenz, als man inzwischen nähergekommen war, zurück, „merkwürdig ... na, werden ja sehen!" Die Jnspicirung begann und verlief in der üblichen Weise, und nun war der große Moment gekommen, in dem die E^cellenz den Commandeur des Regiments austreten ließ und dem Oberstlieutenant das Commando übergab. „Herr Oberstlieutenant von Kronen!" „Excellenz befehlen?" Wie ein Wetterftrahl schoß Kronen auf die Excellenz los, par-irte kräftig, aber elegant, und empfing die Befehle des hohen Herrn. _ Es ging prachtvoll- die hohe Sicherheit, welche Kronen in sich fühlte, theilte sich dem ohnehin vorzüglichen Regiment mit, und was die Reiterei betraf, so möge nur erwähnt werden, daß der Regimentsadjutont es nur seinen nagelneuen Sporen zu verdanken hatte, wenn er einigermaßen initkam. Die Kritik, welche Seine Excellenz darauf vor versammeltem Offiziercorps abhielt, ließ ringsum die liebliche Röthe der Freude auf den braunen Wangen erglühen und nur ein paar jüngere Lieutenants, welche nie aufhören können, ;u raisoniren und welche in Gedanken schon über die Beichte Krönens hinweggeschritten waren, murmelten etwas von „ganz apart eminentem Schwein . . . Die Excellenz hatte dem Oberstlieutenant zum Schluffe die Hand gedrückt — der Regi- yrentscommandeur war jetzt sicher. Hratisöeikage: Gießener Kamikienötätter 1. 2. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folg enden tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Vureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 61441 Vogels eeunde. Schiffers Vogelfutter, nur echt in wp Regelten PacMdn „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke), ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Oriqinalpreisen bei A. u- Wallenfels, Gießen, Marktplatz 21 Zwischendecke) gelegen sind und von den möblirten Wohnungen diejenigen, deren Miethpreis für das Zimmer den Betrag von monatlich 8 Mark nicht überschreitet. Das Mndestmaaß von Luftraum, welches bei solchen Wohnungen für jeden Bewohner zu fordern ist, hat das Gesetz nicht festgesetzt. Es wird dies zunächst von Fall zu Fall durch uns und eventuell in einer zu erlassenden Polizeioerordnung allgemein bestimmt werden, sobald auf Grund der Erhebungen über die Mieth- wohnungen und nach Besichtigung derselben die für die hiesige Stadt zu stellenden Anforderungen im Einzelnen genau er» angegeben wird: a) ob drei oder weniger Räume zum Wohnen ver- miethet werden sollen; b) ob Räume an Schlafgänger vermiethet werden sollen; c) ob Räume als Schlafräume für Gesellen, Gehülfen, Lehrlinge oder sonstige Arbeiter, die bei dem Arbeitgeber wohnen, sowie für Dienstboten bestimmt sind. In dem oben erwähnten Baugesuche eine besondere Verfügung in gesundheitlicher Hinsicht über die Benutzung der Räume (neben dem Gesuche um baupolizeiliche Genehmigung) beantragt wird. Die baupolizeiliche Genehmigung allein schließt die vorbemerkte Verfügung nicht in sich und greift dieser nicht vor. Die Räume, für welche die Verfügung beantragt wird, find ihrer Bestimmung gemäß genau zu bezeichnen. Gießen, den 16. Januar 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Vermaischtes * München, 18. Januar. Gestern wurde die Obduktion der Leichen der Frau Josefa Tänzer und ihrer beiden von ihr ermordeten Kinder vorgenommen, wobei sich ergab, daß die Kopfbildung der Frau eine normale war. Leber und Milz waren krank- ebenso zeigten sich Erkrankungen des Unterleibs - überdies litt die Unglückliche an einem Kehlkopfpolyp. — Die Frau neigte schon seit längerer Zeit der Melancholie zu, was auch durch den Sectionsbefund bestätigt wurde. In