i894 Dienstag den 20. November Erstes Blatt. Nr. 272 Rcdacüon, S^pcbitie* und Druckern: Schulstraße?lr.7. Fernsprccher 51. Bierteljähriger AVonuemeotsPreiO: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg. Die Gießener Mamilienvlälter werden dem Unzeiger Wöchentlich dreimal bcigelrgt. Der Gießener Anzeiger rrichnnt täglich, mit Ausnahme de» Montag-. Gießener Anzeiger Kenerak-Unzeiger. Amts- und Zlnzeigeblatt für den Areis Gieren. chratisöeikage: Hießener Kamilienbtätter o a) b) 1894. Königlichen Königlichen Willigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasien, Realschulen, Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen militärberechtigten Anstalten) durch den Director der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bew «otgcnbcn Tag erscheinenden Nummer bis Borin. 10 Uhr. Das Vorkommen von Viehseuchen im Grotzherzogthnm Hessen während des Monats Octo der 1894. Milzbrand wurde festgestellt in Bönstadt, Kreis Friedberg, am 19. bei einem nothgefchlachteten Rinde und in Nieder-Weisel, Kreis Friedberg, am 21. bei einem nothgefchlachteten und am 27. October bet einem creptrten Rinde. ___ Raufchbr and wurde festgestellt in Eschenrod, Kreis Schotten, am 30. October bet einem creptrten Rinde. Rotz. In Nteder-Ramstadt, Kreis Darmstadt, stehen 3 Pferde bei 3 Besitzern und in Eberstadt, in demselben Kreise, 1 Pferd wegen Ansteckungsoerdacht unter polizeilicher Beobachtung. Derselben Maßnahme sind unterworfen in Ronnenroth, Krers Gießen, 1 Pferd, in Bletchenbach, Kreis Büdingen, 2 Pferde eines Besitzers, in Büdesheim, Kreis Friedberg, 28 Pferde eines Besitzers, in Ober-Eschbach, in demselben Kreise, 2 Pferde eines Besitzers und in Harxheim, Kreis Mainz, 2 Pferde eines Besitzers. Die Maßnahmen in den vorbenanntrn fünf Orten sind veranlaßt durch die Feststellung des Rotzes bet einem in Wiesbaden geschlachteten Pferde aus Büdesheim. . Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Büdingen und in Kettenheim, Kreis Alzey. r. . „ Die Seuche wurde festgeftellt und herrschte am Schlüsse des Monats noch fort in Ueberau, Kreis Dieburg, in Sprendlingen, Kr. Offenbach, und in Petterweil, Kreis Friedberg.! . Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Grünberg, Kreis Gießen, in Billertshausen, Storndorf und Vadenrod, Kreis Alsseld, in Bingenheim, Ortenberg und Bellmuth, Kreis Büdingen, in Wölfersheim, Kreis Friedberg, und in Gedern, Kreis Schotten. Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach Schema 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 5 von 1889 — ausgestellt sein müssen. . QQ Ai Uebrigen wird auf die Bestimmungen der 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfung- - Commission für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Buch inger. Bekanntmachung, die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen, den, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll- Kündige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfung-- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum gestellungs- pflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. n , 2) Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum ein- jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. (Wenn z B. mit Rücksicht auf das Lebens- alter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- gefchoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde. Z) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: Geburtszeugniß; Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereit- DerrtschU Reich. Berlin, 17. November. Nach einer Meldung der „Volkszeitung" hat die Regierung die ganze Action zur Organisation des Handwerkes bis aus Weiteres aufgegeben. Berlin, 17. November. In einer gestern Abend stattgehabten antisemitischen Volksversammlung sprach der Abgeordnete Böckel über das Thema: „Die bevorstehende Ausnahmegesetzgebung, eine Gefahr für das deutsche Volk". Es wurde eine Resolution angenommen, worin die Antisemiten sich entschieden gegen jede Ausnahmegeietzgebung wenden. Berlin, 17. November. In einem Leitartikel „Tabaksteuer oder Biersteuer" erklärt die „Kreuzztg." eine weitere Belastung der Tabaktndustrie als den schlechtesten und socialpolitisch gefährlichsten Weg, um zu einer Reichsfinanzreform zu gelangen. Sie müsse vor dem Beschreiten dieses Weges wegen der damit verbundenen Brodloswerdung vieler tausend Arbeiter, welche dann ins socialdemokratische Lager übergehen, entschieden warnen. Dagegen fordert die „Kreuzztg." auf, an Stelle der Tabaksteuer die Erhöhung der Bterfteuer vorzunehmen, was jetzt, wo Graf Caprivi, der sich gegen eine erhöhte Bterfteuer persönlich engagirte, nicht mehr im Amte ist, leicht und ohne die ernsten socialen Folgen wie bei der Tabaksteuer einzusühren wäre. Berlin, 17. November. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Rothen Adler-Ordens erster Klasse mit Eichenlaub und Schwertern an den commandirenden General des 2. Armeecorps, General der Infanterie v. Blomberg. Berlin, 17. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Nachricht, der Kaiser würde am Dienstag zur Vereidigung der Mariuerekruten in Kiel emtreffen, als unrichtig. Die Vereidigung der Marinerckruten werde erst nach der Rückkehr des Prinzen Heinrich aus St. Petersburg erfolgen, wo derselbe nicht nur der Beisetzung des verewigten Czaren, sondern auch der kurz darauf ftattfindenden Vermählung des Kaisers Nicolaus II. mit der Prinzessin Alix von Hessen beiwohnen werde. Berlin, 17. November. Am Montag den 19. d. Mts. bleiben die hiesigen Königlichen Theater anläßlich der Besetzung des Czaren Alexander III. auf Befehl des Kaisers geschlossen. Berlin, 17. November. Dem Bundesrarh ist, wie Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Der Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheit der Groß' Herzogin fällt mit dem Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs zufammew auf den 25. November. Es soll deshalb bei der durch das Ministerialamtsblatt Nr. 9 vom 22. August 1879 (mitgetheilt durch unser Ausschreiben vom 30 August 1879) angeordneten Schulfeier auch des Geburtstags Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin in angemessener Weise regelmäßig gedacht werden. Im laufenden Jahre fällt der Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheiten auf einen Sonntag. Die oben erwähnte Schulfeier ist daher in diesem Jahreberetts am vorhergehenden Tage — Samstag, den 24. November — ab- jufjaltetL wogen vorstehender Verfügung ensprechend, das Er> sorderliche veranlassen. v. Gag er n. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Gießen, den 17. November Betr.: Die Feier des Geburtstages Seiner Hoheit des Großherzogs und Ihrer Hoheit der Großherzogin. • Die Militär-Strafgesetzbuchs und des Gesetzes über die Presse. Wie es heißt, ist eine umfangreiche Begründung betgefügt. Berlin, 10. November. Der „Reichsanzeiger" schretbt: Die bereits bekannt gegebenen Verluste der südweftafrikanischen Schutztruppe in den letzten Kampfe» gegen Witboi belaufen sich nach der von Major Leutwein eingesandten Verlustliste auf 14 Todte, 9 Schwerverwundete und 15 Leichtverwundete. Gefallen oder an den Verwundungen später gestorben sind : Premierlieutenant Diestel, die Unteroffiziere Schern und Seidler, die Reiter Kluth, Bock, Barthel, Rocher, Gerke, Pinske, Eckhardt, Frey, Höldermann, Lange, Fläscher. Schwerverwundet: Hauptmann Estorfs, Unteroffizier Polett, die Reiter: Hormann, Krause, Moser, Balecke, Koch, Langerhausen, Gesreiter Reiche. Leichtverwundet: Assistenzarzt Schöpwinkel, Lazarethgehilse Tessen- dorff, dir Reiter: Wahlen, Müller, Lindau, Polzin, Gerke, Schäfer, Wischkom, Gries, Kohn, Muschiol, Iben. Außerdem sind gestorben Lieutenant Eckart und die Reiter Pohland und Börtsch. v . , — Die Nachricht von der Beendigung der iah re- langen Kämpfe der Schutztruppe in Deutsch- Südwestafrika gegen den rebellischen Hottentotten Haupt- ling Hendrik Witboi infolge der bedingungslosen Unterwerfung desselben unter die deutsche Herrschaft bestätig» sich. Zugleich wird weiter gemeldet, daß Major Leutwein im Interesse der dauernden Beruhigung Deutsch-Südwestafrikas Witboi in deutschen Diensten mit 2000 Mark^Jahreögehalt angestellt habe- hoffentlich schlägt dies Experiment nicht fehl. Berlin, 17. November. Der Kaiser wird in nächster Zeit wieder einige Jagdausslüge unternehmen. Am 24. November gedenkt er in Schloß Hummelshain als Jagd- east des Herzogs von Altenburg einzutreffen, und für den 29. d. Mts. hat sich der Kaiser beim Fürsten Ltchnowsky, dem reichen schlesischen Magnaten, zur Jagd angesagt. Am 14. und 15. December beabsichtigt der Monarch dann selbst größere Hofjagden in den Revieren von KönigSwusterhausen abzuhalten, und hat zu denselben u. A. der König von Lachsen sein Erscheinen zugesagt. — Heber den GeschäftSplan d es Reichstages vor Beginn der Weihnachtspause lauten die Angaben noch immer recht widerspruchsvoll. Namentlich dreht sich der Streit darum, ob von den größeren zu erwartenden Vorlagen der neue Etat vor den parlamentarischen WeihnachtS- ferien mit zur erstmaligen Lesung gelangen wird. Es wäre da sehr angezeigt, wenn die Reichsregierung ihre bezüglichen Dispositionen in irgend einer unzweifelhaften Form bekannt gäbe. Ueberhaupt könnte es aber nichts schaden, wenn nunmehr über das muthmaßliche Arbeitsprogramm des Reichstages in seiner bevorstehenden Session Authentisches bekannt würde, denn auch in dieser Beziehung sehlt es nicht an starken Widersprüchen. Z. B. hieß es unlängst, die schon mehrfach angekündigte Vorlage über die Reform des Börsenwesens würde in der neuen Reichstags • Session bestimmt eingebracht werden, andere Nachrichten aber wollen wissen, der betreffende Entwurf sei noch gar nickt in Angriff genommen. Inzwischen soll nun, wie die „Apotheker-Zeitung meldet, der Entwurf eines Reichs-Apothekcn-Gesetzentwurfe- in seinen Grundzügen fertiggeftellt und einzelnen Bundesregierungen behufs gutachtlicher Aeußerungen