Nr. 246 Der Hleß-ner Anzeiger crscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Ilamitien ötällcr werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bcigelegt. Erstes Blatt. Samstag den 20 October 1894 Gießener Anzeig er Kenerat-Unzeiger. vierteljähriger Aßonncmentsprets: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog«» 2 Mark 5U Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutgrahe Kr.7^ Fernsprecher 51. Anrts- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. chrafisöeikage: Hießener KamitienbkäLter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. JJmtlid?«*» Theil. Gießen, den 17. Oct ob er 1894. Betr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Die eingesandten Schülerverzeichnisse werden in den ersten Tagen br. m. an Sie zurückgehen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach, hier die Arbeiten des III. Abschnittes vom I. Felde. Es wird hiermit zur Kenntniß der Betheiligten gebracht, »aß die rubr. Arbeiten, nämlich: 1. Die Zutheilungskarten, 2. Das Zutheilungsverzeichniß, 3. Die Gütergeschoffe, 4. Das AbschätzungSverzeichniß der übergehenden Obstbäume, 5. Das Besitzstandsverzeichniß über die aus der Gemarkung Garbenteich infolge GemarkungSgrenzregu- lirung zugezogenen Grundstücke, 6. Das Protokoll der Commission vom 11. August 1894 über verschiedene Abänderungen am Meliorationsplane, in der Zeit vom 23. ds. Mts. bis einschließlich 5. November 1894 auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Steinbach zur Einsicht offen liegen und daß vom 1.—3. November ein Geometergehilfe zur Auskunfts- ertheilung bereit sein wird. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen gegen rubr. Arbeiten wird auf Mittwoch, den 7. November er., Vormittags von 10—12 Uhr im Rathhanse zu Steinbach anberaumt und weise ich die Bethelligten noch besonders darauf hin, daß dis Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschloffeü sind. Gießen, den 18. October 1894. Der Pollzugs-Commifsär Dr. Wallau. Deutscher Reich. Berlin, 18. October. Kaiserin AugusteVictoria tritt am bevorstehenden Montag in ihr 3 7. Lebensjahr ein, aus welchem Anlaß daS deutsche Volk im Geiste der erlauchten Monarchin seine herzlichsten Wünsche darbringt. Längst hat sich ja die regierende Kaiserin durch die sie zierenden mannigfachen persönlichen wie häuslichen Tugenden, vor Allem aber durch die echt menschliche Theilnahme, die sie den Unglücklichen, den Verlassenen und Elenden entgegenbringt, die innigste Zuneigung und die unbegrenzte Hochachtung der weitesten Volkskreise erworben. Lebhaftes Interesse nimmt man daher in der Nation an allen öffentlichen Acten und Handlungen der hohen Frau, wie an dem so überaus glücklichen Familienleben, welches sie an der Seite ihres kaiser- l.chen Gemahles und umgeben von einer blühenden Kinderschaar führt. Möge der Pfad der allverehrten Kaiserin auch in dem anhebtnden neuen Lebensabschnitte nur stets ein sonnenbeglänzter fein! Ausland. Paris, 18. October. Die Frage, ob die Franzosen einen Krieg gegen Madagascar werden führen müssen oder ob die Beilegung der französisch-madagassischen Differenzen noch gelingen wird, steht unmittelbar vor ihrer Entscheidung. Der Spectalgesandte Frankreichs, Le Myre de Vilers, hat ber Howas-Regierung in Tanamarivo das Ultimatum Frankreichs überreicht. Dasselbe fordert das vollständige und facttsche Protectorat Frankreichs über Madagascar und Zu« laffung einer französischen Garnison in der Hauptstadt Tana- nartvo. In Paris sieht man einer ablehnenden Antwort der HowaS. Regierung entgegen, weshalb denn auch die fran- zöstschen Expeditionstruppen nach Madagascar zur sofortigen Einschiffung bereitstehen. Petersburg, 18. October. In dem Auf undNieder der Meldungen über das Befinden des Czaren gelangen endlich die düsteren Nachrichten zum Uebergewicht- ein officielles Petersburger Bulletin giebt jetzt selber zu, daß die Nterenkrankhetl des russischen Herrschers sich nicht gebessert hat und daß seine Kräfte im Schwinden begriffen sind. Wenn trotzdem von der angeblich am Mittwoch erfolgten Abreise des Czaren von der Krim nach Corsu gerüchtweise verlautet, so würde dies wohl nur beweisen, daß die Aerzte einen letzten verzweifelten Versuch machen, dem schwer leidenden 1 Monarchen durch die Ueberführung nach Corsu wenigstens ! Linderung zu bringen. Neueste Nachrichten» Wolffv teiegr«pbischeS -oriespondorz-Bureau Berlin, 18. October. Die „Kreuzzeitung" meldet: Der Viceadmiral z. D. Henk ist gestern gestorben. Berlin, 18. October. Der Colonialrath erledigte i in der heutigen Vormittagösitzung zunächst die zur Begut- ( achtung vorgelegten Etatsentwürfe für Kamerun, Togo und ! Südwestafrika. Der Etat von Kamerun gab Anlaß zu