der Schublade des Tisches, der sich im Schlafzimmer befand, fand man den Roman „Das Drama von Meyerling" vor, mit deffen Lectüre sich die Unglückliche in den letzten Tagen beschäftigte. Auf dem Tische lagen ihre Brautkleider, Schmuckgegenstände rc. In vorgefundenen Briefen sprach sie die Absicht aus, sich und ihre Kinder umS Leben zu bringen. — Der Tod dürfte bei den Kindern sofort eingetreten sein, während die Frau selbst noch einige Zeit gelebt und mit dem Tod gerungen zu haben scheint. Ei« Einschläferungsmittel u. dgl. ist nicht angewandt worden. Die beiden Kleinen waren am Nachmittag vor der verhäng- nißvollen Nacht noch mit dem Kinde der nebenan wohnenden Familie beisammen, in deffen Gesellschaft sie heiter und gnter Dinge bis zum späten Abend spielten. * New York, 6. Januar. Großartige PensionS- sch windel ei en find von der Untersuchungsbehörde deS Pensionsamtes in Iowa ans Licht gefördert worden. Es wurden am Bundesgericht zu Dubuque gegen den ehemalige» Pensionsanwalt van Leuwen und die bisherigen ärztlichen Untersuchungsbeamten Keffel von Cresco und Pegg von Decorah nicht weniger als 42 verschiedene Anklagen erhoben. Die Beträge, welche dieselben gestohlen haben sollen, belaufen sich auf 80000 Dollar jährlich. Ganz gesunde Leute, wovon viele überhaupt niemals zu einer Pension berechtigt waren, wurden als gänzlich verkrüppelt bezeichnet. Die Gelder theilten laut der Anklageschrift van Leuwen, Keffel und Pegg mit den Pensionirten. Nicht weniger als 500 derartige Betrugsfälle sind dem Pensionsamte bekannt geworden, jedoch noch nicht alle genügend untersucht, um weitere Anklagen zu rechtfertigen. Die Thätigkeit der Angeklagten erstreckt sich über eine Reihe von Jahren und die „Kunden" vertheilten sich auf den ganzen Nordwesten. messen werden können. — HL Unternehmer von Neu- ober Umbauten solcher Wohnungen und Räume, die unter das Gesetz gehören werden, ersuchen wir zur Vermeidung späterer Anstände eine besondere diesseitige Verfügung jeweils darüber zu erwirken, ob und unter welchen Bedingungen die neu zu errichtenden oder um- zubauenden Räumlichkeiten als in baulicher Hinsicht den gesundheitspolizeilichen Anforderungen entsprechend erachtet werden. Sofern die Neu- oder Umbauten bereits aus Grund der baupolizeilichen Gesetze und Verordnungen an sich der polizeilichen Genehmigung bedürfen, ist es nöthig, daß in dem bei uns einzureichenden Baugesuche besonders 2lmtlid?er Theil. Bekanntmachung. betreffend Gesetz vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche Beaufsichtigung von Miethwohnungen und Schlafstellen. Nachdem die in unserer Bekanntmachung vom 16. v. Mts. ongeorbnete vorläufige Aufnahme ber hier in Betracht kommenden Räume durch die Schutzmannschaft stattgefunden hat, bringen wir weiter zur öffentlichen Kenntniß, daß der uns zur Verfügung stehende technische Beirath Traber mit den Functionen des Wohnungsinspectors von uns bestimmt worden ist und sofort mit der Untersuchung der betreffenden Räume beginnen wird. Mit dem 1. October v.J. ist der Artikel 1 des Gesetzes vom I.Juli 1893 in Kraft getreten, welcher den Ortspolizei- behörden, sowie deren Beauftragten die Befugniß einräumt, he dem Gesetze unterwarf nen Wohnungen, sowie Schlaf- raume einer Untersuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob aus deren Benutzung zum Wohnen oder Schlafen Nach- theile für die Gesundheit ober Sittlichkeit nicht zu besorgen sind. Die übrigen Vorschriften des Gesetzes treten mit dem 1 April 1894 in Wirksamkeit. Aus diesen Vorschriften heben wir Folgendes jetzt schon Jnteressirende