Mr. 300 Erstes Blatt. Samstag dm 22. December 1894 Der Kietzeuer erscheint täglich, eit Ausnahme de- Montag». Die Gießener Aamiriendtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigrlegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. vierteljähriger Abonnements prell r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog«« 2 Mark 60 Pfg. Redaction, Txpeditiotz und Druckerei: KchntstraßeZlr.7. Fernsprecher 51. t Zlnits- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. l- —' 7"« ' ' .... ' ■■■—C77777 ■ ' 7 .-.-'7 L— 1 .... ......" _ 1 ■■ ■ . . -,-S Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den pAAt*» Alle Annoncen-Bureaux des In. und Auslandes nehinen falzenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. ^!UUUuvllVlUUI.l* Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Bekanntmachtmg, Amtstage des Großherzoglichen Kreisamts Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Samstag, den 5. Januar 1895, von Vormittags 9 Uhr an, einen Amtstag im Rathhause zu Grünberg abhalten und wird den Kreis-Eingesessenen aus den Amtsgerichts-Bezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 2tf December 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gießen, den 20. December 1894. Betr.: Wie vorher. DaS Grosherzogliche Kreisamt Gießen an die Groffh. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lasten. v. Gagern. Abonnements^ Einladung Zum Bezug des „Gießener Anzeiger" für das 1. Vierteljahr 1895 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „ Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschäft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschast, Handel, Gewerbeund Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die „Gietzener Familienblätter", welche dem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Hochachtend Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch). Deutsche- Reich. Berlin, 20. December. Von Neuem steht daS herrlichste und schönste Fest des JahreS vor der Thür, und wiederum bringt sein Strahlenschimmer eine erquickliche Oase der Ruhe in den mannigfachen Stürmen de- Daseins, in dem unaufhörlichen Auf und Nieder des täglichen Lebens mit sich. Selbst die Politik, so wenig sie sonst auch mit dem poesieumdufteten Weihnachten zu thun hat, vermag sich dem beruhigenden Einflüsse dieses erhabenen Festes nicht ganz zu entziehen. Der Gang der Ereigniste in dem großen Weltgetriebe verlangsamt sich da unwillkürlich von selbst und auch der Pulsschlag des inneren politischen Lebens der einzelnen Staaten wird zur weihnachtlichen Zeit merklich schwächer. Für unser deutsches Vaterland hat sich dieser Einfluß des Wethnachtssestes zunächst auf parlamentarischem Gebiete geltend gemacht, denn seit vergangenem Montag genießt der Reichstag seine WeihnachtSferien, die diesmal allerdings nur kurz bemessen sind, da das HauS bereits am 8. Januar 1895 seine Geschäfte wieder auf- nimmt. Der Reichstag hat freilich in seinem so kurzen ersten Sessionsabschnitt sehr wenig vor sich zu bringen vermocht, er wurde durch die Generaldebatte über den Etat, ferner durch die Verhandlungen über die angeregte Reihenfolge in der Behandlung der Initiativanträge, sowie über die Interpellation der Nationalltberalen in Betreff einer Abänderung des Zuckersteuergesetzes, endlich durch die Erörterungen über den „Fall Liebknecht" ausgefüllt. Zwar gedachte der Prä« sident vor Weihnachten auch noch die erste Lesung der „Um- sturz.Borlagc" zur Crledtguug zu bringen, aber der Reichstag machte durch seine Beschlußunfähigkett Herrn v. Levetzow einen Strich durch die Rechnung, so daß also der Gesetzentwurf gegen die Umsturzbestrebungen erst im neuen Jahre an die Reihe kommt. Hoffentlich werden aber von diesem Zeitpunkt ab die Bänke des Hauses besser besetzt sein, der Reichstag macht sich ja schließlich selbst zum Gespött aller Welt, wenn von seinen 397 Mitgliedern meist, kaum die Hälfte ihre parlamentarischen Pflichten ausübt! Berlin, 20. December. Mit d er Vertagung des Reichstages ermattet naturgemäß auch vorläufig das Interesse an den mancherlei Fragen, welche bereits der Beginn der Session aufgerollt hat. Es gilt dies auch von der Maje st ätsbeleidungsaf faire der Herren.Liebknecht u. s. w., zumal da ja für den Reichstag diese unerquickliche Sache durch die Ablehnung des Verfolgungsantrages des Berliner Staatsanwaltes erledigt ist. Freilich wird der Reichsregierung der Plan zugeschrieben, nach Schluß der Reichstagssession die Liebknecht'sche Angelegenheit weiter zu verfolgen, indessen dürfte sie schon aus Gründen politischer Klugheit und Taktik von diesem Plane zurückkommen. Dagegen steht zu erwarten, daß der weitere Reichstagsbeschluß in Sachen der Verschärfung der Disciplinargewalt des Präsidenten bald zur practischen Ausführung gelangen wird. — Die Frage d er Erhöhung der dienstlichen Bezüge des Reichskanzlers Fürst Hohenlohe kann noch «immer nicht zur Ruhe kommen. Nachdem der Reichskanzler die geplante Schenkung an ihn von jährlich 100000 Mk. aus den Mitteln des kaiserlichen Dispositionsfonds abgelehnt hat, ist von mehreren Blättern die Forderung einer Erhöhung des Gehaltes des Reichskanzlers erhoben worden, mit der Begründung, daß der erste Beamte des Reiches mit seinen dienstlichen Bezügen in Höhe von 54000 Mk. den ihm obliegenden Repräsemationspfltchten nicht genügen \ könne. Ganz abgesehen indessen davon, daß der jetzige I Reichskanzler bekanntlich em sehr reicher Mann ist, sprechen gewichtige socialpolitische Gründe gegen die geforderte Erhöhung des Gehaltes deö Reichskanzlers gerade in Berücksichtigung der Repräsentationspflichten, dieselben brauchen nicht in luxuriöser Weise ausgeübt zu werden, es würde dies das in weiten VolkSkreisen herrschende Mißvergnügen nur vermehren. Die • obersten Reichs- und Staatsbeamten können ihre gesellschast- I lichen Verpflichtungen, soweit dieselben nun einmal unuwgäng- ! lich nothwendig sind, gewiß noch würdig genug erfüllen, - auch ohne daß hierbei die kostspieligen Aeußerlichkeiten des Lebens der ersten Gesellschaftskreise allzusehr betont