Nr 92 Erstes Blatt. Samstag den 21. April 1894 Der Hitler Attttiget erscheml löglich, ■ht Ausnahme des Montag». Die Gießener AamtkieaösLlter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gietzener Anzeiger Kenerak-Ze Fristverlängerung für den Sonntagsunterricht in den Fortbildungsschulen und über die Entnahme von 67 Millionen Mark auS dem Reichsinvalidenfonds, während daS Reichs- feuchengesetz nicht einmal zur ersten Lesung gelangte Endlich wurde der Reichstag noch durch Interpellationen, Wahl- Prüfungen u. s. w., ganz besonders jedoch durch zahlreiche Initiativanträge in Anspruch genommen; der politisch wichtigste derselben war der vom Parlamente vor wenigen Tagen definitiv angenommene Centrumsantrag auf Aufhebung deS JesuitenausweisungsgesetzeS. Ein ungemein reichhaltiges Arbeitspensum liegt demnach wiederum hinter dem Reichstage und wenn jetzt die Reichsboten nach vollbrachter Arbeit in die Heimath zurückgekehrt sind, so mag man ihnen die für sie nun anhebende längere ErholungS- zeit von den parlamentarischen Geschäften wohl gönnen. Von den getroffenen Beschlüssen und Entscheidungen deS Reichstages °ber^ kann man nur wünschen, daß sie allenthalben der Nation -und dem Reichezum Segen gereichen mögen. Deutsche» Reich. Darmstadt, 19. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzo'g haben aus Anlaß Allerhöchstseiner Der- mählungSfeier mittelst CabinetSordre, datirt Coburg, den 19. April, gnädigst zu verleihen geruht: dem Generaladjutanten Generalmajor Wernher daS Großkreuz, dem Oberkammerherrn Freiherrn Schenck zu SchweinSberg und dem Oberstallmeister Freiherrn R i e d e s e l zu E i s e n b a ch daS Comthurkreuz 2. Klaffe deS Verdienst-OrdenS Philipps deS Großmüthigen- dem Oberceremonienmeister Geheimerath v. Werner und dem Ordenskanzler Generalmajor und Flügeladjutant ä la suite v. Herff daS Comthurkreuz 2. Klaffe deS Ludwigs-OrdenS; dem Kammerherrn Freiherrn v. Bellersheim, dem CabinetSrath Röm Held und dem Geheimen RechnungSrath Ackermann das Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienst-OrdenS Philipps deS Großmüthigen. Berlin, 18. April. Die Steuercommission deS Reichstages hat heute die Berathung der Tabaksteuervorlage bei § 4 fortgesetzt. Abg. Müll er-Fulda (Ctr.) erklärte sich im Namen seiner Freunde zwar bereit, der Heranziehung des Tabaks, nicht aber der Fabrikatsteuer zuzustimmen, deshalb müsse das Centrum die Vorlage ablehnen. Finanzminister Miquel bezeichnete die bisherige Gewichtsteuer als die ungerechteste Form der Besteuerung des Tabaks, die sich denken lasse. Die geplante Tabaksabrikatsteuer sei eine wirkliche Reform. Die verbündeten Regierungen würden in nächster Session auf die Tabakvorlage zurückkommen, da sie an und für sich eine große Bedeutung habe. Ein directes Steuersystem würde eine Aussaugung der Einzelstaaten bedeuten^ das Reich würde dann auf die Einnahmen der Einzel- staaten angewiesen sein. Die verbündeten Regierungen ließen gern Modificationen der Vorlage zu, sie legten aber Gewicht darauf, die Stimmung der Commission bezüglich der Vorlage kennen zu lernen. Abg. Werner (Ref.-P.) sprach sich für Einführung einer höheren progressiven Erbschaftssteuer aus; den Tabak solle man verschonen. Abg. Lieber bemerkte, daß die Erklärungen des Abg. Müller nur für den Augenblick abgegeben seien. Der reservirte Standpunkt des CentrumS erkläre sich aus dessen Bestreben, inbirecte Stenern nach Möglichkeit zu vermeiben. Minister Miquel gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich das Centrum die Sache erst überlegen wolle. Werde ein besserer Modus gesunden, so würden ihn die Regierungen prüfen. Bei der Abstimmung wurde § 4 mit 17 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Da in § 4 das Prinzip des Gesetzes niedergelegt ist, gilt die Vorlage als gefallen. Auf die weitere Berathung wurde verzichtet. Die Commission vertagte sich bis auf weiteres mit der gleichen Stimmenzahl. ■ — Deutscher Reichstag. 86. Sitzung. Donnerstag den 19. April*1894. TaS Gesetz zum Schutze der Waarenbezeichnungen wird in dritter Lesung unverändert angenommen, nachdem der aus Antrag deS Abg. Rören neueingesügte S 15b wieder gestrichen worden ist. Die zur dritten Beralbung stehende Ue der sicht der Ausgaben unb Einnahmen für 1892/93 wird von der Tagesordnung abgesetzt. Der Nachtragsetat für 1894/95 wird debatteloS in dritter Lesung genehmigt, desgleichen das Brieftaubeogesetz. ES folgt die dritte Lesung des Stempelsteuergesetzes. Sowohl an der Special- wie an .ber Generaldiscussion belhetligte sich eine große Anzahl Redner. Die Tarifnummern 1 bis 4a werden genehmigt. In S 4b wird auf Antrag deS Abg. Möller die Regierungsvorlage wiederbergeftellt. Eine Resolution Cuny auf Vorlegung eines Börsenorgan i- fationsaefetzeS wird angenommen, ebenso schließlich das ganze Börsensteuergesetz mit der Maßgabe, daß eS am 1. Mai in Kraft tritt. Auf die Interpellation Förster, wie die Regierung die durch die Handelsverträge hervorgerusene Schädigung der Reichsfinanzen in einer die Landwirthschaft nicht belastenden schädigenden Weile auszugleichen beabsichtige, erklärt Reichskanzler Caprivi, dies habe durch die eingebrachlen Steuervorlaaen geschehen sollen. Die Regierung werde in der nächsten Session mit neuen