hervor: I. Unter das Gesetz fallen zunächst alle sogenannten Schlafstellen. Als Schlafstellen sind im Allgemeinen solche Räume anzusehen, welche wesentlich nur zum Schlafen an eine ober mehrere Personen vermiethet werden, wobei ein ausschließliches Verfügung-recht des Schläfers über den Raum nicht besteht. Es ist hierbei einerlei, für wie lange die Vermiethung der Schlafstelle stattfindet, und ob dem Schläfer gestattet ist, i» dem Schlafstellenraum ab- und zuzugehen, Kleidungsstücke ober dergleichen Gegenstände darin aufzubewahren und sich selbst auch am Tage vorübergehend dort aufzuhalten. Für diese Schlafstellen hat das Gesetz bestimmt, daß die Polizeibehörde festzustellen hat, wieviel Luftraum für jede aufzunehmende Person vorhanden sein muß und daß mindestens IO Cnbikmeter Luftraum für jede in einem Schlafraum zuzulassende Perfon erforderlich sind. n. Von den Miethwohnungen fallen namentlich diejenigen unter das Gesetz, welche aus 3 ober weniger Räumen (einschließlich Küche) bestehen ober aus Räumen, welche nicht unterkellert sind, ober aus Räumen, die direct unter Dach (ohne George Brown war heute das erstemal, seitdem ihn v. Kronen hatte, gänzlich matsch, er stolperte sogar und der letztere war froh, als er absitzen und George, der trotz des ruhigen Heimreitens noch furchtbar schwitzte, dem ganz entsetzt dreinschauenden Dämelmann übergeben konnte. „Macht nichts, Dämel," meinte er, „ich mußte ihm wieder einmal zeigen, wer eigentlich der Herr ist — na, ordentlich abreiben." Oben wurde er von Fran und Tochter schon an der Corridorthüre empfangen. „Nun, Carl, glücklich durch?" „Aber, liebe Frau, hast Du denn auch nur einen Augenblick zweifeln können?" „An Dir sicher nicht, aber — George . . ." „Hahaha, George! Na, seht ihn Euch mal an, ich denke, der Racker hat für lange Zeit an der Lection genug." v. Kronen sollte die Freude, das Verdienst der Bekehrung Georges voll und ganz für sich in Anspruch nehmen zn dürfen, nicht lange genießen. Man saß gerade bei Tische, als, was sonst nie erlaubt war, Dämelmann nach vorangegangenem Klopfen ganz con- fterntrt ins Zimmer trat. Seine borstigen Haare standen noch mehr in die Höhe wie sonst, die Augenbrauen saßen ihm auf der Mitte seiner niederen Stirn, der Mund, der gerne geredet hätte, wenn es die übergroße Aufregung zugegeben, zitterte, und es dauerte eine geraume Weile, bis Dämelmann nach vorausgegangenem Knickser, indem er einen sonderbaren Gegenstand in die Höhe hielt, herausbrachte: „Entschuldigen, Herr Oberstlieutenant, der George ist fürchterlich gedrückt, gedrückt auf beiden Seiten und ich ka . . . kann nichts dafür, denn ich weiß absolut nicht, wie das da unter die Satteldecke gekommen ist." v. Kronen bemächtigte sich des von Dämelmann hoch- gehaltenen Gegenstandes — zwei Säckchen durch eine Schnur verbunden — und sah denselben kopfschüttelnd an, endlich sagte er: „Hat eines von Euch eine Ahnung, was das sein kann?" Da brach die „Male" in Thränen aus: „Ach lieber, guter Papa —" „Dämelmann raus!" befahl der Oberstlieutenant, und als der Bursche gegangen war, gings weiter: „Ach, lieber Papa, verzeihe!" „Ja, aber was ist's denn, was soll ich denn verzeihen?" „Siehst Du, lieber Papa, was Du da so erstaunt i» der Hand hältst, ist ein von mir gefertigtes .... Amulett — ich wußte durch die Mama von der Bedeutung des heutigen Tages — in Deinen Kleidern es zu bergen, fand ich keine Gelegenheit ... so ging ich denn in den Stall und legte es George heimlicherweise unter die Satteldecke über den Rücken, als Dämelmann den Sattel aus seiner Stube holte ... so war