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RedaeNon, Expedition und Druckerei: -ikusckrahe Är.7. Fernipiecher 51. Amts- und Anzeigeblntt für den Urei* Gicfzcn. chratisbeikage: Kießener Aamikienbkätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erfcheiuenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Amtlicher Lheit. Bekanntmachung. Montag den 2. April ds. Js., Vormittags 1<> Uhr, findet im Negierungsgebäude dahier eine öffent- liche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Dberhefien mit folgender Tagesordnung statt: 1. Prüfung der Rechnung der Provinzialkasse und Erstattung de» Rechenschaftsberichts für 1892/93. 2. Feststellung de» Voranschlags der Provinzialkaffe für 1894/96. 3. Ersatzwahl eines Mitglieds des Provinzialausschuffes an Stelle des verstorbenen Rechtsanwalts Curtman- Gießen, sowie eines Ersatzmitglieds an Stelle des nach Darmstadt versetzten Gr. Oberlandesgerichtsraths Holzapfel, für den Rest der Dienstzeit der Genannten (Ende 1895). Gießen, den 10. März 1894. Der Vorsitzende des Provinzialtags der Provinz Oberhessen, v. Gagern. Zum deutsch-französischen Colonialvertrag. Der deutsch-französische Vertrag über die Theilung und Abgrenzung deS umfangreichen und wichtigen Hinterlandes von Kamerun, welcher vor Kurzem im amtlichen Colonialblatt seinem Wortlaute nach veröffentlicht wurde, besitzt ohne jeden Zweifel neben seiner materiellen colonialpolitischen Bedeutung auch einen nicht zu unterschätzenden ideellen und moralischen Werth. Ganz entschieden darf man zunächst diesen Vertrag als einen ziemlich bedeutenden Erfolg der deutschen Colonialpolitik bezeichnen, denn dieses Abkommen mit Frankreich sichert Deutschland erstens ein neues Gebiet von ziemlich 500 OOO Quadratkilometer Flächengehalt, zweitens wird dadurch eine freie Verbindung zwischen dem Tschadste und unserer Kamerun- colonie geschaffen, dritten» der ganze schiffbare Oberlauf des Benue - FluffeS bis nach Bifara in die deutschen Jntereffen- Kreife gezogen und viertens wird durch den Gewinn eines großen Flußufergebietes in der Länge von 30 Kilometern am Laufe deS Sanga die Wahrscheinlichkeit gegeben, die Hinterländer Kameruns wie auch des Sudan durch die beiden großen Wasserstraßen des Benue-Niger und des Congo für den Verkehr zu erschließen. Ferner ist durch den Colonialvertrag zwischen den beiden Großmächten Deutschland und Frankreich auch wichtiges, grundsätzliches Material für die Behandlung von Territorialstreitigkeiten in Afrika geschaffen worden, denn der deutsch-französische Vertrag bestätigt den Grundsatz, welcher von den interessirtcn Staaten im Fahre 1885 auf der Afrikanischen Conferenz ausgesprochen wurde, wonach die Vertheilung des afrikanischen Hinterlandes nach Maßgabe des jeweiligen Kastenlandbesitzes erfolgen soll. DaS deutsche Feuilleton. Frankfurter Lhealerbries. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Hansel und Gretel. Von Engelbert Humperdinck. Or. M. DaS luftige Reich des griechischen und germanischen Olymps, daS weitverzweigte Gebiet der Historie, die Welt des realistischen wie die des phantastischen RomanS, kurz, nachgerade Alles, was irgendwie ästhetische Behandlung verträgt, bat sich die Verwerthung zum Opernlibretto gefallen lasten müssen. Nur an ein Genre, das zudem noch so überaus nahe lag, ganz in dem so oft betretenen Reich der Romantik, an daS Märchen hat man sich seltsamerweise nicht herangewagt. Denn Boildieus „Rothkäppchen", daS im vergangenen Sommer zu Gotha gelegentlich der Mufter- und PreiS-Einacter-Aufführungen auSgegraben wurde, hat daS bekannte Märchenmotiv auf einen modernen Stoff übertragen. Humperdincks „Hänsel und Gretel" ist also schon nach seiner dichterischen Grundlage ein Novum. Aber der Text allein würde unS wenig in unserem Urtheil bestimmen, wenn nicht eben die Musik, die auf dieser dichterischen Grundlage entstanden ist, unser ganzes Jntereffe wachriefe. Wenn wir die Humperdinck'sche Musik auf. unS wirken lasten, so haben wir auch mit einem Male die Beantwortung der Frage: warum sind früher Tondichter nicht schon auf das Gebiet der Märchenpoesie gerathen?! AuS dem sehr einfachen Grunde, weil die frühere Nummernoper, die Eintheilung in Arien und Recitative sammt dem ganzen traditionellen Reich ist bei Anwendung dieses von Frankreich in entgegen' kommender Weise anerkannten und ausgelegten Grundsatzes sehr gut gefahren, denn aus eine KüstenauSdehnung unserer Kameruncolonie von 420 Kilometer Länge wurde uns ein neues Hinlcrlandsgebiet von circa 500 000 Quadratkilometern zugesprochen. DaS neue deutsch afrikanische Land heißt Ada- maua. Wenn nun auch ursprünglich der Streit um dieses Land zwischen Frankreich und Deutschland lang und hartnäckig war, so muß doch betont werden, daß Frankreich, nachdem ihm Deutschland einen territorialen Zugang zum Mayo Kebbi gewährt hatte, die deutschen Forderungen mit