würden. — Fürst Bismarck hat zur Stunde seine Wieder- I Übersiedelung von Barzin nach Friedrichsruhe vollzogen. ■ Fürden Altreichskanzler knüpfte sich diesmal an den Aufenthalt ! in Varzin die schmerzlichste Erinnerung seines Lebens, der ! Verlust seiner treuen Lebensgefährtin, und gewiß wird er i diesmal in tiefschmerzlicher Bewegung von seinem hinter- pommerschen Tusculum geschieden sein. Aber die herzliche Liebe und Thetlnahme des deutschen Volkes sind dem schwergeprüften greisen StaatSmanne und Begründer unseres Nationalstaates auch in die Zurückgezogenheit von Friedrichsruhe nachgefolgt, und diese unwandelbare Gesinnung der Nation möge dem Fürsten Bismarck auch für weiterhin zum Trost gereichen. Nenefte Nachrichten» WolffS telegraphisches «Korrespondenz-Bure« Rom, 20. December. Heute Abend platzte in der Maria- deifioristraße eine schwachgefüllte Petarde, ohne Schaden anzurichten. Paris, 20. December. Das Kriegsgericht gegen DrehfuS wurde heute Mittag um 1 Uhr wieder eröffnet. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit wird strengsten- aufrecht erhalten, nur Mitglieder deS Kriegsgerichts und die noch zu vernehmenden Zeugen werden zugelaffen. Die Umgebung deS Gebäudes ist fast menschenleer. DreyfuS verbrachte die Nacht in der Krankenabtheilung des Gerichtsgebäudes. Paris, 20. December. Wie von unterrichteter Seite mitgetheilt wird, erklärt der Marinemtnister die Meldung der „Politique Coloniale", daß die Königin von Madagaskar die Forderungen Frankreichs angenommen habe, für unbegründet. Petersburg, 20. December. ES wird bestätigt, daß die Ernennung des Botschafters Schuwalow zum Genrral- gouverneur von Warschau als vollzogen angesehen werden kann. Rewyork, 20. December. Der „Newhork World" bringt eine'Beschreibung von der Einnahme von Port Arthur. Die Niedermetzelung der unbewaffneten Bewohner dauerte so lange, bis die ganze Bevölkerung niedergemacht war. BiS zum Einzug in Port Arthur war das Verhalten der Japaner dem Feinde gegenüber großmüthig. Die Japaner hatten 78 Kanonen, darunter Feldbatterien und Belagerungsgeschütze. Der Brief beschreibt ausführlich den Angriff auf die FortS und lobt die Haltung der Bertheidiger. Das Thal war mit Minen gefüllt, welche die Chinesen jedoch in der Hitze deS Gefechts zu sprengen vergaßen. Die mit Männern, Frauen und Kindern gefüllten Dschunken wurden durch Torpedos zum Sinken gebracht. Nachdem die nach der Stadt führende Brücke genommen war, entflohen die Chinesen. Die in die Stadt einziehenden Japaner fanden die Köpfe der erschlagenen Kameraden mit abgeschntttenen Nasen und Ohren vor- es folgte darauf eine große Metzelei. Die wüthenden Soldaten tödteten Jeden, der ihnen in den Weg kam, und plünderten die Stadt. In der Schlacht wurden nicht mehr als hundert Chinesen getödtet, jedoch später wenigsten- 2000 nieder- gemetzelt. Chefoo, 20. December. Eine hier veröffentlichte Zeitung beschuldigt die Japaner, bei Port Arthur chinesische, sich der Küste nähernde Fischer zu mißhandeln, indem sie dieselben gefangen nehmen und entweder tödten oder sie zwingen, die härteste Arbeit zu verrichten. Shanghai, 20. December. Man hat dem Prinzen Tschtng einen Paß zur Abreise verweigert. In Peking machen sich im CabinctSrath bedeutende Meinungsverschiedenheiten geltend. Prinz Tsching erwirkte zehn Tage Urlaub, angeblich krankheitshalber, nun wird er wahrscheinlich sein Amt niederlegen. Sein Rücktritt wird zweifellos angenommen werden. Der Tsung-lt Aamen hat der englischen Gesandtschaft einen Freipaß und 50 chinesische Soldaten als Leibwache zugestanden; anderen auswärtigen Gesandtschaften wurden Wachen von 10—12 Mann beigegeben. Depeschen des Buremr »Herold*. Berlin, 20. December. Heute Morgen fuhr auf dem Potsdamer Ringbahnhofe ein Sonderzug auf einen Bremsbock. Ein Theil der Fahrgäste wurde leicht verletzt. Berlin, 20. December. Der heute wegen Meineids verurtheilte Leuß hat dem Reichstag die Mittheilung gemacht, daß er sein Mandat niederlege. (S. Hannover.) Berlin, 20. December. Die norddeutschen Antisemiten haben bis zum 15. Januar 1895 einen Parteitag nach Berlin einberufen, auf welchem die Angelegenheit Ahlwardt berathen werden soll. Es handelt sich darum, ob Ahlwardt als Hospitant oder als vollberechtigtes Mitglied der deutschsocialen Reformpartei angehören soll. Ahlwardt, der heute aus dem Gefängnisse in Plötzensee entlassen worden ist, will unter keiner Bedingung nur als Hospitant in der Partei bleiben. Gegen Liebermann von Sonnenberg besteht in der Partei Mißstimmung, weil dieser zu sehr zu den Conservativen । neigt. Man werde eventuell, um die Mitglieder nicht in die Arme der Socialdemokraten zu treiben, Liebermann von Sonnenberg fallen lassen. Berlin, 20. December. Nach einer Mittheilung der ,Postt soll ein Plan wegen ReformderHandelSkammern dem Staatsministerium unterbreitet werden. Berlin, 20. December. Es verlautet, daß der Tabaksteuer-Gesetzentwurf dem Bundesrathe zugegangen ist- ferner liegen dem Bundesrath auch die Gesetzentwürfe wegen einer anderweitigen Ordnung des Finanzwesens im Reiche vor. Berlin, 20. December. Wie die „Poft" schreibt, ist anzunehmen, daß im Bundesrathe von süddeutscher Seite der Wunsch vertreten werden wird, den Zollsatz für ausländischen Tabak zu erhöhen. Rostock, 20. December. In voriger Nacht wurde die Landpost auf der Chaussee nach Sanitz von bewaffneten Männern angefallen. Der Postillon wurde verwundet. Die Thäter entkamen. BreSlau, 20. December. Der socialdemokratische Redacteur Schebs wurde gestern zu neun Monaten Ge- fängniß verurtheilt wegen Beleidigung der katholischen Geistlichkeit und verschiedener Gensdarmen. Hannover, 20. December. In der heutigen Verhandlung des Processes Leuß legte Frau Dr. Schnutz ein den Angeklagten belastendes Geständniß ab. Leuß wurde zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurtheiltl Lemberg, 20. December. Alle hiesigen Polenblätter bezeichnen die Abberufung Gur kos vom Gouvernementsposten in Warschau als ein erfreuliches und für den inneren Frieden Rußlands und Polens Vortheilhaftes Ereigniß. Oeffentliche