das Amulett doch bei Dir — ich Habs so gut gemeint ... und es hat ja auch geholfen v. Kronen durchzuckte bei der Klarlegung dieser unver- mutheten Bundesgenossenschaft das Gefühl gekränkten Stolzes. Also doch nicht! Dann aber, was war da zu thun, um die Mundwinkel seiner Frau zuckte es ohnehin schon verdächtig genug — brach er in Lachen aus. „Teufel, da mußte er freilich den Rücken hergeben, das Zeug ist ja furchtbar hart und fast eigroß, ich kann den Dämel nicht begreifen, daß er das nicht im Satteln gemerkt hat . . . was ist denn eigentlich in den beiden Säckchen, Male?" „Jordankiesel, bester Papa, ... ich bekam sie von Emma Santen, deren Vater voriges Jahr die Stangen'sche Palästinareise mitmachte ... sie wollte sich einen Briefbeschwerer daraus machen lassen, ich habe diese Profanation aber nicht gelitten . . . und so bekam ich sie." * * * Warum eigentlich George Brown bei der Jnspicirung so sehr gut ging, erfuhr Niemand weiter, — zu was auch? v. Kronen wurde Commandeur und schaffte sich nun noch ein zweites, durchaus zuverlässiges Pferd an, er wollte dem Zufall für die Zukunft doch nicht gar zu viel zumuthen, nachdem er eingesehen, daß seine Reitkunst ihn schließlich doch im Stiche gelassen hätte. Holz-Versteigerung. Dienstag den 23. Januar, Vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 34 Eichenstämme mit 8,86 fm, von 3—7 m Länge, 12 Nadelstämme mit 4,90 fm, von 5—7 m Länge, 26 Eichenderbstangen mit 1,35 fm, 24 rm Buchen- und Eichenscheit, 58 rm Buchen- und Hambuchen- Knüppel, 241 rm Eichenknüppel, 1250 Buchen- und Hainbuchenwellen, 3500 Eichenwellen, 250 Nadelwellen, 90 rm Eichen- u. Hainbuchenstöcke. Zusammenttmft in Abtheilung Lach, an der Kreisstraße Leihgestern-Gießen. Leihgestern, 18. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. 585 Heß. Brennholz- Verfteigerung in den Waldungen d. Stadt Hungen. Zur Versteigerung kommen: Donnerstag den 25. Januar l. I., Bormittags 10 Uhr anfangend, im Diftrict Buchwald: 386,8 rm Buchen- u.EicheN'Scheiter, 86,4 „ „ „ ,, -Knüppel, 321 „ „ „ „ -Reisig, 114,8 „ „ „ „ -Stöcke. Zusammenkunft und Anfang an der Chaussee von Hungen nach Villingen. Hungen, den 16. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 542 Aeikgeöotenes. 468] Zwei noch fast neue Eonver- sationSlexieo« (Brockhaus und Pierer), 17 Jahrgänge der Deutsche« Jäger- zeituug, 24 Jahrgänge der HomSo- pathische« Zeitung, 1 große Anzahl tzomSopathischer Bücher, 1 Haus- «. Reiseapotheke, 1 hochfeiner Hirschfänger, 1 Anzahl Oelgemäide, 1 neuer Serusprechapparat, 2 Eyltnder- maschine« für Schuhmacher, 1 Hove- maschiue und zwei fast noch neue Haushaltungsmaschinen, 1 Stanzmaschine mit 43 Messern, 1 große Parthte Eisen, Holzleisten, 2 kupferne Kessel, 1 antike Uhr, 1 eichener antiker Schrank und noch vieles andere billigst in Werners Maarenhaus: Eichgärten Nr. 10. Verbesserte Theerseife aus der königlich bayer. Hofparsümerie- Fabrik von C. D. Wunderlich in Nürnberg (prämiirt 1882), von vielen Aerzten empfohlen, gegen Hantaus- schläge feder Art, insbesondere Hautjucken, Flechten, Grind, Kopf- und Bartschuppen, Frostbeulen, Schweißfütze l» 35 $ nebst Anweisung. Theerschwefel-Seise vereinigt die vorzüglichen Wirkungen des Theeres und des Schwefels, ä 50 Alleinverkauf bei Herrn Heinrich Wallach, Marktplatz. [272 Gemüse- f Conserven Hn 4-, 2-, 1- u. Vr-Pid.-DosenJ Erbsen in 4 Qual. 31 Bohnen in 8 Sorten- Schnitt- u. Stangenspargel. l Teltower Rüben, Earotten, ^Champignons Steinpilze 1 K u. s. w. in bekannt besten M Marken empfiehlt billigst Emil Orbis Billard noch sehr gut erhalten, mit Zubehör billig zu verkaufen- (531 Naherers bei der Expeb. d. Bl. Gemüse- u. Obsteonserven Dörrobst Südfrüchte. 