übermittelt worden sein. Ob wenigstens diese Meldung zutreffend ist, wird sich wohl bald Herausstellen. - Herrn Schönstedt, dem neuen preußischen Justiz mini st er, folgen von verschiedenen Seiten rühmende Anerkennungen seiner bisherigen Thätigkeit wie seines persönlichen Verhaltens in das Ministeramt nach. Es wird die ausgezeichnete Ausübung seiner rickterlichen Functionen wie die vorzügliche Handhabung der Vcrwaltungsgeschäfte des Celler Oberlandesgerichtes gleich warm betont, während man außerdem seinem Verhalten zu den Untergebenen und seinem Verkehr mit Richtern und Angeklagten volle Anerkennung zollt. Auch gilt Herr Schönstedt als ein eifriger Freund und Förderer von Kunst und Wiffensckaften. Breslau, 17. November. Wie der „Bresl. General- Anzeiger" mittheilt, wurde heute Vormittag in Berlin der Mörder der Elsa Groß festgenommen. Es ist der früher in Breslau wohnhaft gewesene Kaufmann Ernst S ch w a n d k e. Der Mörder hatte in Berlin eine Restauration eröffnet; er befindet sich bereits auf dem Wege nach Breslau. Leipzig, 17. November. Der erste Strafsenat des Reichsgerichts hat heute das gegen Frau Jsmert aus Metz wegen Verdachts der Spionage eingeleitete Verfahren eingestellt. München, 17. November. Der Schriftsteller Adolf Müller versaßt im Auftrage der socialdemokrattschen 1 LandtagSfraction eine Broschüre überdieFuchsmühler muß. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme r t . der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben die „Kreuzztg." vernimmt, heute der Entwurf eines Gesetzes gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima I zugegangen betreffend Abänderung des Strafgesetzbuchs, des Vorgänge, die in der nächsten Woche in der socialdemo- kratischen Buchdruckerei von Ernst erscheinen wird. München, 17. November. Von dem Oberbaherischen Waldbauernbund ist eine Eingabe an daS Ministerium beschlossen worden, die um eine zeitgemäße Umgestaltung deS Forst- und Jagdgesetzes in Bayern ersucht. Ausland. Paris, 17. November. Der heutige Ministerrath faßte den Beschluß, Anordnungen dahin treffen zu lassen, daß am Begräbnißtage deS Czaren beim Ehrendienst in der russischen Kirche zur Hälfte von Land- und Marine- truppen Spalter gebildet wird. Dadurch soll die Betheiligung der gesammten französischen Armee an der russischen Nationaltrauer bethätigt werden. Pari-, 17. November. DaS „Petit Journal" veröffentlicht heute ein Interview seines Redacteurs mit dem Krtegs- minister Mercier über die Dreyfuß-Affaire. Mercier sagte, unerklärliche Umstände haben unter meine Hände Schriftstücke gebracht, welche nur von einem Offizier herrühren und beweisen, daß der betreffende Offizier einer fremden Macht Mittheilungen gemacht, worin er nur im Amte Kenntniß bekommen konnte. Als ich Gewißheit erlangt, daß dieser Offizier Hauptmann Dreyfuß war, habe ich denselben gemäß meiner Pflicht sofort verhaften lassen. Ich hatte befohlen, die Untersuchung sehr geheim zu führen, um Dreyfuß, der vielleicht unschuldig ist, nicht zu entehren, event. seine Mitschuldigen zu entdecken. Die Jndiscretion hat jedoch Alles an den Tag gebracht. — Die Untersuchung wird vor nächster Woche nicht geschloffen. — Im Bureau, wo Dreyfuß beschäftigt war, fehlt kein Schriftstück. Die Sachen, die Drey- fuß bearbeitete, waren zweiten Rangs, weil derselbe im KtiegSministerium nur Functionen eines zur Dienstleistung Commandirten hatte. Dreyfuß war auch nicht im Besitze wichtiger Schriftstücke,- leider weiß ich nichts über Angabe und Natur derselben, welche er abschreiben konnte, außer denen, welche wir beschlagnahmt haben. Meiner Ansicht nach werden in der Anklage Artikel 76 und 80 in Anwendung gebracht. Wenn Dreyfuß verurtheilt wird, erhält er keine Todesstrafe, sondern Deportation. Paris, 17. November. Am Tage des Begräbnisses deS Czaren werden auf Befehl des Unterrichtsministers alle vom Staat subventionirten Theater geschlossen bleiben. Die Preffe fordert die anderen Theater auf, dasselbe zu thun. Loudtzn, 17. November. Die hiesige türkische Gesandtschaft machte der Presse osficiöse Mittheilungen über Ereignisse in Armenien. Darnach sind zahlreiche, stark bewaffnete armenische Räuber aus dem Auslande gekommen und haben sich mit den aufständischen Kurden verbunden, um gemeinsame Raubzüge zu unternehmen. Sie plünderten und verbrannten mehrere muselmännische Dörfer, wobei mehrere Einwohner ums Leben kamen. Militär, welches nach der Umgegend der ausgeraubten Ortschaften regelmäßig abgesandt wurde, konnte die Ruhe wieder Herstellen. Die Truppen haben sich jedoch keiner Ausschreitung schuldig gemacht und sind es die armenischen Räuber selbst gewesen, welche nach der Plünderung Eingeborene ermordeten. London, 17. November. Die Themse ist noch immer im Steigen begriffen. Zahlreiche Todesfälle wurden durch Ertrinken gemeldet, der Verkehr auf mehreren Bahnlinien ist unterbrochen, der Materialschaden ungeheuer. In Bath ist die Fluth im Fallen begriffen. Petersburg, 17. November. König