Steuervorlagen kommen. Nach der üblichen Geschäftsübersicht wird die Seffion mit einem Hoch aus den Kaiser geschlossen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correlvondenz-Bureau. Berlin, 19. April. Der brasilianischen Gesandt- schäft in Berlin ist von amtlicher ©eite auS Rio i be Janeiro nachfolgende Melbung von gestern zugegangen: Der „Aquibaban" ist vor Santa Catharina durch ein Regie- rungstorpedoboot zum Sinken gebracht worden. Mello erschien mit dem Kreuzer „Repubttca" und vier anderen Schiffen vor BuenoS-AyreS und bat um Aufnahme. Dieselbe wurde Mello aus seine Erklärung gewährt, daß er den Kamps wegen Mangels an Hilfsmitteln aufgebe. Mello lieferte die Schiffe an die argentinische Regierung auS. Der Aufstand gilt als beendet. Königsberg, 19. April. Der Kaiser lehnte hiesigem Vernehmen nach daS ihm vom Provinziallandtag angebotene Provinzfeft gelegentlich seiner Anwesenheit im Herbst mit Rücksicht auf den Druck der wirthschaftlichen Verhältnisse, der ebenso wie auf anderen Provinzen auch auf Ostpreußen noch immer laste, ab. Budapest, 19. April. Saaten st and vom 15. d. M. DaS Wintergetreide überwinterte meistens gut. Weizen und Roggen stehen theilweise gut, theilweise lassen sie zu wünschen übrig. Der FrühjahrSanbau ist bewerkstelligt, er bedarf ebenso wie der Herbstanbau dringend Regen. Prag, 19. April. Die Stadtverordneten beschäftigten sich heute in längerer, theilweise tumultuarischer Sitzung mit der Frage der Straßen tafeln und beschlossen mit allen gegen eine Stimme, jede Straßenbezeichnung Prags als Eigenname zu betrachten, der in fremde Sprachen nicht zu übersetzen sei. Die Straßentafeln sollen mit rothem Grunde, weißen Lettern und blauem Rande hergestellt werden. Detroit, 19. April. Strikende polnische Arbeiter, die mit Pieken bewaffnet waren, griffen andere Arbeiter an, welche die bei den städtischen Arbeiten beschäftigt gewesenen polnischen Arbeiter ersetzt hatten. Die Polizei gab Feuer, wobei zwei Polen verwundet und fünf getöbtet wurden. Der Sheriff und drei Polizisten wurden ebenfalls verwundet. Depeschm deS Bureau .Herold". Berlin, 19. April. Der Kaiser ließ dem preußischen Justizminister Schelling anläßlich deS 70. Geburtstages desselben sein Bild überreichen, das ihn in der Uniform des Regiments der GardeS-du-Corps darstellt. Die Berliner Universität ernannte den Jubilar zum Ehrendoctor beider Rechte. Zahlreiche Glückwunschtelegramme und Blumenspenden find demselben zugegangen. Berlin, 19.4 April. Dem gestrigen Diner beim Finanzminister Miquel wohnte auch Reichskanzler Graf Caprivi bei. Beide Staatsmänner unterhielten sich angelegentlich miteinander. Berlin, 19. April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betreffend die Abänderung deS Zolltarifgesetzes vom 15. Juli 1879. Karlsruhe, 19. April. Die Commission für Revision der Verfaffung sprach sich einstimmig für den Antrag der Freisinnigen auf Einführung des direct en Wahlrechts zum Landtag mit Proportionalvertretung aus. Wien, 19. April. Der Centraloerband der österreichischen Industriellen hat den Beschluß gefaßt, eine gänzliche oder theilweise Freilassung von der Arbeit aus Anlaß der Mai- Demonstrationen nicht zu bewilligen. Wie«, 19. April. Wie Privatdepeschen auS Neusandeck melden, sind dort mehrere große SpirituSlager neuerdings explodirt. Die Noth unter der Bevölkerung ist unbeschreiblich groß. Mehr als 6000 Menschen find obdachlos- die Hungersnoth nimmt immer größere Ausdehnung an. Von den bei dem Brande Verwundeten sind bereits viele gestorben.. Lemberg, 19. April. Polnische Blätter melden, im Hause deS Oberförsters Jngorrow in der Ortschaft Majkow sei ein Dynamit-Attentat verübt worden, welches, da glücklicherweise Personen im Hause nicht anwesend waren, nur Materialschaden anrichtete. Venedig, 19. April. Die auf gestern Abend 6 Uhr anberaumte Abreise der Kaiserin Auguste Victoria erlitt eine Verspätung, weil bie Ankerkette bes „Moltke" gerissen war. Die Taucher brauchten lange Zeit zur Hebung des Ankers. Schließlich um 7 Uhr wurde die Reise nach Abbazia^auf der „Christabel" angetreten. Brüssel, 19. April. Wie verlautet, soll das deutsche Kaiserpaar die Antwerpener Ausstellung Anfangs Juni besuchen. Brüssel, 19. April. Der nach hier aus Afrika zurückgekehrte Agent des unabhängigen CongostaateS berichtet, daß Romalitza, bevor erOndjuji verlassen habe, die deutsche Fahne zerrisfen und unter die Füße getreten habe. Der deutsche Lieutenant Siegel habe Romalitza erklärt, wenn er binnen zwei Monaten sich nicht vollständig ergeben und eine Strafe von 30 Frazilas Elfenbein entrichtet habe, würde lhm wegen Beschimpfung der deutschen Fahne der Krieg erklärt. Es sei wahrscheinlich, daß die Europäer Romalitza den Weg nach der Ostküste absperren, um sich seiner zu bemächtigen. Belgier und Deutsche hätten sich gegen Romalitza verbunden. London, 19. April. „Daily Chronicle" meldet aus Petersburg, die russische Regierung. entlasse in diesem Jahre 200 000 Soldaten früher als gewöhnlich, damit diese den Erntearbeiten beiwohnen könnten. Ferner meldet das genannte Blatt, die geplante Vermählung des Großfürsten- Thronfolgers mit der Prinzessin Alix von Hessen werde nicht stattfinden. Der Czarewitsch habe erklärt, ledig zu bleiben und zu Gunsten seines