ein- , gehender Berathung, namentlich wegen der Vorschläge zur Erschließung des Hinterlandes. Woermann warnte vor Entsendung einer größeren kriegerischen Expedition und wünschte kleinere, ausschließlich für Handelszwecke. Bei der Berathung des Etats für Südwestafrika wurde die Frage einer besseren Schiffspostverbindung sowie der Besiedelung bis zur Berathung der Vorlagen verschoben. Am Nachmittag erfolgte die Berathung und Beschlußfassung über Regelung der Auswanderung nach den Schutzgebieten. Der Colonialrath empfiehlt, gesetzlich anzuerkennen, daß die Ueberfiedelung Reichsangehöriger in deutsches Schutzgebiet nicht als Auswanderung zu betrachten sei, ferner die Ueberfiedelung möglichst zu erleichtern, insbesondere die Leistung der allgemeinen Wehrpflicht in den Schutzgebieten zuzulassen. Berlin, 18. October. Der berüchtigte Berliner Bankier Hugo Löwy ist aus dem Zuchthause in Rawitsch entflohen. Mit ihm ist ein Wärter verschwunden. Berlin, 18. October. Die Entweichung des früheren Bankiers Hugo Loewy aus dem Zuchthause in Rawitsch soll mit Hülfe eines Gefängnißbeamten erfolgt sein, der gleichzeitig verschwunden ist. Man nimmt an, daß Beide über die russische Grenze gegangen sind. Das umlaufende Gerücht besagt, daß es sich um einen lang vorbereiteten Plan handele, zu dessen Gelingen der durch die Macht des Geldes verführte Gefängnißbeamte mitgearbeitet habe. Es wird erzählt, daß eine Summe von 25,000 Mark das Lockmittel gewesen sei, dem der Aufseher erlegen sei. Inwieweit dies indessen zutrifft, wird erst die Untersuchung ergeben. Berlin, 18. October. In einer Zuschrift an die „Berliner Zeitung" erklärt Virchow bezüglich seiner Stellung zu dem Werthe des Diphtherie-Heilserums, es sei ein Jrrthum, ihn für das Heilmittel ungünstig gestimmt zu halten. Er meine nur, die bisherigen Erfahrungen gestatteten noch nicht ein Urtheil über die Dauer der Immunität beim Menschen und über die erforderliche Dosengröße. Er meine ferner, daß die Heilwirkung keine absolute sei, sowie daß es nicht sicher zu beurtheilen sei, wann diese erwartbar ist. Nichtsdestoweniger halte er es für eine zwingende Pflicht, das Mittel anzuwenden. — Die Stadtverordneten genehmigten heute 6000 Mark zur Beschaffung von Heilserum für die städtischen Krankenanstalten. Potsdam, 18. October. Anläßlich der heutigen Fahnenweihe sand um 5 Uhr Nachmittags im neuen Palais ein Diner von 300 Gedecken statt, an dem außer dem Kaiser, der Kaiserin und dem König von Serbien die zur Fahnenweihe anwesenden deutschen Fürstlichkeiten, Prinzen und Prinzessinnen sowie die Generalität rc. theilnahmen. Der Kaiser brachte unter Hinweis auf die besondere Bedeutung des Tages einen warmen Trtnkspruch auf die Armee auß. Potsdam, 18. October. Der Kaiser verlieh dem König von Serbien den Schwarzen Adlerorden. Elbing, 18. October. Bei der Landtags-Ersatzwahl für Elbing-Marienburg fielen von 314 Stimmen 298 auf den Landrath a. D. Rittergutsbesitzer Birkn er- Cadinen (conservativ und Agrarier). Rechtsanwalt Stadtrath Wagner-Graudenz, der Candidat der Nationalliberalen, erhielt j 16 Stimmen. Tiflis, 18. October. Bei dem Brande einer Naphta- fontaine in Grosny find 17 Arbeiter verbrannt. Petersburg, 18. October. Dem „Regierungsboten" zufolge macht die Braut des Thronfolgers, Prinzessin Alix von Hessen, bemerkenswerthe Fortschritte in ber ' Erlernung der russischen Sprache. Dieselbe habe sich bis ! zum October, erst in England und dann in Deutschland, eifrig mit der Geschichte ber Glaubenslehre unb der Liturgie ! ber orthodoxen Kirche beschäftigt. Die erfolgreiche Absol- . virung dieser Beschäftigung, welche der ProtopreSbyter ' Janyschew leitete, habe letzterem gestattet, sich gegenwärtig nach Livadia zu begeben, um das Amt des Religionslehrers der Kinder des Kaiserpaares wieder aufzunehmen. Ncwyork, 18. October. Gestern versammelte sich eine große Menge vor dem Gerichtshause ber Stadt Washington in Ohio, um einen wegen eines Sittlichkeitsvergehens zu Zuchthaus veruriheilten Neger zu lynchen. Die Miliz feuerte auf bie Menge, wobei fünf Personen getöbtet unb 23 verwunbet wurden. In ber Stabt herrscht große Aufregung. Gestern Abend um 11 Uhr war das Gerichtshaus noch von der Menge umlagert. Tientsin, 18. October. Reutermeldung. Nach einer Depesche aus Port Arthur vom 16. d. M. verließen die Japaner Thornton Haven in der Bah von Korea und begaben sich nach Taitong, welches sie befestigten. Gerüchtweise verlautet, daß am 15. ds. Mts. eine große Schlacht nördlich vom Aaluflusse ftattgefunben habe, doch fehlen Einzelheiten. Die chinesischen Beamten wissen von dem Gerüchte nichts. - WB. Petersburg, 19. October. Das „Nordbureau" meldet, daß bis Abends 7 Uhr im Befinden des Kaisers