Christian und Prinz Waldemar von Dänemark wohnten gestern Nachmittag und Abend dem Trauergottesdienst in der Peter-Pauls- Kathedrale bei. Nachmittags traf die französische Deputation ein, vom Großfürsten Wladimir, zahlreichen Militärs und einer begeisterten Volksmenge empfangen. / 1 -M Petersburg, 17. November. P>inz Heinrich von Preußen traf heute Vormittag hier ein und wurde am Bahnhofe vom Czaren, dem Großfürsten und den anwesenden fürstlichen Gästen empfangen. Petersburg, 17. November. Czar Nikolaus gab in einem an den Minister des Innern gerichteten Rescript seiner Rührung über die unzähligen Trauerkundgebungen anläßlich deS Ablebens seines Vaters Ausdruck. Sofia, 17. November. Am heutigen Gedenktage des Todes des Fürsten Alexander findet eine von dem deutschen protestantischen Gemeindepfarrer geleitete Trauer- feier in der Rosenmoschee statt. Die Gräfin Hartenau wohnt der Feier bei. Belgrad, 17. November. Die Monopolr egie übernahm den ausschließlichen Verkauf des Petroleums. Von Neujahr ab wird das Cigarettenpapier monopolisirt. Das Salz- und das Tabakmonopol überschritt im Bruttoerträge bereits im October den Voranschlag um 10 Millionen FrcS. Washington, 17. November. Nach officiöser Mittheilung wird morgen der japanische Ministerrath zusammen- treten zur Beschlußfassung über die Antwort, welche Japan der amerikanischen Regierung auf deren Angebot, zwischen Japan und China die Vermittelung zu übernehmen, er- theilen soll. Die japanischen SiegeSnachrichten über die angebliche Einnahme von Port Arthur stellen sich nunmehr thatsächlich als eitel Flunkereien heraus. Nach neueren Meldungen hätte das Bombardement der Japaner auf Port Arthur erst am Morgen deS 16. November begonnen. Es scheint demnach die falsche Nachricht von dem Falle Port Arthurs seitens der Japaner aus bestimmten Gründen absichtlich verbreitet worden zu fein. Die verschiedenen Meldungen von chinesischen Siegen über die Japaner mllffen indessen mit der gebührenden Vorsicht entgegen genommen werden. Der General Wei, einer der chinesischen Heerführer in der Schlacht von Ping-Yang, wurde wegen bewiesener Unfähigkeit in Peking enthauptet, während die Generäle Yeh und Nieh aus gleichem Grunde ihres Ranges und ihrer Ehrenzeichen entkleidet wurden. Die Vermittlung Nordamerikas zur Herbeiführung des Friedens zwischen Japan und China gilt als definitiv gescheitert. Treueste Depeschen bei Bureau «Herold*. Berlin, 18. November. Morgen Vormittag findet aus Anlaß der Beisetzung des Kaisers Alexander in der Capelle der russischen Botschaft eine Trauermesse mit darauffolgendem Requiem statt. Zu dieser Feier wird das Kaiserpaar erscheinen. Außerdem werden die Prinzen des königlichen Hauses, die hier weilenden Prinzen souveräner Häuser, sowie die Generalität und die Ritter des Schwarzen Adlerordens dem Gottesdienste beiwohnen. Berlin, 18. November. Zu Ehren der Exminister Eulenburg, Heyden und Schelling fand gestern Abend im Hotel Bristol ein Festmahl statt, welchem sämmtliche in Berlin anwesenden activen Staatsminister beiwohnten. n. Berlin, 19. November. Von unterrichteter Seite erfährt das Depeschenbureau „Herold", daß daS angebliche Interview eines auswärtigen Journalisten mit Caprivi als Reichskanzler in amtlichen Kreisen als erfunden bezeichnet wird. ES seien daher alle von den Blättern daran geknüpften Commentare, hauptsächlich bezüglich der Polenfrage, vollständig gegenstandslos. Ü. Petersburg, 19. November. Die Beisetzung des Czaren sand um 10J/2 Uhr bei trübem nebeligem Wetter statt.______________________________________________________ Coeofc* ttirö ptdoinsuiu» Gießen, den 19. November 1894. ** Turnerisches. Auf Einladung des hiesigen Kreis- ausschuß-Mitgliedes Helm weilten gestern die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses NotHermel- Darmstadt und Hei d e cker-Wiesbaden in unserer Stadt, um mit den hiesigen beiden Turnvereinen wegen der Vorbereitungen zu dem 1895 hier stattfindenden Mittelrheinischen KreiS-Turnfest zu berathen. Nach neueren Bestimmungen wird das ganze Festarrangement im Einver- ständniß und gemeinsam mit dem Kreisausschuß auf Grund der Preissatzungen und unter Berücksichtigung der bei früheren Festen gesammelten Erfahrungen, von dem geschäftsführenden Ausschuß des Mittelrheinkreises getroffen. Der Kreisvertreter Rothermel-Darmstadt gab die entsprechende Anleitung zur Inangriffnahme der zu entwickelnden Thätigkeit, erörterte die Art und Weise der Bildung der einzelnen Local-ComilLs und betonte, daß deren einmüthiges Jneinandcrgreifen viel zum Gelingen des Ganzen betzutragen habe. Der Kreis- Turnwart Heidecker-Wiesbaden gab seinen Wünschen nach turnerischer Richtung Ausdruck und erklärte nach sehr ein- gehender Besichtigung des Oswalds Garten, daß dieser Platz nur unter Einbeziehung des umliegenden Straßengeländes und des KnabenschulturnhofeS den Ansprüchen für das Fest genüge. Hiernach ist der Gießener Turnerschaft (welche darin völlig einig geht) eine