Entgegenkommen gewährte. Obwohl es nun wohl etwas zu kühn erscheinen dürfte, auS diesen colonialpolitischen Vorgängen in Afrika auf die politischen Vorgänge und Derhältniste in Europa zu schließen, so glauben wir doch aussprechen zu dürfen, daß in der Gegenwart das Bedürsniß nach möglichst guter Ausgestaltung friedlicher Verkehrs- und Handelspolitik so groß auch bei Frankreich ist, daß, abgesehen von der Schaumweinpolitik gewisser Hetzapostel, die wirklich maßgebenden Kreise Frankreichs doch den Frieden zu erhalten wünschen, denn anders läßt sich das entgegenkommende Gebühren Frankreichs bei dem Abschluffe des Vertrages wohl nicht erklären. Die Machtgebote deS Friedens im Jntereffe des Wohlstandes aller Völker sind eben so zwingend, daß auch der am kriegerischsten angelegte Staat dieselben befolgen muß, und nur eine Politik der Abenteuer und deS Größenwahns könnte bei den Franzosen die jetzige friedliche Situation ändern. Deutscher Reich. Darmstadt, 19. März. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog sind in Begleitung des Obersthofmarschalls General der Infanterie z. D. v. W e st e r w e l l e r gestern Abend 10 Uhr 20 Minuten von Coburg hierher zurückgekehrt. Berlin, 19. März. Das am Samstag Abend beim Botschafter in Berlin, Grafen Schuwaloff, stalt- gefundcne diplomatische Diner, welches bekanntlich durch die Anwesenheit des Kaisers ausgezeichnet wurde, weist unverkennbar eine politische Bedeutung auf. Es erhellt dies aus dem ganzen äußerlichen Rahmen der Festlichkeit, wie auch auS ihrem Verlaufe, namentlich aber aus dem Trinkspruch, den der Kaiser in russischer Sprache aus den Czaren aus- brachte, wobei der erlauchte Monarch den russischen Herrscher als „seinen geliebten Freund" bezeichnete. Das ist eine sehr bemerkenswerthe Kundgebung Kaiser Wilhelms, sie beweist genugsam, welch eine erfreuliche Wendung zum Besseren in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland infolge des Zustandekommens des deutsch - russischen Handelsvertrages eingetreten ist. Der Kaiser trug bei dem Diner die Uniform feines russischen Jnfarterie-Regiments, im Verlaufe der Tafel zeichnete er den Botschafter Grafen Schuwaloff Formelkram der opera seria herzlich schlecht zu der schlichten und dabei doch naiven, traumbefangenen Stimmung deS Märchens paßte. DaS Märchen hat das mit dem Volkslied gemein, daß es nicht Alles sagt, daß es den Hörer aufS Errathen verweist. Die Rolle, welche in der Wortpoesie dem Hörer zuertheilt wird, übernimmt bei musikalischer Behandlung des Stoffs das Orchester, das beste und sinn- gemäßeste Organ für Ahnungen, dumpfe Gefühle, unbewußte Jnstincte. Erst mußte der großartige Apparat des Wagncr- orchesters vorhanden sein, bevor man daran denken konnte, daS Märchen in den Kreis der Opernthemen zu ziehen. Engelbert Humperdinck arbeitet mit der Technik Wagners. In „Hänsel und Gretel" finden wir den Stil der „Meistersinger" wieder. Ein bedeutender Reichthum von Ausdrucksmitteln steht dem Componisten zu Gebot, der sich ganz dem Jdeenkreise des Bayreuther Meisters, aber ohne deshalb in sclavische Nachahmung zu verfallen, hingegeben hat. Ehedem wußte man viel zu sagen und zu schreiben von der Nervenüberreizung, welche die Wagner-Musik für Pro- ducirende, Reproducirende und einfach Genießende im Gefolge hätte und haben müßte. Und jetzt hört man sich mit Befriedigung die Humperdinck'sche, in ihrem ganzen Wesen urgesunde Oper an, und muß sich dabei sagen, daß diese Musik in der Formensprache mit dem Wagner'schen „Siegfried" sich berührt. Nicht ausschließlich freilich bewegt die Musik zu „Hänsel und Gretel" sich in diesen orchestralen Ausdrucksmitteln, sie findet auch einfache, volksthümliche Melodien und unterscheidet sich darin eben sehr glücklich von dem Gros der Wagnerianer, die mit wenigen Ausnahmen, etwas außerordentlich Schwerfälliges in ihren Compositionen haben. Den Text zu dem Humperdinck'schen Märchenspiel hat Alle Annoncen-Burcaux be» In- und Au-landc- nehmen Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. durch wiederholtes Zutrinken auS', auch conversirte er während seines ganzen Besuches vorwiegend mit dem Botschafter. — Die Leitung der antisemitischen Partei hat den Parteigenossen im Wahlkreise Meseritz-Bomst empfohlen, bei der daselbst bevorstehenden Stichwahl zury Reichstage zwischen dem Polen Szymanski und dem Reichsparteilec v. Dziem- bowSki für letzteren einzutreten. Hoffentlich leisten die anti,em. Wähler in Meseritz-Bomst dieser Aufforderung auch durchweg Folge, andernfalls müßte der genannte Wahlkreis, der deutscherseits immer nur mit Mühe gegen die Polen behauptet werden konnte, an die letzteren verloren gehen — sollten die» aber wirklich die Anisemiten wollen, die sich so gern als eine deutsche und nationale Partei bezeichnen? UebrigenS liegt jetzt daS amtliche Ergebniß der am 13. d. MtS. im Reichs- tagswahlkreise Meseritz-Bomst vollzogenen Ersatzwahl vor. Es erhielten: Probst Szymanski (Pole) 7812, v. Dziem- bowSki (freicons.) 