432 J. M. Schulhof. ff. Sauerkraut, ff. eingemachte Bohnen empfiehlt [526 Hch. Arnold II., Marktstr. 28. von E. Wasse$r*ehlebe$e, BMkgeschäst. Jeder neue Entschluß der zur Prüfung des Stempelsteuergesetzentwurfes eingesetzten Reichstagscommission liefert einen drastischen Beweis für die Abneigung der dort vorherrschenden Majorität gegen das Börsengeschäft. Ungeachtet der von einer ganzen Reihe berufener Körperschaften und aus Fachkreisen an den Reichstag gelichteten Eingaben, in welchen überzeugende Argumente gegen die projectirte Mehrbelastung angeführt worden sind, findet sich in der Commission selbst für solche Anträge noch eine Mehrheit, welche weit über die Intentionen der Regierung btnaus- gehen. In vollständiger Verkennung der finanziellen Wirkung suchen sich die einzelnen Mitglieder in der Steigerung der Stempelgebühren zu überbieten, ohne daß ihnen dabet eine besicre Motivirung zur Seite steht, als die klägliche, daß Ersatz geschaffen werden muß für den Ausfall, welcher aus dem negativen Resultat der übrigen Steuerprojectirte erwachsen wird. Begreiflicherweise haben die Beschlüsse an der Börse große Erbitterung hervorgerufen und die dadurch erzeugte Lustlosigkeit wurde durch die Thronrede bei Eröffnung des preußischen Landtages noch vermehrt. Zwar enthält dieselbe nichts Neues, sondern bestätigt nur die längst bekannte Thalsache, daß die wirthschastlichen Verhältnisse Preußens wie im ganzen Reich in hohem Grade unerfreulich sind. Ein weiteres Moment zur Verstimmung bildet der immer größere Dimensionen annehmende Rückgang aller italienischen Werthe. Die Pariser Börse hat dm kurze Zeit eingestellten Feldzug wieder mit frischen Kräften ausgenommen und obwohl jetzt auch vereinzelt französische Preßstimmen den Cours der italimtschen Rente für billig erklären, so läßt sich doch dadurch das Gros der dortigen Speculanten nicht abhalten, immer wieder mit Blanco-Abgaben vorzugehen. Die thatsächlichm Vorgänge auf der apeninischen Halbinsel leisten dabei den Baissebestrebungen noch Vorspann. Nach den officiellen Depeschen sind zwar die Unruhen in Sizilien nunmehr beigelegt, dafür gährt es aber auf dem Festlande in mehreren Provinzen des Königreichs. Kein Wunder, daß hierunter der geschäftliche Verkehr mehr und mehr ins Stocken geräth und überall Mißtrauen entsteht, das seinerseits immer wieder zu neuen Katastrophen führt. So haben die fortgesetzten Depositen-Entziehungen in dieser Woche auch das letzte große Creditinstitut Roms, die Banca Generale, gezwungen um ein Moratorium nachzusuchen. Schon anläßlich des Zusammenbruchs des Credito Mobllare war die Bank heftigen Anstürmen ausgesetzt gewesen, denen sie nur mit Mühe Halt gebieten konnte. Da auch in den letzten Tagen wiederholt von Schwierig- Eeiten des Instituts gesprochen wurde, und die ungünstigen Berichte trotz allen Ableugnens nicht verstummten, so kam die Zahlungseinstellung für die Börsen zwar nicht unerwartet, spricht aber deutlich für die Dauer und Tiefe der allgemeinen Depression in Italien. Mit überraschender Schnelligkeit und durch einheitlichen Beschluß hat die französische Kammer das Conversionsproject der vierundeinhalbprocentigen Rente genehmigt. Deren Zinserträgniß wird auf 3'/- Procent reducirt und jeder Besitzer, welcher nicht innerhalb acht Tagen die Pari-Rückzahlung verlangt, giebt durch das Stillschweigen sein Einverständniß mit der Conversirung kund. Da es bei dem heutigen Coursstand für die Inhaber vorthetlhafter