feste Basis gegeben, auf der sie nun weiter arbeiten wird. Zwischen den beiden Gießener Turnvereinen besteht das beste Einvernehmen und ist auf ein glanzvolles Gelingen des Festes um so sicherer zu rechnen, als die Organisation zu demselben in den Händen von nach dieser Richtung erfahrenen und wohlerprobten Männern ruht. ** Der M'äuuer Turn Vereiu Gießen feierte am Samstag Abend im Saale des Felsenkellers sein neunteSStiftungs- fest durch einen stark besuchten und in bester Stimmung verlaufenen Commers. Chorgesang, Musikstücke, vierstimmige Lieder der im steten Aufblühen begriffenen GesangSabtheilung, Festrede und Ansprachen wechselten in reicher Fülle und boten der Anregung genug. Die zur Vorbesprechung turnerischer Angelegenheiten gerade in Gießen weilenden Herren Rothermel- Darmstadt, Kreisvertreter, und Heidecker-Wiesbaden, KreiS- turnwart, waren der Einladung des Vereins gefolgt und nahmen an der Feier Theil. Aus den gehaltenen Reden sei diejenige des Letztgenannten hervorgehoben, der unter allseitigem Beifall auf die Einigkeit der beiden hiesigen Turnvereine und auf das Gelingen des nächstjährigen Mittelrheinfestes in unserer Stadt toastete.^Auch wir schließen uns diesem Wunsch voll und ganz an. Gut Heil! ** Zauber-Vorstellung. Die am Sonntag Abend stattgehabte Vorstellung des berühmten UniversalKünstlers Herrn Capt. Gray-Goetz hatte sich eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Der stürmische Beifall, welchen Herr Gray mit feinen verschiedenen Experimenten, seinem Bauchreden und den gelungenen und originellen Schattenspielen, erregte, läßt hoffen, daß Herr Gray noch einige Vorstellungen geben wird. ** Coucert. Das gestern Abend in Steins Saalbau abgehaltene Concert deö Hessischen Fechtvereins „Waisenschutz" verlief aufs Beste. Insbesondere fanden die präcise auSgeführten Vorträge deS Bauer'schen Gesangvereins und die Soli, die theilweise wiederholt werden mußten, den besten Anklang, wie denn auch die Bauer'sche Civilcapclle ein ausgezeichnetes Spiel bot. Das Programm war recht gut zusammengestellt und brachte die beste Stimmung hervor. ** DaS Panorama in den Neuen-Bäuen^hat wieder eine ganz neue Serie diese Woche ausgestellt und zwar Paris und Carnots Trauerzug. Von Paris sehen wir die neuesten großartigsten Bauten und Sehenswürdigkeiten. Zum Schluß sehen wir den mit großem Pomp ausgeführten Trauerzug des Präsidenten Carnot. Unter Anderem die Aufbahrung Carnots im Elysee, der Präsident Casimir Perrier am Cata- falk, im Trauerzug und im Pantheon. Ferner die Truppen der Garnison Paris, das Gefolge. Diese Serie, welche durch die prachtvolle und natürliche Wiedergabe einzig schön ist, wird zu einem guten Besuch viel beitragen und wir machen unsere Leser deshalb besonders hierauf aufmerksam. ** Eisenbahureform und Zonentarif. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf den heute (Montag) Abend 8*li Uhr im „Postkcller" stattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Eduard Engel über „Eisenbahnreform und Zonentarif"' aufmerksam. DaS Thema ist von so allgemeinem und zeit- gemäßem Interesse, daß man dem „Kaufmännischen Verein", auf dessen Veranlassung der Vortrag gehalten wird, dankbar sein muß dafür, daß er der Bewohnerschaft Gießens Gelegenheit geboten hat, Näheres über die ohne Zweifel so nothwendigen Reformen in den modernen Verkehrsmitteln von berufener Seite zu hören. •* Schlagerei. In einer Wirtschaft am Asterweg ge- riethen vorigen Samstag Abend zwei Schreinergesellen in Streit, wobei der eine dem andern ein Bierglas an die Stirne warf und ihn derart verletzte, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. ** Einbruch. In der Nacht vom Samstag anf Sonntag wurde die Wasserbude am Neuenwegerthor erbrochen und ein geringer Geldbetrag, sowie Cigarren und Cigarretten daraus entwendet. An dem Wasserhäuschen in der GrÜnbergerstraße hatte der Dieb zuerst versucht einzubrechen, was ihm aber nicht gelang. Die Vorhängeschlösser hatte er wohl gesprengt, allein das Hauptschloß konnte er nicht öffnen. ** Schuldienst Nachrichten. Am 16. October wurde dem Schulamtsaspiranten Eugen Grim aus Dorndiel die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Haßloch, Kr. Groß - Gerau, — am 20. October wurden den Schullehrern Peter Kaffenberger zu Raibach und Heinrich Koch zu Rainrod Lehrer- ftellen an der Gemeindeschule zu Dornheim, Kr. Groß-Gerau, übertragen; — am 24. October wurde der provisorische Dirigent und erste Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß Gerau Lehramtsassessor Ludwig Kircher zum Dirigenten und ersten Lehrer an dieser Schule, unter Verleihung der Rechte eines definitiv angestellten VolkSschullehrerS, ernannt; — am 27. October wurde dem Schulamtsaspiranten Georg Hechler auS Alsbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seeheim, Kr. Bensheim, — am 31. October wurde dem Schullehrer Philipp Laubinger zu Eichenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu NösbertS-Weidmoos, Kr. Lauterback, — am 4. November wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Kurz aus Dirlammen eine Lehrerstelle an der Gcmeindeschule zu Treis a. d. Lda., Kr. Gießen, übertragen. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Martin Embach aus Mainz von der dortigen Staatsanwaltschaft wegen Diebstahls- Taglöhner Caspar Neu aus Wiesbaden von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Dienstknecht Gg. Petri aus Worfelden vom Amtsanwalt II. in Darmstadt wegen Betrugs. § VolkartShain (Kreis Schotten), 16. November. Der Besitzer einer Dampfdreschmaschine arbeitete seit einigen Tagen hier. Als heute die Maschine aus der Hofraithe eines Landwirths in eine andere Hofraithe gebracht werden sollte, konnte dieselbe nicht gut angefahren werden und wollte einer der Gehilfen mittelst einer Schraubenwinde die Maschine erst in die Höhe winden, um dadurch zum Anfahren zu gelangen, wobei die Fuhrleute bedeutet wurden, die Pferde vorher nicht anziehen zu lassen. Während dem Aufwinden zogen jedoch die Pferde an, die Schraubewinde schnellte zurück, brach entzwei und riß dem Gehilfen von drei Fingern je das erste Glied ab. § Mittel - Gründau, 17. November. Gestern Abend zwischen 5 und 6 Uhr brach in der Hofraithe deS früheren Gemeindeeinnehmers Lott auf eine bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches einen Strohhaufen im Werthe von 3- biß 400 Mk. gänzlich vernichtete. Dem energischen Eingreifen der hiesigen Einwohner ist es zu verdanken, daß das Feuer auf feinen Herd beschränkt blieb und die umliegenden Wohn- und Oeconomiegebäude nicht beschädigte. + Büdingen, 17. November. In der heutigen General- Versammlung wurden Herr Kammerdirector Korell als erster, Herr Apotheker G. K^raußer als zweiter Director, Herr Bürgermeisterei Secretär Türk als Rechner der hiesigen Spar- und Leihkasse neugewählt und der seitherige Rechner Reutzel in den Ruhestand versetzt. + Büdingen, 16. November. Im Anschluß an die Notiz in Nr. 268 dieses Blattes, betr. den Tod eines neugeborenen Kindes, und die Verhaftung der Großmutter desselben theilt man mit, daß heute auch die Mutter des Kindes, nachdem sie von dem Herrn Untersuchungsrichter aus Gießen hier vernommen worden war, gefänglich eingezogen wurde. BenSheim, 14. November. Heute Nachmittag ereignete fich in dem gegenwärtig hier anwesenden Berg',chen Löwentheater ein aufregender Vorfall. Der Bursche eines Carousselbesitzers, der neben der Thierbude sein Geschäft betreibt, begab sich während seiner Feierstunde in dieselbe und ergötzte sich an den anscheinend schlafenden Wüstenkönigen. Er streckte sogar seine Hand durch daS Zwingergitter und versuchte, einen Löwen zu streicheln. In demselben Augenblicke hatte die Löwentatze auch schon den Arm deS LiebkoserS erfaßt. Nur mit Noth konnte der Bursche sich der Gewalt des ThiereS entwinden. Die Hand und der Unterarm waren stark zerfleischt, sie wurden von einem herbeigerufenen Arzte verbunden. A Mainz, 18. November. In welcher Weise in einigen Zweigen und Gesellschaften des Versicherungswesens gewirth- schaftet wird, dafür lieferte eine gestern hier abgehaltene Generalversammlung der deutschenViehversicherungs- Anstalt einen sehr drastischen Beweis. Ueber genannte Anstalt, bei welcher die meisten Landwirthe der hiesigen Gegend ihr Vieh versichert haben, schweben schon seit längerer Zeit allerlei dunkle Gerüchte, die sich hauptsächlich auf die Geschäftsführung bezogen und der letzteren derartige Ordnungs- Widrigkeiten zum Vorwurf machten, daß schließlich eine Anzahl der Versicherten eine Kassen- und Bücherrevision beantragten und auch durchsetzten. In der gestrigen Generalversammlung sollte nun über die Revision Bericht erstattet werden. Schon vor Beginn der Versammlung kam eS zu lebhaften Auftritten, inbtW Deck' ein © wurde Haack die bei W wellst ttiltfllt'1 Wtt Mer langt, lammli rootttt schließ! 1 die bi aus ei hessisch welche hat d noch d den N auf b« brr SeMe fl/r sch Profils WonnS garten,: Wettbev dürfen b dieser B werden, halb der werden i 6,50 $1 Unzu, anftaltit iämmtlia * letzl/o Zeche„ Schorns werden, den Leu wurde \ zweifelt Ai broisft vergebet B Nr. 3 d @i t Di ta Ploi -acht Lage Gikj !,!9t 601 lan8 M Ri| . Das W Ulli Mun u ?Mni Me weis Mta« ,'garrenal Sn w Kffi mdcm die beiden Geschäftsleiter nur die Versicherten7in*die Versammlung lassen wollten, welche ihnen gewogen erschienen, ein Versuch, gegen welchen in der ernstesten Weise protestirt wurde. AIS nun gar die Revisoren in ihrem Bericht geradezu haarsträubende Unregelmäßigkeiten über das Kassenwesen und die Buchführung constatirten, kam es zu argen Tumultscenen, bei welchen die Geschäftsführer ihr Heil in der Flucht suchten, welche ihnen aber von der Polizei und den VersammlungS- mitgliedern verlegt wurde. Von einer größeren Anzahl der Letzteren wurde die sofortige Verhaftung der beiden GeschäftS- iührer und die gerichtliche Beschlagnahme der Bücher verlangt, während die Gemäßigteren eine Vertagung der Versammlung bis zur