5347, v. Mosch (Antis.) 3530, Stolpe (Soc.) 197 und Dau (freis.) 33 Stimmen. — Es dürfte von Jntereffe sein, die landschaftliche Vertheilung der Gegner und Freunde des russischen Handelsvertrages nach den namentlichen Abstimmungen im Reichstag, die wir dabei zusammenfaffen, fest- zuftellen. Königreich Preußen. In der Provinz Ostpreußen wurden abgegeben 5 ja, 11 nein, in Westprenßen 7 ja, 4 nein, in Stadt Berlin 6 ja, in der Provinz Brandenburg 6 ja, 13 nein, in Pommern 2 ja, 12 nein, in Posen 11 ja, 2 nein, in Schlesien 19 ja, 15 nein, in der Provinz Sachsen 9 ja, 10 nein, in Schleswig-Holstein 7 ja, 3 nein, in Hannover 16 ja, 2 nein, in Westfalen 12 ja, 4 nein, in Hessen-Nassau 6 ja, 6 nein, in der Rheinprovinz und Hohenzollern 29 ja, 5 nein, zusammen in Preußen 136 ja, 87 nein. In Bayern 9 ja, 38 nein, in Sachsen 12 ja, 11 nein, in Württemberg 11 ja, 4 nein, in Baden 12 ja, 2 nein, in Hessen 3 ja, 5 nein (der Abgeordnete für Mainz, Jöst, fehlte bei jeder Abstimmung), in den beiden Mecklenburg 1 ja, 6 nein, in den kleineren Fürsten- thümern 17 ja, 7 nein, in den freien Städten 4 ja, in Elsaß-Lothringen 9 ja, 3 Stimmenthaltung. — Weggelassen sind dabei diejenigen Mitglieder, die bei keiner Abstimmung zugegen waren. Es sind dies die conservativen Abgeordneten Steinmann, Graf Kanitz - Schlochau, Gescher- Bauermeister und Engels von der Reichspartei- Humann, Fritzen, Lerzer vom Centrum- die Antisemiten König und Leuß- die süddeutschen Volksparteiler Haag und Pflüger- Württemberg- der Pole v. Kalkstein- die Socialdemokraten Stadthagen, Jöst und Metzger- die Elsaß-Lothringer Preiß, Simonis, Haas- von den Nationalliberalen hat nicht ein einziger gefehlt. Die Mehrheit der Abwesenden würde zu den Anhängern deS Vertrages zu rechnen sein. Die seltsamste Stellung hat der schlesische Centrumsmann M e tz n e r eingenommen. Er stimmte einmal für, daS anderemal gegen eine Verwandte des Componisten, Adelheid Wette, geschrieben und zwar mit großem Geschick. Die Eintheilung in „Bilder" ist günstig und paßt für den einfachen Stoff, der nichts theatralisch Aufregendes an sich hat, entschieden beffer als die Zerlegung in „Acte". DaS Libretto folgt getreu dem bekannten Märchenvorgange. „Daheim" benennt sich daS erste, „Im Walde" daS zweite und „Das Knusperhäuschen" das dritte Bild. Die lyrische Stimmung herrscht naturgemäß vor. In der ersten Abtheilung fallen die Wechselgesänge und Tanzlieder der Kinder gar lieblich in unser Ohr, aber von entzückendster Wirkung ist daS zweite Bild mit seiner Waldromantik. Die Schilderung der Schauer des nächtlichen Waldes mit dem einsamen Kuckuksruf und dem gespenstischen Echo verrathen durchweg eine Meisterhand. Nur noch die „WolsSschlucht" im Weber'schen „Freischütz" und das „Waldweben" im zweiten Act deS „Siegfried" vermitteln unS ähnliche oder verwandte Stimmungen. Der Sinn de» Componisten für Humor und drastische Characteristik gibt sich besonders im dritten Bilde, beim „Hexenritt" und „Knusperwalzer" zu erkennen. Vorzügliche Vertreter stehen in Frankfurt für die einzelnen Rollen zur Verfügung. Frl. Jäger singt den „Hansel", Frl. Sch ar ko, die reizende Naive der Oper, das „Grethel". Frl. Weber bringt die „Knusperhexe" zur Darstellung Sandmännchen und Thaumännchen werden von den Damen Jenny Fischer und Blätterbauer gegeben. Um die Wiedergabe des Elternpaars machen Frl. Wendorf und Herr Pokorny sich verdient. Für Dienstag (20.) und SamStag (24.) ist „Hansel und Gretel" wieder angesetzt. den Vertrag und erklärte schließlich ausdrücklich seine Stimm« enthaltung! Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Berlin, 19. März. Der „Reichsanzeiger" meldet: Auf Grund eines Beschlusses des Bundesraths vom 17. März wird vom Zeitpunkte des Inkrafttretens des russischen Vertrages für die aus den meistbegünstigten Ländern ein- gehenden Maaren, ausgenommen Wein und Most in Fässern, sowie getrocknete Mandeln, von dem Ursprungs - Nachweis abgesehen. Danzig, 19. März. Der Reichskanzler v. Caprivi traf um 5^2 Uhr mit seinem Adjutanten Major Ebmeyer, den Ministern v. Bötticher und Thielen, sowie dem bayerischen Gesandten v. Lerchenfeld hier ein und wurde vom Oberpräsidenten v. Goßler, Oberbürgermeister Baumbach, Stadt- verordneten Vorsteher Steffen und Abgeordneten Rickert empfangen. Das Publikum begrüßte ihn mit lebhaften Hochrufen. Budapest, 19. März. Das Abgeordnetenhaus schloß heute die einmonatliche Generaldebatte über die Ehegesetzvorlage unter Eljenrufen. London, 19. März. Die Kaiserin Friedrich ist heute nach Deutschland abgereist. Rom, 19. März. DaS Gerücht, der Papst leide an der Influenza, ist unbegründet. Der Papst celebrirte heute Vormittag die Messe und empfing Nachmittags den schwedischen Kronprinzen. Lueca, 19. März. Gestern Nacht