Rr. 299 D,r ^ü|ener Auzetger «Schnur täglich, mit AuSnahmk -e- Montag». Die Gießener Al«mirtenßrä1ter werde« dem Anzeiger W-chentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt. Freitag den 2!. December______________________ Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. 1894 DierteltLhriger Avonncmcntspretv t 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. \ Durch die Post bezöge» 2 Mark 60 Pfg. Redaction, TxpeditioO und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- unb Anzeigebltttt für den Ureis Gieren. »«nähme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» ßCrtHor ÄQe Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nchmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. ^UimiUllVlUUVl. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Bekanntmachung. Das nachstehend abgedruckte Reichsgesetz vom 28. Mai 1894, betr. „Den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege" bringen wir nebst den hierzu er» laffenen Ausführungsbestimmungen zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 18. December 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. (Nr. 2182.) Gesetz, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege. Vom 28. Mai 1894. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc. verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung de» Bundesraths und des Reichstags, was folgt: S i. Die Vorschriften der Landesgesetze, nach welchen das Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist, und nach welchen im Freien betroffene Tauben der freien Zueignung ober der Tödtung unterliegen, finden auf Militärbrieftauben keine Anwendung. Dasselbe gilt von landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigenthümer des letzteren gehören. S 2- Insoweit auf Grund landesgesetzlicher Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubenflug bestehen, finden dieselben auf die Reiseflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Militärbrieftauben nur einen zu- , sammenhängenden Zeitraum von höchstens je zehn Tagen im ' Frühjahr und Herbst umfassen. Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, so gelten für Militärbrieftauben immer nur die ersten zehn Tage. § 3- Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes gelten Brieftrauben, welche der Militäres statistischen Amtes der Stadt Magdeburg, Silbergleit, )er bereits auf dem letzten Pester Congreß die Sache behandelt, hatte den einleitenden Bericht übernommen und brachte ein großes Zahlenmaterial zur Beurtheilung der Frage, wie die Kindersterblichkeit in bestimmender Weise von Factoren bedingt sei, die der menschlichen Einwirkung mehr oder weniger zugänglich sind. Der Redner hat von 6b europäischen Großstädten daS statistische Material der letzten 12 Jahre gesammelt. Im Allgemeinen hat er gefunden, daß die geringste Kindersterblichkeit der hohe Norden und CoeoUf rrir- Gießen, den 20. December 1894. ** Empfang. Seine Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 19. December u. A. den Taubstummenlehrer Heiland und den Commerzienrath Trapp von Friedberg den Kreisarzt Dr. Schwarz von Alsfeld. ** Staatsschulden. Nach einer Zusammenstellung der Ergebnisse der Rechnung über die Staatsschuldenverwaltung des Großherzogthums Hessen für das Etats- jahr 1892/93 betrugen die Activa 6,071,901 Mk. 13 Pfg., die Passiva 36,905,264 Mk. 79 Pfg., bleibt Passivstand zu Ende des Etatsjahres 1892/93 30,833,363 Mk. 76 Pfg. ** Militärdienstuachrichten. Becker, Sec.-Lieut. vom Jnf.-Regl. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Pr.-Lieut., Oßwald, Vicefeldwebel vom Landw.-Bezirk Gießen, zum Sec.