1894 Sonntag den 22. Inti Nr. 169 Erstes Blatt. Amts- unb Anzeigeblatt für den Sieben Redaction, Erpeditioir und Druckerei: Scbutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Dierteljäksriger > AbouuemcntspreiLr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezognt 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AamiklenVtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Gießener Anzeiger Keneral-Mzeiger. Gratisbeilage: Gießener Kamilienblätter. Amtliche»» Theil Lemberg, 20. Juli. Wie aus dem Bezirk G r z y m a l o w nach hier berichtet wird, ist dort der Flecktyphus epidemisch ausgetreten. Venedig, 20. Juli. Gestern Abend hat hter ein furchtbarer Sturm mit Hagelschlag gewüthet. Der Hagel lag 30 Centimeter hoch in den Straßen. In den Lagunen ereigneten sich viele Unglücksfälle. Paris, 20. Juli. In vergangener Nacht war etn Placat in großen Mafien angeschlagen und verbreitet worden, das die fürchterlichsten Drohungen enthielt, wie „Bourgeois. Unser Gift, Dolch und Dynamit werden Dick treffen! Du willst uns die Propaganda durch das Wort verbieten, nun werden wir durch die That reden." Das Manifest war auf weißes Papier gedruckt mit dem Kops: „Stadt Paris, Ge- meinderathsbeschluß". Dieser Umstand hatte die unbehelligte Verbreitung ermöglicht. Gegen Morgen wurde die List entdeckt und das Manifest abgerifien. Die „Libre Parole behauptet, das Manifest sei allem Anscheine nach von der Regierung veranlaßt, um die unveränderte Annahme der Anarchlstengesetze zu bewirken. Nizza, 20. Juli. DaS hiesige Schwurgericht verurtheilte gestern den italienischen Arbeiter Bonardo zu 6 Monaten Gefängniß, weil er sich über die Ermordung Carnots dahm geäußert hatte, daß Caserio richtig gehandelt habe, man solle alle Gewalthaber, auch Crispi, umbringen. Loudon, 20. Juli. Der russische Thronfolger begibt sich morgen von hier nach Petersburg zurück. Loudon, 20. Juli. Die japanische Regierung hat von einer hiesigen SchifffahrtsGesellschafl sechs große Packetdampfer angekauft, welche in Voraussicht kriegerischer Verwickelungen mit China vollständig armirt werden. Washington, 20. Juli. Ein im Repräsentantenhause verlesenes Schreiben ClevelandS und eine energische Rede des demokratischen Abgeordneten Wilson haben in Industrie- und Handelskretsen die Hoffnung erweckt, daß bte neuen Tarif- aesetze in fr ei händlerischem Sinne abgeändert werden. San Fravzisco, 20. Juli. Obgleich die allgemeine Lage sich für die Eisenbahn-Gesellschaften erheblich gebessert hat, hegt man in den Regierungskreisen die größte Besorgt wegen des Betriebes der Pacificbahn. Wegen neuerdings stattgefundener Angriffe der Strikenden auf dir Pullmanzüge mußten weitere Truppenabtheilungen die wichtigsten Punkte dieser Linie besetzen. Tanger, 20. Juli. Auf Befehl des Sultans sind drei hochgestellte Beamte verhaftet worden, weil dieselben in ein Eomplott verwickelt waren, welches bezweckte, sämmtliche Minister des Sultans zu ermorden, um den Bruder des Sultans, der wegen Verschwörung in Haft sitzt, zu rächen. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Gefunden: 1 Geldstück, Briefmarken, 1 Brille mit Futteral, 2 Bücher, 1 Paar gelbe Handschuhe, 1 Paar Strümpfe, 2 Strohhüte, 1 Schürze, 1 Kopfkifienbezug, 1 Handtuch, 1 Badehose, 1 Charsenkapsel und 1 Anzahl Briefe. „. - „ . , Zugelaufen. 1 junges kleines Hündchen. Gießen, 21. Juli 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Schutz der Bauhandwerker. Der Bauschwindel ist in den größeren Städten zu einer Calamität geworden, unter der sowohl die soliden Bauunternehmer, mehr noch aber die beim Bau beschäftigten Handwerker zu leiden haben. Dem kleinen Unternehmerthum gehen durch die Schwindelbauten alljährlich Riesensummen verloren; der Mittelstand, der ohnehin schon schwer genug um seine Existenz zu kämpfen hat, kommt dadurch immer weiter zurück und vermehrt die Klaffe der „Paupers". Nun hat vor wenigen Tagen die „Nordd. Allg. Ztg." den Bauhand- handwerkern den goldenen Rath ertheilt, für Unternehmer, die ihnen nicht als creditwürdig bekannt sind, nur gegen Baarzahlung zu arbeiten. Für die Praxis hat das etwa dieselbe Bedeutung, als wenn die Meister die Bedingung stellten, nur gegen vorherige Zahlung zu arbeiten. Wer diesen oder den elfteren Anspruch erhebt, erhält einfach keinen Auftrag und daß etwa alle Handwerker solche Forderungen stellen, das verhindert schon die liebe Concurrenz. Es ist nun angeregt worden, die Handwerker dadurch sicherzustellen, daß man ihnen in Höhe ihrer Leistungen eine bevorzugte Sicherheitshypothek einräumt. Das hält aber die preußische Regierung für unausführbar, weil dadurch, wie die „Berl. Pol. Nachr." ausführen, die „Sicherheit des Hypothekenverkehrs in äußerst bedenklicher Weise gefährde: würde". Da jedoch die rechtliche Lage der Bauhandwerker — so führt das genannte osficiöse Organ weiter aus in mancher Beziehung eine eigenartige ist und eine gewifie Berücksichtigung durch die Gesetzgebung verdient, so will die preußische Regierung auch dahin wirken, daß den Bauhandwerkern im bürgerlichen Gesetzbuch das Recht auf Eintragung einer Sicherungshypothek gewährt werde. Es ist wahr- scheinlich, daß das bürgerliche Gesetzbuch schließlich eine solche Bestimmung aufweisen wird. Die Regierung hat nicht bloS Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird Holler - gaffe für den Fuhrwerksverkehr von nächsten Montag ab bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, 19. Juli 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Eorrefpondmz-Bureau- Berlin, 20. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Kaiserlichen Patentamts, wonach vor dem 1. October, als dem Tage des Inkrafttretens des Gesetzes zum Schutze der Waarenbezeichnungen, Anmeldungen von Waarenzeichen nicht entgegengenommen werden f°nnC®taubena, 20. Juli. In das Justizgefängniß Hierselbst wurde der galizische Holzhändler Rappaport eingebracht, ebenso wurden mehrere Flößer in Kulm verhaftet. Sie hatten nämlich einen cholerakranken Flößer bei Thorn ans Land Bayreuth, 20. Juli. Die erste „Lohengrin"-Aufführung hatte einen außerordentlichen Erfolg und bedeutet einen neuen Triumph der Bayreuther Jnscenirungskunst. Anfänglich war die Vorstellung in Frage gestellt durch van Dycks plötzliche Erkrankung, für den ohne Vorbereitung Ger Häuser aus Karlsruhe mit bestem Gelingen eintrat, grau Nordica gab die „Elsa" als Sängerin und Darstellerin gleich hinreißend, Frau Br em a als „Ortrud" fesselte besonders durch ihr Spiel. P o p o v i c i als „Telramund und Grenng als König waren beide von bedeutender Wirkung. Großen Antheil an dem Erfolg gebührt dem vortrefflich ein- studirten Chor, der mit dem Orchester in Ausdruck und Wohlklang wetteiferte. Felix Mottl birißirte vorzüglich. Die Jnscenirung, im Stile des frühen Mittelalters, war von i lebendigster Wirkung. Besonders enthusiastischen Beifall erzielte I der erste Aufzug. In dem vollbesetzten Hause war auch das Ausland stark vertreten. f a Bukarest, 20. Juli. Gestern Abend explodtrte eine auf die Tramwahschieneu gelegte, mit Pulver gefüllte Blechschachtel. Der Thäter ist noch nicht bekannt. Depeschen bet Bureau .Herold'. Berlin, 20. Juli. Dem anarchistischen Redacteur Landauer, welcher augenblicklich eine elfmonatliche Gesäng- nißstrafe abbüßt, wurde die Berechtigung zum einjährigen Militärdienst entzogen. — Es verlautet, der Kaiser beabsichtige, im Laufe des Monats August Helgoland zu Bekanntmachuua. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das 1. Bataillon des Infanterie-Regiments Kotier Wilhelm Rr. 116 auf der Schaafwerde bet Wißmar Freitag den 27. l. Mts., Nachmittags von 4 Uhr ab, eine Schießübung mit scharfen Patronen Die Schußlinie läuft vom Bogen der Lahn her in nordwestlicher Richtung gegen den Krofdorser ^orst und wird daher vor Betreten des gefährdeten Feldes und Waldes und der durch dieselben führenden Wege innerhalb 4000 Meter nordwestlich der Schaasweide, sowie der von Wißmar nach Crumbach, Kirchvers und Salzboden di- rect führenden Waldwege und vor Passiven der Straße Wißmar-Ruttershausen zur Zeit der Schießübung gewarnt. Gießen, den 19. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bet folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. 6^Berlin, 20. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich in einem längeren Leitartikel gegen die Behauptung der Hamb. Nachr.", daß aus einem früheren Artikel der „Nord- deutschen" hervorgehe, die Regierung vermöge sich nicht zu Deutscher Reich. dner energisch en Bekämpf ung socialtstisch-anar- W“ °uch ?l, kaiserlichen Prinzen und di-kleine Prinzessin ein Versucher @,ne=. 1 Sä-Ä entfalten, darf man die Thaisache ansehen, daß Prinz drahtlich geweidet «Magyar Hmap aus Heinrich, der Binder des Kaisers Wilhelm, sich in diefen Belgrad berichten, daß auden Koni-a l {« oer m Tagen nach Kopenhagen zur Theilnahme an der Konstant,nopel em Mordanschl-hatte °»!ucht werden des dänischen Kranprinzenpaares W«™ ^hastete sechs Individuen, di- ° -W-auS parlamentarischen Kreisen berichtet wird, vor dem Palais beS Muxn* ^ria^” beabsichtigt die Reichsr-gierung diesen Herbst den Reichs- und Dolchen ans den König lauerten. tc9‘eJ* l * * * * *” “™n tag sehr zeitig einzuberufen, um mehrere «ich- saff-nd-s G-stimdniß ab. Er sei durch zwei vormhme Rusen ^g°nG-s°tz-sv°rlag°n rechtzeitig durchberaihen zu I ^dem Tt Karagjvrgjewitsch. - Als Antwort au, den Bi-rkri-g, welchen die Di- »n,!;afttten fetbWn “nbt Socialdemokraten in Berlin seit Wochen führen, haben ausgeltesert worden. Dte ,,V ss. Z g. sch h 5/ 300 Gastwirthe und Saalbesitzer in Berlin und Umgebung daß die Meldung noch mit Vorsicht aufz h \ ■ einen Verein gebildet, der sich verpflichtet, keinen Saal zu Köln, 20. JuU. ,S», einem Peter8bürger Xele socialdemokratischen Zwecken zu vermiethen. Der Bierkrieg gramm der „Köln. Ztg. tr ' Steigen beeist übrigens keine locale Erscheinung Berlins mehr, sondern energisch gegen die noch immer 9 die Socialdemokraten in Braunschweig haben denselben auch grtffene Cholera vorgegangen. $ $ $ 8 gegen sämmtliche dortige Brauereien eröffnet und in mehreren bedeutend verschärft. Eine Anzahl °"d°r-n Städten st-ht der soeiald-mokrat.sch- Bi-rbohkott — In den letzten Wochen haben in nicht weniger als theilungen zu bringen infolge ^lükchen^ 62 deutschen Städten, zumal Seitens der Metallarbeiter, Wremja« über das höchst große Stri-e s stattgefunden, aber auch im Baugewerk, welches durch f“^^ Brauaewerbe und in anderen Branchen gab eS ArbeitSern- Die Falle von Erkrankung u st-llung-n. Zur Kennzeichnung der Lag- fei erwähnt, daß sollen weit Speicher s-in^a rbelwind die Ursache für die jetzigen Mißstände im Bauwesen darin gesucht, daß die Bauhandwerker ohne gehörige Prüfung der einschlägigen Verhältnisse in die ArbeitScontracte eintreten, sondern auch anerkannt, daß selbst bet vorsichtiger Geschäftshandhabung die Bauhandwerker von nicht wenigen Verlusten betroffen