keine Veränderung eingetreten sei. Devefchen bei Burern „Herold^. Darmstadt, 18. October. Hier treffen über das Befinden des Czaren sehr schlechte Nachrichten ein. Prinzessin Alix reist morgen in Begleitung ihrer Schwester nach Livadia. (S. Privatdepesche.) Berlin, 18. October. Bei der heute programmmäßig verlaufenen Fahnenweihe hielt der Kaiser eine Ansprache an die Truppen, wobei er an den 18. October als Gedenktag für Heer und Land erinnerte. Ferner gedachte der Monarch seines Großvaters, welcher im Jahre 1861 ebenfalls am Denkmal Friedrichs des Großen die Fahnenweihe vollzog. Im weiteren Verlauf seiner Rede äußerte sich ferner der Kaiser wie folgt : „Der heutige Tag erinnert daran, daß damals wie heute die Reorganisation des Heeres oft wiß* verstanden und in ungerechter Weise bekritelt ward. Die Ereignisse haben aber meinen Großvater gerechtfertigt und es hat sich gezeigt, daß damals wie heute die einzige Säule das Militär ist- wie zu jener Zeit, so herrscht auch heute noch Zwietracht im Volke. Von Euch verlange ich aber unbedingten Gehorsam, Treue bis in den Tod und ferner, daß Ihr den Fahnen folgen werdet gegen jeden äußeren unb inneren Feind. Berlin, 18. October. Dem Vernehmen nach hat der Reichskanzler bisher noch nicht entschieden, ob gegen baß Urtheil der Potsdamer Disciplinarkammer in Angelegenheit des Kanzler Leist Berufung an den Disciplinarhof in Leipzig erhoben werden soll. — Der Co l onialr ath ist heute im Auswärtigen Amt zusammengetreten. Berlin, 18. October. Der „Vorwärts" bringt in seiner heutigen Nummer einen Geschäftsbericht des social- demokratischen Parteivorstandes pro 1893/94. Derselbe, welcher für den Frankfurter Parteitag bestimmt ist, gibt bie Einnahmen der Parteikasse auf 330877.18 Mk. an. Gegen 19 Parteiblätter wurden mit 45 000 Mk. fuboentlonirt. Der Reingewinn beß „Vorwärts" stellt sich in biefem Jahre auf 47 504.50 Mk. Berlin, 18. October. Die Criminalpolizei ist fortwährend mit neuen Erhebungen und Haussuchungen beschäftigt, welche mit dem im nächsten Monat zu verhandelnden großen Wucherprozeß gegen den verhafteten Bankier Treuherz unb dessen 7 ebenfalls verhafteten Genossen im Zusammenhang stehen. Treuherz, der Hauptangeklagte, ein mehrfacher Hausbesitzer, wirb von Rechtsanwalt Friedmann verthetdigt. Berlin, 18. October. Die Blätter bringen heute weihevolle Artikel zum Gedächtniß des Geburtstages deS Kaisers Friedrich. Berlin, 18. October. Nachrichten aus Petersburg zufolge hat sich der Zustand beß Czaren merklich verschlimmert, bie allgemeine Schwäche unb bie Herzschwäche sollen zugenommen haben. — Der Thronfolger soll schon Inden nächsten Tagen zum Regenten ernannt werden. Als Mitregenten werden die Minister Woronzow-Daschkow, Pobjedo- noszew, Durnowo, Witte, WannowSki und ber Staatssecretär Kulmosin functioniren. Brüssel, 18. October. „Patriote" sagt, wenn die ßibet ralen am nächsten Sonntag für bie Socialisten stimmen, wie es liberale Blätter verlangen, so wird bie socialistische Revolution in Belgien zuerst ausbrechen unb bie preußischen Ulanen über die Grenze rücken. Brüssel, 18. October. Das Organ ber christlichen De- mokraten „Union" fordert in einem längeren Artikel die Liberalen auf, ihre Stimmen im eigenen Interesse am nächsten Sonntage für die Katholiken abzugeben. Die Republik stehe in Aussicht, wenn nicht die socialistischen Elemente durch eine clerikale Mehrheit von der Kammer ferngehalten würden. Paris, 18. October. Die chauvinistische Boulevardpreffe weist heute die von CriSpi an Verdi nach Parts gesandten Liebesbezeugungen für das französische Volk zurück und sagt, daß die Musik zwar die Sitten bessere, aber keine Handelsverträge und Anleihen bei den Franzosen bewirken könne, außer — Italien trete aus dem Dreibund aus. Die Franzosen sehen mit Mißtrauen das gleichzeitige Entgegenkommen Crispis und deS deutschen Kaisers und können dem ersteren nicht vergesien, daß im Blumenstrauß Caserios sich auch ein Dolch befand. Paris, 18. October. Der Ausschuß der Directoren der Weltausstellung von 1900 hat sich gestern im Handelsministerium vereinigt. Derselbe hat die Verlhetlung der Arbeiten unter die Commissionen festgesetzt und einen Tag bestimmt, an welchem jede dieser Commissionen etnberufen werden soll. Paris, 18. October. Die Presse bespricht in längeren und heftigen Artikeln die Nachricht, daß Prinz LouiS Napoleon nach Paris komme, und einige Blätter verlangen die Anwendung des Prätendenten-Gesetzes von 1885. Eine Ausweisung wird jedoch nickt erfolgen, da der Prinz Louis nicht als Chef des HauseS Bonaparte angesehen wird. Petersburg, 18. October. Es wird hier behauptet, die Reise des Czaren nach Corsu sei hauptsächlich deshalb aufgegeben worden, weil sich