-Lieut. d. Res. des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-)Regts. Nr. 115 befördert. ** Plötzlicher Tod. Gestern Abend wurde es einem Paffagier des um 10 Uhr hier eintreffenden Zuges der Oberhessischen Bahn zwischen Station Großen-Buseck und Gießen unwohl. Der alsbald herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod infolge eines Schlaganfalls constatiren. Die Leiche wurde in das Leichenhaus gebracht und als diejenige de? Müllers Dörr von Z-ilbach agnoScirt. ** Eine weitere Ehrung WallotS. Der Erbauer des Reichstagsgebäudes wurde von seiner Vaterstadt Oppenheim a. Rh. zum Ehrenbürger ernannt. ** Armee-Waschanstalt. Für den Bereich des 11. Armeecorps soll tn Frankfurt a. M. eine große Militarwaschanstalt errichtet worden. Auf die 25. (Großh. Hess.) Division wird sich die Thätigkeit der Anstalt jedenfalls nur teilweise erstrecken, da die größeren Garnisonen (darunter auch Gießen) eigene Waschanstalten besitzen. ** Schuldienst-Nachrichten. Am 8. December wurde dem Schullehrer Peter Nicolai zu Hirschhorn eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Kastel, Kr. Mainz, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Karl Heyder zu Jügesheim eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Hirschhorn, an dem» selben Tage wurde dem Schullehrer Gottfried Jffland zu Münster eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, Kr. Mainz, übertragen. ** Unverlangte Zusendungen. Für Alle, welche durch unerbetene Zusendung von Maaren u. dgl. belästigt werden, ist. folgender vom „Bau" mitgetheilter Fall von Interesse: Ein Kaufmann machte einer Dame in einer anderen Stadt ein Angebot von Kaffee mit dem Bemerken, daß der Kaffee abgeschickt würde, wenn in acht Tagen keine ablehnende Antwort einginge. Die Adressatin ließ die Postkarte unbeachtet und erhielt dann wirklich das Packet unter Nachnahme. Als die Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit einem Rechtsanwalt und schrieb, daß erhebliche Kosten entstehen würden. Diese Mahnung wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt und diese erhob Klage wegen Erpressung. Das Gericht verurtheilte den Kaufmann zu zehn Tagen Gefängniß. Das Reichsgericht hat die Revision des 93er» urtheilten verworfen. * Zur Wahrung des BriefgeheimuiffeS. Wie sich Fürst Bismarck zur Zeit des seligen Bundestages tn Frankfurt gegen unberufenes Lesen feiner »rief e sicherte, erzählt Hermann Jahnke in seinem jüngst erschienenen Buche: //Fürst Bismarck. Sein Leben und Wirken." Der Vertreter Hannovers beim Bundestage glaubte annehmen zu müssen, daß seine Briefschaften auf einem geheimen, aber durchaus nicht mehr ungewöhnlichen Wege zur Kenntniß des Bundestags Präsidiums kämen. Er richtete eines Tages an seinen preußischen Genossen die Frage, wie er es nur anfange, daß seine Briefe und Depeschen ungeöffnet durch die Straße der Spionage gelangten. BiSmarck forderte seinen Leidensgefährten, dem er Vertrauen schenken durfte, auf, ihn auf einem Spaziergange zu begleiten. Er führte ihn in eine entlegene Gasse, wo nur kleine Leute und Gewerbetreibende der bescheidensten Art ihre Wohnung hatten. Dort angelangt, zog er zum Erstaunen seines Begleiters Handschuhe an und trat dann mit ihm in einen Krämerladen. „Habt Ihr hier auch Seife?" fragte er den Ladendiener. — „Ja wohl" — „Welche Sorte?" — Der Diener nannte verschiedene und legte Bismarck einige Stücke vor, von denen dieser ein besonders stark riechendes wählte und in seine Tasche gleiten ließ. Dann fragte er nach Briefumschlägen und der Verkäufer legte ihm einige der gewöhnlichsten Art vor. Darauf zog Bismarck eine Depesche aus der Brusttasche seines Rockes, steckte sie in den Briefumschlag, forderte Tinte und Feder und fing an, die Adresse zu schreiben. Aber mit den Handschuhen ging das nicht, er bat daher den Handlungsdiener, diese Arbeit für ihn zu besorgen und der junge Mann that dies sehr bereitwillig. Nun steckte Bismarck die Depesche iu die Tasche zu der Seife und sagte auf der Straße zu dem Hannoveraner: „So, unter dieser Aufschrift und diesem aus den Düften von Seife, Heringen, Talg und Käse zusammen- gesetzten Parfüm sollen sie nun mal meine Depesche herauS- schnüffeln!" regelmäßig von Abtheilungen dieser Soldaten abpatrouillirt werden. Nahe den Gesandtschafts-Hotels wurden 60 Zelte als Lager dieser Wache errichtet. Die Spitzen der Behörden, sowie der intelligentere Theil der chinesischen Bevölkerung halt dieDcrsicherung aufrecht, daß kein Grund zur Besorgniß für die Sicherheit