weiteren Klärung der Verhältnisse befürworteten, welchem Antrag nach allseitiger großer Erregung schließlich auch Folge gegeben wurde. A Vom Rhein, 18. November. Die Stadt WormS, die bis jetzt ohne eine stehende Rheinbrücke war, soll nun auf einmal zu zwei Brü-cken kommen. Redender von der hessischen LudwigSbahn zu erbauenden Eisenbahnbrücke, für welche den Ständen bereits eine Vorlage zugekommen ist, hat die hessische Regierung auch bei der zweiten Kammer noch die Erbauung einer Straßen- und Verkehrsbrücke Uber den Rhein bet Worms beantragt. Außer den Rücksichten auf den Landverkehr find für den letzteren Brückenbau bet der Regierung auch Erwägungen maßgebend, welche auf die Verbesserung der Abflußverhältnisse des Rheins gerichtet find. Die schon länger projectirte Erweiterung des Hochfluth- ProfilS ist nur durch Abtretben des rechtsufrigen Vorlandes Worms gegenüber, in der Gegend der jetzigen Station Rosengarten, möglich. Der Pan für die Brücke soll im allgemeinen Wettbewerb ausgeschrieben werden. Die Kosten derselben dürfen den Betrag von Mk. 3 310000 nicht übersteigen und dieser Betrag soll im Weg deS Sraatscredits flüssig gemacht werden. Die Brücke soll ihre Stelle etwa 100 Meter oberhalb der jetzigen Schiffsbrücke erhalten und eine Balkenbrücke werden mit Dammschüttung auf dem linken Ufer; mit einer 6,50 Meter breiten Fahrbahn und zwei 2 Meter breiten Fußwegen. verur-sehter. * 6»nrl (bei Dortmund), 16. November. Ein ent- fetzlicher Unglücksfall ereignete sich auf der hiesigen okche „Courl". An einem bis zu erheblicher Höhe gebrachten Schornstein sollten drei Arbeiter im Kübel herabgelassen werden. Hierbei riß das Seil und der Kübel stürzte mit ben Leuten herab. Zwei derselben waren sofort tobt, einer wurde schwer verletzt, so daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. a * Göttingen, 13. November. Einen demonstrativen Umzug hatten gestern Nachmittag hiesige Studenten veranstaltet. Auf einem großen Rollwagen saßen 30 Studirende, fämwtltch verkleidet, zum Theil auch als Dienstmann, Biermamsell, inmitten ein großes, an einer Stange befestigtes Plakat mit der Aufschrift „Pumpstation", und auf den Pferden 2 Herren mit Plakaten, enthaltend die Worte „Baarzahlung" und „Pumpshstems". Auch wurden hectographirte Zettel, „Zusätze zu den Paragraphen der Pumpcommission" vertheilt. (Bekanntlich haben sich die Speise- uud Gastwirthe Göttingens gegenseitig verpflichtet, Credit für Speisen und Getränke nur bis zum Ablauf jeden Monats zu gewähren. Red.) * der Pfalz, 16. November. Die Gemeinderathswahlen haben in dem Walddorfe Weidenthal, zwischen Kaiserslautern und Neustadt a. d. H., zu einer förmlichen Bauernschlacht geführt, in der die streitenden Parteien mit Schußwaffen, Dreschflegeln u. s. w. gegeneinander zogen. Im Dorfe ringen Katholiken und Protestanten um die Herrschaft, in Folge dessen eine Verbitterung eintrat, die vorgestern Abend zu blutigen Excessen führte. Verschiedene Wähler sind auch verwundet worden. Auch ein Mord bei Haßloch wird mit den Gemeinderathswahlen in Verbindung gebracht. • Cine hölzerne Kaiserkrone hat der Aufseher F. Eckel- mann auS Lohe vor Kurzem dem Kaiser übersandt. DaS Kunstwerk, aus 507 Wetdenhölzern und einem Kiefernholz gefertigt, wobei die Hölzer weder genagelt noch gebunden sind, hat die Anerkennung Kaiser Wilhelms gefunden und es sind dem „Autor" 30 Mk. als Gnadengeschenk aus der Privatschatulle deS Monarchen gesandt worden. * Ein kostspieliger Glaubenswechsel. Wie man dem „Wiener Tagblatt" mittheilt, tritt Hermann Königswarter zum Katholizismus über. Das Blatt bemerkt hierzu: „Diese Thatsache ist deshalb von allgemeinem Interesse, weil hierdurch eine Summe von einer Million Gulden wohlthätigen Zwecken zugewendet wird. Der Vater des Baron Hermann, Baron Moritz Königswarter, hat nämlich in seinem Testamente verfügt, daß in dem Falle, als einer seiner Erben sich taufen lassen sollte, derselbe verhalten ist, eine Million aus der Erbschaft für wohlthätige Stiftungen zu verwenden, und zwar sollen verwendet werden 400 000 fl. zur Errichtung einer Heilanstalt für Kranke ohne Unterschied der Confession, 200 000 fl. für das von Baron Moritz Königswarter errichtete israelitische Blinden-Jnstitut und der Rest in Theilbeträgen von je 25000 fl. für andere humanitäre Anstalten und Vereine. Indem Herr Baron Hermann Königswarter seine ererbte Confefsion verläßt, erwirbt er sich, ohne dem Juden- thum Abbruch zu thun, das Verdienst, eine Reihe wohlthätiger Stiftungen, welche für diesen Fall in Aussicht genommen waren, ins Leben gerufen zu haben." * Aerztliches Honorar. Die „Neue Fr. Presse" meldet aus Petersburg: Professor Leyden, dem ein tägliches Honorar von tausend Rubel zugesagt war, erhielt in Berücksichtigung seines hingebungsvollen Pflichteifers eine Pauschalsumme von 75- bis 100,000 Rubel. Sacharjins Ruf scheint einen starken Stoß erlitten zu haben, die Moskauer Gesellschaft verliert das übergroße Interesse an dem berühmten Kliniker. Lehden soll in Livadia Sacharjins bedeutende Kenntnisse gerühmt, zugleich aber erklärt haben, dast er durch die Art und Weise seines Umganges mit dem Patienten viel an Bedeutung verliere. kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde. Montag den 19. November, Abends 8 Uhr: Bibelsturrbefim Confirmandensaal der Johannekklrche. Erster Brief des Johannes Cap. 2: In Christo sein und in Christo wandeln. Pfarrer Dr. Naumann. Verkehr, Land- unb Volkswirthschaft. Srünberg, 17. November. Fruchtpreise. Wetzend. 