der Kaiser hartnäckig weigere, dort Aufenthalt zu nehmen und er glaube, daß er nicht so krank fei, wie die Aerzte behaupten. nn. Darmstadt, 19. October. Soeben ist Prinzessin Alix nach der Krim abgeretst, begleitet von Prinzessin Victoria von Battenberg und General v. Werner. Zur Verabschiedung hatte sich der Großherzog, die Groß herzogin und Prinzessin Heinrich eingefunden. total#» ttttfr Lrsvtnzielle». Gießen, den 19. October 1894. * * Ordens - Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 13. September dem Schullehrer Johann Walz zu Ober-Bessingen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen. * * Oeffeutliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Bäckergesellen Johann Georg Arnold in Bischofsheim in Anerkennung des von demselben bet der Rettung des Technikers Ludwig Penk von dort vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens eine Geldprämie zu verleihen geruht. * * Aus dem Gerichtsdieust. Seine Königliche Hoheit der G r o ßh erzog haben Allergnädigst geruht, am 17. Oct. den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Htrschhorn Dr. Georg Best zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, den Staatsanwalt bei diesem Gericht Max Schill in g-TrygoPhorus zum Amtsrichter bet dem AmtSgerickt Hirschhorn, den Gerichtßassessor Fritz Zimmermann aus Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem genannten Landgericht und den Gerichtsasseffor Dr. Karl Langsdorf aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Vilbel zu ernennen. * * Nebeubahu Gießen Gladenbach. Im Einvernehmen mit Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat nach einer Mittheilung des „D. T. Anz." das Großherzogliche Ministerium der Finanzen den Herren Hager und Laus- berg zu Köln gemäß § 1 der Verordnung vom 13. Juni 1885, betreffend den Bau und Betrieb von Nebenbahnen, die Erlaubniß zur Vornahme von Vermessungs- und Vorarbeiten für die Anlage einer Nebenbahn von Gießen über Heuchelheim in der Richtung auf Bieber, insoweit dabei das hessische Staatsgebiet in Betracht kommt, und beschränkt auf die Zeit bis zum 1. September 1895, ertheilt. * * Warme Eiseubahu-Coupes. Die Großh. Dtrection der Oberhessischen Eisenbahnen hat gestern die Stationen angewiesen, von heute an bei kühlem Wetter die Züge zu Heizen. * * Elektrische Riesen-Lichtbilder. Die in der gestrigen Vorstellung im Saale des CafL Leib durch Herrn Physiker Albus vorgeführten Riesen-Lichtbilder waren ungemein interessant und fanden den lebhaftesten Beifall des Publi« kums. Außer einigen zur Darstellung gebrachten mikro- scopischen Präparaten war es vorzüglich die Darstellung der Nordpol-Expedition Nordenskjölds, welche die Zuschauer fesselte. Hierauf folgten Naturschönheiten der Alpenwelt, Kunstwerke der Architectur und Bildhauerei, humoristische Bilder und farbensatte Chromatropen. Die Bilder impo- nirten durch Schärfe, Plastik, naturwahren Farbenreichthum und brillante Beleuchtung. Der Saal war bis auf den letzten Platz ausverkauft. * * Panorama. Von morgen (Sonntag) ab gelangt im Panorama, Neuenbäue 1, eine ganz neu aufgenommene Serie und zwar eine Reise durch Italien zur Aus- stellung. Es ist der schönste Punkt am Lago-Maggiore, Como und Lugano-See, wovon wir unter Anderen nur Jsola-Bella, San Salvatore, Ortdo-Grotte, Torno, Pescatori, Dampfer und Barken auf dem See, Sonnenaufgang auf dem See, Ungern rc. nennen wollen. Bei dieser herrlichen Serie wird ein guter Besuch zu erwarten sein. * * Eisvereiu. (Unlieb verspätet.) In der am 16. d. M. abgehaltenen, nicht sehr zahlreich besuchten General- Versammlung erstattete der Vorsitzende den Jahres- Bericht. Der Verein hat nahezu 600 Mitglieder- die finanzielle Lage ist eine günstige zu nennen. Die Stadt- verordneien-Versammlung hat auch diesmal wieder die Wiesen in den Eichen zu den üblichen Bedingungen dem Eisverein überlassen- allerdings sind demselben die durch Verlängerung der Moltkestraße nöthigen Neuanlagen eines Querdammes entstehenden Kosten zur Hälfte auferlegt worden. Der Jahresbeitrag beträgt wie seither 2 Mark pro Mitglied, für jedes weitere Familienmitglied ist eine Beikarte zu 50 Pfg. zu lösen. Mit der Erhebung der Betträge wird nächste Woche begonnen werden. Neuanmeldungen werden von dem Vereinsrechner Herrn W. Fritsch, Bahnhofstraße, schriftlich oder an den Eistagen an der Kasse auf der Eisbahn mündlich entgegengenommen. In den Vorstand des Vereins wurden für 1894/95 folgende Herren gewählt: Jean Kirch, 1. Director- Rechtsanwalt Dr. Fuhr, Stellvertreter- Geh. Hofrath Prof. Dr. L a s p e y r e s, Eiswart- Prof. Dr. N e t t o, Stellvertreter-AssefforWolff, Laufwart- Direktor Dr. Landmann, Stellvertreter- Dr. Erb, Geräthewart- Reg.