ausländischen Lebens und Eigenthums vorliege, am allerwenigsten jetzt, da die Hauptstadt sich vollständig unter verläßlicher militärischer Controle befindet. Shanghai, 19. December. Reuter-Meldung. Es sind ferner Verhaftungsbefehle erlassen gegen den Com- mandanten von Talienwan, Tsaohuiyi, wegen Feigheit, gegen den Befehlshaber der Schiffsdtviston Wehnkwei, weil er den Mannschaften Plünderungen gestattete, und gegen den Gouverneur von Petschili, Achchihchoco, weil er, statt den Verlust von Pingyang und Antschan zu melden, über angebliche Siege berichtete. Yokohama, 19. December. Die erste japanische Armee, welche von Tschenlientscheng aus operirt, bereitet den Vormarsch auf Mukden und Nintschuang vor und rückt langsam weiter. Das Terrain ist schwierig und die Chinesen leisten vielfach Widerstand. Die erste japanische Armee scheint Nintschuang ober Schanghailwan nicht eher erreichen zu wollen, als bis die andere Armee bereit ist, Tientsin anzugreifen. Tokio, 19. December. Feldmarschall Aamagata wurde mehrere Male in Privataudienz vom Kaiser empfangen. Der Kaiser drückte dem Marschall seinen lebhaftesten Dank für die dem Lande geleisteten werthvollen Dienste aus und ernannte ihn zum Generalinspecteur der Armee. In Folge dessen legte Feldmarschall Uamagata den Vorsitz deö CabinetS- raths nieder. * Görlitz, 19. December. Dem „N. Görl. Anz." zufolge sind auf dem Braunkohlen - Bergwerk „Glückauf" in Licht en au das Maschinenhaus und der Förderthurm total niedergebrannt. Die Arbeiter sind dadurch zumeist brodlos geworden. Kiel, 19. December. Mit der Errichtung einer Land- wirthschaftskammer für Schleswig-Holstein erklärte sich der landwirtbschaftliche Centralverein einverstanden. Köln, 19. December. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht weitere armenische Briefe, welche die türkischen Greuel- thaten in Armenien schildern. Darnach wurden23Dörfer vollständig eingeäschert, 11 Dörfer ausgeplündert und sämmt- liche Einwohner, darunter 40 Geistliche, ermordet. — Aus Konstantinopel erfährt die „Köln. Ztg.", daß dem dort weilenden spanischen Forschungsreisenden, welcher den Greuelthaten in Bitlis beiwohnte, türkischerseitL eine große Summe angeboten wurde, um ihn zu einer die armenischen Vorgänge ver» ... ______VV„V|„ w meinenden Erklärung in den englischen Zeitungen zu bewegen, Braunkohlengrube „Friedrich" werden gegenwärtig Betriebs- der äußerste Westen Europas zeigt. WaS die Großstädte anlangt, so hat Paris der Statistik nach die günstigsten Verhältnisse, eS^ist dabei aber zu berücksichtigen, daß es in Frankreich und vor Allem in Pari- Sitte ist, die Säuglinge auf baß Land zu geben; rechnet man die dort vorkommenden Sterbefälle Paris zu, so werde die Stadt unter den 63 erst an 28. Stelle erscheinen. Deutschland weist im Allgemeinen ungünstige Derhältnisie auf. Unter den größeren deutschen Staaten zeigt noch den besten Procentsatz Preußen, schlechter find Baden, Württemberg, Bayern und Sachsen daran. Unter den deutschen Städten sind es vor Allem die des mittelelbischen Flachlandes, die eine hohe Kindersterblichkeit haben. Es starben im Durchschnitt der Jahre 1891/93 von 100 Lebendgeborenen im 1. Lebensjahre in Chemnitz 35,4 pCt., München 30,7 pCt., Stettin 30,4 pCt., Breslau 29,9 pCt., Danzig 27,4 pCt., Aachen 27,3 pCt., Königsberg 27 pCt., Köln 25,8 PCt., Magdeburg 25,8 pCt., Hamburg 25,5 pCt., Nürnberg 25,3 pCt., Berlin 24,7 pCt. Also auch Berlin steht keinesfalls günstig da. Natürlich find die U verschiede in den einzelnen Standesamtsbezirken der Reichs- Hauptstadt sehr verschieden. Den höchsten Procentsatz der Sterblichkeit, 29,3, zeigt der Wedding, eS folgen die Roscn- thaler Vorstadt mit 26,8 pCt., baß Königsviertel unb die Luisenstadt jenseits des Kanals mit 26,1, während die Friedrichstadt nur 13,4 und die Schöneberger Dorstadt nur 14,5 pCt. ausweisen. Die Ursachen großer Kindersterblichkeit liegen selbstverständlich viel in den allgemeinen socialen Verhältnissen begründet. Die Frage der illegitimen Geburt kommt dagegen, wie Silbergleit meinte, weniger in Betracht. Der