Kundgebungen, welche die polnische Bevölkerung Warschaus anläßlich der Abberufung Gurkos veranstalten wollte, u. A. eine Illumination der Stadt, unterblieben auf den Rath angesehener Vertreter der polnischen Einwohnerschaft. Budapest, 20. December. Das Abgeordnetenhaus hat sich bis zum 9. Januar vertagt. Budapest, 20. December. Wie verlautet, hatte gestern der Ministerpräsident Wekerle vor seiner Abreise nach Wien eine Unterredung mit Koleman Szell, in welcher er diesen zur Bildung eines neuen Cabinets ersuchte, da er (Wekerle) nunmehr fest entschloffen sei, von seinem Posten zurückzutreten, um gegen Banffy in der liberalen Partei rücksichtslos Front machen zu können. Die demnächsttge Demission Wekerles wird nicht bezweifelt. Ebenso hat man die Ueberzeugung, daß der Rücktritt Wekerles keine Partei- öder Parlamentskrise nach sich ziehen werde. Der bisherige Staatssecretär Lucacs dürfte im neuen Cabinet Finanzminister werden. Budapest, 20. December. Die gestrige Bisch ofs- conferenz nahm einen sehr ruhigen Verlauf. Fürstprimas Vaszary erklärte in seiner Eröffnungsrede, daß Niemand beabsichtige, dem jetzt geschaffenen gesetzlichen Zustande Widerstand entgegenzusetzen- es handle sich vielmehr nur darum, wie die durch die neue Ehegesetzgebung für die katholische Kirche verursachte Schädigung am besten paralysirt werden könne. Szegediu, 20. December. In Oravica erfolgte in vergangener Nacht ein heftiger Erdstoß, der sich dreimal wiederholte und große Aufregung hervorrief. Zahlreiche Häuser stürzten ein oder trugen Riffe davon. Die erschreckte Bevölkerung floh in das Freie und brachte dort trotz der Kälte die Nacht zu. Paris, 20. December. Das „Journal" veröffentlicht den Text eines angeblichen Vertrages zwischenJtalien und England, wodurch sich beide Mächte die Oberherrschaft im Mittelmeer und den englischen Einfluß in Egypten sichern. Italien soll bei dem gemeinschaftlichen Vorgehen im Sudan ein Expeditionscorps von 25000 Mann stellen, wofür die englische Regierung 10 Millionen Lire Entschädigungskosten an Italien zahlt. Der 16. Breitegrad wird vorläufig die Grenze zwischen Italien und den egyptischen Besitzungen bilden. Chartum und Kassala sollen italienische Besitzungen bleiben. England verpflichtet sich der Besetzung Tropolitaniens durch Italien keinen Widerstand entgegenzusetzen. — Wenn die gegenwärtigen Unterhandlungen, welche die europäischen Besitzungen in Marokko betreffen, zum Resultate führen, verpflichtet sich Italien die Stadt und den Hafen Tanger England zu überlaffen, scheitern die Unterhandlungen, so wird England mit Italien' zusammen eine Expedition gegen Marokko organisiren. Loudon, 20. December. Ein Religionsmitglied aus Corea meldet, daß die Lage der englischen Missionäre sehr bedenklicher Natur sei, da die Rebellen drohen, sich des der Pflanzercolonie gehörigen englischen Landes zu bemächtigen. Odessa, 20. December. Wegen des starken Eisganges auf dem Dniepr mußte die Schifffahrt zwischen Odessa und Cherson eingestellt werden. Belgrad, 20. December. Der frühere Gesandte am Berliner Hofe, Milan Christtc, ist auS Serbien aus- gewiefen worden, weil bei Cebinac Aufzeichnungen vorgefunden wurden, nach welchen sich Christic dem Prinzen Karagiorgievic zur Verfügung gestellt haben soll. Washiugtou, 20. December. Ein demokratischer Abgeordneter hat einen Gesetzentwurf eingebracht, betreffend die Einsetzung eines nationalen Schiedsgerichtes, welches alle Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schlichten soll. Während der Tagung des Schiedsgerichts soll die Betheiligung an einem Aufstande und die Aufreizung zu Unruhen als Vergehen betrachtet werden. 0. Darmstadt, 21. December. Der Zusammentritt der Zweiten Ständekammer erfolgt am 15. Januar 1895. WB. Hammermvhle bet Varzin, 21. December. Fürst Bismarck ist Vormittags 10^ Uhr mit Extrazug von hier abgereift. Sitzung der Stadtverordnete»- am 20. December 1894. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Emmelius, Flett, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Helfrich, Heß, Heyligenstaedt, Homberger, Keller, Löber, Petri, Dr. Schäfer, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Schwall und Wallenfels. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm Herr Dr. Gutfleisch das Wort, um des vor 14 Tagen eingetretenen, für unsere Stadt wichtigen Ereignisses, der Eröffnung der Wasserwerkserweiterung zu gedenken. Er glaube mit mit Hinweis auf das Werk in Aller Sinne zu bandeln, wenn er den verdienten Dank um die Vollendung des Werkes der Person, die sich durch ihren Schaffensgeist und ihr Wirken hervor- gethan, darbringe- Alle, die das Werk geschaut, seien einstimmig in dem Lobe und der Freude darüber. Der Arbeiter uno Beamten wurde bereits bet Eröffnung des Werkes dankend gedacht, ein Dank aber mußte selbstverständlich verschoben werden bis auf heute, der Dank für Herrn Oberbürgermeister Gnauth- diesem Danke gestatte er sich hier an dieser Stelle Worte zu verleihen. Die Versammlung danke Herrn Oberbürgermeister für den Eifer, womit die Ergebnisse erzielt wurden, die sie angestaunt habe, ihm verschulde man in erster Linie das Zustandekommen der Wasserversorgung - er habe zwar nicht die Quellen gefunden und gefaßt, aber die Versammlung wisse, daß es ihm gelungen sei, in kurzer Zeit und mit erlesenen Mitteln das Werk zu vollenden. Daß es jetzt schon vollendet, ohne Unfall, ohne Verhinderung durch Schwierigkeiten und Procesie, verdanke die Stadt dem Herrn Oberbürgermeister. Die Stadtverordneten-Versammlung sei nicht in der Lage, Orden und Ehrenzeichen zu verleihen, aber die Bürgerkrone, die Anerkennung der Stadt könne sie verleihen und auö dieser Veranlassung noch einen ansehnlichen Zweig etnflechten in diese Bürgerkrone. Er sei überzeugt, an dieser Stelle nicht nur aus seinem Herzen zu sprechen, sondern aus dem Herzen der Bevölkerung- er ersuche die Anwesenden, als äußeres Zeichen des Dankes sich zu Ehren des Herrn Oberbürgermeisters zu erheben. Herr Oberbürgermeister Gnauth erwiderte: Erseiüber- rascht, aber auch erfreut von dem