-Bau- meister Wtßmann, Stellvertreter- Verwalter der Tageskarten Realgymnasiallehrer Geiger- Ernst Balser, Stellvertreter - Polizeirath Fresenius, Dr. Finger, Pro- vtnzialdirecror Freiherr von Gagern, Oberbürgermeister Gnauth, Hauptmann Goldmann, Professor Himstedt, Freiherr von Ricou, Oberst und Regimentscommandeur von Rosenberg, Stadtbaumeister Sch man dt. Es wird vorläufig nur ein Zugang zur Eisbahn stattfinden und zwar von dem Fußweg der verlängerten Moltkestraße aus. W. Lich, 18. October. Wie wir bereits meldeten, prangte Lich anläßlich des Einzuges des neuvermählten Erbprinzenpaares schon gestern in schönstem Festschmuck. Das Stationsgebäude der Oberhessischen Bahnen hatte in den hessischen und Fürftl. Lich'schen Farben geflaggt. Die Stadt selbst machte einen sehr festlichen und würdigen Eindruck. Ucberall Fahnen, Laubgewinde und Kränze! In schöner Harmonie flatterten die Fahnen in verschiedenen Farben bunt durcheinander. Vor dem Schlöffe erhob sich ein förmlicher Wald von Masten, an denen die Vielfarbigkeit der Flaggen noch größer war, als in der Stadt selbst. Die eigentliche Feststraße vom Butzbacherthor, durch die Butzbacherstraße und Brauergaffe, durch die das Erbprinzenpaar einzuziehen hatte, glich einer Via triumphalis, welche am Thor ihren Abschluß durch eine Ehrenpforte fand, an deren Außenseite mit kräftigen, markigen Buchstaben, ein Willkommen, weithin von der Landstraße wahrnehmbar, angebracht war. Es war in Lich mit einfachen Mitteln decorativ wirkungsvoll sehr viel geleistet. Dazu kam der prächtige Sonnenschein- auf den Straßen des sonst so stillen Städtchens die freudig erregten Menschen in ihren Festtagsgewändern, die vielen Fremden, welche herbeigekommen waren, um das Fest des fürstlichen Hauses und der Sicher Bevölkerung mitzufeiern. Gegen 3 Uhr fuhr dec Stadtvorstand in zwei Equipagen dem jungen Paare bis zur Gemarkungsgrenze entgegen. Siebenzig weißgekleidete junge Damen mit Schärpen, abwechselnd in den Farben des Solms-Licher und des Stolberg- Wernigeröder Hauses durchzogen die Feststraße, um paarweise zwischen grünen Tannenbäumchen an beiden Seiten der Butzbacherstraße vom Thore aus zur Spalierbildung Aufstellung zu nehmen. Die Führerin und Sprecherin dieser Schaar war die Tochter des Oberamtsrichters Süffert-Lich. Hieran reihte sich die Sicher Feuerwehr, dann kamen die Vereine mit ihren vielen Fahnen und Bannern. Die Zöglinge der Präparanden-Anstalt und die Schuljugend bildeten den Schluß. Um 3/44 Uhr begannen die Glocken der Stadt zu läuten, für die harrende dichtgedrängte Menge das Zeichen, daß der Erbprinz mit seiner Gemahlin das Sicher Gebiet erreicht habe. Kurze Zeit darauf intonirte die Capelle des Kaiser Wilhelm-Regiments den Möllendorf - Marsch undmit militärischer Pünktlichkeit passirte um 4 Uhr die Spitze des Zuges das Butzbacher Thor. Voran ritt auf prächtigem Rappen Hauptmann Baur in der Tracht der alten Solmser Truppe. Unter Führung des Forstaffessors Clemm trabten ca. zwanzig ehemalige Cavalleristen unter der Ehrenpforte zur Stadt hinein. Sie waren mit noch 20 ehemaligen Cavalleristen, welche die Escorte hinter dem jungen Ehepaar bildeten, den Herrschaften entgegen geritten. Nun kam, von vier kräftigen Füchsen gezogen, die Equipage mit dem fürstlichen Paar, und brausender Jubel der Menge übertönte selbst die Musik, welche schwieg, als das Gefährt die Ehrenpforte passirt hatte und anhielt. Die Prinzessin winkte huldvoll dem Fräulein Süffert, näher zu treten und nachdem die junge Dame sich verbeugt, überreichte sie der Prinzessin einen wundervollen Blumenstrauß mit folgender Ansprache: „Hohe Frau wollen gütigst diesen Blumengruß von den Jungfrauen Lichs entgegennehmen. Möge die Blume, welche Se. Durchleucht in das Schloß seiner Väter und in unsere Stadt einführt, blühen und gedeihen zu aller Segen." Dankend nahm die Erb- Prinzessin die duftige Gabe entgegen. Der Zug setzte sich hierauf nach dem Schlosse zu wieder in Bewegung und schwenkte die Musik hinter die den Wagen begleitende Caval- cade ein, welcher sich die Spalierbildenden in langem Zuge anschlossen. Nachdem das junge Paar dem Wagen entstiegen, nahm dasselbe, umringt von der Familie und den Gästen des Fürsten Solms-Lich auf dem Altan des Schloffks die Huldigung der Personen des vorübergehenden Zuges entgegen. Der Erbprinz trug die Uniform des Garde-Husaren- Regiments, seine Brust schmückte das Band des ihm jüngst vom Großherzog von Mecklenburg verliehenen Greifen-Ordens, die Erbprinzessin war in einen lachsfarbenen, mit Pelz besetzten, seidenen Reisemantel gehüllt. Der Vater des Erbprinzen trug große Generals Uniform. In Verbindung mit den Verwandten und Gästen, wovon die Herren meistens Cavallerie-Uniformen trugen, bot