würden. Dies Schicksal theilen die Bauhandwerker aber mit den Übrigen Gewerbetreibenden. Auch ist nicht außer acht zu lassen, daß sie einen Theil ihrer Verluste wieder eiubringen, indem sie ihre Preise unter Einstellung erheblicher Verlustprämien berechnen. Wie hoch sich übrigens die Verluste belaufen, dürfte in einer allerdings nicht zuverlässigen, aber vielleicht für annähernde Schätzungen brauchbaren Weise die neuerdings veranstaltete mittelbare Erhebung ergeben. Auch wird es von dieser abhängen, ob und wieweit es nöthig sein wird, daß die Regierung von ihrem bisherigen Standpunkt abwetchen muß. Der hier vorgeschlagene Schutz ist nur ein scheinbarer und rechnet nicht mit der Praxis. Die wohlthätige Bestimmung kann nämlich umgangen werden- die Bauunternehmer brauchen in die Verträge mit den Handwerkern nur den Verzicht auf die Sicherheitshypothek aufzunehmen und jene werden sich der Bedingung fügen, von demselben Concurrenz- gesetze genöthigt, welches ihnen die Forderung der Baar- und Vorauszahlung verbietet. Beim Bauschwindel ist der Unternehmer nur Strohmann, vorgeschobene Person, der gegenüber selbst „der Kaiser sein Recht verlieren" würde, weil eben von ihnen nichts zu haben ist. Da macht denn das „Kl. Journ." doch einen praktischeren Vorschlag, der dahin geht, daß die Cauttonsleistung des Unternehmers zur Vorbedingung der Bauerlaubniß erhoben werden soll. Die Handhabung des massenhaften Häuserbaues, wobei der „Unternehmer" nur die Coulifse ist, hinter welcher der bemittelte Speculant seine Bereicherung auf Kosten der Arbeiter bewerkstelligen kann, ist nicht eine der Erhaltung würdige und im Namen der Gewerbefreiheit zu schützende Geschäftsform. Die Cautions- forderung ist gerechtfertigt durch die gemachten Erfahrungen, durch den Beruf und die Pflicht des Staates, Uebervor- theilungen der capitalöschwachen Bürger durch bte capitals- starken nach Möglichkeit vorzubeugen, und durch active Mitwirkung der Staatsbehörde bei dem Baugeschäft mittels der Ertheilung der Bauerlaubniß. Diese Mitwirkung ist unsittlich, sobald eine große Klasse der auf sie Anspruch machenden Geschäfte als unreell und ausbeuterisch erkannt worden ist. Uebrigens wird der wirklich creditwürdige Unternehmer die Cautionssumme credidirt erhalten. Selbst vom Standpunkte der Gewerbefreiheit läßt sich gegen diesen Vorschlag nichts Durchschlagendes einwenden. Man kann auch die Leistungen der Bauhandwerker nicht unter das Risico des sonstigen Geschäftsverkehrs stellen- denn jene Leistungen kommen unmittelbar und dauernd einem Grundstücke zugute und erhöhen den Werth desselben, während sich bet sonstigen Geschäften die Leistung häufig genug verflüchtigt und niemand recht zu gute kommt. CoeaUs uir- ProvLirrrette» Gießen, den 21. Juli 1894. • * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht: am 18. Juli die Lehr- amtsaffessoren: Dr. Gustav Siebert an der Realschule zu Butzbach, Ludwig Hönig an der Realschule zu Michelstadt, Dr. Peter Dittmar an der Realschule zu Oppenheim, Dr. Franz Schmitt an dem Gymnasium zu Gießen, Hermann Hüffei an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg, Fritz Henk an dem Realgymnasium zu Darmstadt, Jakob Partenheimer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey, Rudolf Block an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießejn, Paul Hager an der Realschule zu Bingen, Franz Reitz an der Realschule und dem Progymnasium zu Fr t e d b e r g , und Theodor Hof an der Realschule zu Alsfeld — zu Lehrern an diesen Anstalten zu ernennen. * * Die Einweihung des Wingolshauses fand am 18. Juli programmmäßig statt. Etwa 100 Alte Herren hatten sich zu dem Fest eingefunden. Nach dem Festessen in Steins Garten zog die Verbindung mit ihren Alte» Herren von der alten Kneipe in der Grünbergerstraße durch die Ludwigstraße unter einem wahren Blumenregen nach dem neuen Haus in der Wilhelmstraße, wo der Vorsitzende des „hessischen Wingolfsverbandes" das Haus an die active Verbindung übergab. Erwähnt sei hier noch, daß die Verbindung dabei die Ehre hatte, die Fahnenschleife, die Seine Königliche Hoheit der Großherzog allen den Corporattonen verliehen, welche sich an den Einzugsfeierlichkeiten des jungvermählten Paares in Darmstadt betheiligt haben, zum ersten Mal öffentlich in Gießen zu tragen. Am Abend fand in den geräumigen Kneipsälen unter starker Betheiligung die erste osficielle Kneipe im neuen Haus statt. * * Regatta. Die Ehrenpreise sind seit gestern in einem Erker der Firma Wilh. Reiber ausgestellt und bestehen inSgesammt aus prächtigen Stücken. Der Wanderpreis der Stadt Gießen und derjenige des Deutschen RuderverbandeS sind werthvolle Pocale, welche unseren Lesern vom vorigen Jahre her noch bekannt sein dürsten; für die übrigen bedeutenderen Rennen sind der Ehrenpreis der Damen, den wir kürzlich schon erwähnten, sür Junior- Vierer, der Ehrenpreis der Universität — ein schwerer echt silberner Pocal im Rococco-Styl — für Anfänger-Vierer, der Ehrenpreis der passiven Mitglieder — ein mächtige«, von einem Giganten getragenes, mit einem Ruderer bekröntes Horn — sür den zweiten Vierer und der Ehrenpreis de» Regatta-Comitös — Neptunus, auf einer Perl Muschel thronend, eine mit Wasserpflanzen gefüllte Seemuschel tragend — sür Dollen- Bterer bestimmt worden. Auch sür die übrigen Einer- und Zweter-Rennen ist bezüglich der Ehrenpreise eine gute Wahl getroffen. — Die goldene Meisterschaftskette mit Brillant- steru, sowie daS goldene