Ausdruck der Anerkennung. Er bekenne, daß von allen Arbeiten, die ihm bisher obgelegen, diejenige der Wasserwerkserweiterung die größte gewesen sei, deshalb, weil er sich bewußt gewesen, daß hier jeder Mißgriff sich strafen würde - er habe deshalb eine begreifliche Erleichterung empfunden, als das Werk in seiner Vollendung dem Betriebe Übergeben werden konnte- der Erfolg der Wasserleitungsarbeiten sei aber für ihn als Bürgermeister erhebend gewesen, zugleich aber anspornend zu weiteren größeren Arbeiten. Das Lob, welches ihm Herr Dr. Gutfleisch ertheilt, müsse er indeß etwas abschwächen- er erkläre, daß er sich nie so frisch iinb arbeit-sreudig gr fühlt hüttL, wenn er nicht das Gefühl der nachträglichen Genehmigung seiner Anordnungen in der Stadtverordneten-Versammlung und die Thatsache vor sich gehabt hätte, daß s. Z. der Beschluß zur weiteren Wasserversorgung mit Einstimmigkeit gefaßt worden sei- hierin habe das beste Mittel gelegen, ihn sicherer in seinen Entschlüssen zu machen. Er nehme den ihm dargebrachten Dank freudig entgegen und versichere, daß dies ihn stärken werde zu weiterer Arbeit im Rahmen feiner Fähigkeiten und Kenntnisse. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. Herr Oberbürgermeister Gnauth brachte zunächst einige Dankschreiben zur Kenntniß der Versammlung, und zwar dasjenige des Concertvereins für Überlassung des Spritzenhauses zur Aufbewahrung des Sängerpodiums u. f. w., dasjenige der Direction der Großh. Universitätsbibliothek für Überlassung der Photographien hiesiger Gebäude und dasjenige des Vorstandes der Lehrerwaisenkaffe für Bewilligung eines Beitrags. Die Rechnung der Kasse des Großh. Realgymnasiums und der Realschule pro 1893/94 wird genehmigt. Das Gesuch der Firma Georg Phil. Gail um Concesfion zur Aufstellung eines Dampfkessels wird befürwortet. Bei dem Gesuch des Herrn Gottl. Nauheimer um Erlaubntß zur Erbauung von sechs Villen (Einfamilienhäusern) in der Löberstraße bedarf eS des Dispenfes von der baupolizeilichen Bestimmung, welche die Anlage einer besonderen Einfahrt für jedes Haus fordert. Gesuchfteller beabsichtigt, mit Rücksicht auf die geringe Vorderfront, für je zwei Villen eine gemeinsame Durchfahrt anzulegen. Die Versammlung spricht sich, nachdem die Bedingungen zur Anlage von Hydranten erfüllt, für Befürwortung des Dispenses auS. Das Gesuch des Herrn Wilh. Seipp um Bauerlaub- niß für den Sreinweg wird auf Grund des § 17 des Ortsbaustatuts, wonach Hintergebäude in der Regel erst nach Errichtung von Vordergebäuden erbaut werden dürfen, beanstandet. Die Schanzenstraße bedarf vor dem Ecke-Neubau der Herren Schneider und Birken stock noch des Ausbaues der auf die Westanlage stoßenden Reststrecke. Die Herren Schneider und Birkenstock erklären sich bereit, diese Arbeiten zum Preise von 690 Mk. auszuführen, wozu die Versammlung Genehmigung ertheilt. Nach Fertigstellung der Weißbinderarbeiten am T h urm - Haus am Brand hat sich ergeben, daß die Kosten den Voranschlag um 689 Mk. überschritten. Begründet ist diese Creditüberschreitung mit der nöthig gewordenen Ausführung unvorhergesehener Arbeiten, besserer Ausstattung der Decke des oberen Saales, des Treppenaufganges, der Skrafito- malerei am Aeußeren u. s. w. Die Creditüberschreitung wird in Berücksichtigung des Umstandes, chaß die Kosten des ganzen Baues immer noch um rd. 900 Mk. hinter dem Voranschläge bleiben, genehmigt. Das Gesuch deS Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege um unentgeltliche lieber* lassung von Gas und Wasser für die Kochschule genannten Vereins wird genehmigt, auch mit Rücksicht darauf, daß diese Kochschule ein Zweig der Vereinsthätigkeit ist, welcher bisher weniger Anklang gefunden als erwartet werden durfte, der Betrag der letzten Jahresrechnung erlassen. Herrn Lehrer Backes, welchem und (wie der Herr Oberbürgermeister mittheilte, mit gutem Erfolg) jber Unterricht für stotternde Kinder übertragen worden, wird die übliche Vergütung hierfür nachträglich bewilligt. Das Großh. Kreisveterinärarnt hat an Großh. Kreisamt berichtet, daß der der Stadt Gießen gehörige, zum Transport der Kadaver gefallener Thiere bestimmte Wagen nicht den gegebenen Vorschriften entspreche. Es wird deshalb beschlossen, einen gedeckten einachsigen Transportwagen, sowie einen kleinen Karren zum Transport von WasenmeisterebAbsällen anzuschaffen. Beide Wagen koste« zusammen 650 Mk., welche bewilligt werden. Hierauf wurde in die Berathung über den Erlaß eines Verbotes, betr. den Verkauf von Fleisch auswärts geschlachteten Viehes durch hiesige Metzger, eingetreten. Unterm 24. October d. I. ist vorn Großh. Polizeiamt der Bürgermeisterei schriftlich wi getheilt worden, daß einzelne Metzger ihr Vieh nicht im hiesigen Schlachthause, sondern m den umliegenden Orten schlachteten- dies geschehe offenbar, um der in Gießen geübten Fleischbeschau zu entgehen. Um den hieraus entstehenden Unzuträglichkeiten zu steuern, ersuchte Großh. Polizeiamt um Erlaß eines Verbotes, dessen Entwurf beigefügt war und der folgenden Wortlaut hatte: „Dahier wohnhafte Metzger dürfen nur solches Fletsch feilbieten bezw. verkaufen, welches von Thieren herrührt, welche im städtischen Schlachthause geschlachtet wurden. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Bestrafung bis zu 30 Mk." Zur Begründung des Entwurfs waren einige Fälle von auswärts vorgenommenen SchlachtunFen angeführt. Die Schlachthaus-Commission faßte nach mancherlei Bedenken gegen den Entwurf den Beschluß, den Metzgern nach Art der bereits facultativ geübten Trichinenbeschau anzusinnen, das von ihnen von auswärts eingeführte Fleisch einer freiwilligen Nachschau unterwerfen zu lassen. Hiergegen hat sich die Metzgerinnung unter eingehender Begründung verwahrt und erklärt, daß die Bedingung des Schlachtens in den Nachbarorten nicht von den Metzgern, sondern von den Viehver-- käusern gestellt wurde, weil letztere der strengen Fleischbeschau wegen kein Vieh mehr nach Gießen liefern wollten, auch betrafen die Mehrzahl der in der Begründung Gr. Polizeiamts angeführten Fälle nicht hiesige Metzger, sondern auswärtige Händler - die hiesigen Metzger nähmen es mit der Fleischbeschau ernst. Die Innung ersuchte schließlich, das betr. Reglement abzulehnen - auf eine freiwillige Vereinbarung bezüglich einer Nachschau im Sinne des Commissionsbeschlusses könne sie nicht eingehen. — Die Schlachthauscommission bezeichnete in einer weiteren Sitzung nach mancherlei Erwägungen eS als das wünschenswertheste, daß eine Nachschau stattfinde- da dies die Innung abgelehnt, bleibe noch der Ausweg übrig, daß auswärts geschlachtetes Fleisch nur in großen Stücken und auch nur dann eingesührt werden dürfe, wenn den Stücken die Eingeweide, deren Untersuchung allein den Schluß auf Reinheit zulassen, beigegeben würden. Dies bedeute aber eine große Erschwerung des Metzgereigewerbes. Andererseits fei aber die Nothwendigkeit einer Verhinderung der Einfuhr fremden Fleisches durch die hiesigen Metzger ohne jegliche Beschau nicht von der Hand zu weisen, eS müsse dem Publikum der gute Glaube auf Empfang guten Fleisches bei den hiesigen Metzgern gewährleistet werden. Die Commffsion hat anerkannt, daß das Schlachten auswärts auf Veranlassung der Verkäufer geschehen sei, sie hat aber auch angenommen, daß das auswärts geschlachtete Vieh zum mindesten verdächtig sei. Auch gewerberechtlich seien, im Gegensatz zu den Anschauungen der Innung, die in Aussicht gestellten Maßregel« gerechtfertigt. Die Commission faßte danach ihre Wünsche dahin zusammen, daß entweder eine die Nachbesichtigung des Fleisches bezweckende Polizeiverordnung zu erlassen, oder die Zustimmung zu nachstehendem Entwurf einer Verordnung event. unter Vornahme einiger Aenderungen, zu ertheilen fei. Der im Einvernehmen mit der juristischen Commission bearbeitete Entwurf lautet: § 1. Dahier wohnhafte Metzger dürfen nur solche- Fleisch verkaufen oder febbieten, welches vott^ Thieren herrührt, welche in dem städtischen Schlachthause geschlachtet worden oder deren auswärtige Schlachtung 24 Stunde« vorher der hiesigen Bürgermeisterei angezeigt wurde. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind Lendenstücke und Zungen. § 2. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Bestrafung bis zu 30 Mark. In der folgenden Discujsion spricht sich Herr Hornberger gegen die unbeanstandete Zulassung von Lendenstücke« und Zungen aus, worauf Herr Oberbürgermeister Gnauth erwiderte, daß diese Stücke deshalb vom Verbot der Einführung ausgenommen feien, weil sie nur nach scharfem Braten beziehungsweise Kochen genießbar feien. — Herr Heß wünscht dem Entwurf einzufügen, daß unter dem einzusührendetr Fleisch nur fris ch es zu verstehen sei. — Herr Löber ist für Vertagung eines Beschlusses und nochmaliges Berhandeltr mit den Metzgern, er erblickt in dem Vorgehen der Polizei eine Exiftenzgesahr für die kleinen Metzger. — Herr Schmall vermißt bei der Annahme des Reglements einen genügenden Schutz der hiesigen Metzger, die auswärtigen, hier Fleisch einführenden feien im Vortheil. — Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte, daß die hiesigen Metzger geschützt seien, weil nur Lenden und Zungen eingeführt werden dürften, ein weiterer Schutz würde ihnen durch das Publikum selbst, welches in seiner überwiegenden Mehrheit ein gewisses Vorurtheil gegen das von fremden Metzger« eingeführte Fleisch habe. — Herr Dr. Gutfleisch empfiehlt, die Verordnung eine Erläuterung des Begriffs „frische- Fleisch" beizugeben, damit einer Verwechselung mit bereits Voriges i verneint und damit die Verordnung selbst angenommen. Die vorliegenden Gesuche um Ertheilung der Wirth- fchaftSconcesflon wirken, da eS sich durchgängig um Ueber- gang bestehender Wirthschaften in andere Hände handelt, anstandslos befürwortet. Gesuchsteller sind die Herren Karl W i t t m a n n von EmS in der Loth'schen Wirthschaft, Schanzenstraße 2, LoutS Weiffenbach in der Bopp'schen Wirth- schäft, Bahnhofstraße 11, Otto Giermann, RöhrleS Brauerei, Jean Arnold, Wirthschaft zum Schipkapaß, Bahnhofstraße. Ausstellung leider wieder verlosten müssen. Die seit Eröffnung der Ausstellung offengelegte Liste für Beitrittserklärungen als Mitglied weist bereits gegen 30 neue Anmeldungen auf, ein deutliches Zeichen des Anklangs, welchen der Verein allenthalben findet. — Wir machen übrigens auch an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß für 1895 beitretende Mitglieder fdjonj jetzt srei.n Eintritt in die Ausstellung genießen. ** Stipendien für Studirende ^Die Bürgermeisterei Darmstadt theilt mit, daß aus der ihrer Verwaltung unterstellten Richard-Günther-Stiftung zwei Stipendien von je 250 Mk. jährlich, und zwar eines an einen Studierenden der Jurisprudenz, das andere an einen Studierenden der älteren oder neueren Philologie, durch die dortige Stadtverordneten Versammlung vom Wintersemester 1894/95 zu vergeben sind. Bezugsberechtigt sind nur Angehörige des Großherzogthums Hessen, welche auf einer Deutschen Universität dem Studium der genannten Wiffen- chaften sich wldmen wollen oder bereits obliegen, sich über Fleiß und sittliches Verhalten ausweisen und die zu ihren Studien erforderlichen Mittel nicht in zureichendem Maße besitzen. Die Verleihung erfolgt auf die Dauer der Studienzeit, resp. des Restes derielben, jedoch niemals auf längere Zelt als 4 Jahre. Sie findet in widerruflicher Weise statt, weshalb sich die Inhaber über Fortdauer ihrer Würdigkeit durch Zeugniß der Universitätsbehörde zu Beginn jeden Semesters ausweisen müsten. Gesuche um Verleihung dieser Stipendien, welche eine kurze Lebensbeschreibung enthalten und durch Zeugnisse über das Vorhandensein der oben angegebenen Voraussetzungen belegt sein müsten, sind bis zum 29. dieses Monats bet Großh. Bürgermeisterei Darmstadt einzureichen. ’♦ Versuchte Wechselfälschuug. Gestern Nachmittag rräsentirte ein fremder Mann ein?n auf einen hiesigen Bauunternehmer lautenden g e f äl s ch t e n Wechsel bei der hiesigen Gewerbebank und bet mehreren Bankiers, jedoch ohne Erfolg. Der Betreffende wurde verhaftet und entpuppte sich als ein Maurermeister aus Bottenhorn bei Marburg. Außer dem