die Gruppe auf dem Altan dem Beschauer ein farbenprächtiges Bild. Der Zug bewegte sich hierauf vom Schlöffe nach dem Rathhause, wo er sich auflöste. Im großen Prunksaal des Schlosses fand von 6—8 Uhr die Gala Tasel zu 52 Gedecken statt. Der Raum, dessen Wände mit kostbaren Gobelins aus dem 16. Jahrhundert behangen, war durch unzählige Kerzen und Flammen feenhaft erleuchtet. Im Nebensaal concerttrte die Capelle unseres Kaiser Wilhelm- 1 Regiments. Unter den Klängen des Hochzeitsmarsches aus > dem Sommernachtstraum betrat die fürstliche Familie mit ihren Gästen den Speisesaal und nahm an der Tafel Platz. An einer kleinen Nebentasel waren für die jüngere Generation 12 Gedecke aufgelegt. Nach beendeter Tafel gegen */49 Uhr brachten die Vereine und die Bürgerschaft Lichs dem Erbprinzenpaar zu Ehren einen Fackelzug. Nach demselben begaben sich die Tanzlustigen zu Heiland und in die Turnhalle, wo auf Kosten des Fürsten zum Reigen aufgespielt und be- wirthet wurde. Alle Bewohner Lichs waren eingeladen. Im Schlosse waren die Herrschaften mit ihren Gästen nach dem Fackelzug zwanglos beim Thee zusammen. Heute fahren die Herrschaften nach Laubach, wo ebenfalls großer Empfang stattfindet. Die ganze Feier ist schön verlaufen und war der beste Beweis, wie es die guten Beziehungen des Sicher Fürstenhauses zu den Bürgern der Stadt Sich vermocht haben, die Bürgerschaft zu veranlassen, an dieser Familienfeier theilzu- nehmen mit aufrichtigem Wunsche, daß das Solms-Sicher HauS blühen und gedeihen möge zum eigenen und zum Segen der Bewohner der Stadt Lich. Besonders die Liebe und die Anhänglichkeit der jüngeren Bevölkerung zum Erbprinzen, den man allgemein kurz mit „der junge Herr" bezeichnet, ist rührend. Möge die Bevölkerung auch diese Liebe dem neuen Glied der Familie, auf die schöne und junge Erbprinzessin, übertragen. Seligenstadt, 16. October. Der landwirthschaftliche Localverein dahier hat die Lieferung größerer Kartoffelquantitäten nach dem Niederrhein, per Doppel- centner zu M. 4.50, zugesagt. Bisher kosteten 100 Mo Kartoffeln höchstens Mk. 3.50. Die Vortheile gemeinsamen Vorgehens erscheinen hiernach wiederum im günstigsten Lichte. A Mainz, 18. October. Im Schooße der hiesigen städtischen Verwaltung wird gegenwärtig eine Reorganisation des Armenwesens der Stadt vorbereitet. Ein Mangel des seitherigen Armenwesens von Mainz bestand darin, daß in demselben kein einheitliches System herrschte und eine starke Zersplitterung der einzelnen Zweige der Armenverwaltung Platz gegriffen hatte. Bei der im Werke begriffenen Reorganisation ist daher in erster Linie eine Centralisation der gesummten Armenpflege ins Auge gefaßt und zwar in der Art, daß sich leichter ein Ueberblick über die tatsächliche Bedürftigkeit der Unterstützungssuchenden gewinnen läßt. Seither war dies nur schwer möglich, was zur Folge hatte, daß vielfach wirklich Bedürftige leer ausgingen, während sogenannte unverschämte Arme sich auf Kosten der Allgemeinheit unrechtmäßiger Weise bereicherten. — Nach einem von dem Oberarzt des hiesigen SpiialS, Dr. Reisinger, an den Oberbürgermeister erstatteten Bericht, hat man hier mit der Anwendung des Heilserums die besten Erfolge erzielt. Bei 9 Kindern, welche im Spital an Diphtherie erkrankt lagen — darunter mehrere sehr schwere Fälle — wurde das Mittel in Anwendung gebracht und zwar immer mit Erfolg. In Folge dieses günstigen Resultats wird die Bürgermeiftetei den Stadtverordneten demnächst eine Vorlage zum Einkauf des Mittels auf städtische Kosten für das hiesige Spiial machen. — Verflossene Nacht ist hier die Temperatur auf zwei Grad unter Null zurückgegangen. In den Gärten und Anlagen hat der frühe Frost viel geschadet. Dtrmifd?ie#e * Marburg, 18. October. Gestern Nachmittag ereignete sich in dem Schellenberg'schen Neubau am Schloßberg ein bedauerlicher Unglücksfall. Der Verputzer Carl Schmidt aus Michelbach verunglückte dadurch, daß die im ersten Stock befindliche steinerne Treppe theilweise an der Wand abbrach und Schmidt abstürzte. Er erlitt einen Schädelbruch, einen Unterschenkelbruch und noch innere Verletzungen. Der Verunglückte ist Familienvater- derselbe erlag heute früh halb 6 Uhr feinen Verletzungen. Die Arbeit ist polizeilich schon abgenommen und für gut befunden worden. Jedenfalls sind die Steine durch zu frühes Entfernen de- Verschloges abgebrochen, was vielleicht durch den Transport des schweren Materials veranlaßt wurde. Mvchttche Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst- Erntedankfest. Sonntag den 21. October. 