Bruders Michael auf den Thron zu verzichten. Warschau, 19. April. Nach dem gestern zum Andenken an den im polnischen Ausstand gefallenen General Kilinski abgehaltenen Gottesdienst begab sich eine große Volksmenge vor das ehemalige Wohnhaus Kilinskis. Mehrere Tumultuanten, welche die Polizisten, die die Ordnung aufrecht erhalten sollten, thätlich angriffen, wurden verhaftet. Größere Ausschreitungen kamen nicht vor. Die Bermählungsfeier des Grotzherzogs. Coburg, 19. April. Der Fackelzug sowie die Serenade der vereinigten Turner-, Sänger- und Radfahrervereine gestern Abend sind großartig verlaufen. Oberbürgermeister Muther hielt im Schloßhofe eine Ansprache an die Prinzessin - Braut. Die Fürstlichkeiten sahen von den Fenstern des Schlosses aus zu. Später war Gala-Theatervorstellung im Residenzschloß, der sämmtliche anwesenden Fürstlichkeiten beiwohnten und welche Barnay und den anderen Berliner Schauspielern die höchste Anerkennung eintrug. Der Großfürst-Thronfolger von Rußland führte die Prinzessin Alix von Hessen. Coburg, 19. April. Seit heute früh durchwogen Tausende die Straßen der Stadt. Das Wetter ist schön. Um 12 Uhr traf das Brautpaar mit der Herzogin von Coburg im Refidenzschloß ein. Nachdem die Civiltrauung durch den Minister v. Strenge vollzogen war, fand in der alterthümlichen, reich mit Blumen und Palmen decorirten Schloßkirche die kirchliche Trauung durch den Generalsuperintendenten Dr. Müller unter Assistenz des coburgischen Hofpredigers Harfen und des hessischen Hofpredigers Dr.Bender statt. Bei dem Ringwechsel ertönte Kanonendonner. Der Hochzeitszug war folgendermaßen zusammengesetzt: Unter Vortritt der Hofchargen kam Kaiser Wilhelm mit der Herzogin von Coburg, dann folgte die Kaiserin Friedrich zwischen dem Prinzen von Wales und dem Groß- fürften-Thronfolger von Rußland, der Erbprinz von Coburg mit der Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinz Heinrich mit der Großfürstin Serge, der Herzog von Connaught mit der Prinzessin Ferdinand von Rumänien, der Großfürst Wladimir mit der Prinzessin Ludwig von Battenberg, der Großfürst Serge mit der Prinzessin Alix von Hessen, der Großfürst Paul mit der Prinzessin Alexandra von Hessen, der Prinz Ferdinand von Rumänien mit der Großfürstin Wladimir, der Erbprinz von Meiningen mit der Herzogin v. Connaught, der Prinz Philipp mit der Prinzessin Heinrich Battenberg, der Prinz Aribert von Anhalt mir der Prinzessin von Meiningen, der Prinz Heinrich Battenberg mit der Prinzessin Aribert von Anhalt. Nach dem Hauptzug führte Herzog Alfred die Königin Victoria, die sich beim Gehen auf einen Stock stützte, in die Kirche. Darauf führte Herzog Alfred die Braut, deren Schleppe von den Prinzessinnen Beatrice von Coburg und Feodora von Meiningen getragen wurde, vor den Altar. Der Bräutigam wurde durch Prinz Wilhelm vor den Altar geleitet. Der Kaiser trug hessische Generalsuniform, der Prinz von Wales die der Garde-Dragoner, die Königin Victoria ein Kleid aus schwarzem Sammt, die Kaiserin Friedrich ein Costüm von grauer Seide- der Großfürst-Thronfolger die Husaren-Uniform. Mit dem Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum schloß die Feier. Das junge Paar umarmte und küßte in tiefster Bewegung die Königin Victoria, den Kaiser, den Herzog und die Herzogin. Die Wittwe des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg wohnte in tiefer Trauer in der Hofloge der Feier bei. Das junge Ehepaar reiste um 3.20 Uhr nach Schloß Kralüchstein ab. Am Familiendiner nahmen alle anwesenden Fürstlichkeiten Theil. In der gestrigen Galavorstellung erschien der Kaiser mit der Königin Victoria, Herzog Alfred mit der Kaiserin Friedrich, dann das Brautpaar. Die Soiree erreichte gegen Mitternacht ihr Ende. Coburg, 19. April. Abends 8 Uhr fand im Schlosse Familientafel statt. Um 9 Uhr erschienen der Kaiser, der Herzog und die anwesenden Fürstlichkeiten im Hoftheater, wo eine Festvorstellung war. Als der Kaiser in der Loge erschien, erhoben sich die Anwesenden und brachten ein dreimaliges Hoch aus, während die Musik „Heil dir im Siegerkranz" intonirte. Die angesagte Illumination wurde wegen des eingetretenen RegenS auf morgen verschoben. Aus dem Verzeichniß der Hochzeitsgeschenke für Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Victoria Melita find die folgenden von den nachverzeichneten fürstlichen Persönlichkeiten gegebenen besonders hervorzuheben: Halskette von Perlen und Smaragden von Sr. K. H. dem Herzog. Armband mit großen Smaragden und Brillanten von Sr. K. H. dem Herzog und I. K. und K. H. der Herzogin. Diamantenherz mit gr. Türkis und Brillanten von Sr. K. H. dem Herzog. Diadem von Brillanten und Smararagden von I. K. und I K. H. der Herzogin. Gr. Anhänger (Brill, und Saphir) I von I. K. und K. H. der Herzogin. Ein Paar große ! Brillanrohrringe von I. K. und K. H. der Herzogin. Parüre- (farbige und weiße Diamanten) Diadem, Halsschmuck und Broche von Sr. K. H. dem Großherzog von Hessen. Diamantanhänger von I. M. der König von England. Gr. Anhänger, Diamant und Saphir von Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland. Gr. Anhänger, Smaragd und Diamant von I. I. K. K. H. H. dem Großfürsten und der Großfürstin Wladimir und Sr. K. H. dem Großfürsten Paul. Brosche (Smaragd und Diamant) von Sr. K. H. dem Großfürsten - Thronfolger und I. K. H. der Großfürstin Xenia. Bemalter Fächer von Sr. K. H. dem Erbprinzen. Lederrahmen für Photographien von I. K. H. der Prinzessin Beatrice. Fächer mit Diamanten von I. K. H. dem Großfürsten und der Großfürstin Serge. ! Brosche (Rubin und Diamant) von I. H. der Herzogin Wittwe Alexandrine. Bemalter Fächer von I. K. H. der Prinzessin Friederike. Kasten mit vergold. Silberzeug und Porzellanservice von Sr. Hoheit dem Sultan von Johore. Miniaturbild in Goldrahmen von I. K. H. der Prinzessin Alexandra. Loealer uttb j-rsviirztelles. Gieße«, den 20. April 1894. ** Begnadigung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aus Anlaß Allerhöchstseiner Vermählung auf Grund der von dem Ministerium des Innern und der Justiz unterbreiteten Vorschläge 200 zu Freiheitsstrafen verurteilten Personen die Strafen ganz oder zum Theil Allergnädigst zu erlassen geruht. Berücksichtigung haben insbesondere solche Personen gefunden, deren Strafthaten keine ehrlose Gesinnung verriethen und die sich vor Begehung der That eines guten Rufes erfreuten. Für diejenigen Personen, die mit der Strafverbüßung bereits begonnen hatten, waren gute Führung in der Strafanstalt und aufrichtige Reue die Voraussetzungen der Begnadigung. * * An den heutigen Eiuzugsfeierlichkeiten i» Darmstadt betheiligten sich von hier durch größere Abordnungen: die Universität, der Kriegerverein, der Veteranen-Verein, die beiden Feuerwehren und der Radfahr-Verein. * * Der hessische Feuerwehrverbaud überreicht heute, am Einzugstage, Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzog, dem Protector des Verbandes, eine Huldigungsadresse in prachtvoller Mappe. * * Sängerkrauz — Wohlthatigkeits Concert am 26. April. Im Jnseratentheile haben wir gestern das Programm veröffentlicht, wir wollen dem heute hinzufügen, daß dem Unternehmen jetzt schon seitens des musikliebenden Publikums reges Interesse entgegengebracht wird. Wir legen einen großen Werrh darauf, daß sich dieser Verein in den Dienst der Wohl- thätigkeit stellt und den Reinertrag dem Allgemeinen Verein fiif Armen- und Kra nkenpflege zufließen läßt, einem Verein, der im Stillen wirkt und Wohlthun ohne Ansehen der Person übt. Mit überaus großem Geschick ist das Programm zu diesem Concerte zusammengestellt. Je ein bedeutendes Chorwerk für gemischten, wie für Männer Chor, beide von bedeutendem musikalischem Werthe, bilden den Grundstock, um den sich die anderen Nummern des Programms gruppiren. Von diesen wäre dann besonders die herrliche Sopran-Arie aus der „Schöpfung": „Nun beut die Flur" hervorzuheben, die mit voller Orchesterbegleitung von erhebender Wirkung sein wird. Als wirksamer Gegensatz schließen sich hieran zwei herrliche Volkslieder von Silcher und Gluck sür Männerchor a capella, die durch ihre einfachen, schlichten Weisen den Hörer erfreuen und den Sängern eine der dankbarsten Aufgaben stellen. Schuberts prächtige unvollendete Symphonie inH-moll mit dem markigen Cello-Solo für Orchester leitet das Concert in würdigster Weise ein. ** Zur Berufswahl. Wiederum ist die Zeit herangerückt, wo Eltern vor die Frage gestellt werden: Welchen Beruf soll der aus der Schule entlassen werdende Sohn wählen? Daß der Handwerksberuf, wenn die Practischen und theoretischen Fertigkeiten damit vereinigt werden, immer noch goldenen Boden behalten wird, steht außer allem Zweifel. Aber eine gründliche berufentsprechende theoretische Bildung gehört entschieden zur Erreichung dieses Zieles. Wir machen daher die betheiligten Eltern auf die hiesige erweiterte Handwerkerschule am Asterweg ganz besonders aufmerksam und empfehlen Ären Besuch angelegentlichst. Haben wir uns doch bet den letzten Ausstellungen der Schülerarbeiten von dem regen Geiste, der im Lehrkörper dieser Lehranstalt herrscht, mit großer Freude überzeugen können. Wer mit Fleiß und Streben in diese Anstalt eintritt, wird zweifellos ein tüchtiger, brauchbarer Mann werden. — Alleudorf a. Lda., 18. April. Trotz der günstigen Witterung war der heutige Markt nur schwach besucht. Der gleichzeitig in Gießen stattfindende Markt und der morgen in Marburg ausstehende drücken naturgemäß einen kleineren Ort selbst bei näher wohnenden Leuten in den Hintergrund. Im Handel mit Ferkeln überstieg die Nachfrage das Angebot, und es wurden unter 50 Mk. das Paar keine verkauft. Auf dem Krämermarkt war in umgekehrter Weise der Begehr im Vergleich mit dem Gebotenen gering, so daß hier die Verkäufer sür ihren Aufwand nicht recht belohnt wurden. O Alleudorf a. Lda., 18. April. Ein hiesiger Müller wurde heute in seiner Mühle von einem Treibriemen derart erfaßt, daß ihm der rechte Daumen theilweise buchstäblich abgerissen wurde. § Aus dem Kreis Lauterbach, 17. April. Eine Neuerung ist in Bezug auf die Ableistung des Verfassungseides in unserem Kreis eingetreten. Der Termin, welcher seither in Crainfeld abgehalten wurde, wird von jetzt ab in Nieder- Moos abgehalten und zwar für die Orte: Bannerod, Nösberts, VaitShain, Weid-Moos, Bermuthshain, Crainfeld, Fleschenbach, Freiensteinau, Holzmühl, Grebenhain, Gunzenau, Heisters, Wünschen-Moos, Zahmen, Nieder-Moos, Metzlos, Metzlos-Gehaag, Ober-Moos, Radmühl, Retchlos und Salz. F. Bou der Feldkrucker