Erinnerungszeichen, welch' beide Herr Rübsamen am vergangenen Sonntage nebst dem Titel „Meister von Deutschland" in Hamburg errang, find ebenfalls mit ausgestellt und sind Pracht- und Werthstücke im wahren Sinne des Wortes. * * Kriegerkameradfchaft Haffia. Se. Königliche Hoheit der Großherzog hat in Ueberetnsttmmung mit den Wünschen der Vereinsmitglieder den Oberstlieutenant z. D. CaSpary zum Präsidenten der Kriegerkameradschaft Hassia ernannt. * * Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Portier Josef Berghofer, 43 Jahre alt, aus Innsbruck, vom Staatsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung- Metzger Jacob Frdch. Hagelauer, 21 Jahre alt, aus Mainz, vom dortigen Amtsanwalt wegen Diebstahls - Conditor Carl Kraft, 24 Jahre alt, aus Constanz, vom Amtsanwalt in Bingen wegen Diebstahls - Taglöhner Frdch. Sch n epp er, 17 Jahre alt, vom Amtsanwalt I in Darmstadt wegen Diebstahls- Taglöhner Nikolaus Vollrath, etwa 30Jahre alt, aus Fürth i. O-, vom Staatsanwalt in Mainz wegen Unterschlagung- Bäckergehilfe Carl Wiener, 20 Jahre alt, aus Heidelberg, vom AmtSanwalt I in Darmstadt wegen Diebstahls. ** Patent Anmeldung. Zugverminderungsvorrichtung an Regulieröfen (Zusatz zum Patente Nr. 60666): Hugo Buderus in Hirzenhain, 23. Februar 1894. W. B. Lang-GönS, 19. Juli. Anfang dieses Monats wurde unserem freiwilligen Feuerwehr - Corps resp. unserer Gemeinde von der Feuerwehr-Requisitenfabrik Beduwe in Aachen durch deren Vertreter Herrn Gail, Hauptmann der Gießener freiwilligen Feuerwehr, eine neue Feuerspr ttze überliefert, welche zugleich als Saug- und Druckspritze gebraucht wird und mit einem Schlauchhaspel versehen ist. Dieselbe wurde bet Anwesenheit der Herren Amtmann Dr. Wallau, Feuerwehr- inspector Schön, Gail und unseres OrtSvorstandS auf ihre vorschriftsmäßige Leistungsfähigkeit geprüft und dabei constatirt, daß die Leistungen der neuen Feuerspritze recht befriedigten. Nach der Probe wurde eine kleine Alarmübung von einem Theil unseres freiwilligen Feuerwehr-Corps mit der neuen Spritze vorgenommen, die ebenfalls zur Zufriedenheit der Anwesenden ausfiel. Möge unser fretw. Feuerwehr-Corps auch weiterhin blühen und gedeihen „Gott zur Ehr, unseren Nächsten zur Wehr." Friedberg, 20. Juli. Das Verbandsfest der Mittelrheinischen Ev. Arbeitervereine wird am 29. Juli hier gefeiert. Der hiesige Verein ist nach Kräften bemüht, das Fest so zu gestalten, daß es alle Theilnehmer befriedigt. An Rednerkrästen sind gewonnen u. A.: Pfarrer Dr. Rade und Pfarrer Naumann aus Frankfurt, Professor Stamm aus Gießen, Pfarrer Wenk aus Darmstadt und Stadtmissionar Jagdstein aus Wiesbaden. Musikaufführungen der Feuerwehrcapelle werden mit Liedervorträgen hiesiger Vereine und der GesangSabtheilungen auswärtiger Arbeitervereine in ansprechender Weise abwcchseln. Es dars daher eine recht große Be' theiligung aus hiesiger Stadt und Umgegend erwartet werden. § Bermuthshain, 20. Juli. Der Erfinder des Holz- Fahrrades, Sebastian Volz, arbeitet jetzt an einem neuen Rad, welches er noch zu verbessern gedenkt. § Aus dem Ohmthal, 20. Juli. Die Kirschen, sogenannten Vogelktrschen, sind in diesem Jahre in einem Maße gediehen, wie es selten vorkommt. Obgleich eine kleine Frucht, biegen sich die Aefte der Bäume doch von der Last. Durch das nasse Wetter sind die Kirschen auch bemerkenswerth vollkommener als sonst. Auf der Landstraße liegen die Kirschen oft wie gesäet- Schwärme von Staaren, die auf den Kirschbäumen tafeln, haben sie herabgeworsen. Die Leute kochen aus den Kirschen Honig und verwenden sie zu Ktrschenkuchen und Gel^e, wozu sie sich ihres hohen Zuckergehaltes wegen sehr gut eignen. In demselben reichen Maße hängen auch die übrigen Steinobstbäume voller Früchte. Gab es im vorigen Jahre schon sehr viele Pflaumen, so giebt es Heuer noch viel mehr. Ebenso reichversprechend ist die Zwetschen- ernte. Aepfelbäume müssen vielfach gestützt werden, sollen anders nicht die Aeste brechen. Auch das Beerenobst liefert ungemein reichen Ertrag- Johannisbeeren und namentlich Stachelbeeren giebt eS in Masse. Während man erstere zu Gelüe einkocht, werden letztere zu Wein verwandt. Die Bereitung eines guten Hausweins aus dem Beerenobst zieht immer weitere Kreise in der Landbevölkerung. Ist doch gerade der Beerenwein bei einigermaßen sachverständiger Herstellung viel billiger und auch besser als der auf dem Lande hier zu habende Wein. Die Heidelbeeren, welche aus der nördlichen Gegend der Kreises Alsfeld hierher gebracht werden, sind nicht so billig wie in' anderen Gegenden, man bezahlt für den Schoppen (t/2 Liter) 8 Pfg. — Bei solch zwei guten Obsternten wie in diesem und vorigen Jahre wird die Kraft der Obstbäume stark ausgebeutet. Darum darf es nicht vergessen werden, dieselben gehörig zu düngen, waS schon jetzt geschehen kann. § Vom höheren Vogelsberg, 20. Juli. Das in den letzten Tagen hier herrschende Regenwetter hat die Heuernte etwas htnausgeschoben und wird das darniederliegende Heugras wahrscheinlich verderben. Der Kornernte wird sich unmittelbar die der übrigen Getreidearten anschlteßen. Der Sommerfrucht, Dickwurz, Kraut, Kartoffeln rc. ist der Regen noch sehr zu Hülfe gekommen; der Stand derselben ist jetzt ein ausgezeichneter und darf man auf eine gute Ernte hoffen. Ebenso steht eine ziemlich gute Ernte an Aepfeln und Birnen in Aussicht, weniger dagegen an Steinobst, wie Zwetschen, Pflaumen rc. — Die Preise in Rindvieh und Schweinen sind bis jetzt sehr