22. Sonntag nach Trinitatis. AN der Stadtkirche. Vormittags 9‘/$ Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr: Ktnderktrche. Pfarroerwalter Dr. Grein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser- Rach den Gottesdiensten wird eine Collecte erhoben zum Besten des Fonds zur Erneuerung der Stadtkirche. Donnerstag den 25. October, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule Bibelstunde. (Luc. 14, 28—33.) Pfarrverwalter Dr. Grein. An der JohanneSkirche. Vormittags 9‘/s Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde: Pfarrer Dr Nau mann Nachmittags 5 Ubr: Pfarrer Dingeldey. Collecte für die Erneuerung der Stadtkirche. Montag den 23. October, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandensaal der Johannesktrche Marcus Cap 13 Ankündigung des Gerichts und der vorangehenden Kampfe Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Sonntag den 21. October. 23. S- n. Pf- Samstag: Nachmittags um 4Vs Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenbeit zur hl. Beichte; „ um 6»/s Uhr erste hl. Messe. „ um 7Vs Uhr Ausweitung bet hl. Communion; „ um 8 Uhr zw. hl. Messe; Miltta gottesdtenst m Predigt. „ um 9Ve Uhr Hochamt mit Predigt. Abends um 6 Uhr Nosenkranzandacht mit Segen. An den Wochentagen ist täglich des Abends um 6^, Uhr Rosen- kranzandacht mit Segen. Verein für jüdische Geschichte und Literatur: Wetzsteingasse 8, Nachmittags 3 Uhr- 7737 Vermischte Anzeigen. 8595 Apotheken. 2534 Anfang 8 Uhr Raupenleim empfiehlt 8346 Vermietungen. 8638] Bergstraße 22, ein ffehr schönes Für den Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. zu oermiethen. Preis 480 Mark. Näheres Steinstraße 78. 8514j Eine alte Lebens»Bers.»Gesellschaft beabsichtigt ihre Haupt - Agentur mit größerem Jncasso für Wietzen und Umgegend neu zu besetzen- Bewerber, welche neue Mitglieder zuführenkönnen, wollen sich melden. Offerten sub H. 8483 an die Exped- d. Bl. Silberne Medaille. Ehrendiplom Breslau 1893, Hamburg 1894. Neueste Erfindung für Bruchleidende! Das neue elastische Gürtelbruchband ohne Feder, Syst. Reischock, Modell 94, D. R.-P. a., hält selbst die schwersten Brüche zurück. Bequemes Tragen bei Tag und Nacht. Garantie. Leib- und Vorsallbiuden. 8611 In Gießen am 25. October von 2l/2 bis 7 Uhr in Webers Hotel werden Bestellungen entgegen genommen. E. Bogisch, Stuttgart, Neuchlinstraße 6. Kutscherverein Gießen feiert Samstag den 20. October sein H. Stiftungsfest Homert, Vorträgen, Gesang und/ Ball im Saale des Cafe Leib. Eintrittskarten an der Kasse ä 70 Pfg. Damen ohne Karten haben keinen Zutritt. Bier im Glas. Der Vorstand. Junger Kaufmann, militärfret, mit guten Zeugnissen, sucht unter bescheidenen Ansprüchen per bald Stellung. Gest. Offerten unter C. 100 an die Exped d Bl. 8584 Conrad Dietz Bankgeschäft Giessen Schulstrasse 10. 1 Süßer Aepfetmoll bei Ww.Sommerlad, Grünbergerstr. 47. KmismmW Herein Gießen. Vortrags-Programm Winter 1894/95. Dienstag, den 23. October 1894, (Cafe Leib): Frau Ottilie Stein, Schriftstellerin, Mannheim, „Das Gebiet weiblichen Erwerbes". Donnerstag, den 1. November 1894, (Cafe Ebel): Herr Dr. V. Pohlmeyer, Berlin, „Pessimismus, Nihilismus und Arnarchismus, drei Hauptübel unserer Zeit". Montag, ixen 19. November 1894, (Postkeller): Herr Dr. Eduard Engel, Berlin, „Eisenbahnreform und Zonentarif". Donnerstag, den 6. December 1894, (Cafe Leib): Herr 3enS Lützen, Docent an der Humbold-Academie Berlin, „Ein Tag auf dem Monde". Mittwoch, den 23. Januar 1895, (Cafe Ebel): Herr Ernst Edler von der Planitz, Weimar, „Der Nord-Ostsee-Kanal und seine Bedeutung für Europa". Die Vorträge beginnen präcis 872 Uhr Abends. Die Mitglieder des Vereins haben freien Zutritt. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis für alle Vorträge im Abonnement = fünf Karten 2 Mk. (auch beliebig verwendbar); Einzelkarten für Herren 0.60 Mk. für Damen 0.40 Mk. Angehörige unserer Mitglieder zahlen für Abonnement wie Einzelkarten die Hälfte. Die Verkaufsstelle für Abonnements- und Einzelkarten befindet sich bei Herrn C. Orbig, Bahnhofstr., doch sind letztere auch Abends an der Kaffe erhältlich. 8642 Regenschirm empfiehlt 86361 Jagdwesten, I gestr. und gew. Jacken, | Jägerhemden, Hautjacken, Unterhosen, Flanellhcmden, sLeibhöschen, | Anfangs November beginnt ein neuer Unterrichts - Curfus in der Gabelsberger'schen Stenographie. Thejlnehmer-Karten sind für 8 Mark c>as Stück in der Ferber'schen Univ.-Buchhandlung zu haben. 8632 Der Vorstand des Gabelsberger Stenogr.