hier präsentirten, auf 950 Mk. lautenden Wechsel fand sich noch ein zweiter gefälschter Wechsel bet ihm vor. Der Verhaftete erklärte, er habe die Fälschung begangen, weil er sich in Geldverlegenheit befinde, er habe sich nur damit helfen und später den Wechsel selbst wieder einlösen wollen. ** Die Leiche des dahier im Gisenbahnzug Plötzlich verstorbenen Müllers Dörr ist von den Angehörigen heute hier abgchoit und nach Zeilbach gebracht worden. ** Auch für Gießen anwendbar. Das Gr. Polizeiamt Darmstadt warnt dringend vor der, namentlich in älteren Häusern vorkommenden Unsitte, hölzerne Verschlüge unter den Treppen mehrftürktgor Gebäude als Lagerplätze sür Brennmaterialien oder leicht brennbare Gegenstände zu benutzen. Theuere hessische Thaler. Bei einer in Frankfurt stattgebabten Münzauction erzielten Vereinsthaler aus dem Jahre 1857 von Ludwig III. von Hessen 1350 Mk. Dieser Probethaler, von dem nur 12 Exemplare geprägt sein sollen, unterscheidet sich von den gewöhnlichen hessischen Tha- lern dieses Jahres nur dadurch, daß die Randschrift lautet: Convention vom 24 Januar 1857, anstatt Münzvertrag vom 24. Januar 1857. Vielleicht trägt einer unserer Leser ein solches Stück im Portemonnaie ohne es zu wissen, das Nachsehen könnte sich lohnen. ♦* Folgende postalischen Mittheilungeu dürften für unsere Geschäftsleute von Interesse sein. Vom 1. Januar 1895 ab können Postpackete ohne Werthangabe im Gewicht bis 5 kg nach Japan auf dem Wege über Bremen mit den Reichspostdampfern der ostasiatischen Linie nach Maßgabe der Bestimmungen der Vereins Postpacket-Uebereinkunft versandt werden. Die Postpackete müssen frankiert sein. Die Taxe beträgt einheitlich 4 Mk. 40 Pfg. für jedes Packel. — Bon dem gleichen Zeitpunkt ab treten für die schweren Packet- sendungen (Postfrachtstücke) im Verkehr mit Frankreich neue Tarife in Kraft, durch welche in Ansehung der französischen Beförderungsstrecke die Gebührensätze fast durchweg Ermäßi- gungen erfahren. Ueber das Nähere in Betreff der vorstehenden Aenderungen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft. ♦* Lebensmittel-Preise Ende November 1894. Nach einer Zusammenstellung der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik kosteten: ________________________ § Aus dem Kirchspiel Crainfeld, 19. December. Frühjahr wurde von dem hiesigen Kirchenvorstand beschlossen, die in hiesiger Gegend noch bestehende Unsitte der sogen. Leichenschmäuse, welche besonders in letzter Zeit in unserem Vogelsberg eine bedeutende Ausdehnung genommen hatten, abzuschaffen. Darauf bezügliche Verordnungen der Cocalts unb prMHttjkßo. Gieße», den 21. December 1894. *♦ Bon der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Landes- Universität, Geheimen Hofrath Dr. August Streng auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienstsührung mit Wirkung vom 1. Apnl 1895 an in den Ruhestand zu versetzen uud demselben das Comturkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. ** Promotionen an der Großh. Landes-Uuiverfitat im RectoratSjahr 1893/94. 1) Lizentiat der Theologie: Wilhelm Diehl, Cand. theol. aus Groß-Gerau. 2) Doctoren der Rechte: Se. Exc. der Großh. Staaisminister Jacob Finger, honoris causa, Bernhard Rieger aus Darmstadt, Gerichtsaccessist, Julius Friedrich aus Darmstadt, Gerichts- accessift, Curt Spohr aus Gießen, Gerichtsaccessist, Philipp Gehl auS Mainz, GerichtSaccessist, Wilhelm Glässing aus Gießen, Gerichtsasseffor. 3) Doctoren der Medicin: Heinrich Köhlmoos aus San Francisko, Assistenzarzt an der ophthalmologischen Klinik der Landesuniversilät, Albert Hofmann auS Gießen, approbirter Arzt, Jacob Bruchhäuser aus Gießen, approbirter Arzt, Goar Haag auS Böbingen, appro- btrter Arzt, Ferdinand Pfannmüller aus Darmstadt, approbirter Arzt. 4) Doctoren der Philosophie : Eduard Otto, Gymnasiallehrer in Darmstadt, Dr. jur. Erich Jung, Gerichts- accessift in Mainz, Heinrich Wagner, Geh. Bauralh, ordentlicher Professor an der technischen Hochschule in Darmstadt, honoris causa, Hermann Ezechiel Kaufmann aus Dukla, Cand. phil., Albert Liebmann aus Köln a. Rh, Cand. ehern., Samuel Jodidi auS Kower, Cand ehern., Wilhelm Bindewald aus Groß Eichen, Cand. ehern., Wilhelm Kolb aus Alsfeld, Cand. ehern., An ton Schlamp aus Mainz, LehramtSaccessift, Assistent am physikalischen Institut der LandeSuniversilät, Orto Prolinger aus Graz, dlplomirler Chemiker, Joseph Wohlstein aus Neutra, Rabbiner in Schüttenhofen, John William Beader aus Nottingham, Cand. phil., Karl Bernbeck auS Lehrbach, LehramtSaccessift, Alexander Winkler aus Kaschau, Cand phil., Alfons Milani aus Frankfurt a. M,, Forstassessor, Paul Wallot in Berlin, König!. Baurath und Professor, honoris causa, Karl Mangold aus Wien, Chemiker, Edmund Lücken aus Darmstadt, LehramtSaccessift, Moses Eisenstadt aus Minsk, Cand. phil., Ernst Bertololy, Reallehrer in Neustadt a. H., Hendrik P. N. Muller von Ryckevorsel, Generalconsul aus Rotterdam, Albert Krug, Chemiker aus Berlin, Salomon Levi van Oß auS Werkendam, Cand. math., Moses Rosemann aus Zurawno, Cand. phil., Wilhelm Garth, Schlachthofdirector in Darmstadt, Joseph Hof aus Wien, Cand. phil. Zum 50jährig en Doctorjubiläum wurde erneuert: das Diplom als Doctor der Medicin: dem Sanitätsrath Physikus Dr. Ludwig Hermann Karl Schrader in Wolsenbüttel, das Diplom als Doctor der Philosophie: dem Dr. Moritz Kohnstamm in Darmstadt. ** Aus dem Justizdienst Durch Entschließung Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurden die GerichtSaccessisten Dr. Johann Becker auS Ludwigshöhe, Gustav Brüel aus Gießen, Friedrich Dähn aus WormS, Dr. Julius Friedrtch aus Darmstadt, Eugen Funk aus Friedberg, Hans Herrmann aus Gießen, Otto Jöckel aus Friedberg, Otto von Pfister aus Darmstadt, Georg Pullmann aus Neustadt t. O., Kurt Schimmelpfeng auS Gießen, Friedrich Schnttzspahn auS Darmstadt, Richard Schudt aus Gießen, Friedrich Weiffenbach auS Gießen und Ernst Wteßner aus Beerfelden zu Gerichtsassessoren ernannt. Ferner wurden beauftragt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen: 1) eines Amtsrichters