hohe, doch dürften sie bei noch länger anhaltendem Regenwetter wieder zurückgehen. Bermersheim, 18. Juli. Das Großh. KreiSamt Alzey macht soeben bekannt, daß die im hiesigen Bezirke ausge- | brochene Schweinepest erloschen ist. vermischte,. * Frankfurt a. M., 20. Juli. Zum ersten Male feit längerer Zeit läßt sich in Frankfurt wieder eine Völkerkarawane sehen. Vierzig Männer, Weiber und Kinder aus dem Centralafrikanischen Lande der Dinkah, am Flusse Djur, treffen kommende Woche ein, um im Zoologischen Garten Quartier zu nehmen. Dieses Volk stammt aus einer Gegend, die seit der „Rettung" Egyptens durch die Engländer, d. h. seit dem Verlust des Sudan an den feindlichen Madt, von Europäern nicht mehr besucht werden kann. Die Dinkah gehören zu den größten Afrikanern, die es giebt und haben eine höhere Cultur als die ihnen nahewohnenden Völker der Ntam-Niam, die zum Theil noch Menschenfreffer sind. Für Freunderer Geschichte sei gesagt, daß die Dinkah in ihrer Heimath gegenwärtig in der Eisenzeit leben- ihre Gewohnheiten und Lebensweise werden so viel rote möglich dem Publikum zur Anschauung gebracht werden. Bezüglich der Kleidung mußten einige Aenderungen geschaffen werden; was aber die Wohnungen und Beschäftigungen betrifft, so ist der heimathliche Character vollständig beibehalten. Die Dauer des Aufenthaltes der Schwarzen im Zoologischen Garten wird sich vom 25. Juli bis zum 13. August erstrecken. * Koblenz, 20. Juli. Gestern Nachmittag wurden auf Anordnung der Gerichtsbehörde mehrere photographische Aufnahmen an der Unfallstelle des neuen Körnermagazins gemacht. Eine Leiche der verunglückten Arbeiters wurde gestern Abend bis zu den Fußgelenken freigelegt. Die Füße stecken noch in den Balkentrümmern. Die zweite Leiche liegt noch einige Meter tiefer im Sand und Holztrümmern. Die Bergungsarbeiten gehen nur sehr langsam von Statten und müssen mit großer Vorsicht ausgeführt werden. Getadelt wurde gestern das Absprießen der Wände durch schräg stehende Balken - sicherer seien die zu den Bohlen in rechtem Winkel stehenden Keile. Die Untersuchung über die Ursache des Unglückes wird eifrig betrieben. * Köln, 20. Juli. Ein auf dem hiesigen Postamte am 14. Juli aufgegebener, nach Coblenz bestimmter Einschreibebrief, 30 000 Mark Werthpapiere enthaltend, kam in Koblenz an, indeß waren die Werthpapiere verschwunden. Die Criminalpolizei erließ diesbezügliche Weisung an särnrnt- ltche Bankeffectengeschäste. * Lipporg, 17. Juli. Eine brave That vollbrachte hier bei dem letzten Brande ein Metzgerbursche aus Hamm. Er war auf der Brandstätte Zeuge, wie eine Mutter hände- ringenb nach ihrem Kinde rief, das in dem brennenden Hause zurückgelassen worden war. Schnell ließ der Metzger sich die Einrichtung des Hauses erklären, stürzte hinein und nach einer Minute bangen Wartens lag das Kind gerettet in den Armen der Mutter. Der Retter hatte kaum das brennende Haus verlassen, als es prasselnd zusammenstürzte. * Heiligenstadt, 18. Juli. Die Mittheilung, nach welcher in Kreuzeder ein Vater seinem Kinde beide Hände abgehauen haben sollte, wird von der „ElchSseldia" als „schauerlicher Hundstagsvogel" bezeichnet. * MoSkau, 20. Juli Beim Wallfahrtsort Tabinsk sank eine überfüllte Fähre in dem Flusse Belaja, wobei gegen hundert Personen ertranken. * Von den fieben weiblichen Aerzten, die in Kopenhagen practiciren, hat der Tod die tüchtigste und beliebteste, Frau Dr. Emmy Lange, im Alter von nur 45 Jahren hinweg- gerafft. Sie hatte 1880 die medicinischen Prüfungen glänzend bestanden, lebte mit einem Arzte in glücklichster Ehe und starb jetzt im ersten Wochenbette, nachdem sie zwei Söhne zur Welt gebracht hatte. * Eine Ehrenrettung. Der Cardinal Nicolaus von Cusa schrieb im Jahre 1452 ein Werk unter dem Titel: „Con- jecturen", und verkündete darin, im Jahre 1734 würde die Erde durch eine zweite Sü ndf luth untergehen. Als die Prophezeihung nicht in Erfüllung ging, erschien eine Broschüre, in welcher zur Ehrenrettung des Cardinals erwiesen wurde, daß besagte Sündfluth nicht aus Mangel an Sünden, sondern aus Mangel an — Wasser unterblieben sei. * Ueber das Gehalt des Präsidenten der franzöfischen Republik lesen wir in der „Straßb. Post": DaS Gehalt, welches das Staatsoberhaupt der französischen Republik bezieht, beträgt 600000 Francs jährlich, zu denen besondere 600000 Francs als Vergütung für Repräsentationen und Reisen kommen. Diese Summen stehen aber nicht fest, sondern sind der alljährlichen Budgetberathung unterworfen. DaS jetzige Gehalt ist durch das Finanzgesetz vom 16. September vorigen Jahres festgelegt worden. Die Repräsentations- und Reisekosten dagegen betrugen bis 1873 nur 162 400 FrcS. und wurden von da aus 300000 und 1876 auf die jetzige Höhe gebracht. Die von Casimir - Pörier bezogenen 1 200 000 Frcs. werden ihm monatlich in zwei Theilzahlungen von je 50000 Frcs. auSgehändigt. Die Gehaltsauszahlung beginnt mit dem Tage des Amtsantritts, im neuesten Falle am 28. Juni, so daß Casimir-Pörier am 30. Juni 9999 Frcs. und 99 Centimes erhielt. Früher zahlte man in Frankreich dem Staatsoberhaupte in folgender Weise die Entschädigung für die Staatsvertretung: Die Nationalversammlung bewilligte am 26. Mai 1791 dem Könige eine Civilliste von 25 Millionen, die aber am 10. August des folgenden Jahres wieder aufgehoben wurde. In der Verfassung vom Jahre.3 wurde das Gehalt des Vertreters der höchsten Gewalt auf den „Werth von 50000 Myriagramm Weizen ober 10222 Gentnern" festgelegt