Procentsatz der Todesfälle bei den unehelich Geborenen ist zwar größer wie bei den ehelichen Kindern, der Unterschied macht aber kaum 10 Procent, also bei einem Sterblich- keitsprocentsatz von 30, nur 3 Procent au5. Von großem Einfluß sind klimatische Verhältnifle; beim Anschwellen der Temperatur steigt auch die Kindersterblichkeit, daS tritt namentlich bet den deutschen Städten klar zu Tage. In Berlin entfallen im fünfjährigen Durchschnitt von den im 1. Lebensjahr verstorbenen 21 pCt. auf das 1., 25,2 pCt. auf daS 2., 34,7 pCt. auf das 3. und 19,1 pCt. auf daS 4. Quartal. Unter den Krankheiten, die die Kindersterblichkeit beeinflussen, nehmen die des Veidauungsapparates die hervorragendste Rolle ein. Die eigentlichen Kinderkrankheiten kommen im ersten Lebensjahre weniger in Betracht. Der Redner kam endlich zu dem Schluß, daß eß sehr wohl möglich sei, gegen einzelne der Factoren, die große Kindersterblichkeit bedingen, durch Beschaffung günstigerer hygienischer Verhältniffe erfolgreich vorzugehen und forderte zu gemeinsamer Organisation aus. * Aus London wird berichtet: Der Herzog von Westminster, dessen Tochter fich dieser Tage mit dem Prinzen Adolph von Teck vermählte, gilt für den reichsten der britischen Paires. Er ist der Besitzer des berühmten, auf 500,000 Lstrl. (10 Mill. Mk.) lautenden Bankbillcts, beß einzigen, das die Bank von England ausgestellt hat. Das kostbare Blatt bildet einen Wandschmuck des Arbeitszimmers des Herzogs. * Ein mißlungenes „salomonisches Unheil". Ein ländlicher Friedensrichter im nordamerikanischen Staate Georgia wollte jüngst Salomo nachahmen, aber der weise unb gerechte Richter hatte Pech dabei. Auch zu ihm kamen, wie einst zu dem weisen Könige der Juden, zwei Frauen, die sich um die Mutterschaft eines etwa 10 Monate alten Knaben stritten, unb ganz wie ber König Salomo befand sich auch unser Richter in der größten Verlegenheit. Plötzlich fiel ihm die heilige Geschichte ein, vielleicht die einzige, die er gelesen hatte; er zog ein Federmesser aus der Tasche, legte den Knaben auf einen Tisch und erklärte den beiden Frauen, baß er jetzt das Kind in Stücke schneiden unb jeber von ihnen die Hälfte geben werde. Aber baß, was er erwartete, trat nicht ein. Die beiden Frauen schrieen zu gleicher Zeit: „Genug, genug! Tödten Sie ihn nicht! Behalten Sie ihn lieber!" Sprachen's und verließen die Amtsstube, dem überraschten Richter das Kind überlastend. Wenn diese Geschichte nicht wahr ist, ist sie doch wenigstens gut erfunden. • Daß es auch - in Amerika deutsche Krieger- Vereine gibt, dürfte Dielen bisher unbekannt fein. In der letzten Monatsfitzung des Kriegervereins in Neisse, der der Präsident beß deutschen Kr:egervereinß Süd Chicago, Rentier Jockisch, beigewohnt hat, schilderte dieser, wie man nach berr Feldzuge 1870/71 auf die Idee gekommen sei, in Amer.ka deutsche Kriegervereine zu gründen, unb daß zur Zeit in Nordamerika 163 Vereine mit nicht weniger als 26,000 deutschen Mitgliedern beständen. Citeratur unt Knttft n — Ein Wort, allen Frauen dringend zur Beachtung empfohlen! DaS beste Nachschlagebuch bei allen Frauenkrankheiten, In gesunden Tagen der sicherste Berather für pbe Gattin und Mutter ist das soeben erschienene Werk: Daß Frauenbuch, ein ärztlicher Rathgeber für die Frau in der Familie und bei Frauenkrankheiten von Frau H. B. Adams, Dr. med., praktische Aerztin an der Lungen- heitanstalt in Nordrach. Süddeutsches Verlagsinstitut in Stuttgart. Mit vielen Abbildungen. Vollständig in ca. 20 Heften & 50 Pfennig (alle 3 Wochen 1 Heft). Der erste Theil „Körperbau und Gesundheitspflege" liegt vollständig vor und kann folid gebunden zum Preise von Mk. 7.50 bezogen werden; der zweite Theil wird in Heften, sofort nach Erscheinen derselben, nachgeltefert. Die Ankündigung dieses Werkes hat im In- und Auslande mit Recht geradezu sensationelles Aufsehen hervorgerusen, handelt es sich doch um eine in der ganzen Weltliteratur noch nicht vorhandene Erscheinung und zwar um nichts Geringeres als das erste frauenarztliche Buch für den practischen