Höhe, 19. April Die Holzversteigerungen in der Oberförsterei Scholten, welche kürzlich stattfanden, zeigen ein Weichen der Preise, denn diese haben nicht einmal den Tarisansatz erreicht. Wenn es einmal warm wird, ist der Eifer zum Bieten auf Brennmaterial geringer als bet frostigem Wetter. — Der Frühling erscheint jetzt auch bei uns- wir haben in den letzten Tagen warmen Regen bekommen, der alles heraustreibt. Die Hoffnungen der Landwirthe steigen bei dem guten Wetter, besonders auch, weil die Futteraussichten in den letzten Tagen bedeutend gewonnen haben. B. Berstadt, 19. April. Für den Versuchsbrunnen in unsrer Gemarkung werden jetzt die Rohre erwartet. Sollte dieser erste Brunnen nicht das gewünschte Resultat liefern, töerden noch zwei weitere Versuche gemacht, denn unsere Gemeinde ist vermögend und kann es sich etwas kosten lassen. — In den letzten Tagen hatten wir wiederholt warme Strichregen, welche von sehr günstiger Wirkung auf die Vegetation waren. Gestern Mittag hatten wir das erste Gewitter, welches die Richtung nach Widdersheim und Nidda nahm. In unseren Wiesen und Feldern sieht alles sehr schön aus, es kann ein gutes Jahr geben. Ulrichstein, 17. April. Verflossene Woche wurden aus Veranlassung des Obstbautechnikers E. Metz von Friedberg 25 Obstbäume an die diesjährigen hiesigen Confirmanden vertheilt. Die schönen kräftigen Hochstämme hatte die Baumschule von Neubauer in Seligenstadt geliefert. Hoffentlich gelingt es, durch dieses Vorgehen dem Obstbau in der hiesigen Gemeinde einen neuen Ansporn zu gebe« und empfehlen wir den Vorgang zur Nachahmung in anderen Gemeinden. Darmstadt, 19. April. Prof. Dr. Otto Ro quette feierte heute im Kreise seiner Familie seinen 70. Geburtstag. Der greise Dichter erhielt aus allen Himmelsgegenden Glückwunschtelegramme, u. a. auch vom Frankfurter Journolisten- und Schriftstellerverein. Vernaschtes. * Marburg, 19. April. Der Besuch des Kaiser- Wilhelms-Thurmes auf Spiegelslust ist nach dem Beschluß der Bürgermeisterei in Zukunft an Bedingungen geknüpft, die durch folgende Polizei - Verordnung bekannt gegeben werden: § 1. Den Kaiser - Wilhelms - Thurm darf Niemand ohne Erlaubnißkarte, welche aus dem an der Eingangsthür aufgestellten automatischen Apparat gegen Einwurf eines 10 Pfennig-Geldstückes zu entnehmen ist, betreten. Erwachsenen Besuchern ist gestattet, Kinder unter 14- Jahren mit auf den Thurm zu nehmen, und es braucht für diese eine Erlaubnißkarte nicht gelöst zu werden. § 2. Die Besucher des Kaiser - Wilhelms - Thurms sind verpflichtet, die Erlaubnißkarten, welche nur zum einmaligen Betreten des Thurmes am Tage ihrer Einlösung berechtigen, bet dem Verlassen desselben an den mit der Controlle beauftragten Wirth zurückzugeben. § 3. Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird, falls die Zuwiderhandlung nicht als Betrug gesetzlich mit höherer Strafe zu ahnden ist, mit Geldstrafe bis zu 9 Mk., im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft. * Este« a. d. Ruhr, 19. April. Vergangene Nacht gegen 12 Uhr brach, der „Rhein.«Wests. Ztg." zufolge, in dem Schachtgebäude der Zeche „Heinrich" bei Ueberruhr Feuer aus. Das Dach ist niedergebrannt,' die Maschinen sind sehr beschädigt. Die Zeche wird wahrscheinlich einige Zeit still liegen. * Würzburg, 19. April. Der Blitz schlug in den hölzernen Thurm der im Jahre 1274 gebauten Augustiner« kircbe ein. Die Kreuzspitze und die Kuppel wurden theil- wetse abgeschlagen. Das Feuer ist nach längeren Bemühungen mittelst der Dampfspritze gelöscht worden. * Sprottau, 19. April. In Groß-Crosse sind durch eine verheerende Feuersbrunst 13 Besitzungen eingeäschert worden. Drei Kinder werden vermißt. In Cztssowa wurden 24 Besitzungen durch Großfeuer vernichtet. Sechs Personen sind bei dem Brande ums Leben gekommen. * Das 8. allgemeine deutsche Turnfest. Die Arbeiten zum 8. allgemeinen Turnfest in Breslau sind in vollem Gange. Den Bau der Festhalle hat Zimmermeister Baum zum Preise von 64350 Mark übernommen. In der Sitzung des Oberausschusses vom 30. März wurden schon feste Beschlüsse über die Kampfrichter, das Wett- und Musterriegenturnen gefaßt und, zum ersten Male bet allgemeinen Turnfesten, auch dem Damenturnen ein Platz eingeräumt. Es werden eine Festschrift und eine Festzeitung ausgegeben, deren erste Nummer am 1. Juni erscheinen soll. Vom 16. Juni ab werden Festschrift, Festkarten und Abzeichen an die angemeldeten Festtheilnehmer versandt werden. Wie allgemein die Theilnahme für das Turnfest in Breslau ist, kann man aus dem Verzeichniß ersehen, daS, den comman- direnden General v. Lewinski und den Oberpräsidenten von Seydewitz an der Spitze, die hervorragendsten Männer der Stadt, sowohl im Beamtenstand als in der Bürgerschaft umfaßt. Der geschästsführende Ausschuß besteht aus dem Oberbürgermeister als ersten, Professor Partsch als zweiten, Geh. Commerzienrath Molinari als dritten Vorsitzenden, Rechtsanwalt Kürnbach als ersten, Gerichtsassessor Hoffmann als zweiten Schriftführer. Dem Preßausschuß gehört u. A. Oberturnlehrer Krampe an. * Ein großes historisches Militarcoueert wird am 6. Mai, dem Geburtstage des Kronprinzen, in Berlin zur Ausführung kommen. Als der Musikdirector Böttge vom Badischen Leibregiment in Karlsruhe dem Kaiser jüngst eine Denkschrift über die Entstehung der Militärmusik überreichte, befahl der Kaiser, daß am 6. Mai in Berlin Militär- versuche ■'S“': w&?Vioi ***&£* ? ®°& wben QUj Metz °°° ^ fJ e’’8en Mw.?,r Iftamme hatte b|t&umi n 9‘lieftrt. fyfjatflt i>em Qbftbim in b« jfpom zu gebe« uni Mailing in anbtrtn &?