bei Großherzoglichem Amtsgericht Beerfelden der Gerichtsasseffor Neuen Hag en in Offenbach, 2) eines Amtsanwalts in Offenbach der GerichtSasseffor Dr. Becker in Mainz, 3) eines Hilfsgerichtsschreibers bei dem Grobherzoglichen Landgericht der Provinz Rhein- heffen die GertchtSaffessoren Funk in Friedberg und W e i f f e n b a ch in Darmstadt, und 4) eines Hilfs- gerichtsschreibers bei dem Großherzoglichen Amtsgericht Darmstadt I. der Gerichtsassessor Schnitzspahn in Darmstadt. Zum Schutze der Bauhandwerker. Eine von der Großh. Eenrralstelle für die Gewerbe eingesetzte Commission beschloß dieser Tage, folgenden Vorschlag des Herrn Rechtsanwalts Ca lman n-Alzey der Annahme durch den Landes- gewerbverein zu empfehlen: „Der Landesgewerbverein spricht sich für die Schaffung eines gesetzlichen hypothe- kartschen Sicherungsrechtes mit Wirkung vom Tage des Baubeginns sür diejenigen auS, welche zu einem Bau Material oder Arbeiten geliefert haben, damit die durch den Bau geschaffene Werthvermehrung nicht anderen Gläubigern zum Nachthetl der betreffenden Uebernehmer zugute komme." »* Kunstvereiu. Neu ausgestellt sind: „Gastfreundschaft" von Rosa Schweninger-Wien, „Studienkops" und „Rosen" von M. E. Pi nofs- Berlin, „Waldweg am Starnbergersee" von Splitgerber-München, „Blumen und bestehenden Verordnungen vorgebeugt werde. — Die Frage, Früchte" uud „Trauben" von Ecker! er-München, „Am ob in der Verordnung „Lendenstücke und Zungen" gestrichen Parkthor" von Josef Tho ma nn-KarlSruhe und „Altwerden sollen, wird gegen die Stimme des Herrn Schmoll | Frankfurt a. M." von Otto v. Ruppert. München- da- ---- gegen hat Bracht 'S „Sonnenaufgang am Marterhorn" die J Ochsenfleisch per Pfund Rindfleisch per Pfund Kalbfleisch per Pfund Schweines!. per Pfund Hammelfleisch per Pfund Gemischtes Brod Roggen- Brod Butter per Pfund Milch 1 Liter Eier 1 1 Stück Städte mit Octroi 76 70 76 70 70 12 11 92—110 18 7-8 Mainz 72 60 75 75 65 12 10,5 99-107 18 5—7 Offenbach 76 74 66 70 76 70 80 72 60 68 11 9 9 9 114-123 100-112 21 17 IO V 1 1 Gießen Städte ohne 78 70 69 71 65 10 9 97—104 18 l—ö Octroi Bingen 75 65 60 70 60 10 9 103-113 19 6-7 76 70 70 64 60 11,5 9 98-103 17 7—8 Alzeo Friedberg Alsfeld 68 64 65 65 60 15 9 98-108 17 10-11 75 70 70 60 65 11,5 12,5 10 100-110 18 8-9 70 65 70 65 — 9,5 100-110 16 7 Lauterbach 70 70 60 60 60 12 9 | 120 16 7 Kirchenbehörde wurden nur stellenweise befolgt. Nunmehr sind amtliche Schritte dagegen gethan worden. Daö Großh. KreiSamt Lauterbach erläßt eine Polizei-Verordnung, welche lautet: § 1. ES ist verboten, bei Leichenbegängnissen mit Effen und Trinken verbundene Vereinigungen (sogenannte Leichenschmäuse, FlannertS, Tröster u. s. w.) zu veranstalten. § 2. Die Verabreichung von Erfrischungen an Personen, welche von auswärts zu einem Leichenbegängniß gekommen . sind, fällt nicht unter das vorstehende Verbot. § 3. Bei Zuwiderhandlungen werden die Veranstalter mit Geldstrafe von 10 bis 15 Mark bestraft. — Es kann nur freudig begrüßt werden, daß hier die Negierung dem Kirchenvorstand entgegen gekommen ist, damit enNich ein großer Uebelstand in unserem ganzen Kreis verschwindet. Mainz, 20. December. In dem Nachbarorte Finthen wurden zwei Männer verkästet, die beschuldigt sind, den vor etwa einem Jahr bei Bodenheim erschoffcn oufgefundenen Förster Esckbach ermordet zu haben. Vermischtes. * Wiesbaden, 20. December. Der LandeSauSschuß wählte, dem „W. Tagebl." zufolge, heute als Ort sür die zweite Irrenanstalt an erster Stelle Weilmünster, an zweiter Westerburg. Dieser Platz kommt nur in Betracht, wenn die Wasserfrage in Weilmünster ungünsttg sein sollte. * Straßburg, 19. December. Es ist hier schon wieder ein Verzeichniß in Frankreich verstorbener Fremden- legionare eingetroffen. Es enthält diesmal die Namen von zwölf Elsaß-Lothringern. Schiffsnachvichten. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 19. December wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Universität- - Nachrichten. Göttingen, 20. December. Professor Georg Hanssen, bekannt als Nationalöconom und Agrar Historiker, ist gestorben. kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 23. December. 4. Advent. Gottesdienst. A« der Stadtttrche. Vormittags 9'/, Ubr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 4 Ubr: Weihnachtsfeier der Klkinkinderbewahr- anstalt: Pfarrer Dr. Naumann Montag den 24. December. Nachmittags 3V< Ubr: Weihnachtsfeier der Kinderttrche. Pfarrer Schlosser. 1. Weihnachtsfeiertag. Dienstag den 25. December. Vormittags 9V# Uhr: Psarrverwolter Dr. Grein. Nachmittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. In d«n Gottesdiensten: ffoHecte für die Kleinkinderbewahranstalt. 2. Weihnachtsfeiertag. Mittwoch den 26. December- Vormittags 9V,Uhr: Pfarrer Schlosser- Nachmittags 5 Ubr: L turgische Feier unter Mitwirkung deS Kirchengksangvereins und der Cborschule: Pfarroerwalter Dr. G rein- In den Gottesdiensten: Collecte für die Armen. In der JohanneSkirche. Sonntag den 23. December. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dtngeldey. Nachmittags 3«/, Uhr: Ktnderkirche der Lukasgemeinde. (Weihnachtsfeier). Pfarrer Dtngeldey. Montag den 24. December. Nachmittags 3'/« Ubr: Kindergottesdtenst für die JohanneS- gemeinde. (Weihnachtsfeier) Pfarrer Dr Nau mann In diesen beiden Kindergottesdiensten hoben Erwachsene nur auf den Emporbübnen und im Seite- schiff Zutritt. Dienstag den 25 December. 1. Weihnachtsfeiertag. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dinaeldey Collecte für die hiesige Kleinkinder-Bewahranstatt- Mittwoch den 26. December. 2. WeihnachtSfeiertag. Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Dingeldev. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukasgemeinde und Johannesgemeinde- Collecte für die Armen der Gemeinde. Katholische Gemeinde. Sonntag den 23. December. 