wurde in den Wandelgängen des Theaters Pantera eine Blechbüchse mit glimmender Zündschnur gefunden. Die Zündschnur wurde rechtzeitig ausgelöscht und die Blechbüchse nach der Artillerie- direction zu Florenz zur Untersuchung geschickt. Fünf Personen wurden verhaftet. Depeschen deS Bureau .Herold*. Berlin, 19. März. Der Kaiser hat heute Nachmittag die gesammte Berliner Garnison alarmirt. Die Truppen sind in der completten Ausrüstung nach dem Tempelhofer Felde ausgerückt, woselbst der Kaiser die Truppen erwartete. Berlin, 19. März. Der „Retchsanzeiger" veröffentlicht die bereits bekannten Ordensverleihungen an Staats- secretär v. Marschall, Freiherrn Thielmann, Generalconsul Lamezan, Regierungsrath Henle, Staatsrath Timiriaseff, ferner die Verleihung des Großkreuzes des rothen Adler- ordens an den russischen Finanzminister Witte, sowie wettere Ordensauszeichnungen an russische Beamte. Berlin, 19. März. Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." darf es jetzt als sicher betrachtet werden, daß der Gesandte Graf Philipp Eulenburg aus den Botschafterposten in Wien berufen wird. Als sein Nachfolger in München wird der bisherige preußische Gesandte in Hamburg, Freiherr v. Thielmann, ernannt. Berlin, 19. März. Am 1. April tritt die neue Bestimmung des Strafgesetzbuchs in Kraft, wonach solche Familienväter strafrechtlich verfolgt werden können, welche in der Lage sind, ihren Angehörigen den nöthigen Unterhalt zu gewähren, dieses aber nicht thun und ihre Familie der Armenverwaltung zur Last fallen lassen. Berlin, 19. März. Auf Grund der jüngsten kaiserlichen Anregungen ist man in den betheiligten Ministerien sehr eifrig damit beschäftigt, Pläne und Entwürfe für Canalbauten herzustellen. Die Pläne werden dem Kaiser vorgelegt werden. Wien, 19. März. Für den demnächst hier stattfindenden socialdemokratischen Parteitag sind zahlreiche deutsche Delegirte angemeldet. Wie der Führer Dr. Victor Adler erklärte, werde auf dem Parteitage keinesfalls der General- strike beschlossen werden, da die Arbeiterschaft noch nicht darauf vorbereitet sei und die Noth nicht in die Schichten des Volkes eindringen dürfe. Prag, 19. März. Der Urtheilsspruch im Prozesse gegen die Mörder Mrvas erfolgt morgen. Budapest, 19. März. Nachts eingegangene Depeschen melden, daß trotz der eingetretenen leichten Besserung in dem Befinden Kossuths die Katastrophe jeden Augenblick zu erwarten ist. Paris, 19. März. Der gestrige Jahrestag der Commune verlief ruhig. Die Polizei hatte alle Vorsichtsmaßregeln getroffen und überall das Entfalten der rothen Fahne verboten. Paris, 19. März. Es steht nunmehr fest, daß der Anarchist Pauvell seinerzeit Henry bei dem Dynamitanschlag in das Cas« Terminus begleitete. Als Henry verhaftet war, begab er sich sofort in die Wohnung deffelben und entwendete die daselbst befindlichen Dynamttbomben, mit welchen er alsdann die letzten Attentate ausführte. Bordeaux, 19. März. Eine Schifferbarke wurde gestern gegen einen Felsen geschleudert, wodurch fünf in derselben befindliche Personen ertranken. London, 19. März. Die hiesigen An ar ch ist e n erhielten von einer Lebens-Versicherungs-Gesellschaft 200 000 Frcs. ausbezahlt- für diesen Betrag war Vaillant versichert. Florenz, 19. März. Der Graf Falricotti, in dessen Villa Königin Victoria abgestiegen, hat den Wohlthätigkeits- anstalten die von der Königin ihm aufgenöthigte Miethe von 8000 Frcs. geschenkt. Der Graf hatte der Königin seine Villa gratis zur Verfügung gestellt. Belgrad, 19. März. Die Ungiltigerklärung der Ehescheidung von Exkönig Milan und Natalie ist, wie von wohlunterrichteter Sette gemeldet wird, auf directen Wunsch des jungen Königs Alexander zu Stande gekommen. Milan hat sich durch die Bitten des Sohnes erweichen lassen und seine Zustimmung zu der angebahnten Versöhnung gegeben. Eine gleiche Nachgiebigkeit dürfte auch die Königinmutter zeigen, die zum Osterfest hier erwartet wird. Berlin, 20. März. Der Kaiser ist heute Vormittag 8*/2 Uhr nach Abbazia abgereist. Cocolcs rrrrd ^provinzielles, Gießen, den 20. März 1894. * * Kaufmännische Kranken- und Begräbuißkaffe, e. H. Die Kaufmännische Kranken- und Begräbnißkasse hielt gestern ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Dem Jahresbericht entnehmen wir, daß der Mitgliederstand durch Ab- und Zugang sich annähernd auf der gleichen Höhe des Vorjahres gehalten hat. Die Einnahmen beliefen sich auf 1685.50 Mk., die Ausgaben auf 1642.10 Mk., hiervon 706.99 Mk. Krankengeld. Das Baarvermögen der Kaffe stieg von 3373.09 Mk. zu Anfang des Geschäftsjahres auf 4906.51 Mk. zu Ende deffelben. Die Vorstandswahl, welche per Acclamation vorgenommen wurde, ergab die Wiederwahl der Herren Ernst Wiegelmann, Vorsitzender, Joseph Ehrmann, Rechner, Wilh. Wagner, Schriftführer, sowie der Herren Wilh. Köser, Chr. Haas, Jacob Jung und Karl Hosch als Beisitzer. * * Auch die