*■*£ :ä" 1 S'ä 7ttn w» lviederhot (n °n Saftiger Gestern $htta« die Rchung 4 f unseren ®ieit3 ' 11 lanQ ein gut« Otto iRoquettt leinen 70. ®ebumta{. himmelSgrgenben Glück- ranksurter Journolisle^ Z. Besuch bes Saijtr. | iegklslch ist ned) ben I Zukunft an Nebingunger zei - Berorbnung bekamr > Wilhelms > Thum bari elche aut bem an bei ichen Apparat gegen tön-' a entnehmen ist, betteten. Rinber unter 14^abm ‘ rid es braucht für diese werden, ß 2. 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Die Musik eines jeden neuen Jahrhunderts ro:rb durch Fanfaren vom TrompetercorpS des Gardekürasfier-Regiments ettigeleittt, und die Märsche gelangen auf den Instrumenten zum Vortrag, die in den bezüglichen Zeitabschnitten im Gebrauche waren. Der Ertrag deS EoncertS ist sür daS Khffhäuserdenkmal bestimmt. * Einen Weck- und Alar» Apparat, der weite Kreise interessiren dürfte, hat ein rheinischer Uhrmacher im Reichspatentamt ausgestellt. Er hat zum Zweck, daS unzuverlässige Lecken der Paffagiere in Hotels durch den Hausknecht zu ersetzen. Bet Anwendung der Erfindung hat entweder der Portier oder der Gast selbst den Zeiger eine» in der Portierloge befindlichen ZifiernblatteS, das mir dem betreffenden Zimmer in Verbindung steht, auf die gewünschte Stunde etnzustellen und darf sicher sein, daß der nöthige Höllenlärm thm pünktlich zur Stunde unter dem Kopskiffen bereitet wird. ES scheint nur einer geringen Complication der Einrichtung zu bedürfen, um solche Personen, die auch von Kanonendonner nicht geweckt werden, selbstthätig mit kaltem Lasier zu übergießen, ihnen eiskalte Luft unter baß Deckbett zu blasen oder ihnen die Bettstelle einfach umzudrehen, so daß der Schläser auf die Diele geschüttet wird. Schläft er dann noch weiter, so ist allerdings Hopsen und Malz an ihm verloren. Die Erfindung dient außerdem dem Zweck, bei Feuerßgefahr in allen Zimmern gleichzeitig zu alarmiren, wobei es nur der Ausschaltung der ersten Weckeinstellung und der Einschaltung einer anderen elctrischen Leitung bedarf, welche bann sämmtliche Läutewerke prompt in Bewegung setzt. • Wie oft sie ihn hängen wollten! In ber „Deutschen Revue" werben jetzt Erinnerungen an ben bekannten Aufenthalt deS italienischen Ministerpräsidenten EriSpi bei dem Fürsten Bismarck yi Frtedrichöruh im Jahre 1887 veröffentlicht. Eine der vielen mitgetheilten Anecdoten aus dieser Zeit ist die folgende: ES wurde von den guten Beziehungen deS Fürsten zu Hamburg gesprochen. Einer der Gäste bemerkte: „. . . und eS gab eine Zeit, wo die Hamburger Eure Durchlaucht hängen wollten . . ." „Ja, mein Herr, hoch oder niedrig, wenn sie gekonnt hätten." — Schweigen. — „Wenn man jedes Mal gekonnt hätte, so oft man auf solche Weise mit Ihnen vorgehen wollte, Durchlaucht . . ." Der Fürst lachte und antwortete: „So hätte es nicht genug Stricke gegeben." * Die Heizkraft der verschiedenen Holzarten. Die um Hierbei ist bloß trockenes Stammholz angenommen- ist aber daß Holz feucht, so wird dadurch seine Heizkraft in hohem Grade vermindert. gesähre Heizkrast unverdorbener Holzarten ist, wenn man die deß weißbuchenen Holzes gleich 1000 fetzt, etwa folgende: Weißbuchenholz 1000 Tannenholz 697 Ahornholz 1011 Fichtenholz 690 Rothbuchenholz 996 Erlenholz 600 Eichenholz 960 Espenholz 570 Holz der Wintereiche 886 Weibenholz 508 Holz der Sommereiche 867 Guter Torf 665 Birkenholz 855 Schlechter Torf 490 Rüsternholz 764 Steinkohlen verschieben, je nach (3120) ber Art. * Von Pietro Maßcagni erzählt man, daß er noch vor wenig Jahren mit seiner Familie in ziemlich einfachen Verhältnissen lebte und seine liebe Roth hatte, zwischen Einnahmen und Ausgaben jene gute Harmonie herzustellen, wie er eß mit den Tönen spielend that. Durch seine „Cavalleria rustnana“, die sofort ben Triumphzug durch die alte und neue Welt antrat, ist er mit einem Schlage ein reicher Mann geworden, denn wie Maßcagni kürzlich einem neapolitanischen Journalisten bekannte — welcher dies natürlich schnell auß» plauderte — hat ihm diese Oper allein an Tantiemen bisher 450 000 Franken eingebracht. Der Erlös des Verlegers auß den verschiedenen Außgaben soll sich auf 2 100 000 Franken beziffern. Maßcagni hat seinem Verleger Sonzogno, den er sehr rühmt, bereits die neue Oper „Ratclisi" übergeben und auch schon eine andere, betitelt „Romano d'Ehedat" (Text nach einem Roman von Alfonß Karr), für ihn geschrieben. UebrigenS wirb gleichzeitig mit MaScagniß „Ratcliff" noch ein zweiter „Ratcliff" angekünbigt. Diese zweite Oper, beren Libretto bie Hcine'sche Dichtung ist, hat ben Dom- capellmeister Bawrinnez zum Componisten, ber bereitß burch eine Oper „Rosamunbe" bekannt geworben ist. * Unbewußte Kritik. Unteroffizier (beim Exercieren): „Donnerwetter, ftnb Sie schwerfällig! Waß finb Sie im bürgerlichen Leben?" — Einjähriger: „Thierarzt!" — Unteroffizier : „Ra, von Ihnen möcht ich aber mal nicht behanbelt werden." Schiffrnach richten. Hamburg, 18. April. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie. Postdampfer .Hungaria", von Hamburg nach Baltimore bestimmt, ist am 16. April, 8 Uhr Abends, in Boston angekommen. Postdampfer „Bavaria", von Hamburg nach West-Indien bestimmt, ist am 17. April, 1 Uhr Nachmittags, in Havre angekommen. Postdampfer „Kehrwieder ' ist am 16. April von Hamburg in Colon angekommen. Poüdampfer „Russta", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, hat am 17. April, 6 Nhr Abends, Scilly paffitt. Postdampfer „Scandia" hat am 17. April, 8 Uhr Abends, von Havre die Reife nach Newyork fortgesetzt. Dampfer „California", von Neworleanß kommend, hat am 18. April, 2 Uhr Morgens, Lizard pafstrt. Perfekt, Land- und Volkrwirthtzchaft. ü «upperteurod, 19. April, llnferen gestrigen Frühjahrs- markt begünNtgte in den Vormittagsstunden schönes Wetter, Mittags stellten sich aber einzelne Regenschauer ein, die den Krämermarkt zum verfrühten Abschluß brachten. Der Schwetnemarkt war sehr stark mit Ferkeln befahren, ca. 600 bis 700 Stück. Der Handel ging fehr lebhaft bet sehr hohen Preisen. Von einem Rückwärts* gehen der Preise war hier nichts zu bemerken. Bezahlt wurde für daS Paar Ferkel erster Qualität 60 bis,70 Mk. im Durchschnitt, sür daS Paar zweiter Qualität 40 bis 50 Mk. Läufer waren keine aufgetrieben. CS ist eine eigenthümliche Erscheinung, daß die Ferkel- preise in unseren Gegenden im Vergleich zu denjenigen der Wetterau stets auf höherer Stufe stehen. Daß Borgsystem, daß namentlich von geringeren Leuten betrieben wird, mag hierbei grundbedingend sein. ES ist aber zu bemerken, daß solche Preise rote auf hiesigem Markt zu hoch sind. Geht dem geringen Mann ein Ferkel ein, roaS durchaus nicht selten vorkommt, so hat er statt Gewinn nur Verlust. Liruburg, 18. April. Fruchtmarkt. Roth er Wei,en X 12.40, weißer Weizen X 12.30, Korn X 9.80, Gerste X 8.00, Hafer X 7.75. — Kitt für Petroleumlampen. Ein Stück Alaun wird in einem Blechtöffel recht heiß gemacht, die flüssige Masse in die Oeffnung des Metallsußes gegossen und baß Bassin sosorl htnetn- gedrückt. Doch muß diese letzte Operation recht schnell ausgeführt werden, da der heiße Alaun s»r schnell wieder erhärtet. — Aufbewahrung von «ummifchlSuchen. Die Gummischläuche haben für die Kellerwirthschast eine große Bedeutung. Die Aufbewahrung derselben ist von größter Wichtigkeit. Man empfiehlt, sie zu rollen und im Wasser, worin etwas Salz aufgelöst wird, aufzubewahren. — Als Kitt zur Reparatur vou KautfchukgegenflLnden empfiehlt ..Genie cifi!“ (durch die Wochenschrift des nieder-österr. Gew.-Der.) eine Mischung, die auß 30 g Schwefelkohlenstoff, 4 g Guttapercha!, 8 g zerriebenen Kautschuk und 2 g Fischleim besteht. Die Masse wird mittelß eines leicht aufgewärmten Messers schichten- weise in den gereinigten Spalt eingestrichen, und die durch den Sprung getrennten Thetle werden mittelß eineß angezogenen Bindfadens gegen die eingestrichene Masie gehalten. Nach 48 Stunden find die Theile fest verbunden. Daß Verfahren eignet sich auch für Kautfchukbänder an Equipagenrädern und an Fahrrädern. Literatur und Aunst. — Ein Wort an alle Frauen! Im Süddeutschen Verlags- Institut in Stuttgart erscheint soeben ein Werk, betitelt: Das Fraueubuch, ein ärztlicher Rathgeber für die Frau in der Familie und bei Frauenkrankheiten von Frau H. B. Adams, Dr. med., practische Aerztin an der Lungenbeilanstalt in Nordrach. — Mit zahlreichen Abbildungen, 14 Hefte A 50 Pfennig. Die Ankündigung dieses Werkes hat im In- und AuSlande mit Recht geradezu sensationelles Aufsehen hervorgerufen, handelt eß sich doch um eine in der ganzen Weltliteratur noch nicht vorhandene Erscheinung und zwar um nichts geringeres als daß erste frauenärztliche Buch für den practischen Gebrauch. Der Nothfchret nach weiblichen Aerzten, welcher überall in Deutschland rotderhallt, wird den Flauen sicher in einigen Jahren die Wohlthat verschaffen, welche die Frauenwelt in anderen Ländern längst genießt. Tausende, ja man kann sagen mehr als die Hälfte aller Mädchen und Frauen leiden, weil ihr Schamgefühl sie hindert, mit einem Arzt Rücksprache zu nehmen. Ganz anders wäre eß, wenn sie sich an eine gebildete Frau, welche die Kenntnisie eines practischen Arztes hat, wenden könnten. Eine solche Rathgebertn ist die Berfafferin, eine Aerztin, deren Rus durch ihre langjährige berühmte Praxis schon in weite Kreise gedrungen ist. In leichtfaßlicher Sprache, durch viele Abbildungen erläutert, behandelt die Berfafferin im Haupltheil alle Frauenkrankheiten und zeigt daß Jnbalißverzeichniß, wie eingehend und erschöpfend dieser Thell bearbeitet ist. Ferner aber — und daß verleiht dem Werk einen noch höherm Werth — giebt die Verfasserin genaue Aufklärungen darüber, wie die Krankheiten zu verhüten find, waß zu thun und was zu loffen ist, um Körper und Geist durch naturgemäßes Leben vor nachtheiligen Einwirkungen zu schützen, und macht mit tiefem Berständntß — wie eben nur die Frau ber Frau sagen kann — auf biejenigen Gefahren aufmerksam, deren Nichtbeachtung der Thättgkett der Hausfrau und Mutter fo oft vor der Zeit ein Siel setzen. Durch diese Belehrungen wird die Frau in den Stand gesetzt, bei allen GesundhettSfragen und Krankheitsfällen, auch ohne sofort den Arzt zu brauchen, ohne Verzug helfend eingreifen zu können. -4 Das Sprachgeditt in Europa an> die deutsche Sprache sonst und letzt. Von H. Nabert. 