ist, in die Conversion einzuwilligen, so ist trotz der vielen Milliarden, auf welche sich das Gesetz erstreckt, die Hilfe von Banken zu der ganzen Operation erforderlich Die Pariser Börse legte deßhalb bei der Verkündigung der Bestimmungen keine Festtagsstimmung an den Tag und auch der Wiener Speculation wird eine Enttäuschung nicht erspart bleiben. Die weit überwiegende Mehrheit des französischen Capitols wird sich mit dem niedrigeren Zins begnügen und die wenigen Unzufriedenen werden sich jedenfalls lieber anderen heimischen und höher rentirenden Papieren zuwenden, als daß sie die Fonds der österreich-ungarischen Monarchie mit ihrer Gunst beglücken. Trotzdem hielt man in Wien an seiner Hoffnung fest und bringt eine Reise des Directors der Creditanstalt mit dem Versuch einer muthmaßlichen Goldrentenbegebung in Parts in Zusammenhang. Für die Rothschildgruppe wäre es selbstredend ein nicht zu unterschätzender Vortheil, wenn man sich in Paris für ihre Anleihen erwärmen würde und daraus erklärt sich auch der lebhafte Begehr für Creditactten, welcher für heimathliche Rechnung hervortrat. Außerdem beutete man zu Gunsten dieser Actien noch die angeblichen Bemühungen des bekannten Finanziers, Baron Hirsch aus, in Rom eine neue Bank unter deutscher Leitung zu gründen. Man glaubt, daß sich die Creditanstalt hierbei in hervorragendem Maße beteiligen werde und das Zustandekommen hält man nunmehr aussichtsooller, weil mit dem Sturz der Banka Generale das Bedürfniß nach einem neuen Geldgeber für Die italienische Geschäftswelt dringender gewordcrflist, als je zuvor. Dem Optimismus der Wiener Börse ist es denn auch zum größten Theil zuzuschreiben, daß der durch den Angriff auf die italienische Rente hervorgerufene Coursrückgang auf den einzelnen Gebieten keine größere Ausdehnung angenommen hat. Auf dem Bankenmarkt war die Stimmung keine einheitliche. Unter Führung von Creditactten erzielten die österreichischen Nebenbanken thellweise noch Preiserhöhungen. Mehrere deutsche Banken waren dagegen stark angeboten und durchweg niedriger. Die Antheilscheine der Discontogesellschaft büßten annähernd vier Procent ein und Deutsche Bank, sowie Dresdener Bank-Aclien schließen mit über ein Procent Verlust. Von Renten haben die dreiprocenttgen deutschen Titel innerhalb acht Tagen nicht weniger als ein volles Procent verloren und dies zu einer Zeit, in welcher der Geldstand täglich billiger geworden ist, sodaß sich die Reichsbank nach längerer Pause wieder zu Dtscontkäufen am offenen Markte wesentlich unter ihrem officiellen Satz entschlossen hat. Neben der Verstimmung der Börse über die Entwicklung der Steuervorlage hat der Hinweis der Thronrede auf das neue Anleihebedürfniß und die ungünstigen Ziffern des preußischen Budgets jene Course zmückgeworfen. Für Italiener wird das französische Angebot immer verhängnißvoller, indem die Zahl derjenigen Capitalisten, welche ihren Bestand an diesen Werthen bei billigen Preisen zu vergrößern gewillt waren, immer mehr und mehr zusammenschmilzt. Den Verkaufsaufträgen steht daher feine genügende Nachfrage gegenüber und jeder neue Rückgang bringt selbst solche Besitzer ins Wanken, welche bis jetzt gesonnen waren, bei ihrem Besitz auszubarren. Die Courseinbußen der Renten und der verschiedenen staatlich garantirten Eisenbahn-Obligattonen schwankten zwischen drei bis viereinhalb Procent. Portugiesen wurden höher kezahlt wegen des neuen Arrangementsplanes der Eisenbahngesellschaft, obwohl dieser für deren Lage ein sehr trauriges Zeugniß ablegt. Serben setzten ihre sprungweise Erholung fort; es