hessischen Gewerbvereine werden Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog eine prächtige Hochzeitsgabe widmen und ist die Wahl auf einen Gegenstand gefallen, welcher dem hessischen Kunstgewerbe zur hohen Ehre gereichen wird. * * Der Gesammtvorstand des Allgemeinen deutschen Sprachvereins hat in seiner Sitzung am 18. März beschlossen, der Einladung des Zweigvereins Coblenz folgend, die diesjährige Hauptversammlung aus Mitte August nach Coblenz zu berufen. ’* Die Zahl der kürzlich wegen Meineid Verhafteten aus Beienheim bei Friedberg ist nunmehr auf sieben gestiegen. Der (hoffentlich) letzte der Verhafteten ist der Ehemann der Frau, welche sich in voriger Woche im Untersuchungs- gefängniß erhängte. * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Carl Jacob Braunbeck aus Großbottwar vom Amtsgericht Hirschhorn wegen Unterschlagung- Commis Jakob Graser aus Darmstadt von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Unterschlagung- Hausbursche Heinrich Kanertz aus Wevelinghofen im Kreise Grevenbroich, zuletzt in Bingen, von der Polizeiverwaltung in Bingen wegen Unterschlagung eines 700 Mk. enthaltenden Geldbriefs - Dienstknecht Leonhard Lang aus Weidengesäß vom Amtsgericht Fürth i. O. wegen Betrugs- Ernst Julius R etz ke aus Halle a. d. S., zuletzt in Fauerbach bei Friedberg, von der Staatsanwaltschaft tn Gießen wegen Betrugs - Ctgarrenarbeiter Carl Wilhelm Schi weck aus Paulau, zuletzt in Schwanheim, jetzt wohl in Bruchsal, vom Amtsanwalt in Zwingenberg a. d. B. wegen Unterschlagung. D. Ztg. * * Erledigte Lehrerstelleu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichelsheim i. d. W., Kr. Friedberg, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist kein Organtsten- dienft verbunden. Eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Bensheim mit einem Anfangsgehalte von 1000 Mk. jährlich. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besitzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1400 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wendelsheim, Kr. Alzey, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist ein Thetl des Organistendienstes verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober Mombach, Kr. Heppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Hammelbach, Kr. Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1100 Mk. Mir der Stelle ist Organistendtenft verbunden. R. Reichelsheim i. d. W., 19. März. Unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Schmidt daher fand gestern Nachmittag eine Versammlung von Gemeindevertretern hinsichtlich der zu erbauenden Nebenbahn Nidda—Echzell—Friedberg im Gastbause „Zur Post" statt. Es waren alle Bürgermeister der betheiligten Orte von Schotten—Nidda—Echzell— Gettenau—Bingenheim—Reichelsheim bis Friedberg, im Ganzen sechszehn Städte und Dörfer eingeladen und ziemlich zahlreich erschienen. Diesen schlossen sich noch weitere Personen an, welche zu dem früheren Comite gehörten oder sich für die Sache interessirten. Herr Landtagsabgeordneter Erk von Nidda referirte über den Stand der Angelegenheit und über seine Thätigkeit im Landtage. Es wurde allgemein betont, daß nur das Project Echzell—Salzhausen—Nidda Beifall fände, nicht aber der Anschluß tu Ober-Widderöheim. Bei der Abstimmung ergab es sich, daß auch nicht eine einzige Stimme für letzteres Project vorhanden war. Weiter wurde beschlossen, die beiden Städte Friedberg und Schotten möchten sich der Eingabe anschließen, welche die übrigen betheiligten Gemeinden an die Staatsregierung nach Darmstadt richteten, was sofort von Herrn Bürgermeister Steinhäußer acceptirt wurde. An dem Beitritte Schottens ist nicht zu zweifeln. Von der Gemeinde Echzell ist ebenfalls ein Bittgesuch um baldige Erbauung der Bahn nach Darmstadt gerichtet worden, weil dorten — wie im „Gieß. Anz." schon mehrfach berichtet wurde — eine Zuckerfabrik errichtet werden soll, die aber nur dann reussiren kann, wenn sie an eine Bahnlinie zu liegen kommt. Die Versammlung beschloß weiter, die Abg. Jöckel-Friedberg, Erk-Nidda, Schönfeld-Schotten, Weith Vilbel und den Reichs- tagsabgeordneten Grafen Oriola zu ersuchen, alles daran zu setzen, daß die Linie sobald wie möglich zur Ausführung kommen möchte und zwar aus folgenden Gründen: Die Bevölkerung, größtentheils Landwirthe, kann ohne Bahn in vieler Beziehung nicht mehr mit ihren Producten con- curiren- die Bahnlinie ist rentabel, wie die Berechnungen bestätigen - durch den Bahnbau wird Verdienst geschaffen, der in manchen Kreisen fehlt. Herr Landtagsabgeordneter Erk versprach alles zu thun, was in seinen Kräften stehe, damit die sehr gewünschte Strecke sobald als nur möglich zur Ausführung käme und die übrigen Herren betonten, daß nicht eher wieder geruht werden dürste, als bis die Bahn fertig fefJ Von Entsendung einiger Deputationen nach Darmstadt wurde Abstand genommen. Darmstadt, 