-Vereins. ooooaooooooo MM WI o 23 Neustadt 23 Heute Samstag, den 20. October, Abends 8 Uhr, einmaliges Gastspiel des berühmten und beliebten Original - Komikers Herrn K. Ohr aus Gießen, sowie des allgemein beliebten Tenoristen jcrni Forst aus Düffeldorf, unter gefälliger Mitwirkung der -iedersängerm Fräulein Jimmermanu, sowie- der Costümsouprette Fräulein Streich. (8521)Entree frei. Geld!! Geld!? Geld!! Letzte Hamburger Rothe Kreuz-Lotterie! Ziehung 24., 25. und 26. October 1894. Loose ä 3 11 Stck. 31 .1/4=1 JL, n/4 = 10 v4L, V8 = 50 H, n/8 = 5 Hauptgewinne 90 000,50 000,30 000,20 000,15000 M. ©nor u. s. w. Porto und Lifte je 30 Pfg. versendet gegen Postemzahlung oder Nachnahme (auch Briefmarken und Coupons) 8613 A. Bretscher, Neustadt 55, Gießen. An- und Verkauf von Werthpapieren. Einlösung von Coupons. Eröffnung laufender Rechnungen. Genaue Controlle aller Verloosungen. 8148 Danksagung. Mein Sohn Paul, 6 Jahre alt, litt seit längerer Zett an Scrophulose und Drüsen. Meine Tochter Juliane, 2 Jahre alt, an einer schweren Augenentzündung. In beiden Fällen wandte ich verschiedene Hausmittel an, die jedoch keinen Erfolg erzielten. Da wandte ich mich sogleich an den homöop. Arzt Her« Dr. med. Bolbedtng in Düffeldorf, Königs- aller 6, welcher mir und meinen Angehörigen schon in vielen Fällen geholfen hatte und gelang es genanntem Herrn, meine Kinder in der kurzen Zeit von noch nicht 2 Monaten von den gefährlichen Krankheiten zu befreien, wofür hiermit Herrn Dr. Bolbedtng meinen innigsten Dan 6586 Frau Winter, Düsseld.-Flingern, Lindenstr. 97 b. H Veteranen-Verein. ^x^Monatsversammlung Samstag, 20. Oct., im Cafe Leib. 8578 8638] Bergstraße 22, ein ffehr schönes 8574* Westanlage 41 park-, schön möbl. Logis, fünf Zimmer smit Bodenkammer Zimmer zu oermiethen und allem Zubehör, großem Gartenantheil, i 8581* Ein freundl. möbl. Parterre- i zimmer mit separatem Eingang in der ____! Nähe der Aula zu Denn. Löberstr. 6. «5!8] Mansardenlogis vier Zimmer, > erhält freie Wohnung gegen Küche, großes Cabtnet, sofort zu verm. DiU0rM Nachhülfe eines Schulers. Näheres Westanlage 19, II. 8533* Bahnhofstr 34, 1 Tr. Ät. Schlachtham. Freibank. [8630 Heute und morgen: Schweinefleisch, nicht labenrein, per Pfd. 54 Pfg. Kalbfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 51 Pfg. Frankfurter Würstchen. 8627 Hermann Euler, Mäusburg 3. 86391 Die Wohnung im mittleren Stock der Kleiuktuderschule, 5 Zimm eine Mansarde, Keller-Iund Speicherräume, ist zu oermiethen für j hrlich 480 Mark Der Vorstand d. Kleinkinderbewahranstalt. 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Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen daselbst während der Dienststunden offen und sind Angebote auf dem vorgeschriebenen Formular bis zum genannten Termin dorthin einzureichen. Gießen, den 17. October 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 8599 Sonntagsverein für Mädchen. Die Vereinigung der Mädchen am Sonntag soll für das Winter- Halbjahr am nächsten Sonntag, den 21. October, wieder ihren Anfang nehmen. Die Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und < Uhr Nachmittags im Saale der Kleinkinderschule ; die Mädchen rönnen nach Belieben zu jeder Zeit kommen und gehen: von 3/44 Uhr l'>s 8/46 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele find in großer Zah vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag, den 21. October, Nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Betheiligung ein und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonn- tagSverein Hinweisen und denselben die Theilnahme gestatten zu wollen. Gießen, am 16. October 1894. Wohnungen für Studirende. 8606* MöbkirteS Zimmer zu ver- miethen. Löberstraße 5, Hinter». 7912* Gut möblirte Zimmer mit oder ohne Pension zu oermiethen- Tüdanlage 7, Vorderhaus, vart. 7441* Schön möblirtes Zimmer zu oermiethen- Neuen Bäue 10II. 8284* Gut möblirtes Zimmer mit Cabinet. W. Herber, Kirchenpl. 11II. 8570* freundlich möbl. Zimmer zu vermirthen. Westanlage 48 III. 8496* Hübsch möbl. Zimmer an einen Herrn, welcher einen Schüler des Realgymnasiums in seiner Arbeit beaufsichtigt, billig zu oermiethen. Näheres in der Exped. d Bl. 7506* Ein schön Imöbl. Zimmer zu vermiethen. 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Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß der allmächtige Gott unseren geliebten Vater, Schwiegervater und Großvater Conrad Dörr heute Nacht 2 Uhr zu sich gerufen hat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lodenjoppen ® in allen Facons em- - • 7778 Louis Treff & Cie. Coursbericht «M J. Kurz & Co., Giessen, Bahnhofstraße 63. Frankfurter Börse vom 18. October 1894 Adendeourfer 149 251 Oesterr. Credtt-Actten Geldsorte« 3% Oesterr. Staatsbahn v. 1885 87.30 4% Etsenb. Rentenb. Obl. 3% Jtal. staatSgar. Etsenb. 50.25 5*>/0 Buderus Obl. 3’/2°/o Frankfurter Hyp. Bk. 99.30 4o/0 HamburgerHyp.Bk.unk.b.1900 104.— 4% Frkf.Hyp.Cred.V.oerl.^.l00°/o 102.50 3Vs°/o Preuß Hyp. A. Bk. 4°/o DeutscheGrdsch.B.unk.b.1904 104.— 4»/0 Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b. 1904 3V»°/o dto. 98.50 4