11,62, Korn A 11,54, Gerste A 9,36,8Hafer \A 8,84, Erbsen A 12,00, Linsen .*300,00, Wicken A 00,00, Lein A 00,00, Kartoffeln A 0.00, Samen A 00,00. Spitlpla» Her vereinigten Irankfurter LtaMhent« Operuhau». Dienstag den 20. November Lohengrin. Mittwoch dm 21. November geschlossen. Donnerstag den 22. November: Afrikanerin. Freitag den 23. November: Hänsel und Gretel. Cavalleria rnaticana. Samstag den 24. November: Der König hats gesagt. Sonntag den 25. November, "Nachmittags 3Vt Uhr: Obersteiger. Abends 7 Uhr: Robert der Teufel. Schauspielhaus. Dienstag den 20. November: Tartuffe. In Civil. Mittwoch den 21. November geschlossen. Donnerstag den 22. November: Madame SanS-Göne. Freitag den 23. November. Die Wahrheit wtllNtemand Herbergen. Das heißEyfen: Die WiderspSnstige. Samstag den 24. November: Abschieds- Vorstellung der Frau Eleonore Düse mit ihrer Gesellschaft: Facciamo Divorzo (Cyprienne). Sonntag den 25. November, Nachmittags 31/, Uhr: Madame SanS-G6ne. Abends 7 Uhr: Kameraden. Montag den 26. November: Schmetterlings- fchlacht. Foulard-Seide 95 Pf. bis 5.85 p. Mk. — japanesische, chinesische rc. in den neuesten DessinS u. Farben, sowie schwarze, weiße und farbige Henneberg-Seide von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, karrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins 2C.), Porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 8081 Seiden-Fabrik G. Henneberg (k. u. k. Hoti), Zürich. Stetig steigender Absatz seit 1880 findet der berühmte Hollstud. Tabak bet ».»velLvr-in Seesen a. 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Die Rechnung der Armenkasse, deren Anhang, und die Rechnung der Plocktschen Stiftung für das Etatsjahr 1893/94 liegen während Tagen auf dem Bürgermeisterei-Büreau zu Jedermanns Einsicht offen. Gießen, den 17. November 1894. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ________________Gnauth. 9477 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Kefselbach für 1895/96 liegt vom 2i. d. Mts. an auf dem Bürgermeisterei-Bureau acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten offen. Kesselbach, den 17. November 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Kefselbach. Stein. 9488 4359 Das schönste Fest der Kinder, das liebe Weihnachtsfest, nähert sich -wieder und mit demselben tritt wiederum die Aufgabe an uns heran von freiwilligen Beiträgen und dem Ertrag gesammelter Cigarrenabfälle armen Kindern unserer Stadt durch Bekleidung eine Weihnachtsfreude zu bereiten. In Folge allseitiger Anerkennung und wirksamer Unterstützung unserer Bestrebungen von Seiten des hiesigen Publikums ist es uns möglich, für .die armen Kinder etwas zu thun. Die uns in diesem Jahre vorg'elegte Lifte weist wiederum eine große Anzahl armer Kinder auf. Wir richten deßhalb auch in diesem Jahre an die Bewohner Gießens (Raucher und Nichtraucher), die herzliche Bitte, uns durch Übermittelung etwaiger Cigarrenabfälle, sowie durch freiwillige Geldbeiträge unfern Fonds erhöhen zu helfen, damit es uns ermöglicht wird, auch am diesjährigen Weihnachts feste einer größeren Anzahl Kinder eine geeignete WeihnachtSbescheerung bereiten zu können. Cigarrenabfälle und Geldbeiträge werden bei unseren Sammelstellen, Herrn Buchbinder Adolf Bourgeois, Friseur G.Gerhardt, Bibliothek^ custos Emil Heufer, Emil Kalbfleisch und H. Schnell gern entgegengenommen. Der Verein Jugendfreund. Thüringisches Technikum Ilmenau, 1. Höhere Fachschule für: Maschinen-Ingenteure und Elektrotechniker. 2. Mittlere Fachschule für: Maschinen- und Mühlen-Tochniker, Werkmeister und Müller. Weitere Auskunft erteilt Direktor Jentzen. Mittwoch den 21. Noember, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bteker'schen Saale versteigert: Sophas, Commoden, Schränke, Tische, 7 Spiegel, 1 Pianino, 2 Hobelbänke, 18 Kanarienvögel, 4Blutfinken, 1 großes Oelgemälde (Landschaft), Stahlstiche, 1 großer verzierter Spiegelrahmen, 1 Sommerwagen, 3 schwere Wagen u. a. m. Geißler, 9489________________Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Montag den 26. November 1894, Nachmittags von 1 Uhr ab, läßt der Gastwirth und Metzger H. freund in Krofdorf Nach- folgendes öffentlich meistbietend ver- Eanfen : 1 Pferd mit Geschirre, 1 Erntewagen, 2 kleinere Wagen, 1 Pflug, 1 Jauchenfaß und sonstige kleine Gegenstände, 1 Egge, sowie mehrere Wagen Dünger.s___________9472 MdI. Schlachthaus. Freibank. 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