19. März. Die Verhandlung gegen G l o tz b a ch findet am 6. und 7. April vor der hiesigen Strafkammer ftotl; es sind über 100 Zeugen geladen, darunter allein 30 auS Frankfurt. PA. Mainz, 15. März. Elftes deutsches Bundesschießen. In der letzten Sitzung des Festausschuffes wurde von Herrn Amtmann Braun das Programm für den Festzug an Händen der vorliegenden Farben-Skizzen des Herrn Architecten Sutter eingehend erläutert und, wie von dem künstlerischen Beirath, auch von dem Gesammtausschuß einstimmig zur Ausführung beschlossen. Der Zug wird in Costümen, Waffen und Rüstungen historisch treu durchgeführt und das Fest in würdigster Weise einleiten. Der Festausschuß ist auch mit der Ausarbeitung des übrigen Festprogramms beschäftigt. Einzelheiten sind heute noch nicht mitzutheilen, das aber darf gesagt werden, daß es an keinem Mittag oder Abend der Festwoche an größeren Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Festyalle fehlen wird. Das in der letzteren befindliche Podium reicht für die Mitwirkung von 600 Personen bei Monstreconcerten der Militärcapellen und großen Schaustellungen aus. Der städtische Capellmeister Herr Steinbach hat sich bereit erklärt, ein großes Concert, bei welchem die gesammte Mainzer Sängerschaar mitwirkt, zu leiten. Die Mainzer Turnerschaft, der Fechtclub, der Veloctpedclub und alle Gesangvereine haben sich für Aufführungen großen Stils der Festleitung bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Letztere wird jedenfalls auch nicht versäumen, das Schönste, was Mainz fremden Gästen zu bieten vermag, ihnen zu vermitteln: eine Rheinfahrt bis zum Fuße des Niederwalddenkmals auf zahlreichen Schiffen mit der großartigen abendlichen Beleuchtung der Berghöhen, der Weingärten, der Ortschaften, Fabriken und Landhäuser, der Häfen und Rheinbrücken von Neu-Mainz. — Die ersten 15 Ehrengaben im Werthe von 4650 Mark find bet dem Centralausschuß angemeldet. — Der Empfangs- und Wohnungöausschuß ist tüchtig bet der Arbeit - er hat beschlossen, nur kleinere Massenquartiere mit 6 bis 12 vollständigen Betten in Casinos und Restaurationen herzurichten, welche in jeder Hinsicht eine gute Unterkunft verbürgen. Vermischtes * Frankfurt a. M., 19. März. Der aus Oberhessen gebürtige Bureau-Gehülfe Wilhelm Becker hat zum Nachtheil der Orts-Krankenkasse für den Landkreis Frankfurt 1000 Mk. unterschlagen und die Flucht ergriffen. Das Polizeipräsidium verfolgt ihn steckbrieflich. — lieber eine geheimntßvolle Fahrt meldet das „Int.-Bl.": In der Nacht zum Samsiag fuhr ein Droschenkutscher einen Herrn und eine Dame von der Zeil nach einem Hoiel im Weftend der Stadt. Am Ziele stieg der Herr aus und entfernte sich eiligst. Als der Kutscher die Dame ebenfalls zum Aussteigen veranlassen wollte, fand er sie bewußtlos im Wagen. Ein herzugerufener Arzt stellte fest, daß sie ch l o r o f o r m i r t war. * Mannheim, 19. März. Die auf gestern Nachmittag angesetzte Feier zu Ehren der Freiheitskämpfer von 18 48 wurde von der Polizei in letzter Stunde tn Hinblick auf die begonnene Charwoche verboten. * Nürnberg, 19. März. Im Untersuchungsgefängniß kam es zwischen brei Gefangenen zu einer Schlägerei, bei welcher einer derselben erschlagen wurde. * Köln, 19. März. Die Polizei verhaftete heute ein Dienstmädchen, das seine Herrschaft durch Zusatz von Salzsäure zum Weine zu vergiften suchte. Das Motiv der That war Rachsucht für eine empfangene Zurechtweisung. * Hamburg, 19. März. Auf einem im hiesigen Hasen liegenden holländischen Dampfer, „Hünze", platzte das Dampfkesselrohr Der Capitän wurde getödtet. * Breslau, 17. März. Der Schneefall im Gebirge dauert jetzt sechz'g Stunden. Der Schnee liegt durchweg einen Meter hoch. Die Bahnzüge nach Hirschberg, Schmiedeberg, Sprottau und Sagan sind im Schnee stecken geblieben. Die Maschine eines Personenzugs von Liegnitz nach Goldberg ist entgleist, jedoch Niemand verunglückt. * Zittau, 17. März. Seit Donnerstag Abend herrscht ununterbrochen großer Schneesturm. Die hier einmündenden Bahnlinien sind fast sämmtlich durch Schneewehen unsahrbar- mehrere Züge sitzen fest- das Oberlausitzer Telephonnetz ist zerriffen und auf mehrere Tage unbenutzbar. Das Schneetreiben dauert fort. * Aus Schlesien, 17. März. Seit gestern steckt der größte Thetl der Provinz tief im Schnee. Die Landschaft bietet ein echt winterliches Bild, doch wird bei der m laen Temperatur der Schnee nicht lange lagern. Die überreichen Schneemassen in vielen Orten der Provinz haben allerlei Verkehrsstörungen herbeigeführt. In Breslau schneite es wohl an 20 Stunden unaufhörlich- hier wurden viele Ständer der Fernsprechleitungen durch die Schwere der Schneelast umgebrochen und mehrere hundert Leitungen zerstört. Ueberall erheben sich auf den Straßen mächtige Schneehügel, zu deren Abräumung und Abfuhr eine große Menge von Arbeitskräften und Fahrzeugen nöthig sein wird. In