und erst die Verfassung vom Jahre 8 warf wieder 50000 Frcs. für den ersten Consul aus. Der Artikel 15deS daS Kaiserreich begründenden Senatsbeschusses vom 28. Floreal deS Jahres 12 brachte wiederum die Civilliste von 25 Millionen. Diese wuchs bei der Restauration auf 32 und ging bei der Juli-Monarchie auf 13 Millionen zurück. Bei der Revolution von 1848 erhielt daS Staatsoberhaupt General Cavaignac 12 000 Francs. Durch die Verfassung vom 4. November wurde das Gehalt des Präsidenten auf 600000 Francs festgesetzt, daS Elysve zur Präfidialwohnung Äesttmmt. Die Repräsentations« und Reisekosten wurden am 12. März 1849 auf die jetzige Höhe von 600000 Francs gebracht. Kaiser Napoleon III. aber holte sich die früheren 25 Millionen Jahresgehalt. (Wie bereits gemeldet, hat eine Anzahl socialistischer Deputirten den Antrag eingebracht, die Bezüge des Präsidenten auf 400 000 Mk. herabzusetzen) * Der Dolch Caserios. Letzthin erschien in einer renom- mirten Wiener Waffenhandlung ein Mann in mittleren Jahren und verlangte einen Dolch, der ganz so beschaffen sein müsse, wie der gewesen, mit dem Caserio den Präsidenten Carnot ermordete. Der Chef des Geschäftes, ein Liebenswürdiger, jovialer, aber doch sehr vorsichtiger Mann, richtete, während er die gewünschten todtbringenden Waffen zusammensuchte und auf den Tisch legte, an den Kauflustigen mehrere Fragen. Als jedoch der Mann mit der Sprache rricht heraus wollte, fragte der Chef mit so strengem Tone: „Wozu brauchen Sie den Dolch?" daß der Käufer endlich Farbe bekannte und kleinlaut sagte: „Wissen's, i hab' a WachSfigurencabinetle und da will i die Ermordung des P> äsidenten darftellen. Dazu brauch' i halt so an Dolch, wie der vom Caserio war." Chef und Personal, die schon schweren Verdacht geschöpft hatten, lachten herzlich und riethen dem Manne, sich für seinen Zweck einen Dolch aus Pappendeckel machen zu lassen. * Das gefährdete Rigorosum. Man weiß es sehr gut, welcher Schweiß, welche Angst, welche Pein und auch was für ein gut Stück Zufall an dem glücklichen Bestehen eines Rigorosums hängt. Nun aber soll all' dieser Schweiß, diese Angst, diese Pein und dieser Zufall noch durch ein Moment verschärft werden — durch eine Schnetderrechnung. Wie nämlich dem „Wiener Tagebl." aus Graz gemeldet wird, hat der Ausschuß der dortigen Schneider-Genossenschaft den Beschluß gefaßt, an den academischen Senat eine Petition >zu richten, es möge jenen vor den Rigorosen stehenden Stu- direnden, die ihre Schneiderrechnung nicht bezahlt haben, entweder das AbgangSzeugniß oder der Doctorgrad verweigert werden. Die Grazer Schneider berufen sich darauf, daß dies auf einzelnen deutschen und Schweizer Universitäten Norm sei. In studentischen Kreisen wird man der bezüglichen Entscheidung des Grazer academischen Senats gewiß mit Interesse entgegensetzen. * Auch ein Opfer der Futteruoth. Der Verbandstag der württembergischen landwirthfchastlichen Genossenschaften und Molkereien beschloß kürzlich einstimmig, in Folge der durch die Futterkäufe während des Nothstandes herbeigeführten Calamität den Verband aufzulösen. Das Deficit beträgt gegen 300 Mk. Da nicht zwei Drittel der Mitglieder anwesend waren, muß eine neue in vier Wochen zusammentretende Generalversammlung definitiv beschließen. * Ein triftiger Grund. Aus Köln wird vom 13. Juli berichtet: Das gestern ausgegebene Stück Nro. 28 des Amtsblatts der königlichen Regierung enthält auf Sette 510 folgende Bekanntmachung: „3051. Die in dem Amtsblatt vom 9. Mai 1894 Nr. 19, vom 23. Mai er. Nr. 21 und vom 6. Juni 1894 Nr. 23 enthaltene öffentliche Vorladung vom 2. Mai 1894 wird hiermit gegenüber dem Arthur Campbell Kortegarn, geboren den 11. Juli 1871 zu Bonn, zurückgezogen, weil derselbe bereits in seinem ersten Lebensjahre gestorben ist. Bonn, den 3. Juli 1894. Der Erste Staatsanwalt." • Immer derselbe. Der Herr Commerzienralh trifft seine Tochter mit dem Herrn Lieutenant allein im Nebenzimmer. „Aber Elli — was — was machst Du denn hier?" — v und von 8V2 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Von 8Vt Uhr an sptell die C-pelle Tänze und kann aus dem nordwestlichen Theile der Terrafie getanzt werden. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Herzfehler. Der Knopf. In den Zwischenacten letztes Auftreten des Damen-Jmitators Man de Wirth. Dienstag den 24 Juli, Nachmitlags von 4^2 bis 6V, und von 8'/, bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Nachmittags 4 Uhr im Saale: Theatervorstellung für Kinder und Erwachsene. Königin Tausendschön und Prinzesstn Häßlich. Mittwoch den 25- Juli, Nachmittags von 4‘/s bis 6V, Uhr Concert und von 8V, bis 10 Uhr: Sinfonte-Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Mauerblümchen. Donnerstag den 26. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 und von 7«/, bitz 10 Ubr auf der Terrasse: Doppelconcert von der Tyroler Vocal- und Jnstru- mental-Concertgesellschaft Planer aus dem Oberinnthal in Tyrol (3 Damen, 5 Herren) in Landestracht und der Kurcapelle. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den 27. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Gasparone. SamStag den 28. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Concert des Hofopern- und Concertsängers Herrn Antal Udwardy (Tenor) aus Berlin, der Frau Dr. Ida von Seydlitz, Concertsängerin aus Berlin, der Clavier-Künstlerin Frl. Hermine Schröder aus Wiesbaden und des Violin-Virtuosen Herrn Karl Pftug aus Berlin. Sonntag den 29. Juli, Nachmittags von 4Vs bis GVe'unb von 8»/, bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Zaubervorstellung des Herrn Profeffor Belachini aus Marburg. Montag den 30. Juli, Nachmittags von 4 bis 7 und von 7Vi bis 10 Ubr auf der Terraffe: Concert der Capelle des Königlich Sächffschen Garde-Reiter-Regiments aus Dresden, unter Leitung des Königl. Stabstrompeters Herrn H. Stock. A«szrrg aus den Standeramtrregtstern der Stadt Gietzen. «ufgebote. Juli: 17. Johs. Dahmer, Telegraphenarbeiter zu Großen- Buseck, mit Maria Gans daselbst. 18. Valentin Georg Sauer, Stationsdiätar zu Bremen, mit Katharine Möser dahier. 18. Joh. Fried. Htllgärtner, Taglöhner dahier, mit Ottilie Lang Hierselbst. 18. Philipp Lehrmund, Friseur dahier, mit Margarethe Antonie Schütz zu Dillenburg. 19. Heinrich Sack II., Postillon dahier, mit Anna Maria Bindewald von Windhausen. Gheschttestnuge«. Juli: 18. Fried. Aug. Job. Jos. Schmitz, Gärtner dahier, mit Christine Schraner hlerselbst. 18. Wilb. Christ. Btebricher, Stations- Assistent zu Dettingen, mit Anna Kath. Bindernagel zu Cassel. 18. Fried. Wtlh. Wahl, Locomotivhcizer bei der Main-Weser-Bahn dahier, mit Friederike Auguste Wtnterberg von Nteder-Wtldungen. 19. Carl Louis Wilh. Fäuerbach, Kaufmann zu Friedberg, mit Wilhelmine Luise Karoline Malkomesius dahier. Gabore«». Juli: 10. Dem Rangirmetster Karl August Herrmann eine Tochter, Wilhelmine Anna Margarethe. 11. Dem Bäckermeister Heinrich Krämer ein Sohn, Heinrich Karl Adolf. 12. Dem Tag- löhner Daniel Müller eine Tochter, Käthchen Maria Wilhelmine. 13. Dem Postassistent Wilhelm Kammer eine Tochter. 13. Dem Kaufmann Moses Kuder eine Tochter, Toni. 13. Dem Schuhmacher Wilhelm Strack eine Tochter, Henriette Sophie Karoline Luise. 14. Dem Schlosser Ludwig Sert eine Tochter. 15. Dem Braueret- besitzer Eugen Asprton eine Tochter. 15. Dem Gerber Ludwig Karl Wöll ein Sohn, Georg Joh. Karl. 16. Dem Dachdecker Heinrich Ruckstuhl ein Sobn. 16. Dem Bergmann Heinrich Pfeffer ein todt- geborenes Kind männlichen Geschlechts. Geftorbeua. Juli: 13. Paul Baranowski, 42 Jahre alt, Rector zu Ratzebuhr. 13. Kath. Walter, geb. Klein, 77 Jahre alt, Ehefrau von Landwirth Adam Walter II. zu Münzenberg. 14. J-cob Becker, 41 Jahre alt, Landwirth von Raunheim. 15. Veronika Weider, 43 Jahre alt, Näherin von Neuhof. 16. Heinrich Dornhof, 4 Jahre alt, Sohn von Steinhauer Heinrich Dornbos zu Niedergirmes. 17. Bierbrauer Michael Dietl, 21 Jahre alt, Musketier der 3. Compagnie 116. Infanterie-Regiments. 18. Theodor Emil Loos, 74 Jahre alt, Schriftsetzer dahier. 19. Theodor Meß. 4>/, Jahre alt, Sohn von Landwirth Heinrich Meß zu Kirtorf. 20. Hermann Gerbig, 8 Monate alt, Sohn von Bahnarbeiter Leonhard Gerbig dahier. 20. Balthasar Wteßner, 45 Jahre alt, Laternenwärter dahier. Auszug aus den Airchenbüchern der Stadt Gietzen. Hamburg, 20. Juli. Hamburg - Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg - Amerika - Linie. Dovpelschrauben-Schnell- dampfer „Columbia" ist am 19. Juli, 9 Uhr Morgens, von Newyork via Southampton nach Hamburg abgegangen. Doppelschrauben- Schnelldampfer „Fürst Bismarck" ist am 19. Juli, 12 Uhr 25 Min. Nachmittags, von Newyork in Southampton angekommen und bat nach Landung von Post und Passagieren 1 Uhr 15 Min. Nachm. oie Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dopvelschrauben-Schnelldampfer „Normanniaam 19. Juli Mittags von Hamburg via Southampton nach Newyork abgegangen, passirte am 20. Juli, 6 Uhr Morgens, Dover. Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Victoria" hat am 19. Juli, 1 Uhr Nachmittags, von Bodo die Reise nach Ingo fortgesetzt. Postdampfer „Saxonia" ist am 19. Juli in St. Thomas angekommen. Postdampfer „Kehrwieder" ist am 19. Juli in New- orleans angekommen. Dampfer „Wandrahm" ist am 19. Juli, 4 Uhr Nachmittags, von Hamburg via Antwerpen in Montreal angekommen. Postdampfer „Galicia" ist am 18. Jul von Havanna nach Newyork abgegangen. Postdampfer „Moravta" ist am 20. Juli, 8 Uhr Morgens, von Newyork auf der Elbe angekommen. Der Postdamvfer „Belgenland" der „Red Star Line" in Ant- werpm ist laut Telegramm am 19. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. Spidplo« der vereinigten Frankfurter Siadtthrater Vdernhaub. Wiedereröffnung des Opernhauses Von Samstag den 21. bis Samstag den 28. Juli täglich: Flick und Flock (Amor). Wiedereröffnung der Oper am Sonntag den 29. Juli. SchauspielhaoO. Das Schauspielhaus bleibt bis incl. Samstag den 4. August geschloffen. Unterhaltungen in Bad-Nauheim von Sonntag den 22. Juli bis Montag den 30. Juli. Sonntag den 22. Juli, Nachmittags von 4V, bis gegen 9 Uhr auf der Terraffe: Doppelconcert des aus 50 Sängern bestehenden Wtnkelmann'schen Männerchors aus Frankfurt a. M. und der KurEvaugelifche Gemeinde. ÄtttanU. Markusgemeinde. Den 19. Juli. Kaufmann Karl Louis Wilhelm Fäuerbach zu Friedberg und Wilhelmine Luise Karoline Malkomesius, Tochter des verstorbenen Metzgermeisters Georg Malkomesius zu Gießen. Lukasgemeinde. Den 18. Juli. Friedrich August Johann Josef Schmitz, Gärtner, und Christine Schraner, Tochter des Schreiners Josef Schraner. Denselben. Friedrich Wilhelm Wahl, Locomotivheizer, und Friederike Auguste Wtnterberg, Tochter des verstorbenen Wollentuchmachers Philipp Wtnterberg von Nteder-Wildungen- Denselben. Wilhelm Christian Btebricher. Stationsassistent zu Dettingen, und Anna Katharine Bindernagel, Tochter des Schreiners Johann Bindernagcl von