4. Sonntag im Advent. Samstag: Nachmittags um 4«/i Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6'/» Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6i/g Uhr erste hl. Meffe; „ um 71/2 Uhr AuStbeilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Meffe; „ um 9Vi Uhr Hochamt mit Predigt. Abends um 6 Uhr Adventsandacht. Dienstag den 25. December Weihnacht-fest. Montag: Nachmittags um 4V9 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; Dienstag: Vormittags von 5 Uhr an G legrnheit zur hl Beichte; „ um 5 Ubr Ehristmette; „ um 6 und 6i/% Uhr hl. Messen; „ um 7i/e Uhr Austbeiluna der hl. Communion; I um 8 Ubr hl- Messe- Militärgottetzdienst mit Predigt; „ um 9‘/i Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittag, um 2 Uhr feierliche Vesper; Abends um 5 Uhr im Cass Leib: «hriftbescheerung mit «Seih» «acht-feier; Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Mittwoch den 26. December. Fest de- hl. Stepha««-. Vormittags von ßt/e Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; _ um 61/3 Uhr die erste hl. Meffe; um 7>/» Uhr Autztheilung der hl- Communion; um 8 Uhr die zweite hl. Messe- MilitärgotleSdtrnst. " um 9Vr Uhr Hochamt; Nachmittags um 6 Uhr Festandacht. Verein für jüdische Geschichte und Literat«« r Wetzsteingafse 8, Nachmittags 2 Uhr- 7737 10307 S. Heichelheim. 10318 Neischfüttermehl Wieseck -u haben bei 10145 wozu ergebenst einladet 10311 August Will habe. 9985 ree sie Hausmittel. Jn ApolheKen & Drogerien. Cn B«mietstungen Joh. Vrörking 9551 Irische Butter per Pfund 97 Pfg. 10319 Bahnhofstraße 60. miethen. Verehrlichen Interessenten zur gefl. Kenntnißnahme, daß ich mich als Markscheider hier niedergelassen Der Kirchenrechner: Doering. Poröswasserdichte Geometer II. Klasse für Bürea«. und Feldarbeiten gesucht. Offerten mit Lebensbeschreibung, Zeugnissen, Gehaltsansprüchen und Zett» angabe des möglichen Eintritts zu richten an die Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen'zu Gießen, Franks furterstraße 64. 10316 Bekanntmachung. Dar Verzeichniß ü6$r die Cultur- weränderungen, welche seit der vorjährigen Steuerregulirung in der Gemeinde Gießen constatirt worden sind und deren Wahrung bei dem Steuercommissariat zu beantragen ist, sowie das Verzeichniß der seit der vorjährigen Steuerregulirung in der Gemeinde Gießen ganz neu erbauten, sowie der durch Bauveränderungen im Werthe erhöhten oder verminderten und der ganz abgegangenen Wohnhäuser und Gewerbsanlagen liegen von heute an während vier Wochen zur Einsichtnahme der Interessenten auf dem Büreau Großh. Ortsgerichts Gießen offen. Gießen, den 20. December 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. HeiserKoit, Ka.ta.rrh -i i Tin großes, Helles Wrenn mit Nebenzimmer und Veranda zu verm. 10315 Marbrrrgcrstratze 20. Freitag den 28. Decbr., Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Johannes Keil I. in Gieße« gehörige Hofraithe: Flur 2 Nr. 10P/r — 623 gm Laggärten in den hintersten Schießgärten öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. December 1894. Großh. Ortsgericht Gießen- I. 21.: Bogt. 10309 Verpachtung. Freitag den 28. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden in der Wirthschast von Melchior Schäfer an der Grünbergerstraße dahier die 1895 leihfällig werdenden Grundstücke der Kirche und der 1. und 2. Pfarrei Gießen auf weitere 9 Jahre öffentlich verpachtet. Gießen, am 19. December 1894. Bekanntmachung. Behufs Vornahme einer Ergänzungswahl des mit Ende diese» Jahres aus dem Vorstande unserer Gemeinde ausscheidenden Herrn Nathan Stamm liegt die Liste zur Einsicht aller Stimmberechtigten drei Tage lang auf dem Büreau des unterzeichneten I. Vorstehers offen und können Einwendungen gegen den Inhalt der Liste nur während dieser Frist zugelaffen werden. Gießen, am 21. December 1894. Der Vorstand der israelitischen Religions-Gemeinde Gießen. Mermischte Anzeigen. Bauplätze in den verschiedensten Stadttheilen unter günstigen Bedingungen weist nach O. Stiasny, Wagengasse 10304 vis-ä-viB dem Postkeller. Lodenmäntel und Lodenjoppen in allen Faxens empfehlen 9584 L Treff & Cie. Ludwig Henrich, Markscheider Frankfurterstraße 59. Hasenffelle, Iltis, Marder und Füchse zahlt hohe Preise A. 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Danksagung. iss Ich war wiederholt schwer lungenkrank und litt an einem sogenannten Lungen- Absceß, der mit sehr vielen Blutstürzen und übelriechenden Eiterauswürfen ver- bundenL war.tz sZuletzt wurde ich durch Jnhaltrung einer fünfprocentigen Carbollösung insoweit gehellt; jedoch warf meine Lunge des Morgens beim Ausstehen unter anstrengendem Husten viel Schleim aus. Ich wandte mich nun brieflich an den homöopathischen und praet. Arzt, Herrn Dr. med. Bolbedivg z« Düffel dorf, Königsallee 6. Als ich einige Zeit von seinen mir zugesandten Medica- menten eingenommen halle, setzte meine Lunge kaum einen Schleim noch ab, leide auch an keiner Mthemnoth mehr, ^habe sehr guten Appetit und mein Körpergewicht hat zusehends zugenommen. Ich spreche hiermit dem homöopathischen und pract Arzt, Herrn Dr. med. Volbeding zu Düsseldorf, öffentlich meinen Dank aus Dülken, den 14. October 1894. Pferdedecken von 1 Mk. 80 bis 12 Mk. empfiehlt 10280 Heinrich Wallach. 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Für die herzliche, überaus wohlthuende Theilnahme an dem schweren,Verlust meiner theueren Mutter spreche ich meinen*innigsten Dank aus. (Elisabeth Schulz. Giesjsen, den 20. December 1894. 10314 |>.| || m iil.Artikel I Vorräthel AMBUU19VUUI Gesunde, kräftige WaareJ Obsthochstämme, Zwerg and Spaliere in allen Formen. Obststräucher, Rosen, Ooniferen, Alleebäume,' Ziersträucher, Maiblumen etc., sehr preiswert!!; Kränzend Rouqnetgrün Abies, diverse feinere Sorten, per 50 Ko.-Sack Mk. 3.50, g ggRitinospora „ , „ , 5 „ 2.25. Cupressus, Juniperus, Thuya und Thuyopsis-Sorten, per 50 Ko.-Sack Mk. 12.—.* Man Tannengrün in div. feineren Sorten per 50 Kilo-Sack 3,50 Mark.] 'verlange Preisliste] Franz Hohm, Gelnhausen. _ Ä in jeder Schriftgattung Xu \ Ce,rto25.Borte 'X werden sauber und billig her- gestellt in der ^Brühl’schen Druckerei. 3V9°/o DeutscheRetchsanl. 4% Worms unk. b. 1901 1887 104.20 95.45 1038 103.10 103.90 3% Preuß. Consols 3V2°/o Gr. Hessische Obl. 4% Stadt Darmstadt o. 1891. 4