Görlitz sind im städtischen Park seltene Ziersträucher geknickt und vernichtet. Die Verbindung zwischen Görlitz, dem Mittelpunkt des Oberlausitzer Fernsprechnetzes, und den einzelnen Städten ist gestört, da die Leitungsdrähte vom Schneesturm auseinander gerissen worden sind. Auch die alte Töpferstadt Bunzlau weist so hohen Schnee auf, daß die Straßen kaum zu begehen sind. Am ärgsten hat der Schneesturm aber im Hirschberger Thale gewüthet. Zunächst ist die Stadt Hu sch - berg selbst betroffen worden. Wie der „Bote aus dem Riesengebirge" meldet, ist die Größe des Schadens noch nicht ganz zu übersehen. An vielen Orten hingen die zerissenen tonte^A? *ua- ‘nt,t °ll-ia 30ftaüi Elches $unbe|. touxbt S" für den Fest! bt6 L k bon dem tin. " Zug wird in "eudurchMtt ,' ck®er Feftaus- !^n Fesiprogravnn, ",d)t mitzutheilen, ^MMagodn ^ungrn innerhalb 'd> Da« in ber von und 3h^e Caprümchn !in grobes Goncm, "g"!chaar mit»htt, d" Fechtclub, drr )°den sich für «us. 0 bereitwilligft zur allS auch nicht orr- Gästen zu bleien ahn bis zum Fuße Schissen mit der r Berzhühcn, btt Lanbhduser, brr ni- ~ Die ersten Marl find bei dem -r Empfangs, und Arbeit; er hat bt« mit 6 bis 12 voll, 'ationen herzurichten, kunft verbürgen. Der aus Obertcfsen er hat zum Nchhni Landkreis Frankfurt ucht ergriffen. Dach. - lieber eine i In ikutscher einen Herrn i hv'.ei im Wchenb 16 und entfernte sich nfaüs zumAuksteigen ztloS im Wagen, hlorosormirtmar. uf gestern ^mittag titKämpfer non ■ Smnbe in tynblid MgSgesängniK Um Schlägerei, dei verhaftete heute ein i> Zusatz von Saiz- Das Motiv drr ' Zurechtweisung. m im hiengrn Hasen Sjl‘, pl«»u 111 urde gelbdtet. reesall im Gebirge chnee lieg, burchwe« •** L, stecken geblieben. „w M°d H"'I* DuSier cinmünbenf» w^d bet der-.^ ern. DU« ^„let rovinz h°d" ti Br-sl°u ^^der w^den b @4nte|flj «l’ fiwl. >' igk „ arbd» iird- 3 . unb ver AiW* Ä>” Drähte von den Dächern herunter, zum Theil auch waren sie auf den Erdboden gefallen und hemmten den Verkehr. Auch der Bahnverkehr hat in und um Hirschberg mannig« lache Störungen erlitten. Auf der Strecke lag der Schnee einen halben Meter hoch und in Hirschberg trafen die Züge mit starken Verspätungen ein. Bet Jannowitz blieb ein Gütcrzug im Schnee stecken und mußte von Hirschberg auS flott gemacht werden. Einen nicht geringen Schrecken erfuhren gestern die Reisenden auf dem Bahnhof in Hirschberg. Plötz« ' ch vernahmen sie ein beängstigendes Sachen des DacheS der Wartehalle. Das Dach wurde sofort von der Schneelast befreit, und die Untersuchung ergab, daß vier Sparren durch die Schwere des Schnees angebrochen waren. Verkehr, Land- nnd VoLkswirthschafi. ®Utm, 20. März. Marktbericht Aut »em beuttaev Woche.mmrkt tostet-: «ntter pr. Pst>. X 1.00-1,15, Hühnereier 1 b— X 2 Stück 11— X Käse pr 6t. 5-8 X Ermatte or. St 8 Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 30 X Tauben or Baar X 0,70-1,00, Hühner pr. Stück M 1,00 1 20, Hahnen ur- ®t * 1,20-1,60, Enten pr. St. X 1,70 bi« 2 03, Ochsevflettch vr.vkd 62—68 X Kuh, und Rindfleisch pr. Md. 50-56 X Schweine. KU Md- 60-70 X Kalbfleiich pr. Md 50-56 X Hammel, steisch, vr. Md. 40—60 X Kartoffeln vr. 100 Kilo 4.50—5,00 X, «etßkraut pr Stück 4 10 4, Broiebelr pr. Äentner 10.00-12,00 X. M«ch or. Ater 16 20 4,Enteneier 7 X Gänseeier 11-12 X kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Gründonnerstag den 22. März: An der Stadtkirche. Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heilige« Abendmahl für Matthäus, und MarkuSgemrinde. Eharfreitag den 23. März: Vormittags 9‘/i Uhr. Pfarroerwalter Dr. Grein. Beichte und heilige« Abendmahl für Matthäus, und MarkuSgtmeinde. Nachmittag« 6 Uhr: Liturgische Andacht unter Mitwirkung de« Kirchengesangoerein«. Pfarrer Schlosser. Nachmittag« 2‘/i Uhr: Kinderkirche. Pfarrverwalter Dr. Grein. Die Anmeldungen m den AbendmahlSfeiern werden am Mittwoch den 21. d. M bei oem zuständ'gen Pfarrer erbeten Am 1. Osterfeiertag: Collecte für die Armen der Ge« meinde, am 2. Feiertage für die Kirchenkasse zur Vermehrung deS Eapitalvermögen« der Gemeinde. Gründonnerstag den 22. März: An der Aohanueskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Marrer Dingel de,. Beichte und heiliges Abendmahl für LukaS, und Johanne gemeinde. Eharfreitag den 23. März: Vormittags 9'/, ULr: Marrer Dr. Naumann Beichte und heiliges Abendmahl für LukaS» und JohanneSgemeinde Nachmittag 2*/t Uhr: Kinderkirche der LukaSgemeinde. Pfarrer Dingelde, Katholische Gemeinde. Gründonnerstag, den 22 März: Mittwoch: Nachmittag« um 4•/, Uhr und Abend« um 8 Uhr Gelegen beit zur bl. Beicht,: Gründonnerstag: vormittag« von 6Vs Uhr an Gelegenheit zur hl B tchte; um 7 und 8 Uhr AuStbeilung der bl Eommunion; um 97s Ubr Hochamt; nach dem Hochamt wird das Allerh iltgste 1 nach dem sog hl. Grab übe'iraoen und dort bi« zur Abendandacht aufbewahrt; von 10« s Uhr Vormittags bt« 6 Uhr Nachmittags