Gebrauch. Der Nothschrei nach weiblichen Aerzten, welcher überall in Deutschland widerhallt, wird den Frauen sicher in einigen Jahren die Wohlthat verschaffen, welche die Frauenwelt in anderen Ländern (in den Vereinigten Staaten fungtrest z. B. heute schon über 3000 Fraum als Aerzte) längst genießt. In leicht- faßlicher Sprache, durch viele Abbildungen erläutert, behandelt die Verfasserin im „Frauenbuch" alle Frauenkrankheiten. Ferner aber — und das verleiht dem Werke einen noch höheren Werth — giebt die Verfasserin genaue Aufklärungen darüber, wie die Krankheiten zu verhüten sind, was zu thun und was zu lassen ist, um Körper und Geist durch naturgemäßes Leben vor nachtheiligen Einwirkungen zu schützen, und macht mit tiefem Verständniß — wie eben nur die Frau der Frau sagen kann — auf diejenigen Gefahren aufmerksam, deren Nichtbeachtung der Thätigkcit der Hausfrau und Mutter leider so oft vor der Zeit ein Ziel setzen. Durch diese Belehrungen wird die Frau in den Stand gesetzt, bei allen Gesundheitsfragen und Krankheitsfällen, auch ohne sofort den Arzt zu brauchen, sofort helfend eingreisen zu können. — „DeutscheNovellen^ von Victor Laoerrenz. — Verlag I. L. V. Laoerrenz, Berlin. Die in dem Buch gebotenen drei Erzählungen aus verschiedenen Jahrhunderten bieten volksthümliche Darstellung deutscher Charactereigenthümlichkeit. Die Form ist in den ersten zwei Erzählungen („Thuisko" und „Die Freunde*) schablonirt, bei der letzten jedoch („Die schone Müllerin") ansprechend, in der Schilderung packend. Trotz kleiner Mängel ist das Buch wohl geeignet, über eine müßige Stunde hinwegzuhelfen und sei deshalb bestens empfohlen. — Wenn ein neuer Roman von Ernst Eckstein von vornherein des allgemeinen Interesses beim deutschen Lesepublikum gewiß ist, so wird der soeben tm G. Grote'fchen Verlag in Berlin unter dem Titel Familie Hartwig (523 Seiten eleg. geb. 8 Mk.) erschienene darüber hinaus berechtigtes Aufsehen erregen. Diese letzte Arbeit des berühmten Erzählers, ber sonst gern Bilder längst vergangener Tage hervorzaubert, führt mitten in die leidenschaftlichen socialen Kämpfe unserer Zeit hinein. Das „milieu“ ist der verzweifelte Kampf der Kleinbetriebe mit der zermalmenden Uebermacht des Großkapitals. Auf diesem stürmisch erregten Hintergrund malt sich das tragisch ergreifende Sonderschickial einet deutschen Hcmd- werkerfamilie mit all seinen herzbewegenden Einzelheiten. Der Verfasser polttistrt nicht; er läßt uns die Consequenzen der größten Confltcte, an denen daS Zeitalter krankt, einfach erleben, des alten Wahrspruchs eingedenk, daß der Dichter auf einer höheren Warte steht, als auf der Zinne der Tagespartei. Neben dem Handwerkerstand, dem in „Familie Hartwig" die Hauptrolle zugetheilt ist, schreitet auch die Sogenannte höhere Gesellschaft, der Adel, die Kaufmannschaft, das Gelehrtenthum in scharfumiissenen Characterköpfen durch unser Gesichtsfeld. Eine besondere Fülle der Farbengebung verwendet der Autor auf die weibliche Hauptfigur des Romans, ein echtes unb rechtes deutsches Bürgermädchen von gewinnendster Eigenart. Das Ganze athmet, frei von aller Schönfärberei, den Hauch eines unbeugsamen Realismus, ohne doch selbst inmitten der furchtbarsten Katastrophen den Ausblick auf eine mildversöhnende Zukunft ganz zu versperren. Araurfurter Stadttheater. Im Opernhause sind die Proben zu Maßenets Oper „Werther" bereits im vollen Gange und soll die erste Aufführung, zu welcher Maßenet persönlich erwartet wird, Anfang Januar stattfinden. Außerdem ist das gesammte technische Personal des Opernhauses mit den umfassendsten Vorbereitungen für die am Sonntag den 23. December, Nachmittags 3 ”* n M M 95.50 103 8 103.10 103.90 M H H M vrtif 16.25 20.37 4.20 3% Preuß. Consols 3V8°/o Gr. Hessische Obl. ,10425 100.— 104.80 103.— 88.60 4o/o Eisenb. Rentenb. Obl. 61.45 5o/e BuderuS Obl. 4l/5e/o Oesterr. SUberrente 4% Ung. Gold-Rente 3;% Portugtesm 6% Mexicaner 4°/o Monopol-Griechen von Mds bin ich beauftragt, Nelder auf erste Hypo- heben aug;ulkjhen. 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