Caffel. &rtautU. Matthäusgemeinde. Den 15. Juli. Dem Schretnermeister Wilhelm Bender eine Tochter, Lina Elise Margarethe, geboren den 10. Juni. Markusgemeinde. Den 15. Juli. Eine uneheliche Tochter, Margarethe Helene, geboren den 24 Juni- Denselben. Dem Schaffner Jean Stehlivg ein Sohn, Hermann Wilhelm Karl Hans, geboren den 19. Juni. Johannesgemeinde. Den 15. Juli. Dem Verstcherungsbeamten Christian Ludwig Thomas eine Tochter, Pauline Wilhelmine, geboren den 14. Juni. Denselben. Dem Maurer Ludwig Schneider eine Tochter, Elisabeth Emilie Luise, geboren den 11. Mai. Denselben. Dem Bahnarbeiter Konrad Schmidt ein Sohn, Emil Ernst, geboren dm 27. April. Denselben. Eine außereheliche Tochter, Lina Henriette .Anna Gustave, geboren den 6. Mai. Militärgemeinde. Den 15 Juli. Dem Oberlazaretbgehilfen Gustav Brück ein Sohn, Robert Walter Wilhelm Karl, geboren den 28. Mai. ecttbteu» Johannesgemeinde. Den 19. Juli. Theodor Emil Loos, Schriftsetzer, ein Wittwer, alt 74 Jahre, starb den 18. Juli. titeratur unb Knnft ß8k? — Spaziergänge in der Heimath. Nebst einem Anhänge: Ausflüge in die Fremde. Von P. K- Rosegger. (Neuigkeit von 1894 aus A. Hartlebens Verlag in Wien.) Dieses Buch trägt seine Begründung und seine Entschuldigung in sich selber. Es enthält eine Reihe von Spaziergängen und Ausflügen, die der Verfasser seit etwa zwölf Jahren in seiner Heimath und etwas weiter bin ohne andere Absicht, als die der Naturbummelei, gemacht hat. Die unmittelbare persönliche Berührung mit Natur und Volksthum hat Augenblicksbilder hervorgerufen, welche von der Beseeligung^ deS Spaziergängers nun vtelleichi auch einen Hauch auf den Leser übertragen. lieber den Wechsel der geschilderten Zustände, Erfahrungen und Stimmungen wird das eine Beständige diese Blätter durchwehen: die Freude an der Heimath. — Katechismus der Chemie von vr. Heinrich Hirzel, Professor an der Universität Leipzig. Siebente, vermehrte Auflage. Mit 35 in ftn Text gedruckten Abbildungen. In Original-Leinm- band 4 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Don diesem kleinen Lehrbuche liegt nunmehr die siebente Auflage vor, ein Beweis dafür, daß das Erscheinen desselben ein Pedürfniß war und daß die Erwartungen, die Verfasser und Verleger daran geknüpft hoben, erfüllt sein dürften. - Katechismus der Deutsche« »erSkunst von vf. Roderich Benedix. Dritte, durchgefebene und verbesserte Auflage. In Original-Leinenband 1.50 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Wiener Mode. Man kann den Herausgebern diese« Blattes die Anerkennung nicht versagen, daß sie rastlos Verbesserungen suchen — und auch finden. Während wir erst kürzlich über eine neue Technik des Farbendruckes berichten konnten, bietet das neuefie (20.) Heft eine überraschend übersichtliche neue Eintheilung des Stoffes; wir finden da folgende Capitel: Hüte und Hutgarniluren. Blousen und Confectionsstücke. Promenade- und Besuchstoiletten. Die Toiletten des Pariser Grand Prix und des Wiener Derby. Neglige- und Haustoiletten. Englische und Reisekleider. Kindergarderobe. Handarbeiten usw. — Die illustrirte Beilage enthalt gleichfalls eine reiche Fülle von Lesestoff. verkehr, £a«6< tut» volkrwirthschaft. Siesteir, 21. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,05-1,16 Wrnerder 1 Stück — X 2 Stück 11—12 X Käse pr. 6t. 5-8 X Käsematte pr. St. 8 H, Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 X Tauben pr. Paar X 0,80—1,00, Hühner pr. Stück X 1,10—1,50, Hahnen pr. 6t X 0,50-1,20, Enten pr. St X 1,70 bis 1,90, Ocksevfieifch pr. Pfd 72—76 Kuh- u. Rindfleisch pr. Pfd.--66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 X Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 X Hammelfleisch pr. Pfd. 56—68 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00—8,00 X, Weißkraut pr. Stück--X Zwiebeln pr. Rentner 9,00—10,00 X, Milch vr. 8ti*r 16 20 X Enteneier 2 St 11 X Gänseeier 10 X Kirschen pr. Pfd. 7—10 X — Nach ben statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheis-NproduetUm des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Juni 1894 auf 471922 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 127 430 Tonnen, Bessemerroheisen 54049 Tonnen, Thomasroheisen 214 473 Tonnen und Gießereiroheisen 75 970 Tonnen. — Die Production im Juni 1893 betrug 409 473 Tonnen, im Mai 1894 468981 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. Juni 1894 wurden producirt 2 649 071 Tonnen gegen 2 401 960 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 21. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 16°. Rübsarnen'sche Badeanstalt. Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage wird bedeutend erhöht durch Aufstellung eines ökonomisch arbeitenden Betriebsmotors. Als sparsamste Betriebsmaschinen sind die Loco mobil en mit ausz iehbaren Röhrenkesseln von R. Wol tn Magdeburg-Bucka« bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie und La ndwirthschast verbreitet. GeringerBrennrnaterial- verbrauch, große Leistungssähigkeit u. Dauerhaftigkeit sind dieHaupt- oorzüge dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobil Concurrevzen stets den Sieg davongetragen haben, sondern auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchsten Preisen ausgezeichnet sind. L4472 . Di sind- MclA 2584 fL wj w» direkt au8 der Fabrik also au» erster Hand v Mtlbttllllnit von E,ten & Keussen, Crefeld, V Jl I III IIII IIIII ip '».dem Maah zu beziehen. 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