sind stille Anbetungsstunden; Abend« um 6 Uhr Andacht. Eharfreitag: den 23. März: Vormittags um 7V, Ubr wird daS Allerheiligste nach dem sog. hl Grabe üb riragen und dort bis zur Abendandacht aufbewohrt; um 9'/i Ubr beginnt die sog. .verstörte Messe"; nach derselben find stille AnbetangSstunden; Abend« um 5‘/i Uhr Predigt; darauf Passtons- andacht CharsamStag den 24. März: Vormittags um 7 Uhr beginnen die heiligen Weihen: um ' 8V« Uhr Hochamt; Nachmittags um 4 Uhr »nd Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Eingesandt. Gieße«, 20. März 1894. In Nr. 66 der „Gießener Zeitung" vom 20. März er. finde ich ein „Eingetandi", unterschrieben „Einer für Viele" In dem Eingesandt wird ausgesührt, daß in dem HauShaltsetat 1894/95 der i Stadt Gießen, trotz Herabsetzung der Wafierpreise, eine erhöhte Einnahme aus dem vermehrten Wasserverbrauch nicht in Rechnung gezogen sei. Bekanntlich spenden die Oueckborner Quellen voraussichtlich erst im Herbst ihr Wasier und wäre cs meines Erachtens leichtfertig, weil am 1. October eine Ermäßigung des Wasserpretses eintritt, für i den Winter mit einem größeren Consum bezw. Einnahmen zu ! rechnen, aber deshalb empfiehlt der Herr Einsender, durch Ortsstatut zu decretiren, daß in jedem bewohnten Gebäude der Stadt Gießen die städtische Wasserleitung zur Benutzung der Familien vorhanden sein müfle. Ich frage: Kann dem Hauseigenthümer eine derartige Auflage gemacht werden mit der Vorschrift, so und soviel Wasser müffe mindestens pio Familie ober Kopf verbraucht bezw. bezahlt werden d Wird diese Frage bejaht, so könnte mit der Gasanstalt wohl adnlich oorflcflangrn werd n. Tenn dann hierbei He adsrtzung de« Unb ®fl6Pr'Ue« umgangen würde, die Ein, ahmen bei er Nadlttchen Weite rü b-n bann gew'ß recht glänz'-nbr »ein. , . ®Jnpfr6anben bin ich vollständig mit tem Herrn Einsender bezüglich ber sani'ären Vottheiie, jedoch habe ich d>e Meinung, baß, sobalb da« größere Quantum Sb ff er unb die B rbilligung bcflelben °a Mtether schon zum Anschluß brängen weiden. . Mit dem Zufluß ist e« ober allein nicht geihan. Ein ver» p^lngt und muß zur Folge bähen einen flotte», dementsprechenden Abfluß. Damit wird und muß kommen: „bie Eanalisation mit ihren theueren, aber eminent wich- tiflen fah118ren Dortheilen", w.lche auch die Frage betriff! Entleerung ber Senkgruben zufriedenstellenb löten wird. Mancher berechtigte Wunsch wäre bei Bewilligung weitgehender V zu,.füllen, doch muß man in Betracht ziehen, batz bann ber CommunalsteuerauSschlagco?»licient statt B.uchtheile um ganze Zahlen in bie Höhe schnellen wirb. Wie schön wäre c« z. «., wenn da« über 20 km chausfirte Straßennetz der Stadt gepflastert roäte, oba'schwemmt ober de« Nachts, wie in Pa is, gekehrt werben würbe! Soviel ich mich erinnere, würbe kürzlich in einem Eingesanbl erwöhni, daß auch in mehreren hessischen Stabten Nachts grk'hrt roüibe, ohne daß bie Sttibte angegeben würben. Wieviel weniger Staub wurde bies geben unb ber neu angeschaffte Kebrichtwagen mit Klappe, welcher gestern im Bürgermeistercihofe paradirte, könnte schließlich seinen vcllen Zw.ck nicht mehr erfüllen *) Wie schön unb zusagend diese Dinge alle sind, ohne Mittel sind dieselben aber nicht zu erreichen. K. *) Nach Stadtverordneten-Beschluß vom 18. Januar d. I. soll die Zahl der geschloffenen Kebrichtwagen auf drei e, höt werden, da der Probewagen sich bewährt hat. Ausgabe der Fuhrleute bleibt e8 dabei allerdings, daß sie immer nur eine Deck.lklavp^ offen hallen. Red. Ca. 3000Stüit Foulard-Seidc 9)11.1.35 bis 8.88 p M. — bedruckt mit den neuesten DesfinS und Farben — sowie schwarze. Weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Ml. 18.68 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste tc (ca 24 > versch. Qual, und 20< 0 versch. Farben, Dessin« rc.) B®* Porto» »nd stenarfrei i«S Hansl! Katalog unb Muster umgehend. 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März, Nachmittags 2'/r Uhr, vom Sterbehause, Erlengasse 7, aus statt. Eine alte Hobelbank zu raufen gesucht. 24551 Seltersweg 83. _ "2377] Ein stud. ertheilt Nachhülfe, stunden in Gymnasirlfächern. Zu erfr. bei der Exped. d Bl. im Alter von fast 4 Jahren nach kurzem schweren Leiden heute Mittag 3/< 12 Uhr sanft verschieden ist. Um stilles Beileid bittet Familie I. Seth. Gießen, 20. März 1894. 2478 SL OürU — Druck und V HrEret (Fr. Ehr. Bietsch) In Wefitn Are heutige Kummer umfaßt 6 Serie« ar Generalversammlung der Gießener Kindvieh-Affecnrans Donnerstag den 33. März 1894, Abends 8 Uhr im Cafe Schnell. Tagesordnung: 1) Wahl eines Rechners. 2) Mittheilungen. 2467 Der Vorstand. Gestern Abend ' -9 Uhr verschied nach kurzem Kranksein unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel 2356] Abiturient ertheilt Privat« stunden zu mäßigen Preisen. Offerten unter F. 40 an die Expedition d. 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