9 Sollen gr. 8°. Preis 2 Mk. Stuttgart, Strecker lid>c Anzeiger, der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst In der Stadtkirche. SamStag den 21. April: Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Schlosser. Sonntag den 22. April, Cantate. Vormittags 9‘/i Ubr: Pfarrer Schlosser. Confirmationßfeier der Matthäußgemeinde und Feier des heiligen Abendmahls. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dinge ldey. Eollecte für die Armen. Kinderkirche fällt auß. Die nächste Vorbereitung zur Kinderkirche findet Freitag den 27. April, Nachmittags 6 Uhr, in der Kirche statt- An der Aohanneskirch«. Sonntag den 22. April, Cantate: Vormittags 9Vi Ubr: Pfarrer Dr. Naumann Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst der Johannes, gemeinde- Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Sonntag den 22. April, 4. S onntag n- Ostern: Samstag: Nachmittags um 412 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenbeit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 61/» Uhr an Gelegenheit zur bl- Beichte; um 6'/, Uhr erste hl. Mesie; um 7«/, Uhr AuStbeilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 9‘/i Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr : Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgeselljchajt Qsternfest: Samstag den 21. und Sonntag den 22 April. Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, SamStag Nachmittag 3»o Uhr, SamStag Abend 8°o Uhr- 8C° u ®onn,a0 vormittag 8M Uhr, Nachmittag 3W Uhr, AbendS Gottesdienst in der Synagoqe. SamStag, ben 21. April, Passahfest. 1 Tag- Vorabend ?°° Uhr, Morgens 8« Uhr, Nachmittags 4*> Uhr- Sonntag, den 22. Avril 2. Tag. Vorabend 8°o Uhr, Morgens 88J Uhr, Nachmittags 4t0 Uhr, Abend« 8« Uhr. Gut und billig — nicht geringwerthig — ist die neu eingeführte Dr Cremers Toiletteseife ÄTÄ SW* Marke Löwe. Haut, seinen Teint und jugendkrtsches «lnßsehen. Besonders zuträglich ist sie allen Personen mit empfindlicher Haut und ist ihrer Vorzüge wegen in der Familie, wie in der feinen Toilette ganz besonders beliebt. Dr. Cremers Toiletteseise (Marke Löwe) ist zu dem billigen Preise von 25 Pfg. per Stück erhältlich in Gießen bei Gustav «alter. ________________________________________[2360 — Nur gut gestrichene und lackirte ktzutzböde« gewährleisten die gi ößte Sauberkeit, befördern daß Wohlbefinden der Familie und vermindern bei Krankheiten ganz erheblich die UebertragungS- gefahr, darum gilt als bester und geeignetster Fußboden - Anstrich, von Jedermann leicht selbst zu bewirken, unübertrefllid) an Trockenkraft, Härte, Glanz und Dauer, der von der rühmlichst bekannten Carl Tiedemann'schen Lack- und Firniß-Fabrik in Dresden (unter der Schutzmarke „Herkules") alleinig erzeugte Bernstein-Schnelltrocken- Oellack. Dieser aus härtestem Bernstein sorgfältigst hergestellle Fußboden - Oellack mit Farbe übertrifft durch feinen Oelgehalt die bisher zum Hausgebrauch vielfach angeroenbeten spirttuöfen Fußboden- Lacke ganz bedeutend an Haltbarkeit und Dauer. Das Präparat ist in den verfchiedensten Farben, braun, gelb u. f. ro. stretchrecht zum Gebrauch fertig und trocknet, ohne nachzukleben, in einer Nacht hart auf. Zum einmaligen Anstrich für etwa 15 Quadratmeter genügt 1 Kilo. (Siehe Inserat.) freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass unser lieber Bruder, Enkel, Schwager und Onkel gestern im Alter von 31 Jahren, nach langem schweren Leiden, in der Klinik zu Giessen sanft entschlafen ist. Krofdorf, den 20. April 1894. Die Beerdigung findet statt: Sonntag den 22. er., Nachmittags 2 Uhr, in Krofdorf. 3552 Im Namen der trauernden Angehörigen: H. Freund. Emil KaJilert von Krofdorf, Gastwirth und Metzgermeister, Tieftrauernd zeigen wir den Mittwoch Nacht in Wiesbaden, infolge eines Herzleidens, erfolgten Tod unseres theuren Vaters und Schwiegervaters gSS ^rttafl8' Freiherrn Ludwig v. Autenried Kgl. preuss. Rittmeister a. D. an. Freiherr Sylvester von Autenried, Premierlieutenant, Freifrau Georga von Autenried, geb. Freiin von Löw-Steinfurth. Giessen, 19. April 1894. Die Beerdigung findet in Wiesbaden statt. 3545 Donnerstag, 26. April, Abends 8 Uhr, in Steins Garten, B. Satzenstetn, Schillerftraße 29. werden gewaschen, ge- OirUUllUie färbt und nach neuester 3539] Mode fasonlrt bei 12103 werden stets angekauft. [23 Keßler, RoßsckläLter. 1422] Möblirte Zimmer zu vermieden mit und ohne Pension. Asterweg 2. Ung.'Jt. Exportgesettschaft Wermischte Anzeigen 20 Mk. Belohnung Der Vorstand gerichtlich belangen kann. 3542 2513] Bäckerlehrling gesucht. Zu erfragen in der Exped- d. Bl- 3550 Der Vorstand Mendelssohn-Bartholdy. JL, Gallerie 50 Familien. nichts. Ich schrieb endlich an Herrn Dootor Volbedlng, homöopathischer Arzt In Düsseldorf; nachdem ich dessen Kur drei Schubert. Mendelssohn-Bartholdy. Griegk. Haydn. Silcher. der Schule ergebens! einzuladen. 3534 Demjenigen, der mir den Thäter ermittelt, der mir in der Nacht vom 17. zum 18. April in meiner Ausstellung, Grünbergerstratze 7, zwei Grab« steine zerschlagen hat, daß ich denselben ,®, ?>! » > SÄ’S? blonde im, ' Giftln hin' Achter ’n Vai tiyie«,- * i>a< hatte, bU| brach. "Ach Mtt w nch ak