scheint, daß man sich in Paris für den Cours interessirt und die dortigen Emissionshäuser die von der Berliner Handelsgesellschaft eingestellten Jnteroenttonskäufe vornehmen. Auch Monopol- Griechen gewannen reichlich V/s Procent, ohne daß sich die Verhältnisse ,ju ihren Gunsten geändert hätten. Oesterreichische und ungarische Papiere sind behauptet. Den überseeischen Papieren hat die Woche allgemeine kleine Abschwächungen gebracht, an sachlichen Momenten ist nur bei Argentiniern das erhöhte Goldagio zu erwähnen. Der Verkehr in Eisenbahnactien war ohne jedes Leben; die deutschen sind vollständig unverändert und die österreichischen bewegten sich immer annähernd auf dem vorwöchentlichen Niveau. Die Gotthardbahn fyü im December zwar wieder anfehnliche Mehreinnahmen erzielt, dessenungeachtet büßten die Actien zwei Procenl ein, indem man aus den italienischen Unruhen auch eine Verkehrsverminderung für die schweizerischen Bahnen ableitet. Größere Ausdehnung erreichten nur die Umsätze in italienischen Transportunternehmungen, wobei jeder Schluß neue Coursrückgänge zur Folge hatte. Für Mittelmeer betragen sie zusammen sieben und für Meridional sechs Procent. Auf dem Montanmarkt hat die Abschwächung weitere Fortschritte gemacht. Trotz aller Ableugnungen halten die rheinischen Zeitungen die Nachricht aufrecht, nach welcher die linksrheinische Eisenbahndiiection mit dem Kohlensyndikat zu den alten Preisen neue Lieferungsverträge abgeschlossen hat. Gegen Wochenschluß brachte die Meldung, daß die rheinisch-westsälische Verkaufs-Vereinigung vom 1. April ab die Preise um 10 Procent erhöhen werde, eine kleine Reprise. Eisenactten lagen matt; die Berichte aus Rheinland-Westfalen lauten fortgesetzt ungünstig und auch aus Oberschlesien wird von schleppendem Absatz gemeldet, so daß sich die Lagerbestände immer mehr vergrößern. Die kurz vor Jahresschluß von dorther signalifirte Besserung des Etsenmarktes scheint noch in ziemlicher Ferne zu liegen. Eourse der Frankfurter Börse. •taetiemltiitou Cours vom et go/Chic.MUw.f.StPaul Prt., rückzahlb.1910 . bc/oChic.Mllw.f.St.P«ul Prt., rückzahlb. 1921 . l8°/oCentr.Pacis.I.Mrtg. 1 rückzahlb. 1896 . . 19./I. Btrifot 112.50 104.65 101.15 12./I. üsch« • 113.30 104 95 Cours von lsendahn-Bonds. 4% Chicago Burlington Nebraska 1927 . . 4Vi°/o California Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 6°/oPacif.ofMffsouri con- solidated l. M. r. 1920 19./I. 83.30 103.— 83 50 12./I. 83.30 103.10 4°/° Hessische Obligation. , Bauern .... „ Baden..... 106.50 107 05 104 55 106 70 107.05 104.55 4V-°/°Portug.-A.88u.89 50/0 amort. Serb. GoL- Rente .... 28.45 69.40 27.30 67.— 3°/«, Sächsische Rente. . 3Vt% BremerStaatSanl. 86 — 87.00 5o/o SerbischeEisenbahn- 97.30 97.40 Hyp^Obl. L. A. . 42/oSchwed.Oblig.I880r 74.50 68.70 „ Hamb.Staatsrente 40/oOeftr. Goldrente . 97.80 98.20 103.85 103.45 97.50 97.50 lo/o Türken cono. Lit. v. 22.85 22.70 , GriechischeMonopol- 6% Slrgent Gold - Anl. * e Anleihe . . . 33.95 32.75 v. 1887 ... 46.30 47.25 4% Rumänische Rente . 82.45 82.05 3V»% Egypt. priv. Anl. 99.75 99.50 5% Ruff. ConsolS S. in 82.05 —,— GiseuHohu-PrioritLte«. • 4o/o Psälz. LudwigSbahn 5% Südbahn Lombarden 104.65 105.25 (Bexbach) . . . w Hessische Ludwigsb. 104.— 103.80 4% do. do. 3% do. do. 97.70 60.95 97.50 61.60 68/69 garant. . 103.30 103.45 4o/o Prag-Duxer Gold . 100.75 100.80 , Elisabethb. steuerfrei , Rudolf Gold (Salzk.) 100.75 100.55 Gold .... 101.25 101.80 „ Franz-Joses Silber — . — 79.10 5o/o Oestr. Staatsbahn. 108.50 108